Maya Mahmoud
Vertigo (Schwindel)
* Eine Störung des Körpergleichgewichts durch eine vestibuläre oder nicht-vestibuläre Störung.
* Schwindel ist ein Symptom, keine Diagnose. Viele Krankheiten können dieses Symptom
verursachen (dahinter stecken) wie eine Herzrhythmusstörung oder Störung der
Gleichgewichtorgan im Innenohr.
* das Gleichgewichtsorgan ist der Vestibularapparat im Innenohr, Der Gleichgewichtsnerv
(Nervus vestibularis)
* Der Gleichgewichtssinn besteht aus: der Vestibularapparat, die Augen, Rezeptoren in Muskeln
und Gelenken, und das Kleinhirn (das Cerebellum)
** man muss unterscheiden zwischen: Bewegungsillusion „Systematischer Schwindel/ Vertigo“
vs. Unsicherheitsgefühl/ Benommenheitsgefühl „unsystematischer Schwindel/ Dizziness“
*Ursache:
- nicht-vestibuläre Ursache: Herzrhythmusstörung, Hyper-/ Hypotonie, Hypoglykämie, Anämie,
HWS-Syndrom, Karotisstenose (wegen Unterversorgung des Gehirns mit Blut), Alkohol-
/Drogenintoxikation, Schwangerschaft (verursacht Blutdruckschwankungen).
- vestibuläre Ursache: Zentrale Ursache im Cerebrum und Cerebellum (wegen
Durchblutungsstörungen im Gehirn): Apoplex, TIA, Hirntumor.
2. Peripher-vestibuläre Erkrankungen: BPLS (Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel),
Neuritis vestibularis, Morbus Menière.
*Klassifikation: nach Art des Schwindels: Schwankschwindel, Drehschwindel
*Diagnose: - KU: Vitalparameter, Auskultation des Herzes, Nystagmus Untersuchung, Romberg
Test, Neurologische Untersuchung: 12. Hirnnerven (visuellen, Okulomotorischen, vestibulären
Nerven überprüfen) Reflexe, Kraft, Sensibilität, Glasgow Koma Skala, Orientierung.
- Labor: BB, BSG, CRP, Glukose, Nieren/ Leber/ Schilddrüsenwerte, Elektrolyte, Gerinnungswerte
- Langzeit-EKG + Langzeit-Blutdruckmessung
- Echokardiografie: klappen beurteilen
- Duplex-Sonografie der hirnversorgenden Gefäße.
- MRT, CT des Gehirns
- Röntgen HWS in 2 Ebenen
- ggf. EEG
- HNO, Neurologisches Konzil
- Rombergtest: eine neurologische Untersuchung zur Beurteilung des Gleichgewichts. Der Patient
steht mindestens eine Minute lang mit geschlossenen Augen und den Füßen zusammen und
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ausgestreckten Armen. Wenn der Patient schwankt oder Fallneigung entsteht ist der Test positiv
> Gleichgewichtsfunktionsstörung
- Nystagmographie: (Nystagmus: unkontrollierte Augenzittern) ist eine Untersuchung zur
Aufzeichnung von Augenbewegungen. Dabei werden Sensoren an den Augen angebracht, um
die Bewegungen zu erfassen. Durch verschiedene Tests und Stimulationen wird der Nystagmus
ausgelöst (spontane oder induzierte Nystagmus)
- Hörminderung überprüfen > Weber- Test: der Arzt hält eine vibrierende Stimmgabel an den
Kopf des Pat und fragt, ob er den Ton auf beiden Ohren gleich gut hört oder auf einem Ohr
besser. > Nervus cochlearis
*Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS): ist ein gutartiger, harmloser,
Lagerungsschwindel. Anfallsartiger Drehschwindelattacken, dauert ca. 30 Sekunden + Nystagmus
(OHNE Hörstörung). tritt bei Veränderungen der Körperhaltung oder Kopflagerung auf
„Kopflagerungswechsel“. Ursache: Wenn man die Körperhaltung verändert, bewegen sich kleine
Kristalle „Otolithen“ im Gleichgewichtsorgan und reizen so die Sinneszellen.
Therapie: Lagerungsübungen (den Kopf in bestimmte Positionen drehen)
* Neuritis vestibularis: ist eine meist einseitige Entzündung des N. vestibularis „durch virale
Infektion“, die zur Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans führt. Symptome: anhaltender
Drehschwindel dauert Tagen, Fallneigung + Spontannystagmus zur gesunden Seite. (OHNE
Hörstörung)
Therapie: Kortison - Physiotherapeutische Gleichgewichtsübungen (z.B. Aktive Kopfbewegungen,
Kontrollierte Augenbewegungen, Geh- und Balanceübungen)
**Morbus Menière: Ursache: Ansammlung von Lymphflüssigkeit (Hydrops) im Innenohr.
Symptomtrias: ein anfallsartiger plötzlicher Drehschwindel, einseitiger Tinnitus „Ohrensausen“
und einseitige Hörminderung + Nystagmus. dauert Minuten bis Stunden, und könnte mit
Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Ätiologie: idiopathisch. Therapie: Symptomatisch
(Antivertiginosa, Antiemetika, Diuretika, Kortison) + Gleichgewichtsübungen
* Orthostatische Hypotonie: einen plötzlichen Blutdruckabfall nach Lagewechsel (z.B. rasches
Aufstehen). Dabei sinkt das Blut in die Beine - das Gehirn bekommt kurz zu wenig Blut und damit
Sauerstoff. Verursacht Schwindel und Schwarz vor den Augen und Synkope
Das versacken/sinken von Blut in die untere Extremität beim Aufstehen > Akute Blutdruckabfall >
Unterversorgung des Gehirns
(Hypotonie Ursache: Volumenmangel, Herzinsuffizienz, Antihypertensiva-Überdosierung)
> Der Schellong-Test: um Orthostatische Hypotonie festzustellen. Dabei wird der Patient
zunächst für etwa 10-15 Minuten liegen. Anschließend steht der Patient auf für 5-10 Minuten,
während Blutdruck und Puls regelmäßig gemessen werden > niedrigen Blutdruck
Behandlung: Flüssigkeitszufuhr (ausreichende Trinkmenge + kochsalzzufuhr) + ggf:
Fludrocortison (Aldosteron), Kompressionsstrümpfe
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**Könnte es Multiple Sklerose sein? Ja, Ausschluss: KU und MRT (Kraniale und spinale Läsionen)
* HWS-Syndrom > wenn die hirnversorgenden Nerven und Blutgefäße betroffen sind >
Unterversorgung des Gehirns mit Blut > Schwindel
**Darf der Patient Auto fahren? Können wir das Autofahren verbieten? Nein. Dürfen wir die
Ehefrau über die Gefahren des Autofahrens informieren? Nein Warum? Schweigepflicht.
**Dialyse: ist ein künstliches Verfahren zur Entfernung von harnpflichtigen Substanzen und
Toxinen aus dem Blut, Ursachen: Niereninsuffizienz, diabetische Nephropathie, Hyperkaliämie.
** Carotisstenose: eine Verengung der Halsschlagader wegen Artriosklerose. Arteria Carotis
Communis li. Und re. > Sie teilen sich in Arteria Carotis Interna (versorgt das Gehirn) und
Externa. Eine Carotisstenose liegt meist im Bereich der Gabelung/Bifurkation. Symptome: Seh-,
Sprachstörungen, Lähmungen, Schwindel. Wenn Symptome vorübergehend sind > TIA, wenn
Dauerhaft > Apoplex. Therapie: konservativ-medikamentöse Maßnahmen (Statins, ASS,
Antikoagulantien) als auch endovaskuläre (Karotisangioplastie mit Stenteinlage) und offen-
chirurgische (Thrombendarteriektomie (TEA)) perkutane transluminale Angioplastie (PTA), ist ein Verfahren zur
Erweiterung von verengten Blutgefäßen mittels Ballondilatation
*Fragen: wie lange hat die Schwindelattacke gedauert? Wie würden Sie den Schwindel
beschreiben? Fühlt es sich an, als ob sich die Umgebung um Sie dreht „in einem Karussell“ oder
eher wie Schwankungen „wie auf einem Boot?", oder eher ein Gefühl von Benommenheit?
Fühlen Sie sich unsicher beim Gehen oder haben Sie Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu
halten? (Ataxie)
Wann tritt der Schwindel auf? Gibt es bestimmte Auslöser oder Situationen, in denen der
Schwindel häufiger auftritt? Gibt es bestimmte Bewegungen oder Positionen, die den Schwindel
verstärken oder lindern (bei schnell Kopfbewegungen, im Liegen)? ist der Schwindel dauerhaft
oder kommt und geht in Attacken? Hatten Sie vor oder während der Attacke Seh-, Sprach- oder
Hörstörungen? Leiden Sie unter Ohrensausen oder Hörschwierigkeiten, und tritt dies auf einer
Seite oder beidseitig auf? Haben Sie Augenzittern oder unkontrollierte Augenbewegungen
während des Schwindels bemerkt?
ist Ihnen vor den Augen schwarz geworden? haben Sie das Bewusstsein verloren? Haben Sie
Übelkeit oder Erbrechen während oder nach dem Schwindel erlebt?
Wie beeinflusst der Schwindel Ihren Alltag? Hat er Auswirkungen auf Ihre Fähigkeit, zu arbeiten,
zu fahren oder andere Aktivitäten durchzuführen?
haben Sie Herzrasen oder Brustschmerzen oder Luftnot? Kopfschmerzen? Taubheitsgefühl?
sind Sie gestürzt? haben Sie sich verletzt?