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Tutorial 08

Das Dokument behandelt die Grundlagen von Rechnernetzen und verteilten Systemen, insbesondere statisches Routing und Distanz-Vektor-Routing. Es enthält Aufgaben zur IPv4- und IPv6-Adressierung, Routingtabellen und die Analyse von Routing-Prozessen in einer gegebenen Netztopologie. Zudem werden Konzepte wie Split Horizon und Triggered Updates zur Vermeidung von Routing-Problemen diskutiert.

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Das Dokument behandelt die Grundlagen von Rechnernetzen und verteilten Systemen, insbesondere statisches Routing und Distanz-Vektor-Routing. Es enthält Aufgaben zur IPv4- und IPv6-Adressierung, Routingtabellen und die Analyse von Routing-Prozessen in einer gegebenen Netztopologie. Zudem werden Konzepte wie Split Horizon und Triggered Updates zur Vermeidung von Routing-Problemen diskutiert.

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Lehrstuhl für Netzarchitekturen und Netzdienste

School of Computation, Information and Technology


Technische Universität München

Grundlagen Rechnernetze und Verteilte Systeme (IN0010)


Übungsblatt 8
19. Juni – 23. Juni 2023

Aufgabe 1 Statisches Routing


Wir betrachten die Netztopologie des Unternehmens TUMexam AG, welche in Abbildung 1.1 dargestellt ist.
Es soll die Erreichbarkeit der Subnetze NET1-3 untereinander sowie mit dem Internet sichergestellt werden.
Die Router R1 und R2 sollen jeweils die höchste nutzbare IP-Adresse in den jeweiligen Subnetzen erhalten.
Zur Verbindung zwischen den Routern stehen Transportnetze mit jeweils nur zwei nutzbaren Adressen zur
Verfügung. Der Router mit dem lexikographisch kleineren Namen (z. B. R1 ≺ R2) soll hier die niedrigere
IP-Adresse erhalten.
Der Gateway der TUMexam AG sei über sein öffentliches Interface ppp0 mit dem Internet verbunden. Sein
Default Gateway sei [Link].

eth2:
eth0: [Link]
R1 G
NET1 [Link]/30 ppp0
Internet
[Link]/28
[Link]/30

eth0:
eth1:

eth2:
eth0:

NET2 NET3
[Link]/28 [Link]/28
R2
eth1:

Abbildung 1.1: Netztopologie und IPv4-Adressierung

a)* Weisen Sie jedem Interface der Router R1, R2 und G jeweils eine IPv4-Adresse zu (Router G nur
Interface eth0). Tragen Sie die Adressen direkt in Abbildung 1.1 ein.

Die Routingtabelle von R2 sei wie folgt gegeben:

Destination Next Hop Iface


[Link]/30 [Link] eth2
[Link]/28 [Link] eth0
[Link]/28 [Link] eth1
[Link]/0 [Link] eth2

Tabelle 1.1: Routing-Tabelle von R2

Der Eintrag [Link] in der Spalte „Next Hop“ bedeutet, dass kein Gateway benötigt wird (Netz ist direkt
angeschlossen). Die letzte Zeile ist der Eintrag für den sog. Default-Gateway. Dorthin werden Pakete an all
diejenigen Netze weitergeleitet, für die keine bessere Route bekannt ist.

– Seite 1 / 8 –
b) Geben Sie die Routingtabellen der Router R1 und G an. Fassen Sie dabei einzelne Routen soweit möglich
zusammen und sortieren Sie die Einträge absteigend in der Länge des Präfixes.

Destination Next Hop Iface Destination Next Hop Iface

Routing-Tabelle von G

Routing-Tabelle von R1

c)* Weswegen benötigt Router G nicht notwendiger Weise eine Route ins Transportnetz [Link]/30?

Die Leitung der TUMexam AG hat 2015 beschlossen, nun endlich mit der Migration auf IPv6 zu beginnen.
Die zusätzliche IPv6-Adressierung ist in Abbildung 1.2 dargestellt.

eth0: fe80::dcad:beff:feef:100/64 eth2: fe80::dcad:beff:feef:102/64


2001:db8:0:a00::1/56 2001:db8:cafe::1
R1 G
NET1 ppp0
Internet
2001:db8:0:a00::/56

eth0: fe80::dcad:beff:feef:0/64
eth1: fe80::dcad:beff:feef:101/64

eth0: fe80::dcad:beff:feef:200/64 eth2: fe80::dcad:beff:feef:202/64


2001:db8:0:b00::1/56

NET2 NET3
2001:db8:0:b00::/56 2001:db8:0:c00::/56
R2
eth1: fe80::dcad:beff:feef:201/64
2001:db8:0:c00::1/56

Abbildung 1.2: Netztopologie und IPv6-Adressierung

d)* Was ist der Unterschied zwischen den beiden IPv6-Adressen fe80::dcad:beff:feef:201/64 und
2001:db8:0:c00::1/56 an Interface eth1 von R2?

– Seite 2 / 8 –
e)* Geben Sie die erste und letzte Adresse des Subnetzes an, zu dem die Adresse fe80::dcad:beff:feef:201/64
gehört.

f) In welchem Subnetz befinden sich demnach die Link-Local Adressen der übrigen Geräte aus Abbil-
dung 1.2?

g) Stellt es ein Problem dar, dass das Subnetz fe80::/64 offenbar mehrfach vergeben ist?

h) Der Default-Gateway von G sei 2001:db8:cafe::1 und über sein externes Interface ppp0 erreichbar.
Stellen Sie für Router G die IPv6 Routing-Tabelle auf. Fassen Sie dazu wieder Einträge soweit wie möglich
zusammen und sortieren Sie die Einträge absteigend in der Länge des Präfixes.

Destination Next Hop Iface

IPv6 Routing-Tabelle von G

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Aufgabe 2 Distanz-Vektor-Routing
Gegeben sei die in Abbildung 2.1 dargestellte Topologie mit den vier Routern A bis D. Die Linkkosten sind je-
weils an den Kanten angegeben. Wir notieren die Routingtabellen in Kurzform als Vektor [(xA , yA ), ... , (xD , yD )].
Die Tupel (x, y) geben dabei die Kosten sowie den Next-Hop zum Ziel an.
Zum Beispiel geht der kürzeste Pfad von A nach B über B mit Kosten 2, von A nach C über C mit Kosten 1
und von A nach D über C mit Kosten 2. Router erreichen sich selbst per Definition mit Kosten 0. Das ergibt
für Router A dann die Routingtabelle [(0,A) (2,B) (1,C) (2,C)] (die Position innerhalb des Vektors gibt
das jeweilige Ziel an).
Zu Beginn seien die Routingtabellen noch leer, d. h. die Router kennen noch nicht einmal ihre direkten
Nachbarn. Dies wird durch die Schreibweise (/,/) angedeutet. Sich selbst erreichen die Router natürlich
mit Kosten 0.

A
1
1
2
4
C D
B

Abbildung 2.1: Netztopologie

Die Router beginnen nun damit, in periodischen Zeitabständen ihre Distanz-Vektoren mit ihren direkten
Nachbarn auszutauschen. Dabei schickt beispielsweise Router B ein Update an Router C, welches lediglich
die Distanz zum jeweiligen Ziel enthält (nicht aber den Next-Hop). Wenn nun Router A ein solches Update
von B erhält und darin eine Route zu D finden würde, so wüsste A, dass er D über B erreicht. Die Kosten zu
D entsprechen dann den Kosten zu B zuzüglich der Kosten, mit denen B das Ziel erreichen kann.
Im Folgenden wollen wir dieses Verhalten untersuchen. Da das Ergebnis allerdings davon abhängt, in
welcher Reihenfolge Updates ausgetauscht werden, treffen wir die idealisierte Annahme, dass alle Router
exakt zeitgleich ihre Updates verschicken.

a)* Geben Sie gemäß obiger Definitionen die Routingtabellen aller vier Router in den folgenden Schritten an.
Brechen Sie ab, sobald ein konvergenter Zustand erreicht ist.

Schritt Router A Router B

0 [ (0,A) (/,/) (/,/) (/,/) ] [ (/,/) (0,B) (/,/) (/,/) ]

Schritt Router C Router D

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b) Welcher (Graph-)Algorithmus findet hier Verwendung?

Nun fällt die Verbindung zwischen den Knoten C und D aus. Die Knoten C und D bemerken dies und setzen
die entsprechenden Pfadkosten auf unendlich.

c) Was passiert in den folgenden Schritten, in denen die aktiven Knoten weiter ihre Distanzvektoren
austauschen? Geben Sie nach jedem Schritt die Distanztabellen an, bis das weitere Ergebnis klar ist.

Schritt Router A Router B

Schritt Router C Router D

– Seite 5 / 8 –
d)* In der Vorlesung wurden Split Horizon, Triggered Updates und Path Vector als mögliche Gegenmaß-
nahmen für das Count-to-Infinity-Problem genannt. Erläutern Sie in der Gruppe die Funktionsweise dieser
Verfahren.

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