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Das Dokument behandelt die Theaterreform in Deutschland im 18. Jahrhundert, insbesondere die Rolle von J. Ch. Gottsched und Friderike Caroline Neuber, die das deutsche Drama auf ein europäisches Niveau heben wollten. Gottscheds Werk 'Critische Dichtkunst' definiert die Tragödie und Komödie neu und fordert eine moralische Lehre durch die Theaterstücke, während Neuber die Ausbildung der Akteure und die Umstände des Theaters verbesserte. Zudem wird die Bedeutung des Nationaltheaters und der Abkehr vom französischen Klassizismus hervorgehoben.

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Das Dokument behandelt die Theaterreform in Deutschland im 18. Jahrhundert, insbesondere die Rolle von J. Ch. Gottsched und Friderike Caroline Neuber, die das deutsche Drama auf ein europäisches Niveau heben wollten. Gottscheds Werk 'Critische Dichtkunst' definiert die Tragödie und Komödie neu und fordert eine moralische Lehre durch die Theaterstücke, während Neuber die Ausbildung der Akteure und die Umstände des Theaters verbesserte. Zudem wird die Bedeutung des Nationaltheaters und der Abkehr vom französischen Klassizismus hervorgehoben.

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Gottscheds Poetik und Theaterreform -J. Ch.

Gottsched: Critische Dichtkunst (1730)

2. Situation in Deutschland

A) Hoftheater

B)Wanderbühne

Figuren der Wanderbühnen

Hanswurst (Stegreifkomödie)

Harlekin (Commedia dell’ arte)

Man kannte keine Regeln, man bekümmerte sich um keine Muster. Unsre Staats- und
Helden-Aktionen waren voller Unsinn, Bombast, Schmutz und Pöbelwitz. Unsre Lustspiele
bestanden in Verkleidungen und Zaubereien, und Prügel waren die witzigsten Einfälle
derselben.“ (Lessing: 17. Literaturbrief vom Februar 1759)

Friderike Caroline Neuber

Zusammenarbeit mit Gottsched und seiner Frau

Leipzig wird zum literarischen Zentrum der Frühaufklärung

3. Schauspiel- und Theaterreform

A) Gottsched

gilt als Erneuerer des deutschen Dramas:

Critische Dichtkunst

Der sterbende Cato

Deutsche Schaubühne

B) Friderike Caroline Neuber

gründet die Neubersche Komödiengesellschaft (1727)

Neubersche Komödiantengesellschaft 1727 Leipzig

Leipzig wird zum literarischen Zentrum der Frühaufklärung

 verbessert

- die Umstände des Theaterspielens

- die Ausbildung der Akteure

 Ziel: - europäisches Niveau erreichen

- Stücke zeigen, die den Zuschauer zum tugendhaften Leben anleiten

- den Geschmack des Publikums verfeinern

. Gottscheds Dramaturgie
Aufgabe: das dt. Theater auf ein aufgeklärtes Niveau zu heben

Verbesserung der Sprechkultur

Anpassung der Kostümierung den historischen Gegebenheiten des jeweiligen Dramas

Verschwinden der Improvisation

Reinigung des Spielplans

Ziel = Verbesserung der Sitten 

Drama soll die Tugenden u. Laster zeigen

a) Theorie: Critische Dichtkunst, Die deutsche Schaubühne

b) Praxis:

Übersetzungen aus dem Französischen (Cornaille, Racine, Moliere)

Musterstücke (Der sterbende Cato)

Drama = Nachahmung der Natur

≠ exakte Abbildung

wichtigstes Kriterium:

Wahrscheinlichkeit = Maßstab für den Aufbau der Handlung


Einhalten der 3 Einheiten:

) Einheit der Handlung: Beschränkung des Geschehens auf eine Haupthandlung

Die ganze Fabel hat nur eine Hauptabsicht, nämlich einen moralischen Satz: also muß sie
auch nur eine Haupthandlung haben, um derentwegen alles übrige vorgeht.” (CD)

Einheit des Ortes: keine räumliche Sprünge, keine Schauplatzwechsel (der Zuschauer
verlässt seinen Platz auch nicht)

Einheit der Zeit: Annäherung von Spielzeit und gespielter Zeit (ca 12 Stunden)

Weglassen barocker Elemente: Geister, Götter, Chöre, Hanswurst usw.  Begrenzung der
Phantasie

die auftretenden Personen sollen einen festen, durchgehenden Charakter haben:

Ein widersprechender Charakter ist ein Ungeheuer, das in der Natur nicht vorkommt:
daher muß ein Geiziger geizig, ein Stolzer stolz (…) sein und bleiben.” (CD)

Handlung des Dramas = mögliche, aber nicht wirkliche Begebenheit = „Geschichte aus
einer anderen Welt”
Der Poet wählet sich einen moralischen Lehrsatz, den er seinen Zuschauern auf eine
sinnliche Art einprägen will. Dazu erinnert er sich eine allgemeine Fabel, daraus die
Wahrheit eines Satzes erhellet.” (CD

Gottsched lehnte die mittleren Gattungen ab, Tragödie und Komödie sollten
unterschiedliche Stoffe haben. Er hat in der Critischen Dichtkunst die Tragödie und die
Komödie neu bestimmt und suchte sie den Bedürfnissen des aufgeklärten Publikums
anzupassen.

TRAGÖDIE Nachahmung einer Handlung, dadurch sich eine vornehme Person harte und
unvermutete Unglücksfälle zuzieht” (CD)

gewähltere Sprache

- gereimter Alexandriner

KOMÖDIe „Nachahmung einer lasterhaften Handlung, die durch ihr lächerliches Wesen
den Zuschauer belustigen, aber auch zugleich erbauen kann” (CD)

Prosa

Für Gottsched hat die Tragödie Vorrang

d) Ständeklausel
Tragödie hohe Gattung

 hohe Standespersonen („vornehme Personen”)

Komödie ’niedere’ Gattung

 niedere Standespersonen

Ein Trauerspiel, meine Herren, ist ein lehrreiches moralisches Gedichte, darin eine
wichtige Handlung vornehmer Personen auf der Schaubühne nachgeahmet und
vorgestellet wird. […] Es ist eine allegorische Fabel, die eine Hauptlehre zur Absicht hat,
und die stärksten Leidenschaften ihrer Zuhörer, als Verwunderung, Mitleiden und
Schrecken zu dem Ende erreget, damit sie dieselben in ihre gehörigen Schranken bringen
möge.”

(J. Ch. Gottsched: Die Schauspiele und besonders die Tragödien sind aus einer
wohlbestellten Republik nicht zu verbannen. In: Ausgewählte Werke. Hrsg. v. J. Birke u.a.
Berlin, New York 1966, S. 492-500, hier S. 494.)

Die Tragödie soll einen moralischen Lehrsatz durch das Bühnengeschehen illustrieren.
(Die Fabelgattung hat einen ähnlichen moralischen Zweck, so steht sie neben der
Tragödie an der Spitze von Gottscheds Gattungshierarchie.)

Oedipus „ist so, wie die Menschen insgeheim zu seyn pflegen, das ist, von mittlerer
Gattung, er hat gewisse Tugenden, aber auch gewisse Laster an sich: und doch stürzen
ihn bloß die letzten ins Unglück. Denn hätte er niemanden erschlagen, so wäre alles
übrige nicht erfolget. Er hätte sich aber billig vor allen Todtschlägen hüten sollen:
nachdem ihm das Orakel eine deutliche Weissagung gegeben hatte.” (CD)
Lehrsatz: Gott lässt auch die Laster, die unwissend begangen worden seien, nicht
unbestraft.

Gottsched trennt die Affekte, die die Tragödie hervorrufen soll und ordnet sie
verschiedenen Trauerspieltypen zu:

A) Schrecken  historisches Trauerspiel

B) Mitleid  Märtyrerdrama

C) Verwunderung/Bewunderung  heroisches Trauerspiel

Funktion der Tragödie: Sittenlehre vermitteln, Tugend und Laster zeigen 


Verstandeseinsicht

Wirkung: Verbesserung des Menschen

Um diese zu erreichen, muss sie wahrscheinlich sein, die Illusion der Wirklichkeit
erwecken

Lessing Nationaltheater

= geistiges Zentrum 

Aufgabe: die kulturelle Identität einer Nation zu befördern

- 1766 Hamburger Nationaltheater

Dramaturg: G. E. Lessing

Hamburgische Dramaturgie

= Berichte über einzelne Aufführungen + Behandlung theoretischer Fragen

Spielplan:

- Abkehr vom französischen Klassizismus

- Deutsche Stücke

Die Studierenden sind in der Lage,

die Elemente von Gottscheds Poetik aufzuzählen und sein Werk Critische Dichtkunst
vorzustellen.

zu bestimmen, worum es im sog. „Literaturstreit” ging.

die epochenspezifischen Gattungen aufzulisten und ihre Merkmale zu erörtern.

die Beliebtheit der Tragödie in der Aufklärung zu begründen.

die bedeutendsten TheaterreformerInnen der Frühaufklärung zu benennen.


die Bühnenreformen der Neuberin darzustellen.

die Funktion der Nationaltheater zu bestimmen.

Gottscheds Dramenkonzept vorzustellen.

die Tendenzen zu benennen, die zum Wandel der Gattung Tragödie führten.

die Gründe für die Entstehung neuer Dramenformen zu bestimmen und ihren
Zusammenhang mit den dichtungstheoretischen Forderungen der Epoche zu erörtern.

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