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Exam Example NUS2 4

Das Dokument enthält eine Beispiel-Klausur für das Fach Netzwerke und Schaltungen II, die verschiedene Aufgaben zu Drehstromsystemen, Knotenpotentialverfahren, harmonischer Analyse, Laplace-Transformation und Verstärkerschaltungen umfasst. Die Klausur dient als Lernhilfe für NUSII-Studierende und beinhaltet Anweisungen zur Bearbeitung sowie Hinweise zu den Prüfungsformaten. Die Aufgaben erfordern unter anderem Berechnungen von Spannungen, Strömen, Leistungen und die Anwendung von Schaltbildern und mathematischen Verfahren.

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Das Dokument enthält eine Beispiel-Klausur für das Fach Netzwerke und Schaltungen II, die verschiedene Aufgaben zu Drehstromsystemen, Knotenpotentialverfahren, harmonischer Analyse, Laplace-Transformation und Verstärkerschaltungen umfasst. Die Klausur dient als Lernhilfe für NUSII-Studierende und beinhaltet Anweisungen zur Bearbeitung sowie Hinweise zu den Prüfungsformaten. Die Aufgaben erfordern unter anderem Berechnungen von Spannungen, Strömen, Leistungen und die Anwendung von Schaltbildern und mathematischen Verfahren.

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Netzwerke und Schaltungen II

Beispiel-Klausur 4

Hinweis: Alle Ergebnisse sind auf 3 signifikante Stellen zu runden. Bsp: 1.3456 × 10−5 m ⇒
13.5 µm

Jeder Rechenschritt muss klar erkennbar sein!

Hinweis: Diese NUSII-Beispiel-Klausur und ihre Musterlösung werden vom


HPE für NUSII-Studierende zum Lernen bereitgestellt. Die Weitergabe an
Dritte ist nicht gestattet. Die Beispiel-Klausur dient als Orientierung dafür,
wie eine NUSII-Prüfung gestaltet sein kann. Zukünftige Prüfungen können
davon jedoch abweichen. Insbesondere kann auch die Gesamtpunktzahl, die
Punkteverteilung auf die verschiedenen Themenbereiche sowie der Umfang der
einzelnen Aufgaben variieren. Eine Klausur kann ausserdem noch Multiple-
Choice-Fragen beinhalten. Diese Beispiel-Klausur würde beispielsweise Multiple-
Choice-Fragen im Umfang von 12 Punkten (ca. 10%) beinhalten. Multiple-
Choice Fragen finden Sie im Moodle.

Für die Bestnote müssen nicht alle Fragen korrekt beantwortet werden. In der vorlie-
genden NUSII-Beispiel-Klausur würden ca. 85% der Punkte ausreichen.
Teil 1 Drehstromsysteme (26 Punkte = 23%)
In Abbildung 1 wird ein Heizlüfter an einem symmetrischen Dreiphasennetz (U = 120 V)
mit einer Netzfrequenz von f = 60 Hz betrieben. Der Heizlüfter stellt mit R = R1 =
R2 = R3 = 20 Ω und L = L1 = L2 = L3 = 10 mH eine symmetrische Last dar. Für die
Netzspannungen gilt:
◦ ◦ ◦
û1 = û · ej0 , û2 = û · e−j120 , û3 = û · e+j120

L1 i1
1
M1
iRL1
u^ 1 u^12 R
L
iR1
u^ 31 R C iL1
u^ 3 u^ 2 L C
iRL3 C
L
3 2
R iRL2
L2 i2
^
L3u23 i3

Abbildung 1: Dreiphasige Spannungsquelle und Ersatzschaltbild eines Heizlüfters mit ei-


nem Blindleistungskompensationsnetzwerk (grau dargestellt).

Für die Teilaufgaben a) - e) und Teilaufgabe g) soll das in Abbildung 1 grau dargestellte
Blindleistungskompensationsnetzwerk vernachlässigt werden.

a) Berechnen Sie die Spannungen û1 , û2 und û12 in der Masche M1 , sowie die Ströme
îL1 und îR1 in Polarkoordinaten.

b) Skizzieren Sie das Zeigerdiagramm der Spannungs-/Stromzeiger û1 , û2 , û12 , îR1 und
îL1 . Achten Sie hierbei insbesondere auf die Winkelbeziehungen der Zeiger unterein-
ander und legen Sie den Zeiger û1 auf die reelle Achse.

c) Berechnen Sie die Generatorströme î1 , î2 , î3 und die Lastströme îRL1 , îRL2 , îRL3 in
Polarkoordinaten.

d) Skizzieren Sie das Zeigerdiagramm für alle Ströme im Knotenpunkt 1 (also îR1 , îL1 ,
îRL1 , îRL3 und î1 ). Achten Sie hierbei insbesondere auf die Winkelbeziehungen der
Zeiger untereinander und legen Sie den Zeiger îR1 auf die reelle Achse.

e) Geben Sie die vom Heizlüfter aufgenommene Schein-, Blind- und Wirkleistung an.

2
f) Das in Abbildung 1 grau dargestellte Kondensatornetzwerk soll verhindern, dass
im Betrieb Blindleistung aus dem Netz bezogen wird. Berechnen Sie die für die
Blindleistungskompensation benötigten Kapazitätswerte, so dass der Heizlüfter nur
Wirkleistung aus dem Netz bezieht.

g) Die RL-Parallelschaltungen sollen nun, wie in Abbildung 2 gezeigt, in einer Stern-


schaltung angeordnet werden. Geben Sie die entsprechenden Werte für den Wider-
stand R∗ und die Induktivität L∗ der Sternschaltung an, so dass sich die von der Last
aufgenommene Leistung, welche in Teilaufgabe e) berechnet wurde, nicht verändert.
Hinweis:
Das Kompensationsnetzwerk mit den Kapazitäten soll in dieser Teilaufgabe ver-
nachlässigt werden.

L1

R∗ L∗

N
L∗ R∗

L2 R∗ L∗
L3

Abbildung 2: Heizlüfter in Sternschaltung (ohne Blindleistungskompensationsnetzwerk).

3
Teil 2 Knotenpotentialverfahren (18 Punkte = 16%)
Der Transformator im Netzwerk in Abbildung 3 besitzt die Selbstinduktivitäten L1 und
L2 sowie die Kopplungsinduktivität M . Das Netzwerk wird durch die unabhängige Span-
nungsquelle ûq angeregt und befindet sich im eingeschwungenen Zustand.

M
A L
Transformator
ûL
R
C
L1 L2 RL
ûq îC
B

Erdpotential

Abbildung 3: Netzwerk, das mittels Knotenpotentialverfahren analysiert werden soll.

a) Wandeln Sie ûq in eine bezüglich der Klemmen A und B äquivalente Stromquelle
um. Zeichnen Sie dazu das Schaltbild der äquivalenten Stromquelle und geben Sie
alle darin auftretenden Grössen an.

b) Ersetzen Sie den Transformator durch ein auf Stromquellen basierendes Ersatzschalt-
bild und zeichnen Sie das Netzwerk neu. Ermitteln Sie die Parameter der Transfor-
matorersatzschaltung in Abhängigkeit von L1 , L2 und M .

c) Zeichnen Sie alle für das Aufstellen der Knotengleichungen notwendigen Knotenspan-
nungen in das in Teilaufgabe b) neu gezeichnete Ersatzschaltbild ein. Verwenden Sie
das Erdpotential als Referenzpotential.

d) Stellen Sie die Knotengleichungen in Abhängigkeit der Knotenspannungen auf.

e) Berechnen Sie die im Lastwiderstand RL umgesetzte mittlere Verlustleistung in


Abhängigkeit der Knotenspannungen.

Für die beiden folgenden Teilaufgaben wird ûq durch eine gesteuerte Quelle ersetzt. Es
gilt nun ûq = αûL + β îC mit der Spulenspannung ûL , dem Kondensatorstrom îC und den
komplexen Konstanten α, β.

f) Wie lauten die neuen Knotengleichungen in Abhängigkeit der Knotenspannungen?

g) Wie gross ist nun die mittlere Verlustleistung in RL ?

4
Teil 3 Harmonische Analyse (27 Punkte = 24%)
Aufgabe 3A: Fourieranalyse eines Signals (10 Punkte)
Gegeben ist der belastete Einweggleichrichter in Abbildung 4a. Der Spannungsverlauf ua (t)
am ohmschen Widerstand ist in Abbildung 4b abgebildet.

ideale Diode ua(t)


uq(t) R ua(t) t
-T T

-
a) b)

Abbildung 4: a) Belasteter Einweggleichrichter. b) Spannungsverlauf ua (t) am Widerstand.

a) Handelt es sich bei ua (t) um eine symmetrische Funktion? Wenn ja, welche Symme-
trie liegt vor? Geben Sie die Spannung uq (t) der Quelle an, die zu dem abgebildeten
Verlauf von ua (t) führt.
b) Die gleichgerichtete Spannung ua (t) soll nun als Fourierreihe dargestellt werden.
Stellen Sie die Integralausdrücke der Fourier-Koeffizienten a0 , ân und b̂n als Funktion
der Variablen t, n, T und ûq auf. Lösen Sie die Integrale durch Berechnung oder
mittels Tabelle. Vereinfachen Sie dabei so weit wie möglich.
Hinweis zu Stammfunktionen gewisser Integrale:
t
t1
1 + cos(2ωt) 1
Z 
sin(ωt) · cos(ωt) dt = −

t0 4ω t0
 t1
sin(2ωt)
Z t1 
t
sin(ωt) · sin(ωt) dt =


t0 2 4ω t0
t1
cos(ωt) · cos(nωt) + n · sin(ωt) · sin(nωt)
Z t1  
sin(ωt) · cos(nωt) dt = für n ≥ 2, n ∈ N+

t0 ω · (n2 − 1) t0
t1
cos(ωt) · sin(nωt) − n · sin(ωt) · cos(nωt)
Z t1  
sin(ωt) · sin(nωt) dt = für n ≥ 2, n ∈ N+

t0 ω · (n2 − 1) t0

5
Aufgabe 3B: Netzwerkberechnung (17 Punkte)
Nun soll die belastete Stromquelle in Abbildung 5 untersucht werden. Der Strom durch die
Quelle sei im eingeschwungenen Zustand und es gilt i(t) = 2î + ∞n=1 nπ sin( 2 ) cos(nωt).
2î nπ
P

i(t) iC(t) iR(t)

C R

Abbildung 5: Netzwerk für Aufgabe 3B.

c) Geben Sie alle Fourierkoeffizienten a0 , ân und b̂n des Stromes i(t) an und berechnen

P∞ sin2 ( 2 ) π2
Sie den Grundgschwingungsgehalt g des Stromes i(t). Hinweis: n=1 n 2 = 8

d) Berechnen Sie den Strom iR (t) durch den Widerstand R.

e) Berechnen Sie die Leistung P , die im zeitlichen Mittel im Widerstand R in Wärme


umgesetzt wird.

6
Teil 4 Laplace-Transformation (17 Punkte = 15%)
Abbildung 6 zeigt einen Gleichspannungswandler mit Last. Die Schaltung wird am Ein-
gang des Gleichspannungswandlers von einer Gleichspannungsquelle mit der Spannung U
angeregt. Der Schalter S ist für t < 0 auf Position 1, so dass alle transienten Vorgänge als
abgeschlossen betrachtet werden können. Zum Zeitpunkt t = 0 wird der Schalter S von
Position 1 auf Position 2 geschaltet.

Hinweis: In diesem Aufgabenteil müssen Brüche in den Endergebnissen, wie sie im Nenner
und Zähler von Übertragungsfunktionen üblicherweise vorkommen, nicht weiter vereinfacht
werden.

t=0 uL(t)
1
2S iL(t) L
iC(t) iR(t)

U C uC(t) R uR(t)

Abbildung 6: Gleichspannungswandler mit Last.

a) Zeichnen Sie für die in Abbildung 6 gezeigte Schaltung das Ersatzschaltbild im


Laplace-Bildbereich für den Zeitraum t ≥ 0.

b) Berechnen Sie den Strom I L (s) analytisch im Laplace-Bildbereich für t ≥ 0 in


Abhängigkeit der Parameter U, R, L und C.

c) Geben Sie die Nullstellen s1 , s2 , ... sn des Nennerpolynoms von I L (s) abhängig von L,
C und R an. Vereinfachen Sie den Ausdruck für I L (s), um im nächsten Aufgabenteil
eine Partialbruchzerlegung durchführen zu können.

d) Berechnen Sie die Partialbruchzerlegung von I L (s). Nehmen Sie an, dass die Null-
stellen des Nennerpolynoms reell und einfach sind.

e) Berechnen Sie iL (t) im Zeitbereich mit Hilfe der berechneten Partialbruchzerlegung.

7
Teil 5 Verstärkerschaltungen (16 Punkte = 14%)
Abbildung 7 zeigt eine Schaltung zur Temperaturmessung und ein Filter. Der Widerstand
R1 ist ein temperaturabhängiger Widerstand mit R1 (25◦ C) = 10 kΩ mit dem Tempera-
turkoeffizienten α = 4 · 10−3 K −1 . Nehmen Sie ideale Verstärker an.

Temperaturmessung Filter

R3 R4 R6

R1
C
- R5
+
Uref

R2 up um uI
-
+
uo

Abbildung 7: Verstärkerschaltung für eine Temperaturmessung mit einem Filter.

In den folgenden Aufgabenteilen a) und b) wird nur die Schaltung zur Temperaturmessung
betrachtet.

a) Geben Sie einen analytischen Ausdruck für up in Abhängigkeit von Uref , R1 und R2
an.

b) Leiten Sie einen Ausdruck für um in Abhängigkeit von Uref , R1 , R2 , R3 und R4 her.
Welche Spannung nimmt um für R1 = 0 und R1 → ∞ an?

In den folgenden Aufgabenteilen c) und d) wird nur das Filter betrachtet. Die Spannung
über dem Kondensator C zum Zeitpunkt t = 0 sei 0 V.

c) Geben Sie einen analytischen Ausdruck für die Übertragungsfunktion UUmo (s)
(s) an, wo-
bei Uo (s) und Um (s) die Laplacetransformierten der Spannungen uo und um sind.
Geben Sie die Ordnung der Übertragungsfunktion (1., 2., 3. ...) und den Filtertyp
(Tiefpassfilter, Hochpassfilter, Bandpassfilter ...) an. Berechnen Sie die Null- und
Polstellen der Übertragunsfunktion.

d) Auf der Basis der Übertragungsfunktion aus c) soll das Filter ausgelegt werden.
Bestimmen Sie dazu zunächst analytische Ausdrücke für die Eckfrequenz ωo und für
die Gleichspannungsverstärkung K (Wert der Übertragungsfunktion für ω → 0) des

8
Filters in Abhängigkeit von R6 , R5 und C. Nehmen Sie dann an, dass R5 = 10 kΩ,
und berechnen Sie C und R6 , so dass das Filter eine Eckfrequenz von ωo = 104 rad s−1
und eine Gleichspannungsverstärkung von K = −10 hat.

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