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Exam Example NUS2 3

Die Beispiel-Klausur für das Modul Netzwerke und Schaltungen II umfasst verschiedene Themen wie Drehstromsysteme, Maschenstromverfahren, harmonische Analyse, Laplace-Transformation und Verstärkerschaltungen. Die Klausur enthält Aufgaben mit analytischen Berechnungen, die auf spezifischen Schaltbildern basieren, und gibt Hinweise zur Struktur und Bewertung der Prüfungen. Studierende sollen die Ergebnisse auf drei signifikante Stellen runden und die Weitergabe der Klausur an Dritte ist nicht gestattet.

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Die Beispiel-Klausur für das Modul Netzwerke und Schaltungen II umfasst verschiedene Themen wie Drehstromsysteme, Maschenstromverfahren, harmonische Analyse, Laplace-Transformation und Verstärkerschaltungen. Die Klausur enthält Aufgaben mit analytischen Berechnungen, die auf spezifischen Schaltbildern basieren, und gibt Hinweise zur Struktur und Bewertung der Prüfungen. Studierende sollen die Ergebnisse auf drei signifikante Stellen runden und die Weitergabe der Klausur an Dritte ist nicht gestattet.

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Netzwerke und Schaltungen II

Beispiel-Klausur 3

Hinweis: Alle Ergebnisse sind auf 3 signifikante Stellen zu runden. Bsp: 1.3456 × 10−5 m ⇒
13.5 µm

Jeder Rechenschritt muss klar erkennbar sein!

Hinweis: Diese NUSII-Beispiel-Klausur und ihre Musterlösung werden vom


HPE für NUSII-Studierende zum Lernen bereitgestellt. Die Weitergabe an
Dritte ist nicht gestattet. Die Beispiel-Klausur dient als Orientierung dafür,
wie eine NUSII-Prüfung gestaltet sein kann. Zukünftige Prüfungen können
davon jedoch abweichen. Insbesondere kann auch die Gesamtpunktzahl, die
Punkteverteilung auf die verschiedenen Themenbereiche sowie der Umfang der
einzelnen Aufgaben variieren. Eine Klausur kann ausserdem noch Multiple-
Choice-Fragen beinhalten. Diese Beispiel-Klausur würde beispielsweise Multiple-
Choice-Fragen im Umfang von 12 Punkten (ca. 10%) beinhalten. Multiple-
Choice Fragen finden Sie im Moodle.

Für die Bestnote müssen nicht alle Fragen korrekt beantwortet werden. In der vorlie-
genden NUSII-Beispiel-Klausur würden ca. 85% der Punkte ausreichen.
Teil 1 Drehstromsysteme (25 Punkte = 20%)
Eine elektrische Maschine wird an ein symmetrisches Dreiphasennetz angeschlossen. Die
Netzspannung hat einen Effektivwert U = 110 V und eine Netzfrequenz von f = 60 Hz.
Die Maschine stellt eine symmetrische Last mit R = 5 Ω und L = 10 mH dar. Es gilt
zudem:
◦ ◦ ◦
û1 = û · ej0 û2 = û · e−j120 û3 = û · e−j240

P1 i1 1

R
u^ S1
u^ 3 u^ 1 C L C

u^ S3 S u^ S2
L L
3 R R 2
P2 i2 C

u^ 2 P3 i3

Abbildung 1: Ersatzschaltbild einer Dreiphasenspannungsquelle und eines elektrischen Mo-


tors. Ein zusätzliches Blindleistungskompensationsnetzwerk ist in grau eingezeichnet.

Für die Teilaufgaben a) bis c) werden die in Abb. 1 grauen Kondensatoren C des Blind-
leistungskompensationsnetzwerk nicht berücksichtigt.

a) Geben Sie die analytischen Ausdrücke für die Aussenleiterströme î1 , î2 und î3 als
Funktion der Netzspannung U an und berechnen Sie die numerischen Werte.

b) Berechnen Sie den Leistungsfaktor λM des Motors.

c) Berechnen Sie die gesamte vom Motor aufgenommene Schein-, Wirk- und Blindleis-
tung.

In den folgenden Teilaufgaben wird das in Abb. 1 grau eingezeichnete Blindleistungskom-


pensationsnetzwerk (C) berücksichtigt.

d) Die Blindleistung, welche durch den Motor aufgenommen wird, soll mit den grau
eingezeichneten Kapazitäten in Abb. 1 kompensiert werden. Berechnen Sie die Werte
für die Kondensatoren C.

2
P1 i1
1

R L
Cneu Cneu
u^ 1
u^ 3 L R

3 2
R L
P2 i2 Cneu
u^2
P3 i3

Abbildung 2: Die Last ist neu als Dreieck verschaltet. Die Verschaltung des Kompensati-
onsnetzwerkes hat sich gegenüber Abb. 1 nicht verändert.

e) Die Motorimpedanzen (R und L) werden neu wie in Abb. 2 im Dreieck verschaltet,


wobei sich die Werte der Motorimpedanzen (R und L) nicht ändern. Was für Kapa-
zitätswerte Cneu sind neu zur vollständigen Blindleistungskompensation notwendig?
Geben Sie das Verhältnis zwischen Cneu und C an.

3
Teil 2 Maschenstromverfahren (23 Punkte = 18%)

î1 îL2
M =L
R L
îq
ûq
îR2
L 2R
îL1

Abbildung 3: Netzwerk, das mittels Maschenstromverfahren analysiert werden soll.


Der Transformator im Netzwerk in Abb. 3 besitzt gleich grosse primär- und sekündärseitige
Selbstinduktivitäten L und eine Kopplungsinduktivität M = L. Das Netzwerk befindet
sich im eingeschwungenen Zustand.

a) Handelt es sich bei dem gegebenen Netzwerk um ein ebenes Netzwerk? Begründen
Sie. Wie viele unabhängige Maschenumläufe gibt es im Netzwerk?
b) Welche beiden Methoden zur Berücksichtigung der Stromquelle îq im Maschenstrom-
verfahren kennen Sie? Welche davon ist für das vorliegende Netzwerk vorteilhafter-
weise anzuwenden? Begründen Sie.
c) Ersetzen Sie den Transformator durch ein geeignetes Ersatzschaltbild mit strom-
gesteuerten Spannungsquellen und zeichnen Sie das Netzwerk neu.
d) Zeichnen Sie alle für das Aufstellen der Maschengleichungen notwendigen Maschen-
ströme in das Ersatzschaltbild aus Teilaufgabe c) ein.
e) Stellen Sie die Maschengleichungen in Abhängigkeit der Maschenströme sowie der
Netzwerkparameter ûq , îq , R, L und ω auf.
Für die beiden folgenden Teilaufgaben wird die Stromquelle îq in eine gesteuerte Quelle
umgewandelt. Es gilt îq = k î1 mit der komplexen Konstanten k ∈ C.
f) Leiten Sie die neuen Maschengleichungen her.
g) Ermitteln Sie mit Hilfe der neuen Maschengleichungen einen analytischen Ausdruck
für den Strom îR2 .
h) Kann durch die Anwendung des Knotenpotentialverfahrens anstelle des Maschen-
stromverfahrens die Anzahl unabhängiger Gleichungen für das gegebene Netzwerk
reduziert werden? Begründen Sie.

4
Teil 3 Harmonische Analyse (27 Punkte = 22%)
Die Teilaufgaben c)–e) sind unabhängig von den Teilaufgaben a) & b) lösbar.

uL(t)
i(t)
L

uq(t)= ûq sin(ω t) ua(t) ue(t) R uR(t)

a) b)
Abbildung 4: a) Einweggleichrichter. b) Von Eingangsspannung ue (t) gespeistes Netzwerk.

Abb. 4a) zeigt einen belasteten Einweggleichrichter. Dieser soll mittels harmonischer Ana-
lyse betrachtet werden.
a) Skizzieren Sie den Zeitverlauf der Spannung ua (t). Zeichnen Sie ûq sowie die Peri-
odendauer T ein. Handelt es sich bei ua (t) um eine symmetrische Funktion? Wenn
ja, welche Symmetrie liegt vor?
b) Die gleichgerichtete Spannung ua (t) soll nun als Fourierreihe dargestellt werden.
Stellen Sie die Integralausdrücke der Fourier-Koeffizienten a0 , ân und b̂n als Funktion
der Variablen t, n, T und ûq auf. Lösen Sie die Integrale durch Berechnung oder
mittels Tabelle. Vereinfachen Sie dabei so weit wie möglich.
Hinweis Stammfunktionen gewisser Integrale:
 t Z t1 t
t1
1 + cos(2ωt) 1 sin(2ωt) 1
Z  
t
sin(ωt) · cos(ωt) dt = − sin(ωt) · sin(ωt) dt =
 
, −
t0 4ω t0 t0 2 4ω t0
 t1
t1
cos(ωt) · cos(nωt) + n · sin(ωt) · sin(nωt)
Z 
sin(ωt) · cos(nωt) dt = für n ≥ 2 und n ∈ N+

t0 ω · (n2 − 1) t0
t
t1
cos(ωt) · sin(nωt) − n · sin(ωt) · cos(nωt) 1
Z 
sin(ωt) · sin(nωt) dt = für n ≥ 2 und n ∈ N+

t0 ω · (n2 − 1) t0

û û
Nun wird eine Spannungsquelle ue (t) = 2q + ∞
n=1 − nπ sin(nωt) an der Glättungsdrossel L
q
P

und dem Widerstand R in Abb. 4b) betrachtet.


c) Berechnen Sie die Welligkeit w der Spannung ue (t).
π2
Hinweis: ∞n=1 n2 = 6
1
P

d) Berechnen Sie den Gleichanteil IDC des Stromes i(t). Berechnen Sie zusätzlich die
Leistung PDC , die durch diesen Gleichanteil am Widerstand R umgesetzt wird.
e) Berechnen Sie den Wechselanteil iAC (t) des Stromes i(t). Berechnen Sie zusätzlich
die Leistung PAC , die durch den Wechselanteil am Widerstand R umgesetzt wird.

5
Teil 4 Laplace-Transformation (22 Punkte = 18%)

2 i1(t) i2(t)

S 1 ip(t)
I
Rp v (t) v2(t) Rs
1

Abbildung 5: Impulstransformator an Stromquelle

Abb. 5 zeigt einen verlustlosen Impulstransformator mit Selbstinduktivitäten L1 und


L2 sowie der Kopplungsinduktivität M . Die Widerstände Rp und Rs befinden sich an
den Primär- und Sekundäranschlüssen. Der Impulstransformator wird von einer DC-
Stromquelle mit dem Strom I angeregt, die mit Schalter S an den Impulstransformator
angeschlossen wird. Zum Zeitpunkt t = 0 wird der Schalter S von Position 1 auf 2 geschal-
ten.

a) Zeichnen Sie die in Abb. 5 gezeigte Schaltung im Laplace-Bildbereich für den Zeit-
raum t ≥ 0 unter der Annahme, dass die Ströme im Transformator zum Zeitpunkt
t = 0 s ungleich null sind.

b) Geben Sie die Transformatorspannungen U 1 (s) und U 2 (s) in Abhängigkeit der Trans-
formatorströme an. Nehmen Sie dabei an, dass die Anfangswerte der Ströme im
Transformator gleich null sind.

c) Berechnen Sie den Strom I 2 (s) im Laplace-Bildbereich.

d) Berechnen Sie die Nullstellen s1 , s2 , ...sn des Nennerpolynoms von I 2 (s) abhängig
von L1 , L2 , M , Rp und Rs . Vereinfachen Sie den Ausdruck für I 2 (s) in dem Sie das
Nennerpolynom in Form seiner Linearfaktoren (s − s1 )(s − s2 )...(s − sn ) angeben.

e) Berechnen Sie die Partialbruchzerlegung von I 2 (s). Verwenden Sie die Abkürzungen
s1 , s2 , ...sn für die Nullstellen des Nennerpolynoms in Ihrer Lösung.

f.) Geben Sie i2 (t) im Zeitbereich an.

6
Teil 5 Verstärkerschaltungen (18 Punkte = 14%)

Vollbrückenverstärker
R6
Filter R5
R2 - uA
+
A
R1 C A3
-
+ R4 Ro uo
ui A1 ue
R3
- B
+
uB
A2

Abbildung 6: Filter mit Verstärker und nachfolgendendem Vollbrückenverstärker.

Die Schaltung in Abb. 6 besteht aus einem Filter mit Verstärker und einem anschliessen-
den Vollbrückenverstärker, welcher Spannungen für Anwendungen mit hohen Leistungen
verstärkt. Am Ausgang der Verstärker A2 and A3 befindet sich ein Lastwiderstand Ro .
Nehmen Sie ideale Verstärker an.

Betrachten Sie zunächst nur den Filter am Eingang der Schaltung.

a) Geben Sie die Übertragungsfunktion G(s) = uuei (s)


(s)
, die Ordnung (erste, zweite,...)
und den Typ (Tiefpass, Hochpass, Bandpass,...) des Filters an. Geben Sie die Pol-
und Nullstellen der Übertragungsfunktion an.

b) Legen Sie nun den Filter aus. Geben Sie die Grenzfrequenz ωo und die Hochfre-
quenzverstärkung K (ω → ∞) an und berechnen Sie C und R2 für K = 10,
ωo = 104 rad s−1 und R1 = 10 kΩ.

Betrachten Sie nun den Vollbrückenverstärker in Abb. 6 mit der Eingangsspannung ue =


10 V sin(2π · (5 · 103 ) · t) und den Widerstandswerten R3 = R5 = 10 kΩ, R4 = 15 kΩ,
R6 = 5 kΩ und Ro = 8 Ω.

c) Geben Sie die Verstärkungen K2 = uuBe (s)


(s)
und K3 = uA (s)
ue (s) an. Skizzieren Sie die
Spannungen uA , uB und uo über eine Periode.

d) Welchen maximalen Strom und welche maximale Leistung müssen die Verstärker
liefern können?

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