Netzwerke und Schaltungen II
Beispiel-Klausur 8
Hinweis: Alle Ergebnisse sind auf 3 signifikante Stellen zu runden. Bsp: 1.3456 × 10−5 m ⇒
13.5 µm
Jeder Rechenschritt muss klar erkennbar sein!
Hinweis: Diese NUSII-Beispiel-Klausur und ihre Musterlösung werden vom
HPE für NUSII-Studierende zum Lernen bereitgestellt. Die Weitergabe an
Dritte ist nicht gestattet. Die Beispiel-Klausur dient als Orientierung dafür,
wie eine NUSII-Prüfung gestaltet sein kann. Zukünftige Prüfungen können
davon jedoch abweichen. Insbesondere kann auch die Gesamtpunktzahl, die
Punkteverteilung auf die verschiedenen Themenbereiche sowie der Umfang der
einzelnen Aufgaben variieren. Eine Klausur kann ausserdem noch Multiple-
Choice-Fragen beinhalten. Diese Beispiel-Klausur würde beispielsweise Multiple-
Choice-Fragen im Umfang von 12 Punkten (ca. 10%) beinhalten. Multiple-
Choice Fragen finden Sie im Moodle.
Für die Bestnote müssen nicht alle Fragen korrekt beantwortet werden. In der vorlie-
genden NUSII-Beispiel-Klausur würden ca. 85% der Punkte ausreichen.
Teil 1 Drehstromsysteme (23 Punkte = 22%)
In Abbildung 1 wird eine elektrische Maschine für einen Skilift an einem symmetri-
schen Dreiphasennetz mit Aussenleiterspannung U = 208 V und einer Netzfrequenz von
f = 60 Hz betrieben. Die elektrische Maschine stellt mit R = 20 Ω und L = 10 mH eine
symmetrische Last dar. Für die Netzspannungen gilt:
◦ ◦ ◦
û12 = û · ej0 , û23 = û · e−j120 , û31 = û · e+j120
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Abbildung 1: Dreiphasige Spannungsquelle und Ersatzschaltbild einer elektrischen Ma-
schine für den Betrieb eines Skilifts mit einem Blindleistungskompensationsnetzwerk (grau
dargestellt).
Für die Teilaufgaben a) - f) wird die Maschine wie in Abbildung 1 dargestellt betrieben.
Das grau dargestellte Blindleistungskompensationsnetzwerk kommt nur in Aufgabe f) zum
Einsatz und soll für die übrigen Teilaufgaben vernachlässigt werden.
a) Berechnen Sie die Spannungen û12 , û23 und û31 , sowie die Ströme îR12 und îL12 in
Polarkoordinaten.
b) Zeichnen Sie das Zeigerdiagramm der Spannungs-/Stromzeiger û12 , îR12 , îL12 und
îRL12 in der komplexen Ebene. Achten Sie insbesondere auf die Winkel- und Längen-
beziehungen der Zeiger untereinander und auf die korrekte Beschriftung des Dia-
gramms (Achsen, Zeiger). Zeichnen Sie die Zeiger im Massstab: 100 V ≡ 1 cm bzw.
20 A ≡ 1 cm. Legen Sie den Zeiger û12 als Referenz in die reelle Achse.
c) Berechnen Sie die Lastströme îRL12 , îRL23 und îRL31 und die Aussenleiterströme î1 ,
î2 und î3 in Polarkoordinaten.
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d) Zeichnen Sie das Zeigerdiagramm für alle Last- und Aussenleiterströme (also îRL12 ,
îRL23 , îRL31 , î1 , î2 und î3 ). Achten Sie insbesondere auf die Winkel- und Längen-
beziehungen der Zeiger untereinander und auf die korrekte Beschriftung des Dia-
gramms (Achsen, Zeiger). Zeichnen Sie die Zeiger im Massstab: 20 A ≡ 1 cm. Als
Referenz soll wie in Aufgabe b) der Zeiger û12 auf der reellen Achse dienen, der hier
allerdings nicht gezeichnet werden muss.
e) Geben Sie die von der elektrischen Maschine aufgenommene Schein-, Blind- und
Wirkleistung sowie den Leistungsfaktor der Maschine an.
f) Das in Abbildung 1 grau dargestellte Kondensatornetzwerk soll verhindern, dass im
Betrieb Blindleistung aus dem Netz bezogen wird. Berechnen Sie die für die Blind-
leistungskompensation benötigten Kapazitätswerte, so dass die elektrische Maschine
nur Wirkleistung aus dem Netz bezieht.
3 2
Abbildung 2: Vereinfachtes Ersatzschaltbild der Anlaufverschaltung.
Für die Teilaufgabe g) wird die Maschine wie in Abbildung 2 dargestellt betrieben.
g) Um welchen Faktor hat sich die aufgenommene Scheinleistung im Vergleich zu Tei-
laufgabe e) geändert? Warum sollte eine solche Anlaufverschaltung bei elektrischen
Maschinen mit hohem Trägheitsmoment verwendet werden?
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Teil 2 Harmonische Analyse (20 Punkte = 19%)
Aufgabe 3A: Fourieranalyse eines Signals (7 Punkte)
ûq
δT δT t
T T
Abbildung 3: Gegebenes Signal uq (t).
Abbildung 3 zeigt den Zeitverlauf des gegebenen Signals uq (t).
a) Setzen Sie den Nullpunkt t = 0 so, dass sich eine geeignete Symmetrie für 0 < δ < 1
ergibt. Um welche Art von Symmetrie handelt es sich? Welche mathematische Be-
dingung muss für die sich ergebende Symmetrie erfüllt sein?
b) Das in Abbildung 3 gegebene Signal soll nun mittels Fourierreihe angenähert wer-
den. Nützen Sie den gewählten Nullpunkt und stellen Sie dafür die Integralausdrücke
aller Fourier-Koeffizienten a0 , ân und b̂n , die nicht zu 0 werden, als Funktion der Va-
riablen ûq , n, t, δ und T auf. Ermitteln Sie die Lösung der Integrale mithilfe der
Zusammenfassung oder rechnerisch.
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Aufgabe 3B: Netzwerkberechnung (13 Punkte)
uq(t) 3L L R uR(t)
Abbildung 4: Netzwerk für Aufgabe 3B.
Nun soll das Netzwerk in Abbildung 4 untersucht werden. Das Netzwerk befinde sich im
eingeschwungenen Zustand und die Quellenspannung uq (t) sei
uq (t) = 2û + ∞
n=1 nπ cos(2nπδ) sin(nωt) + nπ sin(2nπδ) cos(nωt).
2û 2û
P
c) Berechnen Sie die Welligkeit w des gegebenen Signals uq (t).
π2
Hinweis: ∞n=1 n2 = 6
1
P
d) Berechnen Sie die Spannung uR (t) am Widerstand R für δ = 1.
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Teil 3 Laplace-Transformation (17 Punkte = 16%)
uL(t) uRi(t)
2
iL(t) L Ri S
1 iC(t) iRL(t)
U C uC(t) RL uRL(t)
Abbildung 5: Gleichspannungswandler mit Last.
Abbildung 5 zeigt einen Gleichspannungswandler mit Last. Die Schaltung wird am Ein-
gang des Gleichspannungswandlers von einer Gleichspannungsquelle mit der Spannung U
angeregt. Für t < 0 ist der Schalter S auf Position 1, so dass alle transienten Vorgänge
als abgeschlossen betrachtet werden können. Zum Zeitpunkt t = 0 wird der Schalter S auf
Position 2 umgelegt.
Hinweis: In diesem Aufgabenteil müssen Brüche in den Endergebnissen, wie sie im Nenner
und Zähler von Übertragungsfunktionen üblicherweise vorkommen, nicht weiter vereinfacht
werden.
a) Geben Sie die Anfangswerte für die Elemente L und C in der in Abbildung 5 gezeigten
Schaltung zum Zeitpunkt t = 0 an.
b) Zeichnen Sie für die in Abbildung 5 gezeigte Schaltung das Ersatzschaltbild im
Laplace-Bildbereich für den Zeitraum 0 ≤ t.
c) Berechnen Sie den Strom I C (s) analytisch im Laplace-Bildbereich für 0 ≤ t in
Abhängigkeit der Parameter U, L, Ri , C und RL .
d) Geben Sie die Nullstellen s0 , s1 , ... sn des Nennerpolynoms von I C (s) in Abhängigkeit
von L, Ri , C und RL an. Nehmen Sie an, dass die Nullstellen des Nennerpolynoms
konjugiert komplex sind. Vereinfachen Sie den Ausdruck für I C (s), um im Aufga-
benteil e) eine Partialbruchzerlegung durchführen zu können.
e) Berechnen Sie die Partialbruchzerlegung von I C (s).
f) Berechnen Sie iC (t) im Zeitbereich mit Hilfe der berechneten Partialbruchzerlegung.
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Teil 4 Verstärkerschaltungen (15 Punkte = 14%)
R5 If
Temperaturmessung Filterglied
Abbildung 6: Verstärkerschaltung für eine Temperaturmessung mit anschliessender Filte-
rung.
Abbildung 6 zeigt eine Verstärkerschaltung zur Temperaturmessung mit Eingangsspan-
nung Uref und Ausgangsspannung um sowie ein nachgeschaltetes Filterglied mit Eingangs-
spannung um und Ausgangsspannung ua . Der maximale Aussteuerbereich der Operations-
verstärker liegt zwischen UB- und UB+ , ansonsten seien sie als ideal anzusehen.
In den folgenden Aufgabenteilen a) und b) soll nur die Verstärkerschaltung zur Tempera-
turmessung betrachtet werden.
a) Geben Sie einen Ausdruck für die Spannung up in Abhängigkeit von R1 , R2 und Uref
an.
b) Geben Sie einen Ausdruck für die Spannung um in Abhängigkeit von R1 , R2 , R3 , R4
und Uref an.
In den folgenden Aufgaben wird auch das Filterglied betrachtet.
c) Was ist die grösstmögliche Ausgangsspannung um des Temperaturmessgliedes? Be-
gründen Sie. Was ist somit der minimale Wert für R5 der If auf ein Maximum von
If = If,max begrenzt. Geben Sie hierfür einen analytischen Ausdruck an.
d) Um was für einen Filtertypen (Tiefpass, Hochpass, Bandpass) handelt es sich bei dem
gegebenen Filterglied? Geben Sie einen analytischen Ausdruck für die Grenzfrequenz
fc (im Falle eines Hochpassfilters/Tiefpassfilters) bzw. die Grenzfrequenzen fc,i (im
Falle eines Bandpassfilters) an.
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e) Leiten Sie einen Ausdruck für die Übertragungsfunktion ua /um (jw) her. Wie lautet
die Gleichspannungsverstärkung des Filtergliedes?