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Exam Example NUS2 6

Das Dokument ist eine Beispiel-Klausur für das Fach Netzwerke und Schaltungen II, die den Studierenden als Lernhilfe dient. Es enthält verschiedene Aufgaben zu Drehstromsystemen, Maschenstromverfahren, harmonischer Analyse, Laplace-Transformation und Verstärkerschaltungen, wobei die Studierenden aufgefordert werden, Berechnungen durchzuführen und Diagramme zu skizzieren. Die Klausur umfasst mehrere Teile mit unterschiedlichen Punktzahlen und erfordert das Verständnis von elektrischen Schaltungen und deren Analyse.

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Das Dokument ist eine Beispiel-Klausur für das Fach Netzwerke und Schaltungen II, die den Studierenden als Lernhilfe dient. Es enthält verschiedene Aufgaben zu Drehstromsystemen, Maschenstromverfahren, harmonischer Analyse, Laplace-Transformation und Verstärkerschaltungen, wobei die Studierenden aufgefordert werden, Berechnungen durchzuführen und Diagramme zu skizzieren. Die Klausur umfasst mehrere Teile mit unterschiedlichen Punktzahlen und erfordert das Verständnis von elektrischen Schaltungen und deren Analyse.

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Netzwerke und Schaltungen II

Beispiel-Klausur 6

Hinweis: Alle Ergebnisse sind auf 3 signifikante Stellen zu runden. Bsp: 1.3456 × 10−5 m ⇒
13.5 µm

Jeder Rechenschritt muss klar erkennbar sein!

Hinweis: Diese NUSII-Beispiel-Klausur und ihre Musterlösung werden vom


HPE für NUSII-Studierende zum Lernen bereitgestellt. Die Weitergabe an
Dritte ist nicht gestattet. Die Beispiel-Klausur dient als Orientierung dafür,
wie eine NUSII-Prüfung gestaltet sein kann. Zukünftige Prüfungen können
davon jedoch abweichen. Insbesondere kann auch die Gesamtpunktzahl, die
Punkteverteilung auf die verschiedenen Themenbereiche sowie der Umfang der
einzelnen Aufgaben variieren. Eine Klausur kann ausserdem noch Multiple-
Choice-Fragen beinhalten. Diese Beispiel-Klausur würde beispielsweise Multiple-
Choice-Fragen im Umfang von 12 Punkten (ca. 10%) beinhalten. Multiple-
Choice Fragen finden Sie im Moodle.

Für die Bestnote müssen nicht alle Fragen korrekt beantwortet werden. In der vorlie-
genden NUSII-Beispiel-Klausur würden ca. 85% der Punkte ausreichen.
Teil 1 Drehstromsysteme (21 Punkte = 23%)
In Abb. 1 wird eine zweipolige Synchronmaschine an einer symmetrischen dreiphasigen
Spannungsquelle mit Aussenleiterspannung U = 480 V bei einer Frequenz von 60 Hz be-
trieben. Die Synchronmaschine stellt mit R = 10 Ω und L = 100 mH eine symmetrische
Last dar. Für die Netzspannungen gilt:
◦ ◦ ◦
û12 = û1 − û2 = û · ej0 , û23 = û2 − û3 = û · e+j120 , û31 = û3 − û1 = û · e−j120

Beachten Sie die gegebenen Winkel der Quellenspannungen, die ein linksdrehendes System
beschreiben.

i1
1
iL1 iR1
u^ 31 u^ 12
C L R
C
iL2
R L

u^ 23 C iR2
3 L R 2
i2
i3

Abbildung 1: Dreiphasige Spannungsquelle und Ersatzschaltbild einer Synchronmaschine


mit einem Blindleistungskompensationsnetzwerk (grau hinterlegt).

Für die Teilaufgaben a) - e) soll das in Abb. 1 grau hinterlegte Blindleistungskompensa-


tionsnetzwerk vernachlässigt werden.

a) Berechnen Sie die Aussenleiterspannungsamplitude û sowie die Spannungen û1 , û2


und û3 in Polarkoordinaten.

b) Skizzieren Sie das Zeigerdiagramm der Spannungszeiger û1 , û2 , û3 , û12 , û23 und û31
in der komplexen Ebene. Achten Sie hierbei insbesondere auf die richtigen Winkel-
und Längenbeziehungen der Zeiger untereinander und zeichnen Sie den Zeiger û12
parallel zur reellen Achse.

c) Berechnen Sie die Aussenleiterströme î1 , î2 und î3 in Polarkoordinaten.

2
d) Skizzieren Sie das Zeigerdiagramm für die beiden Quellenströme î1 und î2 , sowie
für die Lastströme îR1 , îL1 , îR2 und îL2 in der komplexen Ebene. Achten Sie hierbei
insbesondere auf die richtigen Winkel- und Längenbeziehungen der Zeiger unterein-
ander.
Hinweis: Falls Sie die vorhergehenden Teilaufgaben nicht lösen konnten, können Sie
den Strom îR1 als Referenz in die reelle Achse legen.

e) Geben Sie die von der Synchronmaschine aufgenommene Schein-, Blind- und Wirk-
leistung an.

f) Das in Abb. 1 grau hinterlegte Kondensatornetzwerk soll verhindern, dass im Be-


trieb Blindleistung aus dem Netz bezogen wird. Berechnen Sie die für die Blindleis-
tungskompensation benötigten Kapazitätswerte, so dass die Synchronmaschine nur
Wirkleistung aus dem Netz bezieht.

g) Geben Sie die Resonanzfrequenz der Verschaltung aus Kondensatornetzwerk und


Synchronmaschine an.

h) Um welchen Faktor steigt die aufgenommene Wirkleistung, wenn die Synchronma-


schine neu in Dreieckschaltung betrieben wird, im Vergleich zur Sternschaltung?

3
Teil 2 Maschenstromverfahren (18 Punkte = 20%)
Die beiden Aufgaben 2A und 2B können unabhängig voneinander gelöst werden.

Aufgabe 2A Netzwerksumformung (7 Punkte)

L îq2
C
2R
ûq1

Abbildung 2: Netzwerk A.

a) Wandeln Sie die Stromquelle îq2 und den Widerstand 2R in eine äquivalente Span-
nungsquelle um. Zeichnen Sie dazu das Schaltbild der äquivalenten Spannungsquelle
und geben Sie alle darin auftretenden Grössen an.

b) Handelt es sich bei Netzwerk A um ein ebenes Netzwerk? Begründen Sie. Zeichnen
Sie im Netzwerk alle unabhängigen Maschenumläufe ein.

c) Welche zwei Methoden zur Berücksichtigung der Stromquelle îq2 im Maschenstrom-


verfahren kennen Sie?

4
Aufgabe 2B Netzwerkberechnung (11 Punkte)

L
C
ûC ûq2 2R
ûq1

Abbildung 3: Netzwerk B.

d) Zeichnen Sie in Netzwerk B alle für das Aufstellen der Maschengleichungen notwen-
digen Maschenströme ein.

e) Stellen Sie die Maschengleichungen in Abhängigkeit der Maschenströme auf.

Die Spannungsquelle ûq2 wird nun durch die Kondensatorspannung ûC gesteuert. Es gilt
ûq2 = K ûC mit der Konstante K.

f) Wie lauten die neuen Maschengleichungen in Abhängigkeit der Maschenströme?

g) Kann durch die Anwendung des Knotenpotentialverfahrens anstelle des Maschen-


stromverfahrens die Anzahl unabängiger Gleichungen für das Netzwerk B reduziert
werden? Begründen Sie.

5
Teil 3 Harmonische Analyse (20 Punkte = 22%)

îq

0 δT T t

Abbildung 4: Gegebenes Signal iq (t).

Abb. 4 zeigt den Zeitverlauf des gegebenen Signals iq (t).


a) Liegt bei dem gegebenen Signal eine Symmetrie vor? Wenn ja, um welche Art
von Symmetrie handelt es sich? Stellen Sie die Integralausdrücke aller Fourier-
Koeffizienten a0 , ân und b̂n als Funktion der Variablen t, n, δ, T , ω und îq für
das gegebene Signal auf.
Die Fourier-Reihe von iq (t) ist gegeben als
 
îq P∞ îq îq
iq (t) = 2δ + n=1 nπ 1− 1
2πnδ sin(n2πδ) sin(nωt) − 2δ(nπ)2
(cos(n2πδ) − 1) cos(nωt).

b) Geben Sie für das Signal iq (t) den Gleichanteil a0 und die beiden weiteren Fourier-
koeffizienten ân und b̂n an.

c) Berechnen Sie die Welligkeit w von iq (t) für δ = 1 und vereinfachen Sie das Ergebnis
so weit wie möglich.
π2
Hinweis: ∞ n=1 n2 = 6
1
P

In der letzten Teilaufgabe wird der vereinfachte Boost-Konverter in Abb. 5 betrachtet.

iq (t) C R uR (t)

Abbildung 5: Vereinfachtes Modell eines Boost-Konverters.


d) Berechnen Sie den Zeitverlauf der Spannung am Widerstand uR (t) analytisch für
δ = 21 . Gehen Sie davon aus, dass transiente Vorgänge abgeklungen sind und dass
sich das Netzwerk im eingeschwungenen Zustand befindet.

6
Teil 4 Laplace-Transformation (17 Punkte = 19%)
Abbildung 6 zeigt einen Parallelschwingkreis mit Last. Die Schaltung wird am Eingang
des Parallelschwingkreis von einer Gleichspannungsquelle mit der Spannung U angeregt.
Der Schalter S ist für t < 0 auf Position 1, so dass alle transienten Vorgänge als abge-
schlossen betrachtet werden können. Der Kondensator C ist für t < 0 auf eine Spannung
u0 aufgeladen. Zum Zeitpunkt t = 0 wird der Schalter S von Position 1 auf Position 2
geschaltet.

Hinweis: In diesem Aufgabenteil müssen Brüche in den Endergebnissen, wie sie im Nenner
und Zähler von Übertragungsfunktionen üblicherweise vorkommen, nicht weiter vereinfacht
werden.
1 2
S
t=0

L uL (t) iC (t) iR (t)

U iL (t) C uC (t) R uR (t)

RL uRL (t)

Abbildung 6: Parallelschwingkreis mit Last.

a) Zeichnen Sie für die in Abbildung 6 gezeigte Schaltung das Ersatzschaltbild im


Laplace-Bildbereich für den Zeitraum 0 ≤ t.

b) Berechnen Sie den Strom I R (s) analytisch im Laplace-Bildbereich für 0 ≤ t in


Abhängigkeit der Parameter RL , R, L und C.

c) Geben Sie die Nullstellen s1 , s2 , ... sn des Nennerpolynoms von I R (s) abhängig von
L, C, RL und R an. Vereinfachen Sie den Ausdruck für I R (s), um im nächsten
Aufgabenteil eine Partialbruchzerlegung durchführen zu können.

d) Geben Sie die Bedingung in Abhängigkeit von L, C, RL und R an, unter welcher die
Nullstellen s1 , s2 , ... sn des Nennerpolynoms von I R (s) reell und einfach sind.

e) Berechnen Sie die Partialbruchzerlegung von I R (s). Nehmen Sie an, dass die Null-
stellen des Nennerpolynoms reell und einfach sind.

f) Berechnen Sie iR (t) im Zeitbereich mit Hilfe der berechneten Partialbruchzerlegung.

7
Teil 5 Verstärkerschaltungen (15 Punkte = 16%)
Abbildung 7 zeigt eine zweistufige Verstärkerschaltung zur Messung eines periodischen
Stromes. In der ersten Verstärkerstufe wird der Strom mit Hilfe des Shuntwiderstandes
RS gemessen und vorverstärkt. Zum Erreichen einer hohen Ausgangsleistung und gleichzei-
tiger Gleichtaktunterdrückung wird das Signal mittels eines Vollbrückenverstärkers weiter-
verstärkt. Das Ausgangssignal uo wird am Lastwiderstand Ro gemessen. Die Operations-
verstärker können als ideal angenommen werden und die Versorgungsspannungen betragen
UB+ = 10 V und UB− = −10 V.

Vollbrückenverstärker

Vorverstärker - uA
+
2
+
-
Ro uo
RS

ui ue -
+
uB
1

Abbildung 7: Zweistufige Verstärkerschaltung zur Strommessung.

a) Benennen Sie die drei Verstärkerschaltungen in ⃝,


1 ⃝2 und ⃝.
3

In den folgenden Aufgabenteilen b) und c) wird nur die Vorverstärkerschaltung betrachtet.


b) Leiten Sie einen Ausdruck für die Verstärkung A1 = ue /ui des Vorverstärkers her.
(Rechnung erforderlich)
c) Bestimmen Sie das Widerstandsverhältnis R1 /R2 für eine Verstärkung von A1 =
ue /ui = 10.
Betrachten Sie nun den Vollbrückenverstärker in Abbildung 7 mit der Eingangsspannung
ue = 1 V sin (2π · 2 kHz · t) und den Widerstandswerten R3 = R5 = 20 kΩ , R4 = 47 kΩ und
Ro = 50 Ω.

d) Bestimmen Sie R6 unter der Annahme, dass die Verstärkerschaltungen ⃝


2 und ⃝
3
mit dem gleichen Betrag verstärken.

8
e) Skizzieren Sie die Spannungen uA , uB und uo über eine Periode. Wie wirkt sich eine
Änderung der Versorgungsspannungen UB+ und UB− auf ±4 V auf die skizzierten
Spannungen aus?

f) Welchen maximalen Strom Imax und welche maximale Leistung Pmax müssen die
Verstärker liefern können?

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