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Elektrisches Strömungsfeld Präsentation

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1.

Elektrisches Strömungsfeld
1.1 Grundlegendes zu Feldern
1.1.1 Feldbegriff

Feld = physikalischer Zustand des Raumes

• Nachweis des Feldes durch seine Wirkung (z.B. Kraft)


• Feldgrößen = physikalische Größen, die einen Zustand des Raumes - Feld - beschreiben

Beispiele:

a) Temperaturfeld (des Hörsaals)

• An jeder Stelle des Hörsaals herrscht eine bestimmte Temperatur T.


• Nachweis des Feldes durch seine Wirkung (Thermometer)
• Temperatur = skalare Größe (keine Richtung) = skalare Feldgröße
• Beschreibung z. B. in kartesischen Koordinaten T (Ort) = T (x,y,z)

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 1


b) Schwerefeld der Erde (nahe der Erdoberfläche)

• An jeder Stelle der Erdoberfläche wirkt die Erdbeschleunigung g.

• Nachweis des Feldes durch seine Wirkung (Kraftausübung auf Massen)

r v v
F = m⋅ g g ist eine vektorielle Feldgröße (an jedem Ort Betrag und Richtung)

Besonderheit:
Betrag und Richtung sind überall auf der Erdoberfläche nahezu konstant = homogenes Feld

Schwerefeld = homogenes Vektorfeld

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 2


c) Gravitationsfeld (punktförmiger Massen)

Zwei Massen m und M ziehen sich mit einer Kraft


2
M ⋅m −11 Nm
F = G⋅ 2 mit G = 6,67 ⋅ 10 an.
r kg

Beschreibung gemäß der Feldtheorie:


r
• Jede Masse verursacht ein Gravitationsfeld, beschrieben durch die Gravitationsfeldstärke Eg .
r r r
• In einem Gravitationsfeld E g erfährt eine Masse m die Kraft F = m ⋅ E g .
r
E
• Die Richtung von g zeigt immer zur verursachenden Masse hin.
r M
• Der Betrag Eg = Eg = G ⋅ 2 nimmt proportional 1/r2 ab.
r

Gravitationsfeld einer Punktmasse = kugelsymmetrisches Vektorfeld.

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 3


Veranschaulichung von Feldern:

a) durch Feldlinien

Richtung der Feldlinien = Richtung der Feldstärke


(hier Richtung der Kraftwirkung)

M
Dichte der Feldlinien = Betrag der Feldstärke
(hier Betrag der Kraftwirkung)

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 4


b) durch Vektoren

Richtung der Vektoren =


Richtung der Feldstärke
M

Länge der Vektoren =


Betrag der Feldstärke

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 5


1.1.2 Beispiel eines Strömungsfeldes
Das Strömungsfeld der Pegnitz an der Mensa

A2

A1 Wehr

A3

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 6


Volumen & m3
• Fluss (=Strom) = Gesamt - Volumenstrom = = V in
Zeit s

• An jeder Stelle des Flussbetts herrscht eine Flussdichte (=Stromdichte)

Volumenstrom V& m
• Flussdicht
E e= = (Strömungs −)Geschwindigkeit v = in
Querschnittsfläche A s

• Durch jede Gesamt – Querschnittsfläche (A1, A2, A3) fließt derselbe Fluss V&

• Die Strömungsgeschwindigkeit kann an jedem Ort nach Betrag und Richtung angegeben
werden

r
• Flussdichte = Strömungsgeschwindigkeit ist eine Vektorfeldgröße v (Ort )

r
Flussdichte (Strömungsgeschwindigkeit) = ist eine Vektorfeldgröße v ( Ort ) .

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 7


Veranschaulichung des Strömungsfeldes durch Feldlinien bzw. Vektoren:

r
v sehr groß

in Wirklichkeit
r sehr kompliziert
v klein
Wehr r
r v mittel
v sehr klein

r
Richtung der Feldlinien bzw. Vektoren = Richtung von v
r
Dichte der Feldlinien bzw. Länge der Vektoren = Betrag von v

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 8


r
Beschreibung einer ebenen Fläche im Raum durch den Flächennormalenvektor A .

r
A steht senkrecht auf der Fläche = Orientierung der Fläche

r
A = A = Länge des Vektors = Größe der Fläche

r
A

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 9


Fluss durch ein kleines Flächenelement („Homogenität im Kleinen“)
Gewählt wird ein kleines Flächenelement dA mit Länge dl und Breite db
(senkrecht zur Zeichenebene).

r r
Dies wird durchströmt von der Flussdichte v und besitzt den Flächennormalenvektor dA

r r r
mit Länge dA = dA = dl ⋅ db dA und v schließen den Winkel α ein.

r
Komponentenzerlegung von dΑ : r
v
dA = dA ⋅ cos α = dl ′ ⋅ db Komponente parallel zu vr
r
dA⊥ = dA ⋅ sin α Komponente senkrecht zu v dl dA║
Volumenstrom dV& durch dA: α
r r dA┴
dV& = dA ⋅ v = dA ⋅ v ⋅ cos α = dA ⋅ v Skalarprodukt1

r
r r
1Allgemein: Skalarprodukt zweier Vektoren ist a ⋅ b = a ⋅ b ⋅ cos α
dl' dA
r r
Sonderfälle: a ⋅ br = a ⋅ b für parallele Vektoren, da α = 0 und
r
a ⋅b = 0 für senkrechte Vektoren, da α = 90°

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 10


r
Zusammenhang zwischen Flussdichte v und Fluss V& durch eine Fläche A

r
Die Fläche A wird in „kleine“ Flächenelemente dA unterteilt.
Anwendung der „Homogenität im Kleinen“:

r r
Für jedes Flächenelement gilt: dV& = dA ⋅ v

Den gesamten Fluss V& erhält man durch r


„Aufsummieren“ aller dV& r dA
= Integration über alle Flächenelemente v r
v
r r
V& = ∫ v ⋅ dA A
A

Fluss (skalare Größe) Skalarprodukt

Flächenintegral über A

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 11


Praktische Berechnung: Teilflächen möglichst senkrecht oder parallel zum Feld wählen.

Beispiel Pegnitz:
Durch jede Gesamt - Querschnittsfläche (A1, A2 und A3) fließt die Pegnitz senkrecht.
r r r
Es wird mit mittleren Geschwindigkeiten v1 ,v2 und v3 gerechnet. Dann ist:

cos α = 1

r r
V1 = ∫ v1 ⋅ dA1 = ∫ v1 ⋅ dA1 = v1 ⋅ ∫ dA1 = v1 ⋅ A1
&
A1 A1 A1

v1 = const. dito gilt für V&2 = v2 ⋅ A2

v1 A2
da V&1 = V&2 folgt =
v2 A1

Die Flussdichten verhalten sich umgekehrt wie die Querschnittsflächen

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 12


Fluss durch eine geschlossene Oberfläche – Beispiel Pegnitz:
Vereinfachende Annahmen: Nur durch A1 und A2 ist Fluss vorhanden.
r r
Verdunstung und Versickerung werden vernachlässigt. Damit sind alle anderen v ⋅ dA = 0

r
A4 r
r A2′′ r
A1′′ A2 r
v2

r r
A1 v1
Wehr r
A2′

r
A1′

r
A3
Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 13
Hüllflächenintegral über cos(180°) = –1 cos(0°) = +1
geschlossene Oberfläche

r r
∫ v ⋅ dA = v1 ⋅ A1 ⋅ cos(180°) + v2 ⋅ A2 ⋅ cos(0°) = −V&1 + V&2 = 0

Allgemein:

r r

r
Für alle quellenfreien Felder mit a (Ort ) gilt a ⋅ dA = 0

Der Fluss durch eine geschlossene Oberfläche verschwindet.

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 14


Beispiel: Näherungsweise Berechnung des Flusses V& durch eine Fläche A

h
Annahme: Die Strömungsgeschwindigkeit v1 ist am
„Boden“ eines Flusses = 0 und wächst mit zunehmender h'
Höhe h linear an.
An der Wasseroberfläche (Höhe h') ist v1(h') = v1max.
In jeder Höhe h sei v1 über die gesamte Breite b konstant.
h v1
v1 (h ) = v1max ⋅ (1)
h′ b
Unterteilung der Querschnittsfläche A1 in „Streifen“ der
Breite b und der Höhe dh. h'
(1) (2) unabhängig von h
h = h′ h = h′
r r v v
Fluss: V& = ∫ v1dA1 = ∫ v1dA1 = ∫ 1max ⋅ h ⋅ b dh = 1max ⋅ b ⋅ ∫ h dh
A1 A1 h=0
h′ h′ h =0

v v ⋅b 0
= 1max ⋅ b ⋅ [12 h 2 ]h =0 = 1max ⋅ 12 h′2
h′
dA1 = b ⋅ dh (2)
h′ h′
V& = 2 v1max
1
⋅ b ⋅ h′

v1 = 12 v1max Gesamtfläche A1 = b ⋅ h′
mittlere
Flussdichte
Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 15
1.1.3 Rechenregeln mit Vektoren
Vektoren in kartesischen Koordinaten

z
 ax 
r   r
a =  a y  oder a = (a x , a y , az )
 
 az 
y
 4
r  
Beispiel: a = 1
 
1 r
az
a
ay

Betrag (= Länge, immer positiv): ax x

r
a = + ax2 + a 2y + a z2

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 16


Addition zweier Vektoren

 ax   bx   ax + bx 
r r      
a + b =  a y  +  by  =  a y + by  Vektor = Vektor + Vektor
     
 az   bz   az + bz 

Multiplikation mit einem Skalar


Beispiele:
 ax   k ⋅ ax  r
r r     a
b = k ⋅ a = k ⋅  ay  =  k ⋅ ay  Vektor = r
    Skalar · Vektor a ⋅2
 az   k ⋅ az  r
a ⋅ (− 0,5)

Ergebnis = Vektor mit gleicher Richtung und k-facher Länge


Anmerkung: Vorzeichen Minus = Drehung um 180°

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 17


Skalares Produkt zweier Vektoren

r r
a ⋅ b = a ⋅ b ⋅ cos α = axbx + a y by + az bz Skalar = Vektor · Vektor

r
b

α
r
a Ergebnis = Skalar (= Zahl ohne Richtung)

Sonderfälle:
r r
a ⋅b = a ⋅b für parallele Vektoren, da α = 0
r r
a ⋅ a = a2 Betragsquadrat
r r
a ⋅b = 0 für senkrechte Vektoren, da α = 90°

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 18


Vektorielles Produkt (Vektorprodukt) zweier Vektoren
r r
Zwei Vektoren a , b , die nicht parallel sind, spannen eine Fläche auf.
r r r r
Der Flächennormalenvektor c steht senkrecht auf der Fläche und hat den Betrag c = a ⋅ b ⋅ sin α .

 ax   bx   a y bz − az by 
r r r      
c = a × b =  a y  ×  by  =  az bx − axbz  Vektor = Vektor ·Vektor
 a  b  a b − a b 
 z  z  x y y x

Richtungsbestimmung durch
3-Fingerregel (rechte Hand)
r
c
r
a = Daumen
r r
b = Zeigefinger b
r
c = Mittelfinger
α
r
a

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 19


Einheitsvektor

 eax  r
r r r r   r a
a = a ⋅ ea = a ⋅  eay  oder ea = r
  a
 eaz 

r r
Der Einheitsvektor ea des Vektors a hat dessen Richtung und den Betrag (= Länge) 1.

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 20


1.1.4 Übersicht und Einteilung elektromagnetischer Felder

Elektrisches Feld
Im Raum in der Umgebung von elektrischen Ladungen wirken u.a. Kräfte auf andere Ladungen

Magnetisches Feld
Der Zustand, der durch Kraftwirkungen auf Magnete (stromdurchflossenen Leiter)
gekennzeichnet ist, heißt magnetisches Feld (kurz: Magnetfeld)

• Zwischen magnetischen und elektrischen Erscheinungen herrscht ein ursächlicher


Zusammenhang.
• So verursacht z.B. eine elektrischer Strom ein Magnetfeld und ein zeitlich veränderliches
Magnetfeld verursacht ein elektrisches Feld.
• Wegen dieser Verknüpfung spricht man vom elektromagnetischen Feld.

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 21


Einteilung der elektrischen Felder
(= Spezialfälle des elektromagnetischen Feldes für keine oder nur langsame Veränderungen)

Elektrostatisches Feld:
Ladungen in Ruhe – dQ/dt = 0 – kein Strom – keine magnetische Wirkung – Kap.2

Stationäres elektrisches Strömungsfeld (Kap. 1.2)


Zeitlich konstante Ströme – dQ/dt = I – verursacht zeitlich konstantes Magnetfeld – Kap. 3

Langsam veränderliches elektromagnetisches Feld:


dQ/dt = i(t)  technischer Wechselstrom – GET2 2. Semester

Schnell veränderliches elektromagnetisches Feld

1 ∂B
⋅ ∫ E ⋅ ds = −  Elektromagnetische Wellen,
dA ∂t Hochfrequenztechnik, Optik/Lichtwellenleiter

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 22


Begriffe:

• Ein Feld wird als stationär bezeichnet, wenn die Vorgänge einer zeitlichen oder räumlichen
Veränderung unterliegen, diese sich ihrerseits aber nicht ändert.
z.B. Bewegung von Ladungen mit konstanter Geschwindigkeit im elektrischen
Strömungsfeld.

• Ein Feld wird als statisch bezeichnet, wenn die Vorgänge keiner zeitlichen oder
räumlichen Veränderung unterliegen.
z.B. ruhende Ladungen im elektrostatischen Feld.

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 23


1.2 Stromdichtefeld
I
bisher: Betrachtung linienhafter Leiter mit Stromdichte J =
A
jetzt: Erweiterung auf flächenhafte und räumliche Leiter

Beispiele:
• Kontakt: • Erder: I

r
Feldlinien als Beschreibungshilfsmittel des Stromdichtefeldes J :
r
Richtung der Feldlinien = Richtung vonr J r
Dichte der Feldlinien (d.h. 1/Feldlinienabstand) = Betrag von J = J = J

Anmerkung:
r
Betrachtung von Stromdichtefeld J und Geschwindigkeitsfeld ist sehr ähnlich
r r
Es gilt: J = e ⋅ n ⋅ v

mit nr = Ladungsträgerkonzentration = Anzahl der freien Ladungsträger pro Volumen


v = Driftgeschwindigkeit (im inhomogenen Strömungsfeld ortsabhängig)
Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 24
r r
Die Stromdichte ist ortsabhängig mit Betrag und Richtung ⇒ J (Ort ) = J als Vektorfeld.
Der Zustand des Raumes wird beschrieben durch die Strömung von Ladungsträgern. Nachweis
z.B. durch ortsabhängige Wärmeentwicklung, interessant bei Kontakten, Mikrostrukturen (Chips).
l
P R⋅I 2 ρ ⋅ ⋅ ( J ⋅ A)2
Leistungsdichte = = = A = ρ⋅J2 Leistungsdichte ~ J2
V V l⋅A (d.h. Temperatur)

r
J
homogener Leiter: I = J·A
r r
inhomogenes Strömungsfeld ist ein Vektorfeld: IA = ∫ dA
A
J
A
r v
IA = Strom durch Fläche A = Flächenintegral über Skalarprodukt J dA .

Beispielanwendung Punkterder:
gesucht: J(r) = ?
I
Strom I verteilt sich gleichmäßig durch eine Halbkugel
r mit der Hüllkugelfläche A = 2πr2
Strom IA I I r r
dA J (r ) = A = da J dA Strom IA = I
A 2π ⋅ r 2
Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 25
Gaußscher Satz:
(Satz von der Quellenfreiheit des stationären elektrischen Strömungsfeldes)

r r
I = ∫ J dA = 0

Strom durch geschlossene Hüllfläche = 0

 Verallgemeinerte Form des Knotenpunktsatzes nach Kirchhoff

Hüllkurve um
quellenfreien Raum

auch die Batterie ist hierzu kein Widerspruch:


r
dA r
J
+ r r r r
J dA − J dA = 0

r
r J
dA

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 26


1.3 Elektrisches Feld und Äquipotentialfläche
homogener stromdurchflossener Leiter:

1 U12 = ϕ1 – ϕ2 2
Symmetrie:
I = J·A Der gesamte Querschnitt A hat das
A gleiche Potential
ρ
 Äquipotentialfläche
ϕ1 l ϕ2

Elektrische Feldstärke:

U12 R ⋅ I l 1 1
E= = = ρ ⋅ ⋅ J ⋅ A⋅ = ρ ⋅ J mit κ = :
l l A l ρ

R I
J =κ ⋅E E = ρ⋅J

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 27


Erweiterung auf 2 Leiter mit verschiedener Leitfähigkeit κ1 und κ2
a) Parallelschaltung
J1 Stirnflächen sind Äquipotentialflächen
U = U1 = U2
κ1 J2 U
A1 E= = const. ⇒ E1 = E2
l
κ2
A2 l
J1 = κ1E1 J 2 = κ 2 E2
U1 = U2
J 1 κ1
=
J2 κ2
b) Reihenschaltung
A = const. I = const.  J = const.  J1 = J2
κ2 J1= J2 1 1 E1 κ 2
E1 = J1 E2 = J2 =
κ1 κ1 κ2 E2 κ 1
l2
U1 κ 2 ⋅ l1 ρ1 ⋅ l1
U2 U1 = E1 ⋅l 1 U 2 = E2 ⋅l 2 = =
U 2 κ 1 ⋅ l2 ρ 2 ⋅ l2
A l1
U1 U1 R1 ρ1 ⋅ lA1
oder I = const. = =
U 2 R2 ρ 2 ⋅ lA2
Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 28
c) allgemeine Lage der Leitergrenzfläche
κ1
κ1 Hinweis: r
r r r J 2t r
Zerlegung von J und E in Normal- J1 J 2n
r α1 κ2 r r
J1
α2
J2 und Tangentialkomponente r r J2
r r J 1n J1t
E1 E2 κ2
Normale zur Tangentialkomponente nach a):
Grenzfläche
J1t κ1
= E1t = E2t
J 2t κ 2
tan α1 κ1
=
tan α 2 κ 2 Normalkomponente nach b):

E1n κ 2
= J 1n = J 2 n
E2 n κ1

r r
Bei beliebiger Veränderung von κ in einem Leiter verlaufen die J − und E − Linien
entsprechend gekrümmt.


Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 29


 Übergang zu inhomogenem Strömungsfeld

dI dU
Stromdichte J = und Feldstärke E = sind ortsabhängig in Betrag und/oder Richtung.
dA ds

Annahme einer „Homogenität im Kleinen“:


Für ein Volumenelement dV gilt:
ds
ds RV = ρ ⋅
r dA
J dU = RV ⋅ dI
dI dU dI ds dI
r E= = RV ⋅ = ρ ⋅ ⋅ = ρ ⋅ J
E ds ds dA ds
dI
r r r r r
ρ=
1
= const.
dA auch hier gilt jeweils: E = ρ⋅J J =κ ⋅E
κ Äquipotentialfläche
r
mit Fläche dA
r r
dU J und E sind jeweils parallel.
r r
Senkrecht zu J bzw. E fließt kein Strom.

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 30


Wichtig: Äquipotentialflächen
r verlaufen
r senkrecht
zu den Feldlinien J bzw. E .

Äquipotentiallinien

Spannung zwischen 2 „benachbarten Punkten“ P1 und P2

ds⋅cosα
P2 ds sei der Abstand der Punkte P1 und P2
r r r
ds
r
dU = E ⋅ ds = E ⋅ ds ⋅ cos α
α E Skalarprodukt
P1

Äquipotentialflächen in
infinitesimal kleinem Abstand

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 31


Spannung zwischen beliebigen Punkten 1 und 2 in „größerem Abstand“ erhält man durch
Integration längs des Weges 1  2

2 2
r r
U12 = ∫ dU = ∫ E ds = ϕ1 − ϕ 2
1 1

Linienintegral längs eines Weges


zusammengesetzt aus Wegelementen ds (Weg ist frei wählbar!)

Praktische Berechnung:

• geschickt sind Teilwege parallel und senkrecht zur Feldrichtung


r r r r
• E ds → α = 0, cos α = 1 ⇒ ∫ ds = ∫ E ds
E
 Produkt der Beträge beim Weg entlang einer Feldlinie
r r r r
• E ⊥ ds → α = 90°, cos α = 0 ⇒ ∫ ds = 0
E
 kein Beitrag zur Spannung beim Weg entlang einer
Äquipotentialfläche

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 32


Kehrt man auf beliebigem Weg zum Anfangspunkt zurück, gilt U = ϕ Startpunkt − ϕ Startpunkt = 0
r r
∫ E ds = 0
Linienintegral über geschlossenen Weg ist null
Voraussetzung: Elektromagnetisches Feld ist zeitlich konstant.

das stationäre elektrische Strömungsfeld ist „wirbelfrei“


(ebenso wie das elektrostatische Feld)

Feldgrößen:
r r r r
• J und E sind vektorielle Feldgrößen, d.h. jeder Punkt des Raumes besitzt J und E
gekennzeichnet durch Betrag und Richtung
• ϕ (Potential) ist eine skalare Feldgröße, d.h. jeder Punkt des Raumes besitzt ein Potential
• U und I hingegen sind keine Feldgrößen!

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 33


Beispiel: Halbkugelförmiger Erder
I
J (r ) = E = ρ⋅J
I 2πr 2
Äquipotential- r2
ϕ2 ϕ1 flächen r r r2 r2
I
U12 = ∫ E ds = ∫ E ds = ∫ ρ ⋅ 2
dr
2 1 r1 r1 r1
2πr
rE
r r
r1 ρ⋅I 2 1 ρ ⋅ I  1 2
2π ∫r1 r 2
U12 U12 = ⋅ dr = ⋅ −
2π  r  r1
r2 ρ ⋅ I 1 1 
r U12 = ⋅ −
J (r ) r
E (r ) 2π  r1 r2 

Beispiel: Blitzeinschlag
Flachland:
20Ωm ⋅100 ⋅103 A  1 1 
U12 Fl = ⋅ −  = 124V
I = 100000A 2π  50m 51m 
r2 = 51m r1 = 50m
Gebirge:
ρFlachland ≈ 20Ωm (feuchtes Erdreich) 1000Ωm ⋅100 ⋅103 A  1 1 
ρGebirge ≈ 1000Ωm
U12Geb = ⋅ −  = 6235V (!)
2π  50m 51m 
Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 34
1.4 Symmetrie
a) Ebene Symmetrie
r
• Feldeigenschaften ändern sich entlang einer Richtung x
r
• Ebenen ┴ x sind Äquipotentialflächen
• Sonderfall Homogenfeld: Feldstärke hat überall gleichen Betrag und Richtung

Beispiel: Leiterbahn mit Querschnittsvergrößerung

U(x) gegeben: l = 1m; k0 = 0,5mm; k1 = 1mm


k1 I = 1A ρ = 0,5 Ωmm2/m
k1
gesucht: J(x), E(x), U(x), R der Leiterbahn,
x wenn Höhe und Breite linear über die
k0 l Länge wachsen.

2 2 mm
k0 0 A( x ) = [k ( x )] = (a + mx ) mit a = 0,5mm m = 0,5 = 5 ⋅ 10− 4
m
I I
J (x) = = Symmetrie längs der x-Achse
A( x ) (a + mx )2

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 35


r r r r
E ( x ) = ρ ⋅ J ( x ); ds = dx ; E ( x ) dx → cos α = 1

x x
r r 1
U ( x ) = ∫ E ds = ∫ E (x′) dx′ = ρ ⋅ I ⋅ ∫x′=0 (a + mx′)2 dx′ aus Formelsammlung:
x′ = 0
1

n n +1
(a + mx′ ) dx′ = ⋅ (a + mx′)
m ⋅ (n + 1)
hier: n = –2

x
 1 1   1 1 1 
U ( x ) = ρ ⋅ I ⋅ − ⋅ = ρ ⋅ I ⋅  − ⋅ + 
 m a + mx′  x′=0  m a + mx m ⋅ a 
ρ ⋅I 1 1  ρ ⋅ I a + mx − a
U (x) = ⋅ − = ⋅
m  a a + mx  m a ⋅ (a + mx )
x
U (x) = ρ ⋅ I ⋅
a ⋅ (a + mx )

U (l ) ρ ⋅ I l Ωmm 2 1m
R= = ⋅ = 0,5 ⋅ = 1Ω
I I a ⋅ (a + ml ) m 0,5mm ⋅1mm

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 36


b) Kugelsysmmetrie
• Feldeigenschaften ändern sich entlang einer r-Koordinate, die den Abstand
vom Kugelzentrum beschreibt
• Feldrichtung zum Zentrum hin oder weg

I ρ ⋅I ρ⋅I
J (r ) = ⇒ E ( r ) = =
4πr 2 Kugeloberfläche 4πr 2

r2
ρ⋅I 1 1 
U12 = ϕ1 − ϕ 2 = ∫ E ( r )dr = ⋅  − 
r1
4π  r1 r2 

U12 ρ 1 1
R12 = = ⋅  − 
I 4π  r1 r2 

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 37


c) Zylindersysmmetrie
• Feldeigenschaften ändern sich entlang eines Kreisradius r, der den Abstand
von der Zylinderachse beschreibt
• Feldeigenschaften ändern sich nicht entlang der Zylinderachse (Randeffekte
vernachlässigt)
• Zylinderflächen sind Äquipotentialflächen

Beispiel: Koaxialkabel Isolation ist nicht perfekt


(hoher Widerstand, aber nicht ∞)

l r1
r2
r
Außenleiter (Schirm) J
Radius r2 U
A
Isolator
Innenleiter
Radius r1
gesucht: R = f(r1, r2, l, ρ)

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 38


Zylinderoberfläche:
A(r) = Umfang ⋅Länge = 2πr⋅l

I I ρ⋅I
J (r ) = = ⇒ E (r ) =
A(r ) 2π ⋅ r ⋅ l 2π ⋅ r ⋅ l

r2 r2 r
r r ρ⋅I 21 ρ ⋅I ρ⋅I r2
U12 = ∫ E (r )dr ∫r ∫r r 2π ⋅ l [ ]r2
= E ( r ) dr = ⋅ dr = ⋅ ln( r ) r1 = ⋅ ln
r1 1
2π ⋅ l 1
2π ⋅ l r1
α =0
cosα = 1

U12 ρ r
R12 = = ⋅ ln 2
I 2π ⋅ l r1

Physikalische Grundlagen der Elektrotechnik 1. Elektrisches Strömungsfeld - 39

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