Fallbeispiel:
Frau K., 81 Jahre alt, lebt seit mehreren Monaten in einem Pflegeheim. Sie leidet an
einer Alzheimer-Demenz mit ausgeprägten Gedächtnis- und Orientierungsstörungen.
Aufgrund ihrer Erkrankung ist eine selbstständige Lebensführung nicht mehr möglich.
Der Ehemann und die Kinder von Frau K. besuchen sie regelmäßig, meist am
Nachmittag. Dennoch fragt Frau K. bereits am Vormittag immer wieder nach ihrem
Mann und ihren Kindern. Sie äußert zum Beispiel: „Wo sind meine Kinder?“ oder
„Warum ist mein Mann nicht da?“ Auch wenn ihr erklärt wird, dass die Familie später
kommt, vergisst sie diese Information nach kurzer Zeit und stellt die gleiche Frage
erneut.
Nach Richard:
Frau K. leidet an Alzheimer-Demenz und fragt oft nach ihrem Mann und ihren
Kindern. Dieses Verhalten zeigt, dass sie sich unsicher fühlt und Nähe sowie
Sicherheit braucht. Nach der Integrativen Validation nach Nicole Richard wird nicht
versucht, Frau K. zu korrigieren oder ihr die Realität zu erklären, sondern ihre
Gefühle werden ernst genommen. Die Pflegekraft reagiert ruhig und verständnisvoll
und sagt zum Beispiel: „Sie vermissen Ihre Kinder sehr“ oder „Ihr Mann ist Ihnen
wichtig“. Dadurch fühlt sich Frau K. verstanden und angenommen. Zusätzlich wird
auf ihre Lebensgeschichte eingegangen, indem man sie nach ihrer Familie fragt oder
schöne Erinnerungen anspricht. Durch ruhige Ansprache, Nähe und Aufmerksamkeit
wird Frau K. beruhigt und fühlt sich sicherer. Ziel der Integrativen Validation ist es,
die innere Erlebniswelt von Menschen mit Demenz zu respektieren und ihnen
emotionale Sicherheit zu geben.