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APHRODITE Von Josef Maria Mayer ...und der Granatfrucht Feuchte wird uns trnken!

(San Juan de la Cruz) ...also ich meine, unhellenisch sind wir nicht. (Konstantin Kavafis)

ERSTER GESANG Gttlicher Sommer! Lebenstrunkner Sden! Mit vielen Dichtern schau ich auf zur Sonne, Goldapfel in saphirenen Gebieten, O la dich pflcken, Frucht der Liebeswonne! Madonna! siehe mich vom Traum erwachen Und nach der Paradiesfrucht mich verzehren! Zwar lag ich traumlos in des Morpheus Nachen Und schlummerte wie tot auf dunklen Meeren, Doch morgens sehnt sich alles nach der Leuchte Des Himmels und der Trunkenheit der Erde! Da taucht die Schne aus des Dunkels Feuchte Und spendet Lust erotischer Gebrde. O wandle du, Madonna, o mein Stern, O wandle mir voran ins se Licht, Zu grnen Grten und zu blauen Meern, Wo sich die Meerflut an dem Felsen bricht. Die Heilige verehre ich, die Glieder, Die ruhn in Lttich in geweihter Erde! Sankt Evi! Christi Krper bringe wieder, Da Fleisch das Fleisch der Auferstehung werde! Mein Herz lebt auf in Frankreich: Oh la France! Wie blhe ich in deinem Sonnenschein, Wie bring ich Frucht im Garten der Provence, Wie werd ich trunkne Frucht von rotem Wein! Wie Troubadoure der Provence schmelzen Will ich allein wie eine Nachtigall, Will sthnen wie das Meer vor festem Felsen Und werben um den Stein mit vollem Schwall! Das Grab geworden ist zum Lebensborn, Aus welchem strmt die Trunkenheit von Meeren! Die rote Rose blht aus ihrem Dorn, Lust spendet das verweigerte Begehren! Weil sich das Meer am festen Felsen bricht, Drum sprht der Ozean herauf die Gischt, Und weil ich darb im brennenden Verzicht, Mich trunkene Vision von Lust erfrischt! In jenem Sommer, da ich sterben wollte,

Ersehnte ich der Aphrodite Flle! Geweiht von Todessehnsucht wogte, rollte Das Meer hinauf mit brennendem Gebrlle! Die Ozeane aller Welten-Enden Vermochten nicht, die Sehnsuchtsglut zu lschen! Auch Sie, den Schlangengrtel um die Lenden, Beruhigte nicht die Schlange in den Bschen! Ich mute treten an des Todes Grenze Und Gott allein wei, was ich damals schaute... Doch still! Ich sehn mich nach dem lieben Lenze Und singe Sie, die Gott mir anvertraute. Zuvor erflehe ich von Christi Braut, Von meiner Jungfraumutter, ihren Segen, Der ich in enger Zelle anvertraut Die Sehnsucht meiner Seele allerwegen. Ich ffnete dem Hirten meinen Geist Im Heiligtum der Knigin allein. Die Liebe, drin der ganze Kosmos kreist, Lie sinken in mein Herz den Gnadenschein. Ist Ist Ist Die Aphrodites grnes Licht denn khl? himmlisch nicht das goldne Lockenhaar? sie Dmonin aus dem Feuerpfhl? Schnheit Gottes werde offenbar!

O Gottes auerordentliche Schne! So ber Maen schn ist dein Geschpf In himmlisch-schnem Leib und Lockenmhne! Gott! du bist schner noch als dein Geschpf! Kongregation der Wahrheit, la mich fragen, Ob ich die Heidengttin singen kann. Ich will mich vor den Glaubenswchter wagen, Da Weisung gebe mir der Gottesmann. Wir spotteten gemeinsam ber Luther Und unertrgliche Gesetzesstrenge. Dann lobten wir zusammen Gottes Mutter Und ihre Statue der Meeresenge. Wir lobten Unsere Marie vom Meer, Die alle Sehnsucht aller Seelen sieht. Dann sprach er mir vom gttlichen Homer Und daraufhin vom heiligen Ovid. Dann ward er ernst und sagte milder Miene: Das Ewig-Weibliche zieh dich hinan! Der Groen Frau, dem Groen Zeichen diene, Erweise so dich als ein Gottesmann, Wie eine Freundin ist dem Mann sie nah, Ja gar wie eine himmlische Geliebte! Wenn du sie Gttin nanntest, sah Ich innen, wie zu lcheln ihr beliebte. Was die geboren aus dem Meeresschaum

Betrifft, der Griechen Gttin Aphrodite, Sie ist ja von der Wahrheit nur ein Traum, Ein Hinweis auf die Wahrheit ist die Mythe. Du weihe deinen Esel, deinen Ochsen, Die Leidenschaften all dem Meeresstern! Ich sag dir, wie die Griechisch-Orthodoxen Sich heiligen der Mutter unsres Herrn. Zu dieser Hhe fhre deinen Sang, Da er geheiligt Sankt Maria sei. Kurz ist das Leben und die Kunst ist lang, Der Glaube wahr, die Poesie ist frei! So will ich wie begeisterte Poeten Euch rufen, keusche Jungfraun von dem Quell! Die Musen sen Wortes Samen sten Und machten Sehers Seele innen hell. Auf Helikons Gebirge, Doppel-Spitze, In meinem Schlummer ruh ich in dem Grn, Ich seh der keuschen Jungfraun Felsensitze Und ihre grnen Lorbeerkrnze blhn. Sanft, leise suseln sie, die Gnadenvollen, Der Wind haucht in die Saiten meiner Leier. Die Musen lesen aus den alten Rollen Und singen vor der Venus Hochzeitsfeier. Calliope gibt mir den langen Odem Und Flle meinem Sang durch ihre Ksse, Zu singen von des ersten Chaos Brodem, Bis zu dem Throngebirg der Aphroditisse. Maid Polyhymnia gibt hohen Ton Und Heiligkeit der alten Gtterhymnen, Zu preisen Eros, Aphrodites Sohn, Zu weihen meiner Gttin keusches Hymen. Melpomene macht Seufzer mir melodisch Und wandelt um in Tne mir die Trnen, Denn meines Blutes Meer ist melancholisch, Aus welchem taucht die Venus meiner Venen. Thalia gibt des Himmels Heiterkeit Und singt das Licht und ser Sonne Lust. Im Maien lchelt lieblich jene Maid, Aus dem Gewande schaut die schne Brust. Terpsichore bewirkt der Worte Tanz Und lt geflgelt sein den Jambenfu, Sie schwenkt die Hfte in des Schleiers Glanz, Bewegt das Becken mir zum Hochgenu. Auch Clio schweigt mir nicht im Sonnenlichte, Erinnert sie an Tag und Stunden doch, Da ich in der lebendigen Geschichte Geksst der Aphrodite Wangenjoch. Euterpe wird mir jeden Vers gestalten

Zur Perle und zum Perlenkranz sie reihen, Aus dem Poem kein Wort soll je veralten, Die schwachen Verse soll man mir verzeihen. Erato, Erato, Erato, Erato, ach Erato, du vor allen, ach Erato, du mich ksse! ach Erato, mein Gefallen, singe mir die Aphroditisse!

Und schlielich du, die ihren Namen trgt, Urania, du Himmelskennerin, Sing die, die alle Lebenskraft bewegt! Ihr Musen, da ich euer Diener bin!

ZWEITER GESANG Der Gott, des Namen Griechenland nicht wusste, Schuf uranfnglich dstres Chaos-Nichts, Die Urmaterie, die unbewute, Urmutter alles strahlendschnen Lichts. Gott gab, da aus dem Chaosmeere werde Ein auserwhlter Stern mit breiten Brsten, Urmutter der Lebendigen, die Erde, Umbrandet an gewlbten Meeresksten. Da kamen aus der geistigen Substanz Des Schpfers alle hohen Gtter vor, In dem Olympos tanzten sie den Tanz Mit Gttinnen im gottgeschaffnen Chor. Der Schnste aller Gtter aber war Gott Eros, der in Gtterherzen schaltet. Als Ares Schwert und des Kroniden Aar Ist strker Eros Pfeil, der nie veraltet! Gott Eros ist der mchtigste Bezwinger Des Sinnes aller Menschen, aller Gtter, Er ist der Leiden- und der Freudenbringer, Der Weltvernichter und der Vlkerretter! Urmutter Chaos brachte Mutter Nacht Hervor mit ihrem blauen Sternenmantel, Den jungen Gott des Tags in seiner Pracht, Da er am azurblauen ther wandel. Am Firmamente schien Astras Bild, Orion jagte immer die Plejade, Saturn war im Skorpion so traurig mild, Aurora tauchte tauend aus dem Bade. Die Berge wurden alle ausgeboren, Olymp und Athos sich so stolz erheben Und stehen droben in den Wolkentoren, Die an der Wurzel tief erschttert beben. Die Nacht gebar aus ihrem Mutterscho, Vom hohen Himmel gttergleich befruchtet,

Den erdumarmenden Okeanos, Das Mittelmeer und Inseln schngebuchtet. Es schien am Firmament Hyperion Im gold- und purpur-schimmernden Gewebe, Und sanft gelagert in den weichen Thron Vertrumt mit sanftem Sinn die holde Phbe. Geschpf der ersten Zeit war die Titanin Der heiligen Erinnrung, Mnemosyne, Versunken meditierend, Trauerschwanin, Verherrlichend die Opferung der Shne. Der Mutter Erde Sohn war ein Rebell, Titane Kronos war der Gott der Zeit, Er lsterte den Vater mit Gebell, Den Gott des Himmels und der Ewigkeit. Kyklopen aber ihr und bse Riesen, Ihr seid auf Erden nur ein trber Gast, Nicht heimisch in den lichten Paradiesen Und von des hohen Himmels Gott gehasst! Ihr seid der Erde tnernes Gebild, Und eure Herzen, die sind hart wie Stein, Seid nimmer liebevoll und nimmer mild, Zerstreuten Staubes wimmelnder Verein! In Felsen eingezwngt, aus schwarzem Schlamm, Urchaos brtet in dem Schlamm das Gren, Ihr seid des Abschaums Samen, Frevels Stamm, Ganz hingegeben hassendem Begehren. Kyklopen ihr, das Auge in der Stirn, Doch vor die Stirn genagelt noch ein Holz, Verworren wuselt eures Schicksals Zwirn, Ein Faden ist bestndig: euer Stolz! Ihr Mit Ihr Die seid die Helden mnnlicher Gedanken, denen ihr die Staubeskrner zhlt. bohrt die Speere in der Erde Flanken, Mutter Erde ist euch nicht beseelt.

Ihr haltet euch fr strahlend und verstndig Und seid doch eingesperrt in Finsternis. Euch Stirnen ewig wird ein Los elendig, Ihr Himmelsstrmer schwindet in den Dis! Weh dir, o Erde, da du rebelliertest, Du alte Mutter alles Lebenden, Da deine Schlammesshne du vertiertest Und brachst entzwei die bitter Bebenden. Weh Den Weh Den dir, o Erde, da du Ha geboren, Uranfang der Sphren zu verachten, dir, o Erde, da du Ha erkoren, reinen Raum des Lichtes zu umnachten.

Du, Erde, nutztest deine Mutterrechte Und hast verweigert dich der Gattenpflicht.

Der Tiere Mutter, whltest du das Schlechte, Als Gattin hasstest du der Ehe Licht. Die alte Ga mit den breiten Brsten Gab ihrem Sohn, dem jungen Gott der Zeit, Die Sichel in die Hand. Titanen mssten Entmannen hohen Gottes Ewigkeit! Der Gott des Himmels war der groe Zeuger, Die Wesen aller Welten seine Samen. O Zeit, dich seiner Schpferstrke weiger, La du die Ewigkeit beschnitten lahmen! Kyklopen sollen herrschen, reine Stirn, Die reine Zeit soll herrschen mit Verstand, Die Sichel um des Himmels Samen schwirrn, Die Scham soll strzen aus des Himmels Land! O Zeichen der Beschneidung, wundes Mal, Wer wagts, vor dir die Nase hoch zu rmpfen? O Zeugungssakrament, o reiner Aal, Aus deinem Blut entstammen se Nymphen! Der du vom Himmel tropftest, heier Samen, Da in den Schwanz sich beien alle Schlangen, La uns in unsrer Lendenkraft nicht lahmen, Weil dich die Talschlucht mit Geseufz empfangen. Ihr Die Ihr Da sen Nymphen, blond und schwarz und braun, Leiber eingehllt in eure Haare, seid des Samens Tchter, nackte Fraun, der Poet euch durch die Locken fahre!

Doch seid ihr felsenhart wie Mauerwehre Und eure Brste gleichen einer Zinne. Vielmehr der Same sank in Wogenmeere Und mischte in die Meerflut seine Minne. O goldner Samen du des Himmelreiches, Die heien Segensstrme Gott entstammen, Die Meerflut tut sich auf, ein dunkles weiches Urtiefes Grab fr eure Gtterflammen! O Feuerflammen goldgegossner Samen, Ihr sanket in die khle keusche Flut! Und Glut und Wasser in Vereinung kamen, Und Mutter Meer nahm auf des Gottes Glut! Da tauchtest du herauf, o Aphrodite, Du goldne Trunkenheit im weien Sommer! In Grn die Meerflut unterm Himmel glhte! Der trunkne Tag der Liebe, zu mir komm er! Die Wogen strzten wie ein Wasserfall Und deine Locken wie ein Katarakt, Du wandeltest auf weier Wogen Schwall, Wie Eva von Arkadien so nackt! Ich schaue dich in meinem Morgentraum, Dein Mund wie Frucht, ein Adler deine Nase,

Du schlummerst in der Muschel berm Schaum, Der Schaum gleicht einer traumgebornen Blase. Von Aphros stammtest du. Der Schaumgebornen Schn schlanker Fu tritt an den weien Strand, Die Rosen blhen duftend in den Dornen, Zypressen schatten in dem Sonnenland. Der Die Die Zum Sperling singt voll Inbrunst Lobgesang, Tauben heben ihre Brste, rucken. Gttin in den Garten Zyperns drang, schneebedeckten Gtterberg zu gucken.

Wie glhen deine schngewlbten Wangen! Wie sanft vor deinem Blicke werden Zicken! Wie recken sich die aufgerollten Schlangen! Komm, Schamerfreute! ................................

DRITTER GESANG Gleich wie ein brauner Hirsch in seiner Brunft, So rhr ich, schmachte nach dem Wasserquall! Der Geiz des Lebens zeugt den Reiz der Kunst, Aus dem Geseufz entfliet der Redeschwall! Im Winter dieses Jahres all mein Drsten Geht mir nach Griechenland in Sommersglut! Ich denke an das Liebeslied des Frsten Der Liebe, das er sang dem Hchsten Gut! Das Die Der Der Volk sang in dem Kulte der Astarte, Frauen wandelten in Tammus-Grten, Weise sang die Lieder, da er harrte Schnsten: Hften schlank wie Weidengerten.

Dich will ich singend feiern, dich, o Stunde, Die unsern Frhling von dem Sommer trennt! O Preis der rosenroten Herzenswunde, Weil so nur der Poet die Liebe kennt! Ich schmachte wie im Hades Tantalus, Die purpurne Granate vor den Augen, Entzieht sich mir der gttliche Genu, Aus dem ich Lebenswonnen wollte saugen! Ich brenne in den sieben Luterungen, Ich brenne in dem Siebenten der Kreise, Vom Feuer rede ich mit Feuerzungen, Begehr des Lebens goldne Frucht zur Speise! Vor meinen Augen seh ich einen Greis, Der Unsre Liebe Frau in Gold gemalt, In einem strahlendlichten Glorienkreis, Der ihr um ihres Hauptes Schleier strahlt. Ich seh ihn stehn vorm lieblichsten Modell, Die lagert auf dem Sofa hingebettet, Sie khlt das Feuer in des Schoes Quell,

Da Lsung sie aus Venusfeuer rettet! Ich sehe einen jungen Pinsel malen In Glut das mandelfrmige Oval, Die Lfte ihr den Purpurmantel stahlen, Da stand sie blo (von schlanker Schwindsucht fahl). Ich seh den Maler nach der Reue malen In Glut das mandelfrmige Oval, Im rosa Schleier goldne Glorienstrahlen, Im Scho des Granatapfels rotes Mal. Ich Von Ich Zur hr die Muse von Italien singen einer Insel ser Sinnlichkeit, seh die Tajo-Muse Nymphen bringen grnen Insel der Glckseligkeit.

Dann hr ich Protestanten sich bemhen Vom goldnen Zepter in kristallner Sphre Zu singen; aber ohne Minneglhen Sind kalt und steinern die kristallnen Meere. Drum sing ich Vulkan nun, den Venusgatten, Zuerst Verachtung bitter auszugieen. Rauhbeinig er, mit Bartes blauem Schatten, Von Staub verstaubt, unfhig zu genieen. Langweilig Kchen hier und Kchen da, Wie Eheleute geben, auf die Wange. Ein blinder Schmied, der die Begier nicht sah, In Venus Leib die Kundalini-Schlange! Zurck in deine Schmiedewerkstatt, Hinker, Dein Qualm vertrgt sich nicht mit Venus Duft! In Asche hock dich hin, du grauer Stinker, Verpeste deine Kammer, deine Gruft! Doch Venus wahrlich war wie ein Vulkan, Sie war wie eine heie Wasserquelle, Die goldnen pfel, ihres Busens Schwan, War wie Gestein, wie heie Flammenblle! Sie war so glutenreich wie Edens Chawa, Wenn sie ergossen sich in ihrer Glut, Aus ihrem Schoe strmte goldne Lava, Die dampfend strzte in die Wasserflut! Mit Dampfen Rauchsulen Sie badete, Da sie die strzte sie hinein und Zischen, stiegen in den Himmel auf, im Bad sich zu erfrischen, Sinnlichkeit der Seele tauf!

In einer Schauung sah ich Aphrodite, Wie sie sich hinlie in ein Felsenbecken, Da ihre aufgewhlte Seele glhte, Als ob die Pfeile Eros in ihr stecken. Ihr Heiligen, ihr warft euch in den Schnee, Da Reinheit eure Leidenschaften khl, Doch Venus warf sich in den grnen See,

Die Glut zu lschen in dem Wasserpfhl. Ein Die Sie Und leichter Schaum umsplte ihre Glieder, beiden Brste und die feuchten Lenden, tauchte ihre langen Locken nieder spielte in dem Scho mit ihren Hnden.

Sie dachte an des schnsten Gottes Minne, Dieweil sie flatternde Eroten necken. Da schwamm im Wasser eine tote Spinne, Die gttliche Cythere zu erschrecken! Da sprang mit einem spitzen schrillen Schrei Die schne Gttin aus dem Wasserbad! Sie wandelte erfrischt und froh und frei Und um sie spro die bunte Blumensaat. Zurecht die alten Weisheitslehrer sagen, Da tote Fliegen gutes l verderben: Lat, Spinnen, ihr die schnste Gttin klagen, Soll eure ekelhafte Gattung sterben! Sie Den Sie Und hllte sich in ihre weie Seide, goldnen Grtel um die Brust gezogen, band die Se ihrem Sommerleide bndigte die beiden Busenwogen.

Cythere, wie enttuscht bin ich von dir, Geh nicht mit einer Schnrbrust mir einher, La prunken deine Pracht und zeig die Zier! Wer bindet in den Schlauch das Mittelmeer? Sie band sich die kastanienbraunen Locken Und flocht sich einen ringsumwundnen Zopf, Doch Eine Strhne lssig fllt; mir stocken Die Atemste, hei wirds mir im Kopf! Sie Die Sah Sah lagerte sich so ins grne Gras, Iris blhte mit verschmter Scham, ich, wie Venus auf der Wiese sa, ich, wie hochgerstet Ares kam.

Mars, lege deine Waffen in das Gras, Tu von den Mannesgliedern deine Rstung, Der Frieden goldner Zeiten vor dir sa Und Eros schaute von der Brste Brstung. Und Ares legte ab den harten Stahl Bis auf das weie Tuch um seine Lenden. O Muse von Florenz, den Helden mal, Dein Maler fhrt den Pinsel in den Hnden. Der Keuschheit Schleier ber jene Szene, Da Kriegsgewalt der Liebe sich ergab! Ich neid es ihm! Mir pocht die heie Vene! Vergeh mein Zwist auch mir im Liebesgrab! Und da die Gttlichen sich hold begattet Und Venus trocknete die Scham mit Gras, Lag Ares hingelagert ganz ermattet,

Ein Vlkchen von Eroten um ihn sa. Du, Eros Schar, mit Ares Waffen spieltest, O tragt fr alle Zeiten sie hinweg! Die ihr die Lanze an dem Schafte hieltet, Die Freude ser Liebe sei ihr Zweck. Doch zu der Gttlichen gemeinen Scham, Gelagert in dem Duft des grnen Betts, Gott Phbus von dem hohen ther kam, Schlang um die Liebenden ein goldnes Netz. O immer so Die selbst Zu turteln Erkenntnis gefangen sein bei ihr, mich schon in ihrem Netz gefangen, in dem Neste zarter Zier, zu erkennen wie die Schlangen!

Die Ehebrecher lagen lustvergottet Gefangen in dem Netze des Apoll. Vulkan kam und die Schar der Gtter spottet, Olympisches Gelchter laut erscholl.

VIERTER GESANG O meine Seele, schttel ab das Bangen Vor eines harten Gottes Strafgericht, Sei taubensanft und weise wie die Schlangen Und tauche in der Weisheit mildes Licht! Anbeten mchtest du in Geist und Wahrheit, Wahrhaftig sei und singe deinen Traum, Nur Traum erst, aber einst die lichte Klarheit, Wenn Seele auftaucht aus dem Schattenraum. Das ganze Trumen, meiner Seele Whnen, Die ganzen Trnen in der Schattenschlucht, Ist meiner Seele unstillbares Sehnen Nach Lebensbaum und Paradiesesfrucht! Der Und Ich Und ganze Kosmos diene mir zur Kirche auch am Sims das nackte Weib aus Speckstein, streb hinauf zu ihrer Lippenkirsche hher, zu des Kosmos Kranz und Eckstein!

Wer sah Visionen von dem bltenreichen Und blumenreichen Leben voller Flle? Es soll mir nicht Kristall und Marmor gleichen, Mir Wein und Honigseim die Seele stille. Ich will den sen Duft der Myrrhe riechen, Die duftet an der lieben Weisheit Brust. Gewhre Gott mir den Gesang der Griechen, Denn Ewigkeit will alle tiefe Lust! Ermuntert so und frische Kraft im Busen, Gedenke ich des Traums von einem Kusse: Aus langer Reihe wandeln hin die Musen, Mir lste die Geliebte sich, die Muse.

Ja, wandelt alle weiter, liebe Frauen Und Freunde ihr mit euren Saitenspielen. Lat mich erneut das Bild des Traumes schauen Und wieder diese tiefe Wonne fhlen. Die Trme standen kristallin gezackt Und Pfade sich in tiefen Sden schwungen, Im schwarzen Kleid die Frau, die Arme nackt, Die Arme um den Krper mir geschlungen. Still ruhte sanft die Muse am Poeten Und pochend wurden Herz und Herz vereinigt. Ich wand mich in die Haare, welche wehten, Von seligen Gefhlen lustgepeinigt! Da reichte sie mir ihren roten Mund Wie purpurne Granatenapfelfrucht, Verschlangen sich die Zungen liebeswund, Die Sinne flohen mir in ser Flucht. Da sagte mir die Frau des Paradieses, Gesandt vom Gttervater Jovis Xenius: Sing du die Seligkeiten des Anchises Und granatroten Mund der weien Venus! Anchises htete die Rinderherden Des Vaters, des dardanschen Stammeshirten. Die rosigen Gewlke morgens werden Von Vgeln trunken, welche singend schwirrten. Wie schn der Wald von Ida dunkel ruhte, Als leichten Wandelschrittes nahte Eos Im goldenleuchtenden Gewlk. Es muhte Die Kuh, die brnstig fhlte nahen Eros. Zeus sah man sich auf einer Wolke dehnen Und strecken voller Inbrunst berm Lande. Er wirkte in Anchises Seele Sehnen Nach Aphrodite, voller Brunst er brannte. Anchises brannte in der Wollust Feuer Und loderte in der Begierde Brand: Gewaltge Gttin, gro und ungeheuer, Ich lieb dich ber jeglichen Verstand! Zeus sah man sich auf einer Wolke dehnen Und strecken voller Inbrunst berm Lande: Er wirkte in Cytheres Seele Sehnen Nach jenem Manne, voller Brunst sie brannte. O Sterblicher, o da ich sterblich wre, So wollte ich in deinen Armen sterben! Ich bin die Flamme aus dem Mittelmeere Und du mein irdisches Verderben! Die lachenliebende Cythere kam, Begeisternd fr die Liebe alle Welt, Auf ihren schngewlbten Wangen Scham. Sie lste ihren goldnen Zauber-Belt.

Er seufzte: O sweet queen of sweetest smile! Und bi ihr ihre Lchellippen wund. In sie ergab er all sein Seelenheil Und gab die Kraft dem rosa Muschelmund. Ja, in dem dunkelblhenden Gestruch Hing eine Muschel rot mit rosa Perle, Ein Perlentor ins Liebeshimmelreich! Er weihte seines Seufzers Samenperle. Und ihres Leibes Frucht so segensreich, Der goldne Apfel an dem Myrrhestrauch, neas war, homerschen Helden gleich, Vom gttlichen Homer besungen auch. Und Aphrodite, die das Lcheln liebte, Cythere, die da liebte freies Lachen, Sie sprach, da sich Anchises nicht betrbte, Er solle ihn zum Nymphensohne machen. Zeus wrde zrnen, der Allmchtige, Wrst du der Liebesgttin beigelegen Und httest defloriert die Prchtige Mit deines sterblichen Geschlechtes Regen. Und Aphrodite splte ihre Wangen Mit frischem Wasser, da vom Ida kam, Im weien Schnee da rote Rosen prangen Und auf dem Angesichte duftet Scham. Verschmt wie eine Nymphe keusch und sprde, Die ihrer Sinnlichkeit sich ziemlich schmt, Stieg zum Olympus sie, verlie die de, Der sie aus groer Liebe sich bequemt. Anchises seine gttergleiche Lust, Vor der Erinnerung ihn immer schaudert, Verschlossen hielt er sie in seiner Brust, Bis er beim Wein sie einmal ausgeplaudert. Von allem Leiden, Geseufz und allem Kann uns das Blut Im Sakramente der allem bitterbsen hoffnungslosem Streben, Dionysos erlsen geweihten Reben!

Von allen dstergrbelnden Gedanken Erlst uns Wein mit zyprischen Gewrzen, Bis wir zuviel getrunken, schwankend wanken Und tricht torkeln, wie Verstrte strzen. Als Speikind und als Breikind im Gelall Vertraute er Geheimstes einem Narren, Das war Anchises bittrer Sndenfall, Frau Torheit legte ihn auf ihren Karren. Ich selber, ich Anchises, wahrlich ich, Ich hab der groen Gttin beigelegen, Als sie war fast ein wenig liederlich, Damit sich meine Manneskrfte regen.

Zeus hrte es in seiner Wettersphre, Zeus aber hasste alle Blasphemie, Verteidiger war er der Gttin Ehre, Die er gegeben an die se Sie. Da kein verworfner Sterblicher verlster Die Mutter aller wahren Liebeswonne, Olympscher Gtter gnadenreiche Schwester, Die strahlender als selbst die goldne Sonne! Ich werde ihn von meinem Donnersitz Erschlagen mit dem harten Donnerhammer, Verbrennen ihn mit meinem blauen Blitz, Verbannen in des Acheron Gejammer! Die Die Sie Vor schne Mutter aller Minneschmerzen, schnste Mutter aller Liebespein, trat mit ihrem rosenroten Herzen Vater Jovis fr Anchises ein.

Die Sterblichen sind allesamt nur Toren, Verschone eines trunknen Prahlers Leben, Hab ich ihn doch zur Liebe auserkoren Und mich als Braut dem Menschen hingegeben.

FNFTER GESANG Weh mir, ich mu mein eigner Mundschenk sein, In einzigem Verein allein ein Zecher, Jedoch mir mundet auch der se Wein Mit roten Perlen aus dem Rmer-Becher. Wo seid ihr hin, ihr guten Ganymede, Hat alle Jovis Adler euch entfhrt? Wo ist ein Echo mir auf meine Rede, Ein Weiser wo, der meinen Geist ersprt? Ihr Narren und ihr Fundamentalisten, Ihr machtet meinen Swein immer sauer, Weil eure Lsterungen lssig pissten In meinen Becher tiefgeschmeckter Trauer! So sitze ich allein im Licht der Phbe Und stoe an mit meinem Bruder Schatten Und sehn mich nach der jugendlichen Hebe Und mchte mich mit ewger Jugend gatten. Die Seligen bewirtet Hebe droben, In ihrem Becher schwimmt the little Imp: Cupido! Seine Macht mu jeder loben, Auch Kypris Aphrodite vom Olymp! Alkos singt in einer schnen Ode, Die uns nur berliefert als Fragment, Da es bei den Olympiern auch Mode, Da man Merkurius als Mundschenk kennt.

Wir heiligen Poeten unsres Christos Ergeben uns der Weisheit wahren Kraft Und wissen auch den Hermes Trismegistos Zu preisen und geheime Wissenschaft. Ja, Und Da Aus Hermes kam mit seinem Redestab lehrte uns geheime Weisheit schon, es ein heiliges Arkadien gab, dem vertrieben uns der Skorpion.

Platonisches Zeitalter des Skorpions, Den Stachel schlug er in der Nymphe Flanke, Doch wird er durch die Macht des Gttersohns Gewiesen in vorherbestimmte Schranke. Und unterm Tierkreisbild der Dioskuren Die heilige Sophia suchten Weise; (Einflu des Sterns auf niedere Naturen, Des Geistes Freiheit in der Gtter Kreise.) Auch Hermes redet dunkel als Orakel, Wir alle mssen durch Anubis Schlund, Doch fhrt uns Isis ohne allen Makel Wie goldne Sonnen aufwrts ganz und rund. Auch unterweist Merkurius die Mysten Von Samothrake mitten in dem Meere, Wo Mystagogen ihre Snden bten Und feierten die Rebe und die hre. Und Hermes kam zur schnen Aphrodite, Die an dem Meer auf einem Felsen sa. In seiner Hand der Granatapfel glhte, Cythere saugte ihn und schmatzend a. So jungverliebt die beiden Gtter tuscheln, Verschmte Aphrodite glhte keusch. Da reichte Hermes aus den Meeresmuscheln Das meeressalz-gesalzne Muschelfleisch. Weinbltter reichte er ihr aufgerollt, Mit lauter Kstlichkeiten angefllt. Sie schob die Rolle in den Mund so hold, Was fast schon Hermes das Verlangen stillt. Dann mischte Nashornpulver Afrikas Er in den Rmer-Becher roten Weins. Die Wangen glhten ihr, wie sie so sa, Und er bei ihr, als wren beide eins. Dann legte Hermes auf den Felsentisch, Vom weien Salz des Mittelmeers gesalzen, Zur Liebesspeise einen frischen Fisch, Geno der Aphrodite Zungenschnalzen. Er reichte ein Aphrodisiakum Ums andere der frohen Aphrodite, Als wrs Ambrosia aus Elysium; Die weie Venus schamhaft purpurn glhte.

Merkurius, sein Element die Luft, Gebot dem sen Sdwind, sanft zu suseln, Er trug der blauen Blumen Bltenduft In Aphrodites braunes Lockenkruseln. Er trug herbei den Duft der roten Rosen, Von goldnem Sonnenlichte angereichert, In der Betrung herzen sie und kosen, Als ob ein Sterblicher der Gttin ruchert. In Rosmarin und in Lavendel legte Der Dialektiker der Venus Leib, Wie buhlerische Luft er sich bewegte Ein wenig lstern um das keusche Weib. Auch eine Stute hat vom Wind empfangen, Empfangen hat vom Winde eine Kuh. Merkurius blies in die Lockenschlangen Und raubte Aphrodite ihre Ruh. Sie bumte sich wie wilde Meereswogen Und wallte flieend auf wie Meeresfluten, Sie hat das triumphale Tor gebogen, Durch das gewandelt Hermes ist in Gluten. Da gab er sich mit allen Widersprchen Und ganz mit seinen doppelten Naturen. Sie war wie Marmor aus Carraras Brchen Und schn wie Helena der Dioskuren. Und Sie, in der das All gebunden war, Weil alles in der Liebe hat sein Wesen, Entband, und ihre Frucht war wunderbar, Wie wir bei unsern alten Dichtern lesen. Hermaphroditus hie das Zwitterwesen, Nach Vater und nach Mutter so benannt, Als Mdchen glich er einem jungen Besen, Als Jngling hatte sie fast auch Verstand. Von seiner Mutter hatte er die Schne, Von ihrem Vater sie die Heiterkeit, Als Jngling fgte er die tollsten Tne, Ohrmuschel tat sie auf als milde Maid. Jungfrulich-lind war seiner Seele Leisheit, Als ginge er auf samtnen Katzentatzen. Als Mdchen war sie Tochter schner Weisheit, Wie weise nicht die grblerischen Glatzen. Hermaphroditus Seele war wie Wasser, Hermaphroditus Schicksal war wie Wind. Ihr Geist ein Wstensturm, ihr Scho ein nasser, Sein Herz wie vieler Rosen Angebind. Die klaren Augen! langen Wimpernlaschen! Die weichen Lippen! langen Lockenschlangen! Der Haare Fischernetze groer Maschen Verschleierten die flaumbedeckten Wangen!

Nicht Mdchen und nicht Jngling: ein Poet! Hermaphroditisch ist des Dichters Art! Dem Traum ergeben aller Schnheit, weht Ihm brutlich Geisteswind durch seinen Bart! Ihr wahren Dichter, lat euch nicht verlstern! Wie weiblich doch ergebt ihr euch dem Traum, Ihr Sanften, Schwesterlicher als die Schwestern, Steigt eure Schnheit aus der Trume Schaum! Kernmenschen seiet, ihr Poeten: mnnlich Im Geiste ihr gestaltet die Gestalt, An Formungskraft dem Vatergotte hnlich, Ihr findet an dem Stab der Rede Halt. Die Mutter Erde bietet sich euch an Und auf zum Himmel ruft der Sonnenschein. Im milden Mondenherzen wohnt ein Mann Allein mit seinem Schatten und dem Wein. Wahrhaftig, der Poet ist wie der Mond, Die Sonne spiegelt sich in seinem Spiegel, Der er die Erde mit dem Schein belohnt Und seines milden Taues Balsamsiegel. Die Die Sie Und Muse, deine Liebste, ist die Sonne, brutlich vortritt aus dem Himmelszelt, ist des Himmels ganze goldne Wonne, liebst du sie, ist sie das Licht der Welt!

SECHSTER GESANG Ich seh euch, rebentrunkne Weingelnde, Die krummen grnen Pinien machtvoll kronig, Eichhrnchen schlingen sich um Stammeswnde, Aus Pinienzapfen tropft der braune Honig. Ich sehe das Gewog von Weizenmeeren, Die Flut bis an den Saum des Himmels rollt, Mit goldnen Haaren lange schlanke hren Errichten sich in ihres Leibes Gold. Mit vollen Eutern braune Rinder muhen, Die warme Milch tropft aus den prallen Eutern. Die rosa Schweine in den Koben ruhen, An denen Juden und Muslime scheitern. Die Heiden aber ziehn in Prozessionen Durch bergumrandete erblhte Tale, Wo nackte Nymphen in den Flssen wohnen, Gekleidet nur mit einem Sonnenstrahle. Aus Milch die Glieder, honiggold der Leib, Man mchte sie wie warme Brote teilen, Wer whlte sich nicht gern ins weiche Weib, Verletzte Androgynitt zu heilen? Wir wollen an dem Busen der Natur

Und in dem Schoe der Natur gebettet Den heien Lebensatem saugen nur, Der uns aus unserm Seelentode rettet! In Trunkenheit des Lebens Flle feiern, Als gbs kein Seufzen aller Kreatur, Und schauen in des Sonnenscheines Schleiern Ins Ewige geheiligte Natur! Als ob ein Gott sie uns zur Wonne bte, Mit Frchten von Arkadien bereichert, Kein chzen mehr, kein Krchzen, keine de, Die Weizenflle immerdar gespeichert! Da wollen liegen wir bei sen Bschen Wie geistgeborne Genien geflgelt Und unsern Atem mit den Dften mischen, Wo rotbeblht sich sanfte Welle hgelt. An jedem Baum die Frucht der Freude baumelt, Wie saugen ihre Sfte wonnetrunken, Die Schar belebter Sterne droben taumelt Und in uns glhn wie Sterne Seelenfunken. Als ob ich schon den Mund der Wonne ksste, In lauter Seligkeit zu bernachten, Zu saugen brnstig Seligkeit der Brste Und sterben Liebestod in lauter Schmachten! O la mich dein Geheimes tief erkennen, Versiegelter verschlossner Wonnegarten! La mich fr deinen Granatapfel brennen, Um hhere Beglckung zu erwarten! Da kam Dionysos, der Herr der Landschaft, Der allem Grn erst seinen Goldglanz gab, Allein kam Bacchus, ohne seine Mannschaft Und ohne die Mnaden, mit dem Stab. O Thyrsosstab, mit deinem Pinienzapfen, Von Efeu wild umschlungen ist dein Schaft! Lyus, wandeln wir in deinen Stapfen, Geh allen du voran in deiner Kraft! Des Mannes Strke bist du in Gestalt, Den Pinienschaft umfassen deine Hnde, Du bist die Macht der trunkenen Gewalt, Geboren aus des Allerhchsten Lende! Ein mdchenhafter Jngling auch zugleich, Die schnen Locken langhin niederwallen, Die hellen Augen sanft, die Lippen weich, Du fandest bei Bacchantinnen Gefallen. Rhr du uns an mit deinem Zauberstab, Da unser Holz zu sprieen uns beginnt! Wenn deine Trunkenheit uns Leben gab, Ambrosia uns um volle Lippen rinnt! In deinen Adern strmt der Purpurwein,

Verzehren wollen wir dein Gtterfleisch! Ein Tropfen Blut in deinen Adern sein Und Fleisch von deinem Fleisch, ist was ich heisch! Nun Sie Die Die sehet sie, wie sie im Garten stand, stand nicht, sondern tanzte einen Tanz, Hasen hoppelten im grnen Land, Schillerschlange bi sich in den Schwanz.

Sie fuhr sich durch die rtlichbraunen Locken, Verwirrte mit der Hand das Lockenhaar, Die Locken fielen zu den Blumenglocken, Weil sie die Herrin aller Blumen war. Sie wand den weien Leib wie eine Schlange, Wenn sie ein Magier Persiens schn beschwrt. Die Purpurscham, die schne Glut der Wange, Den trunkenen Dionysos betrt. Da frchtete Dionysos sich sehr, Sah er doch Eros seine Pfeile spitzen Und tauchen in die Wangenglut. Und wer Je widerstnde dieser Brste Spitzen? Als wenn der keusche reine Morgentau Verschleiert keuscheste Magnolienblte, So flo ein Schleier um die schne Frau, Der offenbarte mehr noch Aphrodite. Doch Eros schob den Schleier von der Schulter, Da zeigte sich der Venus Elfenbein. Der Evier, der Evier, in Huld er Ging zu der schnen Aphrodite ein! Nun hilf du mir, o heilige Erato, Von Weisheit unterrichtet, Preis zu singen Dem goldnen Schlssel zum Verlie des Plato, Bereit, ins goldne Schlsselloch zu dringen. Die Juden in dem Alten Testamente, Sie sprachen von dem Zeichen der Beschneidung, In Davids Leben brachte es die Wende Zu Snde und zu Hochzeitsvorbereitung. Sankt Paulus sprach vom schwchsten aller Glieder Am Leibe Christi, da man es bedecke. Doch jedes Glied des Leibes singe Lieder Zum Preis, da Gott das Fleisch uns auferwecke! Die Gnostiker und auch die Manicher Verachteten des Menschen Leibesglieder Und auch die alten Heiligen und Seher Sahn auf das Instrument der Ehe nieder. Noch heute lehren in Gewlben Priester, Das Glied sei nur zum Zweck der Kinderzeugung, Was aber alles in der Mauern Dster Geschieht, das unterwirft man der Verschweigung. Ein Dichter meiner Kirche aber schrieb:

Da Phallus sind und Vulva Sakramente! In aller Liebe hat uns Liebe lieb, Da Braut und Brutigam sich Freude spende! In dieser Zeit der Saturnalien Von Rom und in dem Klner Karneval, Versorgt mit Ceres Cerealien Und Bacchus Blut im Marmortempelsaal, Will ich den Menschen preisen, seinen Leib Und jedes Leibesglied in seinem Bau Und was am Manne gerne hat das Weib Und was am Manne gerne hat die Frau. In einem Weibe finde du dein Ende, Erneut in ihrem Schoe zu erwachen, Ja khn bekenn ich, la dich in die Hnde Und la des Weibes weiche Lippen lachen! Drum stell ich dich in einem Garten auf, Dionysos und Venus Sohn, Priap, Wo ich dich mit dem Blumennektar tauf Und nenne dich geweihten Wunderstab. Dir tnen Symphonien die Nachtigallen, Erotica die Turteltaube girre. Erheb dein Haupt, siehst du die Brste wallen Der Reizenden, an der ich werde irre! Du trete ein durch ihre Rosenpforte, Fr mich zu werben um ein Rendezvous! Sie ist doch eine Frucht von ser Sorte Und ich ein Flatterer, Priap, wie du!

SIEBENTER GESANG O Myrrha, Myrrha, selig sei gepriesen, Duftreiche Salbe du, so reich am le, Die du dem syrischen Gefild gewiesen Den salbungsvollen Weg zur Gottesseele! O Myrrha, Myrrha, selig sei gerhmt, Nicht graue Theorie, ein grner Strauch, Ein dftereiches Lcheln dich umblmt Und deine Glieder werden Opferrauch. O Myrrha, Myrrha, benedeites Leben, Ein dftereicher Busch dein Mutterscho, Aus deiner Fasern lebenden Geweben Wand unser junger Gott Adon sich los! Die kleinen weien Glckchen blumig luten, Der Jngling Krokus bt das Priesteramt, Adonis soll den ganzen Lenz bedeuten, Gehllt in roter Rosen roten Samt. Die Augen glhen ihm wie Feuerflammen, Sein Angesicht erleuchtet wie die Sonne,

Die Locken ihm wie goldne Wellen schwammen Um seinen Leib, der frommen Frauen Wonne! Die Und Die Sie frommen Frauen pflegen ihre Grten weihen rosa Tulpen ihrem Heros, Mdchenhften, schlank wie Weidengerten, rufen auf den Plan den blinden Eros.

Der Frauen Liebling nennt die Bibel dich, Dumuzzi oder Tammuz dich die Heiden. Jedoch ein klassischer Poet bin ich, Drum will ich mich am Gotte Zyperns weiden. Die Die Ich Ich Gttin, die geboren aus dem Aphros, wandelte des bunten Blumenwegs hier. rufe euch, ihr Pieriden Sapphos! rufe dich, o Genius des Shakespeare!

Denn Shakespeare sang das Schmachten nach dem Ku, Er sang der Gttin Aphrodite Schmachten Nach ihres Lieblings mndlichem Genu Und den Verzicht und gttliches Verschmachten! Und Sappho sang den priesterlichen Kult Von Kypris, die um Gott Adonis weint, Auch rief sie Kypris an um holde Huld, Wenn ein geliebtes Herz ihr s erscheint. O goldne Venus auf dem bunten Thron, Komm im Gefhrt, gezogen von den Finken! In meinen Venen wtet sehr dein Sohn, Du mgest Huld der Gegenliebe winken! O Seele, die du Lobpreis mir Wen soll die se Peitho dir Cythere! bin von Morpho ganz Du mgest ihr die se Seele gesungen, verfhren? durchdrungen, rhren!

O singe mir, Erato, sing das Lied Von Anadyomenes Seelenleide! Die Trnen tropften ihr vom leichten Lid Und ihre Seufzer flohen in die Weite. Geliebtes Wesen gttlicher Gestalt, Nur dir allein gehrt die Sehnsucht ganz! In deinen gttlichschnen Armen halt Du mich und tanze liebevoll den Tanz! O du, o du, mir lichter als der Lenz, In deinem Aug ich alles Lichte fand, O la du dir in scheuer Reverenz Mit keuschem Kusse kssen deine Hand! Dir, dir allein gehrt mein ganzer Dank, Da ich dir kssen durfte deine Hand, O deine weie Hand, so schmal und schlank, Die mich mit Fesseln deiner Schnheit band. Ich mcht auch einmal wohl dein Handgelenk Dir kssen, Puls dir kssen, Oberarm!

Wie ich nach solchen Kssen glhe, denk, Vielleicht wird dir von dem Gedanken warm? Ich mchte deiner Schulter Elfenbein, O gttliche Gestalt, dir zrtlich kssen! Ich mcht die Seide deiner Toga sein! Verwunden mcht ich dich so sehr mit Bissen! Wohl sehen darf ich deine Schulter, doch Anbetend deine Schulter dir nicht kssen. Auf meiner Schulter lastet schwer das Joch, Da ich mu immer deine Ksse missen! O schnstes Wesen! wscht du dir die Wangen Mit reinem Wasser, da sie rosig blhn, Dann schnellen meine sieben Seelenschlangen Und auch des Herzen Phnix fhl ich glhn! Sei Da Ich Als meines innigsten Bedankens sicher, ich dir kssen durfte deine Wange, fhlte keinen Tag mich kniglicher damals, als ich fhlt die Lockenschlange.

Was soll ich sagen? Siehe hei mich schmachten, Die Leidenschaften brennen ungesund, Denk ich des purpurroten Prunks und Prachten Von deinem ewig gtterschnen Mund! O einmal bei den Bschen an dem See Drckt meine Lippe ich auf deinen Mund! Du scheu wie eine Jungfrau, keusch wie Schnee, Ich Flamme, rote Rose, herzenswund! Wohl bin ich gttlich, ja, und bin unsterblich, Doch willst du mir erhren nicht mein Werben Um einen heien Ku - weh mir! verderblich Ist meine Liebesglut! - dann mu ich sterben! O schner stolzer Mann, was bliebst du hart, War schwarz die Galle denn und grn die Leber? Fr wen hast du die Lippen aufgespart? Zeus sandte selber dir den wilden Eber! Da brach der Eber aus dem dunklen Wald, Mit Donnerschritten er zum Jngling stampfte, Er trug die mchtig-massige Gestalt, Aus seinen Nstern heier Atem dampfte. Aus seinen schwarzen Augen sprhten Blitze, Von seinen Hufen donnerte der Donner. Die Angst aus deinen schnen Poren schwitze, Adonis, denn der Tod kommt dir im Sommer! Am Tage Sankt Johannis wirst du strzen, Du wirst in feuerroten Strmen lodern, Dein heies Blut wird s die Erde wrzen, Dein schner Leib wird in der Erde modern! Halbgott der Zyklen und der Jahreszeiten, Mit braunem Laub wirst du im Herbst verwesen,

Wenn Winzer durch die Rebenreihen schreiten Und ihre blutigroten Trauben lesen. Schnee sinkt aus Wolken dir in deine Locken Und deine Glieder werden eiskristallen, Dann luten wieder Krokus und Schneeglocken Und Lieder frommer Frauen frhlich schallen. Jetzt aber hart getroffen von dem Hauer, Sinkst du verwundet nieder, und die Schne Empfngt in ihrem Scho dich, voller Trauer Hlt dich umfangen Anadyomene. O Aphrodite, lse deinen Schleier Und la ihn auf den nackten Jngling fallen. La Trnen tropfen, hei von Seelenfeuer, Und schmerzbewegt la deinen Busen wallen. Wir alle hren seufzendes Gesthne Entfleuchen aus dem Mund der Weinenden, Wir sehen melancholisch da die Schne Vor dem sich mit dem Tode Einenden. Wir Die Ein Die Nun Den Nun Und sehen ihre Locken aufgelst, rosa Perlenschnre niederhngen, Meer von Trnen Paphia erlst, Trnen sich aus ihren Sternen drngen. endlich darf sie kssen seinen Mund, nicht mehr rosenroten, den nun blassen, darf sie herzen, selber herzenswund, weinend seiner Fe Paar umfassen.

O Schmerz, o minniges Mysterium, Zu einer Perle ward verklrt die Trne, Zur Perlenpforte nach Elysium, Dahin hinaufschaut Anadyomene.

ACHTER GESANG Nun reiche, Muse, mir des Orpheus Psalter, Verknden la mich alte Weisheitssprche, La preisen mich den wunderschnen Falter, Die Maid, die aller Schnheit inne: Psyche! O Psyche, mit der Augen Mandelschmelz, O Psyche, mit der Augen Mandelkernen, O Psyche, in den Fluten steht ein Fels Und drber leuchtet Licht von Abendsternen. Du Zehnte in dem Reigentanz der Musen, Du Vierte in dem Kreis der Charitinnen, Noch lieber als der Aphrodite Busen Wollt ich dein Herz in deinem Busen minnen! Der Dichter preist mit seinem trunknen Genius Maid Psyche als die zweite Aphrodite. Das hrte in Olympos Hallen Venus,

Die da vor Eifersucht und Ingrimm glhte. Da rief sie ihren Sohn, den blinden Eros, Da sagte sie zu ihm mit bitterm Mund: Mach sie verliebt, doch nicht in einen Heros, La sie verfallen sein an einen Hund! Erwirke du Ausfhrung meiner Flche, Die will ich aus der schwarzen Galle wrgen: Gib du das hochgerhmte Mdchen Psyche An einen Schweinehirten namens Jrgen! Und Eros hrte auf der Mutter Scho Gehorsam seiner groen Mutter Flche, Dann ri er sich von seiner Mutter los, Um zu verderben die bedrohte Psyche. Und flgelschlagend durch die Atmosphre Ist er geeilt und teilte manche Wolke, Er kam zu eines Landes blauem Meere Und schaute Psyche mitten unterm Volke. Da Eros durfte Einmal Psyche schauen In ihrem leichten sen Sommerkleid, Mit Reiz gesegnet unter allen Frauen, Verliebte er sich hei in jene Maid. Er hllte sie in seine warmen Schwingen, Wie Zeus als Schwan mit Leda einst gemacht, Die Reize Psyches Eros hei durchdringen, Er trug sie flgelschlagend durch die Nacht. Er trug sie hin in seinen Freudengarten, In den Palast der Freude unter Blumen, Ihr dort in heier Liebe aufzuwarten Mit seines Feuerherzens Heiligtumen. Nur Und Und Den seinen Namen durfte sie nicht wissen seine gttliche Gestalt nicht schauen. in der Nacht bedeckte er mit Kssen lieben Leib der Reizendsten der Frauen.

So lebten sie in lauter Wonne fort, Verliebte Tauben in gebauten Nestern, Zwei trunken Liebende am Liebesort, Bis sie besuchen wollten ihre Schwestern. Stiefschwestern, Eros, mu Und ihnen meine hohe Wonne Sie sollen meine Seligkeit Die ich gewann durch einen ich auch besuchen melden, verbuchen, Liebeshelden.

Der blinde Eros trug die Maid dahin, Wo ihres Vaters bse Tchter lebten, Gott Eros sah nicht ein den hohen Sinn, Den eben Gttinnen des Schicksals webten. Stiefschwestern mein, o meines Vaters Tchter, Ihr sollet meine hohe Wonne teilen, Ergbet ihr euch meinem Herrn, vermcht er

Auch euch das zwiegespaltne Herz zu heilen. Denn solche Liebe wurde mir zuteil, Da mir schon ganz und heil das Herz erscheint, Da wnsch ich meinen Schwestern auch das Heil, Da solche Liebe alle Welt vereint! Die Ein Ein Und Schwestern aber blen Sinnes sinnen: Ungeheuer will dich nachts begatten, Dmon aus dem Hades will dich minnen werben fr den Frst im Reich der Schatten!

Stiefschwestern sind wir nur, doch raten wir: Du mut das Untier heute nacht ermorden! Des Himmels Hterinnen sind wir dir, Stiefschwesterlich durch Weisheit dir geworden. Und Psyche eilte wieder in das Tal Im Schatten rotbelaubter Blutesbuchen, Sie legte nieder sich im dunklen Saal, Bis der Gemahl sie kme zu besuchen. Ein kleines Lmpchen mit dem Lampenle Hielt sie verborgen und ein scharfes Messer, Als wartete die wunderschne Seele Auf einen ungeheuern Menschenfresser. Und in der Mitternacht kam unsichtbar Zu seiner wunderschnen Braut Gott Eros, Der unterrichtet in den Wonnen war, Die Helena gespendet einst Homeros. Da Eros seine schne Braut begattet Und sie gestillt die loderlohe Lust, Sank er ins Daunenkissen s ermattet, Das Haupt gesenkt auf ihre schne Brust. Doch pltzlich wachte Eros auf und sah, Da Psyche ihren Gatten morden wollte! In Einem Augenblick war nicht mehr da Gott Eros, der gekrnkt der Psyche grollte. Als Eros aber aus dem Tal geflohn, Auf Psyche senkte sich Melancholie. Viel weinend suchte sie der Venus Sohn, Sie trumte Unheil, wachte auf und schrie. Verlassen lie sie Entleert von hoher Verlassen lie sie Mit seinem Tau und nun den Hochzeitssaal, Minne Heiligtumen, nun das tiefe Tal seinen bunten Blumen.

Sie pilgerte allein durch alle Lande, Durch Stdte, Drfer, bis an fernste Meere, Verlassen sie, entledigt aller Bande, Nur Sehnsucht nach der Liebe Atmosphre. So kam sie schlielich zu der Rosenpforte, Die sie empfing mit einem stillen Zauber. Ein Apfelbaum aufblhte an dem Orte,

Im Wipfel Taube koste mit dem Tauber. Dahinter lag der Paphia Palast, Von Jaspisstein gebaut so rot wie Mohn. Und Psyche trat in scheu verwirrter Hast Zu der Urania uraltem Thron. Da machte Venus sie zu ihrer Magd Und trug ihr Lasten auf und schwere Strafen. Und oft hat Psyche ber Stre geklagt Und konnte kaum acht Stunden ruhig schlafen. Gott Eros aber hielt sich still verborgen, Doch seine sieben Gtter-Seelen litten, Da trat er einmal frh im Rosen-Morgen Zu Vater Zeus, fr Psyche ihn zu bitten. Und Vater Zeus aus seiner Wolke sah, Dieweil es ber dem Palaste tagt, Und sprach: Ich seh, wie der Urania Das schne Mdchen Psyche dient als Magd. Ich seh auch dich, o blinder Flgelknabe, Seh dich noch Glut zu ihr im Herzen tragen. Drum werde Psyche meiner Gnade Gabe Und gutes Ende allen ihren Klagen. Und Der Und Und Eros offenbarte sich im Feuer Liebe vor der wunderschnen Psyche. was sie sah, das war kein Ungeheuer nicht ein Schweinehirte in der Kche.

Glutrote Schwingen haben sie umfasst Und sie im Liebessturme hochgerissen Und in der Seligkeit der Liebeshast Verklrt sie unter lauter Liebeskssen! Und Der Und Gab Psyche ward zuteil Unsterblichkeit Seele und die Seligkeit der Sinne. Amor gab der gottbegabten Maid, Psyche Heimatrecht im Reich der Minne.

NEUNTER GESANG O schne lachenliebende Cythere, Des Weltalls tobendes Entzcken binde Mit deinem Grtel berm Mittelmeere Und lsche aus die Flammen unsrer Snde! O Gttin aller Gttinnen und Gtter, Du Herrscherin durch deiner Liebe Macht! Aus deinen Feuern gibt es keinen Retter! Gott geb, da Charis uns in Gnaden lacht! Drei Gttinnen jedoch sind uns bekannt, Jungfrauen alle drei im Himmelreich, Von Gttern und von Mnnern unerkannt, Sah keiner baden jemals sie im Teich.

Diana, Jungfrau sie und Jgerin, Im wallenden Gewand mit langen Locken, Sie wandelt durch die dunklen Wlder hin, Fromm luten ihr die blauen Blumenglocken. Ihr Silberthron ist auf dem Mond gebaut, Da waltet sie als Knigin der Nacht, Von ihrem Throne Segen niedertaut, Wenn nur die Nachtigall im Walde wacht. Sie schaut so schmig durch der Wimpern Fcher, Und ihre Augenbrauen zart gezogen. An ihrer Hfte hngt der bunte Kcher Mit spitzen Pfeilen fr den straffen Bogen. Und viele Nymphen huschen auf der Pirsch, Ob sie fr Artemis ein Wldchen finden, Vor ihr verneigt sich demutvoll der Hirsch, Der er vergit fr eine Zeit die Hindin. So keusch wie in der Morgenfrh die Rehe Die Nymphen der Diana leise huschen, Sie alle scheuen jede Erden-Ehe, Jungfrulich soll sie Einsamkeit umbuschen. Und eine aus der Schar der keuschen Nymphen War Metamelia vom Parthenion. Wer sah sie ihre schlanke Nase rmpfen, Wenn unkeusch sie besang ein Musensohn? Ein Der Dem Und Dem Die Das Die Seher konnte ihr in Tugend taugen, wollte von dem Wein der Weisheit nippen, offenbarte sie die grnen Augen keuschen schmalen Rosenbltenlippen. wies sie ihre dunkelblonden Locken, fielen auf das seidene Gewand, reine weie Kleid. Dem Seher stocken Atemste, rhrt ihn ihre Hand.

Sie rhrte ihn mit ihren Nymphenhnden, Da er geschlagen gleich erblindet ist, Diana sah, im Elend zu verenden, Weil er gesagt, da Cynthia er geksst. Athene war die andre Gttin, die Der Gttin Paphia nicht untertan, Die nicht in ser Lust der Liebe schrie, Die keine Mannesaugen nackend sahn. Sie ist der Stirn des Vaters Zeus entstiegen In voller Waffenrstung, stolz bewehrt, Sie lehrte Griechen ber Perser siegen, Hat Rom im Waffenwerk des Mars belehrt. Athen errichtete die schnsten Sulen Athena, der Patronin ihrer Stadt. Ihr heilig waren alle Schleiereulen, Die schauten nachts so blind und silbermatt.

Athene pflanzte man Olivengrten, Die Frucht des lbaums war ihr ja geweiht. Die Toren, die sich gegen Weisheit wehrten, Erwirkten der Athene manches Leid. Erschienen ist sie in dem Leib des N e s t o r Und unterrichtete den Telemach Und lehrte auch den deutschen Dichter T o r s t e n Der Weisheit Trost auf all das Weh und Ach. Jungfruliche, die nie vor Wollust schrie, Sie war so rein wie Eis und khl wie Schnee, Sie lehrte Platon in der Akademie Vom hchsten Ideale die Idee. Athenes Dienerin und Jngerin War Retia, die wohnte in Athen. Jungfrulich war und mnnlich all ihr Sinn, Sie wollte sich als Schler Platons sehn. Darum verkleidete sie sich als Knabe, Nicht um der Philosophen Lust zu reizen, Sie wollte schlrfen hoher Weisheit Gabe, Die Weisen sollten nicht mit Weisheit geizen. Sie wollte aus dem idealen Staat Vertrieben sehn die eitlen Musenshne, Die nichts zu singen wissen als nur grad Allein verworfenste Hetrenschne. Sie litt an dem Gekeife der Xanthippen, Zurckgezogen wollte sie nur leben, Nur Lehren lauschen von geweihten Lippen Und Moiren zusehn, wenn sie Schicksal weben. Sie Der Sie Die wurde zornig, lobte Paphos-Ktima babylonschen Hure Wegbereiter. pries nur Eine selig: Diotima, trumte von der Liebe Himmelsleiter.

Doch Liebe nicht in Loderglut der Lust, In abgeklrter Weisheit Geistesminne Hat Retia gepriesen, in der Brust Idee des Wahren, Guten, Schnen inne. Die Dem Die Das dritte Gttin, die nicht untertan Zaubergrtelband der Paphia, Augen selten und nur reine sahn, war die Jungfraungttin Hestia.

Apollon einst in lenzlichser Glut Hat unter einem sen Lindenbaum Geworben um das unbefleckte Gut Der Jungfrau, welche schn war wie ein Traum. Sie Und Und Der wollte wahren die Jungfrulichkeit ihrer hohen Unberhrtheit Ehre wenn es auch, der um die Ehe freit, goldne Gott der Dichter selber wre!

Sie Dem Das Und

legte ihre schlanke Mdchenhand Gttervater Jove an das Haar, sie viel goldner als Apollons fand, schwur ihm ein Gelbde wunderbar:

Die ich Apollon abgewiesen habe Und wehrte seine Werbung ab, ich schwre: Wird mir zuteil des Gttervaters Gabe, Bewahr ich ewig meine Jungfraunehre! Und Zeus war dies Gelbde wert und teuer, Es war der Inbegriff von hchster Sitte, Da gab er ihr Jungfrulichkeit und Feuer Als ewgen Opferbrand in Hauses Mitte. Vestalinnen, die sich der Vesta weihen, Gab es im Griechenlande ziemlich wenig. Man mu den schnen Mdchen es verzeihen, War Eros doch allberall der Knig. Doch eine weihte sich der Hestia Mit einem Schwur vor stillen Opferflammen, Dem Dichter dieser Verse, der sie sah, Im Auge stille Wehmuttrnen schwammen. Ach dieser runden Arme blonder Flaum! Ach dieses goldne Haar wie Weizenhren! Nun ausgetrumt der bunte Jnglingstraum, Verschlo sie sich fr ewig dem Begehren! Sie lebt in ewiger Jungfrulichkeit, Was sie Mysterium der Weihe nennt, Weil sie, die sich der Hestia geweiht, Allein zum Ruhm des Vaters Jove brennt. Doch seh ich auch den Flgelknaben lcheln, Sein Stachel ist so spitz wie der der Wespe: Ich seh Melissa sanft die Haare fcheln, Die fallen wie ein Schleier einer Lesbe. Da sind wir wieder bei der Liebe Macht, In der noch jeder Minnesnger glhte: Die schne Gttin, die so reizend lacht, Erleuchtet die Poeten, Aphrodite!

ZEHNTER GESANG Im herrlichen arkadischen Gefilde Am Berghang lebte einst ein Ziegenhirte, Er war in seinen Sinnen sanft und milde Und ruhte oft in Trumen an der Myrthe. Er weidete die Zicklein und die Bcke Und reich im Felde standen grne Grser. Die Frhlingsblumen trugen bunte Rcke Und Falter waren Blumennektarleser.

Der Hirte freute sich am Sonnenschein, Der tief sein Herz mit Gtterdank erfllte, Da dachte oft er an die Liebe sein, Die schmerzerregende, die ungestillte. Er liebte sehr die schne Ephyra, Die Blumen pflckend oft den Hain durchschritt. Die Gtter hrten es, wenn er sie sah, Wie er das brennendste Verlangen litt. Erwachte er am Morgen aus dem Traum, Dann schwebte ihm vorm Geiste schn ihr Bild, Sie glich der Gttin aus dem Meeresschaum Und war wie Charitinnen anmutmild. Er sah die makellose glatte Haut Licht schimmern durch das dnne Sommerkleid, Mit Perlen war die Haut von Schwei betaut, Mit Perlen, die geborn sein Sommerleid. Und wenn er Bcke Ziegen sah bespringen Und Zicklein an der Mtter Euter saugen, Ihm alle seine heien Trume dringen In heien Trnen aus den blauen Augen. Sie lchelte Doch ohne je Die hart war Und doch ein Der Und Ihn Und bestndig gnadenmild, sein Werben zu erhren, wie der Venus Marmorbild ganz lebendiges Betren.

Hirte wandte sich zur dunklen Nacht weinte vor dem Monde seine Trnen, berwltigte der Schwermut Macht schwarz ihm schwamm das Blut in seinen Venen.

Er ging dem Taggeschfte nicht mehr nach Und trauerte die Nacht in stetem Fasten, Im Wachen schlief er, war im Schlafe wach, In Hektik seines Herzens Schlge hasten. Er magerte so ziemlich zum Skelett Und wandte sich dem Efeukauen zu, Er legte sich aufs harte Felsenbett Und schrie die Gtter an um Seelenruh. Er starb vor grenzenlosem Liebeskummer! Da kam der schwarzbeschwingte Thanatos Und fhrte ihn aus seinem letzten Schlummer In der Urania geweihten Scho. Da ward ihm Leib und Seele transformiert In einer mystischen Metamorphose, Der Menschenleib ward ihm im Tod vertiert, Die Seele luterte die Makellose. Da hob sie auch des toten Leibes Glieder Und fgte sie zu einem weien Schwan, Die Seele kehrte ins Gefieder wieder Und flog erneut auf freier Schicksalsbahn.

Der dunkle Bruder, seine Sinnlichkeit, Verschnt ward er zu schnen neuen Sinnen, Die Seele lebt froh im Federkleid Und freute sich im ewigen Beginnen. Da flog der weie Schwan mit breiten Schwingen Und lie zurck die dunkelgrne Lethe, In reinen klaren ther vorzudringen, Da morgens Venus goldne Locke wehte. Sie glnzte rein und diamanten funkelnd Aus ihren Augen, ihren himmelhellen. Im goldnen Lichte wogte Cygnus schunkelnd Auf rosenrot erglhten Meereswellen. Er schwamm auf dem unendlich blauen Meere, Das gischtend niedertroff aus Venus Haaren, Er segelt durch des Sdens Hemisphre Ins Reich der Seligen, zu den Kanaren. Und Venus, die man Charis auch genannt, Weil sie die Gnade ber wilden Wogen, Sie fuhr hinber in der Griechen Land Im Wagen, von dem Taubenpaar gezogen. Sie eilte ins arkadische Gefilde, Die schne Ephyra dort zu beglcken, Die schne Ephyra, die anmutmilde, Zu den Kanareninseln zu entrcken. Die Sie Und Bis Tauben hielten mit dem Wagen an, rucken ruhevoll und girren, gurren, Ephyra geriet in ihren Bann, sie und Venus zu den Inseln fuhren.

Und Ephyra trat an den schwarzen Strand, Gebildet von Vulkangestein und Lava. Sie fand so blumenreich das ganze Land, Wie Eden fanden Adam einst und Chawa. Da sah sie die Atlantikwellen fluten In einer Felsenbucht an schwarzen Strand, Als ritten Nymphen auf den Meeresstuten, Poseidon hielt das Zepter in der Hand. Da ward die Statue der Aphrodite Vom Meere angesplt an die Kanaren. O Ephyra! o weie Schaumesblte! O Himmlische mit rtlichbraunen Haaren! Da Ephyra das Bildnis aufgestellt, Ging sie ins Inselinnere sehr weit. Da war es eine wahre Freudenwelt, Frwahr die Insel der Glckseligkeit! Es Da Da Da war ein blumenreicher Freudengarten, Fliederbsche lilafarben lcheln, Sangesvgel singen, viele Arten, lngliche Bananenbltter fcheln.

Da sangen in den Bschen Grajadohlen, Da plapperten Kanarienvgel heiter. Der Inselgarten lockte sie verstohlen Ins Innere, ins Feuchte, immer weiter. Da kam sie in die Werkstatt der Eroten, Cupidos Kinder waren Zuckerbcker, Sie bten sich an sen Zuckerbroten, Die schmeckten sen Zuckermulchen lecker. O Zuckerschnuzchen du, o Honigmulchen! Cupido tat die Arbeit mit Kakao, Der wird zu Schokolade, wart ein Weilchen, Verliebt macht der Kakao die se Frau. Was Dichter singen von Ambrosia, Das trufelt Gttern aus Olympus Felsen, Hier wars der wunderschnen Ephyra Kakao, die Sigkeit lie sie zerschmelzen. Und so von brauner Sigkeit verst, Begann die Honigbiene s zu summen. Da seufzte sie: Da mich ein Heros ksst, Ich wollt vor ser Seligkeit verstummen! Da nahte Cygnus aus dem grnen Hain, Im heien Herzen vor Begierde trunken. Da sah er selig die Geliebte sein Und ber sprang Cupidos Feuerfunken. Und Und Die Und Sie Und Sie Und Und Und Und Und in dem Schatten der Bananenbltter unter der Kanarienvgel Sang beiden kssten sich wie Liebes-Gtter kssten hei und feucht und lang, sehr lang! drangen ins umbuschte Innre ein tauchten ein in einen reinen Teich. badeten im seligsten Verein Welle schmeichelte so warm und weich. Ephyra auftauchte aus dem Na stand am Ufersaume herrlich nackt! Cygnus alles Liebesleid verga schlo mit seiner Wonne einen Pakt.

O Ephyra, o Leben mein und Wonne, Du schnes Lachen liebende Cythere! Dein Angesicht ist meines Lebens Sonne, O Knigin in der kristallnen Sphre!

ELFTER GESANG Die Hlfte seines Weges war erreicht, Tannhuser kam in einen dunklen Wald, Der keinem Walde dieser Erde gleicht Und ihn bedrohte massiger Gestalt. Es war der Wald der Feindschaft und des Hasses

In Reinnatur. In seinem schwarzen Kleid Ging dunkler Wind hindurch, der Wind des Spaes, Der sich dem bitterbsen Spotte weiht. Was heilig war im Himmel und auf Erden, Im Walde galt es weniger als nichts. Hochmtig-dnkelhaftester Gebrden War hier die Leugnung alles sen Lichts. Die Die Sie Und Eulen aber hatten Religion, dunklen Seherinnen tiefster Blindheit, sahen Gottes Ha im Herzen schon weigerten der Demut sich der Kindheit. schwarzer Gtze, Schrecklichkeit, sein Gesetze, Zeit um Zeit.

Der Gott des Waldes war ein Sein Wesen war die schwarze Die Wiederkehr des Gleichen Da es nichts andres gab als

Wer wollte diesem Gott sich anvertrauen? Doch wars der Einzige, den Eulen kannten, So predigten sie Mitternacht und Grauen Und waren jenes Gtzen Anverwandte. Waldmuse huschten auch als Geistesriesen Und nagten an der Wurzeln Fundamenten, Die schwarzen Schatten ihre Weisheit bliesen Von jenem Tag, da alle Welt wird enden. Die Muse werden da zuerst entrckt, Jedoch alleine die bekehrten Muse, Fr tausend Jahre werden sie beglckt Im irdischen Jerusalem allweise. Wie Die Sie Die waren sie gelehrt in Gottesfragen, sich den Gott des Waldes selbst erfanden, waren ja bewandert in den Sagen, in der Buche Jahresringen standen.

Da nagten sie mit ihren Musehirnen Und wuten von der Wlfin viel zu sagen. Des Waldes Gott, entsprungen ihren Stirnen, War immer ferne, wie die Dinge lagen. Doch ist die Wlfin Herrin jenes Waldes, Der Eulen und der Muse Lehrerin, Ihr Geifer tropft ins Moos als totes kaltes Gespei mit sieben Lsterungen drin. Wohl an denn, Wlfin, mich wirst du nicht locken, Tannhuser riefs, und sprichst du auch von Luther, Klanglos aus Lehm gebaut sind deine Glocken, Ich aber folge meines Gottes Mutter! Aus einem grnen Busch trat Vater Goethe, Der wie ein Seliger des Himmels lacht, Da ging herauf die schne Morgenrte Und berwand des Waldes finstre Nacht. Und Goethe sprach mit sem Silbenfall:

Der Mtter Urbild, Knigin der Frauen, Ruft in der Liebe hochverklrtes All Den Dichter, der nichts will, als Sie zu schauen! Und da dem Dichter mg sein Werk gelingen, Gab Sie, die Gttin, ihm ihr Ebenbild, In Liebe will den Dichter sie verjngen, Doch mut du erst durch Venus Berggefild. Und Goethe ging voran am Wanderstabe, Tannhuser hat sich gerne nachgeschwungen, Denn winkte ihm der Gnadenvollen Gabe, Dann geht er gerne durch die Luterungen. Sie kamen nun zu einem hohen Tor, Von roten Rosendornen rings umzogen, Da flgelte der Amoretti Chor Und sang der Aphrodite aus den Wogen. Doch war nicht Wasser hier ihr Element, Nicht Nymphen in gehauchter Seide schwammen. Das Meer, in dem fortan der Dichter brennt, Hat Amor angezndet mit den Flammen! Und Minnesnger aller Zeiten sangen Im siebten Ring am Ort der Reinigung, Umlodert von den roten Flammenschlangen Ergaben sie sich gern der Luterung. Hier war auch der Poet, den jeder kannte, Er ging in Amors glutenheiem Park, ah, Und neben dem hochedlen Dichter Dante Im reinen Feuer wandelte Petrarca. Und Die Man Und wie geschrieben steht in Dantes Schrift, Beatrice ihm vom Himmel sandte: weinte hei hier ber Venus Gift pries allzeit, die keinen Mann erkannte!

Tannhuser tauchte in das Flammenmeer, Wie feuerroter Locken lose Lnge, Der Gang durch jenes Feuer fiel ihm schwer, Er frchtete, da es ihn gar versenge. Der Dem Die Die Panther Sinnlichkeit ward ausgetrieben, Fuchse band man Fackeln an den Schwanz, Seelenreinheit ward ihm eingeschrieben, Leidenschaften wurden heil und ganz.

Gereinigt und geordnet das Verlangen Aufloderte zur Reinsten aller Reinen. Tannhuser mitten unter Flammenschlangen Die Eine lobte, die gebar den Einen! Die Als Sie Und Gnadenvolle winkte ihn heraus, allerreinste Jungfrau sie erschien, fhrte fort ihn aus der Venus Haus sandte zu dem Heilgen Stuhle ihn.

Tannhuser pilgerte sogleich nach Rom

Und schlielich kam er zu dem Dom Sankt Peter. Und berm wellenhellen Tiberstrom Die Sonne lachte hell im blauen ther. Orangenbume blhten in dem Lenz, Vorber war der heilige Karfreitag, Tannhuser hatte eine Audienz Beim heilgen Papst an einem schnen Maitag. Tannhuser! sprach sehr sanft der heilge Vater, Nach dem er leis gesungen das Tedeum, Was einst gepriesen ward auf dem Theater Der Heiden, lebt bei uns nun im Museum. Kunstsinnige betrachten Steine gerne: Der Vatikanschen Venus alle Ehre, Zu uns gekommen aus der Zeiten Ferne In Stein ist auch Apoll von Belvedere. Die grten Knstler nahmen sie zum Muster Und formten heilige Gestalten so: Sieh dir den David an, ein Bild der Lust er, In Stein gehaun von Michelangelo. Schau dir Berninis Marmor an in Gte, Du findest ihn im frommen Dom von Siena, Zwar scheint es manchen eine Aphrodite, In Wahrheit ists Maria Magdalena! Derselben widme dich mit Ehrerbieten, Wie sie anbete Jesus Nazarenus, Befreie sie dich von den Aphroditen Und er dich von der alten Gttin Venus. Durch ihr Gebet verwandle sich dein Glhen Im Brand der Sinnlichkeit in Gottes Liebe, Ergib dich ihr, so wird sie sich bemhen, Zu lutern das Verlangen deiner Triebe. Zur Bue Will ich Die Mhe Und ber aber fr den Gtzendienst dir eine Wallfahrt auferlegen, deiner Reise wird Verdienst dein Verdienst wirkt Gottes Segen.

Ich send dich zu den Brdern, zu den Griechen, Ich send dich nicht zum heilgen Berge Athos, Du sollst auf den zerschundnen Knieen kriechen Olymp hinan, dort beten voller Pathos. Dort sollst du in dem Kloster auf dem Gipfel Dem Grtel der Theotokos dich weihen. Horch auf, ob sie dir spricht im Pinienwipfel, Denn manchmal kommt sie, Heilige zu freien. Und alle deine dichterische Kunst Der Jungfrau weih - Ich bin der deine ganz! Das sei dein Motto. Wird dir ihre Gunst, Dann wird dir auch des Ruhmes Lorbeerkranz.

ZWLFTER GESANG O Zypern, sei Maria du geweiht, Die aufgeschimmert als der Juden Eos, Die trug den Stern des Morgens unterm Kleid, Geweiht sei ihr Olymp und Pedhieos. Geweiht sei ihr der Tag von Salamis, Da auf Homer Ahaschveros getroffen, Dem Meeresstern geweiht die Finsternis Des Heidentums und aller Heiden Hoffen. Der Weisheit Thron, Idee der Philosophen, Die da geboren hat die Weltvernunft, Dich singen sollen alle Odenstrophen Von lesbischen Poetinnen in Brunft. Ganz Griechenland hat hier den Mittelpunkt Und Anfang nimmt das Reich der Asia. Versammlung der Olympier dir punkt Und feiert dich, Marie-Urania! Olympische Poeten tragisch rhmen Dich Jungfrau, Mutter, Gttin, Knigin Des Himmels mit dem makellosen Hymen, Durch das der Logos offenbart den Sinn. Ich preise dich die Knigin der Erde, Ich preise dich die Knigin von Zypern, Die da mit ewig gndiger Gebrde Befreit die Insel von der Snde Vipern. Dir grnden Griechen in den Traditionen Der frommen Vter Syriens stille Klster, Wo Eremiten in Betrachtung wohnen, Erlst in dir und Tag fr Tag erlster. Dir Und Dir Und sprechen Griechen ihre Rosenkrnze beten immerwhrendes Gebet, weiht man aller Zyprioten Tnze jedes Buch, in dem dein Name steht.

Dir weiht man alle Mythen des Homeros, Dir, Charis, weiht man des Olympos Schnee, Dir will man weihen alle Glut des Eros, Da du ihn wandelst um in Agape! Dich ehren auch die Trken, die da satteln Die Esel, wenn sie reiten zu den Frsten, Sie reichen gerne dir vom Baume Datteln Und wollen stillen deiner Seele Drsten. Sie weihen Manna gern und Wachtelnester Derjenigen, die lehrte Zacharias, Die war des Aaron seherische Schwester, Geheiligt sei die Heiligkeit Marias. Die Trken und die Araber verehren Die unbefleckt-jungfruliche Geburt.

Und Mirjam sang und tanzte an den Meeren, Da Gott geebnet hatte eine Furt. Du bist es, Knigin der Meeresfluten, Du Ozean der Allvollkommenheit, In dir sich spiegeln all des Himmels Gluten, Unsterblich, Seele, in dem reinsten Kleid! O Tropfen aus dem Meere Gottes du, O lauterer Kristall, o stilla maris, O Meer im Mondenschein, o reine Ruh, Kristallnes Himmelsmeer, o stella maris! Du leuchtest berm Meere fort und fort, Gib da wir in dem Flutgewog nicht scheitern, Du fhre unser Schifflein in den Port, Du mgst den Eingang in die Ruh erweitern! O lchle nieder von der Himmelstreppe, Auf die uns hingewiesen Diotima, O streiche du mit deiner seidnen Schleppe Uns bers gischtne Meer bei Paphos-Ktima! Celestiale Brin mit dem Bren, Strahl du auf uns, wenn wir in Seenot sind! Und wenn wir falsche Gttinnen verehren, Dann fhre uns zu deinem lieben Kind! O Mutter schner Liebe, Jungfrau du, Gottwohlgefllig Liebe du uns lehre, Ja lehr uns Liebe, Liebe immerzu, Als ob nichts anderes auf Erden wre! Wir Da Und Da wollen niemals mehr wie Thomas zweifeln, Christus ist in Fleisch und Blut gekommen, wollen jene Lehre nie verteufeln, du mit Leib und Seele aufgenommen!

Ja, aufgenommen in das Himmelreich Unsterblich, Seele, und verklrten Leibes, Bist du uns Knigin so gnadenreich Und mir Idee der Ewigkeit des Weibes! Wer dir vertraut, dem wirst du dich beweisen In deiner unaussagbar schnen Gte, Mehr schn als Huris aus den Paradiesen Und schner als die schne Aphrodite. Zum Zeichen deines Aufstiegs in das All Hast deinen Grtel du zurckgelassen, O la den Grtel in der Mauer Wall Mich als Reliquie des Heiles fassen! Den Zaubergrtel aller schnen Liebe Will ich in des Olympos Kloster ehren, Will ihn berhren, da sich meine Triebe Nicht lnger gegen wahre Liebe wehren. Virgo intacta, immerwhrende Gebenedeite Jungfrau in der Sphre

Des hchsten Himmels, hoch zu Ehrende, Ich weih dir meines Lebens Mittelmeere! Gegrt seist du, Maria Aphroditisse, Denn Jesus Christus ist des Lebens Flle, Da ich ihn als des Lebens Flle wisse, Das sei durch dich des Allerhchsten Wille! Gegrt seist du, Maria Aphroditisse, Denn Jesus Christus lebt in Gottes Reich, Er spendet in der Kommunion die Ksse, Nach denen mich verlangt an Hunger reich! Gegrt seist du, Maria Aphroditisse, Denn zu mir kam der Geist im reinsten le, Gib da ich ihn als Liebesfahne hisse Mit eingewobner reiner Taubenseele! Gegrt seist du, Maria Aphroditisse, Du reine Seele im verklrten Fleische, Gib du mir jede Tugend, die ich misse, Mach du mich rein und heil, Vollkommenkeusche! Gegrt seist du, Maria Aphroditisse, Du aller Himmel Himmelskniginne, Du spend mir deiner Liebe Gnadenksse Und nimm die Weihe meiner Dichterminne! Gegrt seist du, Maria Aphroditisse, Die brutlich du geleitest fromme Seelen, Ich will mich auf geheime und gewisse Art alle Tag und Stunden dir vermhlen! Dein Mund spricht, du Maria, willst mich freien Als deinen Mann, der dichterischen Strebens Und frommen Herzen will dir Alles weihen Und diese schne Liebe meines Lebens!

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