Selb
Selb
1 : 25 000
Erläuterungen
zum
München 1984
(nordöstlichesBayern)
Geologische Karte von Bayern
1:25000
Erläuterungen
zum
München 1984
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 7
3
4.1.3. Selber Granit ...................................... 38
4.1.4. Ganggranit Typ Wartberg .......................... 40
4.1.5. Aplitisch-pegmatitische Gänge und Kristallisate ........ 41
4.1.6. Hydrothermale Alterationen in den Graniten der älteren
Gruppe .......................................... 42
4.2. Die Granite der jüngeren, postasturischen Abfolge ........ 43
4.2.1. Randgranit ........................................ 43
4.2.2. Kerngranit ........................................ 46
4.2.3. Kerngranit, Typ Wolfsgarten ........................ 49
4.3. Porphyrgänge: Porphyrischer Rhyolit bis Rhyodazit (Quarz-
porphyr) ............................................ 50
4.4. Gangquarz .......................................... 53
4
7.2. Tektonik der Granitkörper (G. STETTNMC) ................ 92
7.2.1. Form der Granitkörper ............................ 92
7.2.2. Regelungs-, Kluft- und Störungsgefüge im Massiv von
Weißenstadt-Marktleuthen .......................... 92
7.2.3. Regelungs-, Kluft- und Störungsgefüge im Massiv des
Groben Kornberges ................................ 93
7.2.4. Diagramme der Kluftgefüge von Graniten ............ 98
7.3. Tertiäre, landschaftsgestaltende Schollenbcwegungen ...... 105
5
Verzeichnis der Beilagen:
Beilage 1: Modale Mineralbestände der Granite auf Blatt Selb/Schönberg
(G. STETTNER)
Tab. 1. Altere Granitgruppe
Tab. 2. Jüngere Granitgruppe
Beilage 2: Chemische Analysen (G. STETTNER)
Tab. 1. Chemische Analysen von Graniten
Tab. 2. Chemische Analysen von Kalifeldspat und Muscovit
aus einem Pegmatitgang im Gebiet Wellerthal
Tab. 3. Chemische Analysen von ,,Quarzporphyr“
Tab. 4. Chemische Analysen von Basalten
Beilage 3: Moorprofile (M. SUIUCH & W. LAFORCE)
Beilage 4: Tektonische Übersicht (H. MIELKE & G. STKI‘TNER)
Bcilagc 5: Hydrochemische Untersuchungen (G. STETTNER)
Vorwort
Die geologische Aufnahme des vorliegenden Blattes Selb/Schönberg
geht bis in die Jahre 1958-1960 zurück, als im Zuge der geologischen Bera-
tung der forstlichen Standortskartierung (M. REISMANN) gröljere Flächen
des Selber Waldes untersucht werden konnten. In den gro0en aufschluBar-
men Granitarealen konnten durch die systematischen Aufgrabungen der
Standortskartierung die verschiedenen Granite gut abgegrenzt werden.
Für die Möglichkeit zur Auswertung der Standortskarten, für die gemein-
samen Begehungen und Gespräche sei an dieser Stelle Herrn Forstdirektor
MARTIN REISMANN, Goldkronach, herzlich gedankt.
Die Fortführung der Granitkartierung erfolgte ~~mit Unterbrechungen --
durch G. STETTNEIC*) in den Jahren 1976 bis 1981. In Geologica Bavarica
Nr. 78 (1979) wurde eine Untersuchung der Petrographie und Geochemie
der Fichtelgcbirgsgranite vorgelegt, in der auch die speziellen Granittypen
dieses Raumes behandelt sind (RICHTEK & STETTNEIC). H. MELKE*) kar-
tierte die Metasedimentc zwischen den beiden Granitgebieten in den Jah-
ren 1972 bis 1975, nachdem er bereits 1969 die Mineralparagenesen bear-
beitet hatte.
*) Anschrift der Vcrfasscr: Dipl.-Geologen Dr. HUWIU MIEIXE und Dr. GER-
tlAw [Link], Bayerisches Geologisches Landesamt. HeMstralJe 128, 8000 Mün-
chen 40.
1. Einleitung
(GEKIfAKD STETTNEIC)
Das Blattgebiet Selb und der anhängende bayerische Teil des Blattes
Schönberg überdecken einen grollen Teil des nordöstlichen Fichtelgebir-
ges und rcpräscntieren dessen morphologische und geologische Eigenart.
Der nördliche Kamm der hufeisenförmigen Fichtelgebirgshöhen hat im
Kornbergmassiv scincn östlichsten Höhepunkt (826 m) und geht dann in
einen stärker morphologisch gegliederten Rücken mit Kuppenhiihen zwi-
schen 600 und 700 m über (Raum Schönwald-Sclb-Erkersreuth). Etwa
siidlich der Linie Spielberg-Selb-Längenau erstreckt sich eine andere
landschaftliche Einheit, die deutliche Merkmale einer jungtertiären
Rumpffläche zeigt. Über diese flachwclligc bis hügelige Landschaft zwi-
schen 500 und 600 m Meereshöhe ragen nur wenige Höhen hinaus, wie
der Kleine und Große Hengstberg im Osten (623 und 651 m) und der ins
Blattgebiet im Süden hineinragende Steinberg (653 m) im Südosten. Eine
stärkere morphologische Belebung dieser Rumpfflächenlandschaft wurde
durch die jungtertiäre und vor allem pleistozäne, eiszeitliche Eintalung der
Eger und ihrer Seitenbäche verursacht, welche das Gesamtgebiet entwäs-
sern.
Andererseits setzen auch bestimmte Gesteinsarten landschaftliche Ak-
zcnte. So die porphyrischen Spaltenfüllungen im Raum zwischen Hebanz
und H(ichstädt, welche durch ihre Härte zur Entstehung kammartiger Hö-
hen AnlaU gaben. Oder die der tertiären, prä-obermiozänen Landschaft
aufgesetzten Basalte, die Reste ehemaliger Vulkane (Thierstein, Lärchen-
bühl. Schloßberg Neuhaus, Steinberg u. a.).
Die Verteilung von forst- und landwirtschaftlich genutzten Flächen cnt-
spricht einer groben geologischen Gliederung: Während sich die Land-
wirtschaft auf den meist glimmerschiefrigen Metasedimenten und por-
phyrgranitischcn Arealen mit tiefgründiger Verwitterung konzcntricrt,
sind die übrigen Granitgebiete in der Regel von Wald bedeckt.
2. Erdgeschichtliche und landschaftsgeschichtliche
Entwicklung
(GIXHAI~D STETTNER)
Diese Einheit endet nach Süden an einer streichenden Störung, die etwa
die Verlängerung der südöstlichen Granitgrenze des Kornbergmassives
nach Nordosten bildet und sich über Merzenhaus bis Schönwald erstreckt.
Sie trennt chloritfreic Paragenesen im Süden von chloritführenden Parage-
nesen im Norden. Leider war dieser Bereich einer intensiven tertiären Ver-
wittcrung ausgesetzt, sodaD nur wenig Lesesteine angetroffen werden. Die
charakteristische Paragenese ist: Quarz-Hellglimmer-Phengit-Paragonit-
Chlorit; gelegentlich, besonders nach Süden: Quarz-Hellglimmer-Chlorit-
Biotit. In Gesteinen mit geeigneter chemischer Zusammmensetzung sproUt
Albit auf Kosten des Na-Gehaltes dcs Hellglimmers. Ganz selten wird die
Schwelle zur Bildung von Spessartin in Mn-reichen Lagen überschritten.
Bildet Biotit und spärlicherer Hellglimmer zusammen mit Quarz/Feldspat
im höher temperierten Bereich den Lagenbau, so neigt Biotit im niedrig
temperierten Bereich zur Tüpfelbildung, Hellglimmer und Chlorit beteili-
gen sich am Lagenbau. Nach Norden nimmt der Biotit rasch ab. Die litho-
stratigraphischen Äquivalente zu den Albit-Granat-Staurolith-Gneisen,
die Albit-Phyllite, sind biotitfrei. Makroskopisch wirken die Gesteine
phyllitisch.
11
Der hochtemperierte Bereich der Regionalmetamorphose:
Zu ihm gehört der gesamte restliche Bereich der metamorphen Gesteine
südlich der oben genannten Störung. Die typische Paragenese ist: Quarz-
Plagioklas-Muskovit-Biotit. In Gesteinen entsprechender Zusammenset-
zung tritt zusätzlich almandinbetonter Granat, Staurolith und Andalusit
auf. Die vorausgehend erwähnte Albit-Blastese erfolgte weiter. Mit zunch-
mender Temperatur reagiert Staurolith mit Hellglimmer und Quarz unter
Neubildung von Andalusit, Almandin und Biotit. Gelegentlich ist auch be-
reits Sillimanit zu beobachten. Beim Quarz/Feldspatanteil des Altbestan-
des setzt eine Kornvergröberung ein, die, zusammen mit den anderen Mi-
neralneubildungen, das Gestein zunehmend den Habitus der Gneise an-
nehmen IaUt. Der Übergang ist flieDend, sodaD im folgenden von Gneisen
bzw. Glimmerschliefern gesprochen wird.
12
1942, LUIIWIC; 1965, MIIILKI: 1967, 1982, RAYCHKA 1967, STIYITNIX 1958,
1980). Sic erlauben eine grobe Gliederung im Blattbereich.
13
,,Arzberger Serie“
Vorkommen
Zwischen OberweiDenbach und Selb, Felsen am WeilJenhügel SE Ober-
weiBenbach, Aufschlüsse (Straßenbau) an der Straße OberweiDenbachb
Selb, Lesesteine östlich Viclitzer Grund.
15
Makroskopische Beschreibung
Blaugrün, grau mit gelblichen bis weißlichen Bändern; sehr hart und
spröde. Die kalksilikatischen Gneise (cm- bis dm-mächtige Lagen) wech-
sellagern mit z. T. glimmerschiefrigen Biotit-Feldspatgneisen. Dieser La-
genverband wurde in der Karte einheitlich als Kalksilikatfels ausgeschie-
den. Das Material ist allgemein gut geklüftet und neigt zu Plattiger Abson-
derung. Gelegentlich sind karbonatische Lagen (- 1 cm) erhalten. Das
Gestein neigt dazu, an diesen Lagen abzuspalten.
Mikroskopische Untersuchung
Den makroskopisch durch unterschiedliche Färbung ersichtlichen La-
genbau spiegelt auch das Dünnschliffbild wider. Die Färbungsunter-
schiede rühren von der wechselseitigen Anreicherung der Minerale basi-
scher Feldspat, Diopsid, Zoisid, Hornblende, Biotit und Quarz. Dunkle
Parien sind beherrscht von Diopsid, Hornblende, Biotit und Zoisit, wäh-
rend andererseits Quarz, bas. Feldspat mit etwas Zoisit in den hellen Par-
tien vorherrschen. Die Anreicherung von Schwermineralen (Titanit, Zir-
kon) im Grenzbereich von einer Lage zur anderen zeigt, daß es sich hier
um einen alten, sedimentären Lagenbau handelt, der sich im Schliff bis in
den Millimeterbereich verfolgen läßt. Dieser Lagenbau entspricht dem
Wechsel Kalksilikatfels-Biotit/Feldspatgneis des Makrobereiches. Gele-
gentlich wird durch in sich parallel zueinander verlaufende Feldspatgäng-
chen ein Lagenbau vorgetäuscht, der in seiner Anlage jedoch jünger ist
und auf tektonische Vorgänge zurückzuführen ist.
Paragenese
Diopsid, Zoisit, Hornblende, f Calzit, * Epidot, bas. Feldspat (An 40-
55), Quarz, Biotit. Akzessorien: Titanit, Zirkon.
Das Schliffbild der Biotit-Feldspatgneise ist sehr eintönig. Lagigkeit spie-
gclt sich vereinzelt durch Konzentrationsschwankungen des Biotits sowie
durch stellenweise Anreicherung von Zoisit wieder, der zu den Kalksilika-
ten überleitet. Gedrehter Andalusit bevorzugt Hellglimmer-Bereiche. Bio-
tit ist lagig (l-2 mm) in die Plagioklas(Oligoklas/Andesin)-Quarz-Bereiche
eingeschaltet. Der Pleochroismus des Biotits ist bei beiden Gesteinen X:
gelb, Y: braun. Schliffe: ~17, ~18, B 366.216.
3.2.2. Quarzit-Glimmerschiefer/Gneis-Wechsell~ger~~t~g
mit geringmächtigen Kalksilikatlagen (~1’
16
Sclb. Die kartistischc ,Ausscheidung erfolgte nach den für dieses Niveau
typischen Mcrkmalcn: Auftrctcn kalksilikatischcr Lagen, stärker ausgebil-
detc und oftmals gut crhaltcne Feinschichtung und cinc mehr b-achsial er-
folgte Ühcrprägung. Ihr Verbreitungsbereich umschlieBt den der Kalksili-
katfelse ak.s. Durch die tiefgründige tcrtiärc Verwitterung, durch crhöhtc
Metamorphose und schlcchtc Aufschlullvcrhältnissc erscheint die Folgt
weit weniger vielfältig als im wcstlichcn Fichtelgcbirgc.
Mnkroskopischc Bcschrcibung
Durch crhiihte Hcllglimmcrgehaltc überwiegen helle Grautönt. Vcrwit-
tcrt wirkt das Gestein gelblich. Der Lagenbau rcsulticrt aus dem Wcchscl
cincr Muscovit-Quar/.- bzw. Kalifeldspat-Betonung im Zentimeter- und
Dczimcter-ßcreich. Als zusätzliche Glimmcrkomponcntc ist Biotit verein-
zclt eingestreut. Gclegcntlichc, lagige Verdichtungen verlaufen zum oben
geschildcrtcn Lagenbau parallel.
3.3. Kambrium
17
glimmcrreicheren Partien (Biotit/Hellglimmcr) ist z. T. wenig gerundeter
Zirkon angereichert. Bei starker Kontakteinwirkung des Granits ist Mus-
covit nur noch in wenigen, sperrigen Schuppen reliktisch vorhanden. Die
KorngröMen der Feldspatmatrix liegen bei ca. 100 p. Eine ältere Gcnera-
tion von Orthoklascn wird vom Rand ausgehend mikroklinisiert. GroU-
quarze (bis 2 mm) sind in ein Quarzpflaster aufgelöst. Granat sproat be-
vorzugt in biotitreichen Partien und steht in Berührkontakt zu Kalifeld-
spat. Schliffe ~121, x122a/b, ~613, ~654, ~655, ~680, XI 121, XI 122, XI 123,
x1126,x1127
Nach dem Modalbestand sind zwei Gruppen unterscheidbar. Die eine
mit einem Plagioklas: Kalifeldspat-Verhältnis von 0,27 repräsentiert flasri-
gc, ungleichkörnige Typen. Die andere, mit einem Plagioklas: Kalifeld-
spat-Verhältnis von 0,75, umfaßt mehr schwach geregelte, aploide Typen.
Gegenüber der ersten Gruppe ist der Plagioklasgehalt erhöht, der Biotitge-
halt erniedrigt. Bei beiden Gruppen haben die Plagioklase die Zusammcn-
Setzung von Albit-Oligoklas.
Gruppe 1: Q 31,9&2,4; Kf 33,2*6,2; Ab 9,If6,3; Bi 14,01t3,9; MS
9,4*5,0.
Gruppe2: Q 28,31t8,5; Kf 30,7*8,1; Ab 23,1+6,2; Bi 5,2f1,8; MS
11,7* 1,3.
Vorkommen
Augengneise und feldspatführende Quarz-Glimmerschiefcr lassen sich
mit einer Ausbiabreitc von ca. 100-200 Metern und 40-60” NE-streichend
nordwestlich der Kalksilikatfelsfolge über das gesamte Blattgebiet bis zu
einer Störung nordöstlich Großwendern verfolgen. Südöstlich der Kalksi-
likatfelse finden sich entsprechende Gesteine südlich und südwestlich von
UnterweiMenbach. Ihre Typisierung erfolgte auf Grund von Untersuchun-
gen entsprechender Gesteine des Blattes Ebnath, auf die weiter unten ein-
gegangen wird. Nach Nordwesten schließt sich an die tuffitischen Metaar-
kosen ein muscovitquarzitisches Niveau an. Zwischen die charakteristi-
schcn Gesteinseinheiten können untypische Quarzglimmerschiefer bzw.
-Gneise wechselnder Ausbißbreiten einschieben. Das Schwanken der Aus-
bißbreiten dürfte in den meisten Fällen tcktonisch bedingt sein.
Aufschlüsse: Blatt Schönberg an der Landesgrenze, Bl.5 nordwestlich
Selb stark verwittert im Hohlweg westlich Unterweißenbach, große Blöcke
am Karrenbühl-Berg, Felsen südlich Haltepunkt UnterwciMenbach der
Bahnlinie Selb-Holenbrunn.
18
Makroskopische Beschreibung
Das Gestein ist bräunlich-weiD. Bei höheren Hcllglin~n~erantcilen übcr-
wiegt eine graut Farbtönung. Die Großfeldspäte und GroWquarzc (Au-
gen) crrcichen bei grober Ausbildung KorngrölJen bis 2 cm. Grobe Va-
riantcn wurden, soweit möglich, mit einer Übersignatur in der Karte dar-
gestellt. Bei fcinkörnigeren ‘Typen weisen die Einsprcnglinge KorngrBDcn
um 0.5 cm und darunter auf. Großquarze und Grobfeldspäte verlcihcn
den s-Flächen ein höckcriges Aussehen. Besonders die fcinkiirnigcren Ge-
steint weisen, bereits im Handstück erkennbar, eine Lagigkcit auf. die pa-
rallcl zum allgemcincn Schichtverband verläuft, Die Lagen wcrdcn von
Bcrcichcn unterschiedlicher KorngröDcn sowie durch subparallcl angcord-
nete HcJJglimmer/Biotit-Fahnen gcbildct. J3ei grober Ausbildung ist das
Gcstcin gewöhnlich massig. ohne erkennbaren Lagenverband im Kleinbc-
reich. JIic Aufschlüsse im Hohlweg westlich ObcrweiDenbach zeigen, dal3
die Augengneise mit Quarzitlagen (cm-dm) und feldspatfreien, hellglim-
mcrrcichcn Glimmcrschicfern wechsellagern können. Leider ist der Gc-
stcinsvcrband hier sehr stark verwittert. Mylonitischc Überprägung ist im
Gcgcnsatz zu Blatt Ebnath im Blattbereich wenig deutlich.
Mikroskopische Untersuchung
Die Grundmasse bcstcht aus Quarz, Hellglimmer. Biotit, Mikroklin, Al-
bit/Oligoklas, f Almandin. gclcgentlich Sillimanit. Die Glimmer sind
schuppig in die Matrix cingcstreut, können sich aber auch zu s-parallclcn
Bahnen zusammenfügen, wobei Hellglimmer überwiegt. Biotit koexistiert
mit almandinbetontem Granat. In Bereichen der Kontakteinwirkung der
Granite kann Sillimanit in Wirbeln Biotit verdrängen. Die KorngröMen
der Matrix liegen zwischen 50-100 p, gelegentlich auch darunter. Bei Gc-
Steinen mit makroskopisch sichtbarem Lagenverband ist an den Grenzen
zu Hellglin~mcr/Biotit-Bahnen Zirkon, Apatit und opake Substanz gele-
gentlich angereichert.
Die Einsprcnglinge werden von folgenden Mineralen gebildet:
Blauquarze
Sic erreichen selten höhere KorngrölJen als 0.5 cm. Im Durchlicht cr-
schcincn sic milchig wciJ3bei undulöscr Auslöschung. Bei sehr starker Vcr-
gröllerung lassen sich fcinstc Einschlüsse ausmachen, die parallclscharig
das Korn durchsetzen.
GroMquürze
Sie crrcichen KorngröJJen bis 2 cm und darüber (Abb. 1). Sic sind stets
in mehrcrc Domlincn unterschiedlicher Auslöschung zerlegt. Einzelne
Kiirncr sind von Schnüren mit Kalifeldspat durchzogen. Die Feldspat-
schnüre cndcn an den jeweiligen Korngrenzen.
19
Abb. 1. Lagt mit GroDquarzgeröllen in tuffitischen Metaarkosen. Vergröberung
1,5-fach. Die ~uarzglimmermatrix umfloi3 während der Durchbcwcgung die Gcröl-
Ie. Beim Kotieren der Einschlüsse trat, heim GroOgcr(ill links hercits makroskopisch
zu sehen, im Druckschatten Vuarz-Sammelkristallisaliol7 ein, die zu einem Aus-
schwänzen führte (im Bild links oben und rechts unkn).
GroIJfeIdspiite
Sic erreichen KorngröDen um I cm und darüber. Wie die Grollquarze
sind sie meist in mehrere Domänen unterschiedlicher Auslöschung und
Frische zerteilt. An ihrer Zusammensetzung sind sowohl Kalifeldspäte
(Orthoklas) als auch Alhit/Oligoklase beteiligt. Der Kalifeldspat üher-
wiegt gewöhnlich. Alhit/Oligoklas ist häufig nach dem Alhit-Gesetz, selte-
ner nach dem Albit/Perikin-Gesetz verzwillingt. Die Plagioklase können
von antiperthitischen Schnüren und Spindeln durchsetzt sein. Die Durch-
dringung des Wirts (Albit) mit Kalifeldspat kann so intensiv sein, da0
heim Anfärbcn makroskopisch homogene Kalifeldspäte vorgetäuscht wer-
den k»nnen. Orthoklas wird gewöhnlich mehr oder weniger stark in Mi-
kroklin umgewandelt. Die Umwandlung in Schachbrett-Alhit ist nur sel-
ten zu beobachten. Alhit/Oligoklas neigt zur Hcllverglimmerung, ausgc-
hcnd vom Kern der Kristalle. Zwillingslamellen werden durch verschieden
orientierte Ausrichtung der Hellglimmerschuppen überliefert. Plagioklas-
reichere Gesteine enthalten mehr Hellglimmer, sind feinkörniger und rei-
cher an Schwermineralen. Die Verhältnisse der Einsprenglingc (Körner
2 2 mm) zueinander sind:
20
<;robcr Typ: 33,98 +4,0 1; Kf SO,34 d.~ 4,5 I ; Ab/01 15,69 + 0,6 (Wcrtc ge-
mittelt aus den Schliffen X6, X7, X8)
Es handelt sich hier um cinc I:olge von nicht einzeln kartierbarcn Quar-
zitlagcn (Mctcr-Dezimctcrbcreich), die mit hcllglimmcrrcichcn Quari-
glimmerschicl’crn wcchsellagcrn. Die Quorxitlagcn verdichten sich ZUI
Mitte der Folge und bilden Ictzdich einen homogcncn Quarzitzug gröIJe-
rcr Mächtigkeit. Tcktonisch bedingt liegt dieser IHorizont im Blattbereich
mit vcrschicdcn hoch tempcricrter metamorpher Überprägung vor.
Der Quarzit-Zug läßt sich von der Lnndesgrenzc im Osten dem allge-
mcincn Streichen folgend bis iistlich Gronwcndcrn verfolgen. Das isolicrtc
Vorkommen am Breiten Berg dürfte dem gleichen stlatiglaphischcn Ni-
vcau /uamrdncn sein. Quarzitc aus diesen Bcrcichcn liegen in einer hoch-
tempcricrtcn, chloritfrcicn. mctamorphcn ü herprägung vor. Das gleiche
Niveau wicdcrholt sich, tektonisch bedingt, im Norden des Blattes. Die
Mctamorphosc ist hier niedriger und führte zu chloritführcnden Paragenc-
SW. Die Quarzitc. die auf dem Nnchbarblatt WeilJcnstadt mit glcichcm
Strcichcn anschlieUen, gchiiren in ein wcscntlich hiihcrcs Niveau.
Aul’achlüssc: Felswand am Bernsteinbach.
Makroskopische Bcschrcibung
Die Quar/.itc sind gelblich wciU und zcichncn sich durch sehr scharf ab-
gesetzte. glatte tektonischc Trcnnllächcn aus. Durch Sammelkristallisation
können Quarzitc mit hochtcmperiertcr Überprägung glasig wirken. Das
<icstein ist dann sehr massig. Schichtung wird angedeutet durch lagigc
21
Muscovit-Anreicherung sowie durch zu diesen Partien parallel verlau-
fende dunkler wirkcndc Lagen. Ursprünglich vorhandene Änderungen der
KorngröMcn sind nicht mehr zu identifizieren. In einigen Leseblöcken des
nördlichen Zuges mit niedrig tcmpericrtcr Metamorphose wurden Lagen
von Gcriillquarziten mit dunklen Geröllquarzen aufgefunden. Gesteine
PLIS diesem Quarzitzug wirken weniger massig. Ihr lithologisches Verhaltcn
entspricht dem des hochmctamorphen. südlichen Zuges.
Mikroskopische Untersuchung
Die Korngrenzen der Quarze (60-200 PL)sind sehr stark miteinander
verzahnt. Muscovit ist parallelschuppig in die Matrix eingestaubt. Parago-
nit oder Margarit konnte röntgenographisch nicht nachgewiesen werden.
Biotitschuppcn sind sehr selten. Die Hellglimmerschuppen vcreincn sich
gelegentlich zu parallelen Glimmerbahncn. An den Grcnzcn zur Quarz-
matrix, aber auch in den Glimmerbahnen selbst, ist Zirkon (50 p) zusam-
men mit Ilmenit angereichert. Diese Anreicherung der Schwerminerale,
aber auch die Anreicherung des Hellglimmers selbst, spiegelt eine alte sc-
dimentlirc Anlage wider. Die Zirkone sind meist rundlich und farblos.
BlaDrosa gefärbte Zirkonkörner können mit eingestreut sein. In einer mus-
covitreichen Probe wurde in einer Schwermineral führenden Partie zusätz-
lich Granat angetroffen. Hier kann jedoch eine nietamorphe Neubildung
nicht ausgeschlossen werden. Quarzite dcs nördlichen Zuges haben ein
weniger stark verschränktes Korngefüge (60-80 p) und zeichnen sich
durch höhere Gehalte an Hellglimmer (Phengit) aus. Akzcssoricn sind Zir-
kon, Magnetit und Anatas. Sie sind besonders am Rande von Quarzitlagen
und Hellglimmerbahnen anzutreffen (sedimentäres Relikt).
22
chen Teil dcs Blattes nur eine sehr bcschcidene Fläche ein. Auf dem Nach-
barblatt Rchau lassen sich die Albit-Phyllite indessen bis zur tschcchischcn
Grenze verfolgen.
Aufschlüsse: Albit-Granat-Staurolith-Gneise: Stark vcrwittcrt im Bahn-
einschnitt der Strecke Schönwald-Selb-Plößberg. Frische Leseblöcke im
Gebiet vom f’faffcnberg. Die Albit-Phyllite sind im Blattgebiet nicht cr-
schlossen. Aufgcschlosscn auf dem Nachbarblatt lichau im aufgclasscncn
Steinbruch bei (450646/556484) an der Straße Schönwald-Kehau.
Makroskopische Beschreibung
Die Granat-Albit-Gneise sind bräunlich und an den s-Flächen mit glän-
zendcn Biotitschuppen beselzt. Charakteristisch sind die Albit-Blasten, die
lagig angcreichcrt KorngröDen bis 3 mm erreichen können. Die im Vcr-
gleich zu Alhit selteneren Granate liegen mit bis 2.u 0.5 GUI großen Ein-
sprcnglingcn in den albitärmercn Partien. Ihre Farbe ist rostbraun. Stauro-
lith ist makroskopisch weniger auffallend. Sofern nicht nur reliktisch vor-
handcn, erreicht cr bis 3 mm Korngröle. Die Farbe ist bräunlich his dun-
kel. Andalusit ist makroskopisch nicht zu erkennen. Schwarze Ilmcnit-Lci-
sten durchsetzen besonders die Biotit führenden Lagen. In einer Quarz-
knauer wurden am Piaffenbcrg ca. 4 cm langt, hypidiomorphe Andalusitc
angetroffen. Die lithostratigraphisch aquivalcntcn niedrigmetamorphcn
Albit-Phyllite sind durch die lagig erfolgende Albit-Blastese sehr augcnfäl-
lig. Die Albit-Blasten verleihen dem grünlichen bis grauen Gestein ein
Aussehen wie mit Zucker überstreut. Die KorngriiUen der Albitc liegen
etwa zwischen 0,4-1,O mm. Charakteristisch für das Gestein ist der seidige
Glanz der s-Flächen, auf dcncn häufig bis zu 0,5 cm große z. T. idiomor-
phc Magnctite aufsitzen. Dem Gestein können einzclnc, meist quarzreiche
Pakete albitfreicr Phyllite zwischengeschaltet sein.
Mikroskopische Untersuchung
Das Schliffbild zeigt einen verwaschenen Lagenhau, der aus der wcch-
sclscitigcn Anreicherung der Minerale Quarz, Albit, Biotit, Staurolith,
Granat und Andalusit herrührt. Granat bevorzugt die yuarzreichcn Par-
ticn. Nach MIFJXC, ß1.üMb.L & LANGER (1979) handelt CSsich um alman-
din-betonte Granate mit cincm spessartinreichen Kern. ßiotit durchzieht
in fsahnen zusammen mit flatschigem Muscovit den Schliff. Bevorzugt in
diesen Bahnen findet sich der Staurolith, während Andalusit in muscovit-
rcichcn Stcllcn, dicscn vcrdrängcnd, aufsitzt. ßcschreibung der Einzelmi-
nerale:
Granat: KorngrölJe bis zu 0,5 cm, rot bis rotbraun, häufig getrübt. IIic
makroskopisch hypidiomorphe Form löst im Schliff häufig in einzelne und
durch Quarz voneinander getrennte, auch verbogene, zueinander parallele
Platten auf, die wohl ursprünglich sedimentären Lagen mit zur Granatbil-
dung günstigem Chemismus nachzeichnen (Abb. 2). Die häufigen Ein-
schlüssc im Granat sind: Quarz (50 p) und Ilmenit (flmenohämatit). Die
23
Abb. 2. Granat (Gt) zeichnet den alten sedimcntiircn Lagenbau nach und wird gc-
gcnübcr scincr Umgebung gedreht. X21, Nicols schwach gekreuzt.
24
ß io ti t: lagig, braun rot, häufig von Ilmenit-Leisten durchsetzt.
H c 11g 1i m m cr: sowohl als prograder AI tbcstand (Phcngil) als auch als
retrograde Neubildung (Muscovit).
Quarz: lagig mit KorngriilJen bis 100 I-Lund tcilwcise darüber.
Akzcssoricn: Ilmenit, Hornblende. Zirkon, Hämatit, Chlorit (retro-
g-ad).
Modalbestand:
Quarz I7,O 64,5
Albit 12,8 3,5
ßiotit 54,6 13,2
1lellglimmer 591 6,4
9.3 1s jeweils 2 000 Punkte
Staurolith
Granat 034 4,7 pro Analyse
Andalusit 02 0,4
Chlorit Ic,, 0,7 0,3
Ilmenit 0.7
100,8 100,5
(Nr. 260) (Nr. 427)
25
Mikroskopische Untersuchung der Albit-Phyllitc
Phengitischer H e I Ig I i m m er, meist sehr feinschuppig ausgebildet,
stellt den Hauptanteil des Gesteines. Am Hellglimmer ist Paragonit mit
ca. 8 Vol.% (röntgenogr. Bestimmung) beteiligt. Zusammen mit spärlich
eingeschalteten quarzreichen Partien bilden die Hellglimmerschuppen ein
deutliches Biegeschergefüge ab. Die Albite (40 ~1bis I mm) sprossen auf
Kosten des Hellglimmers. Sie enthalten stets Ilmenit(Ilmcnohämatit)-Ein-
schlüsse, die amm Kontakt zur Hellglimmcrmatrix in Rutil bzw. Anatas
umgewandelt sind (Abb. 4). Die neugebildeten Magnetitc sind ursächlich
mit dieser Umwandlung verbunden (MIELKE & S~III<EY~I~1972). Die Il-
mcnit-Einschlüsse der Albite geben ein lilteres Stadium des Biegcscherge-
füges wieder, das gegenüber dem heutigen zusammen mit den Albiten gc-
ringfügig gedreht ist. Gelegentlich ist Albit randlieh ausgeschwlinzt. Spes-
sartin-Granat konnte in einem Schliff nachgewiesen werden. Die Granat-
blastese setzt hier gerade ein. Chlorit (Fe-Rhipidolith) enthält 4 Gcw.%
MuO und ist in die Hellglimmerbahncn eingelagert. M agn c t i t wird
randlieh häufig von Quarz und Chlorit begleitet. Im Druckschatten der
Magentite ist Quarz rekristallisiert, während die bis 80~ großen Quarzkör-
ncr der ehemaligen Feinschichtung intensiv verzahnt und ausgelängt sind.
R LI t i I / A na t as durchzieht lagig angereichert das gesamte Schliffbild.
Zusammen mit Zirkon spiegelt er eine alte sedimentäre Anlagt wieder.
26
3.3.5. Quarzglimmerschiefer und -Gneise, quarzitisch gebänderte Quarz-
phyllite, lithologisch untypisch chgl
(Muscovit-Chlorit-( Biotit-), Muscovit-Biotit-Andalusit-Sillimanit-Quarz-
Glimmerschiefer und Gneis im Hangenden und Liegenden der Schichten
chu, chy und cbgt)
Vorkommen
Flächenmäßig nehmen die hier zusammengcfaljten untypischen
Schichtglieder den gröDten Teil der Metasedimente ein. Ihre relative Stel-
lung im Profil kann nur an Hand des mit Abb. 5 gegebenen Modells des
Faltenbaus vermutet werden. Danach wären die Glimmerschiefcr zwi-
schen dem Granitmassiv des Kornberges und den Albit/Granat-Gneisen
bzw. den Albit/Granatgneisen und der nach Norden folgenden streichen-
den Störung dem Hangendbereich zuzuordnen. Ebenso die Quarzglim-
merschiefer westlich Spielberg und östlich GroBwendern.
Makroskopische Beschreibung
Die Färbung ist meist bräunlich bis schwarzbraun in Abhängigkeit des
Biotitanteils. Quarzreichere Partien wirken oft grau, aber auch gelbweiDli-
ehe Lagen können vorkommen. Die s-Flächen sind gewöhnlich sehr gut
entwickelt und mit Muscovitschuppen besetzt. Lagenbau resultiert aus
einem engständigen Wechsel zwischen Quarz/Feldspat betonten und
glimmerreichen Partien. Die Lagen sind meist nur wenige Millimeter
mächtig und folgen den allgemeinen s-Flächen. Die niedrig temperierten
Quarzphyllite westlich Schönwald weisen mehr graugrüne bis grünliche
Farbtöne auf, entsprechen aber sonst dem bereits skizzierten Bild.
Mikroskopische Untersuchung
Das Schliffbild wird durch den bereits geschilderten makroskopischen
Lagenbau beherrscht. Biotit überwiegt Hellglimmer. In quarzbetonten La-
gen können Feldspatfragmente von Albit/Oligoklas aber auch von Oli-
goklas/Andesin eingelagert sein. Die Korngrößen sind meist einheitlich
und liegen zwischen 70 und 100 p. Bei gleichem Metamorphosegrad fehlen
Granat, neugebildeter Albit und Staurolith. Andalusit, der den Hellglim-
mer verdrängt, ist selten. Das Schliffbild der niedrig temperierten Quarz-
phyllite südwestlich Schönwald entspricht dem hier wiedergegebenen. Bio-
tit fehlt oder ist nur in Tüpfeln vorhanden. An seine Stelle tritt Chlorit.
Der Hellglimmeranteil ist höher als bei den Quarzglimmerschiefcrn.
3.3.6. Quarzüberstreuung
27
zen (bis mehrere cm 0) handelt es sich um Quarzmobilisatc aus dem
Glimmcrschiefcr/Phyllit-Material. Diese haben die tertärc Verwitterung
unbeschadet überstanden.
28
3.3.8. Quarzglimmerschiefer und geringmächtige Quarzite in Wechsel-
lagerung cbo (im Liegenden des ordovizischen Frauenbachquarzits)
3.4. Ordovizium
29
Makroskopische Bcschrcibung: Es handelt sich um z. T. massige teils pa-
rallelschiefrige Gesteine groDer Härte. Unterscheidbar sind hellere, mehr
quarzitischc Bercichc und von Biotit dunkler gefärbte Partien. Muscovit
bildet Schuppen auf den s-Flächen. Tertiär verwitterte Gcstcinc zerfallen
erdig.
Mikroskopische Untersuchung: Das Quarzkorngefügt ist granoblastisch
mit KorngröIJcn um 0,024,05 mm. Hauptgemengteilc sind Quarz, unter-
geordnet Biotit und Muscovit. Plagioklas ist selten. Andalusit ist auf Hell-
glimmerpartien beschränkt und an den unmittelbaren Kontaktbereich des
Granits gebunden. Akzessorien sind Rutil, Zirkon, Titanit und opake Erz-
partikel (Magnetit?).
30
sehe (vgl. RICwI‘F.R & SI‘lTl‘NIX 1979). Die Ahfolgc der Granite wurde zu-
erst auf Blatt Fichtclhcrg erarbeitet (Src-rI’NL:l~ 19%) und durch radiomet-
rische Altcrshestimmungcn bestätigt (BESANG et al. 1976). Noch klarcl
wird die Granitfolgt durch die geochemische Entwicklung gezeichnet
(RICIII~ 6t STI~TTNIX 1979 und Abh. 6).
Aplit- und komhinicrtc Aplit-Pegmatit-Gänge sind mit der ältcren Gra-
nitgruppc verknüpft (Porphyr-, Holzmühl- und Selhcr Granit).
Die Porphyrgängc sind nicht in strengem Sinne als Granitgefolgt zu hc-
zeichnen. Sie sind genetisch nicht mit dem Mobilisations- und Kristallinsa-
tionsahlauf der Granite verbunden, sondern kiinncn einem eigcncn gco-
tektonischcn Akt zugeordnet werden.
31
Quarz
Kalifeldspat+
Quarz Zeichenerklärung:
l G1 Porphyrgranit
e GEH Holzmühlgranit
o Gis Selber Granit
Ganggranit
WartberglLängenau [Link]
q G2 Randgranit
. Gg Kerngranit
x G3w Kerngranit Typ Wolfsgarten
Plagioklas Mafite
Abh. 5. Die
Gliederung der Granite auf Blatt Selb-Schiinberg auf der Basis der mo-
dalcn Mineralbcständc in Urciecksdarstellungen:
Uiagramm D I = Drcicck Alkalifcldspat~Plagioklas~Qua~z (Klassifikation nach
[Link]:N 1966)
Diagramm 112 = Dreieck Kalifeldspat + Qu~u-L-Pl~lgiokl;isMafitc.
32
unteren Saumes der Granitplatte am Nordrand - Häufung der den Dach-
bereich anzeigenden Hornfelsschollen im Süden), modifiziert der etwas
jüngere Selber Granit dieses Bild durch eine entgegengesctztc, nach Nor-
den die Metasedimcnte untertcufende Verbreitung.
33
Das Verbreitungsgebiet der älteren Granite ist weitgehend an die innere
tertiäre Rumpfflache des Fichtelgebirges gebunden. Deshalb sind grolle
Bereiche durch tiefgründige Verwitterungserscheinungen charakterisiert
(Vergrusung und Zersatz). Aufschlüsse von anstehendem festen Granit
sind relativ selten und konzentrieren sich in den Talanschnitten der Eger
und mancher ihrer Seitentälchen. Ansonsten begegnen uns an der Ober-
fläche da und dort findlingsartige Granitblöcke, die als unverwitterte
Kerne von Kluftkörpern in zergrusten Bereichen ,,schwimmen“.
34
Abb. 7. I<cgelung der Kalifeldspäte im I’orphyrgranit GI: Ul = auf dem <ir»llen
Hengstberg; D2 = Egerrangen N Neuhaus. Die Pol-l’unktc der Kalifeldspat-(010)-
Flächen konzcntricrcn sich im SI’-Quadranten des ScliMIixschen Netzes (flächcn-
treue Azimutalprc)jcktion der Lagcnkugcl, untcrc I-läll’tc), cntsprcchend dem gcnc-
rclllcn SW-NE-Strcichcn und Einfallen nach Nordwaten.
ein. Wichtig, wenn auch relativ scltcn, sind korrodicrtc und rhopalophyr-
artig zerlegte Quarze in den Fcldspätcn, die einem ältcren Kristallisations-
zustand angehören. Weitert, relativ junge Quarzgebilde sind Fugen-, Gir-
landen- und Myrmckitquarz.
Kalif cldspäte (Mikrokline) treten als Großfcldsp$te und als Grund-
gcwehshcstandteile auf. Erstere sind die zentimetergroßen (l-8, seltener
bis IO und 12 cm), -tidiomorphen, nach dem Karlsbader Gesetz vcrzwil-
lingten und nach (010) tafcligen Individuen. Ihre Mikroklingitterung ist in
diesem Teil des Massivs klar und zum Teil sogar grob ausgebildet. Der
35
Volumanteil der perthitischcn Albitentmischungen schwankt zwischen
10% und 20% (Spindel-, Ader- und Bandformen, mit Neigung zu fleckcn-
artigen Erwciterungcn). Verwachsurigen und Einschlüsse von Plagioklas
zeigen häufig myrmekitische Reaktionen. Zonar eingelagerte ßiotite und
kleine Plagioklase weisen zwei bis drei, gelegentlich auch mehr altcrnic-
rcndc Wachstumsphasen der Großkalifeldspäte auf. Im mikroskopischen
Bild ist zudem ein feiner Schalenbau sichtbar.
36
Unter den [Link] nimmt der Apatit den ersten Platz ein. Im
I’orphyrgranit östlich Selb tritt auch Turmalin häufig auf. Zirkon (z. T. mit
Zonarbau) sind in Biotit und Apatit eingeschlossen oder im übrigen Korn-
gcfügc verstreut. Unter den opaken ErLmineralen überwiegt der Ilmenit
den Magnetit. Pyrit und Hämatit sind in der Regel sekundäre Bildungen.
Sekundär, mit den Abbauerscheinungen an Biotiten (Chloritisierung) vcr-
bundcn, ist die Bildung von Epidot und Klinozoisit.
4.1.2. Holzmühl-Granit G 1 HS
Der Typus des Holzmühl-Granits besitzt nicht ganz die klare Eigenstän-
digkcit der übrigen Fichtelgebirgsgranite. Er kann als Zwischenglied von
Prophyrgranit und Selber Granit betrachtet werden. Die häufigen Gefüge-
restc vom Porphyrgranit (mit einzelnen Großfeldspäten) im Holzmühl-
Granit zeigen, daR es sich wahrscheinlich um eine metasomatischc über-
wältigung des ersteren handelt. Aus dem modalen Mineralbestand (Abb. 5
und Beil. 1, Tab. 1) geht hervor, daB es dabei zu einer Abnahme der Kali-
fcldspätc und Zunahme der Quarz-, Plagioklas- und Muscovitanteile kam.
Nach der SrK~:.cKElseN-Klassifikation gehört der Holzmühl-Granit zu den
Monzograniten. Der Chemismus (Beil. 2) zeigt die Nähe zum Selber Gra-
nit noch deutlicher. Zwischen Holzmühl- und mittelkörnigem Selber Gra-
nit gibt es Übergänge, welche durch abnehmende Biotit- und zunehmende
Muscovitgchalte gekennzcichnct sind.
37
Die meist mm-körnigen und xenomorphen K a I i f c I d s p ä t c besitzen
eine sehr klare Mikroklingitterung und sind im allgemcincn frei von per-
thitischen Entmischungen. KB-Zwillingsbildung ist selten im Gegensatz zu
den nur lokal häufiger auftretenden hypidiomorphen, tafelig gestreckten
Mikroklinen. Die sporadisch auftretenden cm-Großkalifeldspäte besitzen
als Relikte dcs GI die dort beschriebenen Eigenschaften.
Die sehr ungleichkörnigen Plagioklase (Oligoklase) sind stets mehr
oder weniger stark korrodiert. Zum Teil ist schwacher Zonarbau erkcnn-
bar. Polysynthetische Verzwillingung nach dem Albitgcsetz ist teilweise
mit dem Karlsbader-, seltener mit dem Periklingesctz kombiniert.
Die in der GröUe sehr unterschiedlichen B io t i t c unterscheiden sich
von jenen dcs benachbarten Porphyrgranits im allgemeinen durch stärkere
Korrosion. Einzeln, ‘1 ’ 1’s auch sehwarm- bis nestartig aggregiert, sind sie
manchmal mit älterem Muscovit verwachsen. Die Anteile der EinschlulJ-
minerale Apatit, opakes Erz, Zirkon und Xenotim, wie die zugehöriger
pleochroitischcr Höfe schwanken sehr. Der Anteil der von Chloritisicrung
befallcncn Biotite ist relativ gering.
M uscovi t bzw. die Hellglimmer weisen qualitative Parallelen zu jenen
des Porphyrgranits GI auf. GröBer ist allerdings der Anteil der mm-gro-
Ijen Muscovite, deren Kristallisation etwa zwischen jener der Plagioklase
sowie der Hauptgeneration von Kalifeldspat und Quarz steht. In Zusam-
menhang mit der Scharurig von Harnischen (tektonische Relativbewegun-
gen) treten im Raum Holzmühl lokal stärkere feinschuppige Hellverglim-
merungen auf.
Die Akzcssorien Apatit, Zirkon, Xenotim und opakes Erz sind meist
in Biotiten eingelagert oder mit diesen eng verknüpft. Hinzu kommen ge-
Icgcntliche Andalusit- und Sillimanit-Einschlüsse in Muscovit (Raum
Holzmühl- Übergangsbereicht zum Selber Granit).
38
Granit sind bei Hebanz erbohrt worden (ESSO-Erz GmbH). Granitblocke
im Kaum Längenau lassen ein unregelmäf~igcs, sich vcrästelndes Eindrin-
gen von Selber Granit in Porphyrgranit erkennen. Die Übergänge zum
Holzmühl-Granit und die gelegentlichen Keste von Porphyrgranit-Gefü-
gcn Icgcn die Deutung einer mctasomatischen Entstehung nahe.
Der aplitgranitische, leukokrate Habitus des Selber Granits geht vor
allem auf die geringen Biotit- und relativ hohen Muscovitanteilc zuruck
(vgl. Tab. I auf Beil. 1). Gegenüber dem Porphyr- und Holzmühl-Granit
ist der Quarzgehalt wcitcr angestiegen, der Kalifeldspatanteil wcitcr gc-
sunkcn (vgl. Abb. 5).
Die Korngrollen der Einzclgcmengteilc zeichnen im Sclbcr Granit zwei
Gefügctypen, die [Link] Teil ineinander übergehen. Der feinkörnige Typ
(Korngröl~cn meist unter 1 mm) enthält hin und wieder mm-große Knli-
feldspäte, Plagioklase und Muscovite locker eingestreut. Der mehr mittel-
körnige Typ (Einzelkorngroben 0,5-2,0 mm. Muscovite bis 5 mm 0) ent-
halt Aggregate und Nester von feinkörnigen Quarz-Feldspat-Aggregaten
(0, l- 0,5 llllll).
39
Graniten, in fleckenartigen Teilbereichen konzentriert vor (ehemaliger
Steinbruch Schwarzenhammer). Hier besteht stets Parallelverwachsurigen
mit Hellglimmer. Als Einschlüsse treten Apatit, opakes Erz und kleine Zir-
kone auf (pleochroitische Höfe). Zum Teil sind auch die braunen Biotitc
mit kleinen älteren Muscoviten verwachsen, zum Teil auch von gröljcren
jüngeren Muscoviten (unter teilweiser Übernahme von Einschlüssen) ver-
drängt.
C hloritisierung der Biotite ist im gesamten Selber Granit verbreitet.
Muscovit tritt, wie in den anderen Graniten der älteren Gruppe, in 2
bis 3 Generationen auf. Sein Anteil übertrifft den des Biotits im Durch-
schnitt um das 3fache. Die bereits im Handstück auffallenden mm-groBen
Muscovite der im Kristallisationsablauf relativ späten Hauptgeneration
nehmen in einem Teil der Proben über 10% des Volumens ein.
Der Gehalt an Akzessorien, wie Apatit, Zirkon, Xenotim und opa-
kcm Erz, ist großen Schwankungen unterworfen. Besonders der Erzanteil
(Ilmenit, Magnetit) ist relativ gering. Sekundäre Akzessorien, wie Titanit
und Anatas, sind an chloritisierte Biotite gebunden. Die in den Modalta-
bellen mit den Akzessorien zusammengefaßten Nebengernengteile werden
im Selber Granit hauptsächlich von Turmalin (Schörl) repräsentiert. Des-
sen meist konzentriertes Auftreten bedingt die starken modalen Schwan-
kungcn.
40
Abh. 8. [Link] Auftreten dcs klein- bis tnittelk(irnigcn Granitcs ‘I‘yp
Wartberg im Porphyrgranit GI des Steinbruches am Wartberg bei Längcnau. Die
Granitgänge schieben mit etwa 15” SI: ein.
tige Gänge von Selber Granit und nicht abgrenzbare Hereiche von Holz-
mühl-Granit mit dem Porphyrgranit verknüpft sind.
In den dachnahen Bereichen des Selber Granits sind relativ häufig tur-
malinführende aplitische bis pegmatitische Kristallisatc zu finden, die
41
über Gefügeaufweitungen aus dem normalen Selber Granit hervorgehen.
Ihr Mineralbestand wird von den jüngsten Quarz-, Feldspat- und Musco-
vitgenerationen des Selber Granits gestellt. Ein Häufungsbereich derarti-
gcr Kristallisationen nahe am nördlichen Kontaktbereich befindet sich NE
Hammergut bei UntcrweiMenbach.
In die vom Porphyrgranit GI und Metasedimenten (z. ß. südlich Ober-
weiljenbach) eingenommene Peripherie drangen - analog dem Selber
Granit - aplitisch-pegmatitische Gänge ein, ebenfalls in gröljeren Schollen
von Hornfelsgneis bzw. -glimmerschicfer (z. B. zwischen Königsmühle
und Sommerhau). Die Mächtigkeit dieser Gänge beträgt in der Regel nur
wenige Dezimeter (0,3-1,O m). Meist handelt es sich um kombinierte Gän-
ge, die entweder im Kern oder an den Salbändern pegmatitisch struiert
sind. Die schwarzen Turmaline sind teils streifig, teils nestartig angerei-
chert. Soweit bisher aufgeschlossen, liegen die meisten dieser Gänge flach
oder fallen mit Werten bis zu 30” ein.
42
eher Vcrlängcrung der Stiirung von Hcbanz mit analogen hydrothcrma-
len Alteratiolisvorgängcn in einem ticfercn Stockwerk zusammenhängen.
In der Nordwcstccke des Blattgebietes ist der gröljte Teil des Granitmas-
sivs vom GroBen Kornberg erfaDt. Die zentrale Hauptkuppe und der mor-
phologisch durch eine grabcnartigc Einsattelung abgctrcnnte iistliche Teil
werden von Randgranit G2 als Dachfazits eingcnommcn. Die peripheren
Bcrcichc dcs Massivs, ein Kranz flacher Kuppen, werden übcrwicgend
von Kerngranit aufgebaut. Eigens ausgeschieden wurde der Granittyp
vom Wolfsgarten (G3W). Dicscr zeigt auf Grund dcs hohen Anteils von
nicht viillig verdautem Sedimentmaterial und von Anfangsphasen der
Granitkristallisation Analogien zum Kösseine-Kerngranit (G3K).
Vor allem der Kerngranit ist in einer Anzahl von Steinbrüchen gut auf-
geschlossen, während der Randgranit nur in wenigen Felsgruppen ansteht
(Hirschstein, Höht 744 m; Weller+Berg, Höht 635 m; Dürrer Stein im
Ostteil). Auf Grund der plcistozänen Blockschuttbcwcgungcn ist Granit-
material häufig weit über den GraniUSchiefcr-Kontakt talwärts verfrach-
tet worden. Deshalb ist in manchen Abschnitten dieser Kontakt nur ungc-
nau kartierbar.
Das relative Altersverhältnis von älterem Rand- und jüngerem Kerngra-
nit ist gelegentlich durch kleine Einschlußschollen von Randgranit sicher-
gestellt. Der Zinngranit, als jüngstes Glied der I:ichtclgcbirgsgranitc,
kommt im Blattgcbict nicht vor.
4.2.1. Randgranit G2
43
lifeldspäte in der Regel abgerundete bis rundliche Formen (z. T. mit Zo-
narbau) aufweisen.
Der modale Mineralbestand (Tab. 2 auf Beil. 1 u. Abh. 5) weist die
Randgranite des Grollen Kornberges in die Gruppe der Monzogranitc
(SrKECKEIShN-Klassifikation). In der Regel überwiegt der Quarzanteil den
der Kalifeldspäte und dieser jenen der Plagioklase. ßiotit- und Muscovit-
anteilc halten sich im Durchschnitt etwa die Waage. Der Volumanteil der
Einsprenglingsgenerationen IäDt sich nur grob schätzen: Von der nahezu
cinsprenglingsfreien Kuppe des GroDen Kornberges steigt der Anteil nach
Norden und Osten auf etwa 15 Volum-%. Im Südwesten schwankt der An-
teil der Einsprenglingc zwischen 30% und 70%, wobei noch wcchsclndc
Gehalte an xenolithischen Einschlüssen (meist in mm-Gröljen) das Ver-
hältnis verzerren. Der Chemismus ist der Tab. 1 auf Beil. 2 zu altnehmen.
Quarx:
GroMkorn 0,8-1,5 0,6-2,6 I ,2-2,0 0,4-1,2 0,6-1,2 O,X-1,6
GroMk.-Aggrcgatc 2,44,0 -3.0
Matrixkorn 0,1-0,7 O,ILO,6 0,2&0,5 0,05-0.3 0,02ZO,4 0,02-0,5
Kalifeldspat:
Grollindividuen I IO-80 IO-20 8-15
GroUindividucn II 2-15 l-2 l-6 1-12 l-8 I-6
Matrixkorn 0,2-0,8 0,2LO,8 O,lLl,4 O,lLo,4 0,2-I ,o O,lLO,5
I’lagioklas:
<iroOindividucn l.O-l,6 -2 O.X- I ,6 1.5-5.0 ld
Matrixkorn O,l-o,X 0.1-0,6 O,lLO,X O,lLO,2 0,14.6 0,20,5
ßiotit:
GroOindividuen l-4 l-2
Klcinintlividucn 0.05s1,o O,l-l,2 O,l-l,2 [Link],O 10.1-0,8 [Link],O
Muscovit:
Gr»Mindivitlucn 3
Kleinindividuen 0,05-1 ,o 0,1-0,8 0.IL1.0 O,lLl,O 0.1-0.4 0, Ia.6
44
pen von den mm- und em-groljen Fc,[Link]ätcn häufig bis auf insclgruppcn-
artige licstc zerlegt und vcrdriingt. Ubcrgängc XLI granophyrischen Rest-
quarzformen erschweren oft die Unterscheidung von jüngerem mikrogra-
phischcm Quarz dieses Gcstcinstyps. Die mm-grolien, rundlichen, zum
Teil Aggregate bildenden Einsprcnglingsquarzc im wcnigcr deutlich por-
phyrischcm liandgranit kiinncn mit dem tiltercn Quarz parallelisicrt wcr-
den. Sic zeigen nur cinc randlicht Korrosion. I>cr jüngere Quarz des
Grmndgewebcs neigt ZLI pflasterartig isometrischer C;estalt und mälliger
Verzahnung mit den korrodicrten Gcfügegcnosscn, soweit CSdie schwach
porphyrischcn I~andgranitbcreichc betrifft. In den granitpolphyriscli~ti
Typen besteht eine stlirkcrc ‘l’cndcnz %ur Ausbildung unrcgelmälliger. kor-
rosiv wuchernder Formen dcs Matrixquarzes.
Knlifeldspat (Mikroklinpcrthit ohne mikroskopisch sichtbare Mi-
kroklingittcrung) tritt in drei verschieden groUcn Generationen LILIE. Der
Pcrthitantcil (Film-, Spindel-. Ader-, Flecken- und Netzpcrthit) ist in den
cm-groUcn Einsprcnglingcn häufig etwas größer (lS30% Albit) als in den
bciclcn anderen Cic,?crationen ( 10P20Y Albit). Die cm-groDen Einsprcng-
lingc hoben kcinc Aquivalcntc unter den andcrcn Gcmcngteilen. Im Gc-
gcnsatz zu den anderen fichtclgcbirgischen Vorkommcnsbercichcn /,eigen
sic hier nur selten Ansätze von Idiomorphic, vielmehr abgerundete bis
rundliche korrosive Formen, tcilwcise mitjüngeren Anwachssäumen. Idio-
morphc Kcrnc mit xcnomorphcr Kandzonc kommen in granitporphyri-
schcn Gcstcinstypcn vor.
Die mm-groljcn KF-Icinsprenglingc treten in der licgel als idiomorphc
bis tcilidiomorphc Karlsbader Zwillinge auf. Dagegen ist die Matrix-Kali-
feldspat-Generation stets xcnomorph und zeigt nur teilweise Neigung Y,LI
gcdrungcn rechteckigen Qucrschnittcn. Die ßczichung ZLI den Gcfügegc-
nosscn ist teils durch Verdrängung (ßiotit, Muscovit z. I‘., Plagioklas, ältc-
rcr QuarL), teils durch Korrosion bestimmt (jüngerer Quarz und jüngcrcl
Muscovit).
PI ag i o k las kommt in zwei Generationen vor. Die mm-grollen Ein-
sprcnglingc treten Lum Teil in Vcrwachsung mit Kalifeldspat und Quarz
der gleichen Generation aul’. Der primär idiomorphc Habitus ist infolge
starker Verdrängung durch die Matrixgernengteile nur mehr teilweise cr-
halten. Zwillingsbildung nach dem Albitgcsetz ist häufig mit dem Karlsba-
der- scltcner mit dem Pcriklin-Gcsctz kombiniert. Zum schwachen Zonar-
hau (20P30% An) kommen meist Entkalkungsstiume. Die Matrixgcncra-
tion hcsitzt gegenüber den korrosiv vorrückenden Gernengteilen Kalifcld-
spat und QuarL xcnomorphc Grenzen. Die Albitlamellicrung ist gcgcn-
über jener der Einsprcnglingc wcnigcr ausgcprligt. Reste von Zonarhau
sind selten.
ß io t i t : Die korrodicrtcn braunen ßiotite sind lediglich durch Größen-
unterschiede und Aggrcgicrung diffcrcnziert (vgl. KorngröBcntabellc).
45
Kleine flitterartige Biotite der Matrixgeneration stehen (mit Übergängen)
den mm-grollen Individuen der Einsprenglingsgeneration gegenühcr. Da-
ncbcn sind mm-groBc, quarz- und biotitrciche Schollen verbreitet, die als
Assimilationsreste von Nebengestein zu dcutcn sind. Sic enthalten Biotitc
verschiedener GröDe, in einigen Pällcn auch kleinschuppige bis diablasti-
sehe Formen, neben Muscovit, opakem Erz, Apatit. Zirkon LI. 21. Fast alle
Biotitc enthalten selbst Einschlüsse von Apatit, opakem Erz (meist Titanei-
scn) und Zirkone mit pleochroitischen Hiifen. Häufig sind die winzigen
Kerne der radioaktiven Hofbildungen nicht zu identifizieren.
Eine teilweise bis völlige Chloritisierung der Biotitc beschränkt sich im
wesentlichen auf die Nachbarschaft von Störungen.
G r ü n c B io t i t c sind Bestandteile von bis mm-groljcn, butzenfiirmigen
Assimilationsrcstcn. Sie treten hier zusammen mit braunem. oft chloriti-
sicrtem Biotit und mit Hellglimmer auf.
Muscovit tritt in zwei bis drei Generationen auf. Eine ältcrc ist mit
Biotit verwachsen oder verdrängt diesen. Jüngerer Muscovit verdrängt
I:eldspäte in LmrcgclmiiUigen Individuen und bildet zum Teil nestartige
Aggregate. Die in der Matrix eingestreuten Schüppchcn lassen sich der
einen oder andcrcn Kategorie zuordnen. Hinzu kommen noch die in IYa-
gioklasen zum Teil zonar aufgcsproßten Hellglimmer.
Neben den üblichen Granitakzcssorien Apatit, Zirkon, Xenotim,
Ilmcnit. Magnetit sind vom Kornberg noch Turmalin und ~ aus den süd-
westlichen Randbereichen - häufige Granateinschlüsse zu ncnncn. Ähn-
lich wie der hier benachbarte Kerngranit Typ ..Wolfsgarten“ ist der por-
phyrische Randgranit durch eine Häufung von Assimilationsresten gc-
kennzeichnet.
4.2.2. Kerngranit G3
(Muscovit-Biotit-Syenogranit)
46
so hoch wie der dca Plagioklases ist. Der Muscovitgehalt übersteigt allgc-
mein geringfügig den des Biotits. Das Verhältnis schwankt jedoch von
Probt zu Probe.
Im mikroskopischen Bild ergibt sich - gegcnübcr dem Eindruck dcs blo-
IJcn Auges eine gcwissc Unglcichkiirnigkeit, die sich im Schwankungsbe-
reich der Korngrößen in Tabelle 3 widerspiegelt. Auch kommen die untcr-
schicdlichcn Anteile von teilgranitisicrtem Fremdmattrial deutlicher zum
Ausdruck. So kann man vor allem in Richtung auf den Wolfsgarten-Cira-
nit (G3W) eine deutliche Zunahme solcher ßiotit-rcichcr Xenolithc, Glim-
mcrvcrwachsungcn mit grüncm Biotit und von pinitartigen Schüppchcn-
fcldcrn beobachten, ebenfalls cinc Zunahme des ßiotitgchaltes.
Unter den Einzelgemcngteilen ist der Quarz in verschiedenen Er-
schcinungsformcn bzw. Gcnerationcn vcrtrcten. Mehrere mm-gro0c
Quarzkörner und Kornaggrcgatc stellen die Hauptmasse. Sie gchiircn zu-
mindcsi tcilweisc einer Generation an, die vor der Hauptkristallisation dcs
Kalifcldspatcs liegt. Der letztcrc enthält Vcrdrängungsrcste des ältcrcn
Quarzes, konkurricrtc andcrerscits im Wachstum mit einer gleichalten
Quarzgcncration (z. T. idio- bis hypidiomorph), oder wurde von jüngercm
Quarz tcilwcise wicdcr verdrängt. Fugen- und Aderquarz sowie der fcinc
Myrmekitquarz in albitisicrtcn Plagioklassäumcn sind mengenmäUig ohne
Bedeutung.
Quarz:
Aggrcgale 0 4-5-X) 4
Aggregat-~lnzclkörncl 0.34,5 -2
Einzclkiirnet I ,5s3,5 O,lLO,5/L2
Kalil’cldspat:
Aggrcgatc 0 -20
Grollindividuen -20 3~ l2(--30)
Matrixkorn 2zlO 0.2%1 .o
41
Der stark perthitischc Kalifeldspat ( Mikroklin-Perthit ohne mi-
kroskopisch sichtbare Gittcrung) tritt in zwei KorngröDengruppen auf
(vgl. Tab, 3). die sich in habituellen und internen Merkmalen unterschci-
den. Die bis cm-grollen Kalifcldsplitc, stets Knrlshader Zwillinge, ncigcn
XLI kurztafcliger Form, zeigen häufig einen feinen Zonarbau und haben im
allgcmeincn einen etwas geringeren Pcrthitanteil (2040%) als die klcine-
ren Kalifeldspäte (bis 50%). Trotz korrosiver Grcnzcn ist bei den gr(iBcren
Individuen eine grobe Hypidiomorphic häufig gegeben. Bei der kleineren
Generation bcstcht die Tendenz zur Bildung gedrungcncr Kiirner, dcrcn
Form im übrigen durch eigenes korrosives Vordringen gegenüber ältercn
Gefügcgenosscn (Biotit, Plagioklas. Quarz) odcr/und Verdrängung durch
jüngeren Quarz bestimmt wird.
GOEMAN (1970) fuhrt ncbcn der dominiercndcn Zwillingsbildung nach
dem Karlsbader Gesetz die seltenere nach Baveno und Manebach auf. Die
Pcrthit-(Albit-)Entmischung (Filmperthit) ist kombiniert mit etwas jüngc-
rem Ader- und Fleckenpcrthit. In Teilbercichcn tritt Schachbrcttalbitisic-
rung ;Luf, von der manche kleinere Individuen auch völlig betroffen sind.
48
4.2.3. Kerngranit, Typ Wolfsgarten G3W
Dicsc Kerngranittyp ist als eine Randt’azics aufzufassen. die noch relativ
große Anteile des noch nicht völlig granitisiertcn sedimcntärcn Ausgangs-
bcstandes enthält. Sowohl in pctrographischcr als auch in geochemischcl
Hinsicht bestel~cn Ähnlichkeiten mit dem Kösseinc-Kcrngrunit (vgl. ROSI’
1960. Rl(‘lI~rI:l~ bt S’I‘I:II Nix 1979). Das Verbreitungsgebiet des ‘l‘ypus
.,Wolfsgartcn“ ist auf den Südrand des Kornhcrgmassivs beschränkt.
Durch die Ahwcichungcn des quantitativen Mincralhcstandes vom nor-
malen Kerngranit (vgl. ‘[‘ah. 2 in Beil. I und Abh. 5) rückt der Wolfsgar-
tengranit in den Grcnzhcreich Syeno-/Monzogranit (Zunahme dcs Plagio-
klasantcils. tcilwcisc auf 2/3 dcs KF-Gehaltes und auf Kosten von Quarz).
Typisch ist der fast IO Vol.-% crrcichendc Botitantcil und das starke ZLI-
rücktreten von Muscovit. Das makroskopische Korngefüge erweckt den
Eindruck eines hlastischcn Fcldspatwachstums innerhalb hiotitreichci
Rcstgcfügc. wohci in ch letzteren manchmal schon mit hlol.+an Auge
Granat crkcnnhar ist (0 bis 5 mm).
Im mikroskopischen Hild zcichncn sich die ältcrcn Restgefüge häufig
durch ein kleinkörniges, pflasterartiges Korngewebe von Quarz. Feldspat
und Biotit aus (0 der Komponenten 0,1-0,4 mm). Grölbc rundlicht
Quarze sind als zugehörig zu hetrachtcn (0 bis 1 mm). Dieses Gefüge
wurde durch die griibere jüngere Mineralgeneration zum gröDten Teil vcr-
drlingt. Nchcn dem meist korrodierten und in klcinc Reste aufgclöstcn
Granat (nach [Link] 1970 7,.T. auch hiotitisiert und chloritisiert) finden
sich in den ältcren Gefügen üherdurchschnittlichc Gehalte von Apatit.
Zirkon (0 bis 0,2 mm, rundlich und idiomorph), Rcstc von Andalusit und
von stcngeligcn Sillimnnit~~Egrcgatcn, E:elder von dichten Hcllglimmcran-
sammlungcn (Andalusitpseudomorphosen?) sowie von Vcrwachsungen
von grünem Biotit mit Muscovit. Diese den ganzen Wolfsgartengranit bis
in den Feinbereich durchsetzenden ,,Verunreinigungen“ sprechen mehr
für cinc unvollständige Granitisierung chcmaliger Sedimente als für eine
ehemalige cinschluDrcichc Granitschmelze.
Die gcochcmischen Analysen bestätigen die stark contaminicrten Ver-
hältnisse (Analysen in Beilage 2, Tah. 1. In qualitativ mincralogischcr Hin-
sicht entspricht die Hauptkristallisation der Wolfsgartcn-Granit-Kompo-
nentcn im wesentlichen jener des normalen Kerngranits. Allerdings zeigen
die cinschlul~rcichcren Kalifeldspiitc scltencr hypidiomorphe Ansätze. Die
Plagioklasc sind häufiger mit Hellglimmcrschüppchcn durchsetzt.
49
4.3. Porphyrgänge: Porphyrischer Rhyolit bis Rhyodazit
LQuarzpoMw“)
Ein Schwarm von Porphyrgängen durchsetzt in SSE-NNW-Richtung
das westliche Blattgebiet in einer nur wenige km breiten Zone. Sie markie-
ren eine tektonische Zerrungszone, die im Rahmen einer postgranitischcn,
SE-NW gerichteten Schollenzerlegung ficderartig aufrilj und damit die
Platznahme der Ganggesteine ermöglichte. Die Porphyrgängc sctzcn am
Südrand des Granitmassivs von WeiDenstadt-Marktleuthen ein (Blatt
Marktrcdwitz) und reichen im Norden bis in den Raum NW Schönwald
(Blatt Rehau). Unter der Bezeichnung ,,Felsitporphyre“ haben die Gc-
steine bereits bei GÜMHEL (1879) eine ausführliche Beschreibung und LJn-
tergliederung in 4 Varietäten erfahren. WURM (1932~) untcrschcidct auf
dem südlichen Nachbarblatt zwei verschiedene Typen von ,,Quarzpor-
phyr“. die wohl auch die wichtigsten Erscheinungsformen unseres Vor-
kommensgcbietes umfassen. Eine pctrographische Bearbeitung fanden die
Porphyrgängc (ebenfalls unter der Bezeichnung ,,Quarzporphyr“) im Rah-
men struktureller und stofflicher Fragen der Magnesiummetasomatose
von Göpfersgrün (STET~NER1959). Einige der Gänge bilden das morpho-
logische Rückgrad von langgestreckten Höhenrücken und tragen so zur
landschaftlichen Belebung bei.
Die Mächtigkeit der steilstehenden Gänge liegt zwischen wenigen Mc-
tern und etwa 30 m. In Einzelfällen bestehen auch noch größere Mächtig-
keiten. Die Hauptvarietäten unterscheiden sich im Feingefüge und in der
Einsprcnglingsführung. Sehr feinkörnige felsitische und einsprenglings-
arme Ausbildungen stehen einsprenglingsreichen Porphyrcn gegenüber.
Beide Erscheinungsformen sind bei fast jedem Einzelvorkommen zu fin-
den. Sie stellen Rand- und Innenfazies der Gänge dar. Die fclsitischc
Randfazies (Typ 1) zeigt häufig deutliche Fluidalgefüge und manchmal
sind bereits mit blol3cm Auge bis wenige mm-grolle sphärolithischc Kri-
stallisationen, gelegentlich auch mm-große Feldspateinsprenglinge zu cr-
kennen. Dicscr Typus besitzt graue, graubraune bis rostbraune Färbung.
Der Bruch der sehr harten Gesteine ist scharfkantig, splittrig. Die angewit-
terten, aufgehellten Oberflächen lassen das Feingefüge meist deutlich er-
kennen. Das mikroskopische Bild erlaubt eine weitere Diffcrenzicrung in
perlitische und sphärolithische Varietäten des Typ I.
Die über den Glaszustand der sehr rasch erstarrten Schmelzt verlau-
fende Perlit-Entwicklung ist an den feinen, krummen Absonderungsris-
sen zu erkennen, die nun von dünnen, faserigen Glimmer- und Hornblen-
deaggregaten nachgezeichnet werden. An diesen strukturellen Vorzeich-
nungen schlieljt sich die feinstreifige, strahlige Quarz-Feldspat-Rekristalh-
sation aus dem Glas an.
Die sphärolithische Gefügeentwicklung der felsitischen Porphyre
nimmt einen größeren Raum als die perlitische ein, wobei wiederum zwei
50
Untertypen unterschieden werden können. Eine tcilwcisc glasige Erstar-
rung der Schmelze dürfte da anzunehmen sein, wo kugelige Kristallisa-
tionsformcn (.0 0,05-2,0 mm) als mineralisierte Bläschen gedeutet werden
können. Die feinkörnig kristallisicrtc Zwischenmasse enthält schlierig aus-
einandcrgezogenc opazitischc Gernengteile (teilwcisc hämatitisiertc Mag-
netitkrümcl und Pyroxenpartikel). In etwas gröberen Zwickeln (Korn-
durchmesser 0,02LO,I5 mm) schlicht die Kristallisation häufig mit fächcri-
gern Chlorit ab. Manche sphärolithische Gefüge dicscs Typs sind zu einem
feinkörnigen Feldspat-Quarz-Pflaster rekristallisiert (Korn- .0 um 0,05
mm).
Die häufigere sphärolithischc Ausbildung ist durch r a d i a Is t r a h I i gc
Kristal I isa tc gckcnnzeichnct. Diese bis etwa 2 mm @ erreichcndcn Gc-
bilde sind teils dicht gepackt oder lassen zwischen sich noch Kaum zu
Zwickelkristallisationcn. Sie sind daneben auch in granophyrischen Ge-
steinstypen eingestreut. Nicht selten enthalten diese Sphärolithe Kcrnc
von Feldspat (seltener von Quarz) der Einsprcnglingsgeneration. Die
Sphärolithe bestehen aus Kalifeldspat-Quarzvcrwachsungen, die im In-
nern mikrofelsitisch fein sind und nach aulJen zu gröber, graphophyrisch
werden. Als Reste dcs vitrophyrisch-perlitischcn Ausgangszustandes del
Kristallisation sind die faserartigen Mincralisationen ehemaliger Risse im
Glas aufzufassen. Sie durchsetzen die Sphärolithe meist radialstrahlig,
aber auch ohne jede Orientierung. Es handelt sich um grünliche, z. T.
chloritische Abbauprodukte von Biotit, vermutlich auch von Hornblende.
In den miarolenartigcn Zwickeln zwischen den Sphärolithcn kristallisicr-
ten Albit, Quarz, Apatit, Hellglimmer, Biotit, vcrmiculitartige bis chloriti-
schc Aggregate.
Die Hauptmasse der Porhyrgesteine stellen einsprcnglingsreichc
Ausbildeengen (Typ 11) mit verschieden struicrtcr Grundmasse. Im Ge-
lände fallen die von der Verwitterung abgerundeten Blöcke durch ihre
pockennarbige Oberfläche auf, beim Anschlagen durch ihre große Härte.
Die aus der dunklen Grundmasse hell hervortretenden Fcldspateinspreng-
lingc sind der Form nach stark differenziert. Die etwa l-l.5 mm großen
zcigcn häufig noch rcchtcckigc Umrisse. Die cm großen Feldspäte (&3 bis
6 cm) lassen weit häufiger korrosive Verrundung, bcidc Gruppen hin und
wieder zoniertcn Aufbau erkennen. Bis mm-grollt dunkle Einschlüsse er-
giinzen den makroskopischen Eindruck. Der Anteil der Einsprenglingc
schwankt zwischen 20% und 50%.
Die porphyrische Gruppe (Typ 11) IäOt sich in drei Varietäten untcrglie-
dern, deren Vorkommensbereicht über das ganze Gebiet verstreut sind
und auch unmittelbar nebeneinander liegen können. Die eine Ausbil-
dungsform zeigt relativ geringere Konzcntrationcn kleinerer, meist recht-
eckig begrenzter Fcldspatbruchstücke, häufig bipyramidale Quarze in
einem sehr feinkörnigen. oft fluidal orientierten Grundgewebe (z. B. Stcin-
51
höhc/Kornbcrgmassiv, N GroBwcndern, E Kaiscrhammcr). Die beiden
anderen Vorkommensformen zeichnen sich durch cinc größere Einsprcng-
lingskonzcntration mit starker Beteiligung cm-großer korrodicrter Fcld-
sp:itc LILLS. Sic unterscheiden sich im teils gleichmäljig fcinkiirnigcn. teils
granophyrisch-mikrographisch struiertcn Grundgewebt.
Im mikroskopischen Bild lassen die Quarzeinsprcnglinge. auch die
f idiomorph-bipyra~nicialen, deutliche magmatischc Korrosion erkennen
(Verrundung, Einbuchtungen. Korrosionsschliiucti~). Die schwach perthi-
tischcn Kalifcldspätc (Orthoktasc) enthalten zum Teil tropfenförmige.
auch graphisch orienticrtc Quarzcinschlüssc. Magmatischc Korrosion ist
in allen Abstufungen sichtbar. Zum Teil folgen die Korrosionsschläuche
(mit mikrographischer Rekristallisation) dem Netz der Spaltbarkeit. Die
Plagioktasc (Oligoklase) sind teilweise oder ganz von feinkristallinen Rc-
kristallisationsproduktcn eingenommen. Sic trctcn häufig in Verwachsung
mit Kalifeldspat auf, umsäumen auch griiUerc (Rapakivifcldspätc).
Von besonderem Intcrcsse sind die bis mehrcrc mm großen korrodicr-
ten grünen Biotite. Sic besitzen teilweise schmale opazitische Säume und
sind in der Regel mit gehäuften rundlichen Magnetitkörncrn (,0 bis 0.8
mm) vcrgescllschaftet. Tcilwciser Ersatz durch Pyroxen(?) und häufigcrci
Abbau über Zwischenglieder ZLI Chlorit und andere Abbauprodukte ist für
alte Vorkommcnsbcreichc eine typische Erscheinung. In der erstgenannten
porphyrischen Varietät mit geringerer Einsprcnglingskonzcntration tritt
ein nicht korrodicrter brauner Biotit (Llingc bis 1 mm) als zusätzliche Gc-
neration auf.
Akzessorische Gemcngteilc sind in der Regel eng mit den bis mm-gro-
Mcn, korrodicrten grünen Biotiten und deren Abbauprodukten vcrgcsell-
schaftet. AulJer den bereits genannten opaken Fe-Mineralen sind CSgc-
rundete Zirkone, überdurchschnittliche Anrcichcrungen von Apatit (als iil-
tcrcn Gernengteilen) sowie Titanit, Epidot und Calcit als Sckundlirmincra-
lcn. Isolierte Calcitkörncr können auch als Reste aufgenommener Karbo-
natgcstcine aufgefaßt werden.
Die granitischcn Minerale der Einsprenglingsgcneration sind vermutlich
im Mobilisationsbereich der Schmetzc aufgenommen worden. Sic konnten
nur tcilwcisc eingeschmolzen werden (Grundsatzdiskussion bei RITTMANN
1981). Sic bezeugen, daß in der Tiefe unter dem Gesamtgebiet ein wciterci
granitoider Gesteinskörper vorhanden ist.
Als Auswirkung hydrothermaler Umsetzungen fehlt auf Blatt Selb eine
Verknüpfung mit Vorgtingcn der Mg-Metasomatosc. wie sic am Südrand
dcs Porphyrgranitmassivs. im Raum zwischen Göpfersgrün und Thicrs-
heim. besteht (STETTNER 1959).
In stofflicher Hinsicht haben die Porphyrgänge rhyotitischen bis rhyo-
dazitischen Charakter (vgl. Kap. 14.3., Beil. 2 (Tab. 3) und Abb. 6). In den
52
Diagrammen 1-3 der Abb. 6 kommt die im Vergleich zu den Fichtelgc-
birgsgranitcn teilweise exzentrische Position der Porphyrc durch den un-
terschicdlichen Anteil nicht cingeschmolzencn Mattrials zustnndc.
4.4. Gangquarz
5. Tertiär
53
älteren Verwitterungsprofile in unterschiedlichem Niveau. Kaolinitischer
Zersatz ist flächenmäßig nur gering verbreitet. Im Gneisgebiet westlich
Sclb, besonders in Gneisen mit kalkksilikatischen Beimengungen. herrscht
z. T. tiefgründiger lehmiger Zersatz (ehemalige Ziegelei).
Quarzite sind von der tertiären Verwitterung am wenigsten betroffen.
Doch werden auch sie von der altpliozänen Landoberfläche glatt geschnit-
ten. In den Granitgebieten ist in der Regel der tiefere Abschnitt des tertiä-
ren Verwitterungsprofils in Form von physikalischer Entfestigung und
bräunlichen Verfärbungen (Fe-Oxidation), der Grusbereich angeschnit-
ten, daneben Übergangsbereiche zum angewitterten. festen Gestein. So-
weit durch Bohrungen erfafjt, greift die ältcre Verwitterung im Raum
Marktleuthen bis 66,80 m unter die heutige Landoberfläche, im Raum
Selb bis 34.00 m, am SüdfulJ des Kornberges bis 41,60 m. Im Bereich der
Basaltförderungen kann mit zusätzlichen hydrothermalen Zersetzungser-
scheinungen im Granit gerechnet werden. In Thierstein reicht die Verwit-
terung (und cntsprcchende Zersatzerscheinungen) bis 62,00 m tief.
Die vorliegenden physikalischen Verwitterungserscheinungen an Grani-
ten und körnigen, granitoiden Gneisen haben durch die zum Teil beträcht-
licht Erhöhung der Porosität und die Entfestigung eine besondere Bedeu-
tung für die hydrogeologischen, land- und forstwirtschaftlichen Verhält-
nisse dieses Raumes. Außerdem wird die Möglichkeit des leichten Ab-
baues in ,,Sandgruben“ und die Nutzung als Aufschüttmaterial wahrge-
nommen.
5.2. Ton (Miozän) mi
Der Südrand des Blattes schneidet im Osten, nahe Hohenberg, die Höhe
des Steinberges. Auf dessen Südseite (Blatt Waldsassen),wurden im vori-
gen Jahrhundert Tone abgebaut (GUMB~L 1879: 605). Uber dem verwit-
terten und verebneten Granit liegend, vom Basalt durchschlagen und von
dessen Schutt überdeckt, waren dort die Vorkommen beim Abbau von
überlagerndem ,,Eisenstein“ entdeckt worden. Unter gelbem Ton, der teil-
weise auch von ,,Schlemmsand“ überdeckt war, stand weißer Ton an. Die
Hauptmasse stellte jedoch die grauliche ,,Kapselerde“. In dem von Blatt
Selb/Schönberg erfaljten nördlichen Teil des Steinberges fanden sich
keine deutlichen Spuren alter Tonabbaue. Grauer Ton wird hier (von Ba-
saltschutt mehr oder weniger überdeckt) da und dort in StraBengräben
sichtbar. Auf Grund morphologischer Hinweise können Mächtigkeiten
von mehreren bis zu einigen Metern Ton angenommen werden.
Die Untersuchung einer Probe durch Dr. M. SALGEK*), ergab einen
stark quarzhaltigen Ton mit folgender Zusammensetzung:
Das Alter der Tonc dürfte dem der benachbarten Vorkommen im Fich-
telgebirge und im Egcrer Becken entsprechen. Die generelle Einstufung
ins Miozän läßt die Möglickkeit für eine genauere Zuweisung offen. Nach
KNOBLOCII (1971) gestattet die Tertiärflora des Vorkommens SeuMcn
(Grenzbereich der südlichen Nachbarblätter Marktredwitz und Waldsas-
sen) keine genauere Zuordnung. Vielmehr reicht die Einstufungsmöglich-
keit vom Oberoligozän (Chatt) bis zum hohen Untermiozän (Burdigal bis
Helvet). Das für die überlagernden Basalte radiometrisch ermittelte, über-
wiegend burdigale Alter (TODT & LIPPOLT 1973) weist in diesem Zusam-
menhang auf eine untermiozäne Ablagerung der hier besprochenen Ter-
tiärsedimente hin.
Koolinit
Montmorillonit
WechSBISchichtmlnBTOle
Glimmer
Feldspat
Qu4r7
HochlichtbrechendetOpake
55
der schlot- bis gangförmigen Förderwege. Die etwas gröljeren Vorkom-
men sind die Reste ehemaliger Vulkane, die einer älteren Rumpffläche
aufgesetzt sind (z. B. Steineberg südlich Längenau; Lärchenbühl nordöst-
lich Thierstein; Thierstein mit Höhe 616 m; SchlolJberg Neuhaus und
Steinberg südöstlich Neuhaus). Der vulkanische Charakter war im Stcin-
bruch der Höhe 616 m SW Thierstein (inzwischen aufgefüllt) besonders
eindrucksvoll aufgeschlossen. Eine mehrere Meter mächtige Basalttuff-
Schicht ist hier von zwei Basaltdecken überlagert. Die Basaltförderungen
des Gcsamtgebictes ordnen sich vorzugsweise NE-SW gerichteten Bruch-
linien zu (Abb. IO).
Wichtig für die Alterseinstufung ist die Tatsacht, daß die effusiven Ba-
salte und Tuffe die ticfgt%ndig verwitterten Gesteine mit dem miozänen
Scdimcnten überlagern, also relativ jünger sind. Die K-Ar-Altcrsbestim-
mungen der fichtelgebirgischen und benachbarten oberpfälzcr Basalte
(TODT & LIPPOLT 1973) haben ~ unter Einbeziehung paläomagnctischer
I)atcn - ein burdigalcs Alter zwischen 18 und 24 Mill. Jahren erbracht.
Diese Datierung ist damit auch ein Hinweis auf die untcrmiozänc Sedi-
mentation dcs präbasaltischen Tertiärs im Fichtelgebirge.
Abb. IO. Basalt im Granit dcs Wartberges bei Längcnau. Die im Hild apophyscn-
haften, basaltischcn Gesteine gehören einem in der Bildebene (Steinbruchwand)
streichenden Gang an, der im Vcrwittcrungsbercich dcs Granits von der Uasal~-
schmelze tmregclmiiDig latcrd aufgcweitct worden ist. Höhe du Sicinbruchwand
etwa 15 m. Aufnahme: KKONIWKGIM< 19%
56
Die untcrsuchtcn Basalte sind fcinkörnigc bis dichte, schwarze bis dun-
kelgraue. sehr harte Gcstcine mit splittrigem bis muscheligern Bruch. Häu-
fig sind mm-, scltcn cm-gronc, bräunliche bis giünlichc Einsprengiingc
von Olivin sichtbar, weniger gut dunkle, spät& von Py~,[Link] angewit-
tcrtcn grauen bis bräunlichgraucn Basaltkrustcn sind die Einsprenglinge
deutlicher sichtbar. Hier sind die ,ar Zersetzung neigcndcn Olivine
manchmal etwas hcrausgcwittert.
In den meisten Vorkommen ist die säulige Absonderungsform des Ba-
saltes ein charakteristisches Merkmal. Besonders schtin ist diese im aufgc-
lassencn Steinbruch am Schloßberg bei Neuhaus sichtbar (Abb. 11). Die
Säulen mit ihren polygonalen Umrissen haben Durchmesser von 1 bis 7.~1
cinigcn dm. je nach Müchtigkeit und Größe dcs Vorkommens. Die Nci-
gung zum Zerfall in fast isometrische Blöcke ist durch Querrisse in den
Säulen vorgezeichnet. Die mcistcn Vorkommen sind von Feldern und
IHaldcn solcher Blöcke umgeben, die. eingearbeitet in pleistozäne FlicB-
Ichnie. angrcnzcndc Granitflächen weithin überdecken.
Nach Mineralbestand und Chemismus gchörcn die hlcr vorkommcndcn
Basalte LU den Alkalibasalten. Es sind übcrwiegcnd Oliv inne phel in i -
te, mit welchen - nach HUCKI:N~IOI.% (1977) ~ im Vorkommen Neuhaus-
Schloßberg N e p he I i n b as a n i t verknüpft ist. Der Olivinncphelinit ist
durch die Hauptgcmengteilc Olivin, Klinopyroxcn, Ncphclin und Titano-
Abb. II. Säulige Absonderung des HamItes im chcmaligcn Steinbruch aul’ dem
Schkdbcrg bei Ncuhaun.
magnetit charakterisiert. Im Nephelinbasanit kommen hierzu noch Plagio-
klas und Alkalifeldspat (Anorthoklas).
In einer nach dem Druck der Geologischen Karte Selb/Schönberg ver-
öffentlichten Arbeit teilen HUCKENHOLZ & SCmöDm (1985) neue Unter-
suchungsergebnisse an Basalten dieses Raumes mit. So wird der Basalt des
Stein- und Heiligenberges (das Vorkommen wird vom Südrand des Blattes
Schönberg geschnitten) auf Grund eines zwischen 2% und 10% betragen-
den Melilithgehaltes als Olivinmelilithnephclinit bezeichnet. Den
Olivin- und Ca-Klinopyroxen-Einsprenglingen (12-14 Vol-%) steht hier
eine (fast) feldspatfreie Grundmasse aus Olivin + Klinopyroxen + Nephe-
lin( + Analcim) + Melilith + Erz+ Apatit gegenüber.
Im mikroskopischen Bild ist der bereits makroskopisch gegcbcnc Ge-
gcnsatz zwischen Einsprenglingen (0 in der Regel bis zu mehreren mm)
und dem feinkörnigen Grundgewebe mineralogisch differenziert. Die zwi-
schen 13 und 30 Vol.-% ausmachenden Einsprenglinge sind zum gröM-
ten Teil mitgebrachtes, nichtaufgeschmolzenes Material aus dem Mobili-
sationsbereich der Basalte im oberen Erdmantel. nach HUCKENHOLZ
(1977) aus mehr als 80 km Tiefe. Es handelt sich zum kleinen Teil um Oli-
vin-Orthopyroxen-Klinopyroxen-Verwachsurigen (0 hier selten größer als
I cm). Zumeist sind es Olivine in allen Größenordnungen bis zu mehre-
ren mm. Die kleineren sind häufiger idiomorph, doch stets mit Anzeichen
von magmatischer Korrosion. Vor allem gröf~ere, bis mm-große Olivine,
sind bis zu skelettartigen Formen korrodiert; schliefjlich kommen xeno-
morphe Olivine in allen Größenordnungen vor. Es sind geringe Serpenti-
nisierung und in manchen Vorkommen der von SPANGENBERG(1949) be-
schriebene Abbau zu gelblichem Villarsit und orange- bis rostrotem ld-
dingsit verbreitet. Die Anteile von Orthopyroxen (Enstatit) und Klinopy-
roxen (Diopsid) an der Einsprenglingsgeneration sind in der Regel gering.
In allen untersuchten Basalten fanden sich einsprenglingsartige An -
teile von granitischem Material (2,4-3.5 Vol.-%; 0 bis zu 2 mm).
Diese Fremdbestandteile entstammen dem obersten Teil des Aufstiegswe-
ges. In der tertiär vergrusten Granitumgebung können diese Anteile we-
sentlich gröDer sein (Wartberg bei Längenau). Die eingeschlossenen
Quarze besitzen scherbige bis tropfenartig gerundete Formen. Sie sind von
verglasten und rekristallisierten Reaktionssäumen umgeben und oft von
winzigen Glaseinschlüssen durchzogen. Der Kalifeldspat ist sanidinisiert,
die Plagioklase in Verwachsurigen von neu kristallisiertem Plagioklas und
Kristallisaten von Calcit, durchsetzt von Augitkriställchen, Magnetit und
Apatitnadeln umgewandelt.
Die aus der Schmelze kristallisierte Bus a 1t m a t ri x besteht aus einem
feinkörnigen, meist fluidal parallelorientierten Kristallgewebe von Augit
(53370 Vol.-%), dessen Zwickel von Nephelin eingenommen werden (14-
58
27 Vol.-%); eingestreut sind beachtliche Magnetitanteilc (8-12 Vol.-%) und
die oben beschriebenen Olivinanteile (in der GröUenordnung der Matrix-
gemengtcile: l-5 Vol.-%, jedoch insgesamt 9-23 Vol.-%).
Die Augite (Titanaugit) treten in einer Reihe von Vorkommen in
zwei relativen GröDenordnungen auf. Die gröljere Generation (mit deutli-
chem Sanduhrbau) ist bei gehäuftem Auftreten meist kurzprismatisch
(Längs- 0 0,03-0,2 bzw. O,l-l,O mm), bei sporadischem Auftreten meist
langprismatisch idiomorph. Die kleine Matrix-Generation (Längs- 0 0,OI-
0,03 bzw. O.O2&O,lOmm) bildet ebenfalls meist idiomorphe (bis hypidio-
morphe) Prismen. Neben der vorherrschenden subparallelen Regelung
treten auch knäuelartige Verwachsurigen auf.
Der als Mineral wenig auffällige N ep hel in in den Zwickelräumen
oder kleinen, nestartigen Aufweiturigen, ist häufig von Apatitnadeln
durchsetzt. Der Titan0 m agn e t i t (Korn- 0 je nach der Gefügeentwick-
lung 0.005-O,03 bzw. 0,02-O,10 mm) tritt hypidiomorph oder in abgerun-
deten Formen auf. Da und dort erscheinen kleine lappige Biotitc im
Grundgewebe. Als sckundärc Veränderung wird eine geringe, nestartig
konzentrierte Karbonatisierung beobachtet.
Basalttuff
Im heute aufgefüllten Steinbruch der Höhe 616 m SW Thierstein war
zur Zeit des Abbaues eine bis 6 m mächtige Lage von Basalttuff aufge-
schlossen. Diese lag unmittelbar über dem verwitterten Granitsockel und
stellt -wie in anderen Vorkommen NE-Bayerns (vgl. SÖLLNI~R 1960) - die
erste Phase des damaligen Basaltvulkanismus dar. Die Tuffschicht führte
neben Aschen relativ große Anteile von Granit (bis zu 40 cm große Brok-
ken) sowie bis ca. 30 cm große Basalt- und bis 10 cm große Olivinbomben.
Bei den allgemein bestehenden Zersetzungserscheinungen ist die Um-
wandlung der Olivine in eine moos- bis giftgrüne Masse (Seladonit) beson-
ders auffällig.
59
Tertiärs in Form von stark verwitterten, zcrsetztcn Glimmcrschiefcrn auf-
geschlossen. Das Tertiär ist randlieh von einer dünnen FlieMcrdcdeckc
überlagert. Die fragliche Zuordnung zum Plioziin beruht auf der lithologi-
schen Ausbildung der Ablagerungen und dem Vergleich mit cntsprcchcn-
den Ablagerungen in der Mittertcicher Senke. Doch ist bei unsercm Vor-
kommen auch miozänes Alter nicht auszuschließen.
6. Quartär
(GERHARD STICTTNPX)
6.1. Pleistozän
60
ver Kraft und hohem Transportvcrmögcn anschwellen. Sic haben groDcn
Anteil an der Ausgestaltung der heutigen l‘allandschaftcn.
61
Schuttdcckcn entstand durch die Einsedimcnticrung feinerer Partikel in
das Gerüst gröberer Komponenten, sodaß die crworbenc Festigkeit nicht
durch Firneisbelastung erklärt werden muB.
Im Fichtclgebirge sind die frischesten Formen dieser pleistozänen Gc-
steine in Lagen über 800 m erhalten. Hier sind sie von der Oberfläche ha
nur bis etwa 40 cm Tiefe aufgewittert. Ihre Entstehung fällt in die Ictzte
Kaltzeit. In tieferen Lagen sind die nächstälteren Hochlagen-FlicDerden
tiefgründiger aufgewittert und dieser Bereich zu normalen FlieMerden um-
gestaltet. Während diese Verhliltnissc auf Blatt Sclb/Sch»nberg allgemein
bestätigt werden konnten, waren weitere Untcrgliedcrungcn wie im Zcn-
tralstock dcs Fichtelgebirges nicht durchzuführen.
6.1.3. Granitverlehmurig
62
6.1.4. Fließerden mit Basaltschutt, Basalttuff und umgelagerte
Basaltverwitterungslehme p,B
Die Kcste der ehemaligen Dasaltvulkane liegen stets auf den Resten
einer obermiozänen Rumpffläche. Da diese mit den Bereichen tiefgründi-
ger Verwitterung (Zersatz) und den tertiären tonigen Ablagerungen iden-
tisch ist, waren hier die Voraussetzungen für pleistozänc ßodenbewegun-
gen in besonderer Weise gegeben. Hinzu kommt, daU die mit dem Vul-
kanismus einhergehende hydrothermale Zersetzung des Sockels und der
Tuffe (Montmorillonit-Bildung) in gleicher Weise die pleistozänen ßoden-
bewcgungen fördcrtcn. So ist es verständlich, daB die an die ßasaltvor-
kommen angrenzenden Hänge bis in die Täler hinab von Basaltschutt in
einer grauen, graubraunen, zum Teil rostig gcflccktcn Lehmmatrix (ßa-
saltlehm) überkleidet sind. Diese Decken kommen in dünnen Schleiern
und als bis zu mehrcrc Meter mächtige Massen vor. Gegen den anstehen-
den Basalt gehen sic in ßlockhaldcn über. Entgegengesetzt nimmt der
Durchmesser der ßasaltblöckc ab und neigt sich immer mehr der Kugel-
form.
63
Eine mittlere Höhenlage über dem heutigen Egerniveau nimmt der
Quarz-Geröllschleier am Hirschsprung und bei Hendelhammer ein (IO bis
15 m).
6.2. Holozän
Nach der letzten pieistozäncn Kaltzeit kchrtcn vor etwa IO 000 Jahren
die geschlossene Pflanzendecke und Bewaldung zurück und der Wasscr-
haushalt glich seither ungefahr dem heutigen. Die Umlagerungen sanken
auf ein Minimum. Sie gliedern sich in die Auenlehme der Täler und die
von Mcnschcn verursachten Bodenbewegungen (künstliche Aufschüttung
11. a.). Hinzu kommen die im Blattgebiet nicht unbetrlichtlichen Vermoo-
rungen.
64
6.2.2. llic Moorvorkommen der Kartenblätter Nr. 5838 Selb und
Nr. 5839 Schiinberg
(MAX SC~IIUCII und WALTIX LAFOI~CP)
*) Anschrift der Verfasser: Dr. MAX SC’HLICH und WAI:rI,,K LAFORC’F., Baycrischc
Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau, Mcnzingcr Stralle 54, D-X000
München 19.
65
dclt es sich bei den Moorbildungen um kleinflächige, meist auch gcring-
mächtige Moore, die in den vernäljten Tälern, Senken und Mulden der
Selber Hochfläche aufgewachsen sind. Schon frühzeitig wurden die Moore
durch verbreiteten Torfabbau intensiv genutzt. Dies führte zu einer crheb-
lichcn Verringerung in Ausdehnung und Mächtigkeit. Vielfach wurde der
Abbau bis nahe dem mineralischen Untergrund durchgeführt, so da0
zahlreiche Moore nicht nur im Habitus und im Moortyp grundlegend ver-
iindcrt wurden, sondern häufig nur noch als Anmoore zurückgeblieben
oder auch gänzlich verschwunden sind. Einige wenige. wcitgehcnd unbc-
rührte. noch intakte Moore und Moorteile wurden im Staatswald südlich
von Selb beobachtet. Aber auch hier sind die Moore häufig mit Fichten
angepflanzt und als solche kaum noch erkennbar.
‘) Die Nummern sind an den Rändern vorliegender Karte vcrmcrkt und setzen
sich hinter der Angabe NO uus einer römischen (senkrechter Kartenrand) und einer
arabischen Ziffer (wnagrechter Kartenrand) zusammen.
66
Die Lagt der cinzclnen Bohrungen ist mit Rechts(R)- und Hoch(lH)-
Wert?) gckcnnzeichnct. Angaben über die mittlere Höhenlage über Nor-
malnull (NN) der Moorvorkommen wurden der topographischen Karte M
I :25 000 entnommen.
Die im Profilaufbau verwendeten Abkürzungen entsprechen der Norm
DIN 4220 bzw. der Karticranleitung zur Bodcnkartc M l:25 000. 1971.
Demnach bcdcutet: Hh = Hochmoortorf, Hü = Übergangmoortorf. Hn
= Niedermoortorf. H = Zersetzungsgrad nach der loteiligen Skala nach
VON [Link] sind mit der Abkürzung NSG gckennzcich-
nct.
67
Nördlicher Teil: Übergangsmoor mit Föhren und einzelnen Fichten be-
stockt. Offene Übergangsmoorfläche mit angrenzendem kleinen Teich im
Norden.
Südlicher Teil: Niedermoor mit altem Erlenbestand und Erlenbruchwald.
Im Süden Niedermoorstreuwiese. Im Bereich alter, völlig verfallener.
kaum noch erkennbarer Torfstiche oft nur noch geringmächtige. stcllcn-
weise auch völlig fehlende Torfauflage.
68
Hn, ühcrwicgend C’crrex-Katlizcl-8 85,6 12,3 4s
Icn. Lahlrcichc stark zersctztc
1k)krcstc, etwas /‘hrrrgmik?s
Hn-Waldtorf, sehr viel Corex- 9 82,X 19,o 4,x
I<adizcllenund Holzrestevon Pi-
nus und cf. Hctula, etwas Cpise-
tlW7
69
Nordöstlich Selb, Kirchleinsgrund NO XCVlll 18
Etwa 450 m westnordwestlich der Sommermühle, ca. 3 ha, etwa 560 m ü.
NN.
Flachgründiges Übergangsmoor mit Niedermoor-Streuwiesenvegetation.
Im Zentrum beginnende Verbuschurig durch zahlreiche Weidengruppen.
Kleiner Birkenbestand an der südöstlichen, schmaler Grünlandstreifen an
der nordwestlichen Moorgrenze.
Profilaufbau (R 45 1I 030; H s560 020)
Tiefe Botanische Zusnmmensctzung tI WXSer- Glührück-
(cm) bzw. pctrographischer Befund gehalt stand (h”lYcl,
(X) (%)
~ 60 Hü, überwiegend Ccnex-Radiiel- 8 82;6 12,2 - 4,l
Icn, viel E~iq~ho~un~ und Phqq-
mires, etwas Sphugnum, verein-
zelt Laubmoos, zahlrcichc Holz-
reste
-100 Sand, kiesig
70
86,l 3,2 3,2
71
Nordwestlich Großwendern NO XCVII 14
Etwa 1400 m nordwestlich Großwendern, südwestlich der Bahnlinie, ca. I
ha, etwa 565 m ü. NN.
Bewaldetes Übergangsmoor mit kleinflächiger Streuwiese im Westen und
Torfstichen im Zentrum. Westliche Moorgrenze im Uferbereich eines Tei-
ches.
Ca. 1300 m nördlich, zwischen der Höhenangabe 618 und dem westlichen
Kartenrand, ein überwiegend offenes Niedermoor mit 0,2 ha Ausdehnung.
Östlich Spielberg NO XCVII 15
Ca. 600-700 m östlich Spielberg, ca. 2 ha, etwa 575 m ü. NN
Schmaler Niedermoorkomplex im Wiesental des Grün-Baches. Alter Bir-
kenbestand und verfallene Torfstiche im zentralen Teil.
Kulturflächen mit Futter- und Streuwiesen im Nordwesten und Südosten.
Etwa 1500 m nordwestlich im Quellgebiet des Grün-Baches. Zwei Über-
gangsmoore, je 0,3 ha, mit Fichten, Erlen und Birken bestockt.
Nordöstlich Oberweißenbach NO XCVIl 16-17
Ca. 800 m nordöstlich OberweiDenbach, ca. 2 ha, etwa 550 m ü. NN.
Übergangsmoorbildungen in der ausgeprägten Talmulde zwischen Kar-
rcnbühl-Berg und Vielitz-Berg.
Landwirtschaftliche Nutzung durch Futter- und Streuwiesen.
Mehrere alte Torfstiche im Südwesten.
Profilaufbau (R 4506 900; H 5559 210)
Ticfc Rotanisehe Zus~unmensetzung H Wasser- Glührück-
(cm) bzw. pctrographischer Befund gehalt stand (In’Kcl)
(Yb) (T’)
PI IO Hü-Waldtorf, fast ausschIbAIich 9 78,O 17.0 5,9
stark zcrsetztc Holzreste, verein-
zelt Cmex-Radizellen und
Sph<ignutn
-170 Feinsand, tonig
190 Sand und Feinkies
Etwa 1700 m westlich im Bereich von Quellbächen des Bernstein-Baches,
südlich der Höhenangabe 568. Weitgehend ausgetorftes geringmächtiges
Übergangsmoor mit Sekundärbewaldung aus Fichte, Föhre und Birke,
0.5 ha.
Südlich Selb NO XCVlI 17-18
Südlich Selb, zwischen Unterweißenbach und Selber Vorwerk, ca. 400 m
südöstlich vom Klepper-Bühl (Höhenangabe 573), ca. 2 ha, etwa 550 m ü.
NN.
72
Vcrsurnpfungs-Niedermoor in schmaler, von West nach Ost verlaufender
Talmulde im Tcichgcbiet südlich Selb.
Durch Fischteicht mehrmals getrenntes Niedermoor. Streuwiesen im Wc-
sten, grünlandgenutzte Kulturflächen im Osten.
Südlich Stopfersfurth NO XCVII 18
Zwischen Stopfersfurth und Linden, südwestlich der StralJe Selb-Eger, zu-
sammcn ca. 2 ha, etwa 560 m ü. NN.
Drei ehemals zusammcnhiingcnde, hcutc kultivicrtc und landwirtschaft-
lich gcnutztc Niedermoore, 0,3. 0,7 und 0,8 ha.
Etwa 400 m westlich ein weiteres grünlandgenutztes Niedermoor, 0,9 ha.
Südwestlich Längenau NO XCVII 19
Etwa 1500p2300 m südwestlich und südsüdwestlich Längcnau, zusammen
ca. 4 ha, etwa 562-570 m ü. NN.
Vier Moorvorkommen im Bereich der Tcichgruppc südlich L:ingenau:
Etwa 150 m westlich der I-löhenangabe 570.0. Ubcrgangsmoorhildungcn
südiistlich cincs Teiches und an dessen Ufer anschlicRcnd. Vollständig mit
Fichten und einzelnen Spirkcn bestockt, 0,9 ha.
Im Westen vom nördlich gclcgenen Markgrafen-Teich. Langgestrecktes
mit Moorwald bestocktes Niedermoor, 0,X ha.
In der Talmulde zwischen Langer Teich und dem südlich gelegenen Mark-
grafen-‘l‘cich. Offenes Niedermoor-Anmoor mit Streuwiesen-Vegetation,
0,6 ha.
Im Süden vom südlich gelegenen Markgrafen-7‘cich. Geringmächtiges,
mit Fichten aufgeforstetes ü bcrgangsmoor. 2, I ha.
Profilaufbau (II 4s 12 720; I-I s5 58 130) Im Süden vom südlich gelegenen
Markgrafen-Teich
Tielc Iiotanischc %usarnniensclzung 11 Wasses- Glührück- PH
(cm) bzw. pctrograpliischcr I~efund ghlt stand (In KCI)
(%) (%)
~100 Hü-WaldtorI’, last ausschliclllich 7 77.8 15.7 3.0
stark xrsctzte Pin~rs-Holz.-und
liinclenrcstc, ganz vcrcinzclt
Sphrignurn
73
Durch Verlandung entstandene Übergangsmoorbildungen am Ostufer des
Breiten Teiches. Kleine Kiefernwäldchen im Zentrum und am südlichen
Moorrand. Artenreiche Übergangsmoor-Vegetation. Alte, kaum noch cr-
kennbare Torfstiche. Schmaler, mit Fichtenanpflanzungen dicht bestock-
ter Niedermoorausläufer nach Osten.
Profilaufbau (R 45 14 220; H 5558 040)
Tiefe Botanische Zusammensetzung H Wasscr- Glührück- pH
(cm) bzw. pctrographischer Befund gehalt stand (In KCI)
(Yo) (%)
50 Hü, überwiegend Scheuchzcrirr 7 85,i 14,4 4,1
und Carex-Radizellcn (häufig
Curcs limosu), viel Sphugnum,
vereinzelt ßetukl-Rindenreste
110 Hü, überwiegend Carex-Radizel- 7 XY,5 14, I 42
len (häufig Carex limosa) und
Scheuchzeria, häufig Spkqnunz
und cf. Khynchosporo, etwas Me-
nyrrnthes, vereinzelt Pintts-Rin-
dcnrcstc
PI60 Ton, schwach humos
Darunter Sand, kiesig
Hammerwald NO XCVI 17
Im Forstdistrikt Hammerwald, ca. 3000 m südsüdwestlich Selb, zusammen
ca. 6 ha, etwa 535-545 m ü. NN.
Elf kleinflächige weitgehend naturnahe Moorvorkommen in der weiten,
nach Südwesten offenen Talung des Lausenbaches innerhalb der Höhenli-
nie 550.
74
Einzelbeschreibung von West nach Ost.
An der Kalten Leite:
Zwei kleine bewaldete Niedermoore, 0,l und 0,2 ha.
Zwischen Dachs-Loh und Lärchcngarten:
Mit Fichtenanpflanzung dicht bestocktes Übergangsmoor, 1,7 ha.
östlich Dachs-Loh, ca. 200 m südlich der Höhenangabt 554:
Niedermoor mit Fichtenwaldungen, 1,7 ha.
Südöstlich Sandbrunnen, ca. 170 m wcstnordwcstlich der Gewässerhöhen-
angabe 528:
Völlig bewaldetes, 0,2 ha groBes Niedermoor.
Ostsüdöstlich Sandbrunnen. südlich der Höhenangabe 539:
Im Norden offenes, im Süden bewaldetes Übergangsmoor, 0.9 ha.
Südlich Schmierofen, ca. 100 m südwestlich und ca. 200 m westlich der
Höhenangabe 549:
Zwei Vernässungs-Niedermoore teils mit Bewaldung, teils mit Streuwic-
senvegetation, je 0,15 ha.
Nördlich Schmierofen, ca. 230 m südlich der Höhenangabe 533:
Übergangsmoor mit Fichten bestockt. Alte Torfstiche im Zentrum, 0,8 ha.
Nördlich Schmierofen, unmittelbar bei der Höhenangabe 533:
Offenes, flachgründiges Niedermoor mit mineralischen Einschwcmmun-
gen und Streuwiesenvegetation, 0,3 ha.
Südlich Schrögels-Berg, ca. 260 m südlich der Höhcnangabc 557:
Kleines, völlig bewaldetes Übergangsmoor. 0,I ha.
75
Profilaufbau (R 45 09 690; H s5 56 160) Im kleinen Hochmoorkomplex im
Norden
Tiefe RotaniseheZusammensetzung H Wasser- Cilührück-
(em) bzw. petrographischer Befund gehalt stand (tnpKCl)
@) (%)
~ 60 Hh-Waldtorf, überwiegend Pi- 9 76,5 15,3 3,3
,rus-Rindenreste und ganz stark
zersetzteHolzreste,etwas Sphq-
num
-100 Hü-Waldtorf, überwiegend sehr 9 79,3 37,l 3,9
stark zersetzte Holzreste, häufig
Curex-Radizellen, etwas Sphrrg-
num
~-120 Sand und Kies
76
Abb. 12. Übergangsmoor östlich vom Wunsiedler Weiher. BeginnendesHochmoor-
wachstum (R ” IO 150, I-I ” 57 090) durch Bildung von Sphr~,gnumrascn deutlich
sichtbar. Ehemalsumfangreicher Torfabbau ist heute kaum noch zu erkennen.
moorregenerationsfläche, s. Abb. 12. Zahlreiche noch deutlich erkennbare
alte Torfstiche weisen auf ehemals umfangreichen Torfabbau hin. Kleine,
sehr nasse Hochmoorfläche teils bestockt, teils mit S,&qnumrasen im
Südwesten. Niedermoorausläufer nach Norden stellt die durch Teich und
Strake unterbrochene Verbindung zum ehemals wesentlich griißercn
Moorgebiet ,,Fußwach“ im Bebauungsgebiet der Siedlung Selber Vor-
werk dar.
Verbliebener südlicher Niedermoorrandstreifen überwiegend bewaldet.
Torfstiche und anschließender Übergangsmoorrandstreifen im Südwaten.
Offenes Niedermoor mit Streuwiesen im Bereich des Lausenbaches, etwa
200 m westlich der Straße Selb-Silberbach bis zur Aufschtittungsflächc.
Fortsetzung nach Nordosten im schmalen Tal des ßaches bis in das Moor-
gebiet Häuselloh-Steinkreuzloh.
Zwischen der Aufschüttungsfläche und der StraBe Selb-Liebenstein:
Nicht abgebauter, relativ trockener Moorkomplex mit dichten Moorwald-
bcständcn aus Föhre, Fichte und Birke. Hochmoorfläche mit anschliel$cn-
dem Übergangsmoor wird von schmaler Niedermoorzone fast völlig um-
schlossen. Entwässerungsgräben an der Längsachse und im Süden. Dis
über 4 m mächtige Torflager über sandig-tonigen, teils auch kiesigen Ab-
lagerungen mit ungestörtem Schichtenaufbau, siehe Beilage 3.
Fortsetzung der Moorbildungen nach Südosten, durch bereits erwähnte
Stralle von oben beschriebenem Moorteil abgetrennt, in einen langge-
77
streckten, wurzelechten Hochmoorteil, mit Fichtenhochwald vollständig
bestockt.
östlicher Teil
Zusammenhängender Hoch- und Übergangsmoorkomplex zwischenn der
Siedlung Selber Vorwerk und der Landesgrenze.
Teufelsloht: Niedermoorausläufer aus dem Tal des Lausenbaches zieht
über eine Teichanlage nach Nordwesten zum anschliel3enden Überg angs-
moor Teufelslohe. Beide Moorteile überwiegend mit Fichten bestockt
Abb. 13. Torfabbaugebiet Häuselloh im Jahre 1966. Im Hintergrund ist die Stich-
kante und das dahinterliegende, dicht hewaldcte NSG Steinkrcuzloh deutlich zu er-
kennen. Im Mittelgrund der ahgetorfte Bereich. In der offenen, verlandenden was-
serfläche im Vordergrund haben sich Juna~s effisus und Sphrrplumartcn anIgesic-
dclt.
78
Häuselloh: Fast vollständig ausgetorfter, ehemaliger Hochmoorteil. Im
Abbaugebiet nur noch geringmächtige, oft auch völlig fehlende Torfaufla-
gc. Sekundärer Moorwald aus Birken, Föhren und Fichten in den übcr-
wiegcndcn Teilen. Im Osten der einstmaligen Abbaufläche Renaturie-
rungsversuch durch Abdichten der Entwässerungsgräben, s. Abb. 15. In
den eingcstautcn, WiedervcrnäMtcn Gebieten größere waldfreie Bereiche
mit verlandenden, offenen Wasserflächen, s. Abb. 13 und Abb. 14. Potcn-
ticllc Regenerationsflächen zum Übergangs- und Hochmoor. Schmaler.
nicht abgebauter Hoch- und Übergangsmoorrandstreifen irn Süden und
Abb. 14. Toriabbaugebiet Häusclloh im Jahre 1983. Die abgetorften, schon etwas
trockenci .en Rcreiche sind meist mit Nadelholzarten dicht bestockt. Die Verlandung
der c)fftX (en Wasserfläche ist bereits weit fortgeschritten. Noch immer dominieren
Flatterbinse und Torfmoose im NaIJbiotop.
79
Osten mit Fortsetzung zum NSG Steinkreuzloh. Zwei bewaldete Übcr-
gangsmoorausläufer, nach Süden ohne, nach Nordosten mit Unterbrc-
chung durch eine schmale Mineralbodenzunge.
Steinkreuzloh NSG: Weitgehend unberührte Restflächen des degradierten
Hoch- und übergangsmoorkomplexes. Zentral gelegene Hochmoorfläche
von Übergangsmoorrandstreifen umgeben. Sackungs- und Austrock-
nungserscheinungen im Bereich der von Süd nach Nord verlaufenden
Stichkante. Dichte, naturnahe Moorwaldbestände aus Föhren, Fichten
und alten Spirken.
Geländeschnitt von Westen (Al) nach Osten (A2) und Profilaufbau siehe
Beilage 3.
Profilaufbau (R 45 10 200; H 5s56 910)
entspricht dem Bohrpunkt Nr. 4 der Beilage 3
Tiefe Botanische Zusammensetzung H Wasser- GlühtTick- PH
(cm) bzw. pctrographischcr Iscfund gehalt stand (In KCI)
PJ) (%)
80
-180 I-lü, überwiegend Scheuchzericr 8 91,l 535 3,h
und Carex-Radizellen, ganz ver-
einzelt Sphugnum und Equise-
lum, ganz wenig Pinus-Holzreste
81
-380 Hn-Waldtorf, überwiegend 9 78,6 34.1 4.0
Holz- und Rindenreste von Be-
ruln und cf. Alnus, häufig Cnrex-
Radizellen, etwas Phrugrni~.~
und Equisetutn, ganz vereinzelt
Laubmoosreste
400 Feinsand. tonig, humos
82
-270 Hü-Hn, überwiegend Carex-Ra- 6 91,6 22 3.7
dizellen, viel Scheuchzeria, häu-
fig Phrugmites. etwas Sphugnum,
viele Rindenreste von Betula und
Pinus, einzelne Holzreste von
Betub
Darunter Gestein
83
Zwei mit Fichtenwaldungen dicht bestockte Moorvorkommen in der
Forstabteilung Kniebrecher:
Ein Niedermoor, 1,Oha, südöstlich der Höhenangabe 539 Russmannswie-
se, ein Niedermoor-Anmoor, 1,4 ha, ostsüdöstlich der Höhenangabe 543.
84
Südlich Marktleuthen NO XCV 14
Nordwestlich, westlich und südöstlich der Ortschaft Habnith, zusammen
ca. 1 ha, etwa 536-543 m ü. NN.
Ca. 700 m nordwestlich Habnith zwischen der Bahnlinie Marktredwitz-
Hof und dem westlich gelegenen Teich sowie an dessen Westufer:
Zwei Niedermoor-Anmoore mit Streuwiesen, 0,08 und 0,05 ha.
Westlich Habnith, ca. 300 m und ca. 150 m westlich der StralJe sowie zwi-
schen Straße und Bahnlinie:
Drei Niedermoor-Anmoore, durch Streu- und Futterwiesen landwirt-
schaftlich genutzt, 0,2,0,3 und 0,I ha.
Südöstlich Habnith, um die Höhenangabe 536:
Kultiviertes, grünlandgenutztes Niedermoor-Anmoor, 0,3 ha.
Einleitung
In den beiden, nunmehr schon 150 Jahre alten, langst vergriffenen
Schriften von Mosr:~ (1825, 1840) werden der Torfabbau, die Torfverwer-
tung und die Moornutzung im Fichtelgebirge in sehr ausführlicher Wcisc
angesprochen. Die Schilderungen jener Zeit erlangen heute eine um so
gröDcre Bedeutung, als ein Vergleich der damaligen Probleme mit der
hochaktuellen Entwicklung der Torfnutzung gerade in unseren Tagen
zwar keine absolute Parallelität aufzeigt, sehr wohl aber die cxponiertc
Stellung der Moore in der Industricgcscllschaft verdeutlicht. Es crschcint
daher angebracht, die Geschichte des Torfabbaues und der Torfnutzung
im Fichtelgebirge auf der Grundlagt von MOSFX in zusammengefal~ter
Form dem Leser unserer Zeit nahezubringen.
Die Waldgeschichte
In der Altsteinzeit, etwa 10 000 Jahre v. Chr., begann der Wald die Roh-
bödcn in den cisfreicn Gebieten Mitteleuropas zu crobcrn und zu besic-
dein. ßereits 2000 Jahre später war die Rückeroberung gelungen. Der
Wald bedeckte einstmals ganz Bayern und konnte sich über viele Jahrtau-
sende hinweg behaupten. Von den Menschen wurde der Wald lange Zeit
gcmicdcn. Erst in der Bronze- und Eisenzeit setzten erste Rodungen ein.
Bereits um 1300 n. Chr. war der Wald zugunsten der Feldflur auf etwa ein
Drittel der gesamten Landesflache zurückgedrängt. Diese Wald/Fcld-Ver-
teilung hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Holz war neben der Was-
scrkraft die einzige Energiequelle.
86
mcn. Die Öfen der Zuckerraffinerie in Wunsicdel wurden in dieser Zeit
ebenfalls auf Torfbetrieb umgestellt.
In jahrelanger, konstruktiver Versuchs- und Aufbauarbeit war es gelun-
gen, den Qualitätsstandard und die Wirtschaftlichkeit dcs neuen Energic-
trägcrs für Haushaltungen und ,,für die in Feuer arbeitenden Gewcrbc”
nachzuwciscn. Brenntorf begann den Markt zu crobcrn. Schon bald wurde
cr zum unverzichtbaren Betriebsmittel in der Energiewirtschaft. Dies
führte zu steigender Nachfragt und sicherem Absatz. Ein planmäDiger, ra-
tioncller Torfabbau auf kommerzieller Basis war notwendig geworden. Im
Jahre 1840 wurde eine 38 Punkte umfassende ,,Vorschrift zum Torfbe-
trieb” erlassen, die im wesentlichen technische Anweisungen zur Torfgc-
winnung und zur Torftrocknung enthielt, aber auch schon vorausschaucn-
dc, landcskulturcllc Forderungen zum Inhalt hatte. In einigen Punkten ist
cinc bcmerkcnswertc Parallelität zu dem im Jahre 1981 aufgehobenen
,,Gesetz über Torfwirtschaft“ aus dem Jahre 1920 nicht zu übersehen.
Nach langjähriger Pionierarbeit, die von Aufklärung und technischem
Engagcmcnt, vor allem aber von der Überwindung uralter Gewohnheiten
gekcnnzcichnet war, konnten die Torfprodukte eine gefestigte Stellung in
der Encrgicvcrsorgung cinnchmcn. Trotz aller Schwierigkeiten und MiD-
hclligkciten im Encrgicsektor war an eine viillige Ausbeute der Torfvor-
rätc jedoch nicht gedacht. Die Versorgung der stetig zunehmenden ßevöl-
kerung mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und die zunehmend schwic-
rigc Situation in der Ernährungssicherung machten eine Vergrößerung der
Anbauflächen dringend erforderlich. Die Kultivierung und Urbarma-
chung der abgctorften Moore und ihre Überführung in das land- und
forstwirtschaftliche Nutzflächenpotential wurde unter diesen Vorausset-
zungen geradezu erzwungen.
Unter diesen Aspekten leitet die ,,Geschichte des Torfabbaues und der
Torfnutzung im Fichtelgebirge“ in die ,,Entstehungs- und Kulturgc-
schichte der Moore des nordostbayerischen Grenzlandes“ über.
Literatur:
87
SC,HU<,I+, M. & HOIII:NsTA~f”rER, E. (1969): Die Moorvorkomrncn dcs Kartenblattes
Nr. 8331 ßayersoien. - In: HÖITILE, H.-Ctm & KuIiNi:i(r, CIII~.: Erläutcrun-
gcn zur Geologischen Karte von Bayern l:25 000 ßlatt Nr. 833 I ßaycrsoicn:
67-87. ~ München (Bayer. Geol. L.-Amt) 1969.
S<IIU<~II. M. & Ln~xmcri, W. (lY82): Die Moorvorkommen auf dem Kartcnhlatt Nr.
6037 Ebnath. - In: MI~.LKI., H.: Gcologischc Karte von ßaycrn 1:2.5 000, Cr-
liiutcrungcn Juni Blatt Nr. 6037 Ehnath: 65-79. München (ßaycr. Gcol. L.-
Amt) 1982.
Karte M 1: 100 000: Naturräumliche Gliederung Deutschlands. - Veröffentlichung
des Institutes für Landeskunde und Raumforschung und dcs Dcutschcn In-
stituts für Liindcrkundc.
DIN 4047: Landwirtschaftlicher Wasserhau ßcgriffc Moorkultur. - ßlatt 4. lY72.
7. Tektonik (Lagerungsverhältnisse)
Hinsichtlich der krustalen Stellung gehört das Btattgcbiet LU der im Sü-
den dcs Saxothuringikums liegenden Schwellenzone (Erzgcbirgc und
I?chtelgebirge). Inncrhatb dieser nimmt das Blatt Setb/Schönberg den
Kandbereich zwischen der zentraten Hebungszone (mit Gesteinen dcs prä-
kambrischen Sockels) und dem sich nach Norden anschtießendcn kam-
broordovizischcn Dach ein. Das gencretle NW-Einfalten der Metasedi-
mentc im letzteren Dachbereich ist im Blattgebiet durch zusätzliche tekto-
nischc Elemente modifiziert. Die Granite halten sich nicht an besondere
und augenfällige tektonische Vorzeichnungen, obwohl andererseits eine
tcktonischc Komponente der Platznahnie möglich ist.
7.1.1. Faltenhau
88
Abh. 16. Modell des tcktonischen Baues an I-land dcs I’rofilschnittcs A-B (vgl. I:r-
Iäuterung im Text).
89
W
90
7.1.2. Querstörungen, Schollentektonik
91
7.2. Tektonik der Granitkörper
(GEI~HAR~ISrerrNtx)
92
wobei allerdings im Bereich der tertiären Rumpffliichcn oft sehr unrcgel-
mäDigc Absondcrungsiugcn ZLI beobachten sind.
In viclcn Aufschlüssen kiinncn H a r n ist h f I iic h c n beobachtet wcrdcn,
dcrcn Kiefung Hinwcisc auf den Sinn der Kelativbcwcgungen erlauben.
1111 Steinbruch IHolzmühl (li 4501,88; H 555155) ist an SE-NW strcichen-
den Harnischflächcn der NE-Flügel überwiegend nach NW verschoben, in
einem Einzelfall nach SE. Im Steinbruch ßibersbcrg (K 4501,15; H
5553,90) ist der Ostflügel an einer SSW-NNE3 strcichcndcn Harnischfliichc
nach Norden versetzt. Die Harnische sind meist mit dünnen Mylonit- und
Quarzbcstegcn versehen.
Die karticrbarcn Stiirungcn sind ESE--WNW bis SE-NW gerichtet
LIII~ mit Zerrüttung, Kataklasc bis Mylonitisicrung, teilwcisc auch mit hy-
drothcrmalcn Veränderungen dcs Granits verbunden (siehe Kap. 4. I ,6.),
Vor allem im Wcstcn dcs ßlattgebictcs sitzen bis mchrcre m mächtige
Quarzglinge den Störungsstrukturen auf. Der ßcwegungssinn der Störun-
gen IäDt sich zum Teil an der Ficdcrstruktur der Porphyrglnge ablesen:
Der NE-Flügel ist hier nach Nordwesten verschoben. Die vertikale Kom-
poncntc der Relativbewegungen kommt dort zum Ausdruck, wo im NE-
Flügel Sclbcr Granit herausgehoben ist.
Vor allem in den aufschlullloscn Bereichen des Selber Waldes ist ein
Wcitervcrfolgen der am nördlichen Massivrand sichtbaren SE--NW-Stö-
rungen nicht möglich. Doch kann angcnommcn werden, daU das ganze
Granitmassiv von diesen scgmenticrenden Störungen in 0,5 bis l,3 km
breite Schollcnstreifcn zcrlcgt ist.
Die von den Porphyrgängcn belegte SSEGNNW bis N--S strcichendc
Struktur (vgl. fhTrNEl~ 1959) geht auf eine altere postsudetischt Anlage
zurück. Diese kommt auch im Kluftnetz deutlich zum Ausdruck. Die jün-
gerc diagonal durchgrcifendc Schollentektonik verursachte das ficderför-
mige Aufweiten der ältercn Struktur. Die gleichzeitige Füllung durch das
anatektischc, rhyolitische bis rhyodazitische Magma kann mit dem übri-
gen Porphyrmagmatismus Nordostbayerns in eine Phase gestellt werden,
wodurch die Einstufung ins ohcre Unterrotliegende angenommen wcrdcn
kann.
93
Abb. 18. Diagramme DI bis D6 der tcktonischen Daten (Klüfte etc.) aus dem Por-
phyrgranit GI. Zeichenerklärung in Abh. 19. Ortsangaben in Kap. 7.2.4.
94
-. I-.
Zeichenerklärung:
. Pole von Klüften
H Pole von [Link]
A Pole von Störungen mit Mylonitisierung und Quarz
o Pole von Strjrungen mit Vergrünungen(ChlorltIsierung1
Y Pole von KIUften mit Gangquarz, bzw. Quarzbestegen
# Pole von KIUften mit Gangquarz und Fe-Vererzurig
A Pole von Aplitgängen
P Pole von Pegmatitgängen
0 Pole von Kalifeldspattafeln
o Pole von Ganggranit (Stbr. Wartberg 1
Abb. 19. Diagramme D7 bis Ill0 der tcktonischcn Daten aus dem Porphyrgranil
G 1. Ortsangaben in Kap. 7.2.4.
95
W-(: . . -;-
D12 b
Abh. 20. Diagramme 111 I bis Dl5 der tektonischen Daten im Porphyrgranit GI
Zeichenerklärung in Abb. IY. Ortsangaben in Kap. 7.2.4.
96
.:..,.-- :. E
w.*...:
c:,
D20 ’ B
Abb. 21. Diagramme Dl6 bis D20 der tcktonischen Daten im Porphyrgranit
Zeichenerklärung in Abb. 19. Ortsangaben in Kap. 7.2.4.
GI.
97
nicrte. Eine Deutung wird sowohl im magmatischen (GOEMAN), als auch
im migmatisch-metasomatischen Sinne versucht (vgl. RICHTER & STETT-
NEK 1979).
Die Darstellung der Klüfte, z. T. auch der Harnische, Quarz-, Aplit- und
Pegmatitgänge sowie der Lage von Kalifeldspattafcln erfolgte auf der
Grundlage der flächentreuen Azimutalprojektion der Lagenkugel (untcrc
Hälfte), dem SCHMluTSChen Netz. In der Tektonischen Übersicht (Beilage
4) ist das gemessene Kluftnetz schematisch eingetragen. Die Meßbereiche
der in Abb. 18 bis 25 zusammengestellten Gefügedaten werden nachstc-
hcnd näher bezeichnet.
98
DU Steinbruch in Porphyrgranit GI 1 zwischen lIeban/, und Hiichstädt
1145.04.10; I I 55.42.30
D7 fihcmaligcr Steinbruch in Porphyrgranit G 1. E. Selh (E Sommermühle)
Ii 45. I I .hO; H 55.5Y.80
1)8 Steinbruch in Porphyrgranit G 1, Wartberg hei Längcnau
It 45.13.90; H55.60,30
DY Fcl~aufschlull in Porphyrgranit GI am Schlollbcrg bei Neuhaus
K 45.1 1.50; H 55.52.75
DIO FclsaufschluD in Porphyrgranit G I am Zipfelteich SW Neuhaus
It 45. I 1.20; H 55.5 l,50
Dl I Stral3cncil7schnitt in Pirphyrgranit GI SE Silberhoch
K 45.12.70; H 55.53,XO
D12 ~~elsaufschlull in Porphyrgranit GI NW KönigsmühlelIigertal
K 45.12,YO; H 55.52310
Dl3 t’clsaufschlul~ in Porphyrgrnnit G 1 im Egcrtal SW Silhcrbach
K 45. I 1,20; I-1 55.54.26
D14 I~clsaufschlulJ in Porphyrgranit GI im Egcrtal S Silberbach
K 45.12.15; H 55.53.90
D15 Scitc 85 Dl5 FclsaufschlulJ in Porphyrgranit G I im [Link];d N Neuhaus (Ilgcr-
rangen)
II 45.12,55; H 55.53.00
Ul6 Felsaufschlull in Porphyrgranit G I auf dem Cirolkn Hcngsthcrg
Ii 45.13,55; H 55.54,65
Ul7 Felsaufschlul~ in Porphyrgranit G I E Hohenberg a.d. Eger (S Confinhaus)
K 45.16,35; H 55.51,50
DIX Fclsaufschlull in Porphyrgranit GI zwischen Masse- LI. Konigs-Mühle. N der
Eger
K 45.13,70; H 55.52,58
DIY Wie DIX, S der Eger
K 45.13,67; H 55.52,50
D20 Fclsaufschlul~ in Porphyrgranit GI E Massemühle. N u. S der Eger
li 45.14,32; H 55.52,36 und Ii 45.14.28; H 55.52,40
D2l L:hcmaliger Steinbruch in Holzmühl-Granit G IH. Holzmühl
K 45.01,88; kl 55.51.55
D22 Steinbruch-Versuch in Holzmühl-Granit GIH, N Holzmühl
R 45.01,YO; H 55.5 1.62
D23 Ehemaliger Steinbruch in Selber Granit <i IS NE Wadenhammer
It 45.04.34; H 55.54,34
D24 Steinbruch-Versuch in Sclbcr Granit GIS SW Koiscrhammcr
li 45.05,30; H 55.54.00
D25 Bahneinschnitt in Sclbcr Granit G IS NE Sehwarzenhammer
K 45.07,25; H 55.55,YO
99
N
W E
W -- I E
l
Abb. 22. Diagramme D21 bis D26 der tcktonischen Daten im Holzmühl-Granit
G IH und im Selber Granit GIS. Zeichenerklärung in Abb. 19. Ortsangaben in
Kap. 7.2.4.
100
D29 ‘4’
D31 5
Abb. 23. Ihgrammc D27 bis D32 der tektonischcn Ihtcn im Sclbcr Granit GIS.
Zcichencrklärung in Abb. Ic). Ortsangaben in Kap. 7.2.4.
101
1126 Bahneinschnitt in Seiber Granit GIS W Hohcmnühle
K 45.06.35; H 55.53,80
D27 Ehcmnligcr Steinbruch in Selber Granit GIS E Silberbach
K 45.12,30: H 55.54.75
1128 Ehemaliger Steinbruch in Selber Granit G 1s bei Häusellohe SE Selb
K 45.12, IO; H 55.57.75
D2Y Ehemaliger Steinbruch in Selber Granit GIS S Leupoldshammcr
K 45.08,90; H 55.54,48
1130 F’elsaufschluM in Selber Granit GIS NW Leupoldshammcr
Ii 45.08,70; H 55.54.80
D3l 1:clsaufschluM in Selber Granit GIS und nufgclassener Steinbruch NW Forst-
haus Wellcrthal
It 45.10.20; H 55.54,50
1132 FelsaufschluD in Selber Granit 0 IS ESE WellerthaI
R 45.1 l,OO-10; H 55.54,20
1133 FclsaufschluO in Randgrxiit G2 um Ruine Hirschstein, W Gr. Kornberg
I< 45.00.20; H 55.60,20
1134 Fclsaufschlul~ in Randgnmit G2, Wellersherg, SW Gr. Kornberg
K 45.00,14; H 55.58,48
1135 Fclsaufschlul~ in Randgranit G2, Waldaht. Birkenfleck, S Gr. Kronberg
R 45.0 I ,70: H 55.59.20
1136 FclsaufschluM in Randgranit G2, Dürrer Stein, E Gr. Kornberg
R 45.03,50; H 55.60,98
D37 Materialcntnahmc in verwittertem Kerngranit G3, SSE Vorsuchhütte
R 45.02.70: H 55.59,50
D38 Ehemaliger Steinbruch und F‘elsaufschluB in Kerngranit G3, Waldahtcilung
Hirschbrunnen und E Dürrer Stein, E Gr. Kornberg
It 45.03,65; H 55.6 l,O7
1139 Ehemalige Steinbrüche im Kerngranit G3, am Hauknack NW Gr. Kornhcrg
Ii 45.00.40; H 55.6 l,50
1>40 Ehemaliger Steinbruch in Kerngranit G3. Hirschstein, W Gr. Kornberg
R 45.00,15; H55.60.50
D4l Ehemaliger Steinbruch im Kerngranit G3, Ncudcshcrg, SW Gr. Kornberg
R 45.00,90; H 55.59,94
D42 Ehemaliger Steinbruch in Kerngranit G3. Birkenfleck (Waldabteilung Stcin-
viertel). S Gr. Kornberg
li [Link]; H 55.59.12
D43 Steinbruchversuch in Kerngranit G3, SSW Ruine Hirschstein
R 45.00,02; H 55.59.45
D44 Ehcmaligcr Steinbruch im Kerngranit Typ Wolfsgarten G3W, Waldabteilung
Wolfsgarten, SW Gr. Kornberg
It 45.00,63: H 55.58.68
102
-1
N N
. .
. .
:‘; . . *
**. *
l
w . ., E W- E
:
:
-
oci
D37 s D38 S
Abh. 24. Diagramme D33 bis D38 der tektonischen Daten im Randgranit G2 und
Kcrngranit G3 des Grollen Kornberges. Zeichenerklärung in Abb. 19. Ortsangaben
in Kap. 7.2.4.
103
E W E
Abh. 25. Diagramm D39 bis D44 der tcktonischcn Daten aus dem Kerngranit G3
dcs Grden Kornhcrges. Zeichenerklärung in Abh. 19. Ortsangaben in Kap. 7.2.4.
104
7.3. Tertiäre, landschaftsgestaltende Schollenbewegungen
Hinwcisc auf jungplioziine(?) Schollentcktonik geben Höhenrücken, die
sich LILIS der vorhcrrschcnden altpliozänen Rumpffläche in 550-600 m
Höht crhebcn. Es sind dies im NW das Kornbergmassiv, im NE der Hö-
hairücken von Plößberg bis zum Wartberg bei Liingenau und im SE der
vom Egcrtal durchbrochene Rücken mit dem GroDcn und Klcincn
Hengstberg sowie dem Stcinbcrg im Süden. Auf den schollenartig heraus-
gehobenen Rücken finden sich Vcrcbnungs- bzw. RumpfflSchenrcste dcl
altpliozänen Landobcrflächc. Am Grollen Kornberg zeichnen diese Altflä-
chenreste in Höhenlagen zwischen 580-820 m Höhe mitsamt den rahmcn-
artig umgebcndcn Versteilungsbereichen ein Schollenmosaik. Die mor-
phologisch wirksamstcn Störungen sind jeweils am FuO der steileren Ge-
ländekanten zu suchen. Sie fanden in der Karte selbst keine Darstellung,
da ein gcologischcr Nachweis schwierig ist.
Ältere tcrtiärc Tektonik, die heute morphologisch nicht mehr zum Aus-
druck kommt, ja zum Teil durch jüngcrc Hebungen übcrkompcnsicrt ist
(Stcinbcrg), ist aus der Verbreitung tertiärer Scdimcntc (Tcrtiärsenkc NW
GroDwcndcrn-Nicderlamitz) und der flächigen Verbreitung ticfgründigct
Vcrwittcrung abzulesen. Dagegen ist die allcrjüngstc Einbruchsphase des
benachbarten Egercr Beckens nur indirekt aus der Erosionswirkung det
Eger abzuleiten.
8. Geophysikalische Untersuchungen
(KUI~T BADER*)
-
*) Anschrift des Verfassers: Dipl.-Gcophysikcr Dr. Kuivr UADER, Bayerisches
GeologischesLandesamt, Hellstralle 128,8000 München 40.
10.5
gcprägtesten Relief des (unverwitterten) Felsuntergrundes finden sich
ebenfalls im Gebiet I km nördlich Brunn, im Bereich einer vermuteten
tektonischen Störung.
Es kiinnen folgende Geschwindigkeits- und spezifischen Widcrstandsbe-
reiche dem Verwitterungsprofil zugcordriet werden:
km/s Sm
obcrc Lockerzone, 1-3 m 0,345 IOO- 800
Zersatz, FlicMerden, über der GWO 0,s1,2 IOO- 400
Zersatz, Fließerden, unter der GWO 1,4-1.8 IOO- 400
Fels, kleinzerklüftet, bereichsweist verwittert 2,0-3.0 200- 800
Fels, kleinzerklüftet 3,0-3,5 400-2000
Fels, unvcrwittcrt 3,54,5 2000
106
Frankcnwälderzonc von 2,7-3,0 g/cmJ angenommen (PLAUMANN 1980,
PKrtxs 1975). Auf dem Blattgebiet selbst ist ein Schwereabfall nach Osten
vorhanden.
Die Acromagnetische Vermessung von Deutschland (BUNDESAN-
srA1.r IXJK CJI:OWISSENSC‘I~IAI.,~T-NUND Rot+sTtrr:t:t: 1976) beriihrt das Blatt-
gebiet nur am Westrand. Die dort angetroffenen Anomalien liegen über
den präordovizischcn Glimmerschiefcrn und den angrenzenden Granitgc-
stcincn und können auf einen geringen Magnctitgehalt der praordovizi-
sehen Gestcinc zurückgeführt werden.
9. Hydrogeologische Hinweise
Die Wasserführung cles Untergrundes ist abhiingig vom Porengefügt. den Wcg-
samkcitsvcrhiiltnissen und den Wasserzufuhren von tlcr Oberfläche. Wlihrentl der
oberflächliche Wasserhaushalt relativ leicht me0har ist (Nicderschl&ge, Verdun-
stung. AhflulJ). kann der dcs Untergrundes jeweils nur lokal rlurch Hohrungen cr-
fallt werden.
9.1. Grundwasser
Von einer gewissen Tiefe an, dem Grundwasserspiegel, sind alle kom-
muniziercndcn Porenräume, Klüfte und sonstigen Lockerzonen von Was-
ser erfüllt. In den Talräumen liegt dicscr Grundwasserspiegel meist nur
wenige dm unter der Obcrflächc. Er steigt, in Abhängigkeit von der gcrin-
gen Fließgeschwindigkeit dcs Wassers in den anstehenden Gesteinen,
etwas flacher als die Morphologie, auch in gröfierc Höhen. Selbst am Gip-
fcl dcs Großen Kornberges (826,72 m) dürfte der Grundwasserspiegel nur
wenige IOer von Metern tief liegen. Der höchstgelcgenc ganzjährlicht
Quellaustritt liegt hier in 770 m Höht.
Die Wcgsamkeit dcs Grundwassers ist in erster Linie vom offenen
Kluft- und Störungsraum abhängig, die Spcichcrfähigkeit allgemein vom
107
offenen Porenraum. Während die unverwitterten Gesteine nur im Kluft-
und Störungsgefüge gewisse Wegsamkeiten für den WassernachfluM bei
der Entnahme besitzen, haben die im Tertiär tiefgründig verwitterten Kri-
stallingesteine durch die Entfestigung des Korngefüges eine zusätzliche
Speicherfähigkeit erhalten. Es sind dies vor allem die Granite und granito-
idcn Gneise, wobei die mit gröberem Korn im allgemeinen tiefgründiger
verwittert sind und entsprechend ausgedehnterc Speichermöglichkeiten
bieten. In Störungszonen der Granite reicht auch die tertiiirc Verwitterung
meist tiefer hinab, weshalb hier die besten Möglichkeiten für Grundwas-
sererschliefjung sind.
Im Porphyrgranit und im Selber Granit stehen eine Reihe von Brunnen-
bohrungen (vgl. Kap. 13), die derartiges Grundwasser crschlicBen. Im in-
ncren Stadtbereich von Selb existieren älterc Wasserstollen, die bis zu
einer L:inge von 250 m in den Granit getrieben sind.
Im Bereich des Basaltvulkanismus herrscht in der Regel auch in Stö-
rungsbereichen und an den Klüften eine tonige Gesteinszersetzung, wcl-
ehe sich negativ auf die Speicherung und Wegsamkeit des Grundwassers
auswirkt.
In den Glimmerschiefer- und Paragneis-Arealen sind wohl im Raum
Sclb relativ ausgedehnte Areale mit tiefgründiger Verwitterung vorhan-
den. doch überwiegt hier der tonig-glimmerige Zersatz, der wenig offenen
Porenraum für Wasser und dessen Migration bietet. AuBcrhalb dieser Be-
reicht ist die ErschlieMung von Kluft- und Störungswasser mit sehr unter-
schiedlicher Ergiebigkeit möglich (Brunnenbohrungen der Städte Sclb und
Schönwald).
108
9.3. Hydrochemische Untersuchungen
Diese Angaben beruhen auf Untersuchungen, die 1977 von der Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe durchgeführt und im Bereich Nr. 64 dcs Reiera-
tcs 4.12-BGR-Hannover über ,,Hydrochemische Untersuchungen im Fichtclgcbirgc
und Steinwald lY77“, H. FAUT~I, Hannover 1978. enthalten sind.
Die Darstellung der Analysen in Abb. 26 und Beilage S zeigt Unter-
schiede zwischen den Granitgebieten und Metasedimentbereichen ciner-
sei& und in etwas stärkerem MaMc zwischen Waldgebieten und landwirt-
schaftlich genutzcn Flächen andererseits. Im übrigen handelt CSsich um
weiche. ja, überwiegend um sehr weiche Wässer. Herausfallend aus
diesem Schema ist das Wasser des Röhrenbrunnens (227), welches auf
Grund dcs höheren HCO,- und Mg-Gehalks (PH-Wert 8) als mittelhartes
Calcium-Magnesium-Hydrogenkarbonat-Wasser zu bezeichnen ist, Es
steht geologisch in Verbindung mit Basalt und tcrtiärcn Ablagerungen,
Die p H-Wert c weisen in den Granitgcbicten durchschnittliche Werte
um 5,9 auf (Min. 4,2). in den Mctasedimentbereichcn um 7,2. Die S u l f a t-
gehalte zeigen in beiden Bereichen ebenfalls beachtliche Unterschiede. Im
Mctasedimentbcreich (mit intensiver Landwirtschaft) liegen diese im
Durchschnitt bei 17 mg/l, in den landwirtschaftlich genutzten Granitge-
bieten bei 27,5 mg/l. Wesentlich höhere Sulfatgehalte besitzen die Wlisser
in bewaldeten Granitgebieten mit durchschnittlich 56 mg/l (max. 65,5). Es
ist dabei zu bemerken, daß es sich hier um Oberflächenwässer handelt,
oder um solche, die nur eine kurze Verweildauer in oberflächennahen Bo-
denschichten hatten. Dagegen heben sich Quellwässer ab, die aus dem
Grundwasser gespeist werden (,,Bergwasser“ des GrolJcn Kornberges). Sic
führen nur IO-15 mg/l SO,.
C h I o r i dgehalte über IO mg/l sind fast ausschlieBlich an die Gewässer
in landwirtschaftlich genutzten Flächen gebunden (IO-30 mg/l). Die Wäs-
scr (und Quellwässer) der Waldgebiete besitzen Chloridgehalte zwischen 4
und IO mg/l. Erhöhte F I u o r idgchalte besitzen erbohrte Wässer aus einer
Störungszone bei Spielberg, am Fulbe des Kornberges (Mitteilung des
Bayerischen Landesamts für Wasserwirtschaft, München). Diese Störungs-
zone durchsetzt das Kornbergmassiv in SSE--NNW-Richtung.
Die niedrigen Gehalte an den übrigen Nebenbestandteilen der
Wässer aus Granitgebieten sind für deren Gebrauchswert als günstig an-
zusehen: Bei Fe++ liegen 60% der Proben unter 0,2 mg/l, bei Mn++ 75%
unter 0,I mg/l, bei NH,+ 75% unter 0,l mg/l, bei HPO, 70% unter 0,l
mg/1 (25% unter 0,2 mg/l) und bei NO,- alle Proben z. T. weit unter 0,I
mg/l.
Die Gehalte an freier K oh I ensäu re liegen in den untersuchten Wäs-
sern weitflächig zwischen 1 und 7 mg/]. Darüberhinaus erhöhte Werte
8-25 mg/l) sind zum Teil linear (SE-NW) angeordnet, ohne jedoch mit
109
lOOmval%
n sa A
HC03 40 80 Cl-+NOj
lOOmval% lOOmval%
f
Mg++
+
++++x:+ +
+x +++ xx
Xf ++H x+ x +
+
A
Ca++ 60
lOOmval% lOOmvat%
Abh. 26. Dreiecksdarstellung der Haupthestandteilc in den untersuchten Wässern
des ßlattgehictes, untergliedert in solche aus Gnwitgebietcn (+ ) und aus Mctamor-
phithereichen (x).
I IO
kartierten Störungen zusammenzufallen (210, 2 12, 216, und 199 auf Bci-
lage 5).
En den landwirtschaftlich genutzten Metasedimentgebieten können 30%
der untersuchten Wasserproben (Oberflächenwässer) als anthropogen
leicht contaminiert gelten (Düngung), während die übrigen im Cebrauchs-
wert als günstig betrachtet werden können.
10.1. Granite
111
,,Sandgruben“ in grusig-sandig zerfallendem, verwitterten Granit:
Wegen dcs Fehlens entsprechender Lockergesteine stellen solche zum Teil
flächig ausgcdehntcn und einige Meter in die Tiefe reichcndcn Entfcsti-
gungen Möglichkeitn zur Entnahme von Schüttmaterial dar.
10.2. Basalt
10.3. Ziegeleirohstoffe
Vor allem die kalksilikatischen Gneise westlich Selb sind zum Teil tief-
gründig verwittert. Dieser lehmige Gesteinszersatz wurde niirdlich Mittel-
weißenbach längere Zeit für die Ziegelherstellung genutzt. Stark schwan-
kcnde Mächtigkeiten und Zusammensetzung verhinderten jedoch eine
weitere Nutzung.
Das Gebiet des Blattes Selb/Schönberg wird beherrscht von einem aus-
gedehnten Granitmassiv südlich der Linie Selb~Marktleuthen. Seine Rük-
ken und Kuppen sind zwischen 530 und 600 m hoch und steigen im Ho-
henberger Forst über 600 m an. Auffallend ist in diesem Gebiet eine gc-
wisse Talasymmetrie, die durch periglazial-solifluidale Vorglinge entstand.
Die nach Westen und Süden geneigten Hänge sind relativ steil, während
die nach Norden und Osten geneigten Hiingc allmählich abfallen. Ein
breiter Streifen von mehreren Kilometern Breite, bestehend aus Glimmcr-
schiefern unterschiedlichen Alters und wechselnder Mineralzusammenset-
zung, schließt sich nach Norden an. Im Nordwesten beherrscht der GroDe
Kornberg mit 826 m NN weithin das Landschaftsbild. Er besteht ebenfalls
aus Granit und stellt die größte Erhebung des Blattgebietes dar. Der tiefste
Punkt liegt östlich von Hohenberg im Tal der Eger, die das Blatt in voller
Länge durchflielJt. Alle Wasserläufe des Raumes ziehen der Eger zu. Im
112
Kcgenschattengcbiet dcs Fichtelgebirges gelegen, nehmen die Niedcr-
Schläge auf dem Blatt Selb/Schönberg nach Osten von ca. 800 mm bis auf
650 mm im Jahr ab. Allein die Gipfellage dcs GroDen Kornbergs weist
eine durchschnittliche Jahresniederschlagsmengt von 850 mm auf. Die
Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 5-6” C. Geländcgcstaltung und
Bodenausgangsmaterial bestimmen in starkem MaBc die Bodenbildung.
Die alten, ursprünglich vorhandenen, tertiären Bodenrelikte, wie sie
BKUNNACKER (1958) in den Erläuterungen zu Blatt Nr. 5738 Kehau he-
schrieben hat, sind infolge pcriglazialen BodenflieMcns aus den höheren
Lagen erodiert und gelangten zum Teil in den weiten Talurigen zur Abla-
gerung, zum Teil wurden sie in den Bächen und Flüssen abtransportiert
vgl. Kap. 6.1.). Ein eindrucksvolles Bild bitten die flachen Unterhang- und
Hangfualagen dcs GroBen Kornbergs, deren Fließerdeanh:iufungen,
durchsetzt von zahllosen Granitblöckchcn untcrschicdlichster GröDe, das
ganze Massiv umsäumen.
Die Landschaft ist von pleistozänen Deckschichten überzogen. Die
oberste, normalerweise spätpleistozäne, wird in -f starkem Ma0 von einer
Schluffkomponente geprägt. Ihre Mächtigkeit nimmt hangaufwärts und
auch bei steiler werdender Geländeneigung ab. Zugleich wächst der Anteil
an frischem Gesteinsmaterial im Boden und in den Schuttdecken des Un-
tergrundes. In den Hochlagen selbst liegen meist reine Gesteinsverwitte-
rungsböden in sehr geringer bis mittlerer Mächtigkeit vor. Felsfreistellun-
gen sind nur selten und beschränken sich dann auf die Gipfellagen.
Die Talschlüsse sind vielfach dellenartig ausgeformt und mit holozä-
nem, fluviatilem Sediment gefüllt. Dieses Material ist nicht immer leicht
von den älteren periglazialen solifluidalen Ablagerungen im Liegenden zu
unterscheiden.
Somit besteht das Ausgangsmaterial für die Bodenbildung auf dem
Blatt Sclb/Schönberg aus vorwiegend basenarmen, silikatreichen Gestei-
nen. Auf den Graniten entstanden steinige, grusige und lehmig-sandige
Böden. Ihnen gleichzustellen sind die Böden aus Quarzphyllit. Wesentlich
bindigcr (*sandige Lehme), wenn auch ebenso steinig und grusig, sind
die Böden auf Glimmerschiefer. Steinige, schluffreiche L,ehmböden ent-
wickelten sich auf den pleistozänen Blockschuttdecken des Basalts. Im
übrigen korrespondieren die pleistozänen und holozänen Ablagerungen in
ihrer petrographischen Zusammensetzung mit den Bodenausgangsmatc-
rialien ihres Herkunftsgebietes. Sie bestehen aus Schottern, groben und
feinen, *lehmigen Sanden mit wechselndem Glimmcrgehalt oder aus
sandigen Lehmen.
Der Feinbodenanteil der pleistozänen Deckschichten ist im Vcrglcich zu
den jeweiligen reinen Gcstcinsverwitterungsbodcn beträchtlich höher.
Dies trifft vor allem auf ackerbaulich genutzten Flächen zu. Hier wurde
113
die schluffig-lehmige Auflagt, die auch in erosionsgeschützten Lagen nur
in scltenen Fällen mehr als 30 cm Mächtigkeit aufweist, durch Bodenbear-
beitung und Bioturhation mit den tieferen Schichten vermischt. Unter
Wald kann das Vorhandensein dieser Deckschichten häufig nur noch in
den 2-5 cm mächtigen Ah-Horizonten anhand ihres höheren Schluffan-
teils nachgewiesen werden. In den mächtigen Akkumulationslagen der
Fließerdehcreiche ist das sehr erosionsanfällige schluffig-lehmige Boden-
material in besonders starkem MaMe bei relativ geringem Steingehalt an-
gereichert.
In den Senken südlich und südöstlich von Selh entstanden in gröljercr
Verbreitung Moore, die sowohl den Hochmooren, den Übcrgangsmoorcn
und den Niedermooren zuzuordnen sind (vgl. Kap. 6.2.2.).
Bodentypologisch sind die Böden des Blattgcbictes im tcrrcstrischcn Be-
reich zu den Sauren Braunerden zu stellen. Beispielt von Braunerden auf
Granit wurden von BKUNNACKEK (1958), KOIIL (1964) und NJCKEICT
(1965, 1977) in den Beiträgen ,,Die Böden“ ZLI den Erläuterungen zur Geo-
logischen Karte von Bayern 1:25 000 der Blätter Nr. 573815789 Kehau,
5837 Weidenstadt, 6038 Waldershof und 5936 Bad Berneck hinlänglich
beschrieben.
I 14
AP 0- 15cm dunkclbraungraucr (IO YR 3/4), humushaltiger, schwach
steiniger, grusigcr, schwach glimmerhaitiger, sandiger
Lehm; KIümelgefüge; Wurmröhren vorhanden
Bv 15- 50cm braungrauer (IO YR 4/6), schwach humushaltiger, stcini-
gcr, grusiger, glimmerhaltiger, schwach sandiger Lehm;
Kohärentgefüge; Wurmröhren vorhanden
CV 50- 80 cm gelbgrauer (IO YR 5/6), stark steiniger, stark grusiger,
glimmerhaltigcr, stark schlul’figer Sand;Kohärentgefügc
Diese Brauncrdcn sind vor allem in den mittleren Hanglagen verbreitet.
Mit Annäherung an die Unterhänge, wo vcrmchrt l-Iief~erdemateriaI zur
Ablagerung gelangte, und es somit zu einer Vermischung der Substrate
kam, tritt häufig eine geringe Pseudovergleyung auf. Die Btiden werden
heute bis zu einer Hangneigung von etwa 8” bis IO” ackerbaulich genutzt.
An die Stelle von Koggen und Hafer, die neben dem Kartoffelanbau frü-
her weithin dominierten, sind Sommerweizen und Sommergerste getreten.
Im Feldfutterbau verdrängt der Silomais das Kleegrasgemenge. An noch
steileren Hängen, die schon immer waldbaulich genutzt wurden. ist die
Bodenmächtigkeit meist geringer. Die pleistozänc obere Deckschicht
dünnt aus und der Anteil an Gesteinsschutt nimmt zu. Häufig sind Fels-
durchragungen zu beobachten. Unter Fichtenbeständen ist eine Auswa-
schungs-Blcichung dcs Oberbodens (Podsoligkeit) bemerkbar. Ausge-
prägte Podsolicrung findet sich jedoch in diesem Gebiet trotz des kühl-
feuchten Klimas nicht.
Die Ablagerungsbereiche der pleistozänen FlieDerden an Unterhängen
und in Hangmulden sind die Verbreitungsgebiete von Quellengleycn, die
im Blattgebiet in sonst selten beobachteter Häufigkeit auftreten. Beispiels-
weise Giumen sie den GroUen Kornberg, bedingt durch den Austritt zahl-
reicher Quellen, nahezu lückenlos. Das nachfolgend beschriebene Profil
wurde an einem Unterhang entnommen:
Profil3:K4506420,H5558660
S OberweiDenbach; Pointwicse; S-Hang 3”; Wiest; Bodenschätzung:
Lllc3
Ausgangsmaterial: pleistozänc Fließerde
Bodentyp: Qucllengley
AP O- 20 cm schwarLgraucr, humushaltiger, glimmerhaltiger, fcinsan-
digcr, schwach schluffigcr Lehm; Krümelgefüge
GOI 20 40 cm braungrauer, rostfleckiger, glimmerhaltiger, feinsandiger,
schwach schluffiger Lehm; Feinpolyederg,efüge
Go2 40-- 60 cm braungrauer, rostfleckiger, glimmcrhaltigcr. feinsandiger,
stark schluffigcr Lehm; Feinpolyedergefügc
GOI 60~ 80 cm grauer, rostflcckigcr, glimmcrhaltiger, schwach schluffi-
gcr Lehm; Polycdcrgefügc
Holozäne Ablagerungen füllen die Sohlen der zahlreichen Bachtäler. In
ihnen entwickelten sich vornehmlich Gleye, NaDgleye. Anmoorgleye tre-
ten kleinflächig vor allem im Tal der Eger auf.
12. Aufschlußhinweise
Hinweise auf bestehende natürliche und künstliche Aufschlüsse können
dem Kapitel 7 (Tektonik) entnommen werden, wo in den Verzeichnissen
der Diagramme nahezu alle wichtigeren Felsfreistellungen und Stcinbrü-
ehe angegeben sind (Kap. 7.1.1. und 7.2.4.).
13. Bohrungen
Die hier verzeichneten Bohrungen sind eine Auswahl von solchen zur Wasserer-
schlieljung. Es sind fast ausschließlich Freifall-Trockenbohrungen. Die Bohrmci-
sterangaben wurden teilweise verkürzt und dem geologischen Sprachgebrauch an-
gepaßt. Daneben wurde im Raum Hebenz eine Anzahl von Kernbohrungen zur
Untersuchung von Uranvererzurigen niedergebracht (ESSO-Erz GmbH).
116
Ruhewasserspiegel: 5,75 m u. Gelände
Leistung: I,6 I/s
~ 2,60 m künstliche Aufschüttung
~ 7.20 m Porphyrgranit, verwittcrl, gelb
-21.50 m Porphyrgranit, mit Einlagerungen toniger Verwitterung
-35,00 m Porphyrgranit, klüftig, härter werdend.
117
Bohrung Th. Jäger. Selb, 195 I
Lage: R 45.08,50 H 55.58,50
Ansatzpunkt ca. 528 m ü. NN
liuhcwasserspiegel: 0,40 m u. Gelände
Leistung: 1 I/s
- 3,60 m quartärc Talfüllung (Grob- und Feinkies)
- 8,50 m Selber Granit, verwittert
-10.00 m Selber Granit, frisch.
118
5.20 m Selber Granit, verwittert
~ 7,70 m Selber Granit. grau. hart
~ 7.80 m grobk»rnigcr Granit, braun
-15,40 m Selber Granit, feinkörnig, grau, hart.
119
0,30m Humus
2,50 m Lehm
~ 3 1,50 m Glimmerschicfer, verwittert
-100.00 m Glimmerschiefcr, hart.
120
Rulicwasscrspiegcl: 22.50 m 11. Gelände
Leistung: 0,6 I/s
0,30 111 IiumLls
- 2.20 m FliclJcrdc
2-80 m Gneis, verwittert
- 45.00 m Gneis
- 55.00 m Granit.
121
200 45. IO,65 55.54,30 WSW Forsthaus WellerthaI
201 45.09.05 55.54,50 ehern. Stbr. S Lcupoldshammcr
202 45.09.55 55.55.40 chem. Stbr. Unterwald
212 45.01.20 55.60,70 Gipfel GroDer Kornberg
648 45.00.22 55.60,22 Hirschstein, Gr. Kornberg
41 45.03.32 55.62,55 ehern. Stbr. Steinhöhe
150 45.00,68 55.61.55 ehern. Stbr. Hauknack
151 45.03.60 55.62,25 ehcm. Stbr. Stcinhöhc
152 45.02>50 55.62, IO ehern. Sthr. Spitalwald
153 44.99,lO 55.60,60 ehern. Sthr. NE Dörflas
211 44.99.70 55.59,85 ehern. Stbr. Zigeunerstein
149 45.00,65 55.58,68 chcm. Stbr. Wolfsgarten
35 45.00.65 55.58.68 chem. Stbr. Wolfsgarten
Bis auf die beiden Analysen von GÜMBEI. (1879, Analytiker SCHWACHER)
und WURM (1932c, Analytiker SPRINC;EK) sind alle übrigen für dicsc Er-
läuterungen im Labor des Bayer. Geologischen Landesamtes ausgeführt
worden (W.-D. Orr und H. G~PFERT).
122
G~~Mlll:l. IX79 45.06,30 55.52,40 SchlolJberg N Hochst:idt
800440 45.04,7 I 55.59,lO N Ober-Stcinmiihlc
80044 1 45.05,57 55.60,OO W Bcrnstcinmühlc
800442 45.05,31 55.60,OO Gutschönlind
800443 45.04,46 55.57,74 S Unter-Steinmühle
Verwendete Analysen
781363 R4505840;H5559740
78 1364 R 45 05 600; H 55 59 200
781376 R45 07 620; H 55 57 500
781394 1~4505 6lO;H 5559490
Photokopien der Analysen sind über GtiODOK des Bayer. Geologischen
Landesamts beziehbar.
123
15. Literatur
(siehe auch Literatur S. 87)
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