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Selb

Die geologische Karte von Bayern im Maßstab 1:25.000 für das Blatt Selb/Schönberg bietet umfassende Informationen über die geologischen und bodenkundlichen Eigenschaften der Region. Sie enthält Beiträge von verschiedenen Experten zu Themen wie metamorphe Gesteine, Granite, Tertiär und Quartär sowie geophysikalische und hydrogeologische Untersuchungen. Das Dokument umfasst 26 Abbildungen, 3 Tabellen und 5 Beilagen und wurde 1984 vom Bayerischen Geologischen Landesamt veröffentlicht.

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manuel lopez garcia
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Die geologische Karte von Bayern im Maßstab 1:25.000 für das Blatt Selb/Schönberg bietet umfassende Informationen über die geologischen und bodenkundlichen Eigenschaften der Region. Sie enthält Beiträge von verschiedenen Experten zu Themen wie metamorphe Gesteine, Granite, Tertiär und Quartär sowie geophysikalische und hydrogeologische Untersuchungen. Das Dokument umfasst 26 Abbildungen, 3 Tabellen und 5 Beilagen und wurde 1984 vom Bayerischen Geologischen Landesamt veröffentlicht.

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Geologische Karte von Bayern

1 : 25 000
Erläuterungen
zum

Blatt Nr. 5838/5839 Selb/Schönberg

mit Beiträgen von

KURT BADIX (Gcophysikalischc Untcrsuchungcn)


GUSTAV IiüCKtii~~ (Die Biidcn)
M,VI‘THIAS SALGI:II (Mincralogischc Untersuchungen)
MAX SC‘IIIK‘II und [Link],K LAFOIIctI (Die Moorvorkommen)

Mit 26 Abbildungen, 3 Tabellen und 5 Beilagen

München 1984

1Icrausgebcr und Verlag: Bayerisches Gcologischcs Landesamt


tlclJstrallc 128. 8000 München 40
Redaktion: Jos~r SCIIWAl~%MI:ItIl~
Blattschnittder Geologischen
und BodenkundlichenKartevon Bayern1:25000

(nordöstlichesBayern)
Geologische Karte von Bayern
1:25000
Erläuterungen
zum

Blatt Nr. 5838/5839Selb/Schönberg


von

HUBEIU MIELKE und GERHAKD STETTNER

mit Beiträgen von

KUI~T BADEIC (Geophysikalische Untersuchungen)


GUSTAV RUCKECKT (Die Böden)
MATUIIAS SALGRR (Mineralogische Untersuchungen)
MAX SCI~UCIIund WAI;IIX LAI:OIIC~: (Die Moorvorkommen)

Mit 26 Abbildungen, 3 Tabellen und 5 Beilagen

München 1984

Herausgeber und Verlag: Bayerisches Gcologischcs Landesamt


HeUstraMc 128, 8000 München 40
Redaktion: JCF,F,P~
SCHWAKZMI:IEK

Gcol. KL Bayern 1:25 000 !


Druck: Druckhaus Bayreuth, 8580 Bayreuth
Inhaltsverzeichnis
Seite

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . . . . . . . . . . 7

1. Einleitung (G. STETTNER) .. . .. . . .. . . . 8

2. Erdgeschichtliche und landschaftsgeschichtliche Entwicklung


(G. STETTNER) .. .. .. .. .... .. . ... . . 9

3. Metamorphe Gesteine (Metasedimente und Metavulkanite)


([Link]) .. ... .. .... .. .. ... .. ... .. .. ... .. ... .. .. ... .. II
3.1. Gliederung der metamorphen Gesteine . . . 11
3.1.1. Gliederung nach dem Metamorphosegrad . . . .. 11
3.1.2. Lithologische Gliederung der Metamorphite und deren
Einordnung in das stratigraphische Schema . .. . . . 12
3.2. Höheres Präkambrium-Oberproterozoikum? . . .. . . 15
3.2.1. Kalksilikatfels, z. T. mit Karbonatlagen . . ... . . 15
3.2.2. Quarzit-Glimmerschiefer-Gneis-Wechsellagerung .. .. 16
3.3. Kambrium . . ... .. ... .. ... .. ... .. .. .. 17
3.3.1. Granitoider’hel\er Gn&‘(‘Metakeratophyr?) . .. .. 17
3.3.2. Metaarkose mit Keratophyranteilen, porphyroide
Glimmerschiefer und Gneise z. T. in Augengneisfazies . 18
3.3.3. Quarzit und Quarzit-Glimmerschiefer-Wechsellagerung .. 21
3.3.4. Albitphyllit, Albitglimmerschiefer und -Gneis . .. . 22
3.3.5. Quarzglimmerschiefer und -Gneise, quarzitisch gebän-
derte Quarzphyllite, lithologisch untypisch . . 27
3.3.6. Quarzüberstreuung . . . . . . . . .. . . ... . . . 27
3.3.7. Metasedimentschollen im Granit des Massivs von Weißen-
stadt-Marktleuthen (G. STE’I‘TNER) .. ..... . . 28
3.3.8. Quarzglimmerschiefer und geringmächtige Quarzitc in
Wechsellagerung . ... .. ... .. ... .. ... . ... .. ... .. .. .. 29
3.4. Ordovizium . . . . ... . . . . . . . . . . . 29
3.4.1. Frauenbachschichten . . . . . ... . 29
3.4.2. Phycodenschichten .. . . . . ... .. 30

4. Die Granite des Fichtclgebirges und ihr Ganggefolge


([Link]‘NBR) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
4.1. Die Granite der älteren, postsudetischen Abfolge . .. . 31
4.1.1. Der Porphyrgranit von WeiUenstadt-Marktleuthen . . 34
4.1.2. Holzmühl-Granit .. . .. . . .. . 37

3
4.1.3. Selber Granit ...................................... 38
4.1.4. Ganggranit Typ Wartberg .......................... 40
4.1.5. Aplitisch-pegmatitische Gänge und Kristallisate ........ 41
4.1.6. Hydrothermale Alterationen in den Graniten der älteren
Gruppe .......................................... 42
4.2. Die Granite der jüngeren, postasturischen Abfolge ........ 43
4.2.1. Randgranit ........................................ 43
4.2.2. Kerngranit ........................................ 46
4.2.3. Kerngranit, Typ Wolfsgarten ........................ 49
4.3. Porphyrgänge: Porphyrischer Rhyolit bis Rhyodazit (Quarz-
porphyr) ............................................ 50
4.4. Gangquarz .......................................... 53

5. Tertiär(G. STI-TTNEK) .................................... 53


5.1. Tertiäre Verwitterung .................................. 53
5.2. Ton(Miozän) ........................................ 54
Mineralogische Untersuchungen (M. SALGER) ............ 54
5.3. Basalt (Miozän) .................................... 55
Basalttuff ...... : : .................................... 59
5.4. Sande und Kiese mit Toneinlagerungen (Pliozän?) ........ 59
5.5. Lehmig zersetzter, Kalksilikatfels führender Gneis ....... 60
6. Quartär(G. STETTNER) .................................. 60
6.1. Pleistozän ............................................ 60
6.1.1. Fließerden, FlieDlehme, Wanderschutt ................ 61
6.1.2. Hangschutt- und Blockschuttüberstreuungen Fließerden
mit Granitblockschutt und Gneisschutt ................ 62
6.1.3. Granitverlehmurig ................................ 62
6.1.4. Fließerden mit Basaltschutt, Basalttuff und umgelagerte
Basaltverwitterungslehme .......................... 63
6.1.5. Terrassenschotter der Egertalterrasse .................. 63
6.1.6. Fluviatile pleistozäne Ablagerungen in den Tälern ...... 64
6.2. Holozän (Alluvium) .................................. 64
6.2.1. Talböden bzw. Talfüllungen ........................ 64
6.2.2. Die Moorvorkommen (M. SCHUCH & W. LAI:OI<CI:) .... 65

7. Tektonik (Lagerungsverhältnisse) .......................... 88


7.1. Tektonik der metamorphen Gesteine (H. MIELKE) ........ 88
7.1.1. Faltenbau ........................................ 88
7.1.2. Schollentektonik .................................. 91

4
7.2. Tektonik der Granitkörper (G. STETTNMC) ................ 92
7.2.1. Form der Granitkörper ............................ 92
7.2.2. Regelungs-, Kluft- und Störungsgefüge im Massiv von
Weißenstadt-Marktleuthen .......................... 92
7.2.3. Regelungs-, Kluft- und Störungsgefüge im Massiv des
Groben Kornberges ................................ 93
7.2.4. Diagramme der Kluftgefüge von Graniten ............ 98
7.3. Tertiäre, landschaftsgestaltende Schollenbcwegungen ...... 105

8. Geophysikalische Untersuchungen (K. BADER) .............. 105


8.1. Spezielle geophysikalische Messungen .................... 105
8.2. Regionale Untersuchungen ............................ 106

9. Hydrogeologische Hinweise (G. STIITTNIW) .................. 107


9.1. Grundwasser ........................................ 107
9.2. Quellwässer in Zusammenhang mit pleistozänen Decken des
Groben Kornberges .................................. 108
9.3. Hydrochemische Untersuchungen ...................... 109

10. Nutzbart Gesteine (G. SmT’rNEK) .......................... It 1


10.1. Granite ............................................ Ill
10.2. Basalt .............................................. 112
10.3. Ziegeleirohstoffe .................................... 112

11. Die Böden (G. RüCKtxr) .. . . .. . . 112

12. Aufschlußhinweise . . . . . .. .. .. 116

13. Bohrungen .............................................. 116


13.1. Bohrungen in den Granitgebieten ...................... 1Ib
13.2. Bohrungen im Bereich der metamorphen Gesteine ........ 119

14. Chemische Analysen von Gesteinen des Blattgebietes, FOKTI~AN-


Programme ............................................ 121

15. Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124

5
Verzeichnis der Beilagen:
Beilage 1: Modale Mineralbestände der Granite auf Blatt Selb/Schönberg
(G. STETTNER)
Tab. 1. Altere Granitgruppe
Tab. 2. Jüngere Granitgruppe
Beilage 2: Chemische Analysen (G. STETTNER)
Tab. 1. Chemische Analysen von Graniten
Tab. 2. Chemische Analysen von Kalifeldspat und Muscovit
aus einem Pegmatitgang im Gebiet Wellerthal
Tab. 3. Chemische Analysen von ,,Quarzporphyr“
Tab. 4. Chemische Analysen von Basalten
Beilage 3: Moorprofile (M. SUIUCH & W. LAFORCE)
Beilage 4: Tektonische Übersicht (H. MIELKE & G. STKI‘TNER)
Bcilagc 5: Hydrochemische Untersuchungen (G. STETTNER)
Vorwort
Die geologische Aufnahme des vorliegenden Blattes Selb/Schönberg
geht bis in die Jahre 1958-1960 zurück, als im Zuge der geologischen Bera-
tung der forstlichen Standortskartierung (M. REISMANN) gröljere Flächen
des Selber Waldes untersucht werden konnten. In den gro0en aufschluBar-
men Granitarealen konnten durch die systematischen Aufgrabungen der
Standortskartierung die verschiedenen Granite gut abgegrenzt werden.
Für die Möglichkeit zur Auswertung der Standortskarten, für die gemein-
samen Begehungen und Gespräche sei an dieser Stelle Herrn Forstdirektor
MARTIN REISMANN, Goldkronach, herzlich gedankt.
Die Fortführung der Granitkartierung erfolgte ~~mit Unterbrechungen --
durch G. STETTNEIC*) in den Jahren 1976 bis 1981. In Geologica Bavarica
Nr. 78 (1979) wurde eine Untersuchung der Petrographie und Geochemie
der Fichtelgcbirgsgranite vorgelegt, in der auch die speziellen Granittypen
dieses Raumes behandelt sind (RICHTEK & STETTNEIC). H. MELKE*) kar-
tierte die Metasedimentc zwischen den beiden Granitgebieten in den Jah-
ren 1972 bis 1975, nachdem er bereits 1969 die Mineralparagenesen bear-
beitet hatte.

*) Anschrift der Vcrfasscr: Dipl.-Geologen Dr. HUWIU MIEIXE und Dr. GER-
tlAw [Link], Bayerisches Geologisches Landesamt. HeMstralJe 128, 8000 Mün-
chen 40.
1. Einleitung
(GEKIfAKD STETTNEIC)

Das Blattgebiet Selb und der anhängende bayerische Teil des Blattes
Schönberg überdecken einen grollen Teil des nordöstlichen Fichtelgebir-
ges und rcpräscntieren dessen morphologische und geologische Eigenart.
Der nördliche Kamm der hufeisenförmigen Fichtelgebirgshöhen hat im
Kornbergmassiv scincn östlichsten Höhepunkt (826 m) und geht dann in
einen stärker morphologisch gegliederten Rücken mit Kuppenhiihen zwi-
schen 600 und 700 m über (Raum Schönwald-Sclb-Erkersreuth). Etwa
siidlich der Linie Spielberg-Selb-Längenau erstreckt sich eine andere
landschaftliche Einheit, die deutliche Merkmale einer jungtertiären
Rumpffläche zeigt. Über diese flachwclligc bis hügelige Landschaft zwi-
schen 500 und 600 m Meereshöhe ragen nur wenige Höhen hinaus, wie
der Kleine und Große Hengstberg im Osten (623 und 651 m) und der ins
Blattgebiet im Süden hineinragende Steinberg (653 m) im Südosten. Eine
stärkere morphologische Belebung dieser Rumpfflächenlandschaft wurde
durch die jungtertiäre und vor allem pleistozäne, eiszeitliche Eintalung der
Eger und ihrer Seitenbäche verursacht, welche das Gesamtgebiet entwäs-
sern.
Andererseits setzen auch bestimmte Gesteinsarten landschaftliche Ak-
zcnte. So die porphyrischen Spaltenfüllungen im Raum zwischen Hebanz
und H(ichstädt, welche durch ihre Härte zur Entstehung kammartiger Hö-
hen AnlaU gaben. Oder die der tertiären, prä-obermiozänen Landschaft
aufgesetzten Basalte, die Reste ehemaliger Vulkane (Thierstein, Lärchen-
bühl. Schloßberg Neuhaus, Steinberg u. a.).
Die Verteilung von forst- und landwirtschaftlich genutzten Flächen cnt-
spricht einer groben geologischen Gliederung: Während sich die Land-
wirtschaft auf den meist glimmerschiefrigen Metasedimenten und por-
phyrgranitischcn Arealen mit tiefgründiger Verwitterung konzcntricrt,
sind die übrigen Granitgebiete in der Regel von Wald bedeckt.
2. Erdgeschichtliche und landschaftsgeschichtliche
Entwicklung
(GIXHAI~D STETTNER)

Die geologische Entwicklung des Fichtclgebirges gliedert sich in drei


erdgeschichtliche Baustufen (vgl. STITI‘NER 1980, 1981). Die älteste ist
präkambrischen, wahrscheinlich oberproterozoischen Alters und baut sich
aus einer recht bunten Schichtenfolge auf (Bunlc Gruppe), die in der as-
syntischcn (cadomischcn) Gebirgsbildung vor etwa 600 bis 570 Millionen
Jahren gefaltet und metamorphosiert worden ist (Assyntische Baustufe).
Dieser anschlieljend mehr oder weniger cingeebnetc Sockel wird von
einem Stapel altpaläozoischer Schichten übcrlagcrt, deren vorwiegend
schichtparallele Verformung und Metamorphose unter- bis mitteldevo-
nisch (vor etwa 390 bis 370 Mill. Jahren) eingestuft wird (Frühvariskischc
Baustuft). Die dritte, Jungvariskischc Baustufe ist durch die heute charak-
teristische Aufwölbung des grollen Fichtelgebirgs-Antiklinoriums, einer
untcrschiedlichcn, nicht sehr durchgreifenden Überprägung der ältercn
Schichten und vor allem durch die Platznahme der Granite charakterisiert
(vor 330 bis 280 Mill. Jahren).
Auf Blatt Selb sind hauptsächlich die Frühvariskische und die Jungva-
riskischc Baustufe vertreten. Der präkambrische Sockel kommt nur in
einem schmalen Streifen zwischen Obcrwcißenbach und Selb im Kern
einer Aufwölbung kambrischer Schichten zutage. Der Anschnitt präkam-
brischcr Schichten ist so begrenzt, daD er nur auf Grund dcs Vorkommens
der für die Bunte Gruppe typischen karbonatisch-kalksilikatischen Ge-
steint erdgeschichtlich zugeordnet werden kann.
Die als kambrisch und zum kleineren Teil als ordovizisch eingestufte
Schichtenfolge hat ihre lithologischen Parallelen im übrigen Fichtelgebir-
gc. Der Wechsel pelitischcr und psammitischer Gesteine deutet auf die
häufig schwankenden Sedimentationsverhältnisse im Vorfeld des zur Ab-
tragung herausgehobenen assyntischen Gebirgsrumpfes (im Süden?). Die
als sauerc Deckenvulkanitc angcsehcnen Icukokraten Gneise im tieferen
Bereich der kambrischen Folge und die in deren Hangenden auftretenden
tuffitischen Metaarkosen deuten auf den - bezüglich der cadomischen
Orogenesc - subsequenten Vulkanismus. In etwas höherem stratigraphi-
schcn Niveau deuten die Albitphyllit-Albitglimmerschiefer-Horizonte
ebenfalls auf tuffitische Einflüsse und Denudationsmaterial von Magmati-
ten hin.
Im tieferen Ordovizium setzte sich die klastisch betonte Sedimentation
fort und bildet so mit dem vorausgchendcn Kambrium eine lithologische
Einheit. Alle darüber abgelagerten altpaläozoischen Schichten sind auf
Blatt Selb nicht mehr vertreten. Teils sind sie bereits im Oberdevon und
Unterkarbon abgetragen und in die nördlich des Fichtelgebirges gelege-
nen jungvariskischen Tröge verfrachtet worden, teils erst nach der jungva-
riskischen Aufwölbung der Erosion zum Opfer gefallen.
Zuvor hatte die voroberdevonische, frühvariskische s-tektonische Ver-
schieferung und Metamorphose die charakteristische Metamorphosezonie-
rung im Profil Selb-Rehau geschaffen und die jungvariskischen Bewegun-
gen (Kippungen und Verkrümmungen), den heutigen tektonischen Zu-
schnitt. Die Granite sind, zeitlich und [Link]äBig in zwei Gruppen ge-
trennt (postsudetisch und postasturisch) in diesen Bau eingedrungen. Am
Ende der variskischen Ära und in Zusammenhang mit einer tektonischen
Bruchphase stand das Eindringen sauerer vulkanischer Schmelzen in sich
öffnende Zerrspalten (Porphyrgänge). Nun folgte eine Zeit der geologi-
schen Ruhe. Abtragung und Einebnung, gelegentlich unterbrochen oder
neu belebt von Schollenbewegungen, waren seitdem die wichtigsten Ereig-
nisse. Nur im Tertiär erhielt das festländische geologische Geschehen neue
Akzente durch die verstärkte Bruchtektonik und die damit verknüpfte Bil-
dung von limnischen Sedimentationsbecken. Auf Blatt Selb sind von den
sandigen und tonigen Sedimenten diese Phase nur mehr Reste vorhanden.
Stärker ins Auge fallen die anschließend auf tiefen, bis in den Erdmantel
hinabreichenden Brüchen geförderten basaltischen Schmelzen. Von den
im Obermiozän der fastebenen Landschaft aufgesetzten Basaltvulkanen
sind heute nur mehr Reste vorhanden. Die geologische Geschichte ging
seither immer mehr in die heute noch direkt ablesbare Landschaftsge-
schichte über.
Nach den tertären Verebnungsphasen brachten die eiszeitlichen, ver-
stärkten Erosionsvorgänge die Herauspräparierung der heutigen Talland-
schaften und - zusammen mit den jetztzeitlichen Anschwemmungen - de-
ren teilweise Wiedereinfüllung mit Sedimenten. In den Senken breiteten
sich Moore aus.
So liegt zwar die Geschichte der sich in geologischen Zeiträumen wan-
delnden Landschaft überwiegend im Dunkeln. Im Gesicht der heutigen
Landschaft begegnen uns aber auf Schritt und Tritt Züge, welche uns Auf-
schluf3 über Stoff, Struktur und deren Wandel geben können.
3. Metamorphe Gesteine (Metasedimente und
Metavulkanite)
(HUBERT MIELKE)

3.1. Gliederung der metamorphen Gesteine

3.1.1. Gliederung nach dem Metamorphosegrad

Im Blattbereich wurden drei metamorphe Einheiten angetroffen. Zwei


von ihnen gehören zu verschieden hoch temperierten Zonen der Regional-
metamorphose mit gleichem Gesteinsinhalt (MlUKF$ BLÜMEL & LANGER
1979). Die dritte Einheit ist der jüngeren Kontakteinwirkung der Granite
zuzuschreiben und folglich auf deren Randbereich beschränkt. Im Gegen-
satz zur ältercn Regionalmetamorphose zeigen die Mineralneubildungen
der Kontaktmetamorphose keinerlei Spuren einer Durchbewegung.

Der niedrig temperierte Bereich der Regionalmetamorphose im Norden des


Blattes:

Diese Einheit endet nach Süden an einer streichenden Störung, die etwa
die Verlängerung der südöstlichen Granitgrenze des Kornbergmassives
nach Nordosten bildet und sich über Merzenhaus bis Schönwald erstreckt.
Sie trennt chloritfreic Paragenesen im Süden von chloritführenden Parage-
nesen im Norden. Leider war dieser Bereich einer intensiven tertiären Ver-
wittcrung ausgesetzt, sodaD nur wenig Lesesteine angetroffen werden. Die
charakteristische Paragenese ist: Quarz-Hellglimmer-Phengit-Paragonit-
Chlorit; gelegentlich, besonders nach Süden: Quarz-Hellglimmer-Chlorit-
Biotit. In Gesteinen mit geeigneter chemischer Zusammmensetzung sproUt
Albit auf Kosten des Na-Gehaltes dcs Hellglimmers. Ganz selten wird die
Schwelle zur Bildung von Spessartin in Mn-reichen Lagen überschritten.
Bildet Biotit und spärlicherer Hellglimmer zusammen mit Quarz/Feldspat
im höher temperierten Bereich den Lagenbau, so neigt Biotit im niedrig
temperierten Bereich zur Tüpfelbildung, Hellglimmer und Chlorit beteili-
gen sich am Lagenbau. Nach Norden nimmt der Biotit rasch ab. Die litho-
stratigraphischen Äquivalente zu den Albit-Granat-Staurolith-Gneisen,
die Albit-Phyllite, sind biotitfrei. Makroskopisch wirken die Gesteine
phyllitisch.

Ilmenit des sedimentären Altbestandes wird instabil und zerfällt unter


Neubildung von Magnetit zu Rutil, dieser weiter zu Anatas (Abb. 4)
(MWKB & ScHlU%in 1972).

11
Der hochtemperierte Bereich der Regionalmetamorphose:
Zu ihm gehört der gesamte restliche Bereich der metamorphen Gesteine
südlich der oben genannten Störung. Die typische Paragenese ist: Quarz-
Plagioklas-Muskovit-Biotit. In Gesteinen entsprechender Zusammenset-
zung tritt zusätzlich almandinbetonter Granat, Staurolith und Andalusit
auf. Die vorausgehend erwähnte Albit-Blastese erfolgte weiter. Mit zunch-
mender Temperatur reagiert Staurolith mit Hellglimmer und Quarz unter
Neubildung von Andalusit, Almandin und Biotit. Gelegentlich ist auch be-
reits Sillimanit zu beobachten. Beim Quarz/Feldspatanteil des Altbestan-
des setzt eine Kornvergröberung ein, die, zusammen mit den anderen Mi-
neralneubildungen, das Gestein zunehmend den Habitus der Gneise an-
nehmen IaUt. Der Übergang ist flieDend, sodaD im folgenden von Gneisen
bzw. Glimmerschliefern gesprochen wird.

Die kontaktmetamorphe Überprägung


Die im Süden auf die mctamorphen Gesteine folgenden Granite dürf-
ten erstere in cincm ca. 500-700 Meter breiten Streifen unterteufen (vgl.
Kap. 4.1.). Durch den vom Granit ausgchendcn WärmefluD werden die
rcgionalmetam»rp~~en Gesteine nochmals im Mineralbestand umgewan-
delt. Da hierbei keinerlei Bewegungen stattfanden. wirkt das Gesteinsge-
fügt homogener, grobschiefrig und massig. Die typische Paragenese ist:
Orthoklas-Cordierit-Andalusit-Biotit. Muscovit wird neben Quarz instabil.
Rcliktische Hellglimmerschuppen können Lösungsbuchten aufweisen. Ge-
legcntlich wurde bcrcits Sillimanit statt Andalusit gebildet. Sillimanit ver-
driingte dann häufig Biotit unter Neubildung von Cordierit und Orthoklas.
Das Gestein wird schlief3lich von aplitgranitischcn und pcgmatitischen
Adern und Gängen durchzogen. Letztlich wird es mit fließendem Übcr-
gang granitisiert, so etwa am Laubbühl. Nur subparallel angeordnete ßio-
til-Leisten erinnern noch an das ursprüngliche Gestein. Die Kontaktwir-
kung des Kornberggranitcs ist im Vergleich dazu verschwindend gering.
Sie bewirkt die Neubildung von Biotit und Andalusit in ursprünglich bio-
titfreien Gesteinen am unmittelbaren Kontakt zum Granit (z.T. Fleck-
und Knotenschieferbildung).

3.12. Lithologische Gliederung der Metamorphite und deren Eingliederung


in das strdtigrdphische Schema

Den Hauptanteil der metamorphen Gesteine des Blattgebietes stellen


cintönigc, lithostratigraphisch nicht weiter unterscheidbare Quarz-Glim-
mcrschiefer und Quarz-Feldspat-Glimmer-Gneise. Ihnen zwischenge-
schaltet sind charakteristische Gesteinshorizonte, deren Abfolge vom Lie-
genden zum Hangenden in den Schichtverbänden des westlichen und zen-
tralcn Fichtelgebirges weitgehend geklärt werden konnte (VON GAEIITNER

12
1942, LUIIWIC; 1965, MIIILKI: 1967, 1982, RAYCHKA 1967, STIYITNIX 1958,
1980). Sic erlauben eine grobe Gliederung im Blattbereich.

Die unten aufgeführten Leithorizonte verhalten sich im Streichen (40-


70” NE, parallel zum Faltenbau) nicht gleichmäBig. Infolge der im Klei-
nen sichtbaren und im GroDen angenommenen isoklinalen, südvergentcn
Verfaltung und Zerscherurig kam es teilweist zu Mächtigkeitsschwankun-
gcn, Verdoppelungen und Vcrdriickungen.

Die hier angewendete stratigraphische Konzeption stimmt nicht mit der


auf dem niirdlichen Nachbarblatt von EMMEIU (1958) angewendeten
überein. Die Albitphyllite im NW und Hangenden des EMMElUschen
Frauenbachquarzites werden als stratigraphisch äquivalent mit den weiter
im Südosten auftretenden Albit-Glimmerschiefern angesehen.

Auf dem Blattgebiet Selb/Schönberg werden vom Liegenden zum Han-


genden folgende lithologische Leithorizonte unterschieden (sieht auch
Tab. 1):

1. Kalksilikatfelse, Kalksilikatgneise mit zwischcngcschalteten Glimmer-


gncisen
2. Wechsellagerung hcllglimmerreichcr Quarzfeldspat-Glimmcrschiefer
und Gneise mit eingeschalteten dünnbankigen Quarzitcn und Feldspat-
betonten Muscovit-Biotit-Gneisen. Vereinzelte Einschaltungen von
Kalksilikatfclslagen.
3. Augengneise und feldspatführende Glimmerschiefer, granitoide helle
Gneise
4. Muscovit-Quarzite
5. (;ranat-Albit-Staurolith-Andalusit-Mus~ovit-Biotit-Gneise bzw. -Glim-
mcrschicfcr.

Das wahrscheinliche prämetamorphe Ausgangsmattrial war zu:


1. Kalkt, Kalksandsteine, Mergel
2. Wechsel von pelitischcn und psammitischen Sedimenten, darunter La-
gen von Grauwacken
3. Tuffitische Arkoscn
4. Sandsteine mit nur geringen Tongehalten, feldspatarm
5. Ablagerungen mit höherem Denudationsschutt-Anteil. Mangan, Alu-
minium, Eisen und Natrium sind gegenüber den normalen Metasedi-
mcntcn angereichert.

Sedimentäre Anlagen treten infolge der höheren Metamorphose weni-


ger deutlich hervor als in den entsprechenden niedriger tcmpericrtcn Gc-
Steinen dcs wcstlichcn Fichtelgebirges.

13
,,Arzberger Serie“

Bunte-Gruppe Wamensreinacher Serie Phycodenschichren

B-ach&& Deformation 9- planare Deformation -


Einordnung der lithostratigraphischen Niveaus in das stratigraphische
Schema:

Relativ mächtige Kalksilikatfelse sind im zentralen und südwestlichen


Fichtelgebirge Glieder eines Schichtverbandes, der von WURM (1932a) als
Präkambrium (Algonkium), von VON GAERTNER (1942) als ,,Arzberger Se-
rie“ dem Kambrium und schlieljlich von SI’ETTNBR (1972, 1980) wieder
dem Präkambrium (Oberproterozoikum) zugerechnet wurde. Lebensspu-
ren, auf Blatt Ebnath (MIELKE 1982) Verbreitung im Kern einer Aufwöl-
bung, sowie das Auftreten aufgearbeiteter Schichtglieder dieser Schicht-
gruppe im überlagernden Altpaläozoikum, machen diese Zuordnung
wahrscheinlich.
Augengneise, Muscovitquarzite sowie die Albit und Granat führenden
MnO-reichen Gesteine werden mit der von LUUWIC, (1969) beschriebenen
Abfolge des fossil belegten Frankenwälder Kambriums parallelisiert. Die
Abfolge der drei Typushorizonte dieses Niveaus wird als Transgressions-
folge mit zunehmendem Reifegrad interpretiert, mit feldspatführenden,
grobklastischen Schichtgliedern an der Basis. feldspatfreien Quarziten und
Geröllquarziten im mittleren Teil (Geröllquarzite enthalten Schichtglieder
der präkambrischen Wechsellagerung) und einem Al, Mn, Ti und Na rei-
chen Horizont im oberen Teil, der ein nahegelegenes Denudationsniveau
signalisiert. Ab diesem Niveau fehlen im östlichen Fichtelgebirge bis zum
Hangendbereich des Kambriums und dem Liegendbereich des Ordovi-
ziums Vertreter basischen Vulkanismus. Auf Blatt Selb konnten keine
Metabasite festgestellt werden. Die in tieferen und höheren stratigraphi-
schcn Bereichen des Kambriums auftretenden untypischen Quarz-Clim-
merschiefer stellen zwar die Hauptmasse der Metamorphite, sie konnten
aber lithostratigraphisch nicht näher typisiert werden.
Die dem Ordovizium zugeordneten Schichtglieder haben nur geringe
Verbreitung (im Westen und Nordwesten). Ihre Zuordnung erfolgte in
Anlehnung an die Lithostratigraphie des Blattes Weiljenstadt (STIXTTNM
1964).

3.2. Höheres Präkambrium-Oberproterozoikum?

3.2.1. Kalksilikatfelw, z. T. mit Karbonatlagen ulis

Vorkommen
Zwischen OberweiDenbach und Selb, Felsen am WeilJenhügel SE Ober-
weiBenbach, Aufschlüsse (Straßenbau) an der Straße OberweiDenbachb
Selb, Lesesteine östlich Viclitzer Grund.

15
Makroskopische Beschreibung
Blaugrün, grau mit gelblichen bis weißlichen Bändern; sehr hart und
spröde. Die kalksilikatischen Gneise (cm- bis dm-mächtige Lagen) wech-
sellagern mit z. T. glimmerschiefrigen Biotit-Feldspatgneisen. Dieser La-
genverband wurde in der Karte einheitlich als Kalksilikatfels ausgeschie-
den. Das Material ist allgemein gut geklüftet und neigt zu Plattiger Abson-
derung. Gelegentlich sind karbonatische Lagen (- 1 cm) erhalten. Das
Gestein neigt dazu, an diesen Lagen abzuspalten.
Mikroskopische Untersuchung
Den makroskopisch durch unterschiedliche Färbung ersichtlichen La-
genbau spiegelt auch das Dünnschliffbild wider. Die Färbungsunter-
schiede rühren von der wechselseitigen Anreicherung der Minerale basi-
scher Feldspat, Diopsid, Zoisid, Hornblende, Biotit und Quarz. Dunkle
Parien sind beherrscht von Diopsid, Hornblende, Biotit und Zoisit, wäh-
rend andererseits Quarz, bas. Feldspat mit etwas Zoisit in den hellen Par-
tien vorherrschen. Die Anreicherung von Schwermineralen (Titanit, Zir-
kon) im Grenzbereich von einer Lage zur anderen zeigt, daß es sich hier
um einen alten, sedimentären Lagenbau handelt, der sich im Schliff bis in
den Millimeterbereich verfolgen läßt. Dieser Lagenbau entspricht dem
Wechsel Kalksilikatfels-Biotit/Feldspatgneis des Makrobereiches. Gele-
gentlich wird durch in sich parallel zueinander verlaufende Feldspatgäng-
chen ein Lagenbau vorgetäuscht, der in seiner Anlage jedoch jünger ist
und auf tektonische Vorgänge zurückzuführen ist.
Paragenese
Diopsid, Zoisit, Hornblende, f Calzit, * Epidot, bas. Feldspat (An 40-
55), Quarz, Biotit. Akzessorien: Titanit, Zirkon.
Das Schliffbild der Biotit-Feldspatgneise ist sehr eintönig. Lagigkeit spie-
gclt sich vereinzelt durch Konzentrationsschwankungen des Biotits sowie
durch stellenweise Anreicherung von Zoisit wieder, der zu den Kalksilika-
ten überleitet. Gedrehter Andalusit bevorzugt Hellglimmer-Bereiche. Bio-
tit ist lagig (l-2 mm) in die Plagioklas(Oligoklas/Andesin)-Quarz-Bereiche
eingeschaltet. Der Pleochroismus des Biotits ist bei beiden Gesteinen X:
gelb, Y: braun. Schliffe: ~17, ~18, B 366.216.

3.2.2. Quarzit-Glimmerschiefer/Gneis-Wechsell~ger~~t~g
mit geringmächtigen Kalksilikatlagen (~1’

Im südwestlichen Fichtelgebirge folgt auf das Niveau der Kalksilikat-


felse eine Folge typischer Gesteine: Feinkörnige, hcllglimmerrciche Quar-
zite, muskovitreiche Glimmerschiefer und Grauwacken. Gesteine, die
nach ihrer Ausbildung deren Äquivalent auf Blatt Selb darstellen könnten,
finden sich in einem schmalen Streifen zwischen Unterweiljenbach und

16
Sclb. Die kartistischc ,Ausscheidung erfolgte nach den für dieses Niveau
typischen Mcrkmalcn: Auftrctcn kalksilikatischcr Lagen, stärker ausgebil-
detc und oftmals gut crhaltcne Feinschichtung und cinc mehr b-achsial er-
folgte Ühcrprägung. Ihr Verbreitungsbereich umschlieBt den der Kalksili-
katfelse ak.s. Durch die tiefgründige tcrtiärc Verwitterung, durch crhöhtc
Metamorphose und schlcchtc Aufschlullvcrhältnissc erscheint die Folgt
weit weniger vielfältig als im wcstlichcn Fichtelgcbirgc.
Mnkroskopischc Bcschrcibung
Durch crhiihte Hcllglimmcrgehaltc überwiegen helle Grautönt. Vcrwit-
tcrt wirkt das Gestein gelblich. Der Lagenbau rcsulticrt aus dem Wcchscl
cincr Muscovit-Quar/.- bzw. Kalifeldspat-Betonung im Zentimeter- und
Dczimcter-ßcreich. Als zusätzliche Glimmcrkomponcntc ist Biotit verein-
zclt eingestreut. Gclegcntlichc, lagige Verdichtungen verlaufen zum oben
geschildcrtcn Lagenbau parallel.

3.3. Kambrium

3.3.1. Cranitoider heller Gneis (Metakeratophyr?) c%g


Hcllc granitoidc, massige Gncisc sind in einem etwa Ost-WCs1 strci-
chcndcn Streifen vom Laubbühl östlich Sclb bis nach Mühlbach auf Blatt
Schiinbcrg LLI vcrfolgcn. Die Gesteine sind kontaktmctamorph überprägt,
tcilweisc granitisiert. Lagigc Anreicherung von GroMquarzen und Gro13-
feldspäten sowie bis mehrere Zentimeter langt Biotit-Schmitzcn, vcrgcsell-
schaftct mit Linsen feinkiirnigen Feldspatmateriales, machen es wahr-
schcinlich, daB vor allem Kcratophyrtuffe bzw. Kcratophyre am Aufbau
dieses Gnciscs beteiligt waren. Kcliktischc Quarzitlagcn weisen auf cinc
scdimcntiirc Komponcntc hin.
Makroskopische Beschreibung
Bei gcringcrcr mctamorphcn Überprägung herrschen graue Farbtiinc
vor. Vcrwittcrt nimmt das Gestein rostiggelbe Farbtiinc an. Oft zerfällt CS
dann erdig. Mit zunehmender Kontaktwirkung nimmt der Feldspatgehalt
(Kf.) auf Kosten dcs Hcllglimmeranteils zu. Es entstehen graugelbliche, Ia-
gigc Quar/-Kalifeldspat-Biotit-(Muscovit)-Gneise. Mit der lagigen Korn-
vcrgr~~bcrung der Kalifeldspäte (Orthoklas, 7..T. mikroklinisiert) bis zu ca.
I Zcntimcter geht oft die Anreicherung von Grollquarzen (bis 5 cm) sowie
das Auftreten von bis 3 Zcntimctcr longcn Biotitflatschen einher. Gele-
gcntlich sind auch Flatschcn gcringcrcr Fcldspatkörnung vcrschwommcn
zu crkcnncn.
Mikroskopische Untersuchung
In den Hcllglimliicrbahncn sproUt Andalusit mit später beginnendem
Übergang zu Sillimanit. Beim Übergang von quarz-betonten Lagen und

17
glimmcrreicheren Partien (Biotit/Hellglimmcr) ist z. T. wenig gerundeter
Zirkon angereichert. Bei starker Kontakteinwirkung des Granits ist Mus-
covit nur noch in wenigen, sperrigen Schuppen reliktisch vorhanden. Die
KorngröMen der Feldspatmatrix liegen bei ca. 100 p. Eine ältere Gcnera-
tion von Orthoklascn wird vom Rand ausgehend mikroklinisiert. GroU-
quarze (bis 2 mm) sind in ein Quarzpflaster aufgelöst. Granat sproat be-
vorzugt in biotitreichen Partien und steht in Berührkontakt zu Kalifeld-
spat. Schliffe ~121, x122a/b, ~613, ~654, ~655, ~680, XI 121, XI 122, XI 123,
x1126,x1127
Nach dem Modalbestand sind zwei Gruppen unterscheidbar. Die eine
mit einem Plagioklas: Kalifeldspat-Verhältnis von 0,27 repräsentiert flasri-
gc, ungleichkörnige Typen. Die andere, mit einem Plagioklas: Kalifeld-
spat-Verhältnis von 0,75, umfaßt mehr schwach geregelte, aploide Typen.
Gegenüber der ersten Gruppe ist der Plagioklasgehalt erhöht, der Biotitge-
halt erniedrigt. Bei beiden Gruppen haben die Plagioklase die Zusammcn-
Setzung von Albit-Oligoklas.
Gruppe 1: Q 31,9&2,4; Kf 33,2*6,2; Ab 9,If6,3; Bi 14,01t3,9; MS
9,4*5,0.
Gruppe2: Q 28,31t8,5; Kf 30,7*8,1; Ab 23,1+6,2; Bi 5,2f1,8; MS
11,7* 1,3.

3.3.2. Metaarkose mit Keratophyranteilen, porphyroide Glimmerschiefer


und Gneise, z. T. in Augengneisfazies cba

Vorkommen
Augengneise und feldspatführende Quarz-Glimmerschiefcr lassen sich
mit einer Ausbiabreitc von ca. 100-200 Metern und 40-60” NE-streichend
nordwestlich der Kalksilikatfelsfolge über das gesamte Blattgebiet bis zu
einer Störung nordöstlich Großwendern verfolgen. Südöstlich der Kalksi-
likatfelse finden sich entsprechende Gesteine südlich und südwestlich von
UnterweiMenbach. Ihre Typisierung erfolgte auf Grund von Untersuchun-
gen entsprechender Gesteine des Blattes Ebnath, auf die weiter unten ein-
gegangen wird. Nach Nordwesten schließt sich an die tuffitischen Metaar-
kosen ein muscovitquarzitisches Niveau an. Zwischen die charakteristi-
schcn Gesteinseinheiten können untypische Quarzglimmerschiefer bzw.
-Gneise wechselnder Ausbißbreiten einschieben. Das Schwanken der Aus-
bißbreiten dürfte in den meisten Fällen tcktonisch bedingt sein.
Aufschlüsse: Blatt Schönberg an der Landesgrenze, Bl.5 nordwestlich
Selb stark verwittert im Hohlweg westlich Unterweißenbach, große Blöcke
am Karrenbühl-Berg, Felsen südlich Haltepunkt UnterwciMenbach der
Bahnlinie Selb-Holenbrunn.

18
Makroskopische Beschreibung
Das Gestein ist bräunlich-weiD. Bei höheren Hcllglin~n~erantcilen übcr-
wiegt eine graut Farbtönung. Die Großfeldspäte und GroWquarzc (Au-
gen) crrcichen bei grober Ausbildung KorngrölJen bis 2 cm. Grobe Va-
riantcn wurden, soweit möglich, mit einer Übersignatur in der Karte dar-
gestellt. Bei fcinkörnigeren ‘Typen weisen die Einsprcnglinge KorngrBDcn
um 0.5 cm und darunter auf. Großquarze und Grobfeldspäte verlcihcn
den s-Flächen ein höckcriges Aussehen. Besonders die fcinkiirnigcren Ge-
steint weisen, bereits im Handstück erkennbar, eine Lagigkcit auf. die pa-
rallcl zum allgemcincn Schichtverband verläuft, Die Lagen wcrdcn von
Bcrcichcn unterschiedlicher KorngröDcn sowie durch subparallcl angcord-
nete HcJJglimmer/Biotit-Fahnen gcbildct. J3ei grober Ausbildung ist das
Gcstcin gewöhnlich massig. ohne erkennbaren Lagenverband im Kleinbc-
reich. JIic Aufschlüsse im Hohlweg westlich ObcrweiDenbach zeigen, dal3
die Augengneise mit Quarzitlagen (cm-dm) und feldspatfreien, hellglim-
mcrrcichcn Glimmcrschicfern wechsellagern können. Leider ist der Gc-
stcinsvcrband hier sehr stark verwittert. Mylonitischc Überprägung ist im
Gcgcnsatz zu Blatt Ebnath im Blattbereich wenig deutlich.

Mikroskopische Untersuchung
Die Grundmasse bcstcht aus Quarz, Hellglimmer. Biotit, Mikroklin, Al-
bit/Oligoklas, f Almandin. gclcgentlich Sillimanit. Die Glimmer sind
schuppig in die Matrix cingcstreut, können sich aber auch zu s-parallclcn
Bahnen zusammenfügen, wobei Hellglimmer überwiegt. Biotit koexistiert
mit almandinbetontem Granat. In Bereichen der Kontakteinwirkung der
Granite kann Sillimanit in Wirbeln Biotit verdrängen. Die KorngröMen
der Matrix liegen zwischen 50-100 p, gelegentlich auch darunter. Bei Gc-
Steinen mit makroskopisch sichtbarem Lagenverband ist an den Grenzen
zu Hellglin~mcr/Biotit-Bahnen Zirkon, Apatit und opake Substanz gele-
gentlich angereichert.
Die Einsprcnglinge werden von folgenden Mineralen gebildet:

Blauquarze
Sic erreichen selten höhere KorngrölJen als 0.5 cm. Im Durchlicht cr-
schcincn sic milchig wciJ3bei undulöscr Auslöschung. Bei sehr starker Vcr-
gröllerung lassen sich fcinstc Einschlüsse ausmachen, die parallclscharig
das Korn durchsetzen.

GroMquürze
Sie crrcichen KorngröJJen bis 2 cm und darüber (Abb. 1). Sic sind stets
in mehrcrc Domlincn unterschiedlicher Auslöschung zerlegt. Einzelne
Kiirncr sind von Schnüren mit Kalifeldspat durchzogen. Die Feldspat-
schnüre cndcn an den jeweiligen Korngrenzen.

19
Abb. 1. Lagt mit GroDquarzgeröllen in tuffitischen Metaarkosen. Vergröberung
1,5-fach. Die ~uarzglimmermatrix umfloi3 während der Durchbcwcgung die Gcröl-
Ie. Beim Kotieren der Einschlüsse trat, heim GroOgcr(ill links hercits makroskopisch
zu sehen, im Druckschatten Vuarz-Sammelkristallisaliol7 ein, die zu einem Aus-
schwänzen führte (im Bild links oben und rechts unkn).

GroIJfeIdspiite
Sic erreichen KorngröDen um I cm und darüber. Wie die Grollquarze
sind sie meist in mehrere Domänen unterschiedlicher Auslöschung und
Frische zerteilt. An ihrer Zusammensetzung sind sowohl Kalifeldspäte
(Orthoklas) als auch Alhit/Oligoklase beteiligt. Der Kalifeldspat üher-
wiegt gewöhnlich. Alhit/Oligoklas ist häufig nach dem Alhit-Gesetz, selte-
ner nach dem Albit/Perikin-Gesetz verzwillingt. Die Plagioklase können
von antiperthitischen Schnüren und Spindeln durchsetzt sein. Die Durch-
dringung des Wirts (Albit) mit Kalifeldspat kann so intensiv sein, da0
heim Anfärbcn makroskopisch homogene Kalifeldspäte vorgetäuscht wer-
den k»nnen. Orthoklas wird gewöhnlich mehr oder weniger stark in Mi-
kroklin umgewandelt. Die Umwandlung in Schachbrett-Alhit ist nur sel-
ten zu beobachten. Alhit/Oligoklas neigt zur Hcllverglimmerung, ausgc-
hcnd vom Kern der Kristalle. Zwillingslamellen werden durch verschieden
orientierte Ausrichtung der Hellglimmerschuppen überliefert. Plagioklas-
reichere Gesteine enthalten mehr Hellglimmer, sind feinkörniger und rei-
cher an Schwermineralen. Die Verhältnisse der Einsprenglingc (Körner
2 2 mm) zueinander sind:

20
<;robcr Typ: 33,98 +4,0 1; Kf SO,34 d.~ 4,5 I ; Ab/01 15,69 + 0,6 (Wcrtc ge-
mittelt aus den Schliffen X6, X7, X8)

Fcinkiirnigcre Gesteine zeigen Wcrtc von:


Q 32,56; Kf 16.27; Ab/Ol51,17 (X24)
Q 3 1,58; Kl’ 36784; Ab/01 3 1,5X (X53a)

Die Auswertung chemischer Analysen von cntsprcchcndcn Gesteinen


dcs Blattes Ebnath im südwestlichen Fichtclgebirgc ergab eine Zuordnung
zur Gruppe der Aplit-Alkali-(;ranitc, effusiv. Verrechnet waren dabei
auch vier Analysen von Gcstcincn dcs Blattes Selb/Schiinberg mit glci-
chem Iirgcbnis. Abweichungen im Quarz- und im Alkali-Gehalt cinigcl
Proben dürften auf sedimentäre Umlagerung zurückzuführen sein. Solche
Proben weisen tcilwcisc erhöhte Cr- (bis 800 ppm) und Zr-Werte auf. Die
Anreicherung von Cr in Gcstcinrn entsprcchcnder Zusammensetzung ist
nur als I:olgc scdimentärcr Vorgänge denkbar.
Analysen: 781394 (R 450 561; H 555 949); 781376 (R 450 762; H 555 750)
781364 (R 450 584; H 555 920); 781363 (II 450 584; tl 555 974)

3.3.3. Quarzit und Vuarzit-Glimmcrschiefer-Wechsellagerung chy

Es handelt sich hier um cinc I:olge von nicht einzeln kartierbarcn Quar-
zitlagcn (Mctcr-Dezimctcrbcreich), die mit hcllglimmcrrcichcn Quari-
glimmerschicl’crn wcchsellagcrn. Die Quorxitlagcn verdichten sich ZUI
Mitte der Folge und bilden Ictzdich einen homogcncn Quarzitzug gröIJe-
rcr Mächtigkeit. Tcktonisch bedingt liegt dieser IHorizont im Blattbereich
mit vcrschicdcn hoch tempcricrter metamorpher Überprägung vor.

Der Quarzit-Zug läßt sich von der Lnndesgrenzc im Osten dem allge-
mcincn Streichen folgend bis iistlich Gronwcndcrn verfolgen. Das isolicrtc
Vorkommen am Breiten Berg dürfte dem gleichen stlatiglaphischcn Ni-
vcau /uamrdncn sein. Quarzitc aus diesen Bcrcichcn liegen in einer hoch-
tempcricrtcn, chloritfrcicn. mctamorphcn ü herprägung vor. Das gleiche
Niveau wicdcrholt sich, tektonisch bedingt, im Norden des Blattes. Die
Mctamorphosc ist hier niedriger und führte zu chloritführcnden Paragenc-
SW. Die Quarzitc. die auf dem Nnchbarblatt WeilJcnstadt mit glcichcm
Strcichcn anschlieUen, gchiiren in ein wcscntlich hiihcrcs Niveau.
Aul’achlüssc: Felswand am Bernsteinbach.
Makroskopische Bcschrcibung

Die Quar/.itc sind gelblich wciU und zcichncn sich durch sehr scharf ab-
gesetzte. glatte tektonischc Trcnnllächcn aus. Durch Sammelkristallisation
können Quarzitc mit hochtcmperiertcr Überprägung glasig wirken. Das
<icstein ist dann sehr massig. Schichtung wird angedeutet durch lagigc

21
Muscovit-Anreicherung sowie durch zu diesen Partien parallel verlau-
fende dunkler wirkcndc Lagen. Ursprünglich vorhandene Änderungen der
KorngröMcn sind nicht mehr zu identifizieren. In einigen Leseblöcken des
nördlichen Zuges mit niedrig tcmpericrtcr Metamorphose wurden Lagen
von Gcriillquarziten mit dunklen Geröllquarzen aufgefunden. Gesteine
PLIS diesem Quarzitzug wirken weniger massig. Ihr lithologisches Verhaltcn
entspricht dem des hochmctamorphen. südlichen Zuges.
Mikroskopische Untersuchung
Die Korngrenzen der Quarze (60-200 PL)sind sehr stark miteinander
verzahnt. Muscovit ist parallelschuppig in die Matrix eingestaubt. Parago-
nit oder Margarit konnte röntgenographisch nicht nachgewiesen werden.
Biotitschuppcn sind sehr selten. Die Hellglimmerschuppen vcreincn sich
gelegentlich zu parallelen Glimmerbahncn. An den Grcnzcn zur Quarz-
matrix, aber auch in den Glimmerbahnen selbst, ist Zirkon (50 p) zusam-
men mit Ilmenit angereichert. Diese Anreicherung der Schwerminerale,
aber auch die Anreicherung des Hellglimmers selbst, spiegelt eine alte sc-
dimentlirc Anlage wider. Die Zirkone sind meist rundlich und farblos.
BlaDrosa gefärbte Zirkonkörner können mit eingestreut sein. In einer mus-
covitreichen Probe wurde in einer Schwermineral führenden Partie zusätz-
lich Granat angetroffen. Hier kann jedoch eine nietamorphe Neubildung
nicht ausgeschlossen werden. Quarzite dcs nördlichen Zuges haben ein
weniger stark verschränktes Korngefüge (60-80 p) und zeichnen sich
durch höhere Gehalte an Hellglimmer (Phengit) aus. Akzcssoricn sind Zir-
kon, Magnetit und Anatas. Sie sind besonders am Rande von Quarzitlagen
und Hellglimmerbahnen anzutreffen (sedimentäres Relikt).

3.3.4. Albitphyllit, Albit-Glimmerschiefer und -Gneis cDg/


(Albit-(Granat-)Muscovit-Chlorit- und Albit-Granat-Staurolith-Andalu-
sit-Muscovit-Biotit-Glimmerschiefer und -Gneise, Albit-Phcngit-Chlorit-
Phyllite)
Vorkommen
Zwischen das nächste Typusniveau der Albit-Granat-Gneise und die
Muskovitquarzite schieben im Blattbereich muscovitische Glimmerschie-
fcr, z. T. mit Augengneisen, in wechselnder Mächtigkeit ein. Die Zunahme
dieser Mächtigkeit von West nach Ost sowie die teilweise Schichtwicdcr-
holung ist tektonisch bedingt (Faltenbau verbunden mit Schichtwiederho-
lung an streichenden Störungen). Wie bei den Muscovitquarziten liegt die-
ser stratigraphische Horizont in zwei verschieden hohen metamorphen
Überprägungen vor, die durch die Überschrift charakterisiert wurden. Die
Albit-Granat-Staurolith-Gneise und -Glimmerschiefer lassen sich vom
nordöstlichen Blattrand im Streichen bis nordöstlich von GroMwcndern
verfolgen. Ihr niedrig metamorphes Äquivalent nimmt auf dem nördli-

22
chen Teil dcs Blattes nur eine sehr bcschcidene Fläche ein. Auf dem Nach-
barblatt Rchau lassen sich die Albit-Phyllite indessen bis zur tschcchischcn
Grenze verfolgen.
Aufschlüsse: Albit-Granat-Staurolith-Gneise: Stark vcrwittcrt im Bahn-
einschnitt der Strecke Schönwald-Selb-Plößberg. Frische Leseblöcke im
Gebiet vom f’faffcnberg. Die Albit-Phyllite sind im Blattgebiet nicht cr-
schlossen. Aufgcschlosscn auf dem Nachbarblatt lichau im aufgclasscncn
Steinbruch bei (450646/556484) an der Straße Schönwald-Kehau.
Makroskopische Beschreibung
Die Granat-Albit-Gneise sind bräunlich und an den s-Flächen mit glän-
zendcn Biotitschuppen beselzt. Charakteristisch sind die Albit-Blasten, die
lagig angcreichcrt KorngröDen bis 3 mm erreichen können. Die im Vcr-
gleich zu Alhit selteneren Granate liegen mit bis 2.u 0.5 GUI großen Ein-
sprcnglingcn in den albitärmercn Partien. Ihre Farbe ist rostbraun. Stauro-
lith ist makroskopisch weniger auffallend. Sofern nicht nur reliktisch vor-
handcn, erreicht cr bis 3 mm Korngröle. Die Farbe ist bräunlich his dun-
kel. Andalusit ist makroskopisch nicht zu erkennen. Schwarze Ilmcnit-Lci-
sten durchsetzen besonders die Biotit führenden Lagen. In einer Quarz-
knauer wurden am Piaffenbcrg ca. 4 cm langt, hypidiomorphe Andalusitc
angetroffen. Die lithostratigraphisch aquivalcntcn niedrigmetamorphcn
Albit-Phyllite sind durch die lagig erfolgende Albit-Blastese sehr augcnfäl-
lig. Die Albit-Blasten verleihen dem grünlichen bis grauen Gestein ein
Aussehen wie mit Zucker überstreut. Die KorngriiUen der Albitc liegen
etwa zwischen 0,4-1,O mm. Charakteristisch für das Gestein ist der seidige
Glanz der s-Flächen, auf dcncn häufig bis zu 0,5 cm große z. T. idiomor-
phc Magnctite aufsitzen. Dem Gestein können einzclnc, meist quarzreiche
Pakete albitfreicr Phyllite zwischengeschaltet sein.
Mikroskopische Untersuchung
Das Schliffbild zeigt einen verwaschenen Lagenhau, der aus der wcch-
sclscitigcn Anreicherung der Minerale Quarz, Albit, Biotit, Staurolith,
Granat und Andalusit herrührt. Granat bevorzugt die yuarzreichcn Par-
ticn. Nach MIFJXC, ß1.üMb.L & LANGER (1979) handelt CSsich um alman-
din-betonte Granate mit cincm spessartinreichen Kern. ßiotit durchzieht
in fsahnen zusammen mit flatschigem Muscovit den Schliff. Bevorzugt in
diesen Bahnen findet sich der Staurolith, während Andalusit in muscovit-
rcichcn Stcllcn, dicscn vcrdrängcnd, aufsitzt. ßcschreibung der Einzelmi-
nerale:
Granat: KorngrölJe bis zu 0,5 cm, rot bis rotbraun, häufig getrübt. IIic
makroskopisch hypidiomorphe Form löst im Schliff häufig in einzelne und
durch Quarz voneinander getrennte, auch verbogene, zueinander parallele
Platten auf, die wohl ursprünglich sedimentären Lagen mit zur Granatbil-
dung günstigem Chemismus nachzeichnen (Abb. 2). Die häufigen Ein-
schlüssc im Granat sind: Quarz (50 p) und Ilmenit (flmenohämatit). Die

23
Abb. 2. Granat (Gt) zeichnet den alten sedimcntiircn Lagenbau nach und wird gc-
gcnübcr scincr Umgebung gedreht. X21, Nicols schwach gekreuzt.

Qu;lrzeinsprcnglingc kiinncn sich zu mm-breiten Lagen zusammcnschlic-


fien, die ein ältercs Bicgcschergcfügc widerspiegeln. Die meisten Granat-
blasten sind stark rotiert. Randlieh kann ein rcliktischer Saum von blaB-
glünlichcr Hornblende angedeutet sein, wobei die Hornblende wie der
Granat rctrograd in Chlorit (I:e-Khipidolith) übergeht. Stellenweise ist da
Granat viillig chloritisiert (MIICLKE & AHIUIIAM 1980).
Stauroli t h: gelb bis zitronengelb (Abb. 3), fast stets mit cincm I Icll-
glimmersaum umgeben, steht im Kontakt mit Biotit und Andalusit. Oft
wird cr von Muscovit bis auf wenige Relikte verdrängt. Wcitcrc am Um-
wandlungsprozcss beteiligte Fe-haltige Phasen konnten nicht bcobachtct
werden ( [Link]: & ARRAHAM 1980). Die Form ist rundlich (hypidiomor-
phc Querschnitte bis xenomorph). Einschlüsse: QuarL mit ca. 40 p, Das In-
tcrngcfüge ist gegenüber dem Extcrngcfüge hiiufig gedreht.
AI bi t: rundlich, sehr hliufig lagig, scl~cn vcrLwillingt nach K/Ab-Ge-
setz, kann an den s-Flächen ausgeschwänzt sein. Hliufig zusammen mit
Muscovitfahnen.
A nd a 1LIS i t: lagig, dem Muscovit folgend, randlieh häufig verglimmert
(Muscovit). T’ektonischc Beanspruchung lief3 sich nur in cincm l:all nach-
weisen. Bei einem Schliff verdrängt Andalusit tlcn Staurolith unter Ncu-
bildurig von Biotit.

24
ß io ti t: lagig, braun rot, häufig von Ilmenit-Leisten durchsetzt.
H c 11g 1i m m cr: sowohl als prograder AI tbcstand (Phcngil) als auch als
retrograde Neubildung (Muscovit).
Quarz: lagig mit KorngriilJen bis 100 I-Lund tcilwcise darüber.
Akzcssoricn: Ilmenit, Hornblende. Zirkon, Hämatit, Chlorit (retro-
g-ad).
Modalbestand:
Quarz I7,O 64,5
Albit 12,8 3,5
ßiotit 54,6 13,2
1lellglimmer 591 6,4
9.3 1s jeweils 2 000 Punkte
Staurolith
Granat 034 4,7 pro Analyse
Andalusit 02 0,4
Chlorit Ic,, 0,7 0,3
Ilmenit 0.7
100,8 100,5
(Nr. 260) (Nr. 427)

Abb. 3. Staurolith in ßiolit(dunkcl)-Ilcllglimmcr-Matrix. Qunr/cinschlüssc im Stau-


rolith apcgcln die durchgcl’ührtcn Drehbewcgungcn gcgenübcr den henachbarlen
Lagen wider. M93, Nicols schwach gCkreu,q.

25
Mikroskopische Untersuchung der Albit-Phyllitc
Phengitischer H e I Ig I i m m er, meist sehr feinschuppig ausgebildet,
stellt den Hauptanteil des Gesteines. Am Hellglimmer ist Paragonit mit
ca. 8 Vol.% (röntgenogr. Bestimmung) beteiligt. Zusammen mit spärlich
eingeschalteten quarzreichen Partien bilden die Hellglimmerschuppen ein
deutliches Biegeschergefüge ab. Die Albite (40 ~1bis I mm) sprossen auf
Kosten des Hellglimmers. Sie enthalten stets Ilmenit(Ilmcnohämatit)-Ein-
schlüsse, die amm Kontakt zur Hellglimmcrmatrix in Rutil bzw. Anatas
umgewandelt sind (Abb. 4). Die neugebildeten Magnetitc sind ursächlich
mit dieser Umwandlung verbunden (MIELKE & S~III<EY~I~1972). Die Il-
mcnit-Einschlüsse der Albite geben ein lilteres Stadium des Biegcscherge-
füges wieder, das gegenüber dem heutigen zusammen mit den Albiten gc-
ringfügig gedreht ist. Gelegentlich ist Albit randlieh ausgeschwlinzt. Spes-
sartin-Granat konnte in einem Schliff nachgewiesen werden. Die Granat-
blastese setzt hier gerade ein. Chlorit (Fe-Rhipidolith) enthält 4 Gcw.%
MuO und ist in die Hellglimmerbahncn eingelagert. M agn c t i t wird
randlieh häufig von Quarz und Chlorit begleitet. Im Druckschatten der
Magentite ist Quarz rekristallisiert, während die bis 80~ großen Quarzkör-
ncr der ehemaligen Feinschichtung intensiv verzahnt und ausgelängt sind.
R LI t i I / A na t as durchzieht lagig angereichert das gesamte Schliffbild.
Zusammen mit Zirkon spiegelt er eine alte sedimentäre Anlagt wieder.

Abb. 4. Umwandlung von llmenohämatit in Kutil -tAtratas und Magnetit. Im Albit


eingeschlossenbleibt der Ilmenohämatit erhalten. Mt: Magnetit, II: Ilmenohiimatit,
Rt: Rutil/Anatas, Ab: Albit.

26
3.3.5. Quarzglimmerschiefer und -Gneise, quarzitisch gebänderte Quarz-
phyllite, lithologisch untypisch chgl
(Muscovit-Chlorit-( Biotit-), Muscovit-Biotit-Andalusit-Sillimanit-Quarz-
Glimmerschiefer und Gneis im Hangenden und Liegenden der Schichten
chu, chy und cbgt)
Vorkommen
Flächenmäßig nehmen die hier zusammengcfaljten untypischen
Schichtglieder den gröDten Teil der Metasedimente ein. Ihre relative Stel-
lung im Profil kann nur an Hand des mit Abb. 5 gegebenen Modells des
Faltenbaus vermutet werden. Danach wären die Glimmerschiefcr zwi-
schen dem Granitmassiv des Kornberges und den Albit/Granat-Gneisen
bzw. den Albit/Granatgneisen und der nach Norden folgenden streichen-
den Störung dem Hangendbereich zuzuordnen. Ebenso die Quarzglim-
merschiefer westlich Spielberg und östlich GroBwendern.
Makroskopische Beschreibung
Die Färbung ist meist bräunlich bis schwarzbraun in Abhängigkeit des
Biotitanteils. Quarzreichere Partien wirken oft grau, aber auch gelbweiDli-
ehe Lagen können vorkommen. Die s-Flächen sind gewöhnlich sehr gut
entwickelt und mit Muscovitschuppen besetzt. Lagenbau resultiert aus
einem engständigen Wechsel zwischen Quarz/Feldspat betonten und
glimmerreichen Partien. Die Lagen sind meist nur wenige Millimeter
mächtig und folgen den allgemeinen s-Flächen. Die niedrig temperierten
Quarzphyllite westlich Schönwald weisen mehr graugrüne bis grünliche
Farbtöne auf, entsprechen aber sonst dem bereits skizzierten Bild.
Mikroskopische Untersuchung
Das Schliffbild wird durch den bereits geschilderten makroskopischen
Lagenbau beherrscht. Biotit überwiegt Hellglimmer. In quarzbetonten La-
gen können Feldspatfragmente von Albit/Oligoklas aber auch von Oli-
goklas/Andesin eingelagert sein. Die Korngrößen sind meist einheitlich
und liegen zwischen 70 und 100 p. Bei gleichem Metamorphosegrad fehlen
Granat, neugebildeter Albit und Staurolith. Andalusit, der den Hellglim-
mer verdrängt, ist selten. Das Schliffbild der niedrig temperierten Quarz-
phyllite südwestlich Schönwald entspricht dem hier wiedergegebenen. Bio-
tit fehlt oder ist nur in Tüpfeln vorhanden. An seine Stelle tritt Chlorit.
Der Hellglimmeranteil ist höher als bei den Quarzglimmerschiefcrn.

3.3.6. Quarzüberstreuung

Südlich Schönwald und nördlich Brünn herrscht in einem SW-NE ge-


richteten Streifen Quarzüberstreuung. Gleichzeitig geht in diesem Bereich
die Lesesteinüberstreuung stark zurück. Bei den wenig gerundeten Quar-

27
zen (bis mehrere cm 0) handelt es sich um Quarzmobilisatc aus dem
Glimmcrschiefcr/Phyllit-Material. Diese haben die tertärc Verwitterung
unbeschadet überstanden.

3.3.7. Metasedimentschollen im Granit des Massivs von


Weitlenstadt-Marktleuthen (cDg/)
(GFRHARD STET~NEJR)

Im Bereich Silberbach-Neuhaus-Königsll7ühle-Som~~cr~~~L~ ,,schwim-


men“ im Porphyrgranit eine Reihe von kleinen und gröljcren Mctasedi-
mentschollen. Sic zeigen einen dachnahen Bcrcich des Granitmassivs an.
Auffallend ist ihre einheitliche SW-NE-Erstreckung, konform zu ihrem
internen Parallelgefüge. Das ebenso einheitliche Einfallen des Ictztcrcn
nach Nordwesten und s-interne Fältelungserschcinungen cincs insgcsami
s-tcktonischcn Gefüges waren ein Kriterium für die Zuordnung zum
Kambrium der altpaläozoischen Baustufe (vgl. FIXT1‘NF.K 1980).
Der klein- bis mittelkörnige, grobschicfrige Habitus ist im wesentlichen
von der starken Biotitkristallisation geprägt, wodurch eine dunkle, im fri-
schen Zustand bis schwärzliche Gesteinsfarbe mit glänzenden Glimmcr-
flächen bedingt ist. Im Querbruch ist ein feiner, absätzigcr Wechsel durch
graue Andalusite und Sillimanitfilze, quarzitische Lagen und helle Quarz-
Feldspat-Kristallisate gegeben.
Das mikroskopische Bild von Proben aus vcrschicdcnen Schollen ist re-
lativ einheitlich. Es ist ein typisches Hornfels-Glimmerschiefcr- bis -Gneis-
Gefüge. Entsprechend dem tektonisch zerrissenen und verfältclten ehc-
mals sedimentären Lagenwechsel (tonig-sandiges Ausgangsgestein), ist die
Anordnung der Mineralassoziationen * lagig geordnet, abslitzig oder vcr-
krümmt bis feingefaltet. Die Längserstreckung der Mincralgemengtcile ist
teils parallel hierzu, oder auf Grund der koutaktmetamorph bedingten Rc-
kristallisation ohne eine solche Beziehung (Hornfelsgcfügc).
Biotitreichc Teilgefüge mit wechselnden Muscovitantcilen enthalten
htiufig Rcstc von Andalusit. Dazwischen licgcn feinfilzige Sillimanitaggre-
gate, die meist randlieh von Muscovit, Quarz und Plagioklas (Oligoklas)
umgeben oder ersetzt sind. Lctzterc cnthaltcn nadcligc Sillimanituggrcg~~-
tc. Bis mm-dünne quarzreiche Lagen besitzen geringe Glimmerantcilc,
sind jedoch tcilweisc, von der Intergranularc ausgehend, fcldspatisiert
(schwach perthitischer und vcrschwommcn gegitterter Mikroklin). Als
häufiger Nebcngemcngteil tritt Turmalin in * isometrischen Körnern auf.

28
3.3.8. Quarzglimmerschiefer und geringmächtige Quarzite in Wechsel-
lagerung cbo (im Liegenden des ordovizischen Frauenbachquarzits)

Im südwestlichen Pichtelgebirge sind im Liegenden des Fraucnbach-


quarzitnivcaus Quarzphyllite, Kalkphyllite und z. T. karbonatische Mctar-
kosen verbreitet. Typisch ist, dar3 der Wechsel von quarzbetonten Lagen
und glimmerreichcn Partien oft nicht mehr so deutlich ausgeprägt ist wie
im Liegenden. Gesteine die diesem Typ etwa entsprechen, werden westlich
von GroDwendern, der höheren Metamorphose entsprechend, als Quarz-
glimmerschiefer im Liegenden des von SIETTNNEK (1964) als Fraucnbach-
quarzit eingestuften Quarzilzuges angetroffen. Die typischen Begleitgc-
steine des Muscovitquarzitzuges des östlichen Blattbereiches fehlen, sodaß
eine Verwechslung dieses höheren Niveaus mit dem Liegenden nicht miig-
lieh ist.
Karbonatischc Glimmcrschicfcr wurden in dem sehr schlecht aufgc-
schlosscnen und tiefgründig verwitterten Bereich nicht angetroffen. Wohl
könnten reliktische basische Plagioklase, die vereinzelt in dem zusätzlich
kontaktmetamorph überprägten Gesteinsvorkommen auf ursprüngliche
karbonatische Beeinflussung hindeuten. Die makroskopische und mikro-
skopischc Ansprache entspricht sonst, abgesehen von dem oben genannten
Trend zur Homogenisierung, der der übrigen Quarzglimmerschiefer. Im
engeren Kontaktbereich zum Granit tritt Cordicrit als kontaktmetamor-
phe Bildung zusätzlich auf.

3.4. Ordovizium

3.4.1. Frauenbachschichten o/q


(Feinkörniger Quarzit in Wechsellagerung mit z. T. phyllitischem Glim-
merschiefer)

Im westlichen und südwestlichen Fichtelgebirge folgt auf das Niveau


der karbonatischen Quarzphyllite und Metaarkosen ein Niveau mit fcld-
spatführenden Geröllquarziten und in ihrem Hangenden ein Quarzitzug,
der Fraucnbachquarzit. Geröllquarzite konnten bei den schlechten Auf-
schluDverhältnissen und bei der geringen Verbreitung der Gesteine auf
Blatt Selb nicht gefunden werden. Wohl beschreibt STITTNER (1964) auf
Blatt WeiMenstadt im Streichen des auf Blatt Selb herüberziehenden Quar-
zitzuges quarzitische Grauwacken. Die Verbreitung entsprechender Gc-
steine ist auf Blatt Selb auf das tertiär verwitterte Areal westlich Grollwen-
dern und auf den durch die Granite des Kornbergmassivs kontaktmeta-
morph überprägten kleinen Bereich im Nordwesten des Blattes be-
schränkt.

29
Makroskopische Bcschrcibung: Es handelt sich um z. T. massige teils pa-
rallelschiefrige Gesteine groDer Härte. Unterscheidbar sind hellere, mehr
quarzitischc Bercichc und von Biotit dunkler gefärbte Partien. Muscovit
bildet Schuppen auf den s-Flächen. Tertiär verwitterte Gcstcinc zerfallen
erdig.
Mikroskopische Untersuchung: Das Quarzkorngefügt ist granoblastisch
mit KorngröIJcn um 0,024,05 mm. Hauptgemengteilc sind Quarz, unter-
geordnet Biotit und Muscovit. Plagioklas ist selten. Andalusit ist auf Hell-
glimmerpartien beschränkt und an den unmittelbaren Kontaktbereich des
Granits gebunden. Akzessorien sind Rutil, Zirkon, Titanit und opake Erz-
partikel (Magnetit?).

3.42. Phycodenschichten oph

(Fcinschichtige Phyllit-Quarzphyllit-, Quarzit-Wechscllagcrung, z. 7.


glimmerschieferig und Fleckschiefer)

Im Blattbereich handelt es sich um quarzgehänderte Phyllite mit Biotit


als kontaktnietamorphe Bildung. Typisch ist die rhythmische Bändcrung,
die an Leseblöcken nordwestlich des Kornbergmassives gut zu erkcnncn
ist. Der rhythmische Wechsel setzt sich zusammen aus einem stctigcn
Wechsel ursprünglich sandiger und toniger Lagen, bei denen die Mlichtig-
keit insbesondere der ehemaligen Tonlagen zyklisch zunimmt, um dann
wieder mit geringmächtigen Lagen neu zu beginnen. Neben diesen
Rhythmiten kommen auch gewöhnliche Quarzphyllite vor.
Das mikroskopische Bild ist von der Feinbänderurig geprägt. Kontakt-
mctamorpher Biotit verdrängt als Qucrbiotit den Chlorit. Quarz ist rekri-
stallisiert. In Hellglimmerbahnen kommt es bereits zur Bildung von Anda-
lusitkörnern.

4. Die Granite des Fichtelgebirges und ihr Ganggefolge


(GIXHARD STETTNfiK)

Rund 116 qkm des geologisch crfaljtcn Blattgebietes (bayerischer An-


teil), das sind mehr als 70% der Fläche, werden von Graniten eingenom-
men. Im Bereich des Selber Granits kommt noch eine relativ flachgrün-
dige Unterlagerung der Metasedimentc durch Granit hinzu, wie es in den
Profilschnitten auf der Karte schematisch angedeutet ist.
Im Nordwesten der Karte ist die Hauptmasse des relativ kleinen Mas-
sivs vom Großen Kornberg erfaljt, während im Süden ein breiter Quer-
schnitt durch das gröfjte Granitmassiv des Fichtelgebirges vorliegt, dem
von WeiMenstadt-Marktleuthen-Schönberg. Das erstgenannte repräscn-
tiert die jüngere, postasturische Granitgruppt, das letztere die postsudcti-

30
sehe (vgl. RICwI‘F.R & SI‘lTl‘NIX 1979). Die Ahfolgc der Granite wurde zu-
erst auf Blatt Fichtclhcrg erarbeitet (Src-rI’NL:l~ 19%) und durch radiomet-
rische Altcrshestimmungcn bestätigt (BESANG et al. 1976). Noch klarcl
wird die Granitfolgt durch die geochemische Entwicklung gezeichnet
(RICIII~ 6t STI~TTNIX 1979 und Abh. 6).
Aplit- und komhinicrtc Aplit-Pegmatit-Gänge sind mit der ältcren Gra-
nitgruppc verknüpft (Porphyr-, Holzmühl- und Selhcr Granit).
Die Porphyrgängc sind nicht in strengem Sinne als Granitgefolgt zu hc-
zeichnen. Sie sind genetisch nicht mit dem Mobilisations- und Kristallinsa-
tionsahlauf der Granite verbunden, sondern kiinncn einem eigcncn gco-
tektonischcn Akt zugeordnet werden.

4.1. Die Granite der älteren, postsudetischen Abfolge


(330-300 Mill. J.)

Dicsc Granitgruppt umfaDt auf Blatt Selh/Schönherg den Porphyr-


Granit von Weißcnstadt-Marktleuthen (G I), den Holzmühl-Granit
(G 1HS) und den Selber Granit (G 1s). Es sind dies hiotitbctonte bis Icuko-
krate Monzogranite, in deren Kristallisationsahl‘olgc eine Verringerung
der mittleren KorngrölSe in der ohcn angegebenen I<eihcnfolge feststellbar
ist. Im gleichen Sinne geht die Gefügccntwicklung von stark zu schwach
porphyrischcn Gesteinen. Nach der Klassifikation von STRECKEISEN
(1966) hclcgt der modale Mineralbestand das ganze Monzogranitfeld, ent-
hält dso Varietäten, die im quantitativen Klassifikationssystem nach
JOHANNSEY (1932) als Granodiorite abzugrenzen wären (Selber Granit
und Teilt des Holzmühl-Granits).
In der regionalen Variabilität des Porphyrgranits ist der hier zu be-
schreibende Bereich durch relativ höhere Kalifcldspatgehalte gcgenühcr
Plagioklas ausgezeichnet, anders als im Raum westlich Marktlcuthcn, wo
höhere Plagioklasanteile vorherrschen. Außerdem sind hier die Biotitgc-
halte niedriger und die an Muscovit höher als im Wcstcn (vgl. Variations-
diagramm Abb. 11 in RICHTHC & SI ETTNIIK 1979).
Porphyrgranit G I und Selber Granit G 1s nchmcn jenseits der Staats-
grenze auf tschechoslowakischem Gebiet noch ausgcdchntc Arcalc ein
(VEJNAR 1960). Der Selber Muscovit-Biotit-Granit geht dort, im Bereich
dcs Egerer Beckens, in einen Muscovitgranit über. Die Gefügeentwicklung
(u. a. Reliktgcfüge) zeigt, daD Holzmühl- und Selber Granit den Porphyr-
granit auf metasomatischem Weg verdrängt haben.
Während der Porphyrgranit GI im geometrixhcn Zuschnitt als eine
nach Süden zu einschiebende Platte von mehreren km Dicke aufgefalit
werden kann (redwitzitisch-granodioritische Gesteine als Kennzeichen des

31
Quarz

Kalifeldspat+
Quarz Zeichenerklärung:
l G1 Porphyrgranit
e GEH Holzmühlgranit
o Gis Selber Granit
Ganggranit
WartberglLängenau [Link]
q G2 Randgranit
. Gg Kerngranit
x G3w Kerngranit Typ Wolfsgarten

Plagioklas Mafite

Abh. 5. Die
Gliederung der Granite auf Blatt Selb-Schiinberg auf der Basis der mo-
dalcn Mineralbcständc in Urciecksdarstellungen:
Uiagramm D I = Drcicck Alkalifcldspat~Plagioklas~Qua~z (Klassifikation nach
[Link]:N 1966)
Diagramm 112 = Dreieck Kalifeldspat + Qu~u-L-Pl~lgiokl;isMafitc.

32
unteren Saumes der Granitplatte am Nordrand - Häufung der den Dach-
bereich anzeigenden Hornfelsschollen im Süden), modifiziert der etwas
jüngere Selber Granit dieses Bild durch eine entgegengesctztc, nach Nor-
den die Metasedimcnte untertcufende Verbreitung.

Abb. 6. Die gcochcrnischc Difl’erenzicrung der Fichtclgebirgsgranite und rhyoliti-


schcn bis rhyodazititschcn Porphyrgänge im Dreieck Na+K,O~CaO ( = D 1) so-
wie anhand der A’CF- und A’KF-Diagramme (D2 und D3). A’ = [AI,O,I +
[I~c203~ ([Na201 + [K,O] ~ ICaO]); C = [Ca01 - 3,3[P,O,]; E’ = [MgO] +
[MnO] + [FeO]; K = [K,O]. Der Bereich der iiltcrcn Granitgruppe ist in den Drci-
ecken jeweils mit einer durchgezogcncn Linie, jener der jüngeren Granitgruppt mit
einer gestrichelten Line und jener der Porphyre gepunktet umzogen. Die Zahlen
cntsprcchcn den Granitsymbolen der beiden Kristallisationsrcihcn G I-G I Ii-G I H--
GIS und G2-~-G3-G4; sic kennzeichnen die jcweiligcn Bereiche stärkster Konzcn-
tration.

33
Das Verbreitungsgebiet der älteren Granite ist weitgehend an die innere
tertiäre Rumpfflache des Fichtelgebirges gebunden. Deshalb sind grolle
Bereiche durch tiefgründige Verwitterungserscheinungen charakterisiert
(Vergrusung und Zersatz). Aufschlüsse von anstehendem festen Granit
sind relativ selten und konzentrieren sich in den Talanschnitten der Eger
und mancher ihrer Seitentälchen. Ansonsten begegnen uns an der Ober-
fläche da und dort findlingsartige Granitblöcke, die als unverwitterte
Kerne von Kluftkörpern in zergrusten Bereichen ,,schwimmen“.

4.1.1. Der Porphyrgranit von Weil)enstadt-Marktleuthen G1

Das Gefüge des Porphyrgranits GI ermöglicht im Gelände eine klare


Unterscheidung von den anderen Varietäten. Es ist ein Biotit-betonter mit-
telkörniger Granit mit bis maximal 12 cm groBen Kalifeldspateinspreng-
lingen. Nach der variablen Größenverteilung dieser Einsprenglinge (1-12
cm, mit einem Maximum zwischen 4 und 8 cm), kann teils von einem se-
rial-, teils von einem hiatalporphyrischen Gefüge gesprochen werden. Die
Einsprenglinge zeigen in der Regel zonare Anreicherungen kleiner Biotitc
und Plagioklase.
Die haufig subparallele Anordnung der Kalifeldspat-Einsprenglinge ist
überwiegend SW-NE gerichtet (Abb. 7). Die günstige AufschluDsituation
im Bereich des Egertales (südöstlicher Teil der Karte) zeigt, da13 hier die
Feldspattafeln mit mittleren Werten, manchmal auch steil nach NW ein-
fallen. Im Raum östlich Selb konnte auch steiles Südostfallen und ein wei-
teres Maximum des Streichens in NW-SE-Richtung (mit SW-Fallen) fest-
gestellt werden (Raum Längenau). Im übrigen ist eine statistisch gleichmä-
ßige Verteilung und Orientierung der Großfeldspäte nicht immer gegeben.
Auch nest- und lagenartige Konzentrationen werden da und dort beob-
achtet.
Im Steinbruch am Wartberg bei Längenau erscheint der Porphyrgranit
durch mehrere flachliegende Gänge eines meist einsprenglingsfrcien Gra-
nits (Ganggranit Typ Wartberg) lagenartig gegliedert (Abb. 8, Kap. 4.1.4.).
Der modale Mineralbestand kann aus Tab. 1 in Beil. 1 entnommen wer-
den. In den Dreiecksdiagrammen (Abb. 6. Dl und D2) sind die für die pe-
trographische Klassifikation wichtigen Mineralverhältnisse dargestellt.
Der Chemismus ist Beilagt 2 im Anhang zu entnehmen,
Die Einzelgernengteile treten in der Regel in mehreren Generatio-
nen auf:
Quarz in fünf Erscheinungsformen, von welchen zu rundlichen Aggre-
gatformen neigende Quarzkornvergesellschafturigen (@ 2-8 mm) die
Hauptmasse repräsentieren. Zwickelquarz, das Restgefüge zwischen Fcld-
spat ausfüllend, nimmt an Menge nur eine sehr untergeordnete Stellung

34
Abb. 7. I<cgelung der Kalifeldspäte im I’orphyrgranit GI: Ul = auf dem <ir»llen
Hengstberg; D2 = Egerrangen N Neuhaus. Die Pol-l’unktc der Kalifeldspat-(010)-
Flächen konzcntricrcn sich im SI’-Quadranten des ScliMIixschen Netzes (flächcn-
treue Azimutalprc)jcktion der Lagcnkugcl, untcrc I-läll’tc), cntsprcchend dem gcnc-
rclllcn SW-NE-Strcichcn und Einfallen nach Nordwaten.

ein. Wichtig, wenn auch relativ scltcn, sind korrodicrtc und rhopalophyr-
artig zerlegte Quarze in den Fcldspätcn, die einem ältcren Kristallisations-
zustand angehören. Weitert, relativ junge Quarzgebilde sind Fugen-, Gir-
landen- und Myrmckitquarz.
Kalif cldspäte (Mikrokline) treten als Großfcldsp$te und als Grund-
gcwehshcstandteile auf. Erstere sind die zentimetergroßen (l-8, seltener
bis IO und 12 cm), -tidiomorphen, nach dem Karlsbader Gesetz vcrzwil-
lingten und nach (010) tafcligen Individuen. Ihre Mikroklingitterung ist in
diesem Teil des Massivs klar und zum Teil sogar grob ausgebildet. Der

35
Volumanteil der perthitischcn Albitentmischungen schwankt zwischen
10% und 20% (Spindel-, Ader- und Bandformen, mit Neigung zu fleckcn-
artigen Erwciterungcn). Verwachsurigen und Einschlüsse von Plagioklas
zeigen häufig myrmekitische Reaktionen. Zonar eingelagerte ßiotite und
kleine Plagioklase weisen zwei bis drei, gelegentlich auch mehr altcrnic-
rcndc Wachstumsphasen der Großkalifeldspäte auf. Im mikroskopischen
Bild ist zudem ein feiner Schalenbau sichtbar.

Die Grundgewebskalifeldspäte (.@ zwischen 0,3 und 6,0 mm) zeigen


keine Kristallformen, sind also xenomorph. In diesem Massivteil ist ihre
Mikroklingitterung gut ausgeprägt, dagegen die Perthitbildung weniger
hervortretend (meist Film- und Spindelpcrthit). Diese Kalifcldspatgenera-
tion hat Plagioklas, Biotit und auch Aggregatquarz teilweise vcrdriingt,
wobei gegenüber Plagioklas myrmekitischc Keaktionsbildungen häufig zu
beobachten sind.

Die Plagioklase sind Oligoklasc, gedrungene hypidiomorphc, bis


7 mm große Individuen, die teilweise einen Zonarbau erkennen lassen. Sie
sind von einer mehr oder weniger starken Verdrängung durch jüngeren
Kalifeldspat und Quarz betroffen. Die Anorthitgehaltc der Plagioklasc be-
wegen sich zwischen 25-28% im Kern und l5-12% in den Randbereichen.
Albitsäumc mit Myrmekitquarz sind im Kontakt zu verdrängendem Kali-
feldspat entwickelt. Als Zwillingsbildung dominiert die Kombination von
Albit- und Karlsbader Gesetz. Die sekundtire Hellverglimmcrung und
Muscovitneubildung ist unterschiedlich entwickelt und hat vor allem die
An-reicheren Innenbereiche betroffen.

Die ß io t i t e (Fe( Mg)-Biotit im Meroxen-Lepidomelan-Bereich) trctcn


hier in den östlichen Massivteilen weniger häufig in Gruppen als in Ein-
zelindividuen auf. Die Größenentwicklung variiert zwischen 0,l und
3 mm. Parallele und diskordante Verwachsurigen mit Muscovit sind teils
Primar, teils sekundär einzustufen. Primäre Einschlüsse sind Apatit, opa-
kes Erz (llmenit, Magnetit und Pyrit) und Zirkon. Neben der fast immer
starken Korrosion durch die jüngeren Gefügegenossen tritt häufig eine
teilweise bis stärkere Chloritisierung der Biotite auf. Diese Chloritisierung
ist besonders in der Nachbarschaft von Störungen ausgeprägt.

Hellglimmer, Muscovit, tritt in verschiedenen Generationen auf:


Primäre Vcrwachsungen mit ßiotit, Verdrängungen des letzteren durch
phengitische Hellglimmer, Sprossungen in den Plagioklasen (einschlicD-
lieh der Sericitisierung), Muscovitneubildung in Kalifeldspäten, wie über-
haupt im Quarz-Feldspatgefüge, als jüngste Generation. Letztere ist be-
sonders im Porphyrgranit auf Blatt SelbISchönberg verbreitet und bedingt
die hier relativ höheren Hellglimmergehalte. Die Durchmesser der Hell-
glimmer schwanken zwischen 0,I und l,3 mm.

36
Unter den [Link] nimmt der Apatit den ersten Platz ein. Im
I’orphyrgranit östlich Selb tritt auch Turmalin häufig auf. Zirkon (z. T. mit
Zonarbau) sind in Biotit und Apatit eingeschlossen oder im übrigen Korn-
gcfügc verstreut. Unter den opaken ErLmineralen überwiegt der Ilmenit
den Magnetit. Pyrit und Hämatit sind in der Regel sekundäre Bildungen.
Sekundär, mit den Abbauerscheinungen an Biotiten (Chloritisierung) vcr-
bundcn, ist die Bildung von Epidot und Klinozoisit.

4.1.2. Holzmühl-Granit G 1 HS

Namengebend für diese Granitvarietät ist der Weiler Holzmühl, unmit-


telbar südlich des Blattrandes auf Blatt Marktredwitz gelegen (Gitterlinie
R 4502). Hier hatte WURM (1932~) auf der Geologischen Karte von
Bayern, Blatt Wunsiedel, einen mittelkörnigen Granit vermerkt, jedoch
keine Grenze gegenüber dem Porphyrgranit gezogen. Dieses Vorkommen
greift auf Blatt Selb über. Ein weiterer Vorkommensbereich liegt im Nord-
osten der Karte, zwischen Selb und der Landesgrenze am Nordrand des
Granitmassivs.

Der Typus des Holzmühl-Granits besitzt nicht ganz die klare Eigenstän-
digkcit der übrigen Fichtelgebirgsgranite. Er kann als Zwischenglied von
Prophyrgranit und Selber Granit betrachtet werden. Die häufigen Gefüge-
restc vom Porphyrgranit (mit einzelnen Großfeldspäten) im Holzmühl-
Granit zeigen, daR es sich wahrscheinlich um eine metasomatischc über-
wältigung des ersteren handelt. Aus dem modalen Mineralbestand (Abb. 5
und Beil. 1, Tab. 1) geht hervor, daB es dabei zu einer Abnahme der Kali-
fcldspätc und Zunahme der Quarz-, Plagioklas- und Muscovitanteile kam.
Nach der SrK~:.cKElseN-Klassifikation gehört der Holzmühl-Granit zu den
Monzograniten. Der Chemismus (Beil. 2) zeigt die Nähe zum Selber Gra-
nit noch deutlicher. Zwischen Holzmühl- und mittelkörnigem Selber Gra-
nit gibt es Übergänge, welche durch abnehmende Biotit- und zunehmende
Muscovitgchalte gekennzcichnct sind.

Das Korngefüge (mittelkörnig, bzw. mm-körnig) ist durch die häufig


schwankenden, oft schlierig konzentrierten Biotitgehaltc und die Reste des
ersetzten Porphyrgranitgcfüges wcchsclhaft, unruhig. Im mikroskopischen
Bild kommt das ungleichkörnige Gefüge noch stärker zum Ausdruck: Ka-
lifeldspäte gruppieren sich nicht nur in einzelnen GrölJenintervallen, son-
dern auch in xcno- und hypidiomorphe Individuen; Quarz konzentriert
sich in mm-Aggregaten.
Bei den Einzclgemcngteilen tritt der Quarz- ahnlieh wie im GI -
überwiegend in Gruppen von xenomorphcn Einzelkörnern auf. Zwickel-,
Fugen- und (älterer) Einschlußquarz in Feldspat sind nur sehr gering bc-
tciligt.

37
Die meist mm-körnigen und xenomorphen K a I i f c I d s p ä t c besitzen
eine sehr klare Mikroklingitterung und sind im allgemcincn frei von per-
thitischen Entmischungen. KB-Zwillingsbildung ist selten im Gegensatz zu
den nur lokal häufiger auftretenden hypidiomorphen, tafelig gestreckten
Mikroklinen. Die sporadisch auftretenden cm-Großkalifeldspäte besitzen
als Relikte dcs GI die dort beschriebenen Eigenschaften.
Die sehr ungleichkörnigen Plagioklase (Oligoklase) sind stets mehr
oder weniger stark korrodiert. Zum Teil ist schwacher Zonarbau erkcnn-
bar. Polysynthetische Verzwillingung nach dem Albitgcsetz ist teilweise
mit dem Karlsbader-, seltener mit dem Periklingesctz kombiniert.
Die in der GröUe sehr unterschiedlichen B io t i t c unterscheiden sich
von jenen dcs benachbarten Porphyrgranits im allgemeinen durch stärkere
Korrosion. Einzeln, ‘1 ’ 1’s auch sehwarm- bis nestartig aggregiert, sind sie
manchmal mit älterem Muscovit verwachsen. Die Anteile der EinschlulJ-
minerale Apatit, opakes Erz, Zirkon und Xenotim, wie die zugehöriger
pleochroitischcr Höfe schwanken sehr. Der Anteil der von Chloritisicrung
befallcncn Biotite ist relativ gering.
M uscovi t bzw. die Hellglimmer weisen qualitative Parallelen zu jenen
des Porphyrgranits GI auf. GröBer ist allerdings der Anteil der mm-gro-
Ijen Muscovite, deren Kristallisation etwa zwischen jener der Plagioklase
sowie der Hauptgeneration von Kalifeldspat und Quarz steht. In Zusam-
menhang mit der Scharurig von Harnischen (tektonische Relativbewegun-
gen) treten im Raum Holzmühl lokal stärkere feinschuppige Hellverglim-
merungen auf.
Die Akzcssorien Apatit, Zirkon, Xenotim und opakes Erz sind meist
in Biotiten eingelagert oder mit diesen eng verknüpft. Hinzu kommen ge-
Icgcntliche Andalusit- und Sillimanit-Einschlüsse in Muscovit (Raum
Holzmühl- Übergangsbereicht zum Selber Granit).

4.1.3. Selber Granit G I S

Im östlichen Teil des Massivs von Weiljenstadt-Marktleuthen nimmt


der klein- bis mittelkörnige Selber Granit gröljcre Areale ein (vom Selber
Wald bis zum Rand des Egcrer Beckens). Morphologisch sind diese Areale
hier Bestandtcilc der ,,Selber Hochfliiche”, einer tertiären Rumpffläche
mit überwiegend flachem Relief. Aufschluljlose Flächen mit oft tiefgrün-
diger Verwitterung wechseln ab mit kleinhügeligen Landschaften, wo in
den Kuppen der Fels oft bis an die Oberfläche kommt. Günstigere Auf-
schlufjverhältnisse herrschen im Erosionssystem der Eger.
In die vom Porphyrgranit GI eingenommene Peripherie drang der Sel-
ber Granit in Form von Gängen, schlauch- bis schichtartigen Verdrän-
gungskörpcrn ein. An der Oberfläche nicht sichtbare Bereiche von Selber

38
Granit sind bei Hebanz erbohrt worden (ESSO-Erz GmbH). Granitblocke
im Kaum Längenau lassen ein unregelmäf~igcs, sich vcrästelndes Eindrin-
gen von Selber Granit in Porphyrgranit erkennen. Die Übergänge zum
Holzmühl-Granit und die gelegentlichen Keste von Porphyrgranit-Gefü-
gcn Icgcn die Deutung einer mctasomatischen Entstehung nahe.
Der aplitgranitische, leukokrate Habitus des Selber Granits geht vor
allem auf die geringen Biotit- und relativ hohen Muscovitanteilc zuruck
(vgl. Tab. I auf Beil. 1). Gegenüber dem Porphyr- und Holzmühl-Granit
ist der Quarzgehalt wcitcr angestiegen, der Kalifeldspatanteil wcitcr gc-
sunkcn (vgl. Abb. 5).
Die Korngrollen der Einzclgcmengteilc zeichnen im Sclbcr Granit zwei
Gefügctypen, die [Link] Teil ineinander übergehen. Der feinkörnige Typ
(Korngröl~cn meist unter 1 mm) enthält hin und wieder mm-große Knli-
feldspäte, Plagioklase und Muscovite locker eingestreut. Der mehr mittel-
körnige Typ (Einzelkorngroben 0,5-2,0 mm. Muscovite bis 5 mm 0) ent-
halt Aggregate und Nester von feinkörnigen Quarz-Feldspat-Aggregaten
(0, l- 0,5 llllll).

ßci den Einzclgemcngteilen tritt Quarz in drei Generationen auf:


Älterer Quarz, in der Kegel rhopalophyrartig zerlegte Körner (0 bis
3 mm), von Plagioklas und Kalifeldspat mehr oder weniger stark vcr-
drängt, ist an die klcinkiirnigcn ßercichc dcs Selber Granits gebunden
(Gcbictc östlich Unterweißenbach, nordöstlich Schwarzenhammcr, Gra-
fenberg bei Hochstadt, Silberbach und Häuscllohe südlich Selb). Die
xenomorphc Quarz-Hauptkristallisation überdauerte die von Plagioklas
LIII~ Kalifeldspat. Eine dritte Generation kommt vor allem in den spätkri-
stallinen aplitisch-pegmatitischen Gefügeaufweitungen vor.
K a I i f e Id sp a t als stets klar gegitterter Mikroklin tritt im kleinkörnigen
Selber Granit sowie in einem Teil des Mischtyps in zwei Generationen
auf, im übrigen nur in einer Form. Im ersten Fall kommt zur xenomor-
phen Hauptgeneration, wie beim Holzmühl-Granit, noch eine mm-groBe,
hypidimorphc, sporadisch eingcstreutc Einsprenglingsgcneration, wclchc
aber im makroskopischen Gefügebild kaum auffällt. Nur bei letzterer ist
feiner Aderperthit und KB-Zwillingsbildung zu beobachten.
Auch beim Pl a g i o k Ia s existieren in den kleinkörnigen Gesteinen zwei
Generationen: Der bis 1 mm grolle Hauptplagioklas und ein sporadisch
cingcstreutcr, bis 2 mm groBcr Einsprenglingsplagioklas. Es sind hypidio-
morphe bis fast idiomorphe, meist kurzprismatische und zonar gebaute
Oligoklase bis Albitoligoklase (An-Gehalte bis etwa 20%). Myrmekitbil-
dung ist an einem Teil der Mikroklin-Plagioklas-Kontakte verbreitet.
B io t i t tritt hauptsächlich als brauner (stark korrodiert), untcrgcordnet
als grüner ßiotit auf. Der Ictztcre kommt, ganz iihnlich wie in anderen

39
Graniten, in fleckenartigen Teilbereichen konzentriert vor (ehemaliger
Steinbruch Schwarzenhammer). Hier besteht stets Parallelverwachsurigen
mit Hellglimmer. Als Einschlüsse treten Apatit, opakes Erz und kleine Zir-
kone auf (pleochroitische Höfe). Zum Teil sind auch die braunen Biotitc
mit kleinen älteren Muscoviten verwachsen, zum Teil auch von gröljcren
jüngeren Muscoviten (unter teilweiser Übernahme von Einschlüssen) ver-
drängt.
C hloritisierung der Biotite ist im gesamten Selber Granit verbreitet.
Muscovit tritt, wie in den anderen Graniten der älteren Gruppe, in 2
bis 3 Generationen auf. Sein Anteil übertrifft den des Biotits im Durch-
schnitt um das 3fache. Die bereits im Handstück auffallenden mm-groBen
Muscovite der im Kristallisationsablauf relativ späten Hauptgeneration
nehmen in einem Teil der Proben über 10% des Volumens ein.
Der Gehalt an Akzessorien, wie Apatit, Zirkon, Xenotim und opa-
kcm Erz, ist großen Schwankungen unterworfen. Besonders der Erzanteil
(Ilmenit, Magnetit) ist relativ gering. Sekundäre Akzessorien, wie Titanit
und Anatas, sind an chloritisierte Biotite gebunden. Die in den Modalta-
bellen mit den Akzessorien zusammengefaßten Nebengernengteile werden
im Selber Granit hauptsächlich von Turmalin (Schörl) repräsentiert. Des-
sen meist konzentriertes Auftreten bedingt die starken modalen Schwan-
kungcn.

4.1.4. Ganggranit Typ Wartberg

Lagenartige, flachliegende Gänge eines klein- bis mittelkörnigen Gra-


nits gliedern den Porphyrgranit im Steinburch Wartberg bei Längenau
schichtartig (Abb. 8). Die Gänge sind dm-mächtig (max. 1 m), die zwi-
schenliegcnden Porphyrgranitabschnitte 4-5 m. Der Kalifeldspat- betonte
Muscovit-(Biotit-)-Granit liegt im S’rnECKEISEN-Dreieck A-P-Q am Rand
des Monzogranitfeldes nahe dem des Syenogranits, deutlich abseits des
Selber und Holzmühl-Granits (vgl. Abb. 6). Doch verbinden mit den letzt-
genannten Granittypen äuljerliche und qualitative Merkmale: Übergänge
zu aplitisch-pegmatitischem Gefüge, Hellglimmeranhäufungen (z. T. pa-
rallel zur Lagerung der Gänge und eine parallele Streifung hervorrufend);
gelegentlich eingestreute cm-große Kalifeldspäte (wie im Holzmühl-Gra-
nit) verknüpfen mit dem umgebenden Porphyrgranit. Die qualitativen mi-
neralogischen Merkmale gleichen denen des Holzmühl-Granits. Typisch
ist auch das mit Hellglimmeranreicherungen verknüpfte Vorkommen von
Sillimanit. Die stark schwankenden KorngrölJen (0,1-4,0 mm) haben ein
Maximum um 1 mm.
Hier sei aber auch darauf hingewiesen, daß im Raum des Wartberges
bei Längenau neben den oben beschriebenen Ganggraniten geringmäch-

40
Abh. 8. [Link] Auftreten dcs klein- bis tnittelk(irnigcn Granitcs ‘I‘yp
Wartberg im Porphyrgranit GI des Steinbruches am Wartberg bei Längcnau. Die
Granitgänge schieben mit etwa 15” SI: ein.

tige Gänge von Selber Granit und nicht abgrenzbare Hereiche von Holz-
mühl-Granit mit dem Porphyrgranit verknüpft sind.

4.1.5. Aplitisch-pegmatitische Gänge und Kristallkate

In den dachnahen Bereichen des Selber Granits sind relativ häufig tur-
malinführende aplitische bis pegmatitische Kristallisatc zu finden, die

41
über Gefügeaufweitungen aus dem normalen Selber Granit hervorgehen.
Ihr Mineralbestand wird von den jüngsten Quarz-, Feldspat- und Musco-
vitgenerationen des Selber Granits gestellt. Ein Häufungsbereich derarti-
gcr Kristallisationen nahe am nördlichen Kontaktbereich befindet sich NE
Hammergut bei UntcrweiMenbach.
In die vom Porphyrgranit GI und Metasedimenten (z. ß. südlich Ober-
weiljenbach) eingenommene Peripherie drangen - analog dem Selber
Granit - aplitisch-pegmatitische Gänge ein, ebenfalls in gröljeren Schollen
von Hornfelsgneis bzw. -glimmerschicfer (z. B. zwischen Königsmühle
und Sommerhau). Die Mächtigkeit dieser Gänge beträgt in der Regel nur
wenige Dezimeter (0,3-1,O m). Meist handelt es sich um kombinierte Gän-
ge, die entweder im Kern oder an den Salbändern pegmatitisch struiert
sind. Die schwarzen Turmaline sind teils streifig, teils nestartig angerei-
chert. Soweit bisher aufgeschlossen, liegen die meisten dieser Gänge flach
oder fallen mit Werten bis zu 30” ein.

4.1.6. Hydrothermale Alterationen in den Graniten der älteren Gruppe

Im Zusammenhang mit NW-SE bis ESE-WNW streichenden Störun-


gen konnten zum Teil intensive hydrothermale Veranderurigen in den be-
troffenen Granitbereichen festgestellt werden. Einmal handelt es sich um
den Bereich des Brunnen-Bühls (Höhe 555 m) südlich Wellerthal, wo es
entlang einer Störung zu einer starken Zertrümmerung, Kataklase und
Mylonitisierung des Porphyrgranitgefüges kam. Die Rotfärbung des Gc-
Steins beruht teils auf der Hämatiteinlagerung in den gebleichten Biotitcn
und oft weitgehenden Hämatitisierung der weniger stark kataklastischen
Partien oder auf der Hämatiteinlagerung in den nun glimmerfreien mylo-
nitischen Gefügen. Die Plagioklase weisen hier stärkere Hellvcrglimme-
rung auf.
Eine andere Zone starker Alteration des Porphyrgranits und eingclager-
ten Selber Granits liegt im Ortsbereich Hebanz, im Kreuzungsbereich
einer NW-SE-Störung und N-S gerichteter Strukturen. Ein AufschluB in
teilweise vcrgrustcm Granit zeigte das gehliufte Auftreten jüngeren Mus-
covits, von Uranglimmern und eine teilweise Hiimatitisicrung. Im mikro-
skopischcn Bild ist diese an die ausgebleichten Biotite gebunden, ebenfalls
die Neubildung von Rubinglimmer. Hinzu kommt eine starke Hellver-
glimmerung der Feldspäte und des Quarzes. Eine zusätzliche teilweise
Karbonatisierung dieser Komponenten und ebenfalls teilweise Chloritisie-
rung der Feldspäte konnte von der ESSO-Erz GmbH in mächtigen flach-
liegenden Zonen erbohrt wcrdcn. Zum Teil ist hier neben einer Verdrän-
gung des ursprünglichen Quarzgehaltes eine erneute Verkieselurig zu be-
obachten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Gangquarz-Anhäufungen in
SE-NW gerichteten Störungszonen NE von Marktleuthen ~ in nordwestli-

42
eher Vcrlängcrung der Stiirung von Hcbanz mit analogen hydrothcrma-
len Alteratiolisvorgängcn in einem ticfercn Stockwerk zusammenhängen.

4.2. Die Granite der jüngeren, postasturischen Abfolge


(290-280 Mill. J.)

In der Nordwcstccke des Blattgebietes ist der gröljte Teil des Granitmas-
sivs vom GroBen Kornberg erfaDt. Die zentrale Hauptkuppe und der mor-
phologisch durch eine grabcnartigc Einsattelung abgctrcnnte iistliche Teil
werden von Randgranit G2 als Dachfazits eingcnommcn. Die peripheren
Bcrcichc dcs Massivs, ein Kranz flacher Kuppen, werden übcrwicgend
von Kerngranit aufgebaut. Eigens ausgeschieden wurde der Granittyp
vom Wolfsgarten (G3W). Dicscr zeigt auf Grund dcs hohen Anteils von
nicht viillig verdautem Sedimentmaterial und von Anfangsphasen der
Granitkristallisation Analogien zum Kösseine-Kerngranit (G3K).
Vor allem der Kerngranit ist in einer Anzahl von Steinbrüchen gut auf-
geschlossen, während der Randgranit nur in wenigen Felsgruppen ansteht
(Hirschstein, Höht 744 m; Weller+Berg, Höht 635 m; Dürrer Stein im
Ostteil). Auf Grund der plcistozänen Blockschuttbcwcgungcn ist Granit-
material häufig weit über den GraniUSchiefcr-Kontakt talwärts verfrach-
tet worden. Deshalb ist in manchen Abschnitten dieser Kontakt nur ungc-
nau kartierbar.
Das relative Altersverhältnis von älterem Rand- und jüngerem Kerngra-
nit ist gelegentlich durch kleine Einschlußschollen von Randgranit sicher-
gestellt. Der Zinngranit, als jüngstes Glied der I:ichtclgcbirgsgranitc,
kommt im Blattgcbict nicht vor.

4.2.1. Randgranit G2

Die auf den Großen Kornberg bcschrtinktcn Areale zcigcn Randgranit


in untcrschicdlichcr Gefügccntwicklung. Wlihrend im Bcrcich der zentra-
Icn Kornbergkuppe ein kleinkiirnigcr und cinsprcnglingsarmer Gesteins-
typ vorherrscht, schlicljen sich gegen Norden und Osten deutlicher por-
phyrischc Ausbildungen an. Die cm-groUc Generation der Kalifeldspäte
ist allerdings nur in Ansätzen vorhanden. Dicsc ist jedoch ein auffallender
Bcstandtcil in den kleineren Randgranitarealen im Südwesten dcs Korn-
berges, wo das zweifach porphyrische Gefüge ein typisches Merkmal ist.
Hier ist zum Teil auch ein granitporphyrischcr Gesteinshabitus entwickelt.
Die gegenüber den andcrcn Graniten stärker variablen KorngröBenvcr-
hältnisse sind in Tabelle 2 zusammengestellt. Mit blol3em Auge ist bereits
zu erkennen, dag die mm-große Einsprenglingsgeneration der Feldspiitc
in der Regel idiomorphe Kristallformen zeigt, während die cm-grollen Ka-

43
lifeldspäte in der Regel abgerundete bis rundliche Formen (z. T. mit Zo-
narbau) aufweisen.
Der modale Mineralbestand (Tab. 2 auf Beil. 1 u. Abh. 5) weist die
Randgranite des Grollen Kornberges in die Gruppe der Monzogranitc
(SrKECKEIShN-Klassifikation). In der Regel überwiegt der Quarzanteil den
der Kalifeldspäte und dieser jenen der Plagioklase. ßiotit- und Muscovit-
anteilc halten sich im Durchschnitt etwa die Waage. Der Volumanteil der
Einsprenglingsgenerationen IäDt sich nur grob schätzen: Von der nahezu
cinsprenglingsfreien Kuppe des GroDen Kornberges steigt der Anteil nach
Norden und Osten auf etwa 15 Volum-%. Im Südwesten schwankt der An-
teil der Einsprenglingc zwischen 30% und 70%, wobei noch wcchsclndc
Gehalte an xenolithischen Einschlüssen (meist in mm-Gröljen) das Ver-
hältnis verzerren. Der Chemismus ist der Tab. 1 auf Beil. 2 zu altnehmen.

TLI/IC/~~2: Korngriißenverhältnissc im Randgranit G2 - Massiv GroDel


Kornberg (in mm)
f’ro bc 212 695 696 697 2295/96 2304/
05/06

Quarx:
GroMkorn 0,8-1,5 0,6-2,6 I ,2-2,0 0,4-1,2 0,6-1,2 O,X-1,6
GroMk.-Aggrcgatc 2,44,0 -3.0
Matrixkorn 0,1-0,7 O,ILO,6 0,2&0,5 0,05-0.3 0,02ZO,4 0,02-0,5
Kalifeldspat:
Grollindividuen I IO-80 IO-20 8-15
GroUindividucn II 2-15 l-2 l-6 1-12 l-8 I-6
Matrixkorn 0,2-0,8 0,2LO,8 O,lLl,4 O,lLo,4 0,2-I ,o O,lLO,5
I’lagioklas:
<iroOindividucn l.O-l,6 -2 O.X- I ,6 1.5-5.0 ld
Matrixkorn O,l-o,X 0.1-0,6 O,lLO,X O,lLO,2 0,14.6 0,20,5
ßiotit:
GroOindividuen l-4 l-2
Klcinintlividucn 0.05s1,o O,l-l,2 O,l-l,2 [Link],O 10.1-0,8 [Link],O
Muscovit:
Gr»Mindivitlucn 3
Kleinindividuen 0,05-1 ,o 0,1-0,8 0.IL1.0 O,lLl,O 0.1-0.4 0, Ia.6

Die vcrschicdcncn Gcnerationcn der E i n ze 1g e m c n g t c i Ie zcigcn -


mit der Gefügediffcrcnzierung des Randgranits einhergchcnd - eine gc-
wisse Variabilität.
Quarz tritt meist in 2 bis 3 Gencrationcn auf, wobei die Kristallisation
der ältcstcn (bis mm-grofjc, rundliche Körner) noch vor jcncr der Haupt-
feldspate einzustufen ist. Sie wird in den stiirkcr porphyrischcn Gestcinsty-

44
pen von den mm- und em-groljen Fc,[Link]ätcn häufig bis auf insclgruppcn-
artige licstc zerlegt und vcrdriingt. Ubcrgängc XLI granophyrischen Rest-
quarzformen erschweren oft die Unterscheidung von jüngerem mikrogra-
phischcm Quarz dieses Gcstcinstyps. Die mm-grolien, rundlichen, zum
Teil Aggregate bildenden Einsprcnglingsquarzc im wcnigcr deutlich por-
phyrischcm liandgranit kiinncn mit dem tiltercn Quarz parallelisicrt wcr-
den. Sic zeigen nur cinc randlicht Korrosion. I>cr jüngere Quarz des
Grmndgewebcs neigt ZLI pflasterartig isometrischer C;estalt und mälliger
Verzahnung mit den korrodicrten Gcfügegcnosscn, soweit CSdie schwach
porphyrischcn I~andgranitbcreichc betrifft. In den granitpolphyriscli~ti
Typen besteht eine stlirkcrc ‘l’cndcnz %ur Ausbildung unrcgelmälliger. kor-
rosiv wuchernder Formen dcs Matrixquarzes.
Knlifeldspat (Mikroklinpcrthit ohne mikroskopisch sichtbare Mi-
kroklingittcrung) tritt in drei verschieden groUcn Generationen LILIE. Der
Pcrthitantcil (Film-, Spindel-. Ader-, Flecken- und Netzpcrthit) ist in den
cm-groUcn Einsprcnglingcn häufig etwas größer (lS30% Albit) als in den
bciclcn anderen Cic,?crationen ( 10P20Y Albit). Die cm-groDen Einsprcng-
lingc hoben kcinc Aquivalcntc unter den andcrcn Gcmcngteilen. Im Gc-
gcnsatz zu den anderen fichtclgcbirgischen Vorkommcnsbercichcn /,eigen
sic hier nur selten Ansätze von Idiomorphic, vielmehr abgerundete bis
rundliche korrosive Formen, tcilwcise mitjüngeren Anwachssäumen. Idio-
morphc Kcrnc mit xcnomorphcr Kandzonc kommen in granitporphyri-
schcn Gcstcinstypcn vor.
Die mm-groljcn KF-Icinsprenglingc treten in der licgel als idiomorphc
bis tcilidiomorphc Karlsbader Zwillinge auf. Dagegen ist die Matrix-Kali-
feldspat-Generation stets xcnomorph und zeigt nur teilweise Neigung Y,LI
gcdrungcn rechteckigen Qucrschnittcn. Die ßczichung ZLI den Gcfügegc-
nosscn ist teils durch Verdrängung (ßiotit, Muscovit z. I‘., Plagioklas, ältc-
rcr QuarL), teils durch Korrosion bestimmt (jüngerer Quarz und jüngcrcl
Muscovit).
PI ag i o k las kommt in zwei Generationen vor. Die mm-grollen Ein-
sprcnglingc treten Lum Teil in Vcrwachsung mit Kalifeldspat und Quarz
der gleichen Generation aul’. Der primär idiomorphc Habitus ist infolge
starker Verdrängung durch die Matrixgernengteile nur mehr teilweise cr-
halten. Zwillingsbildung nach dem Albitgcsetz ist häufig mit dem Karlsba-
der- scltcner mit dem Pcriklin-Gcsctz kombiniert. Zum schwachen Zonar-
hau (20P30% An) kommen meist Entkalkungsstiume. Die Matrixgcncra-
tion hcsitzt gegenüber den korrosiv vorrückenden Gernengteilen Kalifcld-
spat und QuarL xcnomorphc Grenzen. Die Albitlamellicrung ist gcgcn-
über jener der Einsprcnglingc wcnigcr ausgcprligt. Reste von Zonarhau
sind selten.
ß io t i t : Die korrodicrtcn braunen ßiotite sind lediglich durch Größen-
unterschiede und Aggrcgicrung diffcrcnziert (vgl. KorngröBcntabellc).

45
Kleine flitterartige Biotite der Matrixgeneration stehen (mit Übergängen)
den mm-grollen Individuen der Einsprenglingsgeneration gegenühcr. Da-
ncbcn sind mm-groBc, quarz- und biotitrciche Schollen verbreitet, die als
Assimilationsreste von Nebengestein zu dcutcn sind. Sic enthalten Biotitc
verschiedener GröDe, in einigen Pällcn auch kleinschuppige bis diablasti-
sehe Formen, neben Muscovit, opakem Erz, Apatit. Zirkon LI. 21. Fast alle
Biotitc enthalten selbst Einschlüsse von Apatit, opakem Erz (meist Titanei-
scn) und Zirkone mit pleochroitischen Hiifen. Häufig sind die winzigen
Kerne der radioaktiven Hofbildungen nicht zu identifizieren.
Eine teilweise bis völlige Chloritisierung der Biotitc beschränkt sich im
wesentlichen auf die Nachbarschaft von Störungen.
G r ü n c B io t i t c sind Bestandteile von bis mm-groljcn, butzenfiirmigen
Assimilationsrcstcn. Sie treten hier zusammen mit braunem. oft chloriti-
sicrtem Biotit und mit Hellglimmer auf.
Muscovit tritt in zwei bis drei Generationen auf. Eine ältcrc ist mit
Biotit verwachsen oder verdrängt diesen. Jüngerer Muscovit verdrängt
I:eldspäte in LmrcgclmiiUigen Individuen und bildet zum Teil nestartige
Aggregate. Die in der Matrix eingestreuten Schüppchcn lassen sich der
einen oder andcrcn Kategorie zuordnen. Hinzu kommen noch die in IYa-
gioklasen zum Teil zonar aufgcsproßten Hellglimmer.
Neben den üblichen Granitakzcssorien Apatit, Zirkon, Xenotim,
Ilmcnit. Magnetit sind vom Kornberg noch Turmalin und ~ aus den süd-
westlichen Randbereichen - häufige Granateinschlüsse zu ncnncn. Ähn-
lich wie der hier benachbarte Kerngranit Typ ..Wolfsgarten“ ist der por-
phyrische Randgranit durch eine Häufung von Assimilationsresten gc-
kennzeichnet.

4.2.2. Kerngranit G3
(Muscovit-Biotit-Syenogranit)

Die Platznahmt und Kristallisation dcs mittelkörnigen Kerngranits


schlieDt zeitlich unmittelbar an die des Randgranits an. Abwcichungcn
vom meist gleichmäBig erscheinenden Korngefüge sind in einigen Bcrci-
chen festzustellen, seien es lagige Konzentrationen von K-Feldspat, Quarz
oder von Korngrößenunterschieden. GOEMAN (1970) führt diese Abwci-
chungen auf assimilierte Vorgranitische Sedimenttexturen zurück. Vcrein-
zelt können auch tektonitartige s-Gefügt beobachtet werdcn (s = N 6O”E,
steilstehend).
Nach den aus Tab. 2, auf Beil. 1 und Abb. 5 ersichtlichen modalcn Mi-
ncralbeständen und der Klassifikation nach STIIECKEISI-~N (1966) gehört
der Kerngranit zum Syenogranit. Im Durchschnitt ist der Quarzgehalt
etwas niedriger als der Kalifeldspatantcil, der seinerseits mehr als doppelt

46
so hoch wie der dca Plagioklases ist. Der Muscovitgehalt übersteigt allgc-
mein geringfügig den des Biotits. Das Verhältnis schwankt jedoch von
Probt zu Probe.
Im mikroskopischen Bild ergibt sich - gegcnübcr dem Eindruck dcs blo-
IJcn Auges eine gcwissc Unglcichkiirnigkeit, die sich im Schwankungsbe-
reich der Korngrößen in Tabelle 3 widerspiegelt. Auch kommen die untcr-
schicdlichcn Anteile von teilgranitisicrtem Fremdmattrial deutlicher zum
Ausdruck. So kann man vor allem in Richtung auf den Wolfsgarten-Cira-
nit (G3W) eine deutliche Zunahme solcher ßiotit-rcichcr Xenolithc, Glim-
mcrvcrwachsungcn mit grüncm Biotit und von pinitartigen Schüppchcn-
fcldcrn beobachten, ebenfalls cinc Zunahme des ßiotitgchaltes.
Unter den Einzelgemcngteilen ist der Quarz in verschiedenen Er-
schcinungsformcn bzw. Gcnerationcn vcrtrcten. Mehrere mm-gro0c
Quarzkörner und Kornaggrcgatc stellen die Hauptmasse. Sie gchiircn zu-
mindcsi tcilweisc einer Generation an, die vor der Hauptkristallisation dcs
Kalifcldspatcs liegt. Der letztcrc enthält Vcrdrängungsrcste des ältcrcn
Quarzes, konkurricrtc andcrerscits im Wachstum mit einer gleichalten
Quarzgcncration (z. T. idio- bis hypidiomorph), oder wurde von jüngercm
Quarz tcilwcise wicdcr verdrängt. Fugen- und Aderquarz sowie der fcinc
Myrmekitquarz in albitisicrtcn Plagioklassäumcn sind mengenmäUig ohne
Bedeutung.

?irhe/lc 3: KorngröRen im Kerngranit G3 und Kerngranit Typ


Wolfsgarten G3W (in mm)

Gcmcngtcilc Kerngranit G3 ‘Typ Wollsgarten G3W

Quarz:
Aggrcgale 0 4-5-X) 4
Aggregat-~lnzclkörncl 0.34,5 -2
Einzclkiirnet I ,5s3,5 O,lLO,5/L2

Kalil’cldspat:
Aggrcgatc 0 -20
Grollindividuen -20 3~ l2(--30)
Matrixkorn 2zlO 0.2%1 .o

I’lagiokhs 0.5.-5,o O,2- I ,5/0.h-5,o

ISiotil 0,2-2,0(-3,O) O,ILI,h

Muscovit 0,2-2,O 0.1 0,3


Apatit -0.5 45
Zirkon 0.03435 0,03+0,2
Graiat 0,5-5.0

41
Der stark perthitischc Kalifeldspat ( Mikroklin-Perthit ohne mi-
kroskopisch sichtbare Gittcrung) tritt in zwei KorngröDengruppen auf
(vgl. Tab, 3). die sich in habituellen und internen Merkmalen unterschci-
den. Die bis cm-grollen Kalifcldsplitc, stets Knrlshader Zwillinge, ncigcn
XLI kurztafcliger Form, zeigen häufig einen feinen Zonarbau und haben im
allgcmeincn einen etwas geringeren Pcrthitanteil (2040%) als die klcine-
ren Kalifeldspäte (bis 50%). Trotz korrosiver Grcnzcn ist bei den gr(iBcren
Individuen eine grobe Hypidiomorphic häufig gegeben. Bei der kleineren
Generation bcstcht die Tendenz zur Bildung gedrungcncr Kiirner, dcrcn
Form im übrigen durch eigenes korrosives Vordringen gegenüber ältercn
Gefügcgenosscn (Biotit, Plagioklas. Quarz) odcr/und Verdrängung durch
jüngeren Quarz bestimmt wird.
GOEMAN (1970) fuhrt ncbcn der dominiercndcn Zwillingsbildung nach
dem Karlsbader Gesetz die seltenere nach Baveno und Manebach auf. Die
Pcrthit-(Albit-)Entmischung (Filmperthit) ist kombiniert mit etwas jüngc-
rem Ader- und Fleckenpcrthit. In Teilbercichcn tritt Schachbrcttalbitisic-
rung ;Luf, von der manche kleinere Individuen auch völlig betroffen sind.

Die gegenüber dem Kalifeldspat im Durchschnitt klcincren Plagio-


k 121s e lassen sich trotz der EroMen KorngröBcnschwankungcn nicht mit
Sicherheit in vcrschicdene Generationen aufteilen. Es sind meist hypidio-
morphc, korrodierte Oligoklasc (Schwerpunkt der differierenden An-Ge-
holte bei 25%). mit den üblichen Zwillingsbildungen. Ansätze von Zonar-
hau sind scltcn. Randlicht Albitisierungssäume gegen Kalifeldspat cnthal-
ten feinen Myrmekitquarz.

A 1b i t k o r n bi 1d u n g auf Grenzflächen zwischen Kalifeldspiiten sind


unterschiedlich verbreitet, teils als schlauchartige Gebilde, teils als palisa-
denartigc, zwillingslamellierte Kornreihen.
Der braune Bioti t ist in der Regel mehr oder weniger stark korrodiert
und zum Teil auch chloritisiert. Der M uscovi t weist ähnlichc Größenab-
stufungen iluf (Tab. 3). Seine Differenzierung in zwei Gcncrationen und
cincr zuslitzlichen Hcllverglimmcrung in den Plagioklasen ist :malog den
Vcrhältnisscn in den andcrcn Graniten.

Unter den Akzcssorien fallen Apatit, Zirkon, Xenotim (meist in Vcr-


wachsurig mit Biotit und hier die pleochroitischen Hiifc vcrursachcnd) und
Turmalin (lokale Konzentrationen) besonders auf. Neben den Erzmineia-
Icn Magnetit und Ilmcnit führt GOEMAN (1970) Pyrit auf, teilweise in Vcr-
wachsurig mit Kupferkies oder Magnetkies.
Fast in allen Teilbereichen dcs Kornberg-Kerngranits treten mm-große
Fremdeinschlüsse auf. wie sic schon im Rahmen des Randgranitcs be-
schrieben wurden.

48
4.2.3. Kerngranit, Typ Wolfsgarten G3W

(Contaminierter, granatführender Biotitgranit)

Dicsc Kerngranittyp ist als eine Randt’azics aufzufassen. die noch relativ
große Anteile des noch nicht völlig granitisiertcn sedimcntärcn Ausgangs-
bcstandes enthält. Sowohl in pctrographischcr als auch in geochemischcl
Hinsicht bestel~cn Ähnlichkeiten mit dem Kösseinc-Kcrngrunit (vgl. ROSI’
1960. Rl(‘lI~rI:l~ bt S’I‘I:II Nix 1979). Das Verbreitungsgebiet des ‘l‘ypus
.,Wolfsgartcn“ ist auf den Südrand des Kornhcrgmassivs beschränkt.
Durch die Ahwcichungcn des quantitativen Mincralhcstandes vom nor-
malen Kerngranit (vgl. ‘[‘ah. 2 in Beil. I und Abh. 5) rückt der Wolfsgar-
tengranit in den Grcnzhcreich Syeno-/Monzogranit (Zunahme dcs Plagio-
klasantcils. tcilwcisc auf 2/3 dcs KF-Gehaltes und auf Kosten von Quarz).
Typisch ist der fast IO Vol.-% crrcichendc Botitantcil und das starke ZLI-
rücktreten von Muscovit. Das makroskopische Korngefüge erweckt den
Eindruck eines hlastischcn Fcldspatwachstums innerhalb hiotitreichci
Rcstgcfügc. wohci in ch letzteren manchmal schon mit hlol.+an Auge
Granat crkcnnhar ist (0 bis 5 mm).
Im mikroskopischen Hild zcichncn sich die ältcrcn Restgefüge häufig
durch ein kleinkörniges, pflasterartiges Korngewebe von Quarz. Feldspat
und Biotit aus (0 der Komponenten 0,1-0,4 mm). Grölbc rundlicht
Quarze sind als zugehörig zu hetrachtcn (0 bis 1 mm). Dieses Gefüge
wurde durch die griibere jüngere Mineralgeneration zum gröDten Teil vcr-
drlingt. Nchcn dem meist korrodierten und in klcinc Reste aufgclöstcn
Granat (nach [Link] 1970 7,.T. auch hiotitisiert und chloritisiert) finden
sich in den ältcren Gefügen üherdurchschnittlichc Gehalte von Apatit.
Zirkon (0 bis 0,2 mm, rundlich und idiomorph), Rcstc von Andalusit und
von stcngeligcn Sillimnnit~~Egrcgatcn, E:elder von dichten Hcllglimmcran-
sammlungcn (Andalusitpseudomorphosen?) sowie von Vcrwachsungen
von grünem Biotit mit Muscovit. Diese den ganzen Wolfsgartengranit bis
in den Feinbereich durchsetzenden ,,Verunreinigungen“ sprechen mehr
für cinc unvollständige Granitisierung chcmaliger Sedimente als für eine
ehemalige cinschluDrcichc Granitschmelze.
Die gcochcmischen Analysen bestätigen die stark contaminicrten Ver-
hältnisse (Analysen in Beilage 2, Tah. 1. In qualitativ mincralogischcr Hin-
sicht entspricht die Hauptkristallisation der Wolfsgartcn-Granit-Kompo-
nentcn im wesentlichen jener des normalen Kerngranits. Allerdings zeigen
die cinschlul~rcichcren Kalifeldspiitc scltencr hypidiomorphe Ansätze. Die
Plagioklasc sind häufiger mit Hellglimmcrschüppchcn durchsetzt.

49
4.3. Porphyrgänge: Porphyrischer Rhyolit bis Rhyodazit
LQuarzpoMw“)
Ein Schwarm von Porphyrgängen durchsetzt in SSE-NNW-Richtung
das westliche Blattgebiet in einer nur wenige km breiten Zone. Sie markie-
ren eine tektonische Zerrungszone, die im Rahmen einer postgranitischcn,
SE-NW gerichteten Schollenzerlegung ficderartig aufrilj und damit die
Platznahme der Ganggesteine ermöglichte. Die Porphyrgängc sctzcn am
Südrand des Granitmassivs von WeiDenstadt-Marktleuthen ein (Blatt
Marktrcdwitz) und reichen im Norden bis in den Raum NW Schönwald
(Blatt Rehau). Unter der Bezeichnung ,,Felsitporphyre“ haben die Gc-
steine bereits bei GÜMHEL (1879) eine ausführliche Beschreibung und LJn-
tergliederung in 4 Varietäten erfahren. WURM (1932~) untcrschcidct auf
dem südlichen Nachbarblatt zwei verschiedene Typen von ,,Quarzpor-
phyr“. die wohl auch die wichtigsten Erscheinungsformen unseres Vor-
kommensgcbietes umfassen. Eine pctrographische Bearbeitung fanden die
Porphyrgängc (ebenfalls unter der Bezeichnung ,,Quarzporphyr“) im Rah-
men struktureller und stofflicher Fragen der Magnesiummetasomatose
von Göpfersgrün (STET~NER1959). Einige der Gänge bilden das morpho-
logische Rückgrad von langgestreckten Höhenrücken und tragen so zur
landschaftlichen Belebung bei.
Die Mächtigkeit der steilstehenden Gänge liegt zwischen wenigen Mc-
tern und etwa 30 m. In Einzelfällen bestehen auch noch größere Mächtig-
keiten. Die Hauptvarietäten unterscheiden sich im Feingefüge und in der
Einsprcnglingsführung. Sehr feinkörnige felsitische und einsprenglings-
arme Ausbildungen stehen einsprenglingsreichen Porphyrcn gegenüber.
Beide Erscheinungsformen sind bei fast jedem Einzelvorkommen zu fin-
den. Sie stellen Rand- und Innenfazies der Gänge dar. Die fclsitischc
Randfazies (Typ 1) zeigt häufig deutliche Fluidalgefüge und manchmal
sind bereits mit blol3cm Auge bis wenige mm-grolle sphärolithischc Kri-
stallisationen, gelegentlich auch mm-große Feldspateinsprenglinge zu cr-
kennen. Dicscr Typus besitzt graue, graubraune bis rostbraune Färbung.
Der Bruch der sehr harten Gesteine ist scharfkantig, splittrig. Die angewit-
terten, aufgehellten Oberflächen lassen das Feingefüge meist deutlich er-
kennen. Das mikroskopische Bild erlaubt eine weitere Diffcrenzicrung in
perlitische und sphärolithische Varietäten des Typ I.
Die über den Glaszustand der sehr rasch erstarrten Schmelzt verlau-
fende Perlit-Entwicklung ist an den feinen, krummen Absonderungsris-
sen zu erkennen, die nun von dünnen, faserigen Glimmer- und Hornblen-
deaggregaten nachgezeichnet werden. An diesen strukturellen Vorzeich-
nungen schlieljt sich die feinstreifige, strahlige Quarz-Feldspat-Rekristalh-
sation aus dem Glas an.
Die sphärolithische Gefügeentwicklung der felsitischen Porphyre
nimmt einen größeren Raum als die perlitische ein, wobei wiederum zwei

50
Untertypen unterschieden werden können. Eine tcilwcisc glasige Erstar-
rung der Schmelze dürfte da anzunehmen sein, wo kugelige Kristallisa-
tionsformcn (.0 0,05-2,0 mm) als mineralisierte Bläschen gedeutet werden
können. Die feinkörnig kristallisicrtc Zwischenmasse enthält schlierig aus-
einandcrgezogenc opazitischc Gernengteile (teilwcisc hämatitisiertc Mag-
netitkrümcl und Pyroxenpartikel). In etwas gröberen Zwickeln (Korn-
durchmesser 0,02LO,I5 mm) schlicht die Kristallisation häufig mit fächcri-
gern Chlorit ab. Manche sphärolithische Gefüge dicscs Typs sind zu einem
feinkörnigen Feldspat-Quarz-Pflaster rekristallisiert (Korn- .0 um 0,05
mm).
Die häufigere sphärolithischc Ausbildung ist durch r a d i a Is t r a h I i gc
Kristal I isa tc gckcnnzeichnct. Diese bis etwa 2 mm @ erreichcndcn Gc-
bilde sind teils dicht gepackt oder lassen zwischen sich noch Kaum zu
Zwickelkristallisationcn. Sie sind daneben auch in granophyrischen Ge-
steinstypen eingestreut. Nicht selten enthalten diese Sphärolithe Kcrnc
von Feldspat (seltener von Quarz) der Einsprcnglingsgeneration. Die
Sphärolithe bestehen aus Kalifeldspat-Quarzvcrwachsungen, die im In-
nern mikrofelsitisch fein sind und nach aulJen zu gröber, graphophyrisch
werden. Als Reste dcs vitrophyrisch-perlitischcn Ausgangszustandes del
Kristallisation sind die faserartigen Mincralisationen ehemaliger Risse im
Glas aufzufassen. Sie durchsetzen die Sphärolithe meist radialstrahlig,
aber auch ohne jede Orientierung. Es handelt sich um grünliche, z. T.
chloritische Abbauprodukte von Biotit, vermutlich auch von Hornblende.
In den miarolenartigcn Zwickeln zwischen den Sphärolithcn kristallisicr-
ten Albit, Quarz, Apatit, Hellglimmer, Biotit, vcrmiculitartige bis chloriti-
schc Aggregate.
Die Hauptmasse der Porhyrgesteine stellen einsprcnglingsreichc
Ausbildeengen (Typ 11) mit verschieden struicrtcr Grundmasse. Im Ge-
lände fallen die von der Verwitterung abgerundeten Blöcke durch ihre
pockennarbige Oberfläche auf, beim Anschlagen durch ihre große Härte.
Die aus der dunklen Grundmasse hell hervortretenden Fcldspateinspreng-
lingc sind der Form nach stark differenziert. Die etwa l-l.5 mm großen
zcigcn häufig noch rcchtcckigc Umrisse. Die cm großen Feldspäte (&3 bis
6 cm) lassen weit häufiger korrosive Verrundung, bcidc Gruppen hin und
wieder zoniertcn Aufbau erkennen. Bis mm-grollt dunkle Einschlüsse er-
giinzen den makroskopischen Eindruck. Der Anteil der Einsprenglingc
schwankt zwischen 20% und 50%.
Die porphyrische Gruppe (Typ 11) IäOt sich in drei Varietäten untcrglie-
dern, deren Vorkommensbereicht über das ganze Gebiet verstreut sind
und auch unmittelbar nebeneinander liegen können. Die eine Ausbil-
dungsform zeigt relativ geringere Konzcntrationcn kleinerer, meist recht-
eckig begrenzter Fcldspatbruchstücke, häufig bipyramidale Quarze in
einem sehr feinkörnigen. oft fluidal orientierten Grundgewebe (z. B. Stcin-

51
höhc/Kornbcrgmassiv, N GroBwcndern, E Kaiscrhammcr). Die beiden
anderen Vorkommensformen zeichnen sich durch cinc größere Einsprcng-
lingskonzcntration mit starker Beteiligung cm-großer korrodicrter Fcld-
sp:itc LILLS. Sic unterscheiden sich im teils gleichmäljig fcinkiirnigcn. teils
granophyrisch-mikrographisch struiertcn Grundgewebt.
Im mikroskopischen Bild lassen die Quarzeinsprcnglinge. auch die
f idiomorph-bipyra~nicialen, deutliche magmatischc Korrosion erkennen
(Verrundung, Einbuchtungen. Korrosionsschliiucti~). Die schwach perthi-
tischcn Kalifcldspätc (Orthoktasc) enthalten zum Teil tropfenförmige.
auch graphisch orienticrtc Quarzcinschlüssc. Magmatischc Korrosion ist
in allen Abstufungen sichtbar. Zum Teil folgen die Korrosionsschläuche
(mit mikrographischer Rekristallisation) dem Netz der Spaltbarkeit. Die
Plagioktasc (Oligoklase) sind teilweise oder ganz von feinkristallinen Rc-
kristallisationsproduktcn eingenommen. Sic trctcn häufig in Verwachsung
mit Kalifeldspat auf, umsäumen auch griiUerc (Rapakivifcldspätc).
Von besonderem Intcrcsse sind die bis mehrcrc mm großen korrodicr-
ten grünen Biotite. Sic besitzen teilweise schmale opazitische Säume und
sind in der Regel mit gehäuften rundlichen Magnetitkörncrn (,0 bis 0.8
mm) vcrgescllschaftet. Tcilwciser Ersatz durch Pyroxen(?) und häufigcrci
Abbau über Zwischenglieder ZLI Chlorit und andere Abbauprodukte ist für
alte Vorkommcnsbcreichc eine typische Erscheinung. In der erstgenannten
porphyrischen Varietät mit geringerer Einsprcnglingskonzcntration tritt
ein nicht korrodicrter brauner Biotit (Llingc bis 1 mm) als zusätzliche Gc-
neration auf.
Akzessorische Gemcngteilc sind in der Regel eng mit den bis mm-gro-
Mcn, korrodicrten grünen Biotiten und deren Abbauprodukten vcrgcsell-
schaftet. AulJer den bereits genannten opaken Fe-Mineralen sind CSgc-
rundete Zirkone, überdurchschnittliche Anrcichcrungen von Apatit (als iil-
tcrcn Gernengteilen) sowie Titanit, Epidot und Calcit als Sckundlirmincra-
lcn. Isolierte Calcitkörncr können auch als Reste aufgenommener Karbo-
natgcstcine aufgefaßt werden.
Die granitischcn Minerale der Einsprenglingsgcneration sind vermutlich
im Mobilisationsbereich der Schmetzc aufgenommen worden. Sic konnten
nur tcilwcisc eingeschmolzen werden (Grundsatzdiskussion bei RITTMANN
1981). Sic bezeugen, daß in der Tiefe unter dem Gesamtgebiet ein wciterci
granitoider Gesteinskörper vorhanden ist.
Als Auswirkung hydrothermaler Umsetzungen fehlt auf Blatt Selb eine
Verknüpfung mit Vorgtingcn der Mg-Metasomatosc. wie sic am Südrand
dcs Porphyrgranitmassivs. im Raum zwischen Göpfersgrün und Thicrs-
heim. besteht (STETTNER 1959).
In stofflicher Hinsicht haben die Porphyrgänge rhyotitischen bis rhyo-
dazitischen Charakter (vgl. Kap. 14.3., Beil. 2 (Tab. 3) und Abb. 6). In den

52
Diagrammen 1-3 der Abb. 6 kommt die im Vergleich zu den Fichtelgc-
birgsgranitcn teilweise exzentrische Position der Porphyrc durch den un-
terschicdlichen Anteil nicht cingeschmolzencn Mattrials zustnndc.

4.4. Gangquarz

Eine Konzentration von Gangquarz konnte nordiistlich von Marktleu-


thcn kartiert werden. Gangförmige Quarzkristallisationen markieren hier
ESE-WNW bis SE-NW verlaufende Störungszonen mit Zerrüttung, Kata-
klasc und Mylonitisierung im Porphyrgranit. Die Mächtigkeit der Quarz-
gänge schwankt zwischen cm und etwa I m. Der Quarzschutt übcrstrcut
flächig dieses ganze Gebiet und nur die mächtigeren Gänge können annä-
hcrnd lokalisiert werden (schwarze Zickzacklinien auf der Karte).
Mnnchc der gcringmiichtigen Quarzgängehen sind hier von dünnen Fe-fcrzanrei-
chcrungcn heglci~ct. Die Fntstehung der ICL7,tcren sot’ern innerhalb vcrgrustcr
Ciranithercichc mit häufigcrcn rostigen f:e-Erzbestegen aut' Klüften - kann mit L.ö-
su~~gsu~mii~zcn der tcrtiärcn Verwitterung in Zusammenhang gebracht wertlcn.

Weiter im Süden tritt ein weiterer ESE-WNW verlaufender, bis 3 m


miichtiger Quarzgang auf Blatt Selb über. Auch dieser markiert eine Stö-
rung, die das Mischgebiet von Holzmühl- und Selber Granit im Bereich
Holzmühl-Karolincnhain gegen Porphyrgranit im Nordosten begrenzt.

5. Tertiär

Seit der variskischen Gebirgsbildung war das ,,Alte Gebirge“ Nordost-


baycrns meist I:cstland und Abtragungsgebiet. Jüngere Ablagerungen und
andcrc geologische Ereignisse sind in unscrcm Raum erst vom Tertiär an
wicdcr fal5bar.

5.1. Tertiäre Verwitterung


Die ins Tertiär eingestuften alten Vcrcbnungsflächen des Fichtelgcbir-
ges sind tcilwcise durch tiefgründige Verwitterung ausgczcichnct. Dabei
können diese Zersatz- und Zergrusungserschcinungcn hauptsächlich cincl
ältcrcn Rumpfbildung zugcordnct werden. Dicsc besitzt ein präobcrmio-
zäncs Alter (vgl. WURM 1932b). Da die wichtigsten Unilagerungen derarti-
gcn Gcsteinszersatzcs in limnische Becken im Torton stattfanden (WURM
196 I : 307). dürfte die Intensivverwitterung im wesentlichen schon zu
diesem Zeitpunkt abgeschlossen gewesen sein. Sie begann vermutlich be-
reits lange vor dem Tertiär und war die Folge von wechselfeuchten war-
men Klimabedingungen. Die jungtertiären Verebnungsflächen kappen die

53
älteren Verwitterungsprofile in unterschiedlichem Niveau. Kaolinitischer
Zersatz ist flächenmäßig nur gering verbreitet. Im Gneisgebiet westlich
Sclb, besonders in Gneisen mit kalkksilikatischen Beimengungen. herrscht
z. T. tiefgründiger lehmiger Zersatz (ehemalige Ziegelei).
Quarzite sind von der tertiären Verwitterung am wenigsten betroffen.
Doch werden auch sie von der altpliozänen Landoberfläche glatt geschnit-
ten. In den Granitgebieten ist in der Regel der tiefere Abschnitt des tertiä-
ren Verwitterungsprofils in Form von physikalischer Entfestigung und
bräunlichen Verfärbungen (Fe-Oxidation), der Grusbereich angeschnit-
ten, daneben Übergangsbereiche zum angewitterten. festen Gestein. So-
weit durch Bohrungen erfafjt, greift die ältcre Verwitterung im Raum
Marktleuthen bis 66,80 m unter die heutige Landoberfläche, im Raum
Selb bis 34.00 m, am SüdfulJ des Kornberges bis 41,60 m. Im Bereich der
Basaltförderungen kann mit zusätzlichen hydrothermalen Zersetzungser-
scheinungen im Granit gerechnet werden. In Thierstein reicht die Verwit-
terung (und cntsprcchende Zersatzerscheinungen) bis 62,00 m tief.
Die vorliegenden physikalischen Verwitterungserscheinungen an Grani-
ten und körnigen, granitoiden Gneisen haben durch die zum Teil beträcht-
licht Erhöhung der Porosität und die Entfestigung eine besondere Bedeu-
tung für die hydrogeologischen, land- und forstwirtschaftlichen Verhält-
nisse dieses Raumes. Außerdem wird die Möglichkeit des leichten Ab-
baues in ,,Sandgruben“ und die Nutzung als Aufschüttmaterial wahrge-
nommen.
5.2. Ton (Miozän) mi
Der Südrand des Blattes schneidet im Osten, nahe Hohenberg, die Höhe
des Steinberges. Auf dessen Südseite (Blatt Waldsassen),wurden im vori-
gen Jahrhundert Tone abgebaut (GUMB~L 1879: 605). Uber dem verwit-
terten und verebneten Granit liegend, vom Basalt durchschlagen und von
dessen Schutt überdeckt, waren dort die Vorkommen beim Abbau von
überlagerndem ,,Eisenstein“ entdeckt worden. Unter gelbem Ton, der teil-
weise auch von ,,Schlemmsand“ überdeckt war, stand weißer Ton an. Die
Hauptmasse stellte jedoch die grauliche ,,Kapselerde“. In dem von Blatt
Selb/Schönberg erfaljten nördlichen Teil des Steinberges fanden sich
keine deutlichen Spuren alter Tonabbaue. Grauer Ton wird hier (von Ba-
saltschutt mehr oder weniger überdeckt) da und dort in StraBengräben
sichtbar. Auf Grund morphologischer Hinweise können Mächtigkeiten
von mehreren bis zu einigen Metern Ton angenommen werden.
Die Untersuchung einer Probe durch Dr. M. SALGEK*), ergab einen
stark quarzhaltigen Ton mit folgender Zusammensetzung:

*) Anschrift des Verfassers: Dr. MAITHIAS SAWER, Bayerisches Geologisches


Landesamt, Heßstraße 128,8000 München 40.
Feldspat 2%
Quarz 48%
Glimmer 18%
Wechselschichtminerale 4%
Montmorillonit 11%
Kaolinit 14%
hochlichtbrechende Gernengteile 1%
opake Gernengteile 2%
Karbonat Spuren

Das Alter der Tonc dürfte dem der benachbarten Vorkommen im Fich-
telgebirge und im Egcrer Becken entsprechen. Die generelle Einstufung
ins Miozän läßt die Möglickkeit für eine genauere Zuweisung offen. Nach
KNOBLOCII (1971) gestattet die Tertiärflora des Vorkommens SeuMcn
(Grenzbereich der südlichen Nachbarblätter Marktredwitz und Waldsas-
sen) keine genauere Zuordnung. Vielmehr reicht die Einstufungsmöglich-
keit vom Oberoligozän (Chatt) bis zum hohen Untermiozän (Burdigal bis
Helvet). Das für die überlagernden Basalte radiometrisch ermittelte, über-
wiegend burdigale Alter (TODT & LIPPOLT 1973) weist in diesem Zusam-
menhang auf eine untermiozäne Ablagerung der hier besprochenen Ter-
tiärsedimente hin.

5.3. Basalt (Miozän) B

Eine Keihe von Basaltvorkommen, die vorzugsweise im Ostteil des


Blattgebietes verstreut sind, repräsentieren den tertiären Basaltvulkanis-
mus. Es handelt sich bei den kleineren Vorkommen meist um Anschnitte

Koolinit
Montmorillonit
WechSBISchichtmlnBTOle
Glimmer
Feldspat
Qu4r7
HochlichtbrechendetOpake

Abb. 9. Mineral- und KorngrßDenverteilung im Tertiärton vom Steinberg (Probe


4178) nach M. SALCXR, Bayer. Gcol. L.-Amt.

55
der schlot- bis gangförmigen Förderwege. Die etwas gröljeren Vorkom-
men sind die Reste ehemaliger Vulkane, die einer älteren Rumpffläche
aufgesetzt sind (z. B. Steineberg südlich Längenau; Lärchenbühl nordöst-
lich Thierstein; Thierstein mit Höhe 616 m; SchlolJberg Neuhaus und
Steinberg südöstlich Neuhaus). Der vulkanische Charakter war im Stcin-
bruch der Höhe 616 m SW Thierstein (inzwischen aufgefüllt) besonders
eindrucksvoll aufgeschlossen. Eine mehrere Meter mächtige Basalttuff-
Schicht ist hier von zwei Basaltdecken überlagert. Die Basaltförderungen
des Gcsamtgebictes ordnen sich vorzugsweise NE-SW gerichteten Bruch-
linien zu (Abb. IO).
Wichtig für die Alterseinstufung ist die Tatsacht, daß die effusiven Ba-
salte und Tuffe die ticfgt%ndig verwitterten Gesteine mit dem miozänen
Scdimcnten überlagern, also relativ jünger sind. Die K-Ar-Altcrsbestim-
mungen der fichtelgebirgischen und benachbarten oberpfälzcr Basalte
(TODT & LIPPOLT 1973) haben ~ unter Einbeziehung paläomagnctischer
I)atcn - ein burdigalcs Alter zwischen 18 und 24 Mill. Jahren erbracht.
Diese Datierung ist damit auch ein Hinweis auf die untcrmiozänc Sedi-
mentation dcs präbasaltischen Tertiärs im Fichtelgebirge.

Abb. IO. Basalt im Granit dcs Wartberges bei Längcnau. Die im Hild apophyscn-
haften, basaltischcn Gesteine gehören einem in der Bildebene (Steinbruchwand)
streichenden Gang an, der im Vcrwittcrungsbercich dcs Granits von der Uasal~-
schmelze tmregclmiiDig latcrd aufgcweitct worden ist. Höhe du Sicinbruchwand
etwa 15 m. Aufnahme: KKONIWKGIM< 19%

56
Die untcrsuchtcn Basalte sind fcinkörnigc bis dichte, schwarze bis dun-
kelgraue. sehr harte Gcstcine mit splittrigem bis muscheligern Bruch. Häu-
fig sind mm-, scltcn cm-gronc, bräunliche bis giünlichc Einsprengiingc
von Olivin sichtbar, weniger gut dunkle, spät& von Py~,[Link] angewit-
tcrtcn grauen bis bräunlichgraucn Basaltkrustcn sind die Einsprenglinge
deutlicher sichtbar. Hier sind die ,ar Zersetzung neigcndcn Olivine
manchmal etwas hcrausgcwittert.
In den meisten Vorkommen ist die säulige Absonderungsform des Ba-
saltes ein charakteristisches Merkmal. Besonders schtin ist diese im aufgc-
lassencn Steinbruch am Schloßberg bei Neuhaus sichtbar (Abb. 11). Die
Säulen mit ihren polygonalen Umrissen haben Durchmesser von 1 bis 7.~1
cinigcn dm. je nach Müchtigkeit und Größe dcs Vorkommens. Die Nci-
gung zum Zerfall in fast isometrische Blöcke ist durch Querrisse in den
Säulen vorgezeichnet. Die mcistcn Vorkommen sind von Feldern und
IHaldcn solcher Blöcke umgeben, die. eingearbeitet in pleistozäne FlicB-
Ichnie. angrcnzcndc Granitflächen weithin überdecken.
Nach Mineralbestand und Chemismus gchörcn die hlcr vorkommcndcn
Basalte LU den Alkalibasalten. Es sind übcrwiegcnd Oliv inne phel in i -
te, mit welchen - nach HUCKI:N~IOI.% (1977) ~ im Vorkommen Neuhaus-
Schloßberg N e p he I i n b as a n i t verknüpft ist. Der Olivinncphelinit ist
durch die Hauptgcmengteilc Olivin, Klinopyroxcn, Ncphclin und Titano-

Abb. II. Säulige Absonderung des HamItes im chcmaligcn Steinbruch aul’ dem
Schkdbcrg bei Ncuhaun.
magnetit charakterisiert. Im Nephelinbasanit kommen hierzu noch Plagio-
klas und Alkalifeldspat (Anorthoklas).
In einer nach dem Druck der Geologischen Karte Selb/Schönberg ver-
öffentlichten Arbeit teilen HUCKENHOLZ & SCmöDm (1985) neue Unter-
suchungsergebnisse an Basalten dieses Raumes mit. So wird der Basalt des
Stein- und Heiligenberges (das Vorkommen wird vom Südrand des Blattes
Schönberg geschnitten) auf Grund eines zwischen 2% und 10% betragen-
den Melilithgehaltes als Olivinmelilithnephclinit bezeichnet. Den
Olivin- und Ca-Klinopyroxen-Einsprenglingen (12-14 Vol-%) steht hier
eine (fast) feldspatfreie Grundmasse aus Olivin + Klinopyroxen + Nephe-
lin( + Analcim) + Melilith + Erz+ Apatit gegenüber.
Im mikroskopischen Bild ist der bereits makroskopisch gegcbcnc Ge-
gcnsatz zwischen Einsprenglingen (0 in der Regel bis zu mehreren mm)
und dem feinkörnigen Grundgewebe mineralogisch differenziert. Die zwi-
schen 13 und 30 Vol.-% ausmachenden Einsprenglinge sind zum gröM-
ten Teil mitgebrachtes, nichtaufgeschmolzenes Material aus dem Mobili-
sationsbereich der Basalte im oberen Erdmantel. nach HUCKENHOLZ
(1977) aus mehr als 80 km Tiefe. Es handelt sich zum kleinen Teil um Oli-
vin-Orthopyroxen-Klinopyroxen-Verwachsurigen (0 hier selten größer als
I cm). Zumeist sind es Olivine in allen Größenordnungen bis zu mehre-
ren mm. Die kleineren sind häufiger idiomorph, doch stets mit Anzeichen
von magmatischer Korrosion. Vor allem gröf~ere, bis mm-große Olivine,
sind bis zu skelettartigen Formen korrodiert; schliefjlich kommen xeno-
morphe Olivine in allen Größenordnungen vor. Es sind geringe Serpenti-
nisierung und in manchen Vorkommen der von SPANGENBERG(1949) be-
schriebene Abbau zu gelblichem Villarsit und orange- bis rostrotem ld-
dingsit verbreitet. Die Anteile von Orthopyroxen (Enstatit) und Klinopy-
roxen (Diopsid) an der Einsprenglingsgeneration sind in der Regel gering.
In allen untersuchten Basalten fanden sich einsprenglingsartige An -
teile von granitischem Material (2,4-3.5 Vol.-%; 0 bis zu 2 mm).
Diese Fremdbestandteile entstammen dem obersten Teil des Aufstiegswe-
ges. In der tertiär vergrusten Granitumgebung können diese Anteile we-
sentlich gröDer sein (Wartberg bei Längenau). Die eingeschlossenen
Quarze besitzen scherbige bis tropfenartig gerundete Formen. Sie sind von
verglasten und rekristallisierten Reaktionssäumen umgeben und oft von
winzigen Glaseinschlüssen durchzogen. Der Kalifeldspat ist sanidinisiert,
die Plagioklase in Verwachsurigen von neu kristallisiertem Plagioklas und
Kristallisaten von Calcit, durchsetzt von Augitkriställchen, Magnetit und
Apatitnadeln umgewandelt.
Die aus der Schmelze kristallisierte Bus a 1t m a t ri x besteht aus einem
feinkörnigen, meist fluidal parallelorientierten Kristallgewebe von Augit
(53370 Vol.-%), dessen Zwickel von Nephelin eingenommen werden (14-

58
27 Vol.-%); eingestreut sind beachtliche Magnetitanteilc (8-12 Vol.-%) und
die oben beschriebenen Olivinanteile (in der GröUenordnung der Matrix-
gemengtcile: l-5 Vol.-%, jedoch insgesamt 9-23 Vol.-%).
Die Augite (Titanaugit) treten in einer Reihe von Vorkommen in
zwei relativen GröDenordnungen auf. Die gröljere Generation (mit deutli-
chem Sanduhrbau) ist bei gehäuftem Auftreten meist kurzprismatisch
(Längs- 0 0,03-0,2 bzw. O,l-l,O mm), bei sporadischem Auftreten meist
langprismatisch idiomorph. Die kleine Matrix-Generation (Längs- 0 0,OI-
0,03 bzw. O.O2&O,lOmm) bildet ebenfalls meist idiomorphe (bis hypidio-
morphe) Prismen. Neben der vorherrschenden subparallelen Regelung
treten auch knäuelartige Verwachsurigen auf.
Der als Mineral wenig auffällige N ep hel in in den Zwickelräumen
oder kleinen, nestartigen Aufweiturigen, ist häufig von Apatitnadeln
durchsetzt. Der Titan0 m agn e t i t (Korn- 0 je nach der Gefügeentwick-
lung 0.005-O,03 bzw. 0,02-O,10 mm) tritt hypidiomorph oder in abgerun-
deten Formen auf. Da und dort erscheinen kleine lappige Biotitc im
Grundgewebe. Als sckundärc Veränderung wird eine geringe, nestartig
konzentrierte Karbonatisierung beobachtet.

Basalttuff
Im heute aufgefüllten Steinbruch der Höhe 616 m SW Thierstein war
zur Zeit des Abbaues eine bis 6 m mächtige Lage von Basalttuff aufge-
schlossen. Diese lag unmittelbar über dem verwitterten Granitsockel und
stellt -wie in anderen Vorkommen NE-Bayerns (vgl. SÖLLNI~R 1960) - die
erste Phase des damaligen Basaltvulkanismus dar. Die Tuffschicht führte
neben Aschen relativ große Anteile von Granit (bis zu 40 cm große Brok-
ken) sowie bis ca. 30 cm große Basalt- und bis 10 cm große Olivinbomben.
Bei den allgemein bestehenden Zersetzungserscheinungen ist die Um-
wandlung der Olivine in eine moos- bis giftgrüne Masse (Seladonit) beson-
ders auffällig.

5.4. Sande und Kiese mit Toneinlagerungen (Pliozän?)

Das kleine Vorkommen ist an eine grabenartige Senke nordwestlich


Großwendern gebunden, die sich auf dem Nachbarblatt Weißenstadt in
nordwestlicher Richtung bis Niederlamitz erstreckt. Nach STETTNER
(1964) sind die feldspatführenden Sande mit Toneinlagerungen bis 5 m
mächtig. Untergeordnet sind sandige Kiese eingeschaltet. Das im Bahncin-
schnitt aufgeschlossene Profil zeigt keine spezielle Gliederung. Eine Sor-
ticrung der gebleichten Sande ist nicht festzustellen. Die weißen Tone sind
in Form von rasch auskeilenden Schmitzcn unrcgelmäDig eingelagert. An
der Oberfläche des Tertiärs häufen sich wenig gerundete Quarzgerölle und
Quarzgeschiebe. Im Bahneinschnitt (am Blattrand) ist das Liegende des

59
Tertiärs in Form von stark verwitterten, zcrsetztcn Glimmcrschiefcrn auf-
geschlossen. Das Tertiär ist randlieh von einer dünnen FlieMcrdcdeckc
überlagert. Die fragliche Zuordnung zum Plioziin beruht auf der lithologi-
schen Ausbildung der Ablagerungen und dem Vergleich mit cntsprcchcn-
den Ablagerungen in der Mittertcicher Senke. Doch ist bei unsercm Vor-
kommen auch miozänes Alter nicht auszuschließen.

5.5. Lehmig zersetzter, Kalksilikatfels führender Gneis ksl

Nordöstlich MittelweiMenbach grenzen lehmig zcrsctzte Kalksilikatgc-


steine und Gneise an wenig bis unvcrwittertc Gcsteinsbcrciche. Durch tck-
tonische Absenkung ist hier das alte tcrtiärc Vcrwittcrungsprofil besser als
in der Umgebung erhalten geblichen. Trotz der Vcrwittcrungsprozcssc ist
die Bänderurig und Feinschichtung der Kalksilikatfclse noch sichtbar. Die
im frischen Zustand bläulichen, grauen, und grünen Kalksilikatfclse
haben durch die Verwitterung gelbgrüne Färbung angenommen. Der Zcr-
satzlehm wurde längere Zeit für die Herstellung von Zicgcln verwendet.
Zur Zeit der geologischen Aufnahme war der Abbau bereits eingcstcllt.

6. Quartär
(GERHARD STICTTNPX)

6.1. Pleistozän

Die Klimaverschlechterung des ausgehenden Tcrtiärs bcendetc die in-


tensiven Verwitterungsvorgänge und CSbegannen die diluvialen Kaltzci-
ten. Diese durch Zeitabschnitte wärmeren Klimas gegliederten ,,Eiszeiten”
werden als Pleistozän zusammengefaßt. Sie entsprechen den EisvorstöUcn
LLLIS dem alpinen und skandinavischen Kaum. Unser Gebiet lag im pcrigla-
zialcn Vorfeld zwischen den beiden Vereisungsgebieten. Hier hcrrschtc
während der Kaltzeiten bis in gröliere Tiefen Dauerfrost. Das sommerli-
chc Auftauen geschah nur oberflächlich. Hier führte der Wechsel zwischen
Gefrieren und Auftauen zu Bewegungen im wasserdurchtränkten Boden,
was heute an der wirren Lagerung in diesem Bereich zu erkennen ist (Ta-
schen- und Würgeböden durch Kryoturbation). Solche periglazialen
Frostböden findet man überall unter flachem oder nur sehr wenig gcneig-
tcm Gelände bis in etwa l,50 m Tiefe (damalige Auftautiefe. In hängigcr
Lage gerieten dagegen die aufgetauten, wasserübersättigten Biiden in Be-
wegung und bildeten FlieDerden und Wanderschuttc.
Die in den Kaltzeiten durch keine Pflanzcndcckc regulierte Schncc-
schmelze IieB die Schmelzwässer in kurzer Zeit zu Fluten mit starker erosi-

60
ver Kraft und hohem Transportvcrmögcn anschwellen. Sic haben groDcn
Anteil an der Ausgestaltung der heutigen l‘allandschaftcn.

6.1.1. Fliellerden, FlielNehmc, Wanderschutt fl

Je nach Mattrial, Korngröljenvcrhältnis. Wasscrgchalt und Hangnci-


gung geriet der Boden beim Auftauen über dem noch gefrorenen Untcr-
grund breiartig ins FlieOcn (Solifluktion). Durch diese flächenhaften ßo-
dcnbcwcgungcn wurde die bereits im Jungtertiär crkcnnbare stärkere Ab-
tragung dcs ältcrcn Verwitterungsprofils intcnsivicrt. Der uns heute %u-
glingliche Stand der spätpleistozänen ßodenbewcgungcn zeigt alle Über-
gängc vom ;tutochthoncn Roden über Boden- und [Link]~.iehungcll
bis
Y,LI Flicllcntfernungcn LIIII I km im Gebiet des GroOcn Kornbcrgcs. [Iict
wird dies durch den mitgcwandcrtcn Granitblockschutt markiert.
I;liellcrdcn und Flicßlehmc sammcltcn sich allgemein in flachen Mul-
den und Wannen. an den sich verflachcndcn Untcrhängcn und in Talun-
gen. soweit sie nicht vom flicllenden Wasser aufgelöst und weitertranspor-
tiert wurden. Die Mächtigkeiten sind nicht sehr groR. Auch in den auf der
Karte ausgeschiedenen Flächen crreichcn sic selten mehr als 2 bis 3 m
(max. 4.6 m) Mächtigkeit. Darüber hinaus sind fast alle geneigten Flächen
dcs Hlattgchictcs von FlicMcrden, FlicDlchmcn oder Wanderschutt ühcr-
klcidct. ausgcnommcn Fclshildungen dcs Anstehcndcn oder später frci-
crodicrtc Rcreiche. Doch sind die Mlichtigkciten dicscr Decken sehr gc-
ring. der Wandcrwcg dcs Materials kurz, weshalb cinc grobe Verzerrung
der Gcstcinsgrcnzcn nicht eintreten konnte. In der Karte wurden dahcl
nur solche Üherdcckungen ausgeschieden, wo der anstehende Untcrgund
gänzlich verhüllt ist. Die ßedcutung der Fliellerdcn für die Oherflächen-
hydrologic und die ßodcnhildung kann hier nur angcdcutet werden.
Die petrographischc Ausbildung der Flicljcrden zeigt grolle
Unterschiede. Sie hängt ab von der Zusammensetzung und dem Vcrwitte-
rungszustand dcs Ausgangsmaterials. Der tertiäre Zersatz geriet zum ßei-
spiel hcrcits bei sehr geringen Ncigungcn in ßcwcgung. Weitere Faktoral
waren der Wasserinhalt und die Hiihenlagc in Zusammenhang mit den
klimatischen Faktoren der Kaltzeit. So ändert sich der Habitus von C;c-
Stein ZLI Gestein (vgl. SrI?rrNER 19.58: 62a, Abb. 22 und Abh. 23). Die Va-
riabilität der steinigen Grobkomponenten fällt besonders ins Auge. Auch
in der Fcstigkcit zeigen sich beachtliche Untcrschicde. Nach den Untersu-
chungen auf Blatt Fichtelberg (~I‘ETTNEI1 1958: 58-65) wurden aus dem
normalen Feld der Fließcrden solche der ,,Hochlagen“ ausgeklammert.
Unter der ßezcichnung ,,Firneisgrundschutt” haben letztere in den Arhei-
ten von R~IEI~ÄUSS~:I~ (1951, 1956) und bei S-~‘REBI:I~
(1955) eine ßearbei-
tung gefunden. SCHC~ILER(1954) beschrciht gleichartige Gebilde aus dem
Thüringer Wald als ,,plcistozäne Tillitc“. Die dichte Packung dieser

61
Schuttdcckcn entstand durch die Einsedimcnticrung feinerer Partikel in
das Gerüst gröberer Komponenten, sodaß die crworbenc Festigkeit nicht
durch Firneisbelastung erklärt werden muB.
Im Fichtclgebirge sind die frischesten Formen dieser pleistozänen Gc-
steine in Lagen über 800 m erhalten. Hier sind sie von der Oberfläche ha
nur bis etwa 40 cm Tiefe aufgewittert. Ihre Entstehung fällt in die Ictzte
Kaltzeit. In tieferen Lagen sind die nächstälteren Hochlagen-FlicDerden
tiefgründiger aufgewittert und dieser Bereich zu normalen FlieMerden um-
gestaltet. Während diese Verhliltnissc auf Blatt Sclb/Sch»nberg allgemein
bestätigt werden konnten, waren weitere Untcrgliedcrungcn wie im Zcn-
tralstock dcs Fichtelgebirges nicht durchzuführen.

6.1.2. Hangschutt- und Blockschuttüberstreuungen

In der Karte sind Schuttüberstreuungen dort cingctragcn, wo die bc-


nnchbartcn. hangabwärts gelegenen Gesteine weitgehend bis völlig oder
zumindest in auffälliger Weise übcrdcckt sind. Der Vorgang dieser Übcr-
deckurig ist hauptslichlich mit eiszeitlichen FlieUcrde- und ähnlichen
Schuttbewegungen verknüpft. Unter heutigen Klimabcdingungcn ist ein
Wciterdriftcn nicht möglich.
FlicMerdcn mit Granitblockschutt und Gneisschutt
Das Hauptverbreitungsgebiet der Granitblockschuttströmt ist de1
GroMe Kornberg. Dessen tektonische Heraushebung im Jungtertiär schuf
die Voraussetzung für die erosive Freistellung von Granitfels und die cis-
zeitliche Blockzerlegung, gleichzeitig die für griißere FlieDerdctransporte
notwendige Geländcncigung. In der Pcriphcric des Kornberges sind so
Mctasedimcnte von granitischen FlieDerden mit Blockschutt überdeckt
und täuschen eine gröDerc Ausdehnung des Granites vor.
Überdeckungen mit Gncisschutt nehmen dagegen nur kleine Flächen
ein. So ist der nördliche Saum des Porhpyrgranitmassivs (im Westen) teil-
wcisc von Gncismaterial überdeckt. Das Tal des Steinsclbbaches ist süd-
westlich dcs Tannenberges mit Gneisblöcken übersät. Hier ist ein Teil der
benachbarten Gneisfelsen eiszeitlich zum Einsturz gekommen.

6.1.3. Granitverlehmurig

Im Norden des Kornberges und im Selber Wald sind Granitflächen ab-


gegrenzt, die von einer dm- bis m-mächtigen Verlehmurig betroffen und
die gleichzeitig von Blockschutt teils dicht, teils locker überzogen sind. Die
Vcrlehmung geht zwar auf die tertiäre ticfgründigc Verwitterung zurück,
hat jedoch im Plcistozän eine Verdichtung erfahren. Qualitativ bestehen
Übergänge zu und Parallelen mit lehmigen FlicDcrdcn bzw. FlieMlehmen.

62
6.1.4. Fließerden mit Basaltschutt, Basalttuff und umgelagerte
Basaltverwitterungslehme p,B

Die Kcste der ehemaligen Dasaltvulkane liegen stets auf den Resten
einer obermiozänen Rumpffläche. Da diese mit den Bereichen tiefgründi-
ger Verwitterung (Zersatz) und den tertiären tonigen Ablagerungen iden-
tisch ist, waren hier die Voraussetzungen für pleistozänc ßodenbewegun-
gen in besonderer Weise gegeben. Hinzu kommt, daU die mit dem Vul-
kanismus einhergehende hydrothermale Zersetzung des Sockels und der
Tuffe (Montmorillonit-Bildung) in gleicher Weise die pleistozänen ßoden-
bewcgungen fördcrtcn. So ist es verständlich, daB die an die ßasaltvor-
kommen angrenzenden Hänge bis in die Täler hinab von Basaltschutt in
einer grauen, graubraunen, zum Teil rostig gcflccktcn Lehmmatrix (ßa-
saltlehm) überkleidet sind. Diese Decken kommen in dünnen Schleiern
und als bis zu mehrcrc Meter mächtige Massen vor. Gegen den anstehen-
den Basalt gehen sic in ßlockhaldcn über. Entgegengesetzt nimmt der
Durchmesser der ßasaltblöckc ab und neigt sich immer mehr der Kugel-
form.

6.1.5. ‘Terrassenschotter der Egertaltcrrasse [Link]

Zwischen der Einmündung dcs Sclb-ßaches und I lohenberg kommen


im Egertal Terrassenschotter in vcrschicdcncn Hiihcnlagen vor. Sic sind
wahrscheinlich Rcstc von 2 (-3) altersverschiedenen Egcrterrassen, auch
wenn im Material (Quarzgerölle, wenig Selber Granit und Basalt) kein
Unterschied zu crkcnncn ist. Teilweise sind die Schotter bei jüngeren
Flicßerdcbcwegungcn hangabwärts verlagert worden.
Tcrrasscnschottcr. bzw. deren Kestc, in Höhen zwischen 20 und 25 IN
über dem heutigen Egcrniveau, treten im östlichen Egerabschnitt bei Ho-
henbcrg, Sommerhau und südlich der Königsmühle auf. Südwestlich
Sommerhau scheinen die Schotter mehr als 1 m Mächtigkeit zu haben.
f-Iauptbcstandteil sind Quarzgerölle neben Selber Granit und zurücktrc-
tendcm Basalt (Geröll-0 bis I dm). Südlich der Königsmühle waren in
einem Abbau I m mächtiger, unsortierter sandiger Kies aufgeschlossen.
vorwiegend kantcngcrundetcr bis gerundeter QuarL. seltener Basalt. Gc-
riille über 1 dm 0 (l-3 dm) bcstehcn vorwiegend aus Selber Granit. Die
Sand-Grobsand-Fraktion setzt sich aus Quarz und Feldspat zusammen.
Nordwestlich der Königsmühle, naht dem Wasserkraftwerk, häufen
sich Gerölle 4-10 m über dem Egerniveau. Hier handelt es sich wahr-
schcinlich um Reste einer jüngeren Terrasse. Die ßcstandteilc (Gerölle
und Geschiebe meist Quarz, seltener Basalt und Granit. 0 bis 15 cm) sind
mit einer Sand-Grobsand-Fraktion (Quarz und Feldspat) teils unsortiert,
teils in schichtiger Wechsellagerung vcrgescllschaftct.

63
Eine mittlere Höhenlage über dem heutigen Egerniveau nimmt der
Quarz-Geröllschleier am Hirschsprung und bei Hendelhammer ein (IO bis
15 m).

6.1.6. Fluviatile pleistozänc Ablagerungen in den Tälern

Von lehmig-schluffig-feinsandigen Ablagerungen der Jetztzeit (Holo-


zän) überdeckt, liegen in den Tälern gröberkörnigc Ablagerungen von dm-
Mächtigkeit: gröbere Sande, sandige Kiese, letztere z. T. auch mit lehmi-
gem Bindemittel. Sie werden ins Pleistozlin gestellt. Im Tal dcs Selbbaches
(1 km SW Sclb. bei der Papiermühle) wurden 7,. B. unter einer Überdck-
kung von sandigem Lehm (1,3-2,3 m) noch l-2 m sandiger Kies erbohrt.
Ähnliche Mächtigkeiten ergaben sich am Kand dcs Egertalcs bei Schwar-
zenhammer. Im Egertal östlich Hohenbcrg (auf dem Nachbarblatt Wald-
sasscn) wurden bei einer gcoelektrischcn Sondierung unter der l,O-1.5 m
mächtigen Auclehmschicht Kiesmächtigkeiten zwischen 3 und 4.5 m fcst-
gcstcllt (BAUIX & %r’t<rrNT:R1970).

6.2. Holozän
Nach der letzten pieistozäncn Kaltzeit kchrtcn vor etwa IO 000 Jahren
die geschlossene Pflanzendecke und Bewaldung zurück und der Wasscr-
haushalt glich seither ungefahr dem heutigen. Die Umlagerungen sanken
auf ein Minimum. Sie gliedern sich in die Auenlehme der Täler und die
von Mcnschcn verursachten Bodenbewegungen (künstliche Aufschüttung
11. a.). Hinzu kommen die im Blattgebiet nicht unbetrlichtlichen Vermoo-
rungen.

6.2.1. Talböden bzw. Talfiillungen f

Die holozänen Ablagcrungcn sind an die heute flachen Talbiidcn gc-


bunden, an Bereiche, die von Überschwemmungen betroffen wurden oder
wcrdcn. Die Mächtigkeit dieser lehmig-schluffigen bis feinsandigen Scdi-
mente (Auenlehme) ist gering und liegt zwischen wenigen Dezimetern und
ca. 2 Mctcr (bishcrigcs Maximum 2,30 m). Hin und wicdcr sind moorige
Abschnitte zwischengeschaltet. Eine geringe Gcröllführung und die Ein-
schaltung von gröberen Sanden ist da und dort gegeben. Auf die untcrla-
gernden pleistozäncn sandigen Kiese wurde oben hingewicscn.

64
6.2.2. llic Moorvorkommen der Kartenblätter Nr. 5838 Selb und
Nr. 5839 Schiinberg
(MAX SC~IIUCII und WALTIX LAFOI~CP)

Kartierung und Darstellung: W. LAIXIKCI: und W. MEINDI

Das Gcbict der beiden vorliegenden Kartcnblättcr liegt im Südosten des


‘rhüringisch-Fränkischen Mittelgebirges, im niirdlichcn ßcreich der Selb-
Wunsiedler Hochfläche. Dicser relativ niedere, flachwclligc Landschafts-
raum in Höhenlagen um 55G65O m über NN wird vom Hohen Fichtclgc-
hirgc. einem hufeisenförmig gebogenen, wallartigen Gebirgskamm, um-
schlossen. Der Grolle Kornberg im Osten, Groller Waldstein, Schneeberg
und Ochsenkopf im Wcstcn sowie die Kösscinc als südlicher Eckpfcilcr
übcrragcn mit Höhen von 826-105 I m als höchste Erhebungen den übri-
gcn Gebirgszug, sind aber durch tief cingeschnittcnc Täler und Einsattc-
lungen deutlich voneinander gctrcnnt. Während sich der nördliche Teil
dcs Gebirgszuges im Elster-Gebirge auf tschechoslowakischem Gebiet
I’ortsctLt. sinkt der südliche Wallbogen immer mehr ah und leitet allmäh-
lich XLII~ Egcrer ßcckcn über. Die innere Hochfläche iiffnet sich nach
Nordosten und schließt iistlich der Landesgrenze zur CSSK an den Natur-
raum Ohercs Vogtland an.
Die hydrologischen Verhältnisse im Bearbeitungsgebiet werden von
zahlreichen ober- und unterirdischen Gewässern bestimmt. Quellen, Bä-
chc und Teiche verdanken ihre Herkunft den hohen Niederschlägen, die
ein dcutlichcs West-Ost-Gefälle aufzeigen. Im Bereich der Ostabdachung
des Gebirgszuges erreichen sie im langjährigen Mittel 850 mm, steigen in
den Kammlagen außerhalb des Kartierungsgehietes auf 1250 mm an und
vcrringcrn sich am Ostrand der Hochfläche auf 550 mm. Die mittlcrc Jah-
restcmperatur liegt noch bei 6” C, sinkt aber, der jcwciligen Höhenlage
cntsprcchcnd, bis unter 5” C ab. Hauptgewässer und Hauptvorfluter der
Fichtelgebirgshochfläche ist die Eger innerhalb, die Köslau auDerhalb vor-
liegender Karten. Sie haben ihre Quellgebiete am Schnee-Berg, Die Egel
tritt bei Marktleuthen in das Blattgebiet ein, durchflicMt dessen südlicht
Hälfte von West nach Ost, um CSbei Hohcnburg a. d. Eger wieder zu ver-
lassen.
Die Vcrtcilung der Moorvorkommen im Gcbict hcider Kartenblätter ist
völlig uncinhcitlich und zerstreut. Sie entspricht den hydromorphologi-
schcn Voraussetzungen und beschränkt sich im wesentlichen auf die niird-
licht 1Iälftc der Kartenblätter. Von wenigen Ausnahmen abgesehen. han-

*) Anschrift der Verfasser: Dr. MAX SC’HLICH und WAI:rI,,K LAFORC’F., Baycrischc
Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau, Mcnzingcr Stralle 54, D-X000
München 19.

65
dclt es sich bei den Moorbildungen um kleinflächige, meist auch gcring-
mächtige Moore, die in den vernäljten Tälern, Senken und Mulden der
Selber Hochfläche aufgewachsen sind. Schon frühzeitig wurden die Moore
durch verbreiteten Torfabbau intensiv genutzt. Dies führte zu einer crheb-
lichcn Verringerung in Ausdehnung und Mächtigkeit. Vielfach wurde der
Abbau bis nahe dem mineralischen Untergrund durchgeführt, so da0
zahlreiche Moore nicht nur im Habitus und im Moortyp grundlegend ver-
iindcrt wurden, sondern häufig nur noch als Anmoore zurückgeblieben
oder auch gänzlich verschwunden sind. Einige wenige. wcitgehcnd unbc-
rührte. noch intakte Moore und Moorteile wurden im Staatswald südlich
von Selb beobachtet. Aber auch hier sind die Moore häufig mit Fichten
angepflanzt und als solche kaum noch erkennbar.

Nicht selten wurden im Bearbeitungsraum ,,Pseudomoore“ vorgefun-


den. Flächen, die auf Grund ihrer Lage oder Vegetation Moorbildungen
vermuten lassen, z. ß. der östliche Randbereich dcs Erl-Teiches. tatsäch-
lich aber keine Moore im Sinne der Norm DIN 4047 darstcllcn. Die geo-
graphische Gliederung der ost- und nordostbayerischen Moorvorkommen
und die Entstehungs- und Kulturgeschichte der Moore des nordostbaycri-
sehen Grenzlandes sind im moorkundlichen Teil der Erläuterungen zum
Kartenblatt Nr. 6037 Ebnath (SCHUCII & LAFOKCE 1982) ausführlich bc-
schricbcn.

Insgesamt wurden 79 Einzelvorkommen mit einer Gesamtfläche von


221 ha festgestellt. Sie setzen sich aus 32 ha Hochmoor, 11I ha Übergangs-
moor, 66 ha Niedermoor und 12 ha Niedermoor-Anmoor (DIN 4047) zu-
sammen. Dies entspricht 1,3% der Gesamtausdehnung beider Kartenblät-
ter (Kartenblatt Schönberg nur bayerischer Teil). Die nachfolgenden Ein-
zelbeschreibungen werden der Einteilung der Flurkarten zufolge, blatt-
weise von West nach Ost und von oben nach unten vorgenommen.

Im folgenden steht neben der halbfett gedruckten Moor-. Gelände- odct


Ortsbezeichnung, die auf der vorliegenden geologischen Karte zu finden
ist, gesperrt gedruckt die Flurbezeichnung aus der Flurkarte M
I :5 000. sofern sie anders lautet und die Nummer der Flurkarte’).
Das Moorvorkommen ,,Östlich vom Wunsicdlcr Weiher“ wurde durch
eine Reiht von Bohrungen (DIN 19672) erschlossen, die liings einer Linie
niedergebracht wurden. Die Lage des Geländeschnittes und der Aufbau
dcs Längsprofiles sind aus der Beilage 3 zu ersehen.

‘) Die Nummern sind an den Rändern vorliegender Karte vcrmcrkt und setzen
sich hinter der Angabe NO uus einer römischen (senkrechter Kartenrand) und einer
arabischen Ziffer (wnagrechter Kartenrand) zusammen.

66
Die Lagt der cinzclnen Bohrungen ist mit Rechts(R)- und Hoch(lH)-
Wert?) gckcnnzeichnct. Angaben über die mittlere Höhenlage über Nor-
malnull (NN) der Moorvorkommen wurden der topographischen Karte M
I :25 000 entnommen.
Die im Profilaufbau verwendeten Abkürzungen entsprechen der Norm
DIN 4220 bzw. der Karticranleitung zur Bodcnkartc M l:25 000. 1971.
Demnach bcdcutet: Hh = Hochmoortorf, Hü = Übergangmoortorf. Hn
= Niedermoortorf. H = Zersetzungsgrad nach der loteiligen Skala nach
VON [Link] sind mit der Abkürzung NSG gckennzcich-
nct.

[Link]. Beschreibung der Moorvorkommen auf den Kartenblättern

Yordwcstlich Brunn NO XCVIII 15m-16


Etwa 1000 m nordwestlich Brunn, zwischen Buchbach und Merzhaus, ca. 3
ha. etwa 615 m ü. NN.
Weitgehend abgetorftcr. mit Fichten. Erlen und I:aulbaum bestockter Nic-
dcrm»orkomplex. Kleiner, noch nicht völlig abgcbautcr Übergangsmoor-
teil in der nördlichen Hälfte. Im Stauraum des gröllercn, südöstlich gclcgc-
nen Wcihcrs Schilfröhricht (Plzrugmircs comm~/~i.s).
I’rofilaufbau (R 4s04 590; H 55 61 320) Im nicht abgebauten Übergangs-
moorteil
Tiefe WSSCS- Glühriick- PH
(Clll) ghll~ stand (In KU)
(%) (SI

~100 Hü-Waldtorf, sehr viel Nadel- 7 84.5 72 4,l


holzrcste, wenig Crmx-Radizcl-
len, wenig Sphognurn
-120 Feinsand, tonig

Etwa 1600 m südwestlich ein Niedermoor-Anmoor. 0,3 ha.


Etwa 1000 m südlich und ca. 1300 m sdöstlich zwei weitere, 0,3 ha
LIIKI 0.9 ha groDe, kultivierte Niedermoore.

Östlich Brunn, Viclitzer Loh NO XCVIII 16


Ca. 700 m östlich ßrunn, ca. 2 ha, etwa 609 m ii. NN.
Schmales, langgestrecktes Moorvorkommen im Qucllgcbiet des Bernstcin-
ßacl1cs.

?) Vgl. hierzu Planzcigcr am Rande jeder topographischen Karte M 1:25 000.


‘) Für die Erstellung aller Untersuchungen wird Frau E. WI~IDELF. bestens ge-
dankt.

67
Nördlicher Teil: Übergangsmoor mit Föhren und einzelnen Fichten be-
stockt. Offene Übergangsmoorfläche mit angrenzendem kleinen Teich im
Norden.
Südlicher Teil: Niedermoor mit altem Erlenbestand und Erlenbruchwald.
Im Süden Niedermoorstreuwiese. Im Bereich alter, völlig verfallener.
kaum noch erkennbarer Torfstiche oft nur noch geringmächtige. stcllcn-
weise auch völlig fehlende Torfauflage.

Profilaufbau (R 4s 06 390; H 55 60 900)


Ticfc Botanische Zusammensetzung H Wasser- GIührück-
(im) bzw. petrographischer Befund gehalt stand
(90) @)
Hü-Waldtorf, sehr viel Sphug- Y Si,2 Il,5 4,o
nut11, sehr viel Rindenreste von
Pinu.v und Belukr, häufig Carex-
Radizellen, etwas Laubmoosre-
ste
-100 Hn-Hü, überwiegend Currx-Ra- 8 87,5 61 436
dizellen, viel Equisetum, etwas
Sphugnum, zahlreiche Holzreste
--140 Torfmuddc, glimmerhaltig, viel ~ 80,5 52.2 5,o
Copex-Radizellen, stark zersetzte
Nadelholzreste, etwas Equisetum
-160 Sand und Kies

Südöstlich Schönwaid, Au NO XCVIII 17 und NO XCIX 17


Zwischen Schönwald und Selb-PlöDberg, zusammen ca. 8 ha, etwa 600 m
ii. NN.
Sieben Niedermoor- und Niedermoor-Anmoorfllichcn im TalschIuM des
Stock-Baches (siehe TK 25 Nr. 5738/39 Rehau) 0,2, 0,3, 0,3, 0,3, 0,8, 1,4
und 4,2 ha. Teils Streuwiesen, teils sekundäre Waldbestände aus Fichten,
Erlen und Weiden. An den Moorrändern vereinzelt Grünland.

f’rofilaufbau (R 45 07 620; H 55 6 1 920) Im Niedermoor mit 4,2 ha Ausdeh-


nung
Ticfc Botanische Zusammensetzung H Wasscr- G1ührück-
(cm) bzw. petrographischer Befund gehalt stand (,,iKcl,
(%) (Xi)
- 50 Hn, übcrwiegcnd Ctirex-Radizel- Y 82,6~ 15,4 4,3
len, zahlreiche Rindenreste von
Berulu und Alnus, viele Holzre-
stc, wenig Phrcrgmites und Equi-
seliim

68
Hn, ühcrwicgend C’crrex-Katlizcl-8 85,6 12,3 4s
Icn. Lahlrcichc stark zersctztc
1k)krcstc, etwas /‘hrrrgmik?s
Hn-Waldtorf, sehr viel Corex- 9 82,X 19,o 4,x
I<adizcllenund Holzrestevon Pi-
nus und cf. Hctula, etwas Cpise-
tlW7

PI60 ITcinsand, tonig, stark glimmcr-


haltig

Südöstlich Mb-PIöl)berg, Rohrloh NO XCVIII 17-18


Zwischen Selb-Plößberg und Sclb, etwa 200 m westlich und 400 m südöst-
lich der Rohrlohmühlc, zusammen 3,0 ha, etwa 585 und 575 m ü. NN.
Zwei N iedcrmoorc im Tal des Engelbaches.
Westliches Rohrloh: Mit Birken und Erlen bestockt. Kulturflächen am öst-
lichcn Moorrand, I ,4 ha.
S~~döstlichcs: Landwirtschaftliche Nutzung durch Futter- und Streuwie-
sen, 1.6 ha.

Südiistlich Vielitz NO XCVIII 17


Etwa 900 m südBstlich Vielitz, zusammen ca. 2 ha, etwa 558 m ü. NN.
Drei Moorvorkommen im Viclitz-Grund an der B 15.
Nordwestlich der StraUe: Ein Niedermoor 1,2 ha grünlandgenutzt, und ein
Niedermoor 0,4 ha mit Erlcnbcstand und Streuwiese.
Südöstlich der StraOc: Ein Übergangsmoor 0,5 ha, vollständig mit Birken
bestockt.

Nordöstlich Erkersreuth NO XCVIII 19 und NO XCIX IX


Etwa 1000 m nordöstlich Erkersreuth, in der Nordostecke des Kartenblat-
tes Sclb, zusammen ca. 2 ha, etwa 595~-610 m ü. NN.
Vier land- und forstwirtschaftlich genutzte Niedermoore 0,5, O,I, 0,9 und
0,3 ha.

Südlich und südöstlich Erkersreuth, Schloljpoint, Moosloh NO


XCVIII 18
Ca. 300 m südlich und 1100 m südöstlich Erkersreuth, zwischen den Orts-
tcilcn Schafhaus und Laubbühl, zusammen ca. 3 ha, etwa 580-590 m ü.
NN.
Schloljpoint: Ein Übergangs- und ein Niedermoor I,I ha und 0,7 ha.
Mooslob: Ein Übcrgungsmoor I,O ha.
Alle drei Moorvorkommen kultiviert und in Dauergrünland umgcwandclt.
In den Übergangsmooren jc eine kleine Waldparzelle.

69
Nordöstlich Selb, Kirchleinsgrund NO XCVlll 18
Etwa 450 m westnordwestlich der Sommermühle, ca. 3 ha, etwa 560 m ü.
NN.
Flachgründiges Übergangsmoor mit Niedermoor-Streuwiesenvegetation.
Im Zentrum beginnende Verbuschurig durch zahlreiche Weidengruppen.
Kleiner Birkenbestand an der südöstlichen, schmaler Grünlandstreifen an
der nordwestlichen Moorgrenze.
Profilaufbau (R 45 1I 030; H s560 020)
Tiefe Botanische Zusnmmensctzung tI WXSer- Glührück-
(cm) bzw. pctrographischer Befund gehalt stand (h”lYcl,
(X) (%)
~ 60 Hü, überwiegend Ccnex-Radiiel- 8 82;6 12,2 - 4,l
Icn, viel E~iq~ho~un~ und Phqq-
mires, etwas Sphugnum, verein-
zelt Laubmoos, zahlrcichc Holz-
reste
-100 Sand, kiesig

Nordnordöstlich Längenau NO XCVIII 19-20


Ca. 1000 m nordnordöstlich Längenau, westlich der Höhenangabe 647, ca.
1I ha, etwa 645 m ü. NN.
Degradiertes Hochmoor in der Talaue zwischen Mühlbacher Waldung
und Oppers-Bühl.
Westlicher Teil: Hochmoorkörper durch verbreiteten Torfabbau weitge-
hend abgetragen. Sekundärbewaldung überwiegend aus Birken auf den
vcrbliebencn Übergangsmoortorfen. In den südlichen und westlichen
Randbereichen Übergangsmoor-Streuwiesen. Beginnende Hochmoorrege-
neration deutlich erkennbar.
Östlicher Teil: Moorbruchwald aus Birken und Fichten auf nicht abgebau-
tem Hochmoorteil. Wasserscheide im Bereich der Hochmoorgrenze im
Osten.
Profilaufbau (R 45 13 920, H 55 61 190) Im Westen des nicht abgebauten
Hochmoorteils nahe der Stich-
kante.
Tiefe Botanische Zusammensetzung H Wasscr- Glührück-
(an) bzw. petrographischer Befund gehalt stand (,“TC,)
(SJ (SI
50 Hh-Waldtorf. sehr viel &zus- 9 83,3 3,2 2,9
Rindenreste, viel Eriophotwn
und Sphugnum, vereinzelt Ca-
rex’-Radizellcn

70
86,l 3,2 3,2

Hü-Waldtorf, sehr viel t’inus- 9 x9,5 2,3 3,X


Kindcn- und Holzrcstc, viel
Eriophorum. viel Carex-Kadizel-
len, vcrcinzelt Sphugnum
Hn, übcrwicgcnd Curex-Kadixl- 8 91.3 -Ul 3,6
len (häufig C’rrrex limosa), etwas

Phrc~~rniie.~ und cf. Mcnymlhes,


wenig Ikpiserum und Spl~~ignum
Hn, überwicgcnd C’rrrex-Kadizel- 8 90,4 5,o 3,‘7
Icn, häufig Phrtrgmilcs. etwas
IGpiselum
I:cinsand, stark tonig
Darunter Sand und I’cinkies

Profilaufbau (K 45 14 080; H 5s 61 180) Im Osten des nicht abgebauten


Hochmoorteils, nahe der Moorgrenze
Tiefe Botanische Zusatntncnsctzung H Wasser- Glührück- PH
(Clll) bzw. pctrographischcr Befund gehalt stand (In KCI)
(76) CS)
-120 Hh-Waldtorf, fast ausschlicDlich 9 81.2 l,O 3,X
Rindenreste von Pinus und Beru-
Irr, zahlreiche Reste von Lauh-
bliittcrn. stark zcrsct& Holzrc-
sie, etwas Splqwum und Lrio-
phorum, ganz wenig Corex-Kadi-
allen
Darunter Sand, tonig

Nordöstlich Mühlbach NO XCIX 19-20

Am nörtllichen ßlattrand, etwa 900 m nordöstlich und 1800 m ostnordöst-


lich Mühlbach, zusammen ca. 1 ha, elwa 595 m ü. NN.
Nordöstlich Mühlbach, zwei Moorvorkommen:
Niedermoor-Anmoorbildungen im nördlichen und westlichen Uferbereich
einer Teichanlage, 0,3 ha.
Grünlandgenutztes Nieclcrmoor am Südufer des Teiches, 0,6 ha.
Ostnordöstlich Mühlbach, ein Moorvorkommen:
Kultiviertes Niedermoor-Anmoor im unmittelbaren Grenzbereich, 0,3 ha.
Fortsetzung auf tschechoslowakischem Gebiet.

71
Nordwestlich Großwendern NO XCVII 14
Etwa 1400 m nordwestlich Großwendern, südwestlich der Bahnlinie, ca. I
ha, etwa 565 m ü. NN.
Bewaldetes Übergangsmoor mit kleinflächiger Streuwiese im Westen und
Torfstichen im Zentrum. Westliche Moorgrenze im Uferbereich eines Tei-
ches.
Ca. 1300 m nördlich, zwischen der Höhenangabe 618 und dem westlichen
Kartenrand, ein überwiegend offenes Niedermoor mit 0,2 ha Ausdehnung.
Östlich Spielberg NO XCVII 15
Ca. 600-700 m östlich Spielberg, ca. 2 ha, etwa 575 m ü. NN
Schmaler Niedermoorkomplex im Wiesental des Grün-Baches. Alter Bir-
kenbestand und verfallene Torfstiche im zentralen Teil.
Kulturflächen mit Futter- und Streuwiesen im Nordwesten und Südosten.
Etwa 1500 m nordwestlich im Quellgebiet des Grün-Baches. Zwei Über-
gangsmoore, je 0,3 ha, mit Fichten, Erlen und Birken bestockt.
Nordöstlich Oberweißenbach NO XCVIl 16-17
Ca. 800 m nordöstlich OberweiDenbach, ca. 2 ha, etwa 550 m ü. NN.
Übergangsmoorbildungen in der ausgeprägten Talmulde zwischen Kar-
rcnbühl-Berg und Vielitz-Berg.
Landwirtschaftliche Nutzung durch Futter- und Streuwiesen.
Mehrere alte Torfstiche im Südwesten.
Profilaufbau (R 4506 900; H 5559 210)
Ticfc Rotanisehe Zus~unmensetzung H Wasser- Glührück-
(cm) bzw. pctrographischer Befund gehalt stand (In’Kcl)
(Yb) (T’)
PI IO Hü-Waldtorf, fast ausschIbAIich 9 78,O 17.0 5,9
stark zcrsetztc Holzreste, verein-
zelt Cmex-Radizellen und
Sph<ignutn
-170 Feinsand, tonig
190 Sand und Feinkies
Etwa 1700 m westlich im Bereich von Quellbächen des Bernstein-Baches,
südlich der Höhenangabe 568. Weitgehend ausgetorftes geringmächtiges
Übergangsmoor mit Sekundärbewaldung aus Fichte, Föhre und Birke,
0.5 ha.
Südlich Selb NO XCVlI 17-18
Südlich Selb, zwischen Unterweißenbach und Selber Vorwerk, ca. 400 m
südöstlich vom Klepper-Bühl (Höhenangabe 573), ca. 2 ha, etwa 550 m ü.
NN.

72
Vcrsurnpfungs-Niedermoor in schmaler, von West nach Ost verlaufender
Talmulde im Tcichgcbiet südlich Selb.
Durch Fischteicht mehrmals getrenntes Niedermoor. Streuwiesen im Wc-
sten, grünlandgenutzte Kulturflächen im Osten.
Südlich Stopfersfurth NO XCVII 18
Zwischen Stopfersfurth und Linden, südwestlich der StralJe Selb-Eger, zu-
sammcn ca. 2 ha, etwa 560 m ü. NN.
Drei ehemals zusammcnhiingcnde, hcutc kultivicrtc und landwirtschaft-
lich gcnutztc Niedermoore, 0,3. 0,7 und 0,8 ha.
Etwa 400 m westlich ein weiteres grünlandgenutztes Niedermoor, 0,9 ha.
Südwestlich Längenau NO XCVII 19
Etwa 1500p2300 m südwestlich und südsüdwestlich Längcnau, zusammen
ca. 4 ha, etwa 562-570 m ü. NN.
Vier Moorvorkommen im Bereich der Tcichgruppc südlich L:ingenau:
Etwa 150 m westlich der I-löhenangabe 570.0. Ubcrgangsmoorhildungcn
südiistlich cincs Teiches und an dessen Ufer anschlicRcnd. Vollständig mit
Fichten und einzelnen Spirkcn bestockt, 0,9 ha.
Im Westen vom nördlich gclcgenen Markgrafen-Teich. Langgestrecktes
mit Moorwald bestocktes Niedermoor, 0,X ha.
In der Talmulde zwischen Langer Teich und dem südlich gelegenen Mark-
grafen-‘l‘cich. Offenes Niedermoor-Anmoor mit Streuwiesen-Vegetation,
0,6 ha.
Im Süden vom südlich gelegenen Markgrafen-7‘cich. Geringmächtiges,
mit Fichten aufgeforstetes ü bcrgangsmoor. 2, I ha.
Profilaufbau (II 4s 12 720; I-I s5 58 130) Im Süden vom südlich gelegenen
Markgrafen-Teich
Tielc Iiotanischc %usarnniensclzung 11 Wasses- Glührück- PH
(cm) bzw. pctrograpliischcr I~efund ghlt stand (In KCI)
(%) (%)
~100 Hü-WaldtorI’, last ausschliclllich 7 77.8 15.7 3.0
stark xrsctzte Pin~rs-Holz.-und
liinclenrcstc, ganz vcrcinzclt
Sphrignurn

130 Torfm&de, stark glimmerhaltig,


viel CLl~c,x-lindizcllcn, cinigc
htork zcrsctztcLauhmoosrcstc
Darunter Kies und Sand
Östlich BreiterTeich, Am hrciten Teich NO XCVII 20
Östlich vom Brcitcn Teich und an das Ufer anschlicOcnd, ca. 4 ha, etwa
580 111 ü. NN.

73
Durch Verlandung entstandene Übergangsmoorbildungen am Ostufer des
Breiten Teiches. Kleine Kiefernwäldchen im Zentrum und am südlichen
Moorrand. Artenreiche Übergangsmoor-Vegetation. Alte, kaum noch cr-
kennbare Torfstiche. Schmaler, mit Fichtenanpflanzungen dicht bestock-
ter Niedermoorausläufer nach Osten.
Profilaufbau (R 45 14 220; H 5558 040)
Tiefe Botanische Zusammensetzung H Wasscr- Glührück- pH
(cm) bzw. pctrographischer Befund gehalt stand (In KCI)
(Yo) (%)
50 Hü, überwiegend Scheuchzcrirr 7 85,i 14,4 4,1
und Carex-Radizellcn (häufig
Curcs limosu), viel Sphugnum,
vereinzelt ßetukl-Rindenreste
110 Hü, überwiegend Carex-Radizel- 7 XY,5 14, I 42
len (häufig Carex limosa) und
Scheuchzeria, häufig Spkqnunz
und cf. Khynchosporo, etwas Me-
nyrrnthes, vereinzelt Pintts-Rin-
dcnrcstc
PI60 Ton, schwach humos
Darunter Sand, kiesig

Etwa 1300 m nordöstlich, 300 m nördlich vom Hirschfcldcr Tor unmittel-


bar an der Landesgrenze.
Ein vollständig kultiviertes, landwirtschaftlich genutztes Übergangsmoor,
0,9 ha.

Südwestlich Großwendern NO XCVI 14


Zwischen Großwendern und Marktleuthen, ca. 1200 m südwestlich von
GroBwendern, ca. 1 ha, etwa 540 m ü. NN.
Vollständig kultiviertes Niedermoor. Land- und teichwirtschaftliche Nut-
zung durch Dauergrünland und zwei Fischweiher, 1,2 ha.
Etwa 200 m südwestlich ein durch Vernässung entstandenes, ebenfalls
grünlandgenutztes Niedermoor-Anmoor, 0,3 ha.

Hammerwald NO XCVI 17
Im Forstdistrikt Hammerwald, ca. 3000 m südsüdwestlich Selb, zusammen
ca. 6 ha, etwa 535-545 m ü. NN.
Elf kleinflächige weitgehend naturnahe Moorvorkommen in der weiten,
nach Südwesten offenen Talung des Lausenbaches innerhalb der Höhenli-
nie 550.

74
Einzelbeschreibung von West nach Ost.
An der Kalten Leite:
Zwei kleine bewaldete Niedermoore, 0,l und 0,2 ha.
Zwischen Dachs-Loh und Lärchcngarten:
Mit Fichtenanpflanzung dicht bestocktes Übergangsmoor, 1,7 ha.
östlich Dachs-Loh, ca. 200 m südlich der Höhenangabt 554:
Niedermoor mit Fichtenwaldungen, 1,7 ha.
Südöstlich Sandbrunnen, ca. 170 m wcstnordwcstlich der Gewässerhöhen-
angabe 528:
Völlig bewaldetes, 0,2 ha groBes Niedermoor.
Ostsüdöstlich Sandbrunnen. südlich der Höhenangabe 539:
Im Norden offenes, im Süden bewaldetes Übergangsmoor, 0.9 ha.
Südlich Schmierofen, ca. 100 m südwestlich und ca. 200 m westlich der
Höhenangabe 549:
Zwei Vernässungs-Niedermoore teils mit Bewaldung, teils mit Streuwic-
senvegetation, je 0,15 ha.
Nördlich Schmierofen, ca. 230 m südlich der Höhenangabe 533:
Übergangsmoor mit Fichten bestockt. Alte Torfstiche im Zentrum, 0,8 ha.
Nördlich Schmierofen, unmittelbar bei der Höhenangabe 533:
Offenes, flachgründiges Niedermoor mit mineralischen Einschwcmmun-
gen und Streuwiesenvegetation, 0,3 ha.
Südlich Schrögels-Berg, ca. 260 m südlich der Höhcnangabc 557:
Kleines, völlig bewaldetes Übergangsmoor. 0,I ha.

Südlich vom Wunsiedler-Weiher, Distr. Unterwald, Wolfsgrubt,


Breitenbrunnen Bach NOXCVI 17-18
Im Forstdistrikt Unterwald, ca. 1200 m südlich vom Wunsiedler-Weiher,
ca. IO ha, etwa 555 m ü. NN.
Sehr schmales, langgestrecktes Waldversumpfungs-Niedermoor beider-
seits eines südlichen Quellbaches vom Lausenbach.
Kleiner Hochmoorkomplex im Norden und kleines Übergangsmoor (Brci-
tenbrunnen Bach) im Nordosten. Alle Vorkommen durch Niedcrmoor-
bzw. Niedermoor-Anmoorbrücken miteinander verbunden. Teils alter
Fichtenhochwaldbestand, teils sehr dichte Bestockung mit Fichtenjung-
wald oder Naturverjüngung.

75
Profilaufbau (R 45 09 690; H s5 56 160) Im kleinen Hochmoorkomplex im
Norden
Tiefe RotaniseheZusammensetzung H Wasser- Cilührück-
(em) bzw. petrographischer Befund gehalt stand (tnpKCl)
@) (%)
~ 60 Hh-Waldtorf, überwiegend Pi- 9 76,5 15,3 3,3
,rus-Rindenreste und ganz stark
zersetzteHolzreste,etwas Sphq-
num
-100 Hü-Waldtorf, überwiegend sehr 9 79,3 37,l 3,9
stark zersetzte Holzreste, häufig
Curex-Radizellen, etwas Sphrrg-
num
~-120 Sand und Kies

Nördlich vom Wunsiedler-Weiher NO XCVI 18 und NO XCVII 18


An das Nordufer des Wunsiedler Weihers anschlief~end, ca. 1 ha, etwa 557
m ii. NN.
Offenes Übergangsmoor mit kleinem Föhrenbestand im Osten.
Etwa 250 m südlich vom Wunsiedler Weiher ein weiteres vollständig mit
Fichten bewaldetes Übergangsmoor, 0,7 ha.

Östlich vom Wunsiedler Weiher, Teufelslohe, Häuselloh, Steinkreuzloh,


Wunsiedler Weiher (Flurbezeichnung für den westlichen Teil des
Moores), Neue Loh, Marktsteich, Häusclteich, FuDwasch
NO XCVI 18-19 und NO XCVII 18-19
Im Selber Forst, zwischen dem Wunsiedlcr Weiher und der Landcsgrenzc
(Grenzstein :Z), ca. 132 ha, etwa 555-578 m ü. NN.
NSG Steinkreuzloh (im Osten).
Weitverzweigtes und gröljtes Moorvorkommen im Karticrungsgcbiet, im
wesentlichen aus zwei groBen Hoch- und übergangsmoorkomplexen be-
stehend. Wunsicdler Weiher und Neue Loh im Westen, Teufelsloht, Häu-
sclloh und Steinkreuztoh im Osten. Beide Komplexe durch zahlreiche Nic-
dermoorflächen und -rinnen teilweise umgeben oder mitcinandcr vcrbun-
den.
Westlicher Teil
Zwischen dem Wunsiedlcr Weiher und der Aufschüttungsfläche südlich
der Höhenangabe 566:
Langgestreckte, geringmächtige Übergangsmoorbildungen. Im Süden
überwiegend mit Föhren-Fichten-Moorwald bestockt, im Nordwesten
meist waldfreie, teils sehr nasse Übergangsmoorbereiche mit kleiner Hoch-

76
Abb. 12. Übergangsmoor östlich vom Wunsiedler Weiher. BeginnendesHochmoor-
wachstum (R ” IO 150, I-I ” 57 090) durch Bildung von Sphr~,gnumrascn deutlich
sichtbar. Ehemalsumfangreicher Torfabbau ist heute kaum noch zu erkennen.
moorregenerationsfläche, s. Abb. 12. Zahlreiche noch deutlich erkennbare
alte Torfstiche weisen auf ehemals umfangreichen Torfabbau hin. Kleine,
sehr nasse Hochmoorfläche teils bestockt, teils mit S,&qnumrasen im
Südwesten. Niedermoorausläufer nach Norden stellt die durch Teich und
Strake unterbrochene Verbindung zum ehemals wesentlich griißercn
Moorgebiet ,,Fußwach“ im Bebauungsgebiet der Siedlung Selber Vor-
werk dar.
Verbliebener südlicher Niedermoorrandstreifen überwiegend bewaldet.
Torfstiche und anschließender Übergangsmoorrandstreifen im Südwaten.
Offenes Niedermoor mit Streuwiesen im Bereich des Lausenbaches, etwa
200 m westlich der Straße Selb-Silberbach bis zur Aufschtittungsflächc.
Fortsetzung nach Nordosten im schmalen Tal des ßaches bis in das Moor-
gebiet Häuselloh-Steinkreuzloh.
Zwischen der Aufschüttungsfläche und der StraBe Selb-Liebenstein:
Nicht abgebauter, relativ trockener Moorkomplex mit dichten Moorwald-
bcständcn aus Föhre, Fichte und Birke. Hochmoorfläche mit anschliel$cn-
dem Übergangsmoor wird von schmaler Niedermoorzone fast völlig um-
schlossen. Entwässerungsgräben an der Längsachse und im Süden. Dis
über 4 m mächtige Torflager über sandig-tonigen, teils auch kiesigen Ab-
lagerungen mit ungestörtem Schichtenaufbau, siehe Beilage 3.
Fortsetzung der Moorbildungen nach Südosten, durch bereits erwähnte
Stralle von oben beschriebenem Moorteil abgetrennt, in einen langge-

77
streckten, wurzelechten Hochmoorteil, mit Fichtenhochwald vollständig
bestockt.
östlicher Teil
Zusammenhängender Hoch- und Übergangsmoorkomplex zwischenn der
Siedlung Selber Vorwerk und der Landesgrenze.
Teufelsloht: Niedermoorausläufer aus dem Tal des Lausenbaches zieht
über eine Teichanlage nach Nordwesten zum anschliel3enden Überg angs-
moor Teufelslohe. Beide Moorteile überwiegend mit Fichten bestockt

Abb. 13. Torfabbaugebiet Häuselloh im Jahre 1966. Im Hintergrund ist die Stich-
kante und das dahinterliegende, dicht hewaldcte NSG Steinkrcuzloh deutlich zu er-
kennen. Im Mittelgrund der ahgetorfte Bereich. In der offenen, verlandenden was-
serfläche im Vordergrund haben sich Juna~s effisus und Sphrrplumartcn anIgesic-
dclt.

78
Häuselloh: Fast vollständig ausgetorfter, ehemaliger Hochmoorteil. Im
Abbaugebiet nur noch geringmächtige, oft auch völlig fehlende Torfaufla-
gc. Sekundärer Moorwald aus Birken, Föhren und Fichten in den übcr-
wiegcndcn Teilen. Im Osten der einstmaligen Abbaufläche Renaturie-
rungsversuch durch Abdichten der Entwässerungsgräben, s. Abb. 15. In
den eingcstautcn, WiedervcrnäMtcn Gebieten größere waldfreie Bereiche
mit verlandenden, offenen Wasserflächen, s. Abb. 13 und Abb. 14. Potcn-
ticllc Regenerationsflächen zum Übergangs- und Hochmoor. Schmaler.
nicht abgebauter Hoch- und Übergangsmoorrandstreifen irn Süden und

Abb. 14. Toriabbaugebiet Häusclloh im Jahre 1983. Die abgetorften, schon etwas
trockenci .en Rcreiche sind meist mit Nadelholzarten dicht bestockt. Die Verlandung
der c)fftX (en Wasserfläche ist bereits weit fortgeschritten. Noch immer dominieren
Flatterbinse und Torfmoose im NaIJbiotop.

79
Osten mit Fortsetzung zum NSG Steinkreuzloh. Zwei bewaldete Übcr-
gangsmoorausläufer, nach Süden ohne, nach Nordosten mit Unterbrc-
chung durch eine schmale Mineralbodenzunge.
Steinkreuzloh NSG: Weitgehend unberührte Restflächen des degradierten
Hoch- und übergangsmoorkomplexes. Zentral gelegene Hochmoorfläche
von Übergangsmoorrandstreifen umgeben. Sackungs- und Austrock-
nungserscheinungen im Bereich der von Süd nach Nord verlaufenden
Stichkante. Dichte, naturnahe Moorwaldbestände aus Föhren, Fichten
und alten Spirken.
Geländeschnitt von Westen (Al) nach Osten (A2) und Profilaufbau siehe
Beilage 3.
Profilaufbau (R 45 10 200; H 5s56 910)
entspricht dem Bohrpunkt Nr. 4 der Beilage 3
Tiefe Botanische Zusammensetzung H Wasser- GlühtTick- PH
(cm) bzw. pctrographischcr Iscfund gehalt stand (In KCI)
PJ) (%)

-100 Hü, Clbcr&gend Scheuchzeria, 8 88.9 6.5 3,l


häufig Ca/*ex-Radizellcn, verein-
zelt S’phqzum, etwas Pinus-Rin-
denrcste

Abb. 15. Renaturierungsversuchim Moorgebiet Häusclloh. I>ic abgctorften Moor-


fllichen sind durch Abdichten der Entwlisscrungsgräben eingestaut und erneut ver-
nlilJt. Der Staudamm ist im Binnenwasserbereich mit Natursteinbliicken bcwchrt,
im Aullcnwasscrbcrcich ist die Verbauung durch 1 lolzpflöcke gut erkennbar.

80
-180 I-lü, überwiegend Scheuchzericr 8 91,l 535 3,h
und Carex-Radizellen, ganz ver-
einzelt Sphugnum und Equise-
lum, ganz wenig Pinus-Holzreste

-220 Hn-Hü, sehr viel Equisetum, 9 87,3 l7,6 3,s


häufig Laubmoosreste (Drepuno-
clrdus) und Scheuchzeriu, viele
Curex-Kadizellen, etwas Sphug-
num, ganz vereinzelt Eriophorum
zahlreiche Pinus-Rindenreste
-240 Sand, kiesig

Profilaufbau (R 45 11 340; H 55 56 910)


entspricht dem Bohrpunkt Nr. 16 der f3eilage 3
Tiefe Botanische Zusammcnsctzung H Wasser- Glührück- PH
(em) bzw. petrographischer Befund gehalt stand ( In* KU)
@) (06)
~ 50 Hü, überwiegend Scheuchzeriu, 4 88,8 3,5 3,0
häufig Sphugnum, stark zersetzte
Laubmoosreste und Curcx-Radi-
Zellen, wenig Eriophorum
-100 Hü, Scheuchzeria, Eriophorum 4 90,x 2,9 3,3
und Curex-Radizellen zu glei-
chen Antcilcn
-150 Hii, Scheuchzeriu, Eriophorum 4 91,2 2,9 3,5
und Curex-Kadizeilen zu glei-
chen Anteilen, ganz wenig
Sphagnum

-200 Hü, fast ausschlieDlich Curex- 4 91.8 4,2 3,9


Radizellen und Scheuchzeriu,
ganz vereinzelt Sphagnum und
Pinus-Rindenreste
-300 Hü, überwiegend Curex-Radizel- 8 91,8 3.5 4,O
Icn und Scheuchzeriu, häufig
Equiselum, etwas cf. Hhyncho-
sporu, wenig Eriophorum, ganz
vereinzelt Laubmoosreste, zahl-
reiche Pinus-Holz- und Rinden-
reste
-340 Hn-Hü, überwiegend Curex-Ra- 8 90,l 7,7 4,1
dizellen und Phrugmi/es, häufig
Eyuisetum, etwas cf. Menyunthes,
vereinzelt Scheuchzeriu

81
-380 Hn-Waldtorf, überwiegend 9 78,6 34.1 4.0
Holz- und Rindenreste von Be-
ruln und cf. Alnus, häufig Cnrex-
Radizellen, etwas Phrugrni~.~
und Equisetutn, ganz vereinzelt
Laubmoosreste
400 Feinsand. tonig, humos

Profilaufbau (R 45 12 370;H 55 56 6.50) Im abgetrennten Hochmoorteil


östlich der neuen Loh
Tiefe Botanische Zusammensetzung Id Wasser- Glührück- pH
(cm) bzw. petrographischer Befund gehalt stand (In KCI)
(SI (SJ
-100 Hh-Waldtorf, überwiegend stark <8 77.8 l4,4 3.2
zersetzte Holzreste, viele Nadel-
holz-Rindenreste und Nadeln
von Piceu, häufig Sphagnum und
Eriophorum, etwas Dicrunum
Bergeri

-120 Feinsand, hutnos, tonig


-140 Sand und Peinkies

Profilaufbau (R 4j 12 760; H 55 57 460) Häuselloh


Tiefe Botanische Zusammensetzung H Wasser- Glührück- PH
(cm) bzw. petrographischcr Befund gehalt stand (In KU)
(X) (%)
~ 50 Hü-Waldtorf, fast ausschlieljlich 9 78,6 l8,6 4,8
sehr stark zersetzte Holzreste,
ganz vereinzelt Phrugmites
- 80 Sand

Profilaufbau (R 45 13 240; H 55 56 980) Steinkreuzloh


Tiefe Botanische Zusammensetzung H Wasser- Glührück- PH
(cm) bzw. pctrographischer Befund gehalt stand (In KCI)
(SJ) (‘io)
-100 Hh-Hü, überwiegend Scheuchze- 7 89,O 2.4 3,l
rk, viel Crrxx-Radizcllen, häufig
Sph~~gnum und Eriophorum,
zahlreiche Pinus-Rindenreste
Hh-Hü, sehr viel Seheuchzerirr, 8 88,8 1,‘) 3,4
häufig Eriophorum, Carex-Radi-
Zellen und Sphugnum, zahlreiche
Rindenreste von Pinus und Be-
IMIU

82
-270 Hü-Hn, überwiegend Carex-Ra- 6 91,6 22 3.7
dizellen, viel Scheuchzeria, häu-
fig Phrugmites. etwas Sphugnum,
viele Rindenreste von Betula und
Pinus, einzelne Holzreste von
Betub

400 Hn-Hü, überwiegend Curex-Ra- 8 90, I 831 3.8


dizellen, häufig Phrugmites,
Equisetum und cf. Menyunthes,
vereinzelt Scheuchzeria und
Sphagnum, zahlreiche Pinus-
Rindenreste
470 Hn-Hü, viel Equisetum und Ca- 8 87,7 21.2 3,9
rex-Radizellen, häufig Phragmi-
tes, etwas Sphagnum und
Scheuchzeria, zahlreiche stark
zersetzte Holzreste, viele Rin-
dcnreste von Pinus und Betula
490 Hü, stark tonig, haufig Equke- 9 11,3 55.1 4,l
turn, Sphagnum und Carex-Radi-
zellen, etwas Phragmites, zahlrei-
che Rindenreste von Pinus und
Betula

-510 Hü-Hn, viel Phragmites, Curex, 6 81,6 l3,2 4,o


Sphagnum und Equisetum, etwas
Laubmoos (Drepanocludus), we-
nig Scheuchzeria, zahlreiche Rin-
denreste von Pinus und Betulu
-530 Hii, überwiegend Laubmoos 7 796 39,0 4,0
(Drepanocladus) und Sphagnum,
häufig Carex-Radizellen, etwas
Scheuchzeria, wenig Equisetum
und Eriophorum
400 Hü-Hh, überwiegend Laubmoos 5 83,O 21,7 4.1
(Drepanocludus, Calliergon)und
C’urex-Radizellen, häufig Sphag-
num, etwas Scheuchzeriu, Blätt-
chen von Vaccinium uliginosum

Darunter Gestein

Nordwestlich Silberbach, Russmannswiese NO XCVl 18-19


Im Forstdistrikt Oberwald, ca. ISO m südöstlich der Höhenangabe 539 und
ca. 200 m ostsüdöstlich der Höhenangabe 543, zusammen GI. 2 ha, etwa
532-540 m ü. NN.

83
Zwei mit Fichtenwaldungen dicht bestockte Moorvorkommen in der
Forstabteilung Kniebrecher:
Ein Niedermoor, 1,Oha, südöstlich der Höhenangabe 539 Russmannswie-
se, ein Niedermoor-Anmoor, 1,4 ha, ostsüdöstlich der Höhenangabe 543.

Rohr-Loh NO XCVI 19-20


Im Bereich der Landesgrenze, zwischen der StraMe Selb-Silberbach und
der Höhenangabe 562, ca. 5 ha, etwa 580 m ü. NN.
Kleiner Hochmoorkomplex im südlichen Quellgebiet dcs GroBbaches
(Rohr-Loh) mit daran anschlieljenden Niedermoorbildungen in der
schmalen Rinne seines Oberlaufes. Dichte Bewaldung durch Fichtenan-
pflanzungen. Fortsetzung des Moorvorkommens über die Landesgrenze
auf tschechoslowakisches Hoheitsgebiet.
Etwa 500 m und 800 m südöstlich im unmittelbaren Grenzbereich:
Ein offenes, flachgründiges Niedermoor, 0,18 ha und ein Übergangsmoor
mit Fichtenwald 0,15 ha. Beide Moore setzen sich östlich der Landes-
grenze fort.
Profilaufbau (R 4513 7 IO; H 5556 070)
Tiefe Botanische Zusammensetzung H Wasser- Glührück-
(cm) bzw. pctrographischer Befund gehalt stand
CS) (%)
- 50 Hh-Waldtorf, stark zersetzte Pi- 9 83,6 IO,0 3.5
nus-Holz- und Kindenreste und
Sphugnum, vereinzelt Crrrex-Ka-
dizellen und Eriophorum
- 70 Hh-Waldtorf, stark zersetzte 9 19,h l5,7 3,9
Holz- und Rindenreste von Pi-
nus, viel Sphagnum und Eriopho-
rum
-100 Hü, Sphugnum, Curex-Radizel- 5 88,X 694 4,l
len, Culliergon und Eriophorum,
hgufig Nadelholzreste
Darunter Sand, tonig

Nordöstlich Rohr-Loh NO XCVI 20


Zwischen dem Moorgebiet Steinkreuzloh NSG und der Landesgrenze, zu-
sammen ca. 3 ha, etwa 570 m ü. NN.
Dicht bewaldetes, schmales Niedermoor im Bereich des nördlichen Quell-
zuflusses vom Großbach, I ,5 ha.
Etwa 500 m nordöstlich: Teilfläche eines sehr nassen Übergangsmoores,
mit Fichtenwald locker bestockt, 1,2 ha. Fortsetzung auf tschechoslowaki-
schem Gebiet.

84
Südlich Marktleuthen NO XCV 14
Nordwestlich, westlich und südöstlich der Ortschaft Habnith, zusammen
ca. 1 ha, etwa 536-543 m ü. NN.
Ca. 700 m nordwestlich Habnith zwischen der Bahnlinie Marktredwitz-
Hof und dem westlich gelegenen Teich sowie an dessen Westufer:
Zwei Niedermoor-Anmoore mit Streuwiesen, 0,08 und 0,05 ha.
Westlich Habnith, ca. 300 m und ca. 150 m westlich der StralJe sowie zwi-
schen Straße und Bahnlinie:
Drei Niedermoor-Anmoore, durch Streu- und Futterwiesen landwirt-
schaftlich genutzt, 0,2,0,3 und 0,I ha.
Südöstlich Habnith, um die Höhenangabe 536:
Kultiviertes, grünlandgenutztes Niedermoor-Anmoor, 0,3 ha.

[Link]. Die Geschichte des Torfabbaues und der Torfnutzung im Fichtel-


gebirge unter besonderer Berücksichtigung der Waldgeschichte‘J)

Einleitung
In den beiden, nunmehr schon 150 Jahre alten, langst vergriffenen
Schriften von Mosr:~ (1825, 1840) werden der Torfabbau, die Torfverwer-
tung und die Moornutzung im Fichtelgebirge in sehr ausführlicher Wcisc
angesprochen. Die Schilderungen jener Zeit erlangen heute eine um so
gröDcre Bedeutung, als ein Vergleich der damaligen Probleme mit der
hochaktuellen Entwicklung der Torfnutzung gerade in unseren Tagen
zwar keine absolute Parallelität aufzeigt, sehr wohl aber die cxponiertc
Stellung der Moore in der Industricgcscllschaft verdeutlicht. Es crschcint
daher angebracht, die Geschichte des Torfabbaues und der Torfnutzung
im Fichtelgebirge auf der Grundlagt von MOSFX in zusammengefal~ter
Form dem Leser unserer Zeit nahezubringen.

Die Waldgeschichte
In der Altsteinzeit, etwa 10 000 Jahre v. Chr., begann der Wald die Roh-
bödcn in den cisfreicn Gebieten Mitteleuropas zu crobcrn und zu besic-
dein. ßereits 2000 Jahre später war die Rückeroberung gelungen. Der
Wald bedeckte einstmals ganz Bayern und konnte sich über viele Jahrtau-
sende hinweg behaupten. Von den Menschen wurde der Wald lange Zeit
gcmicdcn. Erst in der Bronze- und Eisenzeit setzten erste Rodungen ein.
Bereits um 1300 n. Chr. war der Wald zugunsten der Feldflur auf etwa ein
Drittel der gesamten Landesflache zurückgedrängt. Diese Wald/Fcld-Ver-
teilung hat sich bis in die Gegenwart erhalten. Holz war neben der Was-
scrkraft die einzige Energiequelle.

“) Siehe auch I,AFotcct: (1984).


Die stetig zunehmende Bevölkerung im Mittelalter. die beginnende In-
dustrialisierung im 12. Jahrhundert sowie die regellose Bau- und Brenn-
holzgewinnung belasteten neben der Waldweidewirtschaft die Wälder in
besonderem Maße. Als gegen Ende des Mittelalters eine grolle Holznot
drohte, wurden zur Abwehr dieser Gefahr Wald- und Forstordnungen er-
lassen, u. a. die Bayerische Forstordnung vom Jahre 1568. Die Wende vom
18. zum 19. Jahrhundert leitete für den Wald bedeutsame Veränderungen
ein. Wiihrend der Einsatz von Kohle als Energieträger eine deutliche pri-
märe Entlastung zur Folge hatte, konnten auf der Grundlage einer völlig
neuen Besitzverteilung (Säkularisation 1803, Mediatisierung 1804) ausge-
dehnte Waldungen dem königlich bayerischen Fiskalgut angegliedert wer-
den. Etwa ab 1800 setzte eine grollflächige. gezielte und ökonomische
Waldbewirtschaftung ein. Aber erst zu Ende des 19. Jahrhunderts war der
Wiederaufbau der völlig verwahrlosten und zugrundegcrichtcten Wälder
gelungen. Nach 100 Jahren neuzeitlicher. planmiiljiger Forstwirtschaft
waren die Erträge im Staats- und Privatwald um mehr als das Doppelte
angestiegen

Der Beginn dcs Torfabbaues und der Torfnutzung


Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Holzvorräte bis auf etwa ein
Zchntcl der heute vorhandenen Mengen verbraucht. Die unzureichende
Brennstoffversorgung wurde zu einem ernsten, ja existenzbedrohenden
Problem. Im Torf glaubte man schlieDlich einen brauchbaren, zwischen-
zcitlichcn Energieträger gefunden zu haben. Unter diesen Voraussct-
zungen begann im Jahre 1794 im königlichen Forstrevier zu WeiMenstadt
der systematische Torfabbau im Fichtelgebirge unter staatlicher Leitung.
In den folgenden Jahren wird die ,,Torfgraberei“ durch den Bau eines
Wohnhauses und einer Lagerhalle erweitert. Die Absicht der Regierung,
zur Schonung der überhauten Waldungen vorübergehend Brenntorf ein-
zusetzen, scheiterte jedoch zunächst am Widerstand der Bevölkerung. Torf
war als Brennmaterial in Haushaltungen, in Gewerbe- und Industriebc-
tricbcn unbekannt. Selbst dirigistische MaMnahmen führten nicht zum ge-
wünschten Erfolg. Erst nach Aufhebung aller Reglementierung und der
Einführung einer frcicn marktwirtschaftlichen Ordnung, die vor allem das
Preisgefüge zugunsten des Torfes nachhaltig veränderte, konnten die Vor-
urteile gegen die Torfprodukte allmählich abgebaut wcrdcn. Die Eignung
von Brenntorf und Torfkohle für Brauereien und Siedereien, zur Glaser-
zeugung, für das Hüttenwesen und für die eisenverarbeitende Industrie
wurde in zahlreichen Versuchen wiederholt nachgewiesen. Auf Grund
ihrer spezifischen Eigenschaften erreichten die Torfkohlen einen derart
hohen Wirkungsgrad, daD sie in vielen Anwendungsbereichen, den Nadel-
holzkohlen gegenüber, eine absolut konkurrenzlost Stellung cinnahmcn.
1823 wird cinc Torfverkohlungsanlage und 1824, wohl erstmalig in
Bayern, ein mit Torffeuerung beheizter Ziegcleiofen in Betrieb genom-

86
mcn. Die Öfen der Zuckerraffinerie in Wunsicdel wurden in dieser Zeit
ebenfalls auf Torfbetrieb umgestellt.
In jahrelanger, konstruktiver Versuchs- und Aufbauarbeit war es gelun-
gen, den Qualitätsstandard und die Wirtschaftlichkeit dcs neuen Energic-
trägcrs für Haushaltungen und ,,für die in Feuer arbeitenden Gewcrbc”
nachzuwciscn. Brenntorf begann den Markt zu crobcrn. Schon bald wurde
cr zum unverzichtbaren Betriebsmittel in der Energiewirtschaft. Dies
führte zu steigender Nachfragt und sicherem Absatz. Ein planmäDiger, ra-
tioncller Torfabbau auf kommerzieller Basis war notwendig geworden. Im
Jahre 1840 wurde eine 38 Punkte umfassende ,,Vorschrift zum Torfbe-
trieb” erlassen, die im wesentlichen technische Anweisungen zur Torfgc-
winnung und zur Torftrocknung enthielt, aber auch schon vorausschaucn-
dc, landcskulturcllc Forderungen zum Inhalt hatte. In einigen Punkten ist
cinc bcmerkcnswertc Parallelität zu dem im Jahre 1981 aufgehobenen
,,Gesetz über Torfwirtschaft“ aus dem Jahre 1920 nicht zu übersehen.
Nach langjähriger Pionierarbeit, die von Aufklärung und technischem
Engagcmcnt, vor allem aber von der Überwindung uralter Gewohnheiten
gekcnnzcichnet war, konnten die Torfprodukte eine gefestigte Stellung in
der Encrgicvcrsorgung cinnchmcn. Trotz aller Schwierigkeiten und MiD-
hclligkciten im Encrgicsektor war an eine viillige Ausbeute der Torfvor-
rätc jedoch nicht gedacht. Die Versorgung der stetig zunehmenden ßevöl-
kerung mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und die zunehmend schwic-
rigc Situation in der Ernährungssicherung machten eine Vergrößerung der
Anbauflächen dringend erforderlich. Die Kultivierung und Urbarma-
chung der abgctorften Moore und ihre Überführung in das land- und
forstwirtschaftliche Nutzflächenpotential wurde unter diesen Vorausset-
zungen geradezu erzwungen.
Unter diesen Aspekten leitet die ,,Geschichte des Torfabbaues und der
Torfnutzung im Fichtelgebirge“ in die ,,Entstehungs- und Kulturgc-
schichte der Moore des nordostbayerischen Grenzlandes“ über.

Literatur:

KNOC‘II. K. (1952): Klimaatlas von Bayern. - Bad Kissingen 1952

LAI:oI~(I., W. (1984): Die Gcschichtc des Torfabhaucs und der Torfnutzung im


f~ichtclgehirgc unter besonderer Berücksichtigung der Waldgeschichte. ~
TELMA, 14: 181-201, Hannover 1984.

Mosre. H.-CIIIL (1825): Die Torfwirthschaft im Fichtelgchirge. -Nürnberg 1825.

(1840): Torfbetrieb und Torfhcnutxung aus cigcnen Erfahrungen dargestellt.


~ Nürnberg 1840.

87
SC,HU<,I+, M. & HOIII:NsTA~f”rER, E. (1969): Die Moorvorkomrncn dcs Kartenblattes
Nr. 8331 ßayersoien. - In: HÖITILE, H.-Ctm & KuIiNi:i(r, CIII~.: Erläutcrun-
gcn zur Geologischen Karte von Bayern l:25 000 ßlatt Nr. 833 I ßaycrsoicn:
67-87. ~ München (Bayer. Geol. L.-Amt) 1969.

(1981): Der Wald in Bayern. ~ Bayerisches Staatsministeriuln für Ern!ihrung,


Landwirtschaft und I-orstcn, München 1981.

S<IIU<~II. M. & Ln~xmcri, W. (lY82): Die Moorvorkommen auf dem Kartcnhlatt Nr.
6037 Ebnath. - In: MI~.LKI., H.: Gcologischc Karte von ßaycrn 1:2.5 000, Cr-
liiutcrungcn Juni Blatt Nr. 6037 Ehnath: 65-79. München (ßaycr. Gcol. L.-
Amt) 1982.
Karte M 1: 100 000: Naturräumliche Gliederung Deutschlands. - Veröffentlichung
des Institutes für Landeskunde und Raumforschung und dcs Dcutschcn In-
stituts für Liindcrkundc.
DIN 4047: Landwirtschaftlicher Wasserhau ßcgriffc Moorkultur. - ßlatt 4. lY72.

DIN 4220: Richtlinien zur Untersuchung meliorntionsbcdürftiger Standorte.


ßlatt 1, 1963.

7. Tektonik (Lagerungsverhältnisse)
Hinsichtlich der krustalen Stellung gehört das Btattgcbiet LU der im Sü-
den dcs Saxothuringikums liegenden Schwellenzone (Erzgcbirgc und
I?chtelgebirge). Inncrhatb dieser nimmt das Blatt Setb/Schönberg den
Kandbereich zwischen der zentraten Hebungszone (mit Gesteinen dcs prä-
kambrischen Sockels) und dem sich nach Norden anschtießendcn kam-
broordovizischcn Dach ein. Das gencretle NW-Einfalten der Metasedi-
mentc im letzteren Dachbereich ist im Blattgebiet durch zusätzliche tekto-
nischc Elemente modifiziert. Die Granite halten sich nicht an besondere
und augenfällige tektonische Vorzeichnungen, obwohl andererseits eine
tcktonischc Komponente der Platznahnie möglich ist.

7.1. Tektonik der metamorphen Gesteine


(HUBIZRT MIELK~)

7.1.1. Faltenhau

Im SW-NE streichenden Großgewölbe des Fichtelgebirges liegt der hier


bcarbcitetc Raum innerhalb der NW-Flanke. Hier zeichnet sich im Raum
OberweiBenbach-Sctb durch das Auftreten präkambrischer Schichten ein
Gewölbe 2. Ordnung ab. Der Einfluß parüllclstrcichendcr Störungen
(NW-vcrgente Aufschiebung) auf die Entstehung dieser Struktur ist anzu-
nchmcn, jedoch nicht sicher abzuschätzen. Sie wird zwischen ObcrwciUcn-
hach und Hcidethcim durch eine Querstörung im Westen begrenzt.

88
Abh. 16. Modell des tcktonischen Baues an I-land dcs I’rofilschnittcs A-B (vgl. I:r-
Iäuterung im Text).

Die * isoklinalc und SE-vcrgcntc Faltung dcs Altpaiäoxoikums (vgl.


Abb. 16) wurde unter der Annahme konstruiert. daß lithologisch äquiva-
lentc Schichtglieder (Leithorizonte MIELKKS. vgl. Tab. 1) dies auch in stra-
tigraphischcr Hinsicht sind. Die einmeßbaren Gefügt sind den Diagram-
men 3-5 in Abh. 17 zu entnehmen. Die im Altpaläozoikutn vorherr-
schcndc parallclschicfrigc s-tcktonische Prägung steht dem tncist offenen
Faltenhau in der tieferen präkambrischen Strukturetage gcgcnüber
(Srlrr~rtit:tc 1972, 1980). Die Diagramme I und 2 in Abh. 17 entstammen
klcinercn Aufschlüssen aus dem letzteren Bereich. Die Faltenachsen und
Linearen tauchen übcrwicgend flach nach SW ein, wenn auch in cinzclncn
Mellbcrcichcn ein cntgcgcngcsctztcs, flach nach NE orientiertes Eintau-
chcn auftritt (vgl. D3 LI. D4 in Abh. 17).
Der in Abb. 16 konslruicrtc Faltenbau bcsitz.t cincn schematischen Cha-
rakter. Das skizzicrtc Bild deckt sich mit der Deutung. die ~l‘lTl‘N1:l~
(1964) den Vcrhältnisscn auf dem westlichen Nachbarblatt Weidenstadt
gegeben hat. Die SW-NE streichende Scgmcnticrung in Abb. Ib kann
aber auch mit cincr antithetischen Schollcnrotation in Einklang gebracht
werden. die lediglich durch die zwischen den Scgtncntcn C und D bcfind-
liehe Aufschichung des Präkatnbriums unterbrochen wird. Mit den Ziffern
Id sind die typischen Schichtglicdcr gckcnnzcichnct (1 = Kalksilikatfels;
2 = C;limtncrschiefcr-Gneis-Kalksilik~ttf~ls-W~c~~s~l~~tg~rung; 3 = por-
phyroide Glimmcrschiefcr u. Gneise, Mctaarkoscn; 4 = Quarzite; 5 =
Albitglimmerschiefer; 6 = untypische Quar/.-(;litnmerschicfcr). Die
GrolJbuchslabcn A bis E kcnnzcichncn die einzelnen Längssegtncntc.
Die relativ grolSc Sprunghöhe zwischen den Scgmcntcn A und B wird
analog durch cincn Metatnorphoscsprung gckcnnzcichnct: Chloritfrcic
Paragenesen itn Süden stchcn chloritführenden im Norden gcgcnübcr. Die
Llingsscgmcntierung ist demnach jünger als die Kcgionaltnctamorpll~s~,
aber wahrscheinlich ältcr als die Granitplatznahmt. Die Kontakteinwir-
kung der Granite überlagert und verwischt die ursprünglichen Dcforma-
Gons- und Mctamorphoscmerkmalc.

89
W

90
7.1.2. Querstörungen, Schollentektonik

Zu der bcrcits im Kap. 7.1.1. angcsprochcncn SW-NE gerichteten Seg-


mentierung kommt das im Kartenbild noch stärker ausgeprägte System
der Querstörungen. Dieses läßt eine Schollcnscgmentierung in 2 Haupt-
richtungcn erkennen (vgl. Beilage 4): 1. Eine mit ca. 160” NNW-SSE-
Streichen und 2. ein ca. 120” WNW-ESE streichendes System.
Wie auch im übrigen Fichtelgebirgc erkennbar, ist das erstgenannte
System relativ älter als das zweite und im wcsentlichcn prägranitisch ange-
Icgt. Die 7x1 beiden Seiten der jeweiligen Störungen versetzten Schicht-
grenzen und Mächtigkeiten deuten sowohl auf horizontale wie auf vcrti-
kalt Kclativbcwegungen an den Störungen hin. Antithetische Schollenro-
tationen sind in vielen Fiillcn anzunehmen. Der Trend der horizontalen
lielativbewcgungcn ist untcrschicdlich, wenn man jene innerhalb der Gra-
nite mit cinbczieht (Kap. 7.2.2.). Z.B. ist in dem oben unter 2. genannten
System der SW-Flügel relativ nach NW vcrschobcn. Im Granit lassen sich
am Verlauf der fiedcrartigen Porphyrgänge entgegcngesctzte Bewegungen
ableiten, zum Teil auch an Harnischflächen nachwciscn.
Manche Störungsstrukturen werden durch Porphyr- und Quarzgänge
markiert (vgl. Kap. 7.2.2. und 7.2.3.). Erstcrc lassen im Kaum zwischen
Stcinsclb und Obcrweißcnbach auch die Vorzeichnung durch eine SSW-
NNE strcichendc Struktur erkennen.
Die variskisch angelegte Schollengliederung ist in jüngerer Zeit. vor
allem im Tertiär, zum Teil neu belebt worden. Die jüngsten Bewegungen
sind für die heutige Landschaftsgliederung mitverantwortlich, zum Teil
auch für die Erhaltung von Flachen mit tiefgründiger tertiärer Vcrwitte-
rung.

Abb. 17. Diagramme der tektonischen Daten aus Mettsedimentaufschlüssen in vcr-


schiedcnen Segmenten tlcr tektonischen Gliederung (vgl. Abh. 16): DI + D2 aus
Segment D, D3 aus Segment C, D4 aus Segment ß, D5 aus Mctasegmcnt NW des
Grollen Kornberges (NW-Ecke des f3lattcs).
Darstellung aul' der Basis des Sc’tlMID’Ischen Netzes (flächentreue Azimutalprojek-
tion. untcrcr Teil der Lagcnkugcl); s-Flächenpole = kleine Kreise; Faltenachsen,
Lineare = Kreis mit Kreuz; Klurtpole = Punkt. Die eingezeichneten f%chcnspu-
ren entsprechen dem errechneten Flächcngefügc. Die Spur der Haupt-s-Fläche ist
gestrichelt gezeichnet.
Ortsangaben: DI = I:clsaufschluM in Kalksilikatfcls SE OhcrweiBcnhach, Ii
45.06,08, tl 55.58,13. D2 = Felsen heim Bahnhof Selh in QuarLit-Glimmcrschicl’cr-
(ineis-Wechsellagerung, K 45.09,13, H 55.59,89. D3 = Felsen östlich ßcrnstein-
mühle in Glimmcrschiefcr, K 45.05,72, H 55.60,04. D4 = l-‘elsfreistellung im
Bcrnateintal NW Oherweillenhach in Quarzit, R 45.05,61, H 55.59,49. D5 = Fels-
aufschluß in Waldaht. Hauknack in quarzitisch gehändcrtcm Glimmcrschiefer
(I;raucnhachschichten). R 45.00.65, H 55.61.97.

91
7.2. Tektonik der Granitkörper
(GEI~HAR~ISrerrNtx)

7.2.1. Form der Granitkörper

Die beiden im Blattgebiet angeschnittenen Granitmassive untcrschciden


sich nicht nur im Alter und in der Petrographie, sondern allem Anschein
nach auch in ihrem räumlichen Verhalten.
Das Massiv des Großen Kornberges durfte die Form eines relativ steil-
stehenden Granitstockes besitzen und reiht sich mit den ebenfalls kleinen
Massiven des Waldsteins und Kleinen Kornberges (Blatt Wcißenstadt) auf
einer Südwest-Nordost gerichteten ,,Intrusionslinie“.
Das Porphyrgranitmassiv von WeilJenstadt-Marktleuthcn besitzt dage-
gcn mehr plattenförmige Umrisse und schiebt mit etwa 30” nach Süden
ein. Es wäre denkbar, daß die Kristallisation dcs Porphyrgranits von einer
gleichorientierten Sudetischen Scherfläche ihren Ausgang nahm. Die etwas
jüngere Platznahme des Selber Granits folgt nicht diesem Schema, son-
dcrn scheint mehr diskordant steil aus der Tiefe aufzudringen.

7.2.2. Regelungs-, Kluft- und Störungsgefüge im Massiv von Weiltenstadt-


Marktleuthen (Porphyrgranit, Holzmühl- und Selber Granit)

Der Porphyrgranit IäIJt in weiten Bereichen eine Parallelregelung der


Kalifeldspat-Einsprenglingc (oder eine Tendenz hierzu) erkennen. Die
KF-Längspinakoidc ordnen sich im wesentlichen der SW-NE-Richtung
ein, d.h. dem Hauptstreichen der Schicht- und Schieferungsverbände in
den Mctascdimcnten (Abb. 5). Soweit aus dem Anstehenden ersichtlich,
fallen die Fcldspsttafeln nur selten parallel zum Einschieben dcs Granit-
kiirpcrs nach Süden bzw. Südosten ein, sondern überwiegend nach Nord-
westen. Dieses Verhalten fällt besonders im südöstlichen Blattbereich auf.
Es besteht hier eine auffallende Parallelität mit dem Haupt-s-Gefüge der
groljcn Metasedimentschollen im Raum Neuhaus.
Das Kluftgcfüge weist bei Vorherrschen SE-NW gerichteter Klüfte
eine beachtliche Variabilität auf (vgl. Kluftdiagramme DI-D32 in Abb. 18
-23, sowie Beilagt 4). In der Regel kreuzen sich zwei oder mehr * ortho-
gonale, steilstehende Systeme, wobei in den einzelnen Aufschlüssen häufig
nur Ausschnitte des Gesamtinventars zu sehen sind. Die Klüftung ist in
der Nachbarschaft von Störungen engschariger und um lokal ausgebildete
Scherflächen erweitert. Im Normalfall ist die Klüftung im gröberen Por-
phyrgranit GI relativ weitständig (Kluftabstand m bis einige m) und im
kleinkörnigen Selber Granit GIS enger gesthart (dm bis wenige m). Die
flach liegenden Lagerklüfte sind mehr oder weniger oberflächenparallel.

92
wobei allerdings im Bereich der tertiären Rumpffliichcn oft sehr unrcgel-
mäDigc Absondcrungsiugcn ZLI beobachten sind.
In viclcn Aufschlüssen kiinncn H a r n ist h f I iic h c n beobachtet wcrdcn,
dcrcn Kiefung Hinwcisc auf den Sinn der Kelativbcwcgungen erlauben.
1111 Steinbruch IHolzmühl (li 4501,88; H 555155) ist an SE-NW strcichen-
den Harnischflächcn der NE-Flügel überwiegend nach NW verschoben, in
einem Einzelfall nach SE. Im Steinbruch ßibersbcrg (K 4501,15; H
5553,90) ist der Ostflügel an einer SSW-NNE3 strcichcndcn Harnischfliichc
nach Norden versetzt. Die Harnische sind meist mit dünnen Mylonit- und
Quarzbcstegcn versehen.
Die karticrbarcn Stiirungcn sind ESE--WNW bis SE-NW gerichtet
LIII~ mit Zerrüttung, Kataklasc bis Mylonitisicrung, teilwcisc auch mit hy-
drothcrmalcn Veränderungen dcs Granits verbunden (siehe Kap. 4. I ,6.),
Vor allem im Wcstcn dcs ßlattgebictcs sitzen bis mchrcre m mächtige
Quarzglinge den Störungsstrukturen auf. Der ßcwegungssinn der Störun-
gen IäDt sich zum Teil an der Ficdcrstruktur der Porphyrglnge ablesen:
Der NE-Flügel ist hier nach Nordwesten verschoben. Die vertikale Kom-
poncntc der Relativbewegungen kommt dort zum Ausdruck, wo im NE-
Flügel Sclbcr Granit herausgehoben ist.
Vor allem in den aufschlullloscn Bereichen des Selber Waldes ist ein
Wcitervcrfolgen der am nördlichen Massivrand sichtbaren SE--NW-Stö-
rungen nicht möglich. Doch kann angcnommcn werden, daU das ganze
Granitmassiv von diesen scgmenticrenden Störungen in 0,5 bis l,3 km
breite Schollcnstreifcn zcrlcgt ist.
Die von den Porphyrgängcn belegte SSEGNNW bis N--S strcichendc
Struktur (vgl. fhTrNEl~ 1959) geht auf eine altere postsudetischt Anlage
zurück. Diese kommt auch im Kluftnetz deutlich zum Ausdruck. Die jün-
gerc diagonal durchgrcifendc Schollentektonik verursachte das ficderför-
mige Aufweiten der ältercn Struktur. Die gleichzeitige Füllung durch das
anatektischc, rhyolitische bis rhyodazitische Magma kann mit dem übri-
gen Porphyrmagmatismus Nordostbayerns in eine Phase gestellt werden,
wodurch die Einstufung ins ohcre Unterrotliegende angenommen wcrdcn
kann.

7.2.3. Regelungs-, Kluft- und Störungsgefiige im Massiv des Grollen


Kornberges

Korngcfügeuntersuchungcn wurden bisher Icdiglich am Kerngranit aus-


geführt (GOEMAN 1970, 1972b). Mit blol~em Auge ist cinc Parallcloricntic-
rung der Mineralkomponenten über den Kleinbereich hinausgehend nur
in scltcncn Fällen crkcnnbar. GOEMAN crfaUtc trotzdem deutliche, wenn
auch komplexe Rcgelungcn, unter welchen die SW--NE-Richtung domi-

93
Abb. 18. Diagramme DI bis D6 der tcktonischen Daten (Klüfte etc.) aus dem Por-
phyrgranit GI. Zeichenerklärung in Abh. 19. Ortsangaben in Kap. 7.2.4.

94
-. I-.

Zeichenerklärung:
. Pole von Klüften
H Pole von [Link]
A Pole von Störungen mit Mylonitisierung und Quarz
o Pole von Strjrungen mit Vergrünungen(ChlorltIsierung1
Y Pole von KIUften mit Gangquarz, bzw. Quarzbestegen
# Pole von KIUften mit Gangquarz und Fe-Vererzurig
A Pole von Aplitgängen
P Pole von Pegmatitgängen
0 Pole von Kalifeldspattafeln
o Pole von Ganggranit (Stbr. Wartberg 1

Abb. 19. Diagramme D7 bis Ill0 der tcktonischcn Daten aus dem Porphyrgranil
G 1. Ortsangaben in Kap. 7.2.4.

95
W-(: . . -;-

D12 b

Abh. 20. Diagramme 111 I bis Dl5 der tektonischen Daten im Porphyrgranit GI
Zeichenerklärung in Abb. IY. Ortsangaben in Kap. 7.2.4.

96
.:..,.-- :. E
w.*...:
c:,
D20 ’ B
Abb. 21. Diagramme Dl6 bis D20 der tcktonischen Daten im Porphyrgranit
Zeichenerklärung in Abb. 19. Ortsangaben in Kap. 7.2.4.
GI.

97
nicrte. Eine Deutung wird sowohl im magmatischen (GOEMAN), als auch
im migmatisch-metasomatischen Sinne versucht (vgl. RICHTER & STETT-
NEK 1979).

Bezüglich der K Iü f tung gelten die gleichen Gesichtspunkte wie beim


Massiv von Weiljenstadt-Marktleuthen (vgl. Kap. 7.2.2.). In den Diagram-
men D33-D44 in Abb. 24-25 und Beilage 4 (Tektonische Übersicht) sind
die in den Aufschlüssen erfaDbaren Verhältnisse dargestellt. Der Kluftab-
stand schwankt von AufschIuM zu Aufschlund. Doch ist dieser im fein- bis
kleinkörnigen Randgranit geringer (meist nur wenige dm) als im mittcl-
körnigen Kerngranit (mehrere dm bis mehrere m). In gestörten Bereichen
sind die Granite stärker geklüftet.
Auch die Segmentierung durch SE- NW streichende Störungen (z. T.
mit Gangquarz) ordnet sich dem übrigen tektonischen Bild ein. Eine mor-
phologische Depression, welche den östlichen Teil des Massivs abtrennt,
ist im Süden durch einen Quarzgang, im Norden durch eine FlieMerde-
mulde markiert. Sie findet im Metasedimentbereich ihre Verlängerung in
einer Störung und in Porphyrgängen. Es kann sich demnach um eine äl-
tere SSE-NNW-Struktur handeln, die im Rahmen der Postgranitischen bis
tertiären Schollentektonik reaktiviert worden ist (vgl. 7.2.2.).

7.2.4. Diagramme der Kluftgefüge von Graniten


(Dl bis D44 in den Abb. 18 bis 25)

Die Darstellung der Klüfte, z. T. auch der Harnische, Quarz-, Aplit- und
Pegmatitgänge sowie der Lage von Kalifeldspattafcln erfolgte auf der
Grundlage der flächentreuen Azimutalprojektion der Lagenkugel (untcrc
Hälfte), dem SCHMluTSChen Netz. In der Tektonischen Übersicht (Beilage
4) ist das gemessene Kluftnetz schematisch eingetragen. Die Meßbereiche
der in Abb. 18 bis 25 zusammengestellten Gefügedaten werden nachstc-
hcnd näher bezeichnet.

Dl Materialentnahme in zergrustem Porphyrgranit G 1, NE Marktleutbcn


R 45.01,70; H 55.55,67
D2 Steinbruch in Porphyrgranit GI, NW Karolinenhain
R 45.02,40; H 55.5 l,90
D3 Materialentnahme in zcrgrustem Porphyrgranit G 1, N Hebanz
R 45.02,90; H 55.43,67
D4 Ehemaliger Steinbruch in Porphyrgranit G 1, Höfersherg W H(ichstädt
R 45.05,50; H 55.51,64
D5 Ehemaliger Steinbruch in Porphyrgranit G 1, BibersbergSE Marktleutllen
R 45.01.13; H 55.53,90

98
DU Steinbruch in Porphyrgranit GI 1 zwischen lIeban/, und Hiichstädt
1145.04.10; I I 55.42.30
D7 fihcmaligcr Steinbruch in Porphyrgranit G 1. E. Selh (E Sommermühle)
Ii 45. I I .hO; H 55.5Y.80
1)8 Steinbruch in Porphyrgranit G 1, Wartberg hei Längcnau
It 45.13.90; H55.60,30
DY Fcl~aufschlull in Porphyrgranit GI am Schlollbcrg bei Neuhaus
K 45.1 1.50; H 55.52.75
DIO FclsaufschluD in Porphyrgranit G I am Zipfelteich SW Neuhaus
It 45. I 1.20; H 55.5 l,50
Dl I Stral3cncil7schnitt in Pirphyrgranit GI SE Silberhoch
K 45.12.70; H 55.53,XO
D12 ~~elsaufschlull in Porphyrgranit GI NW KönigsmühlelIigertal
K 45.12,YO; H 55.52310
Dl3 t’clsaufschlul~ in Porphyrgrnnit G 1 im Egcrtal SW Silhcrbach
K 45. I 1,20; I-1 55.54.26
D14 I~clsaufschlulJ in Porphyrgranit GI im Egcrtal S Silberbach
K 45.12.15; H 55.53.90
D15 Scitc 85 Dl5 FclsaufschlulJ in Porphyrgranit G I im [Link];d N Neuhaus (Ilgcr-
rangen)
II 45.12,55; H 55.53.00
Ul6 Felsaufschlull in Porphyrgranit G I auf dem Cirolkn Hcngsthcrg
Ii 45.13,55; H 55.54,65
Ul7 Felsaufschlul~ in Porphyrgranit G I E Hohenberg a.d. Eger (S Confinhaus)
K 45.16,35; H 55.51,50
DIX Fclsaufschlull in Porphyrgranit GI zwischen Masse- LI. Konigs-Mühle. N der
Eger
K 45.13,70; H 55.52,58
DIY Wie DIX, S der Eger
K 45.13,67; H 55.52,50
D20 Fclsaufschlul~ in Porphyrgranit GI E Massemühle. N u. S der Eger
li 45.14,32; H 55.52,36 und Ii 45.14.28; H 55.52,40
D2l L:hcmaliger Steinbruch in Holzmühl-Granit G IH. Holzmühl
K 45.01,88; kl 55.51.55
D22 Steinbruch-Versuch in Holzmühl-Granit GIH, N Holzmühl
R 45.01,YO; H 55.5 1.62
D23 Ehemaliger Steinbruch in Selber Granit <i IS NE Wadenhammer
It 45.04.34; H 55.54,34
D24 Steinbruch-Versuch in Sclbcr Granit GIS SW Koiscrhammcr
li 45.05,30; H 55.54.00
D25 Bahneinschnitt in Sclbcr Granit G IS NE Sehwarzenhammer
K 45.07,25; H 55.55,YO

99
N

W E

W -- I E
l

Abb. 22. Diagramme D21 bis D26 der tcktonischen Daten im Holzmühl-Granit
G IH und im Selber Granit GIS. Zeichenerklärung in Abb. 19. Ortsangaben in
Kap. 7.2.4.

100
D29 ‘4’

D31 5
Abb. 23. Ihgrammc D27 bis D32 der tektonischcn Ihtcn im Sclbcr Granit GIS.
Zcichencrklärung in Abb. Ic). Ortsangaben in Kap. 7.2.4.

101
1126 Bahneinschnitt in Seiber Granit GIS W Hohcmnühle
K 45.06.35; H 55.53,80
D27 Ehcmnligcr Steinbruch in Selber Granit GIS E Silberbach
K 45.12,30: H 55.54.75
1128 Ehemaliger Steinbruch in Selber Granit G 1s bei Häusellohe SE Selb
K 45.12, IO; H 55.57.75
D2Y Ehemaliger Steinbruch in Selber Granit GIS S Leupoldshammcr
K 45.08,90; H 55.54,48
1130 F’elsaufschluM in Selber Granit GIS NW Leupoldshammcr
Ii 45.08,70; H 55.54.80
D3l 1:clsaufschluM in Selber Granit GIS und nufgclassener Steinbruch NW Forst-
haus Wellcrthal
It 45.10.20; H 55.54,50
1132 FelsaufschluD in Selber Granit 0 IS ESE WellerthaI
R 45.1 l,OO-10; H 55.54,20
1133 FclsaufschluO in Randgrxiit G2 um Ruine Hirschstein, W Gr. Kornberg
I< 45.00.20; H 55.60,20
1134 Fclsaufschlul~ in Randgnmit G2, Wellersherg, SW Gr. Kornberg
K 45.00,14; H 55.58,48
1135 Fclsaufschlul~ in Randgranit G2, Waldaht. Birkenfleck, S Gr. Kronberg
R 45.0 I ,70: H 55.59.20
1136 FclsaufschluM in Randgranit G2, Dürrer Stein, E Gr. Kornberg
R 45.03,50; H 55.60,98
D37 Materialcntnahmc in verwittertem Kerngranit G3, SSE Vorsuchhütte
R 45.02.70: H 55.59,50
D38 Ehemaliger Steinbruch und F‘elsaufschluB in Kerngranit G3, Waldahtcilung
Hirschbrunnen und E Dürrer Stein, E Gr. Kornberg
It 45.03,65; H 55.6 l,O7
1139 Ehemalige Steinbrüche im Kerngranit G3, am Hauknack NW Gr. Kornhcrg
Ii 45.00.40; H 55.6 l,50
1>40 Ehemaliger Steinbruch in Kerngranit G3. Hirschstein, W Gr. Kornberg
R 45.00,15; H55.60.50
D4l Ehemaliger Steinbruch im Kerngranit G3, Ncudcshcrg, SW Gr. Kornberg
R 45.00,90; H 55.59,94
D42 Ehemaliger Steinbruch in Kerngranit G3. Birkenfleck (Waldabteilung Stcin-
viertel). S Gr. Kornberg
li [Link]; H 55.59.12
D43 Steinbruchversuch in Kerngranit G3, SSW Ruine Hirschstein
R 45.00,02; H 55.59.45
D44 Ehcmaligcr Steinbruch im Kerngranit Typ Wolfsgarten G3W, Waldabteilung
Wolfsgarten, SW Gr. Kornberg
It 45.00,63: H 55.58.68

102
-1

N N

. .
. .

:‘; . . *

**. *
l
w . ., E W- E

:
:
-
oci
D37 s D38 S

Abh. 24. Diagramme D33 bis D38 der tektonischen Daten im Randgranit G2 und
Kcrngranit G3 des Grollen Kornberges. Zeichenerklärung in Abb. 19. Ortsangaben
in Kap. 7.2.4.

103
E W E

Abh. 25. Diagramm D39 bis D44 der tcktonischcn Daten aus dem Kerngranit G3
dcs Grden Kornhcrges. Zeichenerklärung in Abh. 19. Ortsangaben in Kap. 7.2.4.

104
7.3. Tertiäre, landschaftsgestaltende Schollenbewegungen
Hinwcisc auf jungplioziine(?) Schollentcktonik geben Höhenrücken, die
sich LILIS der vorhcrrschcnden altpliozänen Rumpffläche in 550-600 m
Höht crhebcn. Es sind dies im NW das Kornbergmassiv, im NE der Hö-
hairücken von Plößberg bis zum Wartberg bei Liingenau und im SE der
vom Egcrtal durchbrochene Rücken mit dem GroDcn und Klcincn
Hengstberg sowie dem Stcinbcrg im Süden. Auf den schollenartig heraus-
gehobenen Rücken finden sich Vcrcbnungs- bzw. RumpfflSchenrcste dcl
altpliozänen Landobcrflächc. Am Grollen Kornberg zeichnen diese Altflä-
chenreste in Höhenlagen zwischen 580-820 m Höhe mitsamt den rahmcn-
artig umgebcndcn Versteilungsbereichen ein Schollenmosaik. Die mor-
phologisch wirksamstcn Störungen sind jeweils am FuO der steileren Ge-
ländekanten zu suchen. Sie fanden in der Karte selbst keine Darstellung,
da ein gcologischcr Nachweis schwierig ist.
Ältere tcrtiärc Tektonik, die heute morphologisch nicht mehr zum Aus-
druck kommt, ja zum Teil durch jüngcrc Hebungen übcrkompcnsicrt ist
(Stcinbcrg), ist aus der Verbreitung tertiärer Scdimcntc (Tcrtiärsenkc NW
GroDwcndcrn-Nicderlamitz) und der flächigen Verbreitung ticfgründigct
Vcrwittcrung abzulesen. Dagegen ist die allcrjüngstc Einbruchsphase des
benachbarten Egercr Beckens nur indirekt aus der Erosionswirkung det
Eger abzuleiten.

8. Geophysikalische Untersuchungen
(KUI~T BADER*)

8.1. Spezielle geophysikalische Messungen

Refaktionsseismische und geoelektrische Erkundung der Felstiefe im Bc-


reich von älteren Landoberflächen zwischen Schönwald und Steinselb
östlich von Steinselb wurden 3 seismische Profile und westlich und
nördlich Brunn 10 seismische Profile und 12 geoelektrische Tiefensondic-
rungcn ausgeführt. Es ergaben sich meist geringe FlieDerde und Zcrsatz-
mächtigkeiten von 5-10 m. Lediglich ca. 1 km nördlich von Brunn wurden
15 m gemessen. Unter der FlieDerde und Zersatzdecke ist meist eine IO bis
40 m mächtige Zone der Kleinzerklüftung vorhanden, welche noch be-
reichsweise Verwitterungserscheinungen aufweist. Die grö[Sten Tiefen dic-
ser Zone, zugleich mit dem stärksten Grad der Verwitterung und dem aus-

-
*) Anschrift des Verfassers: Dipl.-Gcophysikcr Dr. Kuivr UADER, Bayerisches
GeologischesLandesamt, Hellstralle 128,8000 München 40.

10.5
gcprägtesten Relief des (unverwitterten) Felsuntergrundes finden sich
ebenfalls im Gebiet I km nördlich Brunn, im Bereich einer vermuteten
tektonischen Störung.
Es kiinnen folgende Geschwindigkeits- und spezifischen Widcrstandsbe-
reiche dem Verwitterungsprofil zugcordriet werden:

km/s Sm
obcrc Lockerzone, 1-3 m 0,345 IOO- 800
Zersatz, FlicMerden, über der GWO 0,s1,2 IOO- 400
Zersatz, Fließerden, unter der GWO 1,4-1.8 IOO- 400
Fels, kleinzerklüftet, bereichsweist verwittert 2,0-3.0 200- 800
Fels, kleinzerklüftet 3,0-3,5 400-2000
Fels, unvcrwittcrt 3,54,5 2000

Aus dieser Zusammenstellung ist zu entnehmen, da13 die Grenze FlicM-


crdcn und Zersatz zu Fels mit Kleinzerklüftung besser mit der seismischen
Methode und die Grenze zwischen kleinzcrklüftetcm und angewittertem
zu unverwittertem Fels besser mit der geoelektischen Methode zu erfassen
ist.

8.2. Regionale Untersuchungen

Tiefenseismische Messungen wurden längs eines Profils zwischen


den Sprcngpunkten Mauthausen (Frankenwald) und Böhmischbruck
(Oberpfälzer Wald) ausgeführt. Dabei ergaben sich über dem Fichtelge-
birgsgranit Verspätungen der in der kristallinen Oberkruste gelaufenen
Wellen, die durch eine geringere Geschwindigkeit des Altpaläozoikum-
Granit-Gebietes bis in etwa 5 km Tiefe von im Mittel 5,5 km/s verursacht
wird. Die nordwestlich und südlich angrenzenden geologischen Einheiten
der Münchbergcr Gneismasse und des Oberpfälzer Waldes bcsitzcn im
Bereich der oberen 5 km eine um 0,5 km/s gröDere Geschwindigkeit (PC.
XRS 1975). Zwischen 7 und 20 km Tiefe sind Zonen mit geringerer Ge-
schwindigkeit vorhanden. die im Bereich des Fichtelgebirges von West
nach Ost an Intensität zunehmen. In etwa 30 km Tiefe liegt die Mohorovi-
CC-Zone mit einem starken positiven Geschwindigkeitsgradienten, welche
definitionsgemäß die Erdkruste vom Oberen Erdmantel trennt (GIKSE &
[Link] 1971, Pmas 1975).
Über den markanten Sc h wc reabfall vom Frankenwälder Paläozoikum
(mit Münchberger Gneismasse) zur Fichtelgebirgszone (Blattgebiet) wur-
den mchrcre Schwereprofile gemessen, die teilweise in das Blattgebiet hin-
einreichen. Für die damit verbundenen Modellrechnungen wurden für
den Granit Dichtewerte von 2,6 g/cmj im Gegensatz zu den Gesteinen der

106
Frankcnwälderzonc von 2,7-3,0 g/cmJ angenommen (PLAUMANN 1980,
PKrtxs 1975). Auf dem Blattgebiet selbst ist ein Schwereabfall nach Osten
vorhanden.
Die Acromagnetische Vermessung von Deutschland (BUNDESAN-
srA1.r IXJK CJI:OWISSENSC‘I~IAI.,~T-NUND Rot+sTtrr:t:t: 1976) beriihrt das Blatt-
gebiet nur am Westrand. Die dort angetroffenen Anomalien liegen über
den präordovizischcn Glimmerschiefcrn und den angrenzenden Granitgc-
stcincn und können auf einen geringen Magnctitgehalt der praordovizi-
sehen Gestcinc zurückgeführt werden.

9. Hydrogeologische Hinweise

Die Wasserführung cles Untergrundes ist abhiingig vom Porengefügt. den Wcg-
samkcitsvcrhiiltnissen und den Wasserzufuhren von tlcr Oberfläche. Wlihrentl der
oberflächliche Wasserhaushalt relativ leicht me0har ist (Nicderschl&ge, Verdun-
stung. AhflulJ). kann der dcs Untergrundes jeweils nur lokal rlurch Hohrungen cr-
fallt werden.

Die mittlere jährlicht Niederschlagshöhe (vgl. KEIW 1954 und Zusam-


menstcllung der Bayer. Landesstelle für Gewässerkunde 1971) liegt auf
dem Blattgebiet zwischen 650 und 800 mm. Im Regenschatten den westli-
chen und nordwestlichen Fichtelgcbirges nimmt sie von West nach Ost ab.
Die mittlere jährlicht Verdunstungshöhe schwankt zwischen 400 und 450
mm, woraus sich die mittlere jährliche AbfluBhöhc von 200 bis 400 mm
ergibt. Die AbfluDspenden betragen zwischen 6 und 10 l/skm3.
Die Oberflächenentwässerung gehört überwiegend zum Einzugssystem
der Eger. Nur die Nordwestflanke des GroBen Kornberges und ein kleines
Gebiet östlich Schönwald werden zur Sächsischen Saale hin entwässert.

9.1. Grundwasser

Von einer gewissen Tiefe an, dem Grundwasserspiegel, sind alle kom-
muniziercndcn Porenräume, Klüfte und sonstigen Lockerzonen von Was-
ser erfüllt. In den Talräumen liegt dicscr Grundwasserspiegel meist nur
wenige dm unter der Obcrflächc. Er steigt, in Abhängigkeit von der gcrin-
gen Fließgeschwindigkeit dcs Wassers in den anstehenden Gesteinen,
etwas flacher als die Morphologie, auch in gröfierc Höhen. Selbst am Gip-
fcl dcs Großen Kornberges (826,72 m) dürfte der Grundwasserspiegel nur
wenige IOer von Metern tief liegen. Der höchstgelcgenc ganzjährlicht
Quellaustritt liegt hier in 770 m Höht.
Die Wcgsamkeit dcs Grundwassers ist in erster Linie vom offenen
Kluft- und Störungsraum abhängig, die Spcichcrfähigkeit allgemein vom

107
offenen Porenraum. Während die unverwitterten Gesteine nur im Kluft-
und Störungsgefüge gewisse Wegsamkeiten für den WassernachfluM bei
der Entnahme besitzen, haben die im Tertiär tiefgründig verwitterten Kri-
stallingesteine durch die Entfestigung des Korngefüges eine zusätzliche
Speicherfähigkeit erhalten. Es sind dies vor allem die Granite und granito-
idcn Gneise, wobei die mit gröberem Korn im allgemeinen tiefgründiger
verwittert sind und entsprechend ausgedehnterc Speichermöglichkeiten
bieten. In Störungszonen der Granite reicht auch die tertiiirc Verwitterung
meist tiefer hinab, weshalb hier die besten Möglichkeiten für Grundwas-
sererschliefjung sind.
Im Porphyrgranit und im Selber Granit stehen eine Reihe von Brunnen-
bohrungen (vgl. Kap. 13), die derartiges Grundwasser crschlicBen. Im in-
ncren Stadtbereich von Selb existieren älterc Wasserstollen, die bis zu
einer L:inge von 250 m in den Granit getrieben sind.
Im Bereich des Basaltvulkanismus herrscht in der Regel auch in Stö-
rungsbereichen und an den Klüften eine tonige Gesteinszersetzung, wcl-
ehe sich negativ auf die Speicherung und Wegsamkeit des Grundwassers
auswirkt.
In den Glimmerschiefer- und Paragneis-Arealen sind wohl im Raum
Sclb relativ ausgedehnte Areale mit tiefgründiger Verwitterung vorhan-
den. doch überwiegt hier der tonig-glimmerige Zersatz, der wenig offenen
Porenraum für Wasser und dessen Migration bietet. AuBcrhalb dieser Be-
reicht ist die ErschlieMung von Kluft- und Störungswasser mit sehr unter-
schiedlicher Ergiebigkeit möglich (Brunnenbohrungen der Städte Sclb und
Schönwald).

9.2. Quellwässer in Zusammenhang mit pleistozänen Decken des


Großen Kornberges

Im Gebiet des Gr. Kornberges konzentrieren sich 30 Qucllcn in einer


Höhenlage zwischen 615 und 730 m. Interne Htiufungen befinden sich
zwischen 700 und 730 m, 670 und 690 m sowie zwischen 615 und 630 m.
Ein groljer Teil dieser Wasseraustritte wird von obcrflächcnnahen Hang-
wasserzügen gespeist, die innerhalb dcs hangparallelen Fließcrdegcfügcs
abflieljen. Der Anteil von Niederschlagswasser mit relativ kurzer Vcrwcil-
dauer in oberflächennahen Bodenhorizonten ist nicht unbeträchtlich. Die
Austrittsstellen markieren häufig die Stirnseiten von Flicßerdedecken.
An der Nordflanke des Großen Kornberges sind cinc Rcihc von Quel-
Icn für die Wasserversorgung der Stadt Hof gef&.

108
9.3. Hydrochemische Untersuchungen
Diese Angaben beruhen auf Untersuchungen, die 1977 von der Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe durchgeführt und im Bereich Nr. 64 dcs Reiera-
tcs 4.12-BGR-Hannover über ,,Hydrochemische Untersuchungen im Fichtclgcbirgc
und Steinwald lY77“, H. FAUT~I, Hannover 1978. enthalten sind.
Die Darstellung der Analysen in Abb. 26 und Beilage S zeigt Unter-
schiede zwischen den Granitgebieten und Metasedimentbereichen ciner-
sei& und in etwas stärkerem MaMc zwischen Waldgebieten und landwirt-
schaftlich genutzcn Flächen andererseits. Im übrigen handelt CSsich um
weiche. ja, überwiegend um sehr weiche Wässer. Herausfallend aus
diesem Schema ist das Wasser des Röhrenbrunnens (227), welches auf
Grund dcs höheren HCO,- und Mg-Gehalks (PH-Wert 8) als mittelhartes
Calcium-Magnesium-Hydrogenkarbonat-Wasser zu bezeichnen ist, Es
steht geologisch in Verbindung mit Basalt und tcrtiärcn Ablagerungen,
Die p H-Wert c weisen in den Granitgcbicten durchschnittliche Werte
um 5,9 auf (Min. 4,2). in den Mctasedimentbereichcn um 7,2. Die S u l f a t-
gehalte zeigen in beiden Bereichen ebenfalls beachtliche Unterschiede. Im
Mctasedimentbcreich (mit intensiver Landwirtschaft) liegen diese im
Durchschnitt bei 17 mg/l, in den landwirtschaftlich genutzten Granitge-
bieten bei 27,5 mg/l. Wesentlich höhere Sulfatgehalte besitzen die Wlisser
in bewaldeten Granitgebieten mit durchschnittlich 56 mg/l (max. 65,5). Es
ist dabei zu bemerken, daß es sich hier um Oberflächenwässer handelt,
oder um solche, die nur eine kurze Verweildauer in oberflächennahen Bo-
denschichten hatten. Dagegen heben sich Quellwässer ab, die aus dem
Grundwasser gespeist werden (,,Bergwasser“ des GrolJcn Kornberges). Sic
führen nur IO-15 mg/l SO,.
C h I o r i dgehalte über IO mg/l sind fast ausschlieBlich an die Gewässer
in landwirtschaftlich genutzten Flächen gebunden (IO-30 mg/l). Die Wäs-
scr (und Quellwässer) der Waldgebiete besitzen Chloridgehalte zwischen 4
und IO mg/l. Erhöhte F I u o r idgchalte besitzen erbohrte Wässer aus einer
Störungszone bei Spielberg, am Fulbe des Kornberges (Mitteilung des
Bayerischen Landesamts für Wasserwirtschaft, München). Diese Störungs-
zone durchsetzt das Kornbergmassiv in SSE--NNW-Richtung.
Die niedrigen Gehalte an den übrigen Nebenbestandteilen der
Wässer aus Granitgebieten sind für deren Gebrauchswert als günstig an-
zusehen: Bei Fe++ liegen 60% der Proben unter 0,2 mg/l, bei Mn++ 75%
unter 0,I mg/l, bei NH,+ 75% unter 0,l mg/l, bei HPO, 70% unter 0,l
mg/1 (25% unter 0,2 mg/l) und bei NO,- alle Proben z. T. weit unter 0,I
mg/l.
Die Gehalte an freier K oh I ensäu re liegen in den untersuchten Wäs-
sern weitflächig zwischen 1 und 7 mg/]. Darüberhinaus erhöhte Werte
8-25 mg/l) sind zum Teil linear (SE-NW) angeordnet, ohne jedoch mit

109
lOOmval%

+ Wässer aus Granitgebieten


x 1, y Gneisgebieten

n sa A
HC03 40 80 Cl-+NOj
lOOmval% lOOmval%

f
Mg++

+
++++x:+ +
+x +++ xx
Xf ++H x+ x +
+

A
Ca++ 60
lOOmval% lOOmvat%
Abh. 26. Dreiecksdarstellung der Haupthestandteilc in den untersuchten Wässern
des ßlattgehictes, untergliedert in solche aus Gnwitgebietcn (+ ) und aus Mctamor-
phithereichen (x).

I IO
kartierten Störungen zusammenzufallen (210, 2 12, 216, und 199 auf Bci-
lage 5).
En den landwirtschaftlich genutzten Metasedimentgebieten können 30%
der untersuchten Wasserproben (Oberflächenwässer) als anthropogen
leicht contaminiert gelten (Düngung), während die übrigen im Cebrauchs-
wert als günstig betrachtet werden können.

10. Nutzbare Gesteine


(GERHARD STETTNER)

10.1. Granite

Die Gcsteinsindustric stellt im Fichtclgcbirgc auch heute noch einen


wichtigen Wirtschaftszweig dar, auch wenn nur noch zum geringsten Teil
cinheimischc Granite verarbeitet werden. Doch verdankt diese Industrie
ihre Entstehung den Granitvorkommen. Der Granit wurde schon seit dcl
Bcsicdclung als Baustein verwendet (BERCMANN 1948). Man verarbeitete
zunächst den Blockschutt, wo man ihn nahe bei der EIantI hatte. Blockan-
sammlungen und anstehende Felspartien wurden auch dann noch fast
ausschließlich verarbeitet, als der regellosen Granitgewinnung durch eine
Verordnung des Bayrcuther Markgrafen Georg Wilhelm im Jahre 1721
ein E:nde gemacht wurde. Den Abbau unterstellte man nun den Eierg-
ämtern. Diese verliehen die Grubenfelder, welche von ,,Gewerkschaften“
ausgebeutet werden sollten. Diese Wirtschaftsstruktur der steinbrechenden
Unternehmen besteht bis heute, selbst wenn derzeit im Blattgebiet kein
Granitsteinbruch mehr betrieben wird. Ein Großteil der Granitsteinbrü-
che ist schon seit langem, wenige wurden erst in den 50 Jahren aufgelas-
sen. Die Lage der alten Steinbrüche ist durch topographische Signaturen
gekennzeichnet. E:ine Anzahl von Steinbrüchen und sonstigen Granitauf-
schlüssen ist in Kap. 7.2.4. aufgeführt.
Steinbrüche im Porphyrgranit bestanden nur an der Westflankt
des Bibersberges (E Marktleuthcn) und am Höfersbcrg westlich Höch-
städt. Dieser Werkstein war jedoch wegen des unregelmäßgen Gefüges
und Bruches nicht so geschätzt, um größcrc Stcinbruchbetriebc cntstchen
zu lassen.
Steinbrüche im Holzmühl- und Selber Granit existierten in
einer größeren Anzahl, da diese mittel- bis kleinkörnigen Gesteine besser
für die örtlichen Bauzwecke zu bearbeiten waren.
Steinbrüche im Kerngranit des Grollen Kornberges lieferten die am
meisten genutzte Varietät der Fichtelgebjrgsgranite, mittel- und gleichkör-
nige, gelblichgraue Gesteine.

111
,,Sandgruben“ in grusig-sandig zerfallendem, verwitterten Granit:
Wegen dcs Fehlens entsprechender Lockergesteine stellen solche zum Teil
flächig ausgcdehntcn und einige Meter in die Tiefe reichcndcn Entfcsti-
gungen Möglichkeitn zur Entnahme von Schüttmaterial dar.

10.2. Basalt

Verschiedene Basaltvorkommen des Blattgcbictes sind in früheren Jah-


ren nahezu ganz oder teilweise abgebaut worden: der Basalt dcs Stcinebcr-
ges bei Längenau, Basalte am Wartberg bei Längenau, die Höhe 616 m
SW Thierstein und der Schloßberg bei Neuhaus. Der Umfang der noch
bcstehcnden Vorkommen ist für moderne Abbaumethoden zu klein und
unwirischaftlich.

10.3. Ziegeleirohstoffe

Vor allem die kalksilikatischen Gneise westlich Selb sind zum Teil tief-
gründig verwittert. Dieser lehmige Gesteinszersatz wurde niirdlich Mittel-
weißenbach längere Zeit für die Ziegelherstellung genutzt. Stark schwan-
kcnde Mächtigkeiten und Zusammensetzung verhinderten jedoch eine
weitere Nutzung.

11. Die Böden


(GUSTAV R~CKI:KT*)

Das Gebiet des Blattes Selb/Schönberg wird beherrscht von einem aus-
gedehnten Granitmassiv südlich der Linie Selb~Marktleuthen. Seine Rük-
ken und Kuppen sind zwischen 530 und 600 m hoch und steigen im Ho-
henberger Forst über 600 m an. Auffallend ist in diesem Gebiet eine gc-
wisse Talasymmetrie, die durch periglazial-solifluidale Vorglinge entstand.
Die nach Westen und Süden geneigten Hänge sind relativ steil, während
die nach Norden und Osten geneigten Hiingc allmählich abfallen. Ein
breiter Streifen von mehreren Kilometern Breite, bestehend aus Glimmcr-
schiefern unterschiedlichen Alters und wechselnder Mineralzusammenset-
zung, schließt sich nach Norden an. Im Nordwesten beherrscht der GroDe
Kornberg mit 826 m NN weithin das Landschaftsbild. Er besteht ebenfalls
aus Granit und stellt die größte Erhebung des Blattgebietes dar. Der tiefste
Punkt liegt östlich von Hohenberg im Tal der Eger, die das Blatt in voller
Länge durchflielJt. Alle Wasserläufe des Raumes ziehen der Eger zu. Im

*) Anschrift des Verfassers: Dr. GUSTAVWICKLXT, BayerischesGeologisches


Landesamt, HeMstralJe128,8000 München 40.

112
Kcgenschattengcbiet dcs Fichtelgebirges gelegen, nehmen die Niedcr-
Schläge auf dem Blatt Selb/Schönberg nach Osten von ca. 800 mm bis auf
650 mm im Jahr ab. Allein die Gipfellage dcs GroDen Kornbergs weist
eine durchschnittliche Jahresniederschlagsmengt von 850 mm auf. Die
Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 5-6” C. Geländcgcstaltung und
Bodenausgangsmaterial bestimmen in starkem MaBc die Bodenbildung.
Die alten, ursprünglich vorhandenen, tertiären Bodenrelikte, wie sie
BKUNNACKER (1958) in den Erläuterungen zu Blatt Nr. 5738 Kehau he-
schrieben hat, sind infolge pcriglazialen BodenflieMcns aus den höheren
Lagen erodiert und gelangten zum Teil in den weiten Talurigen zur Abla-
gerung, zum Teil wurden sie in den Bächen und Flüssen abtransportiert
vgl. Kap. 6.1.). Ein eindrucksvolles Bild bitten die flachen Unterhang- und
Hangfualagen dcs GroBen Kornbergs, deren Fließerdeanh:iufungen,
durchsetzt von zahllosen Granitblöckchcn untcrschicdlichster GröDe, das
ganze Massiv umsäumen.
Die Landschaft ist von pleistozänen Deckschichten überzogen. Die
oberste, normalerweise spätpleistozäne, wird in -f starkem Ma0 von einer
Schluffkomponente geprägt. Ihre Mächtigkeit nimmt hangaufwärts und
auch bei steiler werdender Geländeneigung ab. Zugleich wächst der Anteil
an frischem Gesteinsmaterial im Boden und in den Schuttdecken des Un-
tergrundes. In den Hochlagen selbst liegen meist reine Gesteinsverwitte-
rungsböden in sehr geringer bis mittlerer Mächtigkeit vor. Felsfreistellun-
gen sind nur selten und beschränken sich dann auf die Gipfellagen.
Die Talschlüsse sind vielfach dellenartig ausgeformt und mit holozä-
nem, fluviatilem Sediment gefüllt. Dieses Material ist nicht immer leicht
von den älteren periglazialen solifluidalen Ablagerungen im Liegenden zu
unterscheiden.
Somit besteht das Ausgangsmaterial für die Bodenbildung auf dem
Blatt Sclb/Schönberg aus vorwiegend basenarmen, silikatreichen Gestei-
nen. Auf den Graniten entstanden steinige, grusige und lehmig-sandige
Böden. Ihnen gleichzustellen sind die Böden aus Quarzphyllit. Wesentlich
bindigcr (*sandige Lehme), wenn auch ebenso steinig und grusig, sind
die Böden auf Glimmerschiefer. Steinige, schluffreiche L,ehmböden ent-
wickelten sich auf den pleistozänen Blockschuttdecken des Basalts. Im
übrigen korrespondieren die pleistozänen und holozänen Ablagerungen in
ihrer petrographischen Zusammensetzung mit den Bodenausgangsmatc-
rialien ihres Herkunftsgebietes. Sie bestehen aus Schottern, groben und
feinen, *lehmigen Sanden mit wechselndem Glimmcrgehalt oder aus
sandigen Lehmen.
Der Feinbodenanteil der pleistozänen Deckschichten ist im Vcrglcich zu
den jeweiligen reinen Gcstcinsverwitterungsbodcn beträchtlich höher.
Dies trifft vor allem auf ackerbaulich genutzten Flächen zu. Hier wurde

113
die schluffig-lehmige Auflagt, die auch in erosionsgeschützten Lagen nur
in scltenen Fällen mehr als 30 cm Mächtigkeit aufweist, durch Bodenbear-
beitung und Bioturhation mit den tieferen Schichten vermischt. Unter
Wald kann das Vorhandensein dieser Deckschichten häufig nur noch in
den 2-5 cm mächtigen Ah-Horizonten anhand ihres höheren Schluffan-
teils nachgewiesen werden. In den mächtigen Akkumulationslagen der
Fließerdehcreiche ist das sehr erosionsanfällige schluffig-lehmige Boden-
material in besonders starkem MaMe bei relativ geringem Steingehalt an-
gereichert.
In den Senken südlich und südöstlich von Selh entstanden in gröljercr
Verbreitung Moore, die sowohl den Hochmooren, den Übcrgangsmoorcn
und den Niedermooren zuzuordnen sind (vgl. Kap. 6.2.2.).
Bodentypologisch sind die Böden des Blattgcbictes im tcrrcstrischcn Be-
reich zu den Sauren Braunerden zu stellen. Beispielt von Braunerden auf
Granit wurden von BKUNNACKEK (1958), KOIIL (1964) und NJCKEICT
(1965, 1977) in den Beiträgen ,,Die Böden“ ZLI den Erläuterungen zur Geo-
logischen Karte von Bayern 1:25 000 der Blätter Nr. 573815789 Kehau,
5837 Weidenstadt, 6038 Waldershof und 5936 Bad Berneck hinlänglich
beschrieben.

Profil 1: K45 05 140, H 55 62 260


SW Schönwald; Südhang 4”; Acker
Ausgangsmaterial: pleistozän schwach umgelagertes Verwittcrungsmate-
rial des Muscovit-Quarzits (Schutt)
Bodentyp: Braune rd e mittlerer Entwicklungstiefe
O- 20 cm schwarzgrauer (10 Y R 3/4), humushaltiger, steiniger,
stark grusiger, glimmerhaltiger, lehmiger Sand; Krümcl-
gcfügc; Wurmröhren vorhanden
Rv 2OG 50 cm braungrauer (IO YR 5/8). stark steiniger, grusiger. glim-
merhaltiger, lehmiger Sand; Kohärentgefüge; Wurmröh-
ren vorhanden
cv 50- 70cm gelblichgrauer (IO YR 6/6), stark grusige, sandige, schtuf-
fige Gesteinsverwitterung (Schutt)

Ein Profil mit lehmiger Deckschicht auf Glimmerschiefer wurde west-


lich von Vielitz entnommen:
Profil2:R4507140,H5560900
W Vielitz; Südhang 3”; Acker
Ausgangsmaterial: pleistozäne, schluffreiche Deckschicht über Glimmer-
schiefer-Verwitterung (Schutt)
Bodentyp: Br a unerde mittlerer Entwicklungstiefe

I 14
AP 0- 15cm dunkclbraungraucr (IO YR 3/4), humushaltiger, schwach
steiniger, grusigcr, schwach glimmerhaitiger, sandiger
Lehm; KIümelgefüge; Wurmröhren vorhanden
Bv 15- 50cm braungrauer (IO YR 4/6), schwach humushaltiger, stcini-
gcr, grusiger, glimmerhaltiger, schwach sandiger Lehm;
Kohärentgefüge; Wurmröhren vorhanden
CV 50- 80 cm gelbgrauer (IO YR 5/6), stark steiniger, stark grusiger,
glimmerhaltigcr, stark schlul’figer Sand;Kohärentgefügc
Diese Brauncrdcn sind vor allem in den mittleren Hanglagen verbreitet.
Mit Annäherung an die Unterhänge, wo vcrmchrt l-Iief~erdemateriaI zur
Ablagerung gelangte, und es somit zu einer Vermischung der Substrate
kam, tritt häufig eine geringe Pseudovergleyung auf. Die Btiden werden
heute bis zu einer Hangneigung von etwa 8” bis IO” ackerbaulich genutzt.
An die Stelle von Koggen und Hafer, die neben dem Kartoffelanbau frü-
her weithin dominierten, sind Sommerweizen und Sommergerste getreten.
Im Feldfutterbau verdrängt der Silomais das Kleegrasgemenge. An noch
steileren Hängen, die schon immer waldbaulich genutzt wurden. ist die
Bodenmächtigkeit meist geringer. Die pleistozänc obere Deckschicht
dünnt aus und der Anteil an Gesteinsschutt nimmt zu. Häufig sind Fels-
durchragungen zu beobachten. Unter Fichtenbeständen ist eine Auswa-
schungs-Blcichung dcs Oberbodens (Podsoligkeit) bemerkbar. Ausge-
prägte Podsolicrung findet sich jedoch in diesem Gebiet trotz des kühl-
feuchten Klimas nicht.
Die Ablagerungsbereiche der pleistozänen FlieDerden an Unterhängen
und in Hangmulden sind die Verbreitungsgebiete von Quellengleycn, die
im Blattgebiet in sonst selten beobachteter Häufigkeit auftreten. Beispiels-
weise Giumen sie den GroUen Kornberg, bedingt durch den Austritt zahl-
reicher Quellen, nahezu lückenlos. Das nachfolgend beschriebene Profil
wurde an einem Unterhang entnommen:
Profil3:K4506420,H5558660
S OberweiDenbach; Pointwicse; S-Hang 3”; Wiest; Bodenschätzung:
Lllc3
Ausgangsmaterial: pleistozänc Fließerde
Bodentyp: Qucllengley
AP O- 20 cm schwarLgraucr, humushaltiger, glimmerhaltiger, fcinsan-
digcr, schwach schluffigcr Lehm; Krümelgefüge
GOI 20 40 cm braungrauer, rostfleckiger, glimmerhaltiger, feinsandiger,
schwach schluffiger Lehm; Feinpolyederg,efüge
Go2 40-- 60 cm braungrauer, rostfleckiger, glimmcrhaltigcr. feinsandiger,
stark schluffigcr Lehm; Feinpolyedergefügc
GOI 60~ 80 cm grauer, rostflcckigcr, glimmcrhaltiger, schwach schluffi-
gcr Lehm; Polycdcrgefügc
Holozäne Ablagerungen füllen die Sohlen der zahlreichen Bachtäler. In
ihnen entwickelten sich vornehmlich Gleye, NaDgleye. Anmoorgleye tre-
ten kleinflächig vor allem im Tal der Eger auf.

12. Aufschlußhinweise
Hinweise auf bestehende natürliche und künstliche Aufschlüsse können
dem Kapitel 7 (Tektonik) entnommen werden, wo in den Verzeichnissen
der Diagramme nahezu alle wichtigeren Felsfreistellungen und Stcinbrü-
ehe angegeben sind (Kap. 7.1.1. und 7.2.4.).

13. Bohrungen
Die hier verzeichneten Bohrungen sind eine Auswahl von solchen zur Wasserer-
schlieljung. Es sind fast ausschließlich Freifall-Trockenbohrungen. Die Bohrmci-
sterangaben wurden teilweise verkürzt und dem geologischen Sprachgebrauch an-
gepaßt. Daneben wurde im Raum Hebenz eine Anzahl von Kernbohrungen zur
Untersuchung von Uranvererzurigen niedergebracht (ESSO-Erz GmbH).

13.1. Bohrungen in den Granitgebieten


Bohrung Porzellanfabrik Winterling, Marktlcuthen, 1953
Lage: R45.54,lY H 55.54,19
Ansatzpunkt ca. 546,3 m ü. NN
Kuhewasserspiegel: 1,3 m u. Geliinde
Leistung: 4 I/s
~ 0.50 m Muttererde
40,40 m Porphyrgranit f verwittert (grusiger Zerfall)
43,OO m Porphyrgranit, grau, frisch.

Bohrung Gemeinde Marktleuthen, 1954


Lage: R 45.00,73 H 55.54.84
Ansatzpunkt ca. 523 m ü. NN
Ruhewasserspiegel: l,20 m u. Geliinde
- 0,50 m Mutterhoden
~ 3,20 rn glimmerig-feinsandige Deckschicht (FlieMcrde)
46,80 m Porphyrgranit !C verwittert (teilweiser Granitzersatz bis 33,40 m und tcil-
weiser grusiger Zerfall bis 66,SO m)
48,OO m Porphyrgranit, graugrün, hart.

Bohrung Fröhlich, Marktleuthen


Lagt: R 45.00.80 H 55.55,lO
Ansatzpunkt ca. 536 m ii. NN

116
Ruhewasserspiegel: 5,75 m u. Gelände
Leistung: I,6 I/s
~ 2,60 m künstliche Aufschüttung
~ 7.20 m Porphyrgranit, verwittcrl, gelb
-21.50 m Porphyrgranit, mit Einlagerungen toniger Verwitterung
-35,00 m Porphyrgranit, klüftig, härter werdend.

Bohrung Lcupold, Marktlcuthen, 1959


Lage: R 45.0 I ,32 H 55.54,88
Ansatzpunkt ca. 550 m ü. NN
liuhcwasscrspiegel: 1,40 m u. Gelände
0.20 m Mutterboden
- 8.90 m Porphyrgranit * verwittert (grusiger Zerfall)
-18,OO m Porphyrgranit, grau, mit angewitterten Partien
-20,OO m Porphyrgranit, grau, hart.

Bohrung Gemeinde Schrvarzenhammer, SW Hebanz, 1964


Lage: R 45.01,79 H 55.53,OO
Ansatzpunkt ca. 532 m ü. NN
Ruhewasserspiegel: 0.65 m u. Gelände
- 0.20 m Mutterboden
- 2.80 m sandiger Lehm, graubraun bis grünlich
- 3,60 m Sand mit Kies, gelblich
- 8,OO m Granitblöcke (Porphyrgranit) mit ,,Sand”
-27,70 m Porphyrgranit + verwittert, gelblich, bräunlich, grau
-33,60 m Porphyrgranit, grau, z. T. braun verfärbt
-50,OO m Sclbcr Granit, feinkörnig, hellgrau, sehr hart.

Bohrung Vaters, Kaiserhammer, 1947


Lagt: R 45.04,65 H 55.54,16
Ansatzpunkt ca. 525 m ü. NN
Ruhewasserspiegel: 12,5 m u. Gelände
Leistung: I ,5 I/s
- 4.50 m Selber Granit, verwittert
-20,OO m Selber Granit, frisch, nur stellenweise verwittert.

Bohrung Karner, Thierstcin, 1934


Lage: R 45.07,55 H 55.52,25
Ansatzpunkt ca. 587 m ü. NN
Ruhewasserspiegel: 28,0 m u. Gelände
Leistung: 0,25 Us
- 8,40 m Vorschacht
.-33.20 m Porphyrgranit, grusig-lehmig zersetzt, gelblich
-39,OO m Porphyrgranit, verwittert, grusigcr Zerfüll
-62.80 m Porphyrgranit, grusig-lehmig zersetzt, gelblich-bräunlich.

117
Bohrung Th. Jäger. Selb, 195 I
Lage: R 45.08,50 H 55.58,50
Ansatzpunkt ca. 528 m ü. NN
liuhcwasserspiegel: 0,40 m u. Gelände
Leistung: 1 I/s
- 3,60 m quartärc Talfüllung (Grob- und Feinkies)
- 8,50 m Selber Granit, verwittert
-10.00 m Selber Granit, frisch.

Bohrung Th. Jäger, Selb, 1957


Lage: K 45.08,45 H 55.58.60
Ansatzpunkt ca. 526 m ü. NN
liuhcwnsscrspiegel: 1,70 m u. Gelände
Leistung: 15 I/s
- 0,30 rn Mutterboden
1,30 m Lehm, braun
- I ,70 m lehmiger Sand, grau
- 4.75 m Selber Granit, verwittert, wci0 bis grau
-53.00 m Sclbcr Granit, frisch, hart. gelblich, hellgrau bis hellbraun

Bohrung Th. Jäger, Sel b. 1962


Lage: R 45.08,59 H 55.58,17
Ansatzpunkt GI. 536 m ü. NN
- 2,00 m lehmiger Sand und Granitgrus. mit einzelnen Granitblöcken
- 5,00 m Selber Granit, verwittert, graubraun
-15,OO rn Selber Granit. frisch, hart, grau, klüftig.

Kernbohrung Selb, l964/ 1965


Th. Jäger,
Lagt: K 45.08,45 H 55.58,18
Ansatzpunkt ca. 528 m ü. NN
Kuhewasscrspicgel: l,O5 m u. Gelände
Leistung: 1,5 I/s
~ 0,60 m Muttcrbodcn
~ 2,70 m lehmiger Sand, graubraun
~ 5,10 m Granitsand, gelbbraun, mit Granitblöcken
-27,30 m Selber Granit, brüchig, klüftig, graubraun
60,OO m Selber Granit, grau, klüftig.

Bohrung Stadt Selh, Langer Teich ~ Waldbad 1, 1959


Lage: R 45.12,57 H 55.58,14
Ansatzpunkt ca. 562 m ü. NN
Ruhcwasscrspiegel: 3,4 m u. Gelände
Leistung: I I/s
- 2,00 m Granitblockschutt
~ 4.50 m Sclbcr Granit, grau, hart

118
5.20 m Selber Granit, verwittert
~ 7,70 m Selber Granit. grau. hart
~ 7.80 m grobk»rnigcr Granit, braun
-15,40 m Selber Granit, feinkörnig, grau, hart.

Bohrung Stadt Selb, Langer Teich -Waldbad 11, 1959


Lage: K 45.12,26 H 55.58,42
Ansatzpunkt ca. 565 m ü. NN
I~uhcwasserspiegcl: 0,h m u. Geliinde
Leistung: 0,5 l/s
- 0.30 m Muttcrbodcn
- l,OO m Granit, vcrwittcrt
- l,30 m Ton, blaugrau
-35,OO m mittclkßrnigcr und grohkörnigcr Granit im Wechsel, angewittcrt. grau bis
braun.

Bohrmag Stadt Schonwalöl, N Spielberg, I9X I / 1982


Lage: li 45.03.13 H 55.59.62
Ansatqmkt ca. 599 m U. NN
Kuhewasscrspicgel: 0,20 m u. Gelände
Leistung: 8.7 I/s
- 0.30 m Mutterboden
- 4.60 111 sandiger Lehm, gelbbraun bis braun, mit Granithliickcn
-13.10 m Granitsand, tonig. rötlichbraun, mit festen Granitahschnittcn
Al,60 m Granit, +I verwittert, mit tonig zersetJ,ten Einlagerungen, braun
-71.80 m Granit, feinktirnig, *klüftig, bräunlich, bräunlichgrau bis grünlichgrau
-78.00 m Granit, feinkörnig, z. T. klüftig und mit Quarz durchsetzt, grau.

13.2. Bohrungen im Bereich der metamorphen Gesteine

Bohrung Gemeinde Vielitz, Ortsteil ßrunn, 1962


Lagt: Ii 45.06,33 H 55.60,25
Ansatzpunkt ca. 597 m ü. NN
liulicwasserspiegcl: 8,40 m u. Gelände
Leistung: l,5 l/s
1.00 m Lehm, braun
- 27.00 m Glimmerschicfer, verwittert
.~ 74,00 m Glimmerschicfer, graugrün bis graublau

Bohrung Gemeinde Vielitz, Ortsteil ßrunn, 1962


Lage: K 45.05.24 H 55.60,20
Ansatzpunkt ca. 584 m ü. NN
Ilullcwusserspicgel: 0,XO in u. Gelände
Leistung: 19 Us

119
0,30m Humus
2,50 m Lehm
~ 3 1,50 m Glimmerschicfer, verwittert
-100.00 m Glimmerschiefcr, hart.

Bohrung Gemeinde Oberweißenhach. 1962


Lage: K 45.05,88 H 55.59,80
Ansatzpunkt ca. 570 III ü. NN
Ruhewasserspiegel: 4,10 m u. Gciände
Leistung: 6,2 I/s
0,IO 111 Humus
3,70 in I:lielJerde
~ 33.70 111 Glimmerschiefcr, verwittert
-lOO,OO in Glimmerschiefer, frisch.

Bohrung Stadt Selb, 1965


Lage: K 45.08.08 H 55.58,97
Ansatzpunkt ca. 554 m ü. NN
Kuhewasserspiegcl: 9,40 in u. Gelände
Leistung: 0.3 11s
8.50 IN vorhandener Schacht
l7,85 m Gneis, verwittert, quarzhaltig
~. 34.60 m Gneis, hart, 50% Quarz.

Bohrung Stadt Selh, Gasversorgung, 195 I


Lagt: K 45.09,60 H 55.59,50
Ansatzpunkt ca. 544 m ü. NN
Ruhewasserspiegel: 3,20 m u. Gcliinde
Leistung: 2,5 I/s
~ 0,20 m Mutterboden
~ 4,50 m FliclJerde
23.50 in Gneis, verwittert
25.00 m Gneis, frisch.

Bohrung Selb Bhf., Deutsche Kcichsbahn, 1946


Lagt: K 45.08,62 H 55.59,84
Ansatzputikt ca. 563 m ü. NN
Kuhcwasscrspiegel: l,9 m u. Gelände
Leistung: 1,5 I/s
- 4,00 111 Lehm
l5,OO in Gneis, verwittert
47,00 im Gneis.

Bohrmag Gemeinde Vieh, Fa. Netzsch, 1959


Lage: K 45.08,OO H 55.60,80
Ansatzpunkt ca. 620 111ü. NN

120
Rulicwasscrspiegcl: 22.50 m 11. Gelände
Leistung: 0,6 I/s
0,30 111 IiumLls
- 2.20 m FliclJcrdc
2-80 m Gneis, verwittert
- 45.00 m Gneis
- 55.00 m Granit.

Bohreng Stadt Schönwald, 1979


Lage: li 45.03,43 H 55.5Y,lO
Ansatzpunkt ca. 580 m ü. NN
I~uhcwassersl>icgcI: 2,75 m LI. Gelände
Leistung: Y,O I/s
0.40 m Humus
4.80 m FliclJcrdc
15.00 m Granit(?), Gneis, vcrwitlcrt
-110.00 m Gneis.

14. Chemische Analysen von Gesteinen und Mineralien


des Blattgebietes, FORTRAN-Programme
Die chemischen Analysen sind auf Bcilagc 2, zugchiirige Angaben übct
Fundort, Labor und Analytiker sind nachfolgend zusammengestellt.

14.1. Chemische Analysen von Graniten


(Beilage 2, Tabelle I und Abb. 6)

Die Analysendaten sind Rlc~‘rrx & ~rl~~lTNI~1~ ( 1979) cntnommcn


(Analytiker P. RICH~X, Institut für Mineralogie der Universität Würz-
burg).

Fundortverzeichnis der analysierten Proben

l’robc Nr. Rechts-Wert Hoch-Wert Ort

154 45.01,15 55.53,90 Stbr. Bibcrsbcrg


198 45.06,85 55.54,95 IHendell~aninie~
246 45.05,45 55.5 I .65 Höfersbcrg W Höchstädt
244 45.01.88 55.51.60 chcm. Stbr. Hol~.mühl
245 45.01,XX 55.5 I,60 ehcm. Stbr. flol~mühl
247 45.05.40 55.52,15 W Grafenberg b. Höchstädt
155 45.05,50 55.55,50 ehern. Stbr. Schwarzcnhammcr
156 45.12,20 55.57.80 Stbr. Obcrwaltl, W Häusellohc
IYY 45.09,65 55.57, IO Wunsiedler Weiher

121
200 45. IO,65 55.54,30 WSW Forsthaus WellerthaI
201 45.09.05 55.54,50 ehern. Stbr. S Lcupoldshammcr
202 45.09.55 55.55.40 chem. Stbr. Unterwald
212 45.01.20 55.60,70 Gipfel GroDer Kornberg
648 45.00.22 55.60,22 Hirschstein, Gr. Kornberg
41 45.03.32 55.62,55 ehern. Stbr. Steinhöhe
150 45.00,68 55.61.55 ehern. Stbr. Hauknack
151 45.03.60 55.62,25 ehcm. Stbr. Stcinhöhc
152 45.02>50 55.62, IO ehern. Sthr. Spitalwald
153 44.99,lO 55.60,60 ehern. Sthr. NE Dörflas
211 44.99.70 55.59,85 ehern. Stbr. Zigeunerstein
149 45.00,65 55.58,68 chcm. Stbr. Wolfsgarten
35 45.00.65 55.58.68 chem. Stbr. Wolfsgarten

14.2. Chemische Mineralanalysen


(Beilage 2, Tabelle 2)

Die von SCHWA~,ER & GÜMBEL (1895) analysierten Kalifeldspäte und


Muscovit aus einem Pegmutit von Wellerthal stammen wahrscheinlich aus
einem gangförmigen Vorkommen. Nähere Ortsangaben fehlen. Bei det
Karticrung konnten zwar im Nahbereich von Wellcrthal kcinc derartigen
Glinge lokalisiert werden, doch häufen sich solche westlich Sommerhau,
wo sie in der Straßenböschung angcschnittcn sind. Als kombinierte Aplit-
Pegmatitgänge durchsetzen sie dort eine Gneisscholle (vgl. Kap. 4.1.5.).

14.3. Chemische Analysen von ,,Quarzporphyr“ (Porphyrischer


Rhyolith bis Rhyodazit)
(Beilage 2, Tabelle 3 und Abb. 6)

Bis auf die beiden Analysen von GÜMBEI. (1879, Analytiker SCHWACHER)
und WURM (1932c, Analytiker SPRINC;EK) sind alle übrigen für dicsc Er-
läuterungen im Labor des Bayer. Geologischen Landesamtes ausgeführt
worden (W.-D. Orr und H. G~PFERT).

Fundortverzeichnis der analysierten Proben


I’robc Nr. Rechts-Wert Hoch-Wert Ort
820075 45.01,25 55.57,85 N Großwendcrn
820076 45.05.85 55.55,85 N Schwarzenhammer
820077 45.06,20 55.56.25 NE Schwarzenhammer
820082 45.04,50 55.52,45 SE HebanL
820083 45.03,50 55.61,75 Kornberg-Steinhöhe
820472 45.05.20 55.51,75 W Höchstädt
820473 45.05,12 55.49,lO SW Stemmasgrün (BI. Marktredwitz)
WURM 1932 45.06,30 55.52,40 SchloMberg N Höchstädt

122
G~~Mlll:l. IX79 45.06,30 55.52,40 SchlolJberg N Hochst:idt
800440 45.04,7 I 55.59,lO N Ober-Stcinmiihlc
80044 1 45.05,57 55.60,OO W Bcrnstcinmühlc
800442 45.05,31 55.60,OO Gutschönlind
800443 45.04,46 55.57,74 S Unter-Steinmühle

14.4. Chemische Analysen von Basalten


(Beilagt 2, Tabelle 4)

Die Analyscndaten wurden einem DFG-Arbeitsbericht von HUC‘K~W


tIoL% (1977) cntnommcn (Mineralogisch-Pctrographisches Institut der
Universität München).
Fundortverzeichnis der analysierten Proben
Probe Nr. Kcchts-Wert Hoch-Wert Ort

583% I 45.07.45 55.52,40 Ruine Thierstein


5838-2 45.07. IO 55.51.90 Steinbruch SW ‘l‘hierstein
5838-3 45.1 l,70 55.52.66 Schldbcrg Neuhaus

14.5. Benutzte FORTRAN-PrOgratnme

UG I Df:N : Cluster-Analyse nach der unweighted Avarage-Methode:


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Verwendete Analysen
781363 R4505840;H5559740
78 1364 R 45 05 600; H 55 59 200
781376 R45 07 620; H 55 57 500
781394 1~4505 6lO;H 5559490
Photokopien der Analysen sind über GtiODOK des Bayer. Geologischen
Landesamts beziehbar.

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15. Literatur
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