Sulzbach
Sulzbach
2xlr
MUNCHEN 1961
von
Helmut Gudden und Walter Treibs
MUNCHEN 1961
11. Jura . . . . . . . . .. 14
[Link] . . . . . .
. , . 14
1. Lias-Gamma . . . . . . . . 14
2. Lias-Delta (Amaltheenton) . . . . . . . . 16
3. Lias-Epsilon (Posidonienschiefer) . . . . 17
b. Dogger . . . . . . . . . . 18
1. Lias-Zeta (Jurensismergel) und Dogger-Alpha (Opalinus-
ton) . . . . . . . . . . . . . . 18
2. Dogger-Beta (Eisensandstein) . . . . . . . . . 20
3. Dogger-Gamma bis -Zeta (Eisenoolithkalke und Ornaten-
ton) . . . . . . . . . . . . . 24
c. Malm . . . . . . . 31
1. Malm-Alpha (Untere Mergelkalke) . 31
2. Malm-Beta (Werkkalke) . . . 32
3. Malm-Gamma (Obere Mergelkalke) . 34
4. Schwammkalke des Mittleren Malm . 34
5. Frankendolomit . . . . 34
111. Kreide . . . . . . . . . . . . . . . 36
a. Cenoman und Turon . . . . . . . 37
1. ,,Erzformation“ . . . . . . . . . . . . 37
2. Ehenfelder Schichten . . . . . . . . . . . 40
3. ,,Sulzbacher Kreidekalk“ . . . . . . . . . . . . 43
4. Reinhausener Schichten und Knollensand(stein) . 47
b. Coniac . . . . . 48
1. Cardienton . 48
2. Hangendes des Cardientones 52
IV. Tertiär . . 53
V. Quartär . . 53
a. Pleistozän (Diluvium) 53
b. Holozän (Alluvium) . 56
D. Lagerungsverhältnisse (Tektonik) 56
1. Hahnbacher Kuppel . 56
11. Sulzbacher Störungszone 57
1. Verlauf und Bau 57
2. Bisherige geologische Kenntnis GO
3. Entwicklung der Störungszone und der Eisenerz-Lager-
stätten . . . 71
111. Edelsfeld-Irlbacher Störungszone 79
E. Geophysikalische Verhältnisse . 80
F. Hydrogeologixhe Verhältnisse 84
G. Nutzbare Ablagerungen . 86
1. Erze 87
1. Eisenerze der Kreide 87
2. Eisenerz dej Doggers 90
3. Blei-Erz 91
11. Steine und Erden 91
111. Mineral-Quellen 94
H. Die Böden . 96
1. Der Baugrund . . . . 102
K. Geologisch wichtige Stellen und Vorschläge für Lehrausflüge 103
L. Bohr- und Aufschlußprofile . . 106
M. Schrifttum . . 136
A. Einleitung
Das Kartenblatt Sulzbach-Rosenberg Nord 1 : 25 000 wurde (zusam-
men mit dem südlichen Anschlußblatt Sulzbach-Rosenberg Süd (1953-
1955) in den Jahren 1952-1955 geologisch aufgenommen. Topographische
Grundlage ist das Gradabteilungsblatt 6436 Sulzbach-Rosenberg Nord.
Der flächenmäßige Kartierungsanteil der beiden Bearbeiter ist aus der
Skizze auf dem Kartenblatt zu ersehen. Im geologischen Erläuterungs-
text sind der geographische und geologische Oberblick, die Abschnitte
,,Malm“, ,,Steine und Erden“ , ,,Baugrund“ und die Vorschläge für Lehr-
ausflüge von TREIBS verfaßt. Die Abschnitte ,,Dogger“, ,,Kreide“, ,,Eisen-
erz des Doggers”, ,,Hydrologie” sowie die Profil- und Schrifttumszu-
sammenstellungen sind von beiden Verfassern, die übrigen Abschnitte
von GUDDEN bearbeitet.
An älteren Kartierungen lagen vor die GüMasLSche Karte 1 : 100 000,
Blatt Erbendorf von 1868 sowie Manuskriptblätter 1 : 25 000 (Sulzbach-
Rosenberg Nord und Süd) von F. X. SCHNIT.~MANN aus den Jahren um
1950, denen Hinweise entnommen werden konnten.
Groß ist die Zahl der älteren Arbeiten, welche sich mit - im weite-
sten Sinne - geologischen, lagerstättenkundlichen und bergbaulichen
‘Themen befassen, die teils das Blattgebiet unmittelbar, teils auch Ver-
hältnisse in Nachbarbereichen betreffen, wie sie in gleicher oder ähnlicher
Weise auch innerhalb unseres Blattgebietes auftreten. So sind z. B. Fazies-
zusammenhänge, Schichtfolge und Alterseinstufung der nordostbayerischen
Kreide-Ablagerungen sowie paläogeographische Folgerungen daraus nur
aus größerem, regionalem Rahmen heraus zu erschließen und zu klären,
ein Vorhaben, das noch nicht als abgeschlossen gelten kann, wie die bis
in jüngste Zeit andauernde Diskussion zeigt (v. FREYBERG 1953 a, b; HELLER
1952; Lruns 1954; OSCHMANN 1958; [Link] 1956158; TILLMANN 1954, 1958;
ZII:[Link] 1957 a, b). Zu den Kreide-Ablagerungen gehören auch die Eisen-
erzvorkommen, deren bedeutendste bei Amberg, Sulzbach und Auer-
hach mit den dortigen Störungszonen verknüpft sind; ein Zusammenhang,
der vielfältiges Interesse auf sich gezogen und zu mannigfachen Deutun-
gen über ihre Entstehung Anlaß gegeben hat.
Die in vorliegenden Erläuterungen gegebene Darstellung der Sulz-
bacher Störungszone und der Eisenerzlagerstätten beruht auf den zahl-
reichen im Laufe der letzten 3 Jahrzehnte, insbesondere auch während
der Jahre seit 1952 von der Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte neu
geschaffenen Tiefenaufschlüssen, deren Aufnahme und Untersuchung
5
nur durch das großzügige Entgegenkommen seitens der Bergbau-Direk-
tion dieser Gesellschaft ermöglicht wurde. Dem Bergwerksdirektor der
Maxhütte, Herrn Bergassessor a. D, F. Beckenbauer und seinen Mit-
arbeitern sei an dieser Stelle für ihre Unterstützung und ihr stetes Inter-
esse an allen Belangen der Untersuchung gedankt.
6
Entsprechend den geologischen Gegebenheiten ist das Gebiet inner-
halb des Hahnbacher Sattels durch großen Wasserreichtum mit zahlrei-
chen Bächen und Fischweihern ausgezeichnet gegenüber den umgebenden
Höhen und deren Vorland mit großenteils oberflächlich wasserarmem
Karstgebiet. Die Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Donau reicht
von Westen her gerade noch bis zur Bernrichter Höhe. Der an deren
Westhang entspringende Eiselbach fließt, ebenso wie der SW von Schnel-
lersdorf beginnende Schlierbach zur Pegnitz und damit über den Rhein
zur Nordsee. Das ganze übrige Blattgebiet entwässert zur Vils und damit
über die Donau zum Schwarzen Meer. Die Vils tritt SW Vilseck bei 393 m
NN in einem 130 m tief durch den Malm bis zum Doggersandstein
eingeschnittenen Engtal in das Blattgebiet, durchfließt in zahlreichen
Windungen durch vielfach anmoorige Wiesen die von ihr selbst ge-
schaffene Ausräumungslandschaft im Keuper des Sattelkerns und ver-
läßt das Gebiet südlich Kötzersricht bei 378 m NN. Unterwegs nimmt
sie mehrere von Westen und Osten kommende Bäche auf, welche alle
innerhalb des Blattgebietes den verschiedenen Quellhorizonten an den
Innenrändern der Senke entspringen. Im Südwesten entwässert der
Rosenbach, im Nordwesten der bei Edelsfeld entspringende Sigrasbach,
welche beide außerhalb des Blattgebietes ebenfalls der Vils zufließen.
Die markantesten Höhen sind der Frohnberg (rd. 425 m) in der Hahn-
bacher Niederung SW Hahnbach sowie in der fast durchwegs über
500 m hohen Umrahmung der Annaberg bei Sulzbach (501 m) im Süden,
der Kreuzberg bei Irlbach (522 m) im Nordosten und vor aIlem die Bern-
richter Höhe im Westen, mit 586m der höchste Punkt überhaupt. Der
tiefste Punkt des Blattgebietes (378 m) liegt im Vilstal südlich von Köt-
zersricht.
Etwa Dreiviertel des Gebietes und zwar vor allem die Dolomitkuppen
des Malm und die sandigen Böden des Keupers, Doggers und der Kreide
werden von Staats- bzw. Privatwaldungen eingenommen, der Rest wird
landwirtschaftlich genutzt. In dem an natürlichen und künstlich aufge-
stauten Weihern reichen Keupergebiet spielt die Fischzucht eine ge-
wisse Rolle. Größter Industriebetrieb ist die Eisenwerkgesellschaft Maxi-
milianshütte mbH in Sulzbach-Rosenberg; sie gewinnt und verhüttet
kreidezeitliche Eisenerze. Eine Reihe größerer Kalksteinbrüche bei
Edelsfeld und Oberweißenbach beuten die Werkkalke des Unteren Malm
aus, eine Ziegelei bei Schönlind den Opalinuston und bei Schlicht tonige
Kreide, eine Anzahl kIeiner Farberde-Schächte im Raum Schnellersdorf-
Vögelas kreidezeitliche Ockertone.
C. Schichtenfolge (Stratigraphie)
1. Trias
a. Keuper
Etwa ein Drittel des Blattgebietes, nämlich fast den gesamten Bereich
der Wahnbacher Kuppel. nehmen Keuperschichten ein. Morphologisch bil-
det dieser Bereich infolge Reliefumkehr eine weite, flachhügelige Tal-
niederung, in der der Untergrund weitgehend von flächenhaft verbreitc-
ten, wohl meist quartär umgelagerten Verwitterungsmassen, Terrassen-
schottern und Lehmen überdeckt ist. Nicht nur die quartäre Oberdeckung.
sondern auch der Mangel an geeigneten Aufschlüssen ist einer exakten
Abgrenzung und Beschreibung der fossilleeren Keuperschichten recht
hinderlich. Dies umso mehr, als der Sandsteinkeuper dieses isolierten
Vorkommens fast nur aufgrund verhältnismäßig geringer Faziesunter-
schiede und der dazugehörigen Mächtigkeiten zu gliedern und mit andc-
ren Verbreitungsgebieten zu parallelisieren ist. Auch für eine Gliederung
etwa anhand eines betont schichtenabhängigen Bodenreliefs fchlcn (II~,
Voraussetzungen.
Der tiefere Keuper ist im Bereich der Hahnbacher Kuppel nirgciicl,-
erschlossen. Sein Aufbau und seine Zusammensetzung sind nur aus del.
etwa 13 km cntlernten Tiefbohrung Freihung 111953 (bearbeitet \.on
H. TILLMAN~) sowie aus Vergleich mit den nächstgelegenen Keupcr\.ol.-
kommen im Osten und Nordosten zu erschließen, wir dies in den Profilen
auf der Streichkurvenkarte (Beilage 6) stark vereinfacht geschehen ist,
Die ältcsten zutage anstehenden Schichten gehören dem Blascnsancl-
stcin an, der mit dem darüber folgenden Coburgcr Sandstein zusammc~n-
gefaßt wurde.
8
natischen Arkosesandsteine müssen bereits dem Coburger Sandstein zu-
gerechnet werden. Sie dienten früher zeitweise zu Bauzwecken und als
Wegepflasterung. Etwas besser aufgeschlossen ist der Horizont in den
Kellern an der Vils südlich Hahnbach (vgl. Abschnitt L, Profil 2). Es ist
eine etwa 15 m mächtige, meist helle Arkosesandsteingruppe von ver-
gleichsweise größerer Festigkeit als das Liegende. Ob die eingeschalteten
harten, karbonatischen Arkosebänke, wie sie in den erwähnten Kellern
an der Vils, bei Pickenricht und am Dürren Berg (östlich Gallmünz) an-
zutreffen sind, eine oder mehrere Bänke innerhalb dieses Horizontes
bilden, ist ungewiß. In entsprechendem Rahmen unsicher ist auch die
z. T. konstruierte Grenze gegen den Burgsandstein, die über diesen feste-
ren Arkosen angenommen wird (vgl. nächsten Abschnitt).
9’
Schrägschichtung entsprechend eingeschaltet, ebenso dünne, dunkelvio-
lette Lettenlagen und -schmitzen. Solche Letten sind auch als einzelne,
bis über faustgroße, eckige Gallen eingebettet. Vielfach liegen die Let-
teneinschlüsse inmitten weißgrauer Entfärbungshöfe (vgl. SCHNITZER 1953).
Dem Sandstein sind einzelne, bis 6 cm große, kaum gerundete Quarze
eingestreut. Gegen das Ausgehende treten Anreicherungen von pfennig-
großen Mangan-Tüpfeln auf,
Im kbu liegt auch eine kleine Sandgrube 350m südwestlich vom
Weiler Wüstenau (Profil 3). Sie zeigt helle und rötliche, kaolinige, meist
mittel- bis sehr grobkörnige, miirbe Arkosesandsteine mit dünnen vio-
letten Letteneinschaltungen.
Der Mittlere Burgsandstein (kbm), etwa 25 m mächtig, zeichnet sich
durch seine gleichbleibende Fazies aus. Er wird in mehreren flachen
Sandgruben zwischen Süß und der Schaflohe (2000 m südöstlich Hahn-
hach), im Steinholz (östlich Kötzersricht) und bei Iber gegraben (Profil 5
und 6). Der gelb- bis hellrötlichbraune, kaolinige, sehr ungleichkörnige,
mürbe Arkosesandstein, (grobkörnig bis kleingeröllführend), wittert an
den Grubenwänden eigentümlich plattig-brockig an und zerfällt rasch zu
lockerem Sand. Die häufigen Quarzgerölle (bis über 5 cm) sind regellos
eingestreut. Gelegentlich schalten sich dünne Lettenlinsen ein.
Der Obere Burgsandstein (kbo), bis 50 m mächtig, setzt sich aus meist
rötlichvioletten, mittel- bis sehr grobkörnigen, fast ungebankten, mür-
ben Arkosesandsteinen und bunten Letteneinschaltungen zusammen. Er
macht fast durchwegs einen lettig-tonigeren Eindruck als sein Liegendes
und bildet mehr rötliche Böden im Gegensatz zu den hellen Sandböden
des kbm. Die Feldspäte sind, ebenso wie im tieferen Burgsandstein, viel-
fach gebleicht und kaolinisiert. Kleine Quarzgerölle (bis 3 cm) treten ver-
einzelt auf, wenn auch viel seltener als im kbm. Ein durchgehendes Pro-
fil war nicht zu gewinnen. Am besten aufgeschlossen ist der Obere Burg-
sandstein in seinem oberen Teil im Bahneinschnitt 300 m nordöstlich von
Großalbershof (Profil 7). Einblick bietet auch, abgesehen von kleineren
Sandlöchern und Wegrändern, die Sandgrube an der Straße 600 m nörd-
lich von Süß (Profil 8).
Zu oberst geht der Burgsandstein ohne erkennbar scharfe Grenze in
einen mehrere Meter starken, roten Arkoseletten (roter sandiger Ton mit
viel groben weißen Feldspatkörnern) über. Darüber folgt dann eine
l-3 m mächtige, schwach karbonatische, mittel- bis grobkörnige Arkose-
bank d), die am Ausgehenden meist schwarz getüpfelt ist. Sie ist selten
10
aufgeschlossen, aber mehrfach erschürft. Meist macht sie sich durch ihren
starken Anteil an grobem, eckigem, weißem Feldspat im roten Letten-
boden gut bemerkbar. Uber ihr beginnt der Feuerletten.
3. Feuerletten, kf (45-55 m)
Der Feuerletten leitet mit merklicher Hangneigung von der flach-
hügeligen Hahnbacher Keuperniederung in die ausgeprägteren Anstiege
der umrahmenden Jurahöhen über. tiber der erwähnten karbonatischen
Grenz-Arkosebank folgen 45-55 m feine rote Letten (in frischem Zustand
schwach karbonatisch) ohne erkennbare Feldspatführung, die 10-15 m
und rd. 40m über der Basis von harten, karbonatischen Arkosebänken
unterbrochen werden. Die untere dieser Bänke, O-3m mächtig, örtlich
auch in mehrere Einzelbänke oder Linsen aufgespalten, ist dem frän-
kischen ,,Plateosaurus-Konglomerat“ vergleichbar. Sie setzt sich vor-
wiegend aus karbonatisch verkitteten, kleinen Steinmergel-Geröllchen
(Z-8mm) und groben Feldspatkörnern zusammen. In der oberen Bank,
die am Zundbühl (bei Eberhardsbühl) über 2,5 m tief aufgeschlossen ist,
und die diesen, im Feuerletten bemerkenswerten, Hügel vor Abtragung
schützt, überwiegen die groben Feldspäte, doch sind die Steinmcrgcl-
Gerölle (bis Nußgröße) an dieser Stelle immer noch häufig. Anderwärts
treten sie ganz zurück zugunsten des Feldspat- und auch Quarzanteils.
Sowohl die untere wie auch die obere Arkosebank (bzw. Bankgruppe).
die mancherorts ob ihrer Härte kleine Bergsporne bilden (z.B. östlich
Süß, nördlich Grobalbershof, am Zundbühl), konnten nur örtlich nach-
gewiesen werden, so daß offen bleiben muß, ob sie durchgehende Hori-
zonte bilden.
Aufschlüsse fehlen im [Link] -. abgesehen von kleinen Wegcin-
schnitten, Rodelöchern und dgl. - fast völlig. Lediglich die Bahncin-
schnitte nordöstlich Großalberhof und südlich Eberhardsbühl gewähren
etwas Einblick. An beiden Stellen ist das ,,Plateosaurus-Konglomerat“.
südlich Eberhardsbühl auch 6-8 m roter Letten freigelegt.
Oberflächlich ist der meist mit Kiefernwald bestandene, weniger als
Wiesenland genutzte Feuerletten fast überall von Sandstein-Schutt (oben)
und Verwitterungslehm (unten) bedeckt. Wo dies nicht der Fall ist, bil-
det er intensiv rote Böden, die, je nach Witterung, plastisch-schmierig
oder aber von zahllosen Trockenrissen durchzogen sind. Seine Ober-
grenze gegen den Rhät-Lias-Sandstein ist trotz der verbreiteten Hang-
schuttüberdeckung meist gut an der mit deutlichem Knick verstcilen-
den Böschung zu erkennen. Nur im Bereich der Störungszonen, beson-
ders zwischen Großalbershof und Rosenberg, wo die Schichten mehr
oder weniger stark geneigt sind, ist fast jeder schichtbedingte Relief-
unterschied verwischt. Doch kann auch hier die kartierte Grenze durch
Schürfe und vorübergehende Bau-Aufschlüsse als hinlänglich gesichert
gelten.
11
4. Rhät-Lias-Übergangsschichten, kol (12-30 m)
Auf der Karte noch als Rhätolias bezeichnet, ist der vorwiegend
aus Sandsteinen aufgebaute Komplex zwischen dem Feuerletten (kf) im
Liegenden und dem Lias-Gamma (17) im Hangenden zusammengefaljt, da
die Grenze zwischen Keuper und Lias in diesem Gebiet, wie meist in
Nordbayern, stratigraphisch nicht genau bestimmbar ist.
Die nördlich Großalbershof an die 30 m, ostwärts Süß knapp 12 m
mächtige Schichtgruppe setzt über dem Feuerletten mit geringmächtigen
(2-5 m?), weißlichen, fein- bis mittelkörnigen, oft tonig-weichen Quarz-
fcldspatsandsteinen ein. Darüber folgen 2%-5 m mächtige rötliche und
blaßviolettc Tone. die ihrerseits von 8-20 m mächtigen, hellgelblichen
und hellbraunen. mittel- bis grobkörnigen. meist mürben Sandsteinen
überlagert werden. Als Einschaltungen führt der Sandstein geringmäch-
tige, graue bis fleischfarbene Tonschmitzen und -linsen, die bisweilen
Pflanzenreste (Blattabdrücke u. dgl.) enthalten (z. B. bei GroßalbcrshoC
und nördlich davon. Vgl. Profil 9). Diese Einschaltungen sind nicht hori-
zontbeständig, Der Sandstein, der in zahlreichen kleinen Sandgruben und
Steinbrüchen bevorzugt als Bausand gewonnen wurde und z.T. noch
wird (vgl. Profil 10 und 11) ist trotz eines geringen, teilweise kaolinisiel,-
ten Feldspatanteils nicht mit den feldspatreichcn Arkosen des Burg-
oder Blasensandsteins zu verwechseln.
Als Abschlufi des Sandsteins nach oben k6nnen einige, in ihrer 4n-
zahl und Dickt (2-20 cm) örtlich wcchsclnde, unregelmäßig geformt<,.
limonitisch vcrkittcte Bänke oder Krusten gelten. die sich meist durch
grtibcre. gut gcrundcre. helle Quarzkörner auszeichnen ‘). Darüber Colgt
noch eine geringmlichtige Wechselfolge von lcttigcn Sanden und teilwcisc,
grobsandigen, limonitisch-ockerigen Letten bzw. Mergeln mit einzelnen
kleinen Quarzgcriillen (vgl. Profil 9). Die überlagernden, braunen, sand-
führenden Kalke (z. ‘I‘. dolomitischen Kalke) werden bereits zum I,ias-
Gamma gestellt.
Eine Aufgliederung der Schichten ci\va in dem Sinne, daß der untere.
mehr fein- bis mittelktirnigc, fcldspatrcicherc Sandstein das eigentlich<
Rhät darstellt. und der obcrc. mittel- bis grobkörnige, ieldspntiirmel~c~
Sandstein einschlicl’ilich seiner hangenden S?ndlcttcn den Unteren Lias
(Lias-Alpha und -Beta) vertritt. scheint nahe zu liegen. Exakte Grcnz?ii
lassen ,sich aber \vedcr l’aunistisch belegen noch kartierungsmäßig d:il,-
stellen.
GUMWI (1891 S. 408) gibt zwar in seinem Profil Großalbershof einty
1 m starke .,Angulaten-Stufe“ (Lias-Alpha 2) und 1,3 m starken ,,Arcu--
aten-Sandstein‘* (Lias-Alpha 3) an. Aber, abgesehen von der Lage diesei,
2,3 m Sandsteine zwischen seinem 18 m mächtigen, ,,Rhätischen Bausand-
stein des Keupers“ und dem durch Rhynchonella rimosa als Lias-Unter-
gamma ausgewiesenen, braunen, sandigen Kalkstein, fehlt für eine sichere
Einstufung jeder Beleg. KRUMBECK (1932, S. 105) schließt sich, ,,aber unter
Vorbehalt“, und nur auf GÜMBELS Angaben gestützt, einer von GÜMBEL
früher (1864, S. 269) geäußerten - später nicht aufrecht erhaltenen -
Ansicht an, wonach ein 0,6 m starker, gelber, mergeliger, grobkörniger
Sand mit Pentacrinus-Resten unmittelbar unter dem Lias-Gamma als
Lias-Beta aufzufassen sei. Dies wegen ,,ihrer Einschaltung zwischen ag
und y" (KRUMBECK 1932, S. 105).
SPERBER spricht in seinem Profil Feuerhof (1932, S. 29) ebenfalls von
Angulatenstufe, aus der Amberger Gegend (1932, S. 35 ff) auch von
,,Arietenzone” bzw. ,,Arietenstufe“ (Lias-Alpha 3) und ,,Raricostaten-
mergel“ (Lias-Beta). Er kann sich dabei im wesentlichen nur auf die Auf-
schlüsse von Lintach (15 km südöstlich von Sulzbach!) und die Angaben
älterer Autoren (GÜMBEI. 1891, SCHLOSSER 1901, FRANK 1926 u. 1930) aus
dem gleichen Gebiet stützen. Beweiskräftige Argumente für den Nach-
weis dieser Schichten im Sulzbacher Raum stehen auch ihm nicht zur
Verfügung, im Gegenteil: Er stellt fest, daß hier alle diese Ablagerun-
gen . ,,im Gegensatz zu den Angulatenschichten von Lintach keinerlei
Spuren organischen Lebens aufweisen“ (1932 S. 38) und auch die höheren
Lagen (Lias-Alpha 3) ,,nicht die geringste Spur organischer Uberreste“
(1932, S. 40) zeigen. Eine ,,einwandfreie Abgrenzung der Lias-Beta-Stufe
nach unten läßt sich nur in der Lintacher Gegend durchführen“ (1932,
s. 41).
FRANK, dessen Interesse speziell dem Lias-Alpha (1930) und -Beta
(1926) galt, und der in unserem Gebiet häufig auf GÜMBEL zurückgreift,
glaubt in seinem Profil Mülles-Frohnhof, nordöstlich Hahnbach, immer-
hin noch Arietenschichten (Lias-Alpha 3) vom ,,Fränkischen Rhät“ ab-
trennen zu können (1930, S. 170). Belege dafür stehen ihm nur in Form
verhältnismäßig großräumig angestellter Vergleiche zur Verfügung
sowie in sehr spärlichen, z. T. von GÜMBEL übernommenen Fossilangaben
aus der Amberger Gegend O), wo die Arietenschichten ,,ein grobsandiger,
roter, quarzitführender Sandstein von kaum 1 m Mächtigkeit“ (FRANK
1930, S. 171) sind, ,,die nur ganz selten noch einzelne Spuren von Ver-
steinerungen aufweisen, Darüber folgen wieder . . . 0-30 cm mächtige
Mergel, die ziemlich häufig Lias-Beta-Fossilien geliefert haben“ (1926.
S. 407). FRANK macht aber keine näheren Angaben über diese ,,ziemlich
häufigen Lias-Beta-Fossilien“. Dagegen schreibt er später, daß in del
Amberger Gegend, (die nach unseren Kenntnissen im Vergleich zur
Sulzbacher doch als recht fossilreich gelten muß), die Lias-Beta-Tone
gelegentlich vollständig fehlen, ,,so daß . . die unterste Lias-Gamma-
Bank unmittelbar den Arietenschichten auflagert“ (1930, S. 172).
Es ist damit zur Genüge dargelegt, daß für eine Aufgliederung del
Schichtgruppe in eigentliches Rhät und, bestenfalls wenige Meter mäch-
tigen, Unteren Lias - zumindest vorläufig - die Handhaben nicht aus-
reichen. Andererseits darf aber als ziemlich gesichert gelten, daß im
,,Rhätalias“ unserer Karte tatsächlich Äquivalente des Unteren Lias ent-
halten sind.
‘i) ,,In den Profilen VOII Amberg finden wir (in den Arietenschichten):
Gryphea arcuata LAMK. Unicardium cardioides
.~yoconcha decorata MÜNST. Pentacriniten“ (FRANK 1930, S. 172)
PeCtCn textoYiU5 SCHI..
13
Wo einigermaßen ungestörte Lagerung herrscht, heben sich die meist
mi,t Kiefern bewaldeten kol-Schichten als mehr oder minder deutliche
Böschung zwischen dem flacheren Gehänge des Feuerletten und des Lias
heraus (z.B. von Großalbershof über Steinling nach Schönlind oder zwi-
schen Mülles und Schalkenthan). Wo er aber mehr steil gestellt in die
Störungszonen einbezogen ist. wie zwischen Rummersricht und Sulzbach
und weiter nach Rosenberg oder zwischen Irlbach und Mülles, sind aus
dem Oberflächenrelief fast nirgends Anhaltspunkte für die Grenzziehung
zu entnehmen. Die vom Rhätolias ausgehende Hangschuttbildung (manch-
mal auch als kleine bergschlipfartige Abgleitungen) ist schon bei der
Behandlung des Feuerlettens erwähnt worden.
11. Jura
a. Lias
1. Lias-Gamma, 17 (0,5-4,5 m)
Deutlich vom Liegenden trennbar folgen auf die geringmächtigen
Ton- bzw. Mergelsande des obersten ,,Rhätalias“ die unverkennbaren,
meist braunen, zunächst noch Grobsand führenden Kalke oder Dolomit-
kalke des Lias-Gamma.
Im Relief bildet Lias-Gamma über dem steileren ,,Rhätalias”-An-
stieg den Obergang zum flacheren Lias- und Dogger-Gehänge.
Lias-Gamma setzt sich aus harten, braun verwitterten, wenig mäch-
tigen Kalkbänken und dünnen, z.T. nur angedeuteten Mergellagen Z~I-
sammen. Im unteren Teil führen die Kalke reichlich, meist groben.
hellen Quarzsand (Körner vereinzelt bis 10 mm). Nach oben nimmt der
Sandanteil ab, doch sind auch hier immer noch einige, z. T. grobe, Quarz-
körner enthalten. Während Lias-Gamma aus der Amberger Gegend als
recht fossilreich bekannt ist (G~MBLX 1891, S. 396, 397; SCHLOSSER 1901,
S. 521 ff.; SCHNITTMANN 1953, S. 78; KRUMBECK 1936, S. 177, 182 ff.; SPI:RBEIC
1932, S. 44 ff.), zeichnet es sich in unserem Gebiet, besonders im nörd-
lichen Bereich, durch Fossilarmut aus.
Zwar erwähnt GÜMBEL (1891, S. 408) von Großalbershof ,,neben
Belemnites paxillosus zahlreiche Schalen von Gryphaea cymbium“ sowie
,,Ammoniten vom Typus des A. Maugenesti“ und Rhynchonella rimosa,
DORN (1929, S. 14) nur Gryphaea cymbium, doch konnten dort neuerdings,
außer Belemniten-, seltenen Seelilien- und Muschelresten, keine Ver-
steinerungen mehr gefunden werden.
Diese Fossilarmut im Verein mit der mehr oder weniger dolomiti-
sehen Beschaffenheit ‘), die den Lias-Gamma in der nördlichen Umran-
dung der Hahnbacher Kuppel von der südlicheren (Amberger), mehr
kalkig-mergeligen und fossilreicheren, z. T. oolithischen Ausbildung un-
14
terscheidet, wird schon von SPERBER (1932, S. 50) betont. KRUMBECK (1936,
S. 163) trennt ebenfalls zwischen nördlicher ,,Dolomitfazies“ und süd-
licher, versteinerungsreicher, oolithischer Kalksteinfazies. Die Grenze
ZWiSCheII beiden Faziesbereichen legt er, wegen der von GÜMBEL (1891, S.
408) und DORN (1929, S. 14) von Großalbershof angeführten Fossilien,
nördlich Großalbershof. Da im südlichen Teil unseres Blattgebietes und
weiterhin bis gegen Amberg geeignete Aufschlüsse fehlen und die in der
Sulzbacher Störungszone erbohrten Gamma-Schichten nicht als typisch
gelten dürfen, kann hier die Lage dieses, sicher mehr allmählichen,
Faziesübergangs nicht erörtert werden,
Die heute leider verfallenen, doch früher eindrucksvollen Aufschlüsse
von Steinling und von Irlbach, (mitgeteilt von KRUMBECK 1936, S. 163/164),
sind als Profil 12 und 13 beigefügt. Bei Irlbach wurden die Gamma-
Schichten früher als Putzkalk gewonnen. Bei Heroldsmühle (nicht mehr
aufgeschlossen) hat sie GüMnEI. (1891, S. 409) als grauen, gelbverwittern-
den, dickbankigen Kalk beschrieben.
Bei der Kartierung fällt der Lias-Gamma-Ausstrich leicht auf durch
die zahlreichen, braunen, z. T. grobsandigen Kalk- bzw. Dolomitkalk-
Scherben und -platten, die aus dem mit viel groben, hellen Quarzkörnern
durchsetzten, braunen Lehmboden herauswittern. Im Innern sind die
Kalke vielfach noch grau, randlieh zunehmend heller braun und weicher.
Gleichzeitig nimmt der Dolomitgehalt von innen nach außen ab (vgl.
SPERBER 1932, S. 46). Die weicheren, braunen Kalke sind zellig oder luckig
verwittert. Als Rückstand in den Hohlräumen bleibt oft ockeriger, erdiger.
Ton oder Mergel erhalten.
Nicht als primär verschiedene Fazies, sondern in tektonisch bedingter,
andersartiger Ausbildung erscheint der Lias-Gamma in den Tiefenauf-
schlüssen im Bereich der Sulzbacher Störungszone. Während der Ober-
flächen-Ausstrich im schmalen Störungsstreifen zwischen Rummersricht
und Lobenhof,zumindest streckenweise, durch kleine Aufschürfungen
und Lesestücke von gelbbraunem Kalk nachweisbar war, ist der Lias-
Gamma in der aufgeschobenen und ,,überschobenen” Scholle bei rd. 128 rn’
Teufe als knapp 1 m starker, ockeriger Ton mit einzelnen groben Sand-
körnern angetroffen worden (vgl, Profil 14, Galgenberg-Schacht). Südlich
Lobenhof war er dicht unter der Oberfläche (von 1,3 m bis 3,l m) noch
großenteils als hellockerbrauner, harter, kalkspat-durchtrümerter Kalk,
etwa 1 m stark, bei rd. 40 m Teufe aber als hellbrauner, schwachsandiger
Ton ausgebildet. Die Ursache dieser Veränderungen liegt in den tekto-
nischen Verhältnissen.
2. Lias-Delta (Amaltheenton), 18 (4-17 m)
Mit mehr oder minder scharfer Grenze setzt über dem Lias-Gamma-
Gestein der schwach mergelige, graue Amaltheenton (Lias-Delta) ein.
Sein Ausstrich, soweit nicht von Hangschutt überdeckt, ist durch hell-
braune, schmierige Tonböden gekennzeichnet, die sich von denen des
Opalinustons (Dogger-Alpha) durch die häufiger eingestreuten, rostbraun
verwitterten Scherben von Toneisenstein-Geoden unterscheiden.
An Fossilien führt SPFRDFR (1932, S. 52) aua der Nähe von Großalbers-
hof an:
Rhynchonella amalthei QU. Trochus glaber KOCH u. DUNK.
Rhynchonella scalpellum QU. Turbo cf. cyclostoma 2%~.
Terebratula punctata Sow. Lytoceras lineatum SCHLOTH.
Waldheimia cornuta Sow. Amaltheus costatus REIN. sp.
Plicatula spinosa Sow. Belemnites clavatus Qu.
Pecten aequivalvis Sow. Belemnites paxillosus SCHLOTH.
Pecten priscus SCHLOTH.
In frischem Zustand (vgl. Profil 14 u. 15) ist der Amaltheenton ein
fester , ,,blau-“grauer, schwach karbonatischer (Mergel-) Ton, der scharf-
kantig und oft ohne Rücksicht auf die durch dünne, hellere Streifen an-
gedeutete Feinschichtung bricht. Zahlreich eingelagert sind dünne, un-
regelmäßig einsetzende, hellgraue Kalkmergelbänkchen und, zuweilen
lagenweise angeordnete, hellgraue Toneisenstein-Geoden, die angewit-
tert (rostbraun) konzentrisch-schaligen Bau zeigen.
Der Galgenberg-Schacht bei Sulzbach (Profil 14) hat Lias-Delta in einer
wahren Mächtigkeit von fast 17 m durchteuft, dabei wurden außer
einem schlecht erhaltenen Amaltheus sp. und einigen Belemniten-Resten
keine Fossilien gefunden. Beim Gasthaus ,,Winter“ (Feuerhof) waren im
Erdaushub für einen Wasserbehälter über 9 m Amaltheenton aufge-
schlossen, woraus sich unter Berücksichtigung der Ausstrich-Verhältnisse
(belegt durch vorübergehend aufgeschlossenen Rohrgraben) ebenfalls
cinc Gesamtmächtigkeit der Stufe von 15-17 m ergab. Bezeichnende
Fossilien waren hier nicht zu finden. Die Mächtigkeit dürfte nach Nor-
den, gegen Großalbershof und Steinling, nicht wesentlich abnehmen, ob-
gleich sie dort, infolge tektonischer Verhältnisse, reduziert erscheint. Er-
heblich nimmt sie aber nach Osten und Südosten ab. Zwar ist innerhalb
unseres Blattgebietes die Mindestmächtigkeit nicht genau bekannt, doch
dürfte sie nordöstlich von Hahnbach, nahe der Blattgrenze, 4 m kaum
übersteigen.
Bei Mausdorf, 4 km südöstlich Hahnbach, wird für Lias-Delta 0,05-
0,10 m (SPERBEK 1932, S. 52) und 0,30 m (HAUNSCHILD, mündl. Mittlg.), für
Amberg 2,08 m (SCHNIT,WANN 1953, S. 76) angegeben.
3. Lias-Epsilon (Posidonienschiefer), 1~ (2-5 m)
Der Lias-Epsilon macht sich bei uns, im Gegensatz zu seinem Ver-
halten in vielen anderen Gebieten, reliefmäßig fast nirgends bemerkbar.
Dennoch bildet er mit seiner Monotis-Bank in der sonst eintönigen und
schwer trennbaren Ton-Serie des Lias und Unteren Doggers einen mar-
kanten Horizont, den man, wenn auch nur sehr selten aufgeschlossen,
anhand von Lesestücken eben dieser ziemlich verwitterungsresistenten
Bank sowie seiner verhältnismäßig reichen Fossilführung weithin durch-
verfolgen kann. Die nach der reichlich in ihr enthaltenen kleinen Muschel
Pseudomonotis substriata benannte Monotis-Bank, und damit der ganze
Lias-Epsilon, läßt sich mit geringen Unterbrechungen, die z. T. tektonisch
bedingt sind, entlang der Amberg-Sulzbacher Störungszone und
weiter in der nördlichen Umrahmung der Hahnbacher Niederung, von
Großalbershof über Steinling, Schönlind, Frohnhof bis nördlich Schal-
kenthan immer wieder nachweisen, Hingegen fehlen ständige Aufschlüsse
in dieser Stufe völlig.
Bei Heroldsmühle hat GÜMHEL (1891, S. 499) die ,,Posidonienstufe“ wie
folgt aufgenommen:
a. Belemnitenreiche Mergel, voll von Belemnites irregularis 0,25 m
b. Papierschiefer 1,0 m
c. Monotiskalkplatte 0,25 m
d. Gelber lettiger Schiefer 1,75 m
3,25 m
SPERBER (1932, S. 56) hat dort immerhin noch die Monotis-Bank fest-
gestellt, für die er bis zu 58 cm Mächtigkeit angibt. KRUMBECK (1943,
S. 324) kann in seinem detaillierten Profil von dieser Stelle (Profil 1’7)
über der Monotis-Bank noch 65 cm Oberst-Epsilon (Bifrons-Schichten),
fossilreiche, graublaue und graue Mergelschiefer und Kalkmergel, nach-
weisen. Heute ist der Aufschluß weitgehend verfallen, lediglich Stücke
einer ,,Monotis“-führenden Kalkbank von 20-25 cm Stärke wurden ge-
funden
In dem ebenfalls von KRUMBECK (1943, S. 321) größtenteils durch Gra-
bungen freigelegten Profil am Westausgang von Großalbershof (Profil 16)
wird nur noch die Monotis-Bank miterfaßt, nicht der tiefere Lias-Epsi-
lon. KRUMBECK weist hier eine Oberst-Epsilon und Unterst-Zeta (Bifrons-
und Variabilis-Schichten) umfassende Schichtlücke a, nach. Die Monotis-
Bank bildet hier also das Dach von Epsilon.
Vollständiger war die Schichtfolge in den vorübergehenden Bauauf-
schlüssen beim Gasthaus ,,Winter“ (Feuerhof) und im Galgenberg-Schacht
freigelegt (Profil 14 und 15): Es sind fossilführende, dunkelgraue Mergel-
und Schiefertone mit nur sehr geringem Bitumengehalt, denen im oberen
17
Teil die bereits mehrfach erwähnte, harte Monotis-Kalkbank horizontbc-
ständig und durchgehend eingelagert ist. Anscheinend bildet diese oft in
zwei oder drei Einzelbänke aufgegliederte Bank auch hier das Dach
von Epsilon. Die Schalen der Pseudomonotis substriata, nach der die
Bank benannt wird, sind recht ungleichmäßig verteilt: Während sie
mancherorts die Hauptmasse des Gesteins zu bilden scheinen, beschrän-
ken sie sich an anderen Stellen nur auf dünne Schill-Lagen, in anderen
Partien treten sie sogar nur als mehr oder minder häufige Einzelschalen
auf. Kluftfüllungen und kleine Drusen aus Kalzit sind in der Monotis-
Bank nicht selten, desgleichen Pyrit- und Gagatkohle-Nester, besonders
an den Bankungsflächen, aber auch in den liegenden und hangenden
Schiefertonen. Dicht (10-30 cm) unter der Monotis-Bank liegt eine meist
bituminös riechende Kalkbank, die sich durch zahlreiche kleine, dunkel-
braun glänzende Fisch-Schuppenreste auszeichnet. Darunter folgen, drn
schiefrigen Tonen eingelagert, noch ein bis zwei Stinkkalk-Lagen, die
aber nur linsenartig ausgebildet sind (vgl. Profil 14 u. 15).
Die sonst den Epsilon-Schiefern eigene, ,,papierschiefer“-artige Ver-
witterungsphase ist mangels geeigneter Aufschlüsse nur an örtlich ausge-
pflügten Lesestücken zu beobachten.
Im Vergleich zum Mittleren und Unteren Lias und dem Unteren
Dogger ist für den Lias-Epsilon (und besonders auch Lias-Zeta) eine
reichlichere Fossilführung kennzeichnend. Neben der in der Monotis-
Bank stellenweise sogar gesteinsbildend auftretenden Pseudomonotis
substriata, führt KRUMBECK (1943, S. 320 ff.) von Großalbershof und
Heroldsmühle eine Anzahl anderer Arten an, die aus den Profilen 16
und 17 zu ersehen sind. Als Fossilfundort sei neben der verfallenen
Grube bei Heroldsmühle besonders das aus dem Bahneinschnitt südwest-
lich von Großalbershof stammende Lias- und Dogger-Alpha-Material
genannt, das als künstliche Aufschüttung zwischen Großalbershof und
Iber liegt und gelegentlich als ,,Mergel“ gewonnen wird.
Die Mächtigkeit von Lias-Epsilon schwankt bei Sulzbach und Grob-
albershof um 2,5m, nimmt aber nach Osten zu und dürfte am östlichen
Kartenrand bei 5-6 m liegen. Das Anschwellen von Epsilon gleicht also
den in gleicher Richtung erfolgenden Mächtigkeits-schwund von Lias-
Delta zum Teil wieder aus.
b. Dogger
1. Lias-Zeta (Jurensismergel) und Dogger-Alpha (Opalinuston), auf der
Karte zusammengefaßt als ba
Der im Blattgebiet knapp 2 m mächtige Lias-Zeta ist mangels geeig-
neter Abgrenzungsmöglichkeiten auf der Karte mit dem bis über 50 m
mächtigen Dogger-Alpha (Opalinuston) zusammengefaßt.
Lias-Zeta setzt sich aus gelbbraun verwitternden, ursprünglich dun-
kel-blaugrauen Tonmergeln und Mergeltonen zusammen, denen stellen-
18
weise härtere, ruppig verwitternde Mergelbänkchen eingelagert sind:
Neben den nicht seltenen Phosphoritknöllchen kennzeichnet eine reich-
liche Fossilführung (Belemniten, teils kalkige, teils verkieste kleine
Ammoniten) diese Schichten, in denen KRUMBECK (1943, S. 320ff.) bei
seiner stratigraphisch-faunistischen Untersuchung Schichtlücken festge-
stellt hat. Seine Profile von Großalbershof und Heroldsmühle erfassen
den gesamten (erhaltenen) Lias-Zeta und geben Gliederung und Fossil-
inhalt im einzelnen wieder; sie sind als Profil 16 und 17 beigefügt. Wäh-
rend der Kartierung wurden im verfallenen Aufschluß bei Heroldsmühle
etliche Fossilien aufgesammelt, die Herr Dr. ZEIssiErlangen wie folgt
bestimmt hat: “)
Dumortieria costula (REINFXKE)
Dumortieria sparsicosta (HAUG)
Dumortieria subundulata (BRANCO)
Lytoceras jurense (VON ZIETEN)
Phlyseogrammoceras aalense MAUBEUGT:
Phylloceras (Calliphylloceras) nilssoni (HEBERT)
Phylloceras (Calliphylloceras) tatricwm (PUSCH in VACEK)
Pleydellia aalensis (VON ZIETEN)
Pleydellia buckmani MAUBEUGE
Pleydellia fiuitans (BUCKMAN)
Pleydellia aff. leurum BUCKMAN
Pleydellia mactra (DUMORTIER)
Pleydellia subc0mptu.m (BUCKMAN)
Pleydellia subserrodens (BRANCO)
Pseudogrammoceras cotteswoldiae BUCKMAN
Pseudogrammoceras cf. doerntense (DENKMANN)
Pseudogrammoceras fallaciosum (BAYLE)
Pseudolioceras falcodiscum (F. A. QUENSTEDT)
Pseudolioceras pompeckyi ERNST
Alaria sp.
Astarte sp.
Belemnites exilis D’ORBIGNY
Erwähnt seien noch die z.B. bei Heroldsmühle im Lias-Zeta häufigen
Gipskristalle, die, bis 5 cm lang, manchmal bizarr geformt sind Io).
Die Grenze Lias-Zeta/Dogger-Alpha ist, selbst im Aufschluß, nicht
exakt festzulegen (vgl. Profil 16 u. 17), sie kann jedoch dort vermutet
werden, wo die Fossilhäufigkeit unvermittelt nach oben abnimmt.
Die über dem faunistisch noch belegbaren Lias-Zeta folgenden Schich-
ten des Dogger-Alpha bestehen aus faziell sehr eintönigen, fossilarmen,
wohlgeschichteten, blaugrauen Mergeltonen, deren Mächtigkeit 40-55 m
19
beträgt. Sie enthalten stellenweise häufiger eingelagerte, flache Toneisen-
stein-Geoden und gelegentlich kleine Pyritknöllchen. Ihr Versteinerungs-
inhalt ist gering, lediglich im unteren und untersten Teil (Torulosus-
Schichten) sind Belemniten und Ammoniten (z. T. in Pyritfazies) etwas
häufiger. Im Galgenberg-Schacht bei Sulzbach sind aus diesen Schichten
vereinzelte Exemplare von Lioceras opalinum (REINECKE) gefunden wor-
den. SPERBER (1932, S. 63) gibt von Heroldsmühle aus der gleichen Zone
folgende Arten an: Posidonomya sueßi OPP., Inoceramus fuscus Qu.,
Pleuromya rotunda ZIET., Aluria subpunctata MÜNST., Lytoceras toru-
losum (SCH~BL.) ZIET. SP., Leioceras cf. opalinum REIN. SP., Hastites neu-
marktensis OPP., Hastites subclavatus Vo~rz, Belemnites breviformis
VOLTZ, Belemnites irregularis SCHLOTH.
Gegen das Ausgehende ist der ursprünglich schwach mergelige und
feste Opalinuston, der bei Sulzbach in zahlreichen Bohrungen durchteuft
wurde, meist zunehmend entkalkt. Er zerfällt in weiche schiefrige Blätt-
chen und bildet an der Oberfläche einen vorwiegend gelbgrauen, hellen,
plastischen Lehm, der überdies meist stark mit abgerutschtem Dogger-
Beta vermengt oder sogar völlig von diesem überdeckt ist.
Als Obergrenze von Dogger-Alpha wird das Einsetzen von grauen,
zunächst noch etwas tonschmitzigen Feinsand-Schichten betrachtet, die
bereits zum Dogger-Beta gestellt werden. Kartierungsmäßig ist dieser
Fazies-Umschlag nirgends eindeutig zu erkennen, da dieser Bereich fast
überall von oft weit hinabreichendem Dogger-Beta-Schutt überrollt ist,
doch geben Relief, Wasserführung und Bodenbeschaffenheit genügend
Anhaltspunkte zur Grenzziehung.
Mit Ausnahme der Ziegelei-Grube (Profil 18) bei Schönlind fehlen
ständige Aufschlüsse im Dogger-Alpha völlig. Gelegentliche Rutschurigen
im Bahneinschnitt südwestlich von Großalbershof und im Straßenein-
schnitt oberhalb der Eisenerz-Grube ,,Karoline“ können einigen Einblick
gewähren ll).
20
stehen dagegen mehr oder weniger in der Sulzbacher Störungszone, ihre
Auswahl ist aber so getroffen, daß sie dennoch Profile eines ungestörten
Verbandes, wenn auch z. T. in verstellter Lagerung, wiedergeben Ie).
Durch diese Lagerung (Einfallwinkel bis 40°) wird in den Bohrungen
F 38, F 37, F 36, E’ 28 und F 88 ein beträchtliches Anschwellen der Mächtig-
keit v o r get ä u s c h t.
B e i 1 a g e 2 zeigt dieselben Bohrprofile, nunmehr unter Berücksich-
tigung der Einfallwinkel reduziert auf die mutmaßlich w a h ren Mäch-
tigkeiten. Wenngleich es nicht mehr möglich war, die Einfallwinkel in
den einzelnen Bohrlöchern oder gar den einzelnen Teufenabschnitten
exakt festzustellen, so kann doch aufgrund der zahlreichen Nebenbohrun-
gen und mittels Profilkonstruktionen das G e n e r a 1 e i n f a 11 e n im
jeweiligen Bohrlochbereich erschlossen werden. Diese Einfallwerte be-
tragen für die Bohrungen F38, F37, und F27 rd. 40°, für die Bohrung
F 28 rd. 35’, für F 36 rd. 30n und für die Bohrung F 88 rd. 203. Im Bereich
der Bohrungen ,,Niederärndt“ und ,,Edelsfeld“ braucht die Schichtneigung
von rd. 2O Gicht berücksichtigt zu werden, In Bohrung G 24, ,,Brunnen“
und Ei 33 sind die Schichten annähernd söhlig gelagert.
Die Parallelisierung der einzelnen Bohrprofile ist nach der bewähr-
ten und in diesen praktisch fossilleeren Schichten einzig brauch-
baren Gliederung v. FREYBERGS (1951) durchgeführt. Dabei konnte an die
v. FREYflLRGSChe Horizontierung der Bohrung ,,Niederärndt” angeschlossen
werden,
Die aus der Darstellung ersichtlichen Zweifel in der Parallelisierung
haben einmal inre Ursache in der Natur der Ablagerungen, die zu einer
Stratigraphie nach lithologisch-faziellen Gesichtspunkten zwingt IE<), zum
anderen sind sie darin begründet, daß die Bohrprofile F40 bis Ei33
weitgehend auf Bohrmeisteraufzeichnungen beruhen, die nicht im Hin-
blick auf spätere stratigraphische Auswertung gemacht wurden! Daher
konnte die Deutung nicht immer freibleiben vom subjektiven Ermessen
des Bearbeiters.
Spezielle Bearbeitung fand der Doggersandstein in der Umrandung
der Hahnbacher Kuppel durch BERGER (1952) 14). Er kommt, aufbauend
auf die Stratigraphie v. FREYBERGS (1951), zu folgender Vollgliederung,
deren Nachweis aber keineswegs überall möglich ist:
a) Unterer Doggersandstein
1. 0 b er g an g s - S c h i c h ten : Helle bis gelbe Sandsteine mit grauen
bis gelblichen Tonbändern und kleinen Tonlinsen, 3-11 m mächtig.
2. L i e g e n d s a n d s t e i n : Feinkörniger, standfester, gelbbrauner Sand-
stein, 5-6 m (stellenweise bis zu 10 m) mächtig. Im Osten allgemein
lockerer und mürber und damit an Standfestigkeit verlierend. Im
Gelände deutliche Stufe innerhalb des Steilanstieges des Dogger-Beta.
b) Oberer Doggersandstein
IJ n t e r e r Rö t e 1 h o r i z o n t : Roter, rötlichgrauer bis violett-
grauer Ton, meist um 1,5m bis ZLI 3m mächtig. Garkante Verebnung
im Gelände, Quellaustritte. Innerhalb des Gebietes ein beständiger
Leithorizont. Aufschlüsse: Von Rummersricht bis Edelsfeld zu ver-
folgen. ebenso von Weißenbera bis Oedgodlricht (dort wie bei Edels-
feld ‘l!ümpel und künstliche Wasserbecken auf dem undurchlässigen
Gestein), Gumpenhof, Bruckmühle, Hutgraben, 0 Kreuzberg, Schal-
kenbach.
H a u p t f 1 ö z h o r i z o n t : Roter, fester, stark eisenschüssiger Sand-
stein, manchmal durch Limonitsandstein ersetzt. Wenn vorhanden, im
allgemeinen aut abgrenzbar als rötliches Band zwischen dunkelbrau-
ne; Sandsteiien. NÜr zwischen Edelsfeld und Kreuzberg festzustellen.
In der Bohrung Niederärndt in Übergangsfazies vom reinen ooidischen
Flöz zum sandstreifigen Flöz. Bei Weißenberg rote, ooidische Sand-
steine. Bei Gumpenhof schwache Limonitsandstein-Bank in lettigen.
rotbraunen Sanden. Hohlweg Bruckmühle-Sollnes stark eisenschüs-
sige, rote Sandstein-Bank.
Z w i s c h e n s c h i c h t e n : Braune bis gelbbraune, fein- bis mittel-
körnige leicht zerfallende Sandsteine mit rotbraunen bis rostfarbenen
unregelmäßigen Bändern, auch wechselnde Tonlagen, Sandbänder und
geflammte, mürbe Sandsteine. Mächtigkeit 7 m (Heidberg bei Rum-
mersricht bis 17 m (Weißenberg). Bilden den unteren Teil des Steil-
anstieges des Oberen Doggersandsteins, meist mit Wald bedeckt und
schlecht erschlossen.
0 b e r f 1 ö z h o r i z o n t : Teils als ooidreicher Sandstein, teils als
Limonitsandstein ausgebildet, Im ersteren Fall 0,2-4,5 m, im letzteren
0,15-0,25 m mächtig. Es besteht ein gewisser Zusammenhang zwischen
Oberflöz und Unterem Rötel insofern als das Oberflöz dort, wo der
Rötel violettgrau ansteht, als Limonitsandstein auftritt, während bei
gelb bis braun oder graugelb getöntem Rötel das Oberflöz sandig-
ooidisch ist, Aufschlüsse: Straßenkurve S Edelsfeld kräftig rote Sande
mit 12 cm Limonitsandstein; Weißenberg 30 cm rotes oolithisches
Band; Eisenstraße dunkelrote, oolithische Sandsteine mit Limonitsand-
Stein; Hohlwege bei Bruckmühle; Kreuzberg Limonitsandstein in
22
rotem Sand; Schalkenbach oolithisches Flöz, darunter und darüber bis
15 cm Limonitsandstein.
5. Schwarten h o r i z o n t : Gelbe bis fahlgelbe, fein- bis mittel-
körnige, schwach tonig gebundene, mürbe Sandsteine. Oft von rost-
braunen Bändern durchsetzt (Grabgangfazies). Häudg Schwarten mit
runzeliger Oberfläche und warzenförmigen Auswüchsen. Grtlich kommt
ein schwach kalkhaltiger, etwas härterer, unregelmäßig-knollig ver-
witternder, poriger Sandstein vor (Porenfazies nach BRUNNACKER 1954,
S. 10). Der im Westen 7-8 m, im Norden und Osten etwa 10 m mäch-
tige Schwartenhorizont bildet die auffälligste Geländestufe des Gebie-
tes und ist meist mit Wald bedeckt.
Am Heidberg b. Rummersricht ist der Horizont mit helleuchtenden
Sanden mit rostbraunen Bändern vertreten; ein Wasserleitungsgraben
bei Bernricht zeigte hellfahlgelbe, standfeste Sandsteine mit Bände-
rung, Grabgang- und Porenfazies; bei Edelsfeld deuten zahlreiche
Schwarten auf den Äckern den Horizont an; bei Weißenberg hell-
braune bis gelbe Sandsteine, stark und auffallend gebändert; an der
Eisenstraße zunehmende Bänderung, hier auch eine 4 cm starke, grob-
körnige Schwarte, an deren Ober- und Unterseite schlecht gerundete,
bis linsengroße, mit Eisenoxydhäutchen überzogene Quarzgeröllchen
angereichert sind; Straßeneinschnitt bei Schlicht zeigt hellbraune bis
gelbe Sandsteine in Grabgang- und Porenfazies; Hohlweg Bruck-
mühle-Sollnes Massierung der Schwarten unten und der Bänderung
oben.
6. 0 b er e r Rö t e 1 h o r i z o n t : Rote bis violettgraue Tone, 0,8-
2,5 m mächtig. Darin eine rote, blättrige Limonitsandstein-Bank (Rötel-
platte), oft stark von Organismen bearbeitet (Wurmspuren). Im
Gelände deutliche Verebnung über dem Schwartenhorizont, üppiger
Pilanzenwuchs, besonders saure Gräser.
Bei Rummersricht in Form rotbrauner Tone vorhanden, ist der Hori-
zont im Südteil des Hahnenkamms weitgehend abgetragen und erst
von Bernricht an weiter nach Norden zu-verfolgen: Von Weißenberg
bis Oednodlricht an roter Farbe in Wald und Feld erkennbar. sehr
schön zÜ sehen im Straßeneinschnitt Schlicht. Bei Bruckmühle und
Heroldsmühle I gut erschlossen, am Kreuzberg Verebnung mit zahl-
reichen Rötelplatten.
7. Oberster Doggersandstein: Beginnt mit dunkelbraunen,
teils gestreiften, teils ockerfarbigen Sandsteinen. Darüber liegt eine
blättrig-schuppige, rost- bis schwarzbraune, manchmal von Sandlinsen
durchsetzte, limonitische, 0,03-0,30 m starke Bank (Steinlein’sche Bank).
Im östlichen Teil des Verbreitungsgebietes darin eingelagerte Gerölle
aus Limonit oder Kalksandstein bzw. Sandstein. Oft bildet diese Bank
den Abschluß des Doggersandsteins, vielfach folgen darüber aber auch
noch feinkörnige, mürbe Sandsteine,
Am Heidberg-liegt die Steinlein’sche Bank über hellockerfarbigen
Sandsteinen; bei Weißenberg folgen über dem Oberen Rötel braun<:
und ockerfarbige Sandsteine, dann die Steinlein’sche Bank und endlich
helle, mürbe Sandsteine, an der Eisenstraße ist die Steinlein’sche Bank
0,20m mächtig erschlossen; bei Gumpenhof fester gebundene, leicht
kalkige Sandsteine mit Knauern unter der Steinlein’schen Bank und
über -ihr braune bis gelbbraune Sandsteine; im Straßeneinschnitt
Schlicht rd. 4,5 m braune Sandsteine, dann 0,20 m Steinlein’sche Bank
und 180 m feinkörnige, helle, mürbe Sandsteine, ebenso bei Bruck-
mühle, Hutgraben und Hohenzant.
23
BERGER konnte auf Grund seiner sedimentpetrographischen und strati-
graphischen Untersuchungen eine in unserem Gebiet bei Heroldsmühle-
Gumpenhof vermutete GFenze zwischen einer Seichtwasser- und Strand-
fazies des Doggersandsteins (SCHMIDTILL 1926, S. 76) nicht bestätigen.
Andererseits wies er an Hand von Mächtigkeitskurven verschiedene)
Horizonte eine bereits im Dogger-Beta sich abzeichnende Beweglichkeit
des Untergrundes im Raum des späteren Hahnbacher Sattels nach, was im
Hinblick auf die erdgeschichtliche Entwicklung unseres Gebietes bemer-
kenswert ist.
Die Gesamtmächtigkeit des Doggersandsteins erreicht im Raum Gro-
Renfalz-Kleinfalz 70-75 m, in der Liegendscholle unter dem Eichelberg
(auf Blatt Sulzbach-Rosenberg Süd) sogar 78 m; im Norden, bei Edelsfeld.
sind es 60-65 m, am Kreuzberg um 60 m. Meist geringer, wenn auch -
lagerungsbedingt - außerordentlich schwankend, ist die Mächtigkeit im
Hangendflügel der Sulzbacher Störungszone: hier kann sie stellenweise
40 m unterschreiten.
Am Ausstrich ist die Grenze zum liegenden Opalinuston gewöhnlich
unter Schutt des leicht beweglichen Doggersandes verborgen, aber auf-
grund von Wasseraustritten, Drainagen usw. meist ausreichend erkennbar.
Häufig sind aber auch größere, kompakte Doggersandstein-Schollen auf
dem Opalinuston abgerutscht. Sie täuschen dann größere Mächtigkeiten
des anstehenden Dogger-Beta vor; so z.B. die auch im Geländerelief
auffallende, ausgedehntere Scholle oberhalb von Heroldsmühle.
24
Oberen Dogger an, und nur 250 m nördlich davon fehlt er in einer
anderen Bohrung gänzlich: Hier liegt Malmkalk unmittelbar auf Dogger-
Sandstein! lh)
Eine Vbersicht über die Mächtigkeiten bietet Beilage 3.
Auf Bei 1 a g e 3 sind Profilabschnitte aus solchen Kernbohrungen
zusammengestellt, die den Oberen Dogger in ungestörtem Verband und -
mit wenigen, besonders gekennzeichneten Ausnahmen - in annähernd
söhliger Lagerung angetroffen oder durchstoßen haben.
Einfallende Lagerung ist durch den Fallwinkel unter der Bohrbezeich-
nung angegeben, die daraus konstruierte w a h r e Mächtigkeit daneben-
gestellt.
Der Abstand der Bohrungen untereinander sowie die Teufe der als
Bezugshorizont gewählten Dogger/Malm-Grenze steht zwischen den Pro-
filen. In einzelnen Bohrungen fehlt die Dogger/Malm-Grenze als Bezugs-
horizont. Sie sind dann nach Maßgabe der nächstgelegenen Profile ..ein-
gehängt“ und können strenggenommen nicht zum-Beweis einer Gesamt-
mächtigkeit dienen. (Wohl aber als Beispiele dafür, daß Karsthohlformen
im Malm - mit Kreidesedimenten gefüllt - bis in den Dogger hin-
abreichen.)
Eine durchgehende Gliederung der Bohrprofile in die einzelnen Stufen
des Oberen Doggers - und sei es auch nur aufgrund lithologischer Merk-
male - war nicht möglich:
Der allenfalls in den Bohrkernen eingeschlossene Fossilinhalt fand
keine Beachtung, und für eine Deutung und Einstufung nach der Ge-
steinsbeschaffenheit sind die zugrundeliegenden Bohrmeisterangaben
meist zu grob und zu allgemein gehalten.
Besonders deutlich wird dies in den unterschiedlichen Angaben über
die Eisenooidführung, die meist nur dann gemeldet ist, wenn sie das
Gestein zum Oolith werden läßt. Zahlreiche Tiefenaufschlüsse in den
umfangreichen Sulzbacher Grubengebäuden haben aber gezeigt, daß Ein-
zelooide, sei es wolkig angereichert oder gleichmäßig verteilt, vielfach bis
unmittelbar unter den Malmkalk, in die glaukonitischen Mergel, hinauf-
reichen, daß es aber andererseits auch Stellen gibt, wo im ganzen
Oberen Dogger kaum ein Ooid zu finden ist. Beide Möglichkeiten können
ohne erkennbaren Zusammenhang mit der Gesamtmächtigkeit vor-
kommeni6)
Eine Entscheidung darüber, ob der Obere Dogger z.B. in Bohrung
F 35, A 51, A 36 oder G 18 tatsächlich ooidfrei, oder ob nur die Kern-
beschreibung unvollständig ist, läßt sich also nicht treffen. Ebenso ist
sicher in manchen Bohrungen (z. B. etwa in F 41 oder F 35) die mergelige
oder mergelkalkige Ausbildung von Delta und Epsilon nur übersehen
worden.
Die einzelnen Stufen und ihr örtlich wechselnder Anteil an der Ge-
samtmächtigkeit waren daher nur in wenigen Profilen darstellbar.
15) Keinesfalls rektonisch bedingt! Alle hier genannten Werte wurden aus der
ungestört lagerndcn Liegendscholle gewonnen (vgl. Abschnitt ,,Tektonik“).
IR) Es ist also nicht so, daß im einen Fall nur (Gamma bis) Epsilon vorliegt
und im andern nur Zeta. - Bei mikroDaläontoloeischcn Untersuchurinen an Bohr-
kernen kommt auch ZIEGLER (frdl. müidl. Mit&,) zur oberzeuguni, daß Ooide
- zumindest örtlich - bis in den obersten Ornatenton hinauf gebildet (nicht nur
umgelagert!) worden sind.
25
Deutlich aber kommt in den Mächtigkeitsschwankungen eine Unstetig-
Iccit der Ablagerungsbedingungen zum Ausdruck, die möglicherweise schon
damals wirksame tektonische Bewegungen an diesem heutigen Störungs-
rand der Hahnbacher Kuppel als Ursache haben.
Eine kartierungsmäßige Trennung innerhalb des Oberen Doggers ist
wegen schlechter Aufschlußverhältnisse und der dafür meist zu geringen
Mächtigkeit der einzelnen Stufen nicht möglich. Außer zwei Straßenein-
schnitten am Süd- und Ostausgang von Edelsfeld, wo jeweils nur Teile
der Schichtfolge erkennbar sind, gibt es derzeit keine ständigen Auf-
schlüsse im Blattgebiet. Trotzdem ist der Obere Dogger oder zumindest
Teile davon als mehr oder weniger schmales Band ohne nennenswerte
Unterbrechung auf dem ganzen Blattgebiet zwischen Dogger-Beta und
Malm durchzuverfolgen und zwar mit Hilfe der kennzeichnenden oolithi-
sehen und fossilreichen Mergelkalke oder der heute zwar durchweg
unbenützten und daher völlig verwachsenen, aber doch noch erkennbaren
kleinen Gruben, welche früher zwecks ,,Mergelung“ der Felder im
Ornatenton angelegt worden waren. Wenn auch entlang des ganzen
Ausstrichcs zwischen Edelsfeld-Bernricht-Sulzbach-Rosenberg Fossilien
des Oberen Doggers gefunden werden können, so sind doch die Felder
auf der Beinrichter Höhe sowie am Weg Edelsfeld-Steinling nördlich
P. 553 und ,,Auf der Hintern Röte“ östlich Edelsfeld als besonders reich-
haltige Fossilfundpunkte zu nennen. Infolge der flacheren Schichtlage-
rung in der nördlichen Umrahmung des Hahnbacher Sattels bildet der
Obere Dogger dort auch eine schmale aber deutliche, oft durch Feuchtig-
keit auffallende Geländeverflachung unterhalb der Weißjura-Kalke.
26
aus vollkommen abgerollt,en Kalksandsteinen und Sandsteinen ge-
kennzeichnet. DORN erwähnt sie in der Bohrung Edelsfeld (hier mit
dünner, braunglänzender Verwitterungsoberfläche), BERGER (1952, S. 118)
von Weißenberg, Eisenstraße, Gumpenhof, Bruckmtihle und Hohenzant.
Im Profil Edelsfeld befindet sich außerdem 1,75 m über der Untergrenze
eine weitere, 0,20 m starke, fossilreiche, konglomeratische Mergelkalk-
Lage, deren Gerölle dem Dogger-Gamma selbst zu entstammen scheinen.
Bei Edelsfeld endet die Stufe mit der obersten sehr harten, blaugrauen
Kalkmergel-Bank,
Der Fossilinhalt des Dogger-Gamma bei Edelsfeld besteht nach SPERBER
(1932, S. 70) aus Thecosmilia Zolleriana Qu., Pentacrinus cristagalli Qu.,
Serpula socialis GOLDF., Rhynchonella distracta WAAG., Lima substriata
MÜNST., Ctt?nOSt?YOn pectiniforme SCHLOTH., Pecten demissus PEIL., P. ob-
longus WAAG., Modiola modiolata Qu., Trigonia costata PARK., Melania li-
neata Sow., Pleuromya tenuistriata GOLDF., Cerithium cf. flexuosum WAAG.,
Relemnites canaliculatus SCHLOTH., B. giganteus SCHLO.~.. DORN erwähnt
aus der Bohrung Edelsfeld außerdem Ostrea eduliformis SCHLOT-H.,
Hinnites gingensis WAAG., Lima aff. sulcata GOLDF., Belemnites gingensis
QPP.,Cidaris prae?Lobilis Qu., vom Weinberg bei Gumpenhof massenhaft
Pecten demissus PHIL.
Die im allgemeinen sehr zerstreuten und nur örtlich nesterweise ange-
reicherten Brauneisenooide sind 0,2-1 mm groß, im Durchschnitt wesent-
lich kleiner als in den höheren Stufen des Oberen Doggers. Nach DORN
(1939, S. 284) ist die Gegend von Edelsfeld eine der wenigen Stellen der
Frankenalb, wo die Ooidführung auch im Dogger-Gamma verhältnis-
mäßig reich ist. So fand er in der Bohrung Edelsfeld ein 1,25 m mächti-
ges, fast nur aus 0,3-0,5 mm großen Brauneisenooiden von auffallend
metallisch aussehender Farbe bestehendes Flöz, welch& er auch bei
Bernricht mit 0,90 m, bei Weißenberg jedoch nur noch mit 0,05 m er-
schürfte.
Die Stufe ist bei Niederärndt 4,87 m mächtig, bei Edelsfcld 4,25 m,
nimmt nach Osten merklich ab (nach BERGER bei Weißenberg 0,20 m,
Eisenstraße 0,50 m, Bruckmühle 0,40 m) und fehlt an der’ Hohen Zant und
weiter im Osten ganz.
Dogger-Delta (Humphriesianus-Schichten)
Die Profile 21, 22 und 23 geben u. a. die von REUTER am Ostausgang,
von SPERBER am Südausgang von Edelsfeld und von DORN bei Weißenberg
in Ubertag-Aufschlüssen aufgenommenen Schichtenfolgen des Dogger-
Delta wieder, während aus den Profllen 19, 20, 24 und 25 die in den
Bohrungen Niederärndt, Edelsfeld sowie in 2 Versuchsschächten bei
Schnellersdorf gefundene Zusammensetzung dieser Stufe ersichtlich ist.
Dogger-Delta ist demnach gekennzeichnet durch eine Wechsellagerung
von braungrauen bis blaugrauen, gelbbraun verwitternderx Mergeln und
27
festeren Mergelkalk-Bänken. Beide sind oolithisch, die einzelnen Ooide
sind mit 0,75-1 mm durchschnittlich größer als im Dogger-Gamma. Die
Ooidführung ist vor allem in den Mergeln stark und oft nesterartig,
stellenweise sogar flözartig angereichert. Auch im Dogger-Delta ist das
Gebiet um Sulzbach-Edelsfeld durch besonderen Ooidreichtum ausge-
zeichnet (DORN 1939, S. 284). Der gleiche Autor weist (S. 273) außerdem
auf eine bisher im Frankenjura einmalige Beobachtung einer Geröll-
führung im Dogger-Delta hin, die er in der Bohrung Edelsfeld machte.
Die bis hühnereigroßen Gerölle bestehen aus oolithischen Mergelkalken
des Dogger-Gamma.
Der reiche Fossilinhalt der Schichten ist schon aus den Profilen
ersichtlich. Bemerkenswert ist die große Arten- und Individuenzahl der
Muscheln, denen gegenüber die Ammoniten an Häufigkeit zurücktreten.
Nur die Gegend von Edelsfeld macht auch hier wieder eine Ausnahme.
DORN (1939, S. 270) nennt von hier Stephanoceras humphriesianum SOW..
St. mutabile Qu., St. cf. umbilicum Qu., Stemmatoceras subcoronatum
OW., Sphaeroceras aff. polymerum, Sph. plyschides WAAG., Cadomites
linguiferum D’ORB. SCHMIDTILL (1953, S. 101) weist außerdem besonders auf
äußerst zahlreiche Exemplare von Stephanoceras und Stemmatoceras im
unteren Dogger-Delta bei Schnellersdorf hin.
Die Mächtigkeit der Stufe ist recht unterschiedlich und kann schon auf
kurze Entfernung beträchtlich schwanken. So beträgt sie in den nahe
benachbarten Schächten bei Schnellersdorf 5,00 bzw. 3,28m, in den Boh-
rungen Niederärndt und Edelsfeld 4,18 bzw. 5,35 m, rd. 300 m von letzterer
entfernt am Südausgang von Edelsfeld jedoch nur 1,83 m und bei Weißen-
berg 1,55 m. Im Osten unseres Gebietes bei Hohenzant ist Dogger-Delta
nach einem Profil von DORN (1939, S. 222) überhaupt nicht vorhanden.
Dogger-Epsilon 1 (Parkinsonien-Schichten)
In den bereits genannten Aufschlüssen in Edelsfeld (REUTER, SITRBEK)
und bei Weißenberg (DORN) ist auch Dogger-Epsilon 1 noch ganz oder
teilweise sichtbar. Die Stufe ist auch in den schon bekannten Bohrungen
mit erfaßt. Dazu kommt nun noch eine von REUTIX (1907, S. 71172) ver-
anlaßte Grabung auf der Bernrichter Höhe südlich Edelsfeld, die im
Profil 26 dargestellt ist.
Die Schichtenfolge besteht überwiegend aus rot- bis gelbbraunen.
ooidreichen und graubraunen, ooidärmeren Mergeltonen. Im Gelände
sind die unteren Lagen, die Parkinsonien-Schichten i.e. S., an der auf-
fallend roten Farbe zu erkennen, mit welcher die hier ooidreichen Mergel
bröckelig verwittern. Eine von der allgemeinen Ausbildung abweichende
Entwicklung der mittleren Lagen im Gebiet Schnellersdorf-Edelsfeld in
Form verhältnismäßig mächtiger dunkelbrauner bis schwarzer, phosphori-
tischer Tonmergel mit reichlich feinverteiltem Pyrit und schön verkiesten
28
Ammoniten, u.a. Oppelia ferruginea OPP. (REUTER, 1907, S. 70), recht-
fertigt hier die Abtrennung&der Ferrugineus-Schichten,[Link] ,Pwk&nso-
nienschichten i.e. S. (SCHMIDTILL 1953, S. 124), was von DORN im allge-
meinen abgelehnt wird (1939, S. 277). Eine 0,20 m starke oolithische
Kalkbank mit Oppelia aspidoides OPP. und Rhunchonella varians SCHLOTH.
als oberer Abschluß der Stufe scheint auf das Gebiet Edelsfeld be-
schränkt zu sein, sie tritt in der Bohrung Edelsfeld 300 m westlich des
Ortes ebenso wenig mehr auf, wie in den anderen Aufschlüssen im Blatt-
gebiet. Erwähnenswert sind die in der Bohrung Edelsfeld knapp unter
der Obergrenze gefundenen inkohlten Pflanzenreste. Die Ooidführung ist
auch in den Parkinsonien-Schichten im Sulzbach-Edelsfelder Raum be-
sonders stark, im einzelnen aber sehr wechselnd von ooidarmen oder
-leeren bis sehr ooidreichen Gesteinspartien.
Paläontologisch fällt im Edelsfelder Gebiet das im allgemeinen starke
Zurücktreten der Muscheln und Brachiopoden gegenüber den Ammoniten
wcnigcr auf, da gerade hier die letzteren auch im Dogger-Delta reich
vertreten sind, Es fanden sich im Blattbereich folgende Formen:
Rhynchonella quadriplicata D’ORB, Rh. varians ScHLOTH.,Rh. spinosa
SCHLOTH., Rhacuticosta ZIET., Terebratula württembergica OFF., T. fleischeri
OPP., Pecten lens Sow., P. ambiguus MÜNsT., Nucula ornati Qu., Trigonia
costata PARK.. Astarte cf. subtriaona MiiNsT..Pholadom~a murchisoni Sow..
Isocardia sp.,‘Pleuromya jurassi-AG., Alectryonia marshi Sow., Perisphinc-
tes triplicatus Sow., Parkinsonia arietes WETZEL. P. ferruginea OW., P. cf.
wür&mbergica OIJI~., Garantia schroederi BENTZ, G: densicostata Qu., G.
aff. inflata BENTZ, Oppelia fusca Qu., Strenoceras latidorsatum BENTZ,
Belemnites canaliculatus SCHLOTH.
Die Mächtigkeiten schwanken im Gebiet Edelsfeld-Niederärndt-
Schnellersdorf-Weißenberg zwischen 2,70 und 3,70m. An der Hohen
Zant fehlt die Stufe ebenso wie die vorhergehenden.
Dogger-Epsilon 2 (Macrocephalen-Schichten)
Die Profile 19-21 und 24-26 erfassen auch diese Zone des Oberen
Doggers und zeigen, daß es sich dabei um braune bis gelbbraune,
oolithische Tone und Mergel handelt, in welche 1-2 festere oolithische
Mergelkalk-Bänke eingeschaltet sind. Die Ooide sind im allgemeinen
nicht so zahlreich wie bisher, dafür werden sie aber mit einem Durch-
messer bis zu 2 mm am größten. Die engere Umgebung von EdelsfeId-
Bernricht zeichnet sich durch das Auftreten häufiger Phosphorit-
Konkretionen und phosphoritischer Fossilien aus, welche schon bei
Schnellersdorf-Niederärndt nicht mehr nachgewiesen wurden.
Der Fossilinhalt der Macrocephalen-Schichten besteht hauptsächlich
aus Ammoniten, Brachiopoden und Muscheln, stellenweise sind Belemni-
ten massenhaft angereichert. Die Arten der Fauna sind aus den Profilen
ersichtlich.
29
Die Mächtigkeit der Zone wechselt wiederum stark. Im Gebiet Nie-
derärndt-Schnellersdorf fand SCHMIDTILL 4,00-3,30 m, während DORN im
Profil Edelsfeld nur 0,77 m feststellte.
SCHMIDTILL glaubt zwar, daß hier eine Verwechslung von Bohrkernen
vorliege und DORNS Schichten 13-18 des Edelsfelder Profils zwischen
Schicht 20 und 21 gehörten, wodurch sich dort eine den Nachbarvorkom-
men besser entsnrechende Mächtigkeit von 3.52 m ergäbe. Andererseits
fällt aber auf, daß auch REUTER für Dogger-Epsilon 2 in Edelsfeld nur
0,7 m und in Bernricht nur 1.2 m angibt und in den Profilen Weissenberg
und Hohcnzant diese Zone überhaupt fehlt.
Dogger-Zeta (Ornatenton)
Der Ornaten-Ton ist in der ganzen Umrahmung des Hahnbacher
Sattels als oberste Schicht des Braunjuras in wechselnder Mächtigkeit
vorhanden. Schon REUTER (1907, S. 71) erwähnt den heute im ganzen
nördlichen Blattgebiet einzigen, ständig sichtbaren Aufschluß im Hohl-
weg am Ostausgang von Edelsfeld. Im Süden befindet sich ein solcher am
Westhang des Galgenberges bei Sulzbach-Rosenberg. Trotz der schlech-
ten Aufschlüsse ist der Ornatenton aber allenthalben an dem schwar-
zen, wasserundurchlässigen Boden und häufigen alten, heute ganz
zugewachsenen Gruben zu erkennen, aus denen man früher das Material
zum ,,Mergeln“ der Felder entnommen hatte.
Die Schichten bestehen aus grauen bis schwarzen Tonen und Mergel-
tonen, welche, wie DORN in der Bohrung Edelsfeld nachwies, zahlreich<?
tonige Fossilien enthalten können. In Oberflächennähe wird das Gestein
durch den Einfluß der Atmosphärilien in fette Tone umgewandelt und
dabei der Fossilinhalt zerstört. Fast überall aber führen die Schichten
mehr oder weniger zahlreiche, rundliche Phosphorit-Konkretionen, die
häufig Fossilreste umhüllen. Näheres über die Fauna ist aus den Profilen
zu ersehen. Die obersten Lagen des Ornatentones sind glaukonitführend.
Die Fe-Ooide können stellenweise bis an die Untergrenze des Malm
hinauf vorkommen. Problematisch bleibt nach den Ausführungen DORNS
(1939, S. 293 ff) und SCHMIDTILLS (1953, S. 141) die von REUTER (1907.
S. 98199) vertretene und u. a. auf die als ,,Gerölle“ angesehenen Posphorit-
Konkretionen gestützte Ansicht, wonach eine weitgehende Aufarbeitung
des Ornatentones in präoberjurassischer Zeit stattgefunden habe.
Die Mächtigkeit des Ornatentones schwankt in unserem Gebiet vo:~
0,5 bis 4m.
Als Liegendes der zerklüfteten Weißjura-Kalke stellt der wasser-
undurchlässige Ornatenton einen ausgeprägten Wasserhorizont dar, der
von mehreren Ortschaften im Blattgebiet teils durch Fassung,,frei aus-
tretender Quellen, teils durch Bohrungen zur Wasserversorgung genutzt
wird.
30
Bei Durchfeuchturig wird der Ornatenton plastisch und es kann dann
an Steilhängen unter dem Druck darauf lastender Weißjura-Schichten
zu Rutschurigen und Ausquetschungen des Tones kommen und infolge-
dessen zum Nachsacken oder Absturz der hangenden Gesteinspartien.
Derartige Erscheinungen waren zur Zeit der Geländeaufnahme in meh-
reren Kalksteinbrüchen über der Teufelslochleite am westlichen Steil-
hang des Vilsdurchbruches zu beobachten.
c. Malm
Der Malm oder Weißjura - in den unteren Teilen aus hellen Kalken
in Bank- und in Schwammfazies, oben ganz überwiegend aus ,,Frankcn”-
Dolomit aufgebaut - ist in seiner Verbreitung auf unserem Kartenblatt
nirgends in seiner ursprünglichen Mächtigkeit erhalten geblieben.
Noch vor Beginn der neuen Sedimentation im Cenoman hat die bald
nach dem Rückzug des Jura-Meeres einsetzende - und mit Unter-
brechung bis heute wirksame - Verkarstung und Abtragung der ehedem
wohl bis über 200 m mächtigen Malmtafel ihren Stempel aufgedrückt: Sei
es, daß die Abtragung sich mehr flächenhaft auswirkte, wie im Nordteil
des Blattgebietes, wo nur noch die untersten Stufen in schwankender
Restmächtigkeit erhalten blieben, sei es, daß sie, wie im Südwestteil des
Blattes, mit allen Formen der Verkarstung ein z.T. schroffes Ober-
flächenrelief schuf, von dem heute nur die höchsten Dolomiterhebungen
aus den überdeckenden Oberkreideschichten herausragen. Von der Leb-
haftigkeit des darunter begrabenen Malmreliefs geben die flachen Tal.-
senken und -wannen der Kreide nur eine schwache Vorstellung, da sie
die Formen des Untergrundes - wenn überhaupt - nur in groben ,Zügen
nachmodellieren. Daß sich darunter über 100m tiefe, mit Kreide-Sedi-
menten plombierte, steilwandige Dolinen und gewundene Ausräumungs-
schluchten verbergen können, nicht selten noch untergliedert durch
Zinnen und Bastionen von Dolomit und stellenweise von hausgroßen
Blöcken des gleichen Gesteins verstürzt, haben zahlreiche Bohrungen und
Bergwerksaufschlüsse gezeigt.
Je nach dem Grad dieser Reliefausräumung schwankt die Restmäch-
tigkeit des gesamten Malm zwischen 0 und über 150 m.
31
konitischen Kalkknollen, darin Perisphinctes chloroolithicus GÜMBEL -,
Transversarium-Zone - 0,20 m mächtige Lage braungelber, sehr harter
Kalkknollen mit geringerem, Glaukonitgehalt und reicherem. Fossilinhalt
(Perisphinctes lucingensis F.\vRE, Per. cf. indogermanus WAAG., einige
Muscheln, Brachiopoden und Seeigel) - und Hypselum-Zone - wechsel-
lagernde hell- bis dunkelgraue schiefrige Mergel und 0,15-080 m dicke
Mergelkalk-Bänke mit Aspidoceras hominale FAVRE und Cardioceras
alternans v. BUCH. Die Mergelkalke enthalten in manchen Aufschlüssen
rundliche Einschlüsse aus erdigem Brauneisen, das seine Herkunft aus
Pyrit stellenweise erkennen läßt, wie er im frischen Gestein von Bohr-
kernen in Form bis zu walnußgroßer Konkretionen mit gut ausgebildeten
Kristallen vorkommt.
Von der Transversarium-Zone an machen sich bank- oder stotzen-
förmige ruppige Schwammkalke bemerkbar. SPERBEK (1932, S. 78) beschreibt
das zungenförmige Ineinandergreifen der beiden Fazies in einem auch
jetzt noch guten Aufschluß SW Rummersricht. Außer größeren Schwäm-
men (Tremadictyon SP., Sporadophyle obliqua GOLDP.) kommen darin
massenhaft kleine Brachiopoden, Muscheln, Seeigelstacheln und klein-
wüchsige Ammoniten (Cardioceras alternans v. BUCH, Perisphinctes colu-
brinus REIN.) vor.
Glaukonitische Mergel und Mergelkalke des Untersten Malm-Alpha
sind in kleinen, verfallenen Gruben im Wald nördlich Weißenberg
unmittelbar über Oberem Dogger erschlossen. Sie sind auch am Abfall
des Galgenberges südlich der Zeche ,,Karoline“ bei Sulzbach entblößt.
Während diese Gesteine auch ohne Aufschluß in Lesesteinen leicht zu
erkennen sind, gehen die Kalke des Oberen Malm-Alpha, lediglich
unter Zurücktreten der Mergellagen, gleichbleibend in die Werkkalke
des Malm-Beta über. Da beide Stufen in unserem Gebiet sehr fossilarm
sind, ist eine Grenzziehung zwischen Malm-Alpha und -Beta im Gelände
so ungenau, daß eine Trennung auf der Karte unterbleiben mußte.
Die unteren Lagen der Steinbrüche bei Unter- und Oberweißenbach,
nördlich Niederärndt, am Fuß des Talhanges südöstlich Vögelas, westlich
Edelsfeld, bei Großenfalz und südöstlich Sulzbach gehören dem Unteren
Mergelkalk an.
32
räume, die erfüllt sind mit ockerfarbigem, von Manganhäutchen durch-
zogenem Brauneisen-Mulm, in welchem sich manchmal auch völlig zer-
setzte, aber noch deutlich erkennbare Pyritkristalle befinden. In den
oberen Lagen treten vereinzelt bis hühnereigroße, meist völlig zu weißem
Mehl zersetzte Kalkkiesel-Knollen sowie nuß- bis faustgroße dunkel-
graue, dichte Hornstein-Knollen auf.
Besonders in den unteren Lagen sind die Werkkalke arm an Ver-
steinerungen, etwas häufiger sind solche in den oberen hellen Lagen.
Außer Haploceraten und nicht näher bestimmbaren Bruchstücken von
Perisphincten fanden sich an, verschiedenen Stellen in der Umgebung
von Edelsfeld Oppelia trac&ota OPD., mehrere Exemplare der Gruppe
Oppelia litocera OPP., Ochetoceras hispidum OPP. und Och. marantianum
D’ORB.
Die Werkkalke sind in zahlreichen, zwecks Gewinnung von Straßen-
schotter, Bausteinen und Brennkalk angelegten Steinbrüchen erschlossen,
vor allem im nördlichen Teil des Blattgebietes, wo die Abbaumöglich-
keiten infolge der flachen Lagerung besonders günstig sind (Schalken-
hach, Sollnes, Unter- und Oberweißenbach, Boden, Kleinalbershof, Edels-
feld, Niederärndt, Vögelas), vereinzelt auch im Südwesten (Klein- und
Großenfalz).
Fast in jedem Steinbruch dieser Gegend waren zur Zeit der Auf-
nahme bemerkenswerte, bei den Steinbruch-Unternehmern allerdings
recht unerwünschte Verkarstungserscheinungen zu beobachten. Horizon-
tale, von Schichtfugen aus in den Unterseiten der hangenden Bänke
ausgelaugte Lösungsgerinne bis zu mehreren cm Durchmesser sowie
vertikale, durch Lösungsvorgänge erweiterte Klüfte sind ganz oder
teilweise erfüllt von rotbraunem, zähem Kalkverwitterungslehm mit
Hornsteinsplittern, oft auch von fein- bis grobkörnigen, sandigen oder
bunten, lettigen Einschwemmungen aus der Kreide-Oberdeckung. An der
Oberfläche der Werkkalke befinden sich häufig steilwandige Dolinen bis
zu mehreren Metern Durchmesser und Tiefe, die ebenfalls von kreide-
zeitlichen Ablagerungen erfüllt sind (Steinbrüche Oberweißenbach).
SPERBER erwähnt (1932, S. 81) gebankte und grobklotzige Schwamm-
kalke, die sich durch Zurücktreten der mergeligen Lagen von denen
des Malm-Alpha unterscheiden. Er führt aus diesen Ablagerungen eine
größere Fossilliste an (Seeigel, Muscheln, Schnecken, Ammoniten -
darunter auch flexuose Oppelien).
Im Gebiet von Sulzbach-Rosenberg kann der obere Teil des Malm
Beta bereits als Dolomit ausgebildet sein, wobei sich der Ubergang ohne
scharfe Trennungslinie vollzieht. Das Gestein ist zunächst dunkelgrau
gefleckt, nach oben zu dann einheitlich gelblichgrau bis bräunlich.
33
3. Malm-Gamma (Obere Mergelkalke), w;’
Bei Klein- und Großenfalz gehen die Schichtkalke stellenweise bis
in die mittleren Lagen des Malm-Gamma hinauf. Aus den mergeligen
Gesteinen des unteren Malm-Gamma (Platynota-Zone) bei Großenfalz er-
wähnt SPERBER (S. 83) u. a. Sutneria platynota REIN. und Physodoceras
circumspinosum OPP, Die darüberliegenden dickeren Bänke führen ver-
einzelte Ammoniten aus der Gruppe der Ataxioceraten.
Im nördlichen Blattgebiet ist Malm-Gamma in Schichtfazies westlich
und nordwestlich Edelsfeld nicht nachgewiesen. Dagegen steht in einem
kleinen Steinbruch am Oberen Streitberg westlich Boden Mittlerer Malm-
Gamma in Normalfazies mit Ataxioceraten und Pseudomonotis similis
GoI.~. an und ist auch am Aufbau des vom Galgenberg (NO Edelsfeld)
östlich an Kleinalbershof vorbei nach Norden ziehenden Geländerrücken
beteiligt (vereinzelte Funde von Ataxioceraten in Lesesteinen). Die
schlechten Aufschlußverhältnisse lassen hier eine Abgrenzung Malm-
Beta/Gamma in der Karte nicht zu.
5. Frankendolomit, wd
Der an der Oberfläche weitaus überwiegende Teil des Weißjura im
Südwest-Teil des Blattgebietes besteht aus Frankendolomit, welcher dir
gesamte, lebhaft bewegte Kuppenlandschaft von Sulzbach nach Westen
und Nordwesten aufbaut und in steil aufragenden und oft bizarr ge-
formten Felsgruppen zutage tritt.
34
Das mehr oder weniger kalkhaltige Gestein ist grau bis gelblich-
grau, kristallin-feinkörnig und von kavernös-poriger Beschaffenheit, wo-
bei drusenartige kleine Hohlräume häufig mit Dolomit- oder Galzitkri-
ställchen ausgekleidet sind. Es enthält stellenweise (z.B. am Wachberg
bei Eckenricht und an der Bahnlinie nördlich Lockenricht) zahlreiche un-
regelmäßig geformte, flache Kieselknollen, teils in bis 5 cm dicken
Schnüren angeordnet, teils regellos verteilt, In herausgewittertem Zu-
stand liegen solche Knollen zahlreich in den Feldern. Häufig ist eine
mehr oder weniger deutliche dicke Bankung des Gesteins zu beobachten,
die nicht horizontal verläuft, sondern in verschiedenen Richtungen meist
flach geneigt ist und bei günstigen Aufschlußverhältnissen einen kuppel-
förmigen Aufbau erkennen läßt. Es handelt sich nicht um eigentlich
geschichtete Ablagerungen, sondern um Schwammriffe im Sinne ROLL’S
(1934). Ein besonders schönes Beispiel mehrerer ineinander übergehender
Schwammriffe ist am Südwesten,d,e des Sternsteins bei Sulzbach zu sehen.
Die Dolomitisierung erstreckt sich ausschließlich auf die Schwamm-
fazies und hat daher wie diese verschiedene Zonen des Weißjura erfaßt.
Wie schon erwähnt, setzt sie im Sulzbacher Gebiet stellenweise bereits
im Mittleren Malm-Beta ein, dagegen 2 km nordwestlich Sulzbach im
Haselgraben (s. Bohrprofil 27) erst rd. 40 m über der DoggeriMalm-
Grenze, also etwa im Mittleren Malm-Gamma. Die der Bohrung Hasel-
graben (Ansatzpunkt 410 m NN) benachbarte Höhe 440 besteht noch ganz
aus Dolomit, der hier somit eine Mächtigkeit von mindestens 83,5m und
eine Höhe von rd. 124 m über der DoggeriMalm-Grenze erreicht, also im
oberen Teil schon dem Oberen Malm angehört. Auf dem Oberen Streit-
berg westlich Boden ist auch die Schwammfazies des Oberen Malm-
Gamma noch nicht dolomitisiert.
Fossilien wurden im Frankendolomit des Blattgebietes nicht gefunden.
SPERBER gibt Pholadomya [Link] ZIET. an, im Gebiet von Königstein
kommen Terebrateln und Rhynchonellen vor.
Der Frankendolomit ist im Blattgebiet der Hauptträger der V e r -
k a r s t u n g , die in Trockentälern, Dolinen, Hungerbrunnen und einer
Reihe Höhlen zum Ausdruck kommt. Der fränkische Höhlenkataster ver-
zeichnet im Blattgebiet derzeit einen Hungerbrunnen und 12 Höhlen. Die
wichtigsten davon (Bezeichnung und Nr. nach dem Höhlenkataster) sind:
A 62 Brünnlingsloch bei Lockenricht, A 81 Sternsteinhöhle bei Sulzbach,
A 135 und A 136 Großes und Kleines Hundsloch bei Hundsboden, A 137
Geldloch bei Röckenricht und A 173 Schreiermaiglloch am Westhang des
Sternsteins bei Sulzbach. Letzteres ist mit seinem großen Portal von
weitem sichtbar. Die eigentliche Sternsteinhöhle - mit 54 m die bisher
längste bekannte Höhle im Blattgebiet - ist ebenso wie alle andern im
Wald versteckt. Zum Teil sind die Eingänge in größere unterirdische
Räume sehr klein. Einige der Höhlen weisen schöne Laugformen und
Sinterbildungen auf, in dem unter Naturschutz stehenden Großen Hunds-
35
loch befinden sich zahlreiche Bärenschliffe. Dicht jenseits der westlichen
Blattgrenze liegt die Osterhöhle, eine sehenswerte Schauhöhle mit rei-
chem Tropfsteinschmuck.
Unter kreidezeitlichen Sedimenten begrabene Karstformen präceno-
manen Alters zeigen sich in gelegentlichen Aufschlüssen unter der Kreide
besonders gut erhalten, da sie keinen jüngeren Abtragungs- oder Ver-
witterungsvorgängen ausgesetzt waren. So boten zur Zeit der Gelände-
aufnahmen die Sandgruben an der Postleite (südwestlich von Sulzbach),
die Baugrube der neuen Landwirtschaftsschule in Sulzbach, sowie zahl-
reiche andere Aufgrabungen und Bohrungen Beispiele genug für das in
seinen Einzelheiten unberechenbare fossile Malmrelief.
111. Kreide
Die Unterkreide-Zeit, in der Abtragung und Verkarstung wirksam
waren, hat in unserem Gebiet keine Sedimente hinterlassen. Lediglich
Restmaterial und Lösungsrückstände aus abgetragenen Teilen des Malm,
wie Hornsteine und geringmächtige Residualtone, die in die ersten ceno-
manen Ablagerungen eingebettet oder aufgenommen sind, mögen aus
dieser Periode stammen.
Oberkreide-Sedimente (Cenoman, Turon, Coniac) hingegen nehmen
als Uberdeckung des Malm im Blattgebiet große Flächen ein. Sie schmie-
gen sich dem stark verkarsteten und tief zertalten Relief des Unter-
grundes an und füllen dessen Hohlformen aus. Der Raum um Sulzbach
- Röckenricht erlebte als sehr küstennahes Gebiet während der Ober-
kreide mehrmalige Meeresüberfluturigen mit dazwischenliegenden Fest-
landszeiten, in denen nicht nur Sedimente abgelagert, sondern wieder-
holt auch weitgehend wieder ausgeräumt wurden. Daraus ergeben sich
starke fazielle Unterschiede innerhalb einzelner Formationsstufen und
die relikthafte Verbreitung oder das völlige Fehlen einzelner Schicht-
glieder. Zur Klärung dieser Verhältnisse trugen die Ergebnisse sehr
zahlreicher Bohrungen und Bergwerksaufschlüsse, wie auch die .Erkennt-
nisse bei der Kartierung weiterer Kartenblätter bei, welche z. T. erst
nach der Drucklegung des Blattes Sulzbach-Rosenberg Nord gewonnen
wurden 17).
Gute Ubertage-Aufschlüsse in der Kreide befanden sich im Blatt-
gebiet nur an wenigen Stellen. Sie reichten angesichts der unregelmäßi-
gen Lagerung im Karstrelief nicht aus, um die einzelnen Schichten aus-
zukartieren. Auf der Karte wurde daher die Kreide mit wenigen Aus-
nahmen zusammengefaßt als ,,Kreide ungegliedert“ dargestellt, wenn-
36
gleich dadurch die Mannigfaltigkeit dieser Bildungen leider nicht zum
Ausdruck kommt.
Am mächtigsten (bis über 150 m!), wenn auch nicht lückenlos, sind die
Kreideschichten erhalten in den tief in den Malm eingeschnittenen Trö-
gen am Südwestrand der Hahnbacher Kuppel, nicht nur weil sich in diesen
großen Hohlformen größere Mächtigkeiten abgelagert haben, sondern
auch weil die Sedimente hier, tektonisch bedingt, besseren Schutz vor spä-
terer Abtragung fanden. Aus solchen Trogfüllungen, die zwischen Rosen-
berg und Großenfalz - Kleinfalz bedeutende cenomane Eisenerzlager-
stätten enthalten, ist der von übertags her kaum abzuschätzende Wech-
sel in der Kreide-Ausbildung durch umfangreiche Grubengebäude und
mehrere Hundert Bohrungen am besten bekannt.
37
In dem talartigen Trogzug zwischen Rosenberg und Großenfalz-
Kleinfalz bildet das unter jüngeren Kreideschichten verborgene Eisen-
erz eine Anzahl unregelmäßig zusammenhängender, linsen- oder stock-
artiger ,,Erzkörper“, die ursprünglich Millionen Kubikmeter umfassen
konnten und Grundlage des heutigen, ausgedehnten Bergbaus der Eisen-
werkgesellschaft Maximilianshütte bilden. Oberflächlich tritt das Erz hier
nur in dem schmalen Streifen am Galgenberg östlich von Sulzbach zu
Tage, wo es z.T. von Oolith-Erz des Oberen Doggers unmittelbar unter-
lagert wird und, wie z.B. die große Pinge nordwestlich der [Link]-
Kirche zeigt, schon in früheren Bergbauperioden gewonnen wurde.
Die Erzkörper bestehen in ihrer Hauptmasse aus Brauneisenerz
(Nadeleisenerz, Goethit, FeOOH). Mengenmäßig ganz zurücktretend
kommt daneben an einzelnen Stellen auch ,,Weißerz” (Siderit, FeCO,)
vor, und zwar sowohl - gleich dem ,,Braunerz“ - als sedimentäre Bil-
dung in Form größerer Nester, wie auch, in kleineren Partien, als meta-
somatische Umbildung von Malmkalken oder -dolomiten, die, sei es als
eingeschlossene Brocken, sei es im Liegenden oder an den Rändern, mit
dem Braunerz Berührung haben. Das sedimentäre Weißerz, oft etwas
durch feine Quarz- oder Tonanteile verunreinigt, ist nur mäßig fest bis
weich, während das metasomatisch gebildete sich im Handstück kaum
von Malmgestein unterscheidet, vielfach auch ohne scharfe Grenze in
Kalk oder Dolomit übergeht.
Die großen Braunerzmassen zeigen in ihrer Beschaffenheit alle Uber-
gänge vom festen ,,Schußerz“ und ,,Derberz“ über das splitterig zer-
bröckelnde ,,Rieselerz“ bis zu den verschiedensten, mulmigen oder erdi-
gen Ockervarietäten. Eingeschaltet sind gelegentlich kleinere Sand- und
bunte Tonschmitzen; daneben kommen kleine, unregelmäßig geformte
Knollen und Nester von weißem Kieselsäuremehl (,,Hornsteinmehl“) und
ganz ähnlich aussehende Einschlüsse von oft speckig glänzendem, weiß-
gelbem ,,Steinmark“ (Kaolinit) vor. Als mineralogische Besonderheiten
gelten die Phosphate Wavellit, Crandallit und Weinschenkit, die als
meist winzige Kristallnädelchen oder kugelige Aggregate auf dem Erz,
neben Vivianit, Strengit und den häufigeren, weißerdigen Apatitputzen,
aus den Erzgruben von Sulzbach bekannt geworden sind In)
38
An den Rändern der Erzkörper geht das Erz, soweit es nicht unmittel-
bar an Malmgestein der Trogwandungen stößt oder tektonisch begrenzt
ist, durch allmähliches Vertauben oder auch durch scharfes Absetzen in
die unproduktive Fazies der Erzformation über, in Ockertone, mangan-
reiche Letten (beide oft mit Hornsteinlagen durchsetzt) und in helle
oder eisenschüssige Sande.
Doch auch außerhalb der großen Tröge kommen in der Erzformation,
die das Malmrelief weithin in sehr wechselnder Mächtigkeit überdeckt,
immer wieder Eisenanreicherungen vor, die, oft sehr oberflächennahe ge-
legen, je nach Beschaffenheit in früheren Jahrhunderten als Eisenerz ab-
gebaut wurden oder heute noch der Farberdegewinnung dienen. So er-
wähnen alte Berichte kleinere, heute nicht mehr sichtbare Vorkommen
von mulmigem bis festem Brauneisenerz in Verbindung mit hellen
Quarzsanden und in verstürzter Lagerung bei Kauerhof, Kempfenhof
und Prangershof 20). Eisenocker und Ockertone sind an zahlreichen Stel-
len, z.B. bei Blechhof (nordwestlich von Röckenricht), besonders aber
im nördlichen Blattgebiet bei Schnellersdorf, Vögelas und Oberweißen-
hach durch Farberde-Schächtchen erschlossen worden. Die Betriebspunkte
auf diesen Vorkommen wechseln häufig, kleine Pingen und Halden
bleiben als Spuren zurück. Zur Zeit der Geländeaufnahme wurde im
G’schacht nördlich von Schnellersdorf, am Mühlberg nordwestlich und
am ,,Geier“ nördlich von Vögelas Ocker gegraben. In hellgelben bis brau-
nen und roten, mittel- bis grobkörnigen, z.T. feldspatreichen Sanden
oder weichen Sandsteinen und braunen Letten ist der tonige oder mul-
mige, gold- bis kaffeebraune Ocker in unregelmäßigen Lagen und Ne-
stern von wechselnder Mächtigkeit, stellenweise zusammen mit Limonit-
Sandstein-Hohlkugeln und erdigem Brauneisen eingelagert, In den be-
gleitenden Letten liegen viele weiße, blaue oder braune Rornsteinkugeln
und -splitter, die oft auch in Massen über die Felder verstreut sind.
Anderwärts, z. B. an der Postleite bei Sulzbach (vgl. Abb.,l) enthält
die dort etwas verstürzt lagernde Erzformation nur zentimeterstarke
Brauneisenkrusten, die den liegenden Malmdolomit überziehen, und ver-
einzelte Erzgerölle, die in dünnen, z. T. eisenschüssigen Sandlagen einge-
bettet sind. Der darüber folgende, graue, z. T. blättrig-mergelige Ton mit
Kohlespuren und Sandschmitzen wurde ganz ähnlich auch in den Sulz-
bacher Erztrögen von einzelnen Bohrungen über dem Hauptbraunerz-
lager angetroffen. Er kann als Vertretung der ,,Oberen Spateisenstein
Serie“, die sich stellenweise im benachbarten Gebiet von Amberg und
Auerbach abgliedern läßt (TILLMANN 1954, S. 86), aufgefaßt werden. An
?“) Auch die nicht seltenen Flurnamen Arzberg, Erzberg, Arzhaus; Proschacht,
Zigschacht, Zigenschucht, Gschacht u.a. gehen auf frühere Abbaut, solcher Vor-
kommen zurück (vgl: VOGELS Karte von 1603, Hauptstaatsarchiv München, von
der ein Ausschnitt im Festband ,,lOO Jahre Eisenwcrkgr~cllschaft &laximilians-
hüttc“, 1953, wiedergegeben ist). , II
39
der Postleite liegt unmittelbar darüber gelbgrauer, glaukonitführender
Mergel des Obercenoman.
Im alten Steinbruch am Südwesthang des St. Anna-Berges ist
zwischen Malmdolomit und dem obercenomanen Sulzbacher Kreide-
kalk eine bestenfalls fingerdicke Brauneisenkruste eingeschaltet als ein-
ziges Zeugnis für den gesamten Zeitabschnitt der Erzformation, aus der
nur wenige 100 Meter weiter bis 60m mächtige Sedimente erhalten
geblieben sind.
Die spärlich aus der Erzformation bekannt gewordenen, meist ver-
kieselten Makrofossilien erwiesen sich - soweit sie bestimmbar waren
- fast immer als umgelagerte Verwitterungsrelikte des Malm, z.B.
Rhynchonella triloboides QUENST. (vgl. v. FREYBERG 1952, S. 1551, oder um
Abdrücke von gleichfalls umgelagerten Dogger-Ammoniten *l). Lediglich
bei einigen nicht genau bestimmbaren Fossilabdrücken, die in sehr har-
ten, stark verkieselten, fein hell- und dunkelbraun gestreiften Ocker-
schichten im Gebiet ,,Geier“ - Kleinalbershof - Oberweißenbach ge-
funden wurden, ist cenomanes Alter nicht ausgeschlossen 22).
01) Nur in wenigen Exemplaren aus Bohrungen nahe den Störungszonen be-
kannt, wo Dogger, tekronisch bedingt, die Erzbecken überhöhr.
**) Es kann sich nach frdl. Mitteilung von Herrn Prof. Dr. HELLER, Erlangen,
um eine Rhyncbonella aus dem Formenkreis der Rh. compresra LAM. var. dissi-
milis SCHLOTH. und möglicherweise um Pecten ( Lyropecten) sp. handeln. Beide
Formen sind marin und wären aus dem Cenoman bekannt.
40
ten oder der ja keineswegs überall vererzten ,,Erzformation“ zuweist,
ist bei dieser in Schüttungs- und Erosionsrinnen ineinandergeschachtel-
ten Sedimentfolge oft eine Ermessensfrage 23).
Die fossilleeren Ehenfelder Schichten umfassen
also Sedimente sowohl des Cenomans wie auch des
T u r o n s 24). Allerdings läßt sich im Blattgebiet nur in wenigen Fällen,
z. B. in einzelnen Bohrprofilen, eine etwas genauere Aufteilung, etwa
in mittleres Cenoman, Unter-, MitteI- oder Oberturon vertreten; auch
das nur aufgrund von Faziesanalogien und Schichtverband. Es handelt
sich um braune, gelbliche und weißliche, untergeordnet auch rote, vio-
lette und grünlichgraue, sehr fein- bis grobkörnige Sande und Tonsande
in regellosem Wechsel mit weißen oder bunten Tonen.
Die Sande, z. T. feldspat-oder kaolinhaltig und oft von sehr unglei-
cher Körnung, enthalten mitunter Quarzgerölle bis Walnußgröße und
sind vielfach stark tonig gebunden. Sie können übergehen in fette pla-
stische Tone und in Schluff-Ton-Gemenge, denen meist viele grobe und
scharfkantige Quarzkörner eingestreut sind 25). Im höheren Teil der
Serie können hellrötliche bis weiße, sehr fein- bis grobkörnige, außer-
ordentlich harte Quarzitbänke oder -linsen, oft bIockförmig aufgelöst,
eingelagert sein (z.B. in der Sandgrube bei P. 537 nordwestlich von
Schnellersdorf; auch in verschiedenen Bohrungen). Als besonders wider-
standsfähige Gesteine liegen diese Quarzite herausgewittert häufig als
sog. ,,Kallmünzer“20) an der Oberfläche herum (z. B. das ,,Teufelssattel-
pferd“ nordöstlich von Weißenberg), oft auch verschleppt und umgelagert
außerhalb der heutigen Verbreitung von Ehenfelder Schichten, doch im-
mer noch in räumlicher Abhängigkeit davon, so z. B. der rd. 7 cbm große
41’
,,Teufelstein“, der am Kreuzberg auf Doggersandstein liegt (vgl. auch
[Link] 1952a u. 1953a).
Innerhalb der Ehenfelder Schichten einheitliche Faziespakete auszu-
gliedern, ist -- wenn überhaupt - auch in den dicht an dicht abgebohr-
ten Trogfüllungen nur über sehr kleine Flächen hinweg möglich. So
lassen sich die von v. FREYBERG (1953 b) für den engeren Raum von
Großenfalz als ,,Bunter Hauptton 1“ zusammengefaßten Tonlagen nur
über einige 100m Länge verfolgen. Ähnlich ist es mit etwelchen Sand-
steinhorizonten, Lettenlagen oder Kiesschüttungen: Meist sind sie schon
in 30 oder 50 m Entfernung nicht mehr mit Sicherheit als dieselben zu
erkennen.
Lediglich die Oberkante der Ehenfelder Schichten, dort wo Cardienton
überlagert, zeigt über größere Flächen eine fazielle Gleichförmigkeit: Sie
ist, wie zahlreiche Bohrungen bewiesen, als geringmächtige, meist tonige
Ockerlage (OJ-5 m) ausgebildet, die Ansätze zu sandig-limonitischer Ver-
festigung zeigt und stellenweise ganz in eine fein- bis grobsandige Limo-
nitbank (O,l-0,5 m) übergeht. Da diese Limonitbank, die in gleicher stra-
tigraphischer Position von Sulzbach über Amberg bis in die Gegend von
Roding zu verfolgen ist (TILLMANN 1958), mit großer Wahrscheinlichkeit
auch der fossilführenden Limonitsandsteinbank von Seugast (GALSTERER
1935) entspricht, kann ihr unmittelbares Liegendes mit Vorbehalt zeitlich
dem Seugaster Sandstein, also dem Oberturon, gleichgesetzt werden ?.
Die Ocker- bzw. Limonitbank selbst ist als Grenzbank zwischen Turon
und Coniac aufzufassen.
Typische Aufschlüsse in den Ehenfelder Schichten zur Zeit der Ge-
ländeaufnahme: Rohrgraben an der Straße zum neuen Krankenhaus
Sulzbach (braune bis weiße, sehr fein- bis mittelkörnige Sande mit Ein-
lagerungen ockergelber und violetter Tone); Sandgruben am Touristen-
steig S Prangershof (grobkörnige braune Sande mit violetten Sand- und
bunten Toneinlagerungen); Sandgrube S Kauerhof am Weg nach Kemp-
fenhof W Sulzbach (braune, fein- bis grobkörnige, feldspathaltige Quarz-
sande, darin muldenförmig eingelaggrrt weiße, sehr feinkörnige sowie
grüne, feinkörnige, feldspatige Sande und violette Tone); Rohrgraben N
Röckenricht (s. Profil 30); Sandgrube bei P. 537 NW Schnellersdorf (grün-
graue und braune, fein- bis mittelkörnige, lehmige Sande, darin einige in
grobe Blöcke aufgelöste Bänke hellen, grobkörnigen, sehr harten Quarzit-
Sandsteines) ; Sandgruben bei P. 543 NW Schnellersdorf (gelbe, weiße,
braune und rote, mittel- bis grobkörnige Sande mit blauen Hornsteinen,
Ockerschmitzen, Eisenschwarten; eine benachbarte Kuppe aus sehr hel-
len, harten, grobkörnigen Quarzitsandsteinen); Steinbruch Winkler bei
Unterweißenbach (Dolinen im Malmkalk, ausgefüllt mit weiß, grün und
?‘) Das Alter der Scugaster Iiauna wurde von GALSTERCR (1935) ~1s oberstes
Mittelturon bestimmt. KRUMBECK, der sogar ein Alter ,,an der Grenze von Turon
und Emscher oder im Ernsther selbst erwogen hatte“, stellt sie ,,vorsichtshalbcl
ins Oberturon“ (1941 S. 8). ZIEGLER (1957, interner Bericht), acstützt- auf die bisher
vorliegenden Faunenanga,ben, stellt den Bereich Oberturon-Conix frei und hnlt
c‘jnc nähere Einstufung noch nicht ftir möglich.
42
rot geflammten, mittelkörnigen Sanden, Sandsteinen und Tonen); Lehm-
grube der Ziegelei Merkel, Schlicht, am Blattrand NO Sollnes (unregel-
mäßig gewundene, auskeilende und wieder anschwellende oder linsen-
förmige Lagen bunter Tone und fein- bis mittelkörniger Sande mit hel-
len weichen Sandsteinen, vielen Hornsteinknollen und -splittern. ein-
zelnen bis walnußgroßen Quarzgeröllen, drusenartigen, im Innern mit
grobem braunem Sand erfüllten Brauneisenschwarten, vereinzelten, be-
sonders im Ostteil der Grube angereicherten Kallmünzern; Uberdeckung
durch braunen Diluviallehm, an der Grenze beider Ablagerungen deut-
liche Solifluktionserscheinungen); Kelleraushub in Sollries (bunte Tone
und Sande); Hohlwege um Ebersbach und Waldgebiet zwischen hier und
Hohenzant (bunte Sande und Tone mit grobkörnigen, weißen Sandstei-
nen und zahlreichen Kallmünzern bis über cbm-Größe).
3. ,,Sulzbacher Kreidekalk“
Mitten in der Entstehungszeit der Ehenfelder Schichten stieß im obe-
ren Cenoman das Meer erneut vorübergehend bis in unser Gebiet vor
und überflutete es zumindest teilweise. Dies beweisen eindeutig marine
Ablagerungen, nämlich der Sulzbacher Kreidekalk, der im Blattgebiet
allerdings nur von drei isolierten kleinen Vorkommen, (davon nur zwei
sichtbar aufgeschlossen), bekannt geworden ist.
LEHNER (1924, 1935 a), der den Sulzbacher Kreidekalk als erster er-
kannte und beschrieb, fand 1923 in einer Brunnengrabung beim Bahnhof
Sulzbach in 7 m Tiefe einen 0,5 m mächtigen, fossilreichen, braunen,
schwach Glaukonit und Quarze führenden Kalkstein mit massenhaften,
bis faustgroßen Brauneisen- und zahlrt?ichen Hornsteingeröllen; (die
Gerölle von Bohrmuscheln und Bohrschwämmen angebohrt es).
Das Vorkommen ist seitdem verbaut und unzugänglich. Eine 17,3 m
tiefe Bohrung, die 1953 eigens zur Aufsuchurig des Sulzbacher Kreide-
kalks an dieser seiner Typlokalität nur 6 m neben dem Brunnen ange-
setzt wurde, traf weder Kreidekalk noch erkennbare Äquivalente davon
an (Profil 28, 29) 20),
Dagegen ist der Sulzbacher Kreidekalk auch gegenwärtig (1958) noch
in dem ebenfalls schon von LEHNER (1935 S. 418), SEEMANN (1925, S. 1061
107), SPERBER (1932 S. 86) und TIILJSHEIM (1936, S. 65i66) erwähnten alten
Steinbruch am Südwesthang des Annaberges bei Sulzbach zu sehen: Es
ist ein hellbräunlicher bis hellgrauer, schwach glaukonitführender Kalk-
sandstein mit nur sehr spärlichen Fossilresten ao), der, stellenweise lagen-
43
Abb. 1. Sandgrubt an der Postleite zwischen Sulzbach und Kempfenhof
Schicl~tcnvcrzcichnis zu Abb. 1:
1 = Frankendolomit, wcitgehcnd zu Dolomitasche verwittert Malm
2 -= Brauneisenerz-Kruste mit eingebackenen Brauncisencrz-
Geröllen, bis 5 cm stark
3 y= hellgelbgrauer, fetter, blättriger Ton(merge1) mit weißen
Flecken aus pulverigem Calzit und limonitisierten Pflan- Erzformation
zen (?)-Spuren, bis 20 cm / und
4 1 hellbrauner, sehr feinkörniger, dolomitischer, schwach limo- Schutzfels-
nitischer Sand mit vereinzelten Erzgeröllen, bis 20 cm schichten
5 z schwarz- bis dunkelbraun-grauer, mergcliger Ton, z. T.
kehlig, mit weißen, fein- bis mittelkörnigen Sandeinschlüs-
sen, bis 6 m I
6 = gelbgraue, weiche, glaukonitführende Mergel, mit Mikro-
fossilien, 5-20 cm
7 z. hellgraugelber, dichter, sehr schwach sandiger, etwas
Glaukonit führender, harter Kalk. 30-10 cm l
8 ~7 gelbgraue, glaukonitarme Mergel mit Mikrofossilien, bis
50 cm I Oberes
Ccnoman
9 = mittelbrauner Ockerton, z. T. etwas Glaukonit führend,
rd. 3 m l
10 = brauner, eiscnschüssiger, gut gerollter Grobsand, wenige
cm (in Nachbarsandgrube als grobkörniger, Glaukonit-
führender Sandstein ausgebildet) 1
11 = feinkörnige, helle Sande, auskeilendc Lage Reinh. Sch.?
12 = fein- bis grobkörniger, brauner Sand, rd. 10 m Knollensand?
44
Dolomit brekzienartig angereichert. Seitlich geht der harte, hier etwa
1,5 m mächtige Kalksandstein in mäßig festen, etwas kalkigen Sandstein,
und 10-20 m weiter in mürbweichen, hellgrünlichen und gelblichen,
fein- bis mittelkörnigen Sandstein (mit eingestreuten Quarzgeröllen bis
2 cm @) über. Vom unterlagernden Dolomit wird der Kreidekalk bzw.
seine sandige Fazies nur durch eine millimeter- bis zentimeterstarke
Brauneisenrinde oder lettige Ockerlage getrennt (vgl. Abb. 2).
45
Cibicides turonica BROTZEN
Cibicides voltziana (D’ORB.)
Cibicides cf. constri&a v. &.C~NOW
Anomalinoides globosa BROTZFN
Ostratoden
Inoceramenprismen
Schwammrhaxen
Schicht 8:
Gaudryina (Gaudryina) fopda (Rbuss)
Spiroplectinata sp.
Arenobulimina d’orbignyi (R~uss)
Arenobulimina conoidea (FERNER)
Marssonella oxycona (REUSS)
Lagena multistriata MAN.
Lagena globosa MONTAGU
Lagena spinosissima REUSS
Guttulina sL>ldanii (D’ORB.)
Gümbelina globulosa (EHRENBERG)
Valvulineriu lenticula (R~uss)
Gavelinella ammonoides (REUSS)
Gavellinella moniliformis (RFXSS)
Gyroidina nitida (REUSS)
Höglundina sp.
Quadrimorphina cf. nllomovphinoides (Rhus,)
Globigerina cretacea D’ORB.
Rotalipora cushmani (MORROW)
Praeglobotruncana delrioensis (PLUMMER)
Cibicides cenomanica BROTZEN
Cibicides turonica BROTZEN
Cibicides voltziana (u’ORB.)
Cibicides sp.
Ostratoden
Inoceramenprismen. (ZIEGLER 1957 a, S. 197, 198)
,,Das Auftreten von Praeglobotruncana delrioensis (PLUMMER), Praeglo-
botruncana delrioensis ([Link]) var. turbinata (REICHEL) und Rotalipora
cushmani (MORROW) verweist beide Schichten in das Obere Cenoman ..
demzufolge ist auch der zwischengeschaltete Sulzbacher Kreidekalk hier-
her zu stellen” (ZIEGLER 1957 a, S. 195).
Die hangenden Mergel (Abb. 1 Schicht 8) entsprechen sehr wahr-
scheinlich, ebenso wie die vergleichbare Schicht im Brunnenprofil LEH-
NERS*~,dem Eybrunner Mergel. Sie gehen in der Frieser’schen Sandgrube
nach oben in etwa 3 m mächtige, stellenweise glaukonitführende Ocker-
tone über. Darüber folgt eine dünne Lage von eisenschüssig-braunem,
gut abgerolltem Grobsand, die in Analogie mit ähnlichen Befunden im
Amberg-Schwandorfer Gebiet als Cenoman-Obergrenze aufgefaßt wer-
den kann.
Aus dem Vorkommen im Brunnenschacht am Bahnhof Sulzbach be-
schreibt LEHNER (1935 a, S. 4191420) eine reiche Makrofauna, welcher er
,,ausgesprochen cenomanen Charakter” (S. 420) zuspricht:
46
Oxyrhina angustidens REUSS Pecten serratus NILSS.
Necrocarcinus sp. Pecten laevis Nr~ss.
Arca sulzbachensis n. sp. Pecten orbicularis Sow.
Cucullaea cf. glabra PARK. Pecten subacutus LAM.
Trigonia sulcataria LAM. Neithea notabilis MÜNST.
Gyropleura cornucopiae D’OKB. Neithea cf. digitalis ROEM.
Tapes (Icanotia) zitteli GEIN. Spondylus striatus Sow.
Venerupis parvula [Link]. Spondylus hystrix GOLDF.
Corbula striatula SOW. Anomia laevigata Sow.
Lima granulata NILSS. Ostrea diluviana L.
Lima (Mantellum) reichenbachi Lithophaga contorta DUJ.
GEIN. Serpula subrotula n. sp.
Lithophaga sulzbachensis n. sp. Cidaris vesiculos [Link].
Lilhophana aeouallis D’ORB. Metopaster thoracifer GEIN.
Septifer &ala& J. Mür.1.. Pyrina desmoulinsi D’ARCH.
Seatifer iineatus Sow. Catopygus columbarius LAM.
Pl&&otomaria sp. Thamnastraea decipiens MICH.
Rhynchonella compressa LAM Dimorphastraea parallela REUSS.
Rhynchonella var. dissimilis SCHLOTTI. Korallen, mehrere unbestimmte
Terebratula phaseolina LAM. Arten
Bryozoen, mehrere Arten Porosphaerella
Serpula anapullacea Sowf. Cliona radiciformis n. sp.
Serpula gordialis SCHLOTH. Lithothamnium
LEHNER (1924, S. 176, 178; 1935 a, S. 420) parallelisierte den Sulzbachei
Kreidekalk sofort richtig mit dem Amberger Erzkonglomerat und dem
Regensburger Grünsandstein, den er als Untercenoman auffaßte. SEEMANN
(1925, S. 97) und SPERBER (1932, S. 86) folgten dieser Auffassung. Nachdem
TRUSHEIM (1936, S. 88) und DACQUB (1939, S. 7, 18j für den höheren
Regensburger Grünsandstein obercenomanes Alter wahrscheinlich ge-
macht hatten, stellte TILLMANN (1954, S. 88) nicht nur den ganzen Grün-
sandstein, sondern ,auch Amberger Erzkonglomerat und Sulzbacher
Kreidekalk in das Obercenoman.
Auf Grund der an der Postleite aufgefundenen Mikrofauna konnte
nunmehr ZIEGLER (1957 a) n a c h w e i s en , daß der Sulzbacher Kreide-
kalk dem oberen Cenoman angehört.
Ob der Sulzbacher Kreidekalk in unserem Gebiet wirklich nur in
derartig kleinen Reliktvorkommen, wie sie bisher bekannt wurden,
erhalten blieb, oder ob er - etwa in sandiger, fossilleerer Fazies, die sich
nicht als gleichaltriges Äquivalentgestein erkennen läßt - noch etwas
größere Flächen einnimmt, muß offen bleiben. Daß er aber in seiner
ursprünglichen Verbreitung weitestgehend späterer Abtragung zum
Opfer gefallen ist, unterliegt keinem Zweifel.
47
Lediglich im Postleite-Profil (Abb. 1) könnte man die jüngsten,
braunen, gleichmäßig fein- bis mittelkörnigen Sande und Sandsteine
(Nr. 12) aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit genauer einstufbaren Vor-
kommen weiter im Süden als Knollensand, und die darunterliegende
feinkörnige, helle Sandschicht (Nr. ll), die von oberem Cenoman (Nr.
10-6) unterlagert wird, als - vielleicht strandnahe - Vertretung der
Reinhausener Schichten auffassen.
,,Hiltersdorfer Sandstein“.
In einem Rohrgraben nördlich von Röckenricht (Profil 30) fanden
sich über bunten Tonen und Sanden fein- bis mittelkörnige, glauko-
nitische Quarzfeldspatsandsteine und graue, feinsandige Tone. Nach
Ausbildung und Schichtverband entsprechen ‘sie etwa dem ,,Hilters-
dorfer Sandstein“, den TILLMANN (1958) südöstlich von Amberg als Äqui-
valent des Seugaster Sandsteines betrachtet und wie diesen in das obere
Turon stellt.
Die im Röckenrichter Rohrgraben (Profil 30) darüber folgenden Li-
monitsandsteinplatten gehören dann der Grenzbank zwischen Turon und
Coniac an.
b. Coniac
(Der ältere, auf der Karte noch verwendete Stufenbegriff Emscher
wird durch die neu definierten Stufen Coniac und Santon ersetzt. Vgl.
ZIEGLER 1957 b, S. 62.)
1. Cardienton
Den einzigen Horizont in der h ö h e r e n Oberkreide unseres Ge-
bietes, dessen zeitliche Einstufung durch marin-brakischen Fossilinhalt
f aunis tisch begründet werden kann, bildet der sog. Cardien-
t o n : Ein dunkler, grün- bis blaugrauer, z. T. etwas mergeliger Fein-
oder Schluffsand und Ton, lagenweise reichlich Glimmer und Glaukonit
führend, oft mit dispers verteilten oder putzenartig angehäuften Pyrit-
kriställchen und nicht seltenen Fossilresten (u. a. Cardium becksi J.
MÜLLER), die, im Verein mit einer erst in den letzten Jahren beachteten,
stattlichen Mikrofauna, die Alterseinstufung in das Coniac (ZIEGLER
1957b) ermöglichen.
Von GÜMBEL (1891, S. 4281429) aus einem damaligen Aufschluß bei
Einzelhof nördlich von Röckenricht (also nahe unserem Profil 30, Be-
ginn) zuerst erwähnt und als Äquivalent des cenomanen Regensburger
Grünsandsteins angesprochen, galt der Cardienton, der bei Sulz-
bach (ebenso bei Amberg und Auerbach) fast nur aus Bohrungen und
Grubenaufschlüssen bekannt geworden ist, seit KOHLER (1902, S. 28/29)
bis in die jüngste Zeit als (meist ober-) turones Sediment (vgl. KOEHNE
1905, S. 324; LEHNER 1924, S. 1’78; SEEMANN 1925, S. 97; LEHNER 1933 a, S. 215;
HELLER 1952, S. 152; v. FREYBERG 1953 b, S. 9110). LEUBE schließt sich
(1954, S. 62-64) der mündlich von TILLMANN vertretenen Ansicht an, wo-
nach der Cardienton an die Grenze Turon/Emscher zu stellen sei. Dies
48
aufgrund erster mikropaläontologischer Befunde an Auerbacher Bohr-
proben durch KNIPSCHEER. Im selben Jahr noch stellt TILLMANN den Car-
dienton in ,,Stufe P“ seiner als ,,Emscher-Senon“ angesprochenen ,,hö-
heren marinen Kreideserie“ (1954, S. 90191).
1957 schließlich faßt ZIEGLER seine in den Vorjahren durchgeführten
mikrofaunistischen Untersuchungen an Bohrproben aus Amberg, Sulz-
bach und Auerbach zusammen - unter kritischer Berücksichtigung auch
der seit GÜMBEL (1891) erst durch HELLER (1952) bereicherten Makrofauna
- und stellt fest, daß die bisher geborgenen ,,20 Evertebraten-, 10
Ostratoden- und 39 Foraminiferen-Arten“ den Cardienton ,, e i n d e u -
tig dem Conia c zuweisen “ (1957 b, S. 55).
Mikrofauna nach ZIEGLER (1957 b, S. 60161):
Proteonina difflugiformis (BRADY)
Reophax clavulinus (RWSS)
Reophax scorpiurus MONTF.
Lituotuba umbergen& nov. sp.
Ammobaculites rowei BARNARD
Haplophragmoides eggeri CUSHMAN
Cyclammina sp.
Spiroplectammina sp.
Textularia concinna REUSS
Textularia subconica FRANKE
Textularia praelonga RFUSS
Gaudryina laevigata FRANKE
Arenobulimina presslii RIWSS
Arenobulimina d’orbignyi (REUSS)
Marssonella oxycona (RWSS)
Trochammina sp.
Trochammina inflata (MONTAN)
Trochammina pauciloculata BRADI
Trochammina trifolium (EGGER)
Trochammina quadriloba GRYZYBOWSLI
Trochammina aff. nana (BRAIIY)
Trochammina böhmi FRANKE
Lenticulina (Lenticulina) comptoni (SOWLRBY)
Lenticulina (Lenticulina) rotulata LAM.
Lenticulina (Astacolus) bosae (RWSS)
Nodosaria affinis RETJSS
Gümbelina globulosa (Rsuss)
Gavelinella ammonoides (RIXJSS)
Gavelinella sp.
Gyroidina nitida (Reuss)
Stensiöina exsculpta (RFXJSS)
Globigerina cretacea D’ORB.
Schackoina cf. tappanae MONTA.-[Link]
Globotruncana globigerinoides BROTZEN
Globotruncana lapparenti coronata BOLL.
Globotruncana lapparenti angusticarinata GANDOLPI
Globotruncana marginata (REUSS)
Ostratoden (nicht näher bestimmt)
Echinodermenstacheln
Schwammskelette
Inoceramenprismen
Bryozoa
49
Makrofauna, einschließlich der von KOHLER und H~LL~.R angegebenen
Formen nach ZIEGLER (1957 b, S. 61):
? Leda papyracea FRECH
Cardium becksi J. MÜLLER
Tapes subfaba (D’ORB.)
Tellina sp.
Linearia semicostata (RoEM.)
Panopaea regularis D’ORB.
Lima semisulcata NILSS.
Pecten virgalus NILSS.
Pecten sp.
Neithea regularis SCHLOTH.
? Spondylus Zatus Sow.
Anomia laevigata SOX,
Alectryonia sp.
Turritella nodosa ROEM.
Turritella sexlineata ROEM.
Turritella sp.
Dentalium polygonum RELJSS
Mitraster sp.
Aus dem Charakter, speziell der Mikrofauna, schließt ZIEGLER, ,,daß es
sich um ein warmes, mäßig tiefes Meer gehandelt haben muß, das stel-
lenweise der Verbrackurig anheim fiel“ (1957 b, S. 61).
50
S. 42) und läßt sich besonders von deren ockeriger Ausbildung, z. B. bei
Großenfalz, nicht immer scharf abgrenzen. Hier scheint der Cardienton
in seinen liegenden Teilen auch selbst ockerig ausgebildet zu sein.
v. FREYBERG (1953 b, S. 5/6), der allerdings vom Cardienton-Hori -
z o n t spricht, nimmt im Raum ,,Fromm“ - Großenfalz stellenweise so-
gar Ocker- oder Bunttone als alleinige Vertreter an. Die zwanglose Mög-
lichkeit der Profildarstellung spricht dafür. Allerdings: Die vom Siid-
Osten Ambergs über Sulzbach bis Auerhach sich kaum ändernde Fazies
des t y p i s c h e n Cardientones, seine schlauchartig gewundene Verbrei-
tung und seine tiefe, rinnenförmige Einlagerung i; &e sonst fossilleere
Schichtfolge, die hier Ocker- und Bunttonlinsen in jedem beliebigen Ni-
veau enthält, macht es fraglich, ob dieser Horizont o h n e typischen
Cardienton überhaupt als solcher zu erkennen ist. Andererseits glaubt
schon LEHNER (1933 a, S. 212,213-215) aufgrund von Lagerung und Fossil-
inhalt an die Zusammengehörigkeit von Cardienton und dem (einige Ki-
lometer weiter westlich gelegenen) Neukirchener Ocker. [Link] (1952,
S. 155) und v. FRI:YBERG (1953 b, S. 6) halten die Zusammengehörigkeit für
bewiesen.“‘) Daß im Hangenden zahlreicher Ockervorkommen bei Neu-
kirchen ein fetter, blauer Ton (Cardienton) liegt, ist nicht anzuzweifelnx2).
Es scheinen also die bei Großenfalz im Liegenden des dunklen Cardien-
tones stellenweise einige Meter platzgreifenden und weiter nach Westen
offensichtlich zunehmenden Ockertone mit Recht dem Cardienton-Hori-
zont zugerechnet werden zu können. Ob aber bei Großenfalz eine Ocker-
oder Bunttonfazies den Cardienton schon ganz vertreteten kann, ist
bis zum eindeutigen Beweis zweifelhaft. Sind doch 125 m nördlich von
Einzelhof (3-4 km westlich von Großenfalz) bei rd. 60 m Teufe noch
11,5 m typischer Cardienton über 3,4 m braunem ockerigem Ton erbohrt
worden.
Gegen das Hangende des Cardientones tritt der marine Einschlag ZU-
rück: In den obersten Partien der untersuchten Bohrproben ,,wurden nur
noch die brackischen Ammobaculiten zusammen mit zahlreichen Holzpar-
tikeln angetroffen“ (ZIEGLER 1957 b, S. 61). Auch an den Rinnenflanken
geht der auskeilende Cardienton stellenweise in geringmächtigen grauen
Ton mit z. T. inkohlten Pflanzenresten über.
‘lt) jedoch: ,,Die Gleichsetzung der Fauna des Cardicntoncs mit der des NL’u-
liird~ncr Ockers erscheint unsicher .“, auch zeigt die von [Link] angeführte,
erweiterte Fossilliste ,,bei einer Gegenüberstellung mit der Fauna dcs Ncukirchner
Ockers nicht unerhebliche Differenzen“. Allerdings muß darauf hingcwicscn werden,
,,da13 auch die erweiterte Fossilliste noch zu uncharakteristisch ist, um eine Pnr-
allclisicrung auf Grund eines Faunenvergleichs vorzunehmen“ (‘ZII:GI.T.R 1957 b
s. 57).
:lr) Der Behauptung LIIHNERS ,,im IHangenden dcs Ockers liegt s t e t s ein
blauer fetter Ton” (1933 a S. 213) mu13 entgcgengehaltcn werden: Nur bei einem
Teil der Vorkommen! Soll, wie bei LEHNER und v. FREYBERG der ,,Neukirchner
Ocker“ als srratigraphischer Begriff gebraucht werden, so gehören keineswegs alle
Ocker- oder Farberdevorkommen des weiteren Neukirchener Gebietes zu diesem
Horizont. Manche sind als reine Spaltenfüllungen zeitlich überhaupt nicht näher
zu fixieren, andere gehören eindeutig zur cenomanen Erzformation.
51
2. Hangendes des Cardientones
Ober dem Cardienton folgen, je nach seiner Tiefenlage, noch bis (ma-
ximal) 80 m mächtige Kreidesedimente (z. B. Bohrung F 62), deren ober-
ste Lagen viel 1 eicht schon bis in das Santon hinaufreichen”“). Es
sind fein- bis grobkörnige Sande oder kaum verfestigte Sandsteine, mit
mehr oder minder reichlichem Feldspatanteil, meist gelb bis hellbraun,
in einzelnen Lagen auch grau, und bisweilen tonig. Eingeschaltet sind
graue, weißliche und rötliche Tonlinsen, die örtlich bei Großenfalz von
v. F~wunmc (1953 b, S. 7) als ,,Bunter Hauptton II“, 4-17 m über dem
Cardienton liegend, zusammengefaßt wurden. In etlichen Profilschnitten
fallen auch örtlich eng begrenzte Grobsand-,,Kies“-Schüttungen auf, die
mit deutlichem Gefälle von den Seiten her in die Cardienton-Rinne
,,hereinhängen” (vgl. auch v. FREYBERG 1953 b, S. 7. u. T. 1). Sicher
anzusprechen ist das Hangende des Cardientones auf unserem Karten-
blatt nur dort, wo es von nachgewiesenem Cardienton unterlagert wird.
Tatsächlich ist es aber wohl über wesentlich größere Flächen verbreitet,
doch läßt es sich weder von der Oberfläche her noch auch in kleineren
Einzelaufschlüssen mangels kennzeichnender Faziesmerkmale von man-
chen Partien im Liegenden des Cardientones mit der nötigen Sicherheit
unterscheiden.
Unter diesem Vorbehalt kann in dem auf der Karte mit kre be-
zeichneten kleinen Vorkommen von feinem und gröberem Sand mit ge-
ringmächtigen, olivgrünen Tonbändern und -linsen (in der SW-Ecke
der Karte) Hangendes des Cardientones vermutet werden.
Mit dem Hangenden des Cardientones schließt die Kreideserie nach
oben ab. Darüber liegt nur noch eine dünne aber weit verbreitete Decke
wohl vorwiegend erst im Quartär umgelagerter Sande und Lehme, die
nur stellenweise, in Talungen oder Hangmulden, mehr als 1-2 m
mächtig sind und sich nur in Einzelfällen sicher von der ,,echten“
Kreide, aus der sie hervorgegangen sind, abgrenzen lassen. Auf der
Karte sind sie daher nicht dargestellt.
Hier und auch anderwärts auf der Alb wurde diese Uberdeckung,
teils allein, teils mit noch nicht näher bekannten und oft nur gering-
mächtig anstehenden Kreidesedimenten, mancherorts wohl auch mit ter-
tiären und quartären Bildungen zusammengefaßt, vielfach als .,Albüber-
deckurig“ bezeichnet,
as) Außer der FJUIIJ. dcs Gardientones im Liegenden gibt es hier keine sicheren
Kriterien für die genaue Altersbestimmung. Es können nur Vermutungen geäußert
wcrdcn aufgrund der Schichtenfolge und MPchtigkeiten in bcnachbartcn Krcidc-
gcbietcn (vgl. TILLMANN 1954 S.90-94 U. 1958).
52
IV. Tertiär
Tertiäres Alter wurde von früheren Autorer?‘) mit wechselnder Be-
stimmtheit für die unterschiedlich umrissene ,,Albüberdeckung“, in eini-
gen Fällen auch für ,,Kallmünzer“-Blöcke, Kreidesande, Ockernester und
sogar für die Entstehung der Eisenerzlager (KOHLER 1902) angenommen.
Für keine dieser Ablagerungen ist jedoch tertiäres Alter mit Sicherheit
nachzuweisen. Zwar muß man annehmen, daß sich Spaltenfüllungen im
verkarsteten Malm auch im Tertiär entwickelten und daß auch während
des Tertiärs Gesteine verwitterten und - im Zuge der normalen Abtra-
gung - oberflächlich umgelagert worden sind, doch fehlen jegliche An-
haltspunkte, solcherart entstandene Bildungen zu erkennen und sicher
als tertiär anzusprechen: Eine Unterscheidung zwischen cretazischem und
tertiärem Spaltenfüllmaterial oder gar eine Abtrennung der tertiären
Komponenten aus den weit verbreiteten und großen Umlagerungsmassen
des Quartärs ist in unserem Gebiet nicht möglich.
V. Quartär
Quartäre Bildungen bedecken große Flächen des Blattgebietes. Meist
sind es nur wenig umgelagerte Verwitterungsmassen des älteren Unter-
grundes, die, soweit sie noch auf ihrem Ursprungsgestein liegen, nur un-
genau von diesem abzugrenzen sind. Auch die altersmäßige Aufeinander-
folge ist nur in Einzelfällen und unter günstigen Aufschlußverhältnissen
belegbar.
a. I’leistozän (Diluvium)
Als ältester H ö he n s c h o t t e r ist die am östlichen Kartenrand bei
Gitterlinie 88 aufgeschlossene Limonitsandsteinpackung anzusprechen, die
dort fast 90 m über dem ‘Vilstal auf Oberem Burgsandstein liegt (vgl.
Abb. 3 und Profil 31) und auf der Karte zusammen mit eindeutig jünge-
ren und wesentlich tiefer liegenden Anhäufungen von Limonitsandstein-
brocken als quartärer Re s t s c hu t t (rs) gekennzeichnet ist. Daß die
eben erwähnte, hochgelegene, 1,5-2 m mächtige Limonitsandstein-
Packung sich im Diluvium gebildet haben muß, erhellt daraus, daß im
Anstehenden darunter Frostkeile auftreten, die älter sind als die Uber-
deckurig.
Weitere Reste von diluvialen Sc h o t t e r n liegen wesentlich tiefer
beiderseits des Vilstales, nämlich 20-30 m (dtl) und 5-15 m (dt2) über
dem Vilsspiegel. In der Materialzusammensetzung unterscheiden beide
Schotter sich kaum: Die Hauptmasse bilden fluviatil geschichtete Sande,
34) Z. 13. GL~MBLL 1868, REUTLR 1923, SLLMANN 1925, SPLRHI:R 1932, REITINGER
1933, FROMM 1935 u.a.
53
rd 6om
55
Gröfltenteils diluvialer Entstehung ist auch der G e h ä n g e s c h u t t .
der, soweit er deutlich erkennbar auf fremdem Untergrund liegt, auf der
Karte ausgeschieden ist (z. B. Malm auf Kreide oder Dogger, Dogger-
Sandstein auf Opalinuston, Rhät auf Feuerletten).
b. Holozän (Alluvium)
Die Ta 1 b öd en (a) werden von jungen Sedimenten der Nacheiszeit
gebildet. Sie bestehen, je nach Einzugsgebiet, aus sandigem, lehmigem
oder tonigem Material. An der Einmündung von Nebentälchen leiten
mitunter flache Schuttfächer oder Schwemmkegel in das Haupt-
tal über, z. B. bei Süß und bei Kötzersricht.
Wo in den Talbereichen das Grundwasser hoch steht und dadurch die
Zersetzung der pflanzlichen Substanzen gehemmt ist, kommen an -
moorige Böden vor (Vilstal).
Größere künstliche Aufschüttungen befinden sich in
Nähe der Bahneinschnitte bei Schönlind und Großalbershof sowie im
Bergbaubereich: Bergehalden z. B. bei Etzmannsberg, Grube Karoline.
Galgenberg und Anna-Schacht (letztere z. Zt. der Aufnahme noch nicht
vorhanden).
Hier sind auch die zahlreichen, sich verhältnismäßig rasch ändernden
Senkungsfelder, Bruchgebiete und Rutscherscheinungen (z. B. beim Sulz-
bacher Judenfriedhof) zu erwähnen, die entlang der Sulzbacher Störungs-
zone zwischen Großenfalz und Rosenberg durch den darunter umgehen-
den Bergbau entstanden sind und noch entstehen.
D. Lagerungsverhältnisse (Tektonik)
1. Hahnbacher Kuppel
(vgl. Beilage 6)
56
die - wären auf ihr alle in ihrer Umrahmung anstehenden Schichten
noch erhalten - ihre Umgebung um 380-450 m überragen und eine
Höhe von über 800 m ii. NN. erreichen würde.
Während sich die Kuppel in ihrer SO-NW-Erstreckung nur mäßig und
flach aus der Haupthebungsachse herauswölbt, und auch am flachen
Abfallen der Nord- und Nordostflanke Bruchstörungen nur im Norden,
in der sog. Edelsfeld-Irlbacher Störungszone beteiligt
sind, entfällt an der steileren Südwestflanke rund die Hälfte des Ge-
samthebungsbetrages auf eine südwestvergente Aufschiebungszone (mit
Sprunghöhen bis 200 m), die sog, Sulzbacher Störungszone.
Erste vertikale Bewegungstendenzen und die Umrisse der späteren
Kuppel zeichnen sich schon im Dogger-Beta ab, wie BERGER (1952, S. 11’7)
anhand der Mächtigkeitsverteilungen innerhalb der einzelnen Dogger-
Sandstein-Horizonte nachweisen konnte. Die eigentliche Herauswölbung,
die sich, wie aus der zeitlichen Abfolge der Südwestrand-Störungen zu
schließen ist, in mehreren, über die ganze Kreidezeit verteilten Phasen
vollzieht, beginnt nach der allgemeinen Landhebung an der Wende Jura/
Kreide während der Unterkreide. Die lineare Anordnung tiefer und lang-
gestreckter Karsthohlformen, die zu Beginn des Cenomans bereits vor-
handen waren und die Eisenerzablagerungen aufgenommen haben, ist
durch die stärkere Schichtverbiegung am zur späteren Bruchstörungszone
prädestinierten SW-Rand der Aufwölbung zu erklären. Während der
Erzbildungszeit, im untersten Cenoman, muß die Wölbung bereits so hoch
gewesen sein (mindestens 150-200 m), daß die gleichzeitige Abtragung
im Kuppelkern schon die Basis des Lias erfassen konnte; anders ist nicht
zu erklären, wie Gerölle von mürbem Grobsandstein aus den Rhät-Lias-
Übergangsschichten in der Erzformat ion am Erzberg von Am-
berg36) gefunden werden konnten.
Der weitere Wölbungsfortgang während der Oberkreide läßt sich nur
noch aus der Entwicklung der Sulzbacher Störungszone schließen.
58
Die Schrägstellung der Schichten (Einfalien lO-60c SW) ist an vie-
len Stellen auf dem Höhenzug zwischen Lobenhof und ,,Fromm“ sowie
im weiteren Verlauf, sowohl in Richtung Sinnleithen wie auch in Rich-
tung Kleinfalz-Eckenricht, unmittelbar zu beobachten; so z.B. am
Kalksteinbruch bei Lobenhof, an Galgenberg und Etzmannsberg (hier
durch Bergbau-Tagesbrüche verstärkt), bei Zeche ,,Karoline“ und im
Straßeneinschnitt oberhalb davon, östlich vom Judenfriedhof, im Kalk-
steinbruch am Großenfalzer Berg, bei Großalbersdorf, an der Bahn-
unterführung östlich Fromberg u.a. 0. Im übrigen läßt der Ausbiß-
Verlauf die Schichtneigung fast überall gut erkennen. Die in der Karte
eingetragene Störung ist in ihrem V e r 1 a u f zwar über längere Strek-
ken durch stärkere Hangschutt- oder Hanglehmüberdeckung verbor-
gen, doch ließ sie sich an einigen Stellen recht genau einengen und
festlegen; so z.B. am Lobenhof (Opalinuston gegen Feuerletten) oder
nördlich davon IOoalinuston gegen kol-Sandstein). im Straßenknie, öst-
lieh St. Anna, beim Bau des -Wasserbehälters am Gasthof ,,Winter“
oberhalb Zeche ..Karoline“ (Lias-Ensilon geschleppt), in einem Rohr-
graben bei P. 483 südlich Rummersricht, in Rummersricht selbst (Opa-
linuston gegen kol-Sandstein), südwestlich Iber (Lias-Epsilon gegen
Lias-Gamma) und bei Sinnleithen. Der Verlauf in den Zwischenab-
schnitten wurde durch Profilkonstruktionen ergänzt.
Von übertage aus bieten sich somit nur spärliche Anhaltspunkte für
ein Erkennen der Störungsverhältnisse in der Tiefe. Umsomehr Ein-
blicksmöglichkeiten sind durch die umfangreichen Grubengebäude des
entlang der Störung zwischen Rosenberg und Großenfalz umgehenden
Eisenerzbergbaues gegeben und besonders durch die etwa 350 Bohrun-
gen, die in dem 4 km langen Streifen fast alle erst im Laufe der letzten
30 Jahre niedergebracht worden sind. Diese zahlreichen Tiefenauf-
schlüsse sind es, die den Bau der Störungszone erst richtig erkennen
lassen und eine Deutung ihres Werdeganges und ihrer Verknüpfung
mit den Eisenerzlagerstätten ermöglichen.
Ein für den Störungsbau zwischen Rosenberg und Großenfalz
grundsätzliches Bild bietet z. B. das Querprofil E 1 (Beilage 4): Es
zeigt, daß die (südwestliche) Liegendscholle mit ihrem tiefeingeschnit-
tenen Malm-Trog, der von Erzformation und Sedimenten der höheren
Kreide ausgefüllt ist, von der (nordöstlichen) Hangendscholle auf fla-
cher Bahn überlagert - besser: überlappt - wird. Es zeigt weiterhin
- durch eine Kernbohrung belegt - daß die Oberlagerungsfläche dort,
wo die Liegendscholle abgerissen ist, in scharfem Knick aus einer stei-
len Aufschiebung (1) hervorgeht. In geringem Abstand (100 bis 150 m,
örtlich etwas wechselnd) wird diese Aufschiebung 1 von einer zweiten
gleichartigen Parallelaufschiebung (11) begleitet, die jünger ist. (Eine
noch jüngere Aufschiebung 111 tritt westlich von Großenfalz als Ab-
zweigung und Verlängerung von Aufschiebung 1 auf.)
Vergleicht man den Bau der Störungszone anhand der Querprofile
auf Beilage ‘7 über einen längeren Abschnitt, so erblickt man immer
wieder das gleiche Lagerungsbild, nämlich das Bild einer flachen und
59
verhältnismäßig weiten ,,Oberschiebung“ (bis 250 m, z. T. horizontal,
stellenweise sogar ,,überhängend“). In den Einzelheiten treten natur-
gemäß Modifikationen auf, die aus den Profilen ersichtlich sind.
Daß diese eigentümlichen Lagerungsformen nach ihrem Bekannt-
werden durch die fortschreitenden Untersuchungs- und Aufschließungs-
maßnahmen der letzten Jahrzehnte auch genetisch als Uberschiebung
gedeutet wurden, ist nur zu verständlich.
Es erhebt sich daher die Frage nach dem Zustandekommen einer
solchen ,,Uberschiebung“, die ihrem Charakter nach der saxonischen
Bruchtektonik in unserem Gebiet fremd ist und auch schon in dem
westlich streichenden Störungsabschnitt bei Großenfalz nicht mehr in
Erscheinung tritt.
Zuvor sei ein chronologischer Uberblick über die bisherige geolo-
gische Kenntnis gegeben.
Sieht man von den viel weiter zurückreichenden Zeugnissen ab, die
rein bergbauliche oder - noch älter - bergrechtliche Belange be-
treffen, so ergibt sich etwa folgende Liste geologischer Literatur, die
jedoch keinen Anspruch auf Lückenlosigkeit erheben kann:
60
1806 SCHLICKS von LÖWENFELD nennt in seiner ,,Medizinischen Topogra-
phie vom Landgerichtsbezirke Sulzbach in der Obern Pfalz“ recht
anschaulich verschiedene Ausbildungen der Sulzbacher Erze (und
auch anderer Gesteine).
1816 GRAF und v. FUCHS ,,entdecken“ den Phosphorit am Erzberg von
Amberg, der auch in den Sulzbacher Erzlagern vorkommt. (Lt.
Amberger Volkszeitung v. 26. 11. 1919, zitiert von KLürrxL 1921.)
1841 VOITH, der bereits 1836 die Phosphate des Amberger Erzberges
bearbeitet hat, erkennt als offenbar erster das Kreide-Alter der
Erze.
1854-1856 wird die geognostische Landesaufnahme der Gegend um
Amberg-Sulzbach unter der Leitung v. GÜMBELS durchgeführt. Da-
bei werden auch die damals so genannten ,,Amberger Schichten“
einer gründlichen Untersuchung unterzogen.
1868 C. W. v. GÜMBIX schildert ausführlich die Beschaffenheit der Erze
und ihrer Begleitmineralien in seinem umfassenden Kapitel über
die ,,Procän- oder Kreideformation“ und begründet auch ihre Zu-
ordnung zur Kreide (S. 707). Er parallelisiert sie sogar schon, zu-
mindest teilweise. auEgrund der Fossilien im Brauneisensteinkon-
glomerat (später’ ,,Erdkonglomerat”) bei Germersdorf, mit den
Regensburger Schutzfelsschichten (S. 729), die er bereits in das
(Unter-) Cenoman stellt. Andererseits war er sich über das Alter
der Erze doch noch nicht restlos sicher (S. 778, 783), wenn er
sie des ,,näheren Vergleichs wegen“ (S. ‘706) bei den tertiären Bil-
dungen nochmals bringt (S. 462 ff.). Auch über die Lagerungsver-
hältnisse, mit denen er sich, ebenso wie mit den verschiedenen
Vorkommen, in einem weiteren Kapitel über die ,,Eisensteinab-
lagerung bei Amberg” (S. 777 ff.) befaßt, ist er sich noch nicht
klar. So legt er am Beispiel Etzmannsberg dar, daß die ,,Eisenerz-
bildung . . . sich hier an den Rand des bereits aufgerichteten Ge-
birges angelehnt” hat (S. 781).
1881 J. B. SCHOBER führt die Erzvorkommen auf, geht kurz auf die
Schichtfolge und die Lagerungsverhältnisse bei Amberg ein, gibt
eine Beschreibung der Erze in ihren verschiedenen Ausbildungen
und Qualitäten und teilt dann zahlreiche, selbst ermittelte Ana-
lysenergebnisse Verschiedenster Amberger. Erzstufen und einiger
Begleitphosphate mit.
1891 C. W. v. GÜMBEL stuft die Erze jetzt schon mit Sicherheit als tiefste
Oberkreidebildungen ein und beschreibt sie nochmals in mehreren
Abschnitten (S. 143 ff., S. 397 ff.), ebenso wie die Amberg-Sulz-
bacher Störungen (S. 622 ff.).
1893 faßt der gleiche Autor seine Erfahrungen und Ansichten über die
,,Amberger Eisenerzformation” in einem abschließenden Bericht
zusammen. Nach Behandlung der Vorkommen, Zusammensetzung,
Schichtfolge und Lagerung kommt er zu dem Ergebnis, daß die
Erze ihre Entstehung dem ,,Erguß von eisenhaltigen Wässern ver-
danken, welche auf den bereits vor ihrer Ablagerung vorgebil-
deten Spalten zu Tag getreten sind und sich bis über die benach-
barten Juraschichten verbreitet haben. Nach ihrem besonders
reichlichen Absatz längs der Spalten wurden hier die Erzlager mit
samt den jurassischen Schichten des Untergrundes später dislocirt
und in eine mehr oder weniger steile Stellung versetzt” (S. 320).
61
1894 gibt G~JMBEL nochmals einen Oberblick über die Oberpfälzer Kreide
(S. 834 ff.) und über das ,,Amberger Gebirge“ (S. 848 ff.), d.h. über
die Geologie der weiteren Umgebung von Amberg, zu der auch
Sulzbach gehört.
1902 E. KOHLIJ handelt in einer umfassenden Arbeit die Lagerstätten
dcs Amberger Typus ab. Seine Kenntnisse der Lagerstätten beru-
hen zum großen Teil auf eigener Anschauung, z. T. aber auch auf
den Angaben GÜMBELS und anderer. Seine Arbeit enthält eine
Fülle von richtigen Einzelbeobachtungen über die Lagerung und
Schichtfolge der Erze und der höheren Kreide.
Die Genese der Erze führt er auf Substitution (Metasomatose) von
Kalken, und zwar (wie schon GÜMBEL) durch erzerzeugende Mine-
ralquellen zurück. Im Gegensatz zu GÜMBEI. läßt er diese Wässer
aber nicht auf präcenoman vorgebildeten Spalten aufsteigen, son-
dern auf tertiären Bruchstörungen. Denn nräcenomane Stö-
rungen konnte er ,,in der Region der Amberger Erze nirgends
konstatiren“ (S. 47). Seine Erzbildungszeit fällt also in das Tertiär.
Die erzerzeugenden Mineralquellen- bringt er in Zusammenhang
mit dem tertiären Basaltvulkanismus in der Oberpfalz.
1905 W. KOEHNT beschreibt u. a. den Betzensteiner Kreidekalk, seine
Fossilführung und Lagerung.
1910 G. EINECKE und W. KÖHLER stützen sich bei ihrer Darstellung der
Amberger Erzlagerstätten ganz auf KOHLER und übernehmen auch
dessen ,,Substitutionstheorie“, d. h. sie führen die Erzbildung zu-
rück auf metasomatische Umwandlung des Kalks und Dolomits zu
Eisenspat unter Mitwirkung von Eisensäuerlingen, die auf Spalten
auftraten. Der Spat sei dann später zu Brauneisen oxydiert.
1913 A. ROTHPLLTZ stellt in seiner Abhandlung über die Amberger Erz-
formation scharfsinnige und in sich folgerichtige Uberlegungen
über Genese und Tektonik an, die allerdings (zumindest für das
Gebiet Amberg, Sulzbach und Auerbach) nicht auf eigenen Be-
obachtungen sondern auf den Literaturangaben von GÜMBLL und
KOHLER aufbauen. Er glaubt präcenomane Bruchstörungen bei
Ebermannsdorf, Freihöls und Pittersberg nachweisen zu können.
Die Eisenerze führt er auf ,,stark eisenhaltige Quellen“ (S. 260)
zurück, die er in Zusammenhang mit vorkretazischen Verwerfungs-
spalten bringt. Die bedeutenderen tektonischen Bewegungen, die
zur heutigen Lagerung führten, läßt er im Tertiär stattfinden.
(Also offensichtlich ,,Synthese“ von GühiBEE und KOHLERS An-
sichten)
1917 K. FICK] NSCHLR stellt ,,geologisch-bergmännische Betrachtungen
über die oberpfälzischen Eisenerzlagerstätten.. .“ bei Kirchen-
thumbach an, in denen er auch kurz die allgemeinen Verhältnisse
an den Lagerstätten von Amberg, Sulzbach und Aucrbach streift.
Er hält seine ,,Spaltenerze“ unter Bezugnahme auf GÜMBIIL, KOHLLR
und ROTHPLETZ für kreidezeitliche Ausscheidungen aus kohlen-
sauren Mineralquellen, die ,,Spalten“ selbst für tertiären Alters.
1919 W. KLürrsL entwickelt seine Auffassung über die Kreidestrati-
graphie im Amberger Raum und über den geologischen Werdegang
dieses Gebietes. Er ist der erste, der eine marine Ingression zwi-
schen Malm und Erzformation annimmt. Für die Erzbildung hält
er auf älteren Spalten aufsteigende Erzlösungen verantwortlich.
deren Weg in der Tiefe durch metasomatische Veränderung des
62
Malmkalks und -dolomits gekennzeichnet sei. Für die Phosphat-
bildung läßt er heiße Quellen mitwirken, die den Kalk verwan-
delt haben sollen. Die Hauptstörungsperiode legt er ins Oligocän.
1920 F. W. PFAFF, der zur Untermauerung seiner Ansichten mehrere
Gesteinsanalysen aus dem Malm und der Albüberdeckung sowie
Schurfschachtprofile aus der nördlichen Frankenalb angibt, läßt
die sog. Alberze (Farb-, Ocker-, Bohnerze) durch Verdrängung der
ursprünglich in den Tonen adsorbierten Eisensalze durch kalk-
und magnesiagesättigte Tageswässer und anschließenden Neuabsatz
an Kieselsäuregesteinen und Sanden entstehen. Eine Bestätigung
glaubt er in Laboratoriumsversuchen gefunden zu haben.
1921 K. DRESCHER, der in einer mehr systematischen Abhandlung die
Kreide-Erze vom Amberger Typus als ,,Spaltenerze“ bezeichnet,
befaßt sich vorwiegend mit ihrer wirtschaftlichen Brauchbarkeit.
1921 W. KLürrEL beschäftigt sich nochmals speziell mit dem Phosphat-
vorkommen bei Amberg und sucht die von ihm vertretene Genese
aus Thermalwässern durch Metasomatose aus Malmkalk zu be-
weisen. Die Amberger Hauptverwerfung stellt er wiederum in das
Oligocän. Spätere Störungen, die auch eine von ihm als obermio-
cän angesprochene Braunkohle bei Högling betroffen haben sollen,
hält er in postmiocäner Zeit für möglich aufgrund der Lagerung
bei Häringlohe-Rosenberg.
In einer weiteren Notiz bestätigt KL~PFEI. die schon von GüMnr.,l.
geäußerte Ansicht, daß die Kohlevorkommen in Amberg der Erz-
formation (Schutzfelsschichten) angehören.
1921 A. Moos beschäftigt sich mit den Bildungsbedingungen und -ur-
Sachen der süddeutschen Bohnerze und streift dabei kurz die von
ihm auch für diese Erze als nicht zutreffend erkannte ältere Auf-
fassung, wonach Absatz aus warmen oder kalten Eisensäuerlingen
mitgewirkt habe.
1922 G. BERG, der in seiner Zusammenstellung über ,,die Rolle des
Phosphors im Mineralreich“ die Amberger Erze nur beiläufig
erwähnt, schließt (im Gegensatz zur damals herrschenden Meinung)
offenbar allein schon aus dem relativ hohen Phosphorgehalt dieser
Erze auf deren Bildung aus absteigenden Lösungen.
1922 H. LAUBMANN befaßt sich ausführlich mit den Phosphatmineralien
der Erze. Der Edelerden-reiche ,,Weinschenkit“ und der ,,Pseudo-
wavellit“ werden von ihm zuerst beschrieben und benannt.
Für die Entstehung der Lagerstätten unterstellt er Ablagerung aus
eisenreichen Tiefenwässern. Seine diesbezüglichen Ansichten fußen
auf GÜMBEL, KOHLER und ROTHPLETZ.
1923 L. REUTER stellt die Eisenerzlagerstätten noch zusammen mit dem
Neukirchener Ocker und den eigentlichen Bohnerzen i. e. S. in die
tertiäre ,,Albüberdeckung“, hält dabei allerdings die Frage ,,ob nun
alle auf dem Jura liegenden Anhäufungen von Eisenerz eocänes
Alter, oder älteres oder jüngeres Alter haben” (S. 41) für noch nicht
geklärt.
1924 L. LEHNER eibt einen vorläufigen Bericht über seine umfassenden
und sorgfältigen Untersuchungen zur Gliederung der fränkischen
albüberdeckenden Kreide. Es gelingt ihm der Nachweis einer Reihe
von bislang nicht bekannten Schichtgliedern und deren vorläufige
altersmäßige Einstufung durch Fossilien. Den von ihm erstmalig
gefundenen ,,Sulzbacher Kreidekalk“, der ihm ,,als echte Klippen-
63:
fazies eine reiche Fauna geliefert“ hat (S. 176), stuft er ins untere
Cenoman ein und erklärt ihn als Äquivalent des KLürI:rLschen Erz-
konglomerates von Amberg.
1925 R. SEEMANN faßt in einer überaus gründlichen Arbeit die Er-
gebnisse seiner mehrjährigen Beobachtungen und Untersuchungen
über die Kreide-Erzlagerstätten zusammen. Er behandelt aus-
führlich die Stratigraphie unseres Gebietes, (erwähnt dabei auch
mehrere Aufschlüsse bei Sulzbach), und befaßt sich dann ein-
gehend mit der Verbreitung, den Lagerungsverhältnissen und der
Tektonik der Erzvorkommen, um schließlich die Genese der Lager-
stätten zu deuten.
(Die Verhältnisse in den Grubenfeldern der Luitnoldhütte bei Am-
berg und der Maxhiitte bei Sulzbach und Auerbach kennt cr offen-
bar nur aus Ubertage-Aufschlüssen.) Er faßt die Aufschiebungen als
tertiäre Folgen einer präcenomanen Verbiegungs- und Bruch-
tektonik auf. Bei der Entstehung des Erzes läßt er eisenhaltige
Wässer aus dem Doggersandstein und gleichzeitig kohlensäure-
haltige Wässer aus der Tiefe, die beide auf präcenomanen Spalten
aufdringen, zusammenwirken.
Die SarMANNsche Arbeit, die auf eigenen Untersuchungen beruht,
dient zahlreichen späteren Autoren bei ihren Betrachtungen über
die Erzvorkommen als Grundlage.
1927 K. HUMMEI., dessen Kenntnis vom Bau der Lagerstätten des Am-
berger Typs auf SEEMANN und von diesem zitierten Autoren beruht,
entwickelt seine Ansicht, wonach die Lagerstätten ausschließlich von
aufsteigenden vadosen Wässern aus dem Doggersandstein, oh n e
Mitwirkung von Kohlensäure-Quellen, gebildet worden sind. HUMMEI.
weist als erster auf die mögliche, maßgebliche Mitwirkung von
Humuswässern beim Eisentransport und bei der Erzbildung hin.
Die im Erz auftretenden Phosphate und Edelerden sprechen nach
HUMMEI. nicht nur gegen, sondern eher für seine Deutung.
1927 R. SEEMANN nimmt kurz zur HuMMtLschen Auffassung Stellung. Er
betont, daß nach seiner Meinung sehr wohl juvenile Kohlensäure-
wässer mitgewirkt haben können, räumt aber ein, daß auch
HUMMXS Erklärung denkbar sei.
1928 P. DOICN (im 1. Teil seines geologischen Exkursionsführers durch
die Frankenalb) stützt sich bei seiner Beschreibung der frän-
kischen Kreide im wesentlichen auf KRUMI~LXX (1924), LEHNER (1924)
und SEEMANN (1925).
1928 In SCHUFTI RS Abriß der Geologie von Bayern r. d. Rh., Abt. VI
enthält der DoaNsche Abschnitt über die Kreide einige auf REUTER,
SEEMANN und LEHNER gestützte Angaben aus dem Gebiet Amberg-
Sulzbach.
1928 W. FINK handelt (in SCHUSTERS Abriß der Geologie von Bayern
r. d. Rh., Abt. VI) die Kreide-Erzlagerstätten kurz ab. Er faßt die
Erze als syngenetisch auf, läßt die ,,Spalten“ bei der Erzbildung
aber maßgeblich mitwirken: ,,Durch das Absinken der.. . süd-
westlich der Spalten befindlichen Gebirgsteile gebildete Rinnen
nahmen die eisenhaltigen Wasser auf, die dem Doggersandstein
des stehengebliebenen Teiles entströmten und aus diesem ihren
Eisengehalt bezogen. Dort kam das Eisen.. zum Niederschlag.
Da die Spalte zur Zeit der Erzbildung noch nicht stabil geworden
64
war, also während derselben immer noch ein Absinken stattfand,
türmten sich die niedergeschlagenen Eisenerze gerade da auf, wo
der Zufluß der eisenführenden Wasser und die stärkste vertikale
Bewegung erfolgte. Später eingetretene tektonische Bewegungen
und Ummineralisationen ergaben das heutige Bild der Lager-
stätte” (S. 204/205).
1929 P. DORN (im 2. Teil seines Exkursionsführers) weist auf einige
Oberflächenaufschlüsse bei Sulzbach hin. Seine Erklärung der
Lagerstättenbildung fußt auf SEEMANN (1925). Im schmalen Mittel-
streifen der Störungszone sieht er ein ,,grabenbruchartiges Sen-
kungsgebiet“ (S. lO), die ganze Störungszone stellt er als staffel-
bruchartige Abschiebung dar (Profil S. 13).
1929 In seiner Zusammenstellung der bayerischen Farberdelagerstätten
(1929) vertritt DORN für die Entstehung der Erze in der Erzfor-
mation die ,,Spaltentheorie“, wie ,,fast alle Kenner der Franken-
alb“ (S. 50) und fügt zur Bekräftigung die SEEMANNSChe Erklärung
von 1925 an.
1929 W. PEINEKT betont nochmals seine bereits 1917 vertretene Ansicht,
wonach das Eisen auf den Doggersandstein zurückzuführen ist und
in Verbindung mit Säuerlingen, die an Spalten aufgestiegen sind,
die Lagerstätten gebildet hat. Die Zufuhr aus dem Doggersand-
Stein sucht er durch Erörterung der Phosphor- und Edelerden-
Herkunft zu beweisen. Auch an der Zusammensetzung des klasti-
sehen Materials der Erzformation, das eingeschwemmt wurde,
mißt er dem Doggersandstein ,,einen nicht unwesentlichen Anteil“
zu (S. 139). Ob auch die Eisenlösungen oberirdisch, oder - wie
1917 angenommen - unterirdisch zugeführt wurden, geht aus der
Darlegung nicht klar hervor. Jedenfalls will PEINERT die Lager-
stätten ,,immer noch als descendent” entstanden wissen und führt
zur Untermauerung dieser Meinung auch seine Ansicht über eine
ebenfalls descendente Entstehung des Pfahlquarzes an.
1932 H. SPERBER, dessen vorwiegend stratigraphische Untersuchungen
den ganzen Bereich der Hahnbacher Kuppel umfassen, schließt sich
in seiner Kreidestratigraphie an LEHNER, SEEMANN (und DORN) an.
Seine tektonischen Vorstellungen von der Sulzbacher Störungszone
scheinen von DORN (1929) beeinflußt, enthalten jedoch eine Menge
eigener Beobachtungen. die aber, da auf die Oberfläche beschränkt,
nicht richtig gedeutet werden konnten, SEEMANN folgend läßt SPERBER
nach der ersten paläozoischen Anlage der Tektonik im Präcenoman
eine Verstärkung eintreten, die im Tertiär zu erneuter Aufwölbung
und Oberschiebung führt. Das Tal von Sulzbach wird, vermutlich
SEEMANN folgend und von GÜMBEL (1891 S. 624) beeinflußt, als tekto-
nischer Graben hingestellt, der in ,,unmittelbar postcenomaner Zeit“
entstanden sei.
1933 L. LEHNER (herausgegeben von R. DEHM) beschreibt Vorkommen,
Lagerung und Stratigraphie des Neukirchener Ockers (1933 a), den
er aufgrund seiner Fazies und seiner Fauna trotz des Fehlens ein-
wandfreier Leitfossilien als marines Sediment des Oberturons
auffaßt und den genetisch verschiedenen, wie er annimmt, meta-
somatisch durch absteigende Lösungen entstandenen Eisenerzen
der Fränkischen Alb gegenüberstellt.
In einer weiteren Arbeit (1933 b) handelt LEHNER die Cenoman-
Relikte in der südlichen Frankenalb ab.
5 65
1933 J. REITING~K bringt, gestützt auf ältere Autoren, einen wohl mehr
für den Schulgebrauch gedachten, kurzen Abriß iiber die geolo-
gischen Verhältnisse von Amberg und Umgebung, worin auch der
Hahnbacher Sattel und die Sulzbacher Gegend gestreift werden.
Die ,,Spalten“ sind bei ihm präcenoman, die ,,Uberschiebungen“
tertiär.
1934 F. BIRKNER vermittelt einen kurzen oberblick über die Erzlagerstät-
ten und ihre wirtschaftliche Bedeutung nach dem damals neuesten
Kenntnisstand.
1934 L. LEHNER (herausgegeben von R. DEHM): Die Untersuchungsergeb-
nisse aus der fränkischen albüberdeckenden Kreide werden-mit
der Behandlung des Hartmannshofer Sandsteins aus dem Emscher.
der auch aus der Umgebung von Sulzbach erwähnt wird, fort-
gesetzt (1934 a).
Eine weitere Abhandlung erscheint über den in das Mittel-Turon
gestellten Betzensteiner Kreidekalk (1934 b).
1934 R. SCHNETZER ergänzt die Ausführungen LEHNI:KS über den Betzen-
Steiner Kreidekalk (1934 a) und über andere Kreideschichten
(1934 b) durch eine Beschreibung der darin aufgefundenen Mikro-
fauna.
1935 L. LEHNER (herausgegeben
- - von R. DLHM): In einer Zusammen-
Stellung über die LEHNERSCher Cenomanfunde wird u. a. der ,,Sulz-
bacher Kreidekalk“ aus einer Brunnengrabung am Sulzbacher Bahn-
hof und aus dem Steinbruch am Anna-Bergebeschrieben. Daneben
finden sich Fossilangaben aus dem Sulzbacher Raum (1935 a).
Gleichzeitig erscheint LEHNERS zusammenfassende Studie ,,Uber das
Turon auf dem Fränkischen Jura“ (1935 b).
1935 F. TRUSHEIM wendet sich gegen die Auffassung, die Erzlösungen
seien auf präcenomanen Spalten aufgestiegen. Die ,,Spalten“ sind
bei ihm tertiären Alters. Weiträumige Untersuchungen, vor allem
paläogeographischer Art, lassen ihn zu dem Schluß kommen, daß
die Erzlösungen aus dem Doggersandstein stammen und durch
periodisch fließende oberirdische Gewässer aus dem Abtragungs-
gebiet in das Vorland transportiert worden sind, wo das Eisen-in
den Hohlformen der verkarsteten Malmfläche in stagnierenden
Wässern ausgeflockt wurde.
1935 R. SEEMANN nimmt zur TRUSHLIMSChE!n Ansicht Stellung und vertei-
digt seine 1925 geäußerte Anschauung, wonach ascendente Lö-
sungen auf präcenomanen Spalten mitgewirkt haben. Er greift
dabei auf seine Argumente von 1925 zurück und führt neuerdings
die eisenreiche Ausbildung der Bolus-Tone im Doggersandstein bei
Auerbach (,,Troschenreuther Rötel”) und die Phosphatanreiche-
rungen bei Amberg und an anderen Stellen für seine Auffassung
ins Feld.
1936 E. HARTMANN, als hierfür zuständiger Sachbearbeiter der ,,Geolo-
gischen Landesuntersuchung am Bayerischen Oberbergamt“, der
vorher mehrere Jahre als Lagerstättengeologe bei der Luitpold-
hütte in Amberg tätig war, unterstellt den kretazischen Eisen-
erzlagerstätten Nordbayerns ,,die gemeinsame Eigenschaft, daß ihr
Eisengehalt fast ganz aus aufgearbeiteten Dogger-Erzen stammt“
(S. 318). Diese seien - festländisch oder marin - vorcenoman.
teils einmalig (z. B. Erztröge von Amberg. Sulzbach, Auerbach),
66
teils, wie z.B. die sog. Alb- und Geröllerze sowie die Eisen-
Farberden, auch später noch (Oberkreide, Tertiär) mehrfach um-
gelagert worden. Für die Entstehung des sedimentären Eisenspats
nimmt HARTMANN ,,stark kohlensäure- und kalkhaltige Schicht-
oder Verwerfungsquellen am Boden oder an den Wänden” der Ero-
sionstaschen an, in welche von übertage kolloidale Eisenlösungen
einfließen (S. 319).
Im Gegensatz zu v. GÜMBEL, KOHLER, ROTHINLETZ und SEEMANN,
welche die Erzbildung auf vorher vorhanden gewesene ,,Spalten“
mit aufsteigenden, eisenhaltigen oder eisenfällenden Lösungen zu-
rückführen, sieht HARTMANN einen Zusammenhang zwischen Erz-
bildung und Tektonik nur insoferne, als eine ,,vorcenomane Ge-
birgsbildung” mit flachen Sätteln und Kuppeln die Bedingungen
für Abtragung und Aufbereitung der Doggererze und Transport der
Eisenlösungen, in ihrem weiteren Verlauf auch für neuerliche
Umlagerungen geschaffen habe. Mit Recht weist er darauf hin,
daß alle nachweisbaren Brüche (Verwerfungen, ,,Uberschiebungen“),
die ,,bisher fälschhch als ErzanfuhrspaIten aufgefaßt worden sind,
nacherzisch (jünger als das Erz) sind” (S. 323). Die ganze Bruch-
tektonik, die lediglich an der Erhaltung der Erzlager beteiligt sei,
stellt er in das Tertiär.
1936 L. LEHNER (herausgegeben von R. DEHM): Den Abschluß der Arbei-
ten LEHNERS über die fränkische Kreide bildet eine Obersicht über
die Lagerungsverhältnisse einzelner Kreide-Relikte, eine strati-
graphische Tabelle der nordfränkischen Kreide und eine zusammen-
fassende Paläogeographie.
1936 F. TRUSHEIM wiederholt in einer großangelegten ,,geologischen Ge-
schichte Südostdeutschlands während der Unterkreide und des
Cenomans“ seine bereits 1935 geäußerten Ansichten über die Erz-
bildung.
Aus dem Sulzbacher Gebiet beschreibt er den Malm-Kreide-Stein-
bruch am Anna-Berg und deutet die dort dem Malm auflagernde
Kreide teils als Küsten- oder Klippenfazies des cenomanen Regens-
burger Grünsandsteins mit seinem basalen .,Transgressionskonglo-
merat“, teils als ,,tertiären Sand“. Das Alter d,es Hahnbacher Sattels
- präcenoman oder jünger - läßt er offen.
1937 P. DORN setzt sich ausführlich mit den älteren Theorien über die
Erzbildung auseinander und sucht mit Hilfe paläogeographischer
und geochemischer Erörterungen nachzuweisen, daß das Erz aus
dem Dogger stamme, durch zirkulierende Tiefenwässer trans-
nortiert und auf nräcenomanen Snalten an den heutigen Lager-
stätten aufgestiegen sei. ,,Die Spaltentheorie . . in Verbindung mit
der Annahme unterirdischer Fe-Zufuhr aus dem Doggersandstein“
scheint ihm ,,für die untercretazischen Eisenerzlager die einzig
mögliche zu sein“ (S. 527).
1937 L. LEHNER (herausgegeben von R. DEHM) beschreibt im 11. TeiI
seiner Arbeit über die ,,Fauna und Flora’der fränkischen albüber-
deckenden Kreide“ u. a. zahlreiche Fossilien aus dem Sulzbacher
Kreidekalk vom Bahnhof Sulzbach.
1938 0. KUHN hält sich (in ,,Geologie und Bodenschätze der Ostmark“)
in seinem knappen Kreidekapitel an TRUSHEIM, LEHNER und DEHM,
in dem Abschnitt über die ,,Amberger Eisenerzlagerstätten“ an
TRLJSHEIM.
67
1939 E. DALQU~ bearbeitet in umfassender Weise die gesamte zur Ver-
fügung stehende Fauna der Regensburg-Kelheimer Oberkreide
(ausgeschlossen die Spongien und Bryozoen) und ermöglicht damit
die fossilmäßig am besten belegte und neueste Alterseinstufung
der einzelnen Kreideschichten in diesem Gebiet.
1939 K. D. JENEN befaßt sich in einer sorgfältigen Abhandlung mit den
Amberger Phosphatvorkommen, für die er, ebenso wie für die
Eisenerze, eine Herkunft aus aufsteigenden Lösungen, Thermal-
wässern usw. aus gut belegten Gründen ablehnt: Die Bruch-
störungen sind jünger als die Lagerstätten und kommen daher als
Aufstiegsbahnen nicht in Frage. Unter Bezugnahme auf HUMMEL
(192’7) und GALSTERER (1935), und gestützt auf die Ausführungen und
Unterlagen HARTMANNS (u. a. 1936) sowie auf seine eigene Kenntnis
und Deutung der Lagerstätten am Amberger Erzberg, führt er
sowohl die Phosphat- wie auch die Eisenerzanreicherungen auf die
Wirkung von Humussäurewässern zurück und versteht es, den
Vorgang der Lösung, des Transportes und der Ausfällung beim
Auftreten auf Kalk oder kalkhaltige Wässer plausibel zu machen.
1940 B. v. FREYB~RG entwickelt anhand zahlreicher, detaillierter Auf-
schlußunterlagen und eigener Beobachtungen ein gut belegtes
Bild vom Bau eines Teiles der Auerbacher Lagerstätten und weist
nach, daß auch dort die Bruchlinien jünger sind als das Erz. Für
die Erzbildung nimmt er Transport in Rohhumus-haltigen Ober-
flächenwässern an, die aus allen nichtkalkigen Gebieten der Um-
gebung, auch von ferner her, gekommen sein können. Die Aus-
fällung des Eisens erfolgte beim Zusammentreffen mit Kalk-
wässern, nämlich in den Hohlformen des randlichen Malm.
1940 L. KRuhfßrcK zitiert in einer Zusammenstellung phosphorsäure-
haltiger Gesteine aus Nordbayern eine Anzahl Analysen aus dem
Oberen Dogger der Auerbacher Umgebung (von SCHMIDTILI. und
v. GüMnLr.) und aus den Erzlagerstätten bei Amberg und Sulzbach
(von v. G~MREL).
1941 H. KARRENBERG versucht in seinen, entsprechend der Größe des be-
handelten Gebietes großzügig gehandhabten Darlegungen über den
,,ostfränkischen Raum“ u. a. auch eine tektonische Deutung der
Ambcrg-Sulzbacher Störungszone. Seine Darstellung, besonders in
den beigegebenen Querprofilen, läßt eine eingehendere Kenntnis
der Störungszone, sei sie aus eigener Anschauung oder aus der
Literatur gewonnen, fraglich erscheinen.
1952 K. BERGI:K führt die von v. FKI:YßrRo aufgestellte Gliederung des
Doggersandsteins in der Umrandung der Hahnbacher Kuppel
durch und stellt in seiner paläogeographischen Auswertung fest,
daß das saxonische Element der Kuppel sich bereits im Dogger-
Beta abzeichnet,
1952 B. v. FKLYBFRG nimmt die Erwähnung einiger umgelagerter Malm-
fossilien aus der Erzformation von Großenfalz zum Anlaß, darauf
hinzuweisen, daß derartige Funde nicht als Beweis für eine marine
Entstehung der Erzlager betrachtet werden können.
1952 F. HI:L.L.L.I<beschreibt neuere Fossilfunde aus dem ,,als oberturon
geltenden” Cardienton von Großenfalz und beweist einen engen
altersmäßigen Zusammenhang zwischen diesem und den Neu-
kirchener Ockerlagerstätten, ohne jedoch eine genaue Altersein-
stufung vorzunehmen.
68
1952 H. SPIIKUEK versucht in einer kurzen Notiz anhand von Beobachtun-
gen an zwei Grubenaufschlüssen nochmals die Erzbildung durch
Zusammenwirken von aus Spalten aufsteigenden Kohlensäure-
wässern und Lateralsekretion aus dem Doggersandstein zu er-
klären.
H. STRUNZ baut seinen kurzen Uberblick über die danubische
Kreide auf älteren Autoren (z. B. GUMREL, AMMON, KLürrrrL, TRUS-
IWIM, ULLMANN u. a.) auf. Dasselbe gilt von seinem Kapitel über
,,die Eisenerze Sulzbach-Auerbach-Amberg“, dessen historischer
Teil auf RESS (1950) fußt, während im Abschnitt über Entstehung
und Lagerung der Erze und bei den Abbildungen, neben einigen
Werksunterlagen, im wesentlichen Arbeiten von v. FREYBERG, TRUS-
HLIM, TILLMANN, HARTMANN, PEINERT und JI:NSP.N zusammengefaßt
werden. Dazu kommt eine Aufstellung der in den Erzen auftre-
tenden selteneren Mineralien.
1953 B. v. FIIEYUERG teilt die stratigraphischen Ergebnisse einiger
Bohrungen bei Vilseck-Freihung mit. Subcretazische Verwerfungen
wurden auch hier nirgends beobachtet.
1953 B. v. FREYBERG schildert in durch zahlreiche Bohraufschlüsse und
eigene Beobachtungen gut belegter Weise Stratigraphie und La-
gerung des Lagerstätten- und Störungsabschnittes bei Großenfalz
und gibt eine Deutung der dortigen tektonischen Entwicklung. Die
Darlegungen werden durch reichlich beigefügte, maßstabgerechte
Querprofile und Lagerungsskizzen untermauert.
1953 H. SPERBER macht einige knappe Angaben über die Malmoberfläche
im Bereich der Sulzbacher Gruben, knüpft daran Folgerungen für
die Genese und äußert die Meinung, daß seine 1952 vertretene
Auffassung nicht im Widerspruch zu der v. FFREYBERGSChen Theorie
über die Erzbildung stehe.
1954 H. TILLMANN gibt in den Erläuterungen zur Geologischen Karte von
Bayern 1 : 500 000 eine Obersicht über die Kreidestratigraphie des
gesamten Oberpfälzer Raumes, die sich damals aufgrund zahl-
reicher neuer Bohrungen abzuzeichnen beginnt.
1955 F. BECKLNUAULK - in seinem Uberblick über die süddeutschen
Eisenerzvorkommen, Lagerstätten, Bergbau, Aufbereitung - über-
nimmt hinsichtlich der Erzentstehung und Lagerungsverhältnisse
die Darstellung von STRUNZ (1952), um dann ausführlich auf Berg-
bau und Aufbereitung einzugehen.
1956 H. GUDUI:N schildert anhand belegter Profile den Bau und die
Entwicklung der Sulzbacher Störungszone und der mit ihr ver-
bundenen Eisenerzlagerstätten. Das heutige Störungsbild, die aus-
geprägte Uberschiebungsform, zwischen Rosenberg und Großenfalz
wird auf tektonisch verursachte Freigleitung der Hangendscholle
zurückgeführt. Die Darlegung entspricht der des nächsten Ka-
pitels.
1960 endlich, in seiner ,,Geologie von Mitteleuropa“ (2. Aufl.) - wie
bereits, weniger deutlich, 1951 in der 1. Auflage - ist auch
P. DORN unter dem Eindruck der neueren Arbeiten von der ,,Spal-
tentheorie“ abgerückt:
,,Die Brauneisenerze . . der Amberger Erzformation . sind se-
dimentäre Absätze in unterkretazischen, stellenweise wohl als Do-
hnen entstandenen Talsenken. Sie sind nicht an präcenomane Ver-
69
würfe gebunden, sondern erst durch oberkretazische Tektonik ver-
bogen, zerstückelt und z.T. später nach SW hin aufgeschoben”
(S. 342).
Damit ist die heutige Kenntnis auf die knappste Formel gebracht.
Die wichtigsten Stationen auf dem Weg, der zu ihr führte, und der in
der Fülle der Bearbeitungen und Vielzahl der Meinungen den aus der
natürlichen Verbindung von altbedeutenden Lagerstätten und Tek-
tonik entspringenden Anreiz für die geologische Forschung spüren läßt,
sind im folgenden nochmals zusammengefaßt. (Eine Diskussion aller
Einzelbeobachtungen, Gedanken und Argumente, die zur Stützung der
jeweiligen Meinung herangezogen werden, ist hier nicht möglich.)
VOITH (1841) erkannte das Kreide-Alter der Erze. G~~MISEL (1891)
stuft sie als tiefste Oberkreide-Bildungen ein. In Anbetracht der augen-
fällig engen Verknüpfung von Störungen und Erzlagern, führt er die
Erzbildung auf Ergüsse eisenhaltiger Wässer aus bereits vorher, also
präcenoman, bestehenden ,,Spalten” zurück. Die entstandenen Erzlager
werden dann in späteren Störungsphasen steilgestellt. Diese ,,Spalten-
theorie“ wird von KOHLER (1902) modifiziert: Da er keine p r ä c e n o-
man en Spalten konstatieren konnte, läßt er die eisenhaltigen Wässer
aus tertiären Bruchstörungen austreten und die Erzlager (zur Er-
klärung des Eisenspates) durch Metasomatose von Malmkalken ent-
stehen. Diese Auffassung wird von EINECKI: und KOHLER (1910) im we-
sentlichen übernommen. ROTHPIXTZ (1913) folgt in der Erzbildung
GüMnfx., legt aber wie KOHLER, die Haupttektonik in das Tertiär;
ebenso FICKENSCHEK (1917), KLürrri, (1919 u. 1921), der für die Phosphat-
bildung obendrein die Mitwirkung heißer Quellen annimmt, und SEE-
MANN (1925), der zusätzlich zu. den präcenomanen Spalten-Säuerlingen
Fe-haltige Wässer aus dem Doggersandstein heranzieht. Die Ableitung
des Eisens aus dem Doggersandstein, teils oberirdisch, teils unterirdisch,
hatten schon REUTER (1916) und PEINERT (1917) vertreten. Damit bahnt
sich eine neue Auffassung an, die auf aufsteigende Wässer als Fe-
Bringer verzichtet. BI'RG (1922) schließt aus dem hohen P-Gehalt der
Erze auf Bildungen aus descendenten Lösungen. 1927 leitet auch
HUMMII. die Lagerstätten ausschließlich von vadosen Wässern aus dem
Doggersandstein ab und weist auf maßgebliche Mitwirkungsmöglich-
keiten von Humuswässern beim Eisentransport und der Erzbildung hin.
TRUSHUIM (1935) läßt die Eisenlösungen -ebenfalls aus dem Dogger
stammen, aber oberirdisch transportiert werden. Die ,,Spalten“ sind
bei ihm, wie schon bei KOHLER 1902, nicht präcenoman sondern tertiär.
Etwa die gleiche Auffassung vertritt HAIITMANN 1936, nur zieht cr (für
dir Entstehung dcs Eisenspates) noch zusätzlich kohlensäure- und kalk-
haltige Schicht- oder Verwerfungsquellen heran, wobei er allerdings
alle nachweisbaren Brüche als nacherzisch bezeichnet. Mit Recht betont
er die Wichtigkeit der auch von ihm ins Tertiär gestellten ßruchtek-
tonik für die Erhaltung der Erzlager. Demgegenüber hält DORX
1937 immer noch an der unterirdischen Zufuhr, zwar aus dem Dogger,
aber auf präcenomanen Spalten fest, ohne dafür neue Gesichtspunkte
ins Feld führen zu können. Hingegen versteht JENSN (1939) es, auf
HUMMBLS Spuren, die Fe-Lösung und den Transport in Humusgewässern.
deren Bedeutung für die Erzbildung auch GALSTFRER (1935) schon
würdigte, und die Fe-Fällung beim Auftreffen auf Kalk oder kalk-
haltige Wässer plausibel zu machen und eine zwanglose Erklärung füi
die Fe-Anreicherungen zu geben. Eine Erklärung, welche auch v. FREY-
UERG 1940 für Auerbach vertritt, wo er nachweisen konnte, daß auch
70
dort die Brüche jünger sind als das Erz. v. FREYBERG beschränkt die
Eisenherkunft aber nicht auf den Dogger, sondern ,,die Schwarzwässer
nehmen das Eisen, wo sie es finden, und alle Gesteine der damaligen
Landoberfläche, die mit Schwarzwässern in Berührung kamen, haben
dazu beigetragen“ (S. 412).
Diese Wandlung der Vorstellung über die Lagerstättengenese erklärt
sich nicht zuletzt durch eine fortschreitend differenziertere Erkenntnis
der stratigraphischen und altersmäßigen Abfolge in den Obernfälzer
Kreidesedimenten, die regional unzusammenhängend, lückenhaft ab-
gelagert oder erhalten, fossilarm (in der Erzformation fast fossilleer)
und im Bereich der Erztröge und Störungszonen überdies verschachtelt
abgelagert und tektonisch zerstückelt sind. In neuerer Zeit haben be-
sonders die Untersuchungen von LEHNER (1924-1937); GALSTERER (1935),
DACQU~: (1939), TILLMANN (1954, 1958), KNIPSCHEER (1953, unveröff. Ber.)
und ZIEGLER (1957 a, b u. unveröff. Ber.) zur Klärung von Stratigraphie
und Altersstellung beigetragen und dadurch erst eine ,,genauere“ zeit-
liche Einordnung auch des tektonischen Störungsgeschehens ermöglicht.
Wesentliche Voraussetzung für einen erheblichen Teil der stratigra-
phischen, tektonischen und lagerstättenkundlichen Untersuchungen der
neueren Zeit war aber die, besonders im Laufe der letzten 2 ‘!- Jahr-
zehnte. außerordentlich intensivierte Aufschluß- und Bohrtätigkeit des
Bergbaues (Maxhütte, Luitpoldhütte), der, im Gegensatz zu -manchen
früheren Epochen, ein - im wahrsten Sinne des Wortes - tieferes
Eindringen in die Materie nicht nur erst ermöglicht, sondern auch ge-
nehmigt und in zunehmenden Maße gefördert hat.
71
Eine kurzfristige Meeresüberflutung unmittelbar vor oder während
der ältesten Erzbildungszeit, die in Nachbargebieten ausgeprägtere
Spuren hinterlassen hat (vgl. TILLMANN 1954, 1958), kann im Sulzbacher
Raum nur aus einer altersmäßig nicht restlos gesicherten, brackischen
Mikrofauna erschlossen werden,
Die ganze nunmehr m den Hohlformen sedimentierte Serie aus Sand.
Letten, Ton, Hornsteinen und Eisenerz aller Qualitäten bildet die sog.
Erzformation:‘H). Sie entspricht wohl, einschließlich Teilen ihres un-
mittelbar Hangenden, den Regensburger Schutzfelsschichten und ist als
tieferes Cenoman einzustufen.
Die Materialzusammensetzung mancher Einlagerungen in der Erz-
formation macht es wahrscheinlich, daß die Abtragung im Kern der
benachbarten Hahnbacher Kuppel zu dieser Zeit mindestens schon den
Dogger, wahrscheinlich auch schon die LiasiKeuper-Grenze erfaßt hatte.
Eine abermalige Meeresüberflutung (Grünsandsteintransgression) im
höheren Cenoman hinterläßt den darüberliegenden, geringmächtigen
Sulzbacher Kreidekalk und seine Äquivalente.
4. Es folgt eine Sedimentationspause mit starker Ausräumung in den
Trögen, der die letzten Ablagerungen fast völlig, die Erzformation teil-
weise wieder zum Opfer fallen.
Diese Reihenfolge ergibt sich aus der heutigen Lage und Verbreitung
der sehr spärlichen Uberreste des Kreidekalks bei Sulzbach. Gewisse
andere Kriterien und die Lagerung einzelner Kreidekalkrelikte im
benachbarten Amberger Raum lassen es jedoch möglich erscheinen, daß
die eben erwähnte Abtragungsphase und das Entstehen der nun fol-
genden ersten Bruchstörung (1) bereits vor Ablagerung des Kreide-
kalks stattfanden. Mit absoluter Sicherheit sind diese Vorgänge zeitlich
nicht festzulegen, da die wenigen vorhandenen Restvorkommen des
Kreidekalks eine eindeutige Aussage über konkordante oder diskor-
dante Auflagerung bisher nicht zulassen. Allerdings besteht auch kein
zwingender Grund, alle einander entsprechenden tektonischen Vorgänge
in den verschiedenen Störungsabschnitten als unbedingt gleichzeitig
anzusehen.
Fest steht, daß die erste Bruchstörung, die im Folgenden erwähnte
Aufschiebung 1, nacherzisch und vor-unterturon entstanden ist.
5. Die fortgesetzte Hebung der Hahnbacher Kuppel führt schließlich
zum Abreißen der entstandenen Flexur. Es kommt zur steilen Auf-
schiebung 1. Von der gehobenen Scholle rutscht und fällt, den Gesetzen
der Schwerkraft folgend, Material in den Trog. Die übersteile Böschung
wird dadurch bereits während der Bewegung annähernd ausgeglichen.
Gleichzeitig setzt mit dem Unterturon auch die Sedimentzufuhr, vor-
wiegend mit ockerstaubigen Sanden und (im Mittel- und Oberturon)
mit bunten Tonen und kaolinigen Arkosen, zuletzt rein terrestrischer
Entstehung wieder ein.
:“) Der Ausdruck ,,Erzformation“ besagt nichts über den tnt~ächlichen Erz-
gellalt oder gar dessen Bauwürdigkeit.
72
Verhalten gegenüber
400 r-T-.- Wasser:
durchl&ig
undurchlassig
durchiamg
sehr unterschiedhch, da
rascher Faneier Wechsel
durch/Jssi
undurcliia,43q
200
durchlassig
undurchlassig
durchlasstg
undurchlamg
dmhlamg
73’
bar in den steilgestellten Flügel der gehobenen Scholle und durch-
feuchten und durchströmen allmählich deren gesamten Schichtverband.
Der durch die vorangegangenen Hebungen und die tektonische Zer-
rüttung, besonders aber durch seine stockwerkartige Wasserführung
(vgl. Abb. 5) äußerst mobil gewordene Schichtkomplex setzt sich nun-
mehr - beginnend schon während des Aufschiebungsaktes - auf
breiter Front in gleitende und rutschende Abwärtsbewegung. Die zwi-
schengelagerten Tonpakete wirken dabei als ,,Schmierseife”.
Während nach der ersten Bruchstörung (Aufschiebung 1) der ,,Bö-
schungsausgleich“ - neben kleineren Rutschurigen - mehr in Form
normaler, wenn auch sehr intensiver Hangschuttbildung vor sich ging,
erfolgt er jetzt in Form von Massengleiturigen en bloc in die Erosions-
rinne hinein. Die dem gleitenden Hangendflügel zugewandte Nordost-
seite der Rinnenfüllung wird dabei von den hereindrängenden Massen
vor sich her geschoben, gewälzt oder gestaucht, bewirkt aber doch ein
Zusammenhalten des stratigraphischen Verbandes im großen bei den
gleitenden Massen und die Erhaltung ihrer verhältnismäßig scharf be-
grenzten Stirnfront. Lediglich die höchsten Teile (Malm, Erzformation)
des gleitenden Verbandes, die über das Niveau der Rinnenfüllung her-
ausragen und denen damit ein Widerlager fehlt, haben freie Bahn auf
ihrem Gleitweg. Sie lappen daher auch, stellenweise ihr Liegendes weit
überflügelnd, tief in das Rinneninnere hinein (vgl. Profile Beilage 7).
Der ganze Gleitvorgang erstreckt sich über größere Zeiträume und
erfolgt keineswegs kontinuierlich. Die ersten Ansätze dazu mögen sich
sogar schon nach der Aufschiebung 1 ergeben haben. Querstörungen
und nachträglich wieder zugepreßte Abreißspalten, die nur im Hangend-
flügel auftreten, sind eine Folge von zeitlich und räumlich verschiedenen
Teilbewegungen und Verkantungen einzelner Teilschollen,
8. Ein neuerlicher Meeresvorstoß im Coniac (früher Unter-Emscher),
der eine neue Sedimentationsphase einleitet und den Cardienton in der
restlichen Sedimentationsrinne ablagert, fällt in den Zeitraum, in
dem die Gleitbewegungen wohl fast überall bereits zum Stillstand
gekommen waren, an einzelnen Stellen aber noch andauerten. So wird
es verständlich, daß die Lagerung des Cardientones innerhalb des ver-
hältnismäßig kurzen Störungsabschnittes, bei generell völlig gleich-
bleibenden Verhältnissen in der Hangendscholle, häufig keine sckun-
dären Verformungen erkennen läßt, manchmal aber zur Annahme von
solchen zwingt. Einzelne deutliche Verstellungen oder Brüche in der
Cardienton-Lagerung (Beilage 7, Profil G3, G 6. A2) lassen überdies
nachträgliche kleinere Bewegungen an oder nahe den älteren Auf-
schiebungsbahnen vermuten (vgl. Aufschiebung 111).
Die nach dem Cardienton zur Ablagerung gelangten Kreide-Sedi-
mente füllen den alten Malmtrog bis zur heutigen Oberfläche.
74
Damit ist der Werdegang des heutigen Störungsbildes in diesem
Abschnitt, ist die ausgeprägte Oberschiebungsform. der die reichen
Lagerstätten hauptsächlich ihre Erhaltung verdanken, kurz als t e k-
tonisch verursachte Freigleitung skizziert.
Damit ist auch, wenngleich leider keine grundlegende Abhilfe - so
doch eine Erklärung gegeben für den so unberechenbar erscheinenden
und überaus wechselhaften Gebirgscharakter und die davon abhängigen
Wasserverhältnisse, die für den Bergbau immer wieder überraschend
und oft sehr störend wirken.
Ebenfalls zwanglos erklärt die dargelegte Deutung eine Reihe von
Einzelerscheinungen, die in ihrer Gesamtheit nur schwer in den Mecha-
nismus einer echten Uberschiebung einzuordnen wären. Neben der ganz
allgemeinen Feststellung, daß derartig flache Oberschiebungsformen in
der saxonischen Bruchtektonik Nordbayerns sonst nicht bekannt sind,
spricht z. B. für die hier vertretene Auffassung:
a) Die Lagerung der Schichten in der gehobenen Scholle, je nach-
dem, ob sie sich über oder un t e 1’ der Abreißkante der Liegend-
scholle befinden.
An der Aufschiebung 1 sind die Schichten, soweit sie sich unter det
Abreißkante der Liegendscholle (also u n t e r dem Niveau des liegen-
den Malms) befinden. deutlich im Sinne des Bewegungsvorganges ge-
schleppt (vgl. Querprofile E 1 auf Beilage 4). Im flach gelagerten
Berührungsbereich der beiden Schollen ü b er dem liegenden Malm
bzw. der -Erzformation hingegen sind die Schichten nicht nur nicht
geschleppt, sondern sie zeigen, stellenweise weit nach vorne ausspitzend
und ausdünnend, häufig ausgeprägte Fließstrukturen.
b) Die mancherorts deutliche, nach oben konkave Krümmung der
Schichtlagerune: im Hangendflügel über der Liegendscholle. Die Schich-
ten des Hangeidflügels,-besonders auffällig die-Tonpakete, lagern viel-
fach in schaufelartig nach oben geöffneten Zungen dem Liegenden auf.
c) Das weite, flache Vordringen des Hangendflügels sowie das häu-
fige dachziegelartige Uberlappen der einzelnen Schichten und das
Darunter- oder Dazwischenliegen von vorher herabgefallenem und
nachträglich überfahrenem Material aus jüngeren Schichten.
d) Das Auftreten von Harnischen und Spiegeln fast nur auf den
S c h i c h t f 1 ä c h e n (besonders der tonigen Horizonte) sowie das
Auftreten von meist ockerbraunen, plastischen Lettenbestegen an fast
allen Grenzen zwischen Wasserspeichern und Wasserstauern.
Die Schichtflächen der Tonschichten im Lias, Doggersandstein und
im Oberen Dogger. vor allem aber im ganzen Opalinuston sind über-
aus häufig, in manchen Bereichen fast &snahmslÖs, als Spiegel ausge-
bildet. Dagegen finden sich Spiegel oder Harnische in der Bewegungs-
richtung der ursprünglichen Aufschiebungen nur sehr selten und dann
nur in deren unmittelbarer Nähe.
Zu ockerbraunen, hochplastischen Letten sind häufig die ursprüng-
lich festen. kalkig-mergeligen Bänke des Lias-Gamma umgewandelt.
Bemerkbar’ sind diese entkalkten Bildungen auch in und zwischen den
Kalkbänken des Lias-Epsilon, in denen auch verzweigte Karstschläuche
auftreten. Besonders auffällig ist die Veränderung und Verknetung bei
großen Teilen des Oberen Doggers, in dem die normale Schichtfolge
meist einer gründlichen Durchmischung von schlierigen oolithischen
Letten, Tonen und Mergeln gewichen ist.
75
An der Grenze vom Oberen Dogger zum Malm verzahnen sich ,*ein-
gespreißelte” Kalkbänke vielfach mit den liegenden Schichten, Umge-
kehrt füllen eingepreßte Teile des Oberen Dogrrers klaffende Lücken
und Spalten desüberlagernden Malms aus (wie-Hobelspäne im Hobel).
Dabei sind es keineswegs immer auch stratigraphisch auieinanderfol-
gende Schichten, die in so innigem Verband stehen. Manchenorts ist
der Obere Dogger ganz ausgequetscht, andernorts ist der Malm derart
verstürzt, daß Dolomit oder Massenfazies dcs Malm unmittelbar dem
Oberen Dogger aufliegen.
e) Das Auftreten kleinerer und größerer Malmblöcke in den ver-
schiedensten Horizonten der kretazischen Rinnenfüllung sowie die
weiten, schuttkegelartigen Zungen, die von der Erzformation der
Hangendscholle in die jüngeren Kreideschichten des Troges hinein-
reichen,
P) Das Vorkommen von Kreide- und Malm-Einschlüssen im Dogger-
Sandstein der Hangendscholle,
Im Doggersandstein z. B. des Galgenberg-Feldes sind Malmbrocken
und Kreide-Einschlüsse (Erzformation) nachgewiesen. Die räumliche
Anordnung der Einschlusse kennzeichnet sie als Füllungen ehemals
offener, nachträglich wieder zugepreßter Abreißspalten, wie sic sich
auch heute ganz analog und in ähnlichen Dimensionen in den rezenten
Bruchfeldern bilden.
g) Die starken Unterschiede in der Konsistenz des Doggersandsteins
in der Liegendscholle einerseits, in der Hangendscholle andererseits.
In der Liegendscholle verhältnismäßig fester, kompakter Sandstein
in normaler Abfolge. In der Hangendscholle dagegen weiche, sandig-
tonige Beschaffenheit, stark verknetet und vermanseht, keine normale
Schichtfolge, auffallend stark wechselnde Mächtigkeiten,
Eine weitere Stütze erfährt die dargelegte Auffassung vom Werde-
gang des heutigen Störungsbildes durch das rezente Verhalten der
durch den Bergbau entstandenen Bruchfelder. Auch hier erfolgen die
Senkungen der Hangendscholle auf den dazu prädestinierten Gleit-
bahnen der Tonhorizonte, besonders an ihren Grenzen zu wasser-
führenden Schichten. Dabei reifjen in den starren Komplexen, im Malm.
angedeutet auch im Doggersandstein, tiefreichende Spalten auf (die sich
im Laufe der Zeit, wenn sie lange genug offen bleiben, mit Nachfall
von oben füllen), während die hochmobilen tonigen Schichten des
Oberen Doggers, dort wo sie frei zutage liegen, in langreichender zu-
sammenhängender, hautartiger Decke den Hang überfließen (z. B. Bruch-
felder Karoline Süd und Nord).
76
Südlich vom Lobenhof trifft die Aufschiebung 11 sehr spitzwinklig
mit Aufschiebung 1 zusammen (nicht mehr auf der Karte). Die tekto-
nischen Untergrundspannungen machten sich in einer Anzahl kleinerer,
beim heutigen Aufschlußstand nicht näher erfaßbarer Neben- oder
Querstörungen mit komplizierten Lagerungsverhältnissen Luft und
äußern sich in einer Querversetzung der ganzen Störungszone um etwa
1 km nach SW zum Eichelberg (Blatt Sulzbach-Rosenberg Süd).
Bei ,,Zeche Fromm” geht die Aufschiebung 1 in scharfem Knick und
mit geringerer Sprunghöhe in annähernd O-W-Richtung über, während
Aufschiebung 11 ihre generelle Richtung beibehält (vgl. Beilage 5) und
damit ihren Einfluß auf die Lagerung an Störung 1 verliert. Dement-
sprechend zeigen die Querprofile F 1, 2 und 5 (Beilage 8) zwischen
,,Fromm“ und Großenfalz ganz ,,normale“ Lagerungsverhältnisse an
dieser Störung, wie sie sich aus dem oben geschilderten Entwicklungs-
gang o h n e Phase 7 erklären lassen. Die über der Erzformation lie-
genden Kreideschichten greifen diskordant über die Störung hinweg,
besonders deutlich der Cardienton, der sich einer na c h dem Störungs-
vorgang und nach Ablagerung der turonen Schichten entstandenen
Erosionsform einschmiegt.
Bei Großenfalz biegt die Aufschiebung 1 nach NW ab und verliert
sich sehr rasch im Doggersandstein. An ihrer Stelle behält eine neue
Aufschiebung (111), die zwischen Profil F 5 und F 7 (in Großenfalz) von
der ersten spitzwinklig abzweigt, die O-W-Richtung bei und setzt die
Bruchstörungszone bis Kleinfalz fort. Diese Aufschiebung 111 ist ein-
deutig jünger als der Cardienton, da sie ihn mit verwirft (Profile F7.
10 u. 12 auf Beilage 8), doch altersmäßig nicht weiter einzuengen, da
datierbare, noch jüngere Ablagerungen fehlen.
Ob im Zusammenhang mit der Aufschiebungsphase 111 auch an den
ältercn Aufschiebungsbahnen Bewegungen oder Verstellungen stattge-
funden haben, ist nicht mit Sicherheit zu erkennen, jedoch keineswegs
ausgeschlossen. Die Lagerung des Cardientones z. B. in den Profilen
G 3, G 6 und A 2 (Beilage 7) deutet auf solche nachträgliche Verstel-
lungen der Hangendscholle hin, die ein Fortdauern oder Wiederauf-
leben des nach Aufschiebung 11 eingetretenen Massenschubes und damit
eine Stauchung und Versetzung der inzwischen abgelagerten jüngsten
Kreidesedimente bewirkt haben, Sehr erheblich können solche Zweit-
bewegungen aber nicht gewesen sein. da sie im sonstigen Störungs-
bereich keine erkennbaren Spuren hinterlassen haben und Aufschiebung
111 selbst sich auch nur über einige 100 m von Großenfalz nach Westen
nachweisen läßt.
Eine ausführliche Darstellung von der Entwicklung des Großen-
falzer Störungsabschnittes, mit nach damaliger Kenntnis etwas anderen
zeitlichen Einstufungen und einigen Unterschieden in der Deutung, aber
in der gleichen relativen Abfolge, hat v. FRCYBERG bereits 1953 (b)
gegeben.
77
Im weiteren Verlauf, ab Kleinfalz wieder in nordwestlicher Rich-
tung, ist die Störungszone offenbar nur noch als Flexur, z. T. vielleicht
mit geringfügiger und einfacher Bruchbeteiligung, ausgebildet. Die Ent-
stehungszeit ist nicht näher einzuengen, fällt aber, der ganzen Störungs-
entwicklung entsprechend, wohl auch in die höhere Oberkreide. Grö-
ßere Eisenerzlager sind hier nicht bekannt und auch sicher nicht vor-
handen, da in diesem Abschnitt sowohl die Voraussetzungen für ihre
Bildung (große und tiefe Karsthohlformen) wie auch für ihre Erhaltung
(nachträgliche Aufschiebungstektonik) fehlten oder zumindest sehr un-
günstig waren,
Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Tektonik und Erz-
b il d u n g etwa in dem bis in die neueste Zeit mehrfach vertretenem
Sinne, daß die erzbringenden oder -fällenden Lösungen an die ,,Spalten“
gebunden seien, besteht nicht. Nirgends konnten präcenomane, d. h.
vor-er-zische Bruchstörungen oder auch nur Andeutungen davon nach-
gewiesen werden.
Eine neuerliche Bestätigung hat die 1953 niedergebrachte Kern-
bohrung E 14 erbracht (vgl. Beilage 4, Profil E 1). Sie hat die Aufschie-
bung 1 bei 223 m durchteuft, ohne aus dieser für eine eventuelle Erz-
zufuhr allenfalls in Frage kommende ,,Spalte” eine Spur von ascen-
denten oder sonstigen Erzlösungen oder Vererzungserscheinungen zu
erbringen.
Die von JENSI~N (1939) für Amberg nahegelegte und von v. FRLY~EICG
(1940) anhand der Auerbacher Lagerstätte gegebene Erklärung für die
Ursachen der Erzbildung (Ausfällung des Eisens aus Rohhumuswässern
bei deren Auftreffen auf Kalk) ist auch für die Sulzbacher Lagerstätten
am wahrscheinlichsten. Die paläogeographischen Voraussetzungen waren
gegeben, und es lassen sich bislang keine entscheidenden Kriterien an-
führen, die gegen diese Auffassung sprechen.
Wohl aber besteht ein enger Zusammenhang zwischen Tektonik und
Erzerhaltung:
Eisenerz wechselnder Gehalte wurde in unserem Gebiet wohl in
vielen dafür geeigneten Karst-Hohlformen sedimentiert, am reichlichsten
natürlich in den tiefen und ausgedehnten Trögen, Tiefe und zusammen-
hängende Tröge aber hatten sich besonders an den Südwesträndern der
tektonischen Aufwölbungsstrukturen (Hahnbacher Kuppel, Eibenstocker
Gewölbe bei Auerbach) gebildet. Hier erklärbar als Folge der Zerrüt-
tung an diesen Flexurzonen, die obendrein für die Richtung des Grund-
wasserabzuges und damit für die Verkarstungsintensität bestimmend
waren.
Diese Trogfüllungen waren es, die eben infolge ihrer Lage an der
Flexur, später rechtzeitig durch die Aufschiebungstektonik weitgehend
vor Umlagerung und Abtragung geschützt wurden, In ihnen geht heute
der Eisenerzbergbau um.
78
III. Edelsfeld-Irlbacher Störungszone
Aus mehreren Einzelbrüchen zusammengesetzt erstreckt sie sich von
Edelsfeld nach Osten über Schönlind zum östlichen Blattrand ostwärts
von Mülles und beteiligt sich mit verhältnismäßig geringen Sprunghöhen
(max. 60-70 m südlich von Weißenberg und bei Mülles; vgl, Beilage 6)
am NNO-Abfallen der nördlichen Kuppelflanke.
Der Störungsverlauf ist im Gelände stellenweise gut zu verfolgen:
Ostwärts Edelsfeld ist der Ausstrich des Oberen Doggers um fast 20 m
vertikal versetzt, südlich Weißenberg stößt Posidonienschiefer gegen
untersten Doggersandstein ab. Beiderseits Silbergrub ist die Verwerfung
fast auf den Meter genau auszumachen; südöstlich davon verliert sich
dieser Störungsast im Feuerletten, vielleicht auch erst im Schafbach-
Tälchen bei Eberhardsbühl. Seine Wirkung wird von zwei nördlich
parallel streichenden Störungen übernommen, die aus dem Weißen-
berger Tälchen am Lias-Dogger-Hang entlang auf Schönlind zu strei-
chend, in ihrem Verlauf meist nicht ganz sicher festzulegen sind, deren
Vorhandensein aber aus den Ausstrich- und Lagerungsverhältnissen zu
erschließen ist. Die Sprunghöhen wechseln von 10-30 m.
Klarer zu erkennen ist der NW-SO-streichende Störungsabschnitt
südwestlich von Schönlind, an dem die Schichtneigung bis 30° beträgt.
Beiderseits der Bahnlinie scheint die Störung aus mehreren eng bei-
einander liegenden Parallelbrüchen zu bestehen, zwischen denen eine
nur wenige Meter breite Rhät-Lias-Scholle horstartig eingeklemmt ist
(vgl. SPERBER 1932, S. 109). Die Sprunghöhen erreichen hier wohl keine
20 m. Im einzelnen sind die dortigen Lagerungsverhältnisse, die evtl.
eine Ableitung des Bewegungsablaufes ermöglichen könnten, mangels
geeigneter Aufschlüsse nicht geklärt und überdies auch auf der Karte
nicht ganz folgerichtig dargestellt.
Am ,,Bergel“, 800 m weiter südöstlich, wo in einem kurzen Stück
Feuerletten gegen Lias-Gamma abstößt, biegt die Störung in annähernd
W-O-Richtung um, Ihr Verlauf über den Kreuzberg ist unter der Hang-
schuttbedeckung nicht sicher zu verfolgen; deutlicher wird er bei Mülles,
wo Feuerletten und Rhät-Lias-Sandstein gegen Opalinuston abstoßen
(Sprunghöhe bis 70 m) und ostwärts davon der Lias-Epsilon- und der
Malm-Ausstrich abgeschnitten werden.
Erwähnt seien noch die kleinen Verwürfe, die sich oberhalb Unter-
schalkenbach und oberhalb Weißenberg durch geringe Vertikalver-
Setzungen der DoggeriMalm-Grenze bemerkbar machen.
Uber den Bewegungscharakter der einzelnen Störungen sind beleg-
bare Angaben nicht möglich, doch deuten die Verhältnisse im Störungs-
bereich südwestlich Schönlind eher auf Zerrungstektonik mit mehreren
Phasen.
Das Alter der Brüche ist auf jeden Fall postjurassisch und - in
Analogie zur Sulzbacher Störungszone - wahrscheinlich oberkretazisch.
79
E. Geophysikalische Verhältnisse
Geophysikalische Untersuchungen haben sich nur mit einem kleinen
Ausschnitt des Blattgebietes befaßt.
Im Spätsommer 1956 sind nordwestlich von Sulzbach, in dem be-
grenzten Areal zwischen Kummerthal - Kleinfalz - Großenfalz -.
Zeche Karoline - Ziegerschacht und Prangershof, im Auftrag der Eisen-
werk-Gesellschaft Maximilianshütte durch das Amt für Bodenforschung/
Hannover geoelektrische Widerstandsmessungen durch-
geführt worden, die der Kenntnis des subkretazischen Karstreliefs dienen
sollten.
Die zur Anwendung der Geoelektrik führenden Uberlegungen, die
an dieses Verfahren gestellten Anforderungen und die daran geknüpf-
ten Erwartungen ergeben sich aus den geologischen Verhältnissen in
diesem Raum, Verteilung, Schichtverband und Lagerungsformen der
hiesigen Eisenerzvorkommen sowie die heute kaum noch umstrittene
Auffassung v. FREY~ERGS (1940) über die Erzgenese machen es wahr-
scheinlich, daß die ursprüngliche Erzbildung innerhalb der Erzformation
an mehr Stellen und über größere Flächen stattgefunden hat als
das aus den heutigen Fundstellen unmittelbar zu ersehen ist. Unter-
stellt man, daß es dabei ursprünglich - außer den gut bekannten, im
Abtragungsschutz der Störungszonen liegenden, bauwürdigen Erzkörpern
- auch noch zu anderen größeren Erzanreicherungen gekommen ist,
so ergibt sich die Frage, ob und wo solche Lager vor den innerkreta-
zischen Erosionsphasen verschont geblieben sein können.
Eine Erz b i Idu n g kann theoretisch in allen tieferen Hohlformen
des Karstreliefs stattgefunden haben. Für die Er h a 1 t u n tl größerer
Erzmengen (außerhalb der Störungszonen!) aber kommen erfghrungs-
gemäß nur besonders tiefe, allseitig umschlossene Dolinen oder Karst-
schluchten in Frage, aus denen das Erz entweder nicht herausgeführt
werden konnte oder wo es im ,,Erosionsschatten“ steiler, z. T. sogar
überhängender Wände liegen blieb.
Nun ist das Karstrelief des betrachteten Gebietes weitestgehend von
jüngeren Kreide- (und Quartär-) Sedimenten überdeckt, denen nicht
anzusehen ist, ob sie 15 m oder 150 m mächtig sind. Nur die höchsten
Dolomitkuppen ragen aus der Kreidedecke hervor. Auf einem solcherart
begrabenen, stellenweise bizarr gestalteten Karstrelief, dessen Einzel-
heiten sich jeder Gesetzmäßigkeit entziehen, ist das zweckdienliche
Ansetzen von Bohrungen recht zufallsbedingt.
Es wurde daher versucht, mit Hilfe der Geoelektrik eine Auswahl
der günstigsten Stellen zu treffen. Sie sollte durch ein engmaschiges
Untersuchungsnetz die Mächtigkeiten der überdeckenden Kreide bzw.
die jeweiligen Teufen der Malmoberfläche ermitteln und ein flächen-
haftes Bild des begrabenen Karstreliefs liefern,
Die insgesamt 114 geoelektrischen Sondierungen innerhalb des be-
zeichneten Areals wurden von Herrn Dr. K. DEPPERMANN/A. f. B. Hanno-
ver nach dem Schlumberger Verfahren (Gleichstrom) ausgeführt. Die
Methode beruht auf der unterschiedlichen elektrischen Leitfähigkeit
verschieden zusammengesetzter Gesteinsschichten (und der in ihnen ent-
haltenen Wässer). So zeichneten sich, bei sehr wechselnden Verhältnissen
80
in der Kreide, doch deren tiefere Ablagerungen im allgemeinen durch
wesentlich geringere Widerstände (20-100 firn) aus als sie dem lie-
genden Malmkalk (und Doggersandstein) eigen sind (300-500 firn).
Es war aufgrund der Messungen wohl möglich, breite, verhältnis-
mäßig flachrandige Hohlformen mit hinlänglicher Genauigkeit zu er-
mitteln. Nicht erkennbar hingegen blieben, wie nachträgliche Kontroll-
bohrungen gezeigt haben, enge und steilbegrenzte ,,Schluchten“. Hier
haben Seiteneinflüsse die Sondierungskurven gestört und eine zutref-
fende Deutung beeinträchtigt wenn nicht unmöglich gemacht.
Wenn die als Versuch angesetzten und als Versuch zu wertenden
Messungen hier auch ihr Ziel im Sinne der Fragestellung nicht voll
erreicht haben, so haben sie doch wahrscheinlich gemacht, daß dieser
Methode bei entsprechender Verfeinerung und Verdichtung der Meßan-
ordnung die Bewältigung gleichartiger oder ähnlicher Aufgaben durch-
aus möglich wäre. (In den albüberlagernden Sedimenten z. B. zur Auf-
suchurig von Tonlagern oder zur Voruntersuchung für Tiefbauprojekte.)
Im Rahmen der systematischen Prospektion auf Uran in Bayern,
die vom Bayer. Geologischen Landesamt mit Unterstützung des Bundes-
ministeriums für Atomkernenergie und Wasserwirtschaft seit 1956 durch-
geführt wird, sind bei Sulzbach-Rosenberg auch r a d i o 1 o g i s c h e G e -
1 ä n d e m e s s u n g e n (von H. GOTTWALD 1957) vorgenommen worden.
K. B. BERGER berichtet darüber: Insgesamt liegen im Blattgebiet 56
Meßstationen mit etwa 200 Einzelmessungen. Damit wurden fast alle
hier vorkommenden Gesteinsserien erfaßt. Die Prospektion ist in Form
von Aufschlußvermessungen mit dem Szintillometer nach stratigraphi-
sehen Gesichtspunkten vorgenommen worden. Dabei wurde ein ameri-
kanisches Szintillometer PR1 111 C verwendet, das die Intensität der
Gamma-Strahlung in Milliröntgen pro Stunde (mrih) angibt. Unter Hin-
zuziehung der radiologischen Meßergebnisse aus der Umgebung zeichnet
sich kurz zusammengefaßt folgendes Bild der Strahlungsverhältnisse ab.
Im Blasensandstein liegen die Gamma-Werte in der sandi-
gen Fazies zwischen 0,008 und 0,012 mr/h, wobei in roten Partien geringe
Werte auftreten. In den Lettenlagen steigt die Aktivität bis auf 0,017
mr/h an. Sie ist in erster Linie auf die Gamma-Strahlung des K4o zu-
rückzuführen. Die Meßwerte entsprechen einem Gehalt von etwa 35 g/t
U-Äquivalent. Im B u r g s a nd s t e i n ergeben sich wieder faziell be-
dingte Unterschiede bei der Gamma-Aktivität. Die sandigen Lagen er-
brachten 0,007 bis 0,011 mrih. In den Letteneinschaltungen wurden 0,013
bis 0,017 mr/h angezeigt. örtlich wie z. B. im MP 2 und 25 sind
radiologische Anomalien bis 0,022 mrih festgestellt worden, die nach
der radiometrischen Bestimmung einem Gehalt von 45 g/t U-Äqui-
valent entsprechen. Der Fe u e r 1 et t e n zeigt mit 0,012 bis 0,015 mr/h
weit über das Blattgebiet hinaus eine gewisse Konstanz, die lithologisch
bedingt ist, worauf auch die Meßergebnisse in den darin eingeschalteten
6 81
Sandsteinen mit 0,008 mr/h hinweisen. Im ,,Rhät alias “ liegen die
Gamma-Werte breit gestreut von 0,004 bis 0,016 mr/h, wobei in den
Sanden und Sandsteinen die Anzeigen nahe dem Minimum liegen und
in den Pflanzentonen und Tonlinsen meist Werte von 0,015 bis 0,016 mrih
erreicht werden. Im MP 28 sind sogar 0,24 mr/h gemessen worden, die
einem Gehalt von 65 git U-Äquivalent entsprechen. Solche örtliche Ano-
malien können durch U-Anreicherungen bedingt sein, wie andernorts
ausgeführt (BERGER in KRUMBECK 1962). Die Mergel und Lettenschiefer
des gesamten Lias zeigen hier wie in den benachbarten Gebieten
Durchschnittsintensitäten von 0,012 bis 0,015 mr/h, die dem Normalniveau
entsprechen. Der Lias-Epsilon zeigt auch keine höheren Werte, obwohl
man den bitumenhaltigen Schiefern eine gewisse Höffigkeit zusprechen
konnte (vgl. BERGER in BAUBERGER usw. 1960). Der Opalinus t on (ba)
82
strahlt im Blattgebiet im Normalniveau mit 0,012 biz 0,015 mr/h. Diese
Anzeige entspricht einem Gehalt von etwa 30 g/t U-Äquivalent, wovon
70-80°/o auf die K4o - Strahlung entfallen, Der Rest wird von Glimmer
und Zirkon erbracht. Die Strahlungsverhältnisse im D o g g e r s a n d -
st e i n (bß) sind bereits bei der Bearbeitung des Nachbargebietes von
Hirsehau (BERGER in BAUBERGER usw. 1960) näher erläutert worden. Be-
sonderheiten wurden nicht angetroffen. Im Gegensatz zum nahezu strah-
lungssterilen Doggersandstein liegen im 0 b e r e n D o g g e r uranhaltige
Einlagerungen vor. Durch die radiometrische Bestimmung wurden in
Phosphoritknollen aus dem Dogger-Delta bis -Epsilon des Arbeitsgebie-
tes Uran-Äquivalent-Gehalte bis zu 130 g/t festgestellt. Näher auf die
Zusammenhänge zwischen der Radioaktivität und der Lithologie wurde
in den Erläuterungen zum Gebiet von Pegnitz (BERGER in v. FREYBERG
1961) eingegangen. Im gesamten Malm Nordbayerns sind bisher nur
Gamma-Werte gemessen worden, die zum Teil sogar unter dem Null-
effekt liegen, so daß auch für das Blattgebiet ähnliche Strahlungsver-
hältnisse anzunehmen sind. Ohne hier auf die einzelnen Glieder der
K r e i d e eingehen zu können, ist eine starke fazielle Abhängigkeit der
Gamma-Strahlung festzustellen. In den Sanden liegt sie zwischen 0,005
und 0,007 mr/h und steigt in den Tonen bis 0,016 mrih an, was einem
Gehalt von etwa 45 git U-Äquivalent gleichkommt. Alle jüngeren Bil-
dungen sind bei der Feldvermessung nicht erfaßt worden.
In Abbildung 6 wurde versucht, einen Uberblick über die Verteilung
der spezifischen Gamma-Strahlung, d. h. der Strahlung des jeweils an-
stehenden Gesteins, zu geben. Zum Entwurf dieser Ubersicht wurde als
Basis die geologische Karte benützt. Die radiologischen Einheiten mußten
so ausgewählt werden, daß sich die Szintillationsgrenzwerte nicht über-
schneiden. Bei der Bearbeitung stellte sich heraus, daß die Gamma-In-
tensität der Gesteine bei ähnlicher lithologischer Ausbildung in versehie-
denen stratigraphischen Einheiten die gleiche ist, wodurch die schon
oftmals erwähnte faziesbedingte Abhängigkeit der Gamma-Werte vom
Mineralbestand unterstrichen wird.
Die geringste Gamma-Intensität mit 0,003 bis 0,007 mrih weisen die
Bildungen des Malms, des Doggersandsteins und der Kreide auf, die in
einem breiten Band sowohl am Nord-, als auch am Westrand des Kar-
tengebietes verbreitet vorkommen. Dabei sind die lettigen Horizonte und
Tonlagen in den beiden letzterwähnten Einheiten unberücksichtigt ge-
blieben, obwohl sie örtlich mehrere Meter Mächtigkeit erreichen können.
Die nächsthöhere Einheit von 0,007 bis 0,012 mr/h ist an die Bildungen
des Sandsteinkeupers (Blasen- und Burgsandstein) gebunden. Auch hier-
bei handelt es sich um Anzeigen, die in der sandigen Fazies erzielt
wurden. Allenthalben anzutreffende Letteneinschaltungen im gleichen
stratigraphischen Niveau erreichen bis 50°/o höhere Werte und bleiben
in der Obersichtskarte unberücksichtigt. Das Hauptvorkommen dieser
83
spezifischen Aktivität liegt im Kern des Hahnbacher Sattels, der mit
seinem Nordwest-Teil ins Blattgebiet hineinreicht. Als dritte radio-
logische Einheit wurden die Gamma-Werte von 0,012 bis 0,015 mr/h aus-
gewählt, die hier an die Letten und Mergelschiefer des Feuerlettens, des
Lias und des Opalinustones gebunden sind. Sie streichen überwiegend
im Rahmen des Hahnbacher Sattels im Norden und Nordwesten aus.
Gegen SO verschmälert sich diese Zone allmählich. Besonders hervor-
gehoben ist der Ausstrich des Oberen Doggers, in dessen phosphoriti-
sehen Einlagerungen U-Äquivalent-Gehalte bis zu 130 g/t gemessen
werden konnten. Optimal sind sie in der Umgebung von Edelsfeld, im
Nordwesten des Blattgebietes, ausgebildet, wo der Obere Dogger flächen-
haft zutage liegt, während er sich sonst als schmales Band um den
Hahnbacher Sattel rankt. Die nicht schraffierten Stellen der Ubersichts-
karte besitzen eine breitgestreute Gamma-Aktivität, die außerhalb der
hier ausgewählten radiologischen Einheiten liegt. Dies betrifft vor allem
die Schichten des Rhätolias und des Pleistozäns. Im Blattgebiet sind 3
radiologische Anomalien festgestellt worden, die mit ihren U-Äquiva-
lenten von 45 git bis 65 git nur wissenschaftliches Interesse besitzen.
Lediglich die Phosphorite des Oberen Doggers mit U-Gehalten über
100 git zeigen eine gewisse Bedeutung für die Uranaufsuchurig.
F. Hydrogeologische Verhältnisse
(vgl. auch Abb. 5)
84
Besonderer Art sind die Verhältnisse im unter dem Karstwasser-
Spiegel liegenden Malm und in den unter dieses Niveau hinunterreichen-
den Kreidesedimenten; Verhältnisse, die im Sulzbacher Bereich, von wo
sie durch den Bergbau am besten bekannt sind, durch die an der
Störungszone herrschenden Lagerungsformen noch zusätzlich kompli-
ziert werden. Das Spiegelniveau des, entsprechend der Schichtneigung
von W und SW einziehenden, auf den untersten Mergelkalken und dem
Ornatenton gestauten Karstwassers ist generell aus dem Niveau der
Vorflut, dem Rosenbach und seinen Nebenbächen zu erkennen. Abge-
sehen von karstbedingten örtlichen Abweichungen ist dieser ,,Spiegel“
aber innerhalb der Kreidesedimente vielfach nicht unerheblich modi-
fiziert und das Grundwasser stellenweise in mehrere Stockwerke ge-
gliedert (z. B. auf dem Cardienton oder auf zwischengelagerten Ocker-
tonen). Innerhalb des Malm-Dolomits und -kalks ist die Wasser-
f ü h r u n g in Abhängigkeit vom Grad der Verkarstung wechselhaft
und unberechenbar. Es läßt sich nur generell feststellen: Während die
untersten 10-20 m des gebankten, dichten Kalkes im allgemeinen tro-
cken sind und nur auf Spalten, Klüften oder tiefreichenden Karst-
gerinnen Wasser führen (die allerdings Dauermengen von mehreren
Kubikmetern je Minute liefern können), enthält der höher gelegene
Kalk und besonders der meist viel stärker verkarstete und oft kavernös
verwitterte Dolomit weitaus mehr und disperser verteiltes Hohlraum-
volumen, das von Wasser erfüllt ist. Doch können auch hier völlig
kompakte und trockene Partien dicht neben ,,unterirdischen Seen“
vorkommen.
Entzieht sich im Malm mit all seinen Karstphänomenen vor allem
die jeweilige örtliche Wasser P ü h r u n g einer Vorhersage, so ist es in
der Kreide die Wasserabgab e fähigkeit, die, je nach der horizontal
und vertikal rasch wechselnden Beschaffenheit der Sedimente, großen
Schwankungen unterliegt. Derberz, Rieselerz, grobe Sande und Sand-
steine geben ihr Wasser verhältnismäßig rasch und klar ab. Anders die
z. T. thixotropen Ton-Sand-Gemenge, die einen Großteil der Kreide-
sedimente ausmachen. Sie sind schwer und meist nur sehr langsam zu
entwässern, so daß sie für eine nutzbringende Wasserentnahme aus-
scheiden
Erhebliche Reserven stellt im Sulzbacher Gebiet wohl das Tiefen-
wasser im Doggersandstein dar. Es ist gegen das hangende Karstwasser
durch die Tone und Mergel des Oberen Doggers (,,Ornatenton“) abge-
dichtet. Vom Bergbau, dem es als gespanntes Wasser entgegenträte, pein-
lichst gemieden, wird es bislang noch wenig genutzt.
Den Unterschied in der Zusammensetzung zwischen Karst- und Dog-
gerwasser zeigen folgende Analysen (aus dem Laboratorium der Max-
hütte):
Gesamt- Ver-
härte hältnis
Entnahme-Ort deutsche Ca0 Mg0 Cl so:3 CaO/
und Wasser HC mg0 mgil mg/1 mg/J Mg0
--~~~-~.~-.-
Brunnen a. d. Bundes-
straße B 85 neu, Austritt
über dem Opalinuston;
Doggerwasser 3,66 33,0 2,54 2,66 6,73 13
Grube Karoline Süd
Schlackensteinstrecke;
Karstwasser aus dem
Malm, auf dem Weg H” H”
über Kreide u. Erzior- 620 2,66
mation verdünnt 866 60,O 19,03 5,32 9,27 3,15
St. Anna-Schacht, Brun-
nen 11; Karstwasser aus
dem Malm, auf dem H” H3
Weg durch Kreide ver- 7,88 4.05
dünnt 11,93 78,8 28,97 8,16 14,07 2,7
G. Nutzbare Ablagerungen
Das Gebiet des Kartenblattes ist reich an nutzbaren Ablagerungen.
Bilden doch die kreidezeitlichen Eisenerze seit Jahrhunderten die Grund-
lage einer über die engere Umgebung hinaus bedeutsamen eisenschaffen-
den Industrie.
Den früher mehr geschätzten Farberden sowie den Steinen und Erden
hingegen kommt eine nur mehr oder minder örtliche Bedeutung zu.
Die Mineralquelle von Großalbershof ist nur der Vollständigkeit hal-
ber erwähnt.
86
1. Erze
1. Eisenerze der Kreide
Von den seit Jahrhunderten bekannten und wirtschaftlich genutzten
kreidezeitlichen Eisenerzen Nordostbayerns stehen die Sulzbacher La-
gerstätten aufgrund ihrer Fördermengen und ihrer wirtschaftlichen Be-
deutung derzeit an erster Stelle.
Die Gewinnung und Verhüttung von Kreide- und ,,Alberzen” ist an-
hand von Funden in der südwestlichen Oberpfalz (bei Kelheim, Rieden-
burg, Parsberg u. a. 0.) bis in die La-Tene-A-Zeit (5. vorchristl. Jh.)
zurück nachzuweisen. Urkundlich belegt ist die Erschließung der Vor-
kommen erst im frühen Mittelalter.
SuIzbach wird erstmals in einer Bestätigung damals bereits bestehen-
der Bergbau-Privilegien durch die Herzöge Ludwig und Rudolf von
Bayern im Jahre 1305 erwähnt. Der dortige Bergbau ist kaum viel jün-
ger als bei Amberg, dem bereits 1034 durch Kaiser KonradII. das Markt-
recht verliehen worden ist. Beide Städte entwickelten sich während des
Mittelalters und der beginnenden Neuzeit aufgrund ihrer reichen Eisen-
erzvorkommen zu Mittelpunkten des Bergbaus und der Eisenerzeugung,
Industriezweigen, die - mit mehr als 300 Hütten- und Hammerwerken
in Oberpfalz und Oberfranken - ihre höchste Blüte im 15. Jahrhundert
erreichten und erst durch den 30-iährigen Krieg zum zeitweilig fast
völligen Erliegen kamen. Für das Jahr 1596 wird die Amberger Erzför-
derung auf rd. 121 000 t, für das Jahr 1611 auf 136 000 t geschätzt. Da-
gegen betrug der Förderdurchschnitt der Jahre 1665-1694 (lt. NIEDER-
MAYER 1912, S. 33) nur ca. 568 Seidel, d. s. rd. 160 Jahrestonnen!
Die Wiederbelebung erfolgte nur langsam. Bergbau und Eisenindu-
strie konnten sich in der Folgezeit bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
unter geänderten wirtschaftspolitischen Verhältnissen und angesichts der
seit Mitte des 18. Jahrhunderts besonders von England her um sich grei-
fenden technischen und wirtschaftlichen Umwälzungen zwar erhalten
aber sie konnten keine überregionale Bedeutung mehr gewinnen.
Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts schienen sie, technisch ver-
altet und in Klein- und Kleinstbetrieben zersplittert, nach einem letzten
kurzen Aufschwung (bis 1859) endgültig zu Bedeutungslosigkeit verur-
teilt zu sein, 1864 hatte der größte Teil der immer noch auf Holzkohlen-
basis Roheisen erzeugenden Eisenwerke in der Oberpfalz den Betrieb
völlig eingestellt oder sehr stark eingeschränkt. Entsprechend gering war
die Erzförderung. Sie betrug z.B. 1850151 (nach NIEDERMAYER 1912, S. 77)
in der ganzen Oberpfalz nur 51903 Seidel, d. s. rd. 14 500 t.
In dieser Zeit bahnt sich jedoch schon wieder eine neue Aufwärts-
Entwicklung an. Die Sulzbacher Gruben, die von der ,,Gewerkschaft der
Set. Anna-, Eichelberger- und Etzmannsberger Eisenerzzechen“ betrieben
wurden, gingen am 1. Febr. 1859 für 170 000 Gulden in den Besitz der
Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte über, deren Konstituierung
und Namensführung am 26. 9. 1853 durch Entschließung Königs Maxi-
milian 11. genehmigt worden war. Diese private Gesellschaft, die sich
nach anfänglichen Schwierigkeiten und unter erheblichem Kapitalauf-
wand rasch festigte, schuf mit dem 1864 in Rosenberg angeblasenen er-
sten Kokshochofen die Keimzelle des daraus entstehenden gemischten
Eisenhüttenwerkes Rosenberg, das in stetig andauernder Entwicklung
ausschließlich auf Sulzbacher (und Auerbacher) Erzen basiert und ent-
87
schcidend zur Wiederbelebung und zum abermaligen Aufblühen des
oberpfälzer Erzbergbaues, nunmehr auf moderner Grundlage, beitrug afl).
Die Förderzahlen der Sulzbacher Gruben (nach BBCKLNBAUER 1955,
S. 220) spiegeln diese Entwicklung wieder
1870 etwa 35 000 t aus den Gruben Etzmannsberg, Lobenhof (Oberes
Lager von St, Georg) und Siebeneichen (Grubenfeld
Eichelberg)
1890 etwa 60 000 t nach Inbetriebnahme der Grube Karoline und Auf-
lassung der Grube Siebeneichen
1900 etwa 75 000 t nach Inbetriebnahme der Grube Fromm und Auf-
lassung der Grube Lobenhof
1913 etwa 150 000 t
1930etwa280000t
1940etwa390000t
1950etwa278000t
1953etwa327000t
1954etwa360000t
Insgesamt sind in diesem Zeitraum aus dem Sulzbacher Revier rd.
11 Millionen Tonnen Brauneisenerz gefördert worden.
In den letzten Jahren sind die Förderleistungen noch beträchtlich an-
gestiegen, 1959 betrug die Jahresförderung aus den Sulzbacher Gruben
609 000 t Erz.
88
unter, das erst 1910 mit dem Klenze-Schacht auf Grube ,,Karolinel‘ bis in
den liegenden Malmkalk hinein durchteuft worden ist, Die von der Han-
gendscholle flach überlagerten Teile des Unteren Lagers wurden so recht
erst in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts durch Bohrungen ,,ent-
deckt“.
Die Erzkörper liegen dem Malmkalk, an einzelnen Stellen auch dem
Dogger auf und schmiegen sich deren Relief an. Sie können bis 60 m
mächtig sein. Ihre Begrenzung nach oben und nach den Seiten - soweit
nicht tektonisch bedingt - ist meist unregelmäßig-kuppig und stellen-
weise weniger nach genetisch-faziehen Gesichtspunkten als nach der
Bauwürdigkeit bestimmbar. Soweit sie der Liegendscholle angehören
werden sie von 100-170 m Deckgebirge überlagert.
Die Hauptmasse des Erzes besteht - abgesehen von Verunreinigun-
gen, sandigen und tonigen Einschaltungen - aus ,,Braunerz“ (Braun-
eisenerz, Nadeleisenerz, Goethit, Fe0 OH), das der Bergmann je nach
Beschaffenheit als Ockererz (mulmig-weich), Derberz, Schußerz (fest,
hart) oder Rieselerz (kleinbröckelig) bezeichnet. Daneben kommt, men-
genmäßig ganz untergeordnet, auch ,,Weißerz“ (Spateisenstein, Siderit,
FeCO,) vor, sowohl als tonig-verunreinigtes Sediment als auch, in klei-
nen Partien, als metasomatische Umbildung von Malmkalk oder -dolomit.
Für Sammler interessant, wenn auch übertage nicht aufzufinden, sind
manche gelegentlich auftretende Derberzstufen: Nierigtraubige oder
kugelige Formen in verschiedenen braunen, roten und schwarzen Farb-
tönen; stalaktitenähnliche Erzabscheidungen von bizarrem Aussehen: die
nach ihrer Struktur so genannten ,,Blätter-, Nadel- oder Nagelerze“;
brauner Glaskopf; ,,weißer Glaskopf“ (FeCO, in nierig-traubiger Ausbil-
dung); ferner kleine Mangan-Anreicherungen in Form von Pyrolusit und
Manganschaum; weiter Kaolinit (Steinmark) und Phosphorit als weiß-
liche erdige Einschlüsse im Braunerz und das nicht seltene bläuliche Fe-
Phosphat Vivianit.
Mineralogisches Interesse verdienen besonders die nur in kleinen
Stücken, meist als winzige Kristallaggregate, vorkommenden Phosphate
Wavellit, Crandallit und Weinschenkit 10).
Einen sehr guten Uberblick über die vielfältigen Erscheinungsformen
der Erze und ihrer Begleitminerale (auch aus dem Auerbacher und Am-
berger Revier sowie der weiteren Oberpfalz) bietet die 1958159 durch
Initiative von Herrn Bergwerksdirektor F. BECKENUAUER entstandene
Lagerstätten- und Mineraliensammlung der Maxhütte (nicht öffentlich!),
auf deren Bestehen hier hingewiesen sei (vgl. STEBERI. 1954 und SCHU-
MACHER 1960).
89
10,3 H,O. Mit dieser Zusammensetzung ist das Sulzbacher Erz das hoch-
wertigste deutsche Eisenerz.
Im Jahre 1953 z.B. betrugen die Gehalte der Fördererze (gruben-
feucht) in O/o: 45,91 Fe, 7,81 SiO*, 0,61 Mn, 0,59 P. ,,Es sind also hoch-
wertige, phosphorhaltige Eisenerze, die für die Werke der Maximilians-
hütte in Sulzbach-Rosenberg die Grundlage für die Thomas-Roheisen-
erzeugung . . bilden“ (BECKENBAUER 1955, S. 215). Die ganze Sulzbacher
Förderung dient, ebenso wie die von Auerbach, ausschließlich dem Eigen-
bedarf der Maxhütte, die das größte eisenschaffende Werk Süddeutsch-
lands ist.
Außerhalb der heute intensiver denn je genutzten Lagerstätten im
Störungsbereich zwischen Großenfalz und Rosenberg kam es auch an
manchen anderen Stellen auf dem Malmrelief, besonders in Taschen,
Trichtern und Spalten, zu kreidezeitlichen Eisenerz-Ab- und -Umlagerun-
gen. Zahlreiche Flurnamen, welche die Silben erz (arz) und Schacht ent-
halten, deuten noch heute auf die frühere Bedeutung solcher meist recht
kleiner Erzanreicherungen hin. Als Eisenerz werden diese z.T. längst
abgebauten Vorkommen heute nicht mehr genutzt, wohl aber werden
manche Ockerqualitäten noch gelegentlich als Farberden gewonnen.
90
3. Bleierz
Nach einem von KOHLER (1902, S. 38!39) zitierten Gutachten des Berg-
direktors R. HÄRCHE führt ,,der sehr geklüftete, in Bänken abgelagerte
weißlich-graue Sandstein . , . in seinen vertikal niedersetzenden, wei-
ten und engeren Spaltenöffnungen, etwas diskordant der Streichungs-
linie des gewöhnlichen Verhaltens desselben, in mehrere Millimeter bis
einige Zentimeter breiten Ausbildungen, reinen blättrig-schuppigen Blei-
glanz, welcher von den Bewohnern der Örtlichkeit wegen seines blitzen-
den, glänzenden Ansehens als eine Art Silbererz angesehen wurde . . .
Ob hier . . . ein baulohnender Betrieb umgehen kann, . . . ist durch die
weitere Verfolgung der zwischen den Sandsteinbänken sich mit Blei-
glanzausfü1Iungen erstreckenden Kluftbildungen, welche sich oft von
papierdünner Weite zu großen Spalten verändert zu finden pflegen, . ..
zu erweisen. Die nahe der Oberfläche des Bodens entnommene Bleierz-
probe enthielt nach der Analyse des Herrn DR. KELLERMANN in Wunsiedel:
84,‘78 O/OBlei, 0,09 “/IJ Silber, 0,43 O/o Antimon, 0,23 Oio Eisen, 13,44 O/o Schwe-
fel, 0, 12 O/o Gangart.”
KOHLER meint dazu, nach den Handstücken sei ,,aber der Haupterz-
gehalt hier wie sicher in Freihung in dem mehr oder weniger fein im
Sandstein vertheilten Weihbleierz zu suchen” (1902, S. 39).
Bei dem erwähnten Sandstein handelt es sich um den nahe Silber-
grub anstehenden kol-Sandstein (Rhät-Lias-Ubergangsschichten). Die
dortigen alten Steinbrüche oder Sandgruben sind weitgehend verfallen
und verwachsen. Bei der Kartierung wurden keinerlei Hinweise auf
Blei-Erz gefunden, allerdings auch k&e speziellen Untersuchungen da-
rauf angesetzt. Daß dort, zumal in Nähe der Störung, tatsächlich ge-
ringe Blei-Vererzungen auftreten, kann daher nicht bestätigt werden, ist
aber durchaus möglich; auch der Name ,,Silbergrub“ deutet darauf hin.
I zx
001 a 0 M .cs
:sz a
c 3 z8zEP,m - 3:s
,,Eisenocker 54,2 7,62 5,lO 3,2 2,02 2,95 0,95 0,05 23,91
,,Umbra“ 48,3 7,52 4,04 1,8 2,65 8,60 0,77 0,06 26,26
,,Siena“ 54,l 12,52 3,68 1,9 2,20 6,96 1,20 o,o&? 1’7,32
91
In neuerer Zeit ist die Verwendung natürlicher Farberden stark zu-
rückgegangen, gestattet aber immer noch die Aufrechterhaltung einiger
kleiner Betriebe (mit meist nur 1-3 Mann Belegschaft). Wegen der Ab-
lagerung des Ockers in Karsthohlformen des Weißjura sind die einzel-
nen kleinen Vorkommen meist rasch erschöpft, weshalb der Abbau ver-
hältnismäßig oft seinen Standort wechseln muß. Die einzelnen Gruben
sind vielfach nur wenige Meter tief und greifen auch nur wenige Meter
um sich. Die ,,Lagerstätten“ und Betriebsgrößen, das periodische ,,Wür-
ken“ und besonders die Gewinnungsmethoden (mit Handhaspel und
Holzkübelförderung) vermögen noch heute eine anschauliche Vorstellung
zu geben von der Art, wie im Mittelalter und bis in die Mitte des vori-
gen Jahrhunderts auch der Eisenerzbergbau an zahlreichen Betriebs-
punkten der westlichen Oberpfalz umgegangen ist.
Zur Zeit der Kartenaufnahme wurden mehrere Schächtchen nördlich
von Schnellersdorf und nördlich von Vögelas (Pruihausen) betrieben.
2. Kalksteine
Die Werkkalke des Weißjura werden in zahlreichen größeren Stein-
brüchen im Raum Edelsfeld - Kleinalbershof - Vöglas und bei Unter-
weissenbach ausgebeutet. Kleinere Brüche befinden sich auch östlich der
Vils bei Sollnes und Oberschalkenbach. Die flache Lagerung der wohl-
geschichteten Bänke begünstigt die Anlage von Steinbrüchen im ganzen
Nordteil des Blattgebietes, während die Voraussetzungen dafür im Süd-
westen wegen der z.T. steilen Lagerung und dem raschen Ubergang in
Schwamm- und Dolomitfazies ungünstiger sind. Hier sind keine nennens-
werten Steinbrüche mehr in Betrieb. Das Gestein findet vor allem Ver-
wendung im Straßenbau als Packlage und Schotter, ferner auch als
Naturbaustein, Brennkalk und Düngekalk.
Bei Irlbach wurden früher Mergelkalk-Bänke des Lias-Gamma zur
Verarbeitung in der Edelputz-Industrie abgebaut. Die Aufschlüsse sind
heute zugeschüttet. Harte dolomitische Kalke des Lias-Gamma werden
als Wegschotter in kleinen Gruben bei Großalbershof, Steinling und S
Weissenberg gelegentlich gebrochen.
3. Sandsteine
Harte karbonatische Arkosesandsteine der Blasensandstein-Stufe wur-
den früher als Bausteine und zur Wegepflasterung am Frohnberg süd-
westlich von Hahnbach, in neuerer Zeit in kleinen Brüchen südlich
Luppersricht und nördlich Kümmersbuch bei Hahnbach gewonnen, Alle
Brüche sind stillgelegt.
Als Wegschotter und Pflastermaterial verwendet findet man auch
allenthalben die extrem harten Limonitsandsteine (z. B. im Straßen-
pilaster von Hahnbach), die sowohl aus dem Doggersandstein wie auch
92
aus dem Rhät-Lias-Sandstein und (seltener) aus der Kreide abzuleiten
sind.
Der Rhät-Lias-Sandstein war, wie viele ältere Bauten zeigen, früher
als Baustein beliebt. Alte, verlassene Brüche finden sich rings um die
Hahnbacher Niederung, am besten erhalten noch bei Frohnhof (nordöst-
lich von Hahnbach) und bei Großalbershof.
4. Sand
Alle Keupersandsteine zerfallen zu losem Sand oder sind doch mit
geringen örtlichen Ausnahmen so mürbe, daß sie nur zur Sandgewin-
nung zu gebrauchen sind. In ihrem Verbreitungsgebiet befinden sich da-
her allenthalben Bausandgruben, die aber alle nur bei örtlichem Be-
darf in Betrieb genommen werden. Es handelt sich hier um mehr oder
weniger grobkörnigen, feldspatführenden Quarzsand (Arkosesand) in der
Blasen- und Burgsandstein-Stufe, und um mittel- bis grobkörnigen, feld-
spatärmeren Sand im Rhätolias.
Der Eisensandstein des Dogger-Beta wird als feinkörniger Bau- oder
Streusand für den örtlichen Bedarf in kleineren Sandgruben gelegentlich
abgebaut. Bei Gumpenhof wurde noch vor 30 Jahren sehr feinkörniger,
weißer Sandstein aus dem unteren Teil des Doggers, im Untertagebau
ausgebeutet zur Verwendung als Glassand. Der Betrieb ist eingestellt.
Die kreidezeitlichen Ablagerungen sind, soweit es sich um Sande han-
delt, sehr beliebt als Bausand verschiedener Körnungen. Die zahlreichen
darin angelegten Sandgruben dienen aber alle nur dem gelegentlichen
örtlichen Bedarf und sind daher nur zeitweise in Betrieb.
Diluviale Terrassenschotter und -sande werden in mehreren Gruben
entlang der Vils gewonnen.
5. Mergel
Die mergeligen Tone des Opalinustons und insbesondere des Ornaten-
tons wurden früher von den Bauern zum ,,Mergeln“ der Felder und
Wiesen allenthalben gegraben. Seit Gebrauch von Kunstdünger hat das
ein Ende genommen, obgleich die Methode gut und das Material noch in
großer Menge vorhanden ist.
93
111. Mineralquellen
200 m südwestlich von Großalbershof sickert unter dem Gleiskörper
im Bahneinschnitt ein Wässerchen hervor (auf der Karte als Sauer-Quelle
angegeben), das besonders im 18. Jahrhundert zeitweilig als Gesund-
brunnen einen guten Ruf gehabt hat.
Eine ausführliche Darstellung der Heilquelle und ihrer Geschichte
ist dem Med. et Phil. Doctor, königl. baierschem Landgerichtsarzt in Sulz-
bach und Ehrenmitglied der gelehrten botanischen Gesellschait zu Re-
gensburg, Chr. R. SCHLEIS VON Lö\Y’aNI:i:i.n (1806, S. 171 ff.) zu verdanken.
Demnach ,,hat der Ort Großalbertshof sein Entstehen dem baierischen
Herzog, Albrecht dem Weisen, im Jahre 1472 zu verdanken“ und wurde
1712 ,,durch Kauf von Marquard Leopold Schütz ein Eigentum dcs her-
zoglichen Hauses von Sulzbach“.
,,Herzog Theodor, der wegen der gesunden Lage von Großalbertshof
den ganzen Sommer hindurch in dem ehemaligen SchloU zubrachte, ent-
deckte durch Zufall den Ursprung dieser Mineralquelle 1’726“. Ihre zwi-
schenzeitlich offenbar in Vergessenheit geratene Heilkraft soll allerdings
schon 1582 Anlaß zur ErrichtÜng einer Badestube in Großalbershof gege-
ben haben. Immerhin, 1727, also ein Jahr nach der Wiederentdeckung
,,suchten 24 Menschen ihre verlorene Gesundheit durch Trinken und
Baden mit und in diesem Wasser wieder *zu erlangen, und so, wie die
Akten es bezeugen, sollen sie auch mit dem besten Erfolge dieses Wasser
gebraucht haben.
Im Jahre 1728 rühmten schon die Regensburger und Nürnberger Zei-
tungen die guten Wirkungen dieses Wassers mit nachfolgenden Worten
an: «In dem hochfürstl. Pfalzsulzbachischen Landgericht zu Groß-
albertshof. woselbst Ihro Hochfürstl. Durchlaucht öfters zu sejourniren
pflegen, hat man ohnlängst einen Gesundbrunnen entdeckt, -wodurch
bereits viele schöne Proben geschehen sind. Zumahlen in scorbutischen
Unrcinigkeiten des Geblüts, Verschleimurig ‘und Verstopfung deren In-
geweiden, besonders der Milz, Leber und der Lungen, dann auch kalten
Fiebern und Cachexie. Nachdem nun solch heilsames Wasser je länger
je mehr in gutem Rufe kommt, als wird wegen dessen bequemern Ge-
brauchs auf hochfürstl. Befehl die nöthige Anstalt zu Logierung und
Bedienung deren Trink- und Badgästen gemacht, und ist allschon die
Quelle behöriger maßen sauber eingefaßt und verwahrt worden, dürfte
auch eine genauere Nachricht davon durch den Druck publiciert werden.»
Viele Kranke bedienten sich dieses Wassers in den darauffolgenden
Jahren mit dem besten Erfolge.“ Doch: ,,Herzog Theodor starb, und mit
ihm auch die Unterstützung dieser Quelle“. Sie wäre wohl der Vergessen-
heit anheimgefallen, wenn nicht 1759, also nur 33 Jahre nach der ersten
Wiederentdeckung und 27 Jahre nach dem Tode des Herzogs, der ,,Vor-
fahrer und Vater sel.“ von 03~. R. SCHLEIS, der Herzogin-Leibarzt und
Hofrat Dr. Joseah Schleis von Löwenleid abermals Nachforschungen nach
ihr angestellt, sie freigelegt, gesäubert und ,,alles auf seine Kosten in
möglichst guten Zustand versezt“ hätte. Er untersuchte das Wasser die-
ser Quelle, ,,schickte Proben an das kurfürstliche Consilium medicum
nach Mannheim, durch dessen ehemals würdigen Vorstand, titl. Herrn
geheimen Rath und Leibmedicus Harrer, (er) aufgemuntert wurde, dieses
Wasser mit Beiziehung zweier sachverständiger Männer, Namens Vogt
und Haunfelder, nochmals aufs Genaueste zu untersuchen, dessen Re-
sultate durch eine dritte pflichtmäßige Untersuchung in Gegenwart eines
94
kurfürstlichen Commissärs, des titl. Herrn Regierungsraths Molitor,.
Herrn Doctors Klaus von Weiden, und Anothekers Haunfelder von Sulz-
bach vollkommen bestätigt wurden. . Die im Jahre 1768 mit vieler Vor-
sicht unter mehreren über dreißig angestellten Versuche, nach dortmali-
ger Wissenschaft und Kunst, beweisen hinlänglich die Eigenschaften
eines Mineralwassers, welches des vielen Eisengehalts wegen Stahl-
wasser genannt zu werden verdiente.
Um mich von der Wahrheit und Aechtheit dieser Mineralquelle vollends
zu überzeugen, habe ich 1797 eine Untersuchung desselben vorgenommen,
dessen Resultate folgende waren:
1) Es hatte einen zusammenziehenden, dintenförmigen Geschmack.
2) Mit allen zusammenziehenden vegetabilischen Körpern ward es mehr
oder minder roth, fast schwärzlicht.
3) Es färbte den Violensaft grün.
4) Wenn es offen an der Luft stand, so sonderte sich eisenhaltige Erde
ab. Diese fiel theils zu Boden, theils sezte sich etwas an den Rand des
Gefäßes an, und der zusammenziehende Geschmack veränderte sich in
einen faulartigen.
5) Es enthält sehr viel Luftsäure.
6) An den Rand und den Röhren sezte sich viel gelber Eisenkalk ab.
7) Es brauste mit Wein und allen Säuerlingen.
Auch habe ich besonders vermerkt, daß es, an der Quelle getrunken,
weniger vermehrten Stuhlgang verursacht, als wenn es versendet wird“
(S. 175).
Trotz aller Bemühungen, die CHR. R. SCHLEIS VON Löwmm.D auf die.
Erhaltung und Wiederbelebung des Quellbetriebes richtet. geht es damit
abwärts. ,,Allein die Ableitungskanäle wurden nicht nur nicht gehörig
unterhalten, dadurch dem wilden Wasser zu viel Einfluß auf die Mine-
ralquelle gestattet, und der Brunnenmauer selbst geschadet, sondern
auch durch rohe Leute an der Einfassung - und übrigen Anrichtung aller-
lei Unfug ausgeübt” (S. 176).
Die kurze Blütezeit des Gesundbrunnens ist vorbei. 1826 wird sein
Wasser noch von J. H. VOGEL (1829) im Rahmen einer Behandlung der
Mineralquellen des Königreiches Bayern analysiert. 1844 geht der Be-
sitz in private Hände über, die Quelle soll dabei ,,neu erstehen“, doch
bleibt es b’eim Vorsatz. Der Bahnstreckenbau in den 70er Jahren nimmt
keine Rücksicht mehr auf die Quelle. Damit ist sie zu wohl endgültiger
Bedeutungslosigkeit herabgesunken.
Der ursprüngliche Quellaustritt ist nicht mehr genau festzulegen. Er
war mehrmals gefaßt und ist wohl auch durch die Anlage des Bahn-
einschnittes gestört und verlegt worden. Heute tritt das spärliche Wasser
aus dem Grenzbereich Opalinuston/Posidonien-Schiefer aus, erhält aber-
außerdem, zumindest zeitweise, oberflächlichen Zulauf aus dem Opalinus-
ton. Nach GüMssL, der den Bahneinschnitt in noch frischerem Zustand
gesehen hat, entspringt ,,der Eisensäuerling von Großalbershof“ aus dem
Opalinuston ,,und dürfte seinen Eisengehalt gleichfalls dieser Bildung.
zu verdanken haben” (1894, 11, S. 849).
BIRZER (1960, S. 165), der die Voortsche Analyse umgerechnet hat, gibt
die Zusammensetzung des Wassers wie folgt an:
,,Kationen : Milligramm Millival Millival-O/o
Alkalien (berechnet als Na’) 29,30 1,272 5,I
Calcium-Ion (Ca’ ‘) 194,50 9,706 41,2
Magnesium-Ion (Mg’ ‘) 152,20 12,566 53,3
Ferro-Ion (Fe’ ‘) 0,25 0,008 633
23,552 99,9
Anionen:
Chlor-Ion (Cl’) 484 1,365 5,8
Sulfat-Ion (SO,“) 637,4 13,687 581
Hydrokarbonat-Ion (HCO,‘) 518,5 8,500 36,l
1580,65 23,552 100,o
Schwefelwasserstoff (H,S) Spuren.
Alkalien sind in der Analyse von VOGH. nicht angegeben; die geringe
Menge ergibt sich aus der Berechnung.“
,,Die Heilquelle von Großalbershof ist ein Magnesium-Calcium-
Sulfat-Hydrogenkarbonat-Wasser mit geringem Gehalt an Schwefel-
wasserstoff und Eisen; es ist ein «echtes Bitterwasser»“ (BIRZER 1960,
S. 166). Der chemische Charakter ist aus dem Opalinuston abzuleiten.
H. Die Böden
(Karl Brunnacker)
96
sohlen findet sich lehmiges Material. Braune Auenböden und Gleye sind
hier weit verbreitet.
Auf Blasensandstein, Burgsandstein und Rhätolias liegen verhältnis-
mäßig leichte Böden aus lehmigem und schwach lehmigem Sand. Typo-
logisch steht die podsolige Braunerde im Vordergrund, stellenweise fin-
den sich außerdem schwache Podsole. Als Beispiel für einen schwach
entwickelten Podsol auf Blasensandstein sei das folgende Profil südlich
Hahnbach angeführt (ebene Lage, Kiefernwald) :
Tiefe in cm
Al o-2 humushaltiger, schwärzlicher, gebleichter, anlehmiger Sand
A2 2-17 fahlbrauner, anlehmiger Sand
B 17-35 rostbrauner, sehr schwach kiesiger Sand
BC 35-85 gelbgrauer Sand, mit einzelnen zentimeterstarken rost-
braunen Bändern
7 97
deren Wasser die Bildung von Hanggley auslöst. Außerdem spielt das
Relief bei diesen schweren Böden eine wichtige Rolle. An steileren Hän-
gen treten vorwiegend wenig entwickelte, neuerdings als Pelosole be-
zeichnete Tonböden auf, bei denen die rote Farbe des Ausgangsgesteins
sogar im Oberboden noch deutlich sichtbar ist. An flacheren Hängen
können flachgründige Braunerden vorkommen, Nicht nur in muldigen
Lagen, sondern auch an den Hängen treten außerdem pseudovergleyte
Böden auf. Auch für den tonig entwickelten Lias und Dogger-Alpha sind
ähnliche bodenkundliehe Verhältnisse bezeichnend. Nur fallen hier diese
verschiedenen Unterglieder der Pelosole wegen des graugefärbten Aus-
gangsgesteins nicht so sehr auf. Die pseudovergleyten Böden sind au-
ßerdem meistens nicht so kräftig ausgebildet wie auf den diese tonigen
Gesteine häufig überdeckenden, aber nur selten in geeigneten Auf-
schlüssen als solche erkennbaren tonigen Hanglehmen, denn letztere
verfügen infolge periglazialer Verlagerungsvorgänge über einen anders
gestalteten Wasserhaushalt als der dichtgelagerte, anstehende Lias- und
Doggerton. Als Beispiel für einen Pseudogley auf einem solchen Hang-
lehm sei das folgende Profil aus der Ziegelei von SchCnlind ange-
führt (mäßig geneigter, nach Osten exponierter Hang, Wiese):
Tiefe in cm
A 0-10 humushaltiger, braungrauer, feinsandiger, kräftiger Lehm
i%A 10-40 fahlbraungrauer, prismatisch brockiger, lehmiger Ton
g1 40-90 ockerbrauner, lehmiger Ton, längs senkrechter Klüfte
blaugrau verfärbt
82 90-140 blaugrauer, lehmiger Ton, mit ockerbraunen Putzen
gC 140-240 brauner, lehmiger Ton, oben entlang einzelner Klüfte
blaugrau verfärbt
Das obige Profil ist außerdem von Interesse, weil der Rhätoliassand-
Stein unter dem flachen Lias-Gamma und den Zwischenschichten entlang
seiner Obergrenze von zahlreichen Limonitschwarten durchzogen wird.
Derartige Eisenschwarten mit Ubergängen zu schwachen Verkittungen
durch Eisen oder nur rostbraunen Verfärbungen finden sich auch in den
98
anderen Sandsteinen immer wieder. Bei diesen Bildungen läßt sich
meistens nicht eindeutig entscheiden, ob es sich um Folgen einer rezenten
oder fossilen Bodenbildung oder um alte Grundwassermarken handelt.
Der Doggersandstein liefert dagegen wieder leichtere Böden aus fein-
körnigen, teilweise schwach lehmigen Sanden. Darauf sind podsolige
Braunerden sehr weit verbreitet, z. B. am Kreuzberg (Kiefernwald,
Hanglage) :
Tiefe in cm
Ao O-2 Nadelstreuauflage
Al 3-6 gebleichter Feinsand
03) 40 ockerbrauner, sehr schwach steiniger Feinsand
B 100 gelblicher Feinsand, mit zentimeterstarken rostfarbenen
Bändern
99
Im Bereich der dolomitischen Fazies des Malms führt die Verwit-
terung zur Bildung der sogenannten Dolomitasche, indem ein leicht
löslicher Anteil des Dolomits herausgewittert ist. Je nach der Geländelage
kommt ausgesprochener Dolomitrohboden bis mehrere Meter tiefer fein-
sandiger Zersatz mit mürben Dolomitbrocken vor. Diese Böden sind hin-
sichtlich Entstehungsweise bisher kaum untersucht. Oberlagerung oder
Durchmischung der Dolomitasche mit Kalksteinbraunlehm oder lehmi-
gem sandigem Material der kretazischen Landoberfläche bedingt weitere
Variationen in der Bodenausbildung, An der Postleite wurde das fol-
gende Profil aus Sand über Dolomitasche aufgenommen (flacher Hang,
Acker) :
Tiefe in cm
100
Tiefe in cm
AP 0-15 schwach humushaltiger, graubrauner, bröckeliger, sandiger
Lehm
B 15-65 ockerbrauner, prismatischbröckeliger, sandiger, toniger
Lehm, mit säuliger Struktur und Kieselknollen
gB 65-165 ockerfarbener, plastischer, lehmiger Ton, mit Kieselknollen
und schwachen Manganbestegen auf senkrechten Schwund-
rissen
101
allem in den Talauen sowie auf den staunassen Flächen des Feuer-
lettens, der Lias- und Doggertone sowie der Hanglehme. Die Boden-
erosion wird durch das hügelige bis bergige Gelände vor allem bei bin-
digem Substrat etwas begünstigt.
1. Der Baugrund
Die tonig-mergeligen Ablagerungen des Feuerlettens, Schwarz- und
Braunjuras und der Kreide sind zwar in bergfrischem Zustand stand-
fest, unter den Witterungseinflüssen aber meist tiefgründig verändert.
Bei Wasseraufnahme neigen sie dann zu Quellungen und sind als Bau-
grund setzungs- und rutschungsgefährdet; Straßen leiden unter Frost-
aufbrüchen. Auch die an sich schon weniger fest gelagerten quartären
Hanglehme und Hangschuttmassen sind als Baugrund ungünstig. In
allen Fällen ist es wichtig, durch geeignete Maßnahmen den Zutritt von
Wasser (auch Abwasser!) in solchem Baugrund völlig zu verhindern.
In manchem Falle ungünstig als Baugrund sind die alluvialen Aus-
füllungen von Niederungen und Flußtälern, da hier stellenweise mit
Setzungen und je nach Lage auch mit hohem Grundwasserstand zu
rechnen ist.
Die Sandsteine des Keupers, der Doggersandstein, die Kalke und der
Frankendolomit des Weißjura sowie Sande bzw. Sandsteine der Kreide
sind als Baugrund günstig. In Hangnähe besteht allerdings auch bei
ihnen die Gefahr des Abrutschens oder Abkippens ganzer Gesteins-
partien, wenn am Hang unterhalb Tone oder Mergel ausstreichen. Ge-
fährdet sind diesbezüglich die Rhätolias-Kante auf Feuerletten, die
Doggersandstein-Stufe auf Opalinuston und der Rand der Weißjura-
Hochfläche auf Ornatenton. Die liegenden Tone und Mergel werden
durch die hier vorhandenen Wasserhorizonte stets feucht gehalten und
entweder ausgewaschen oder als Gleitfläche ausgebildet bzw. unter
starker Belastung ausgequetscht. Die bei Besiedlung durch Abwässer
anfallenden zusätzlichen Wassermengen können diesen natürlichen Vor-
gang noch begünstigen. Bei größeren Bauvorhaben ist auf genügende
Entfernung von der Hangoberkante und zweckmäßige Entwässerung
zu achten.
Im Gebiet des verkarsteten Weißjura muß mit der Möglichkeit von
Erdfällen oder beim Aushub von Baugrund mit dem Anfahren von
Hohlräumen gerechnet werden. Besonderes Augenmerk ist im Karstge-
biet der Beseitigung von Abwässern und Unrat zu widmen, um die dort
leicht mögliche Verunreinigung des Grundwassers zu verhindern. Auf
keinen Fall dürfen dazu von Natur aus vorhandene Dolinen oder Was-
serschlinger benützt werden.
102
K. Geologisch wichtige Stellen und Vorschläge
für Lehrausflüge
a. Gute Aufschlüsse (1) und Fossilfundpunkte (2)
Keuper :
Blasensandsteingruppe: Kümmerliche Aufschlüsse an der Vils südlich
von Hahnbach und am Frohnberg.
Burgsandstein: Keller an der Straße dicht nördlich von Hahnbach (kbu);
Sandgruben beiderseits der Straße zwischen Hahnbach und Süß
sowie am Nordausgang von Iber (kbm);
Sandgruben an der Straße zwischen Süß und Irlbach sowie Sand-
grube bei Gitterlinie 88 am östlichen Kartenrand (kbo).
Feuerletten: Zundbühl bei Eberhardsbtihl (an der Bahnlinie).
Rhät-Lias-Ubergangsschichten:
Rhätsandstein: Steinbrüche bzw. Sandgruben in Großalbershof (l), am
Kühberg SO Sinnleithen (l), bei P. 433 SW Silbergrub (l), am Bühl
SW Schönlind (l), Hohlwege in Steinling (1).
Lias-Gamma: Kleine Steinbrüche im Feld NO Steinling (1) und bei P. 459
S Weissenberg (1). Fossilien sehr selten.
Lias-Epsilon: Monotis-Platte als Lesesteine in Feldern W und N Stein-
ling (2), Hohlweg S Heroldsmühle (2).
Lias-Zeta und Dogger-Alpha: Ziegeleigrube Schönlind (l), alte Grube
bei der Heroldsmühle (1 -t- 2), das aus dem Aushub des Großalbers-
hofer Bahneinschnittes stammende Aufschüttungsmaterial 0 Groß-
albershof (2).
Dogger-Beta: Hohlwege am Dürren-Berg und Heid-Berg bei Großenfalz
(l), neue B 85 am Hahnenkamm S Edelsfeld (l), Hohlwege von Weis-
senberg und Gdgodlricht auf die Hochfläche (l), Teufelslochleite NW
Bruckmiihle (1) Straßeneinschnitt am nördlichen Blattrand bei
Schlicht (1) Aufstieg von Bruckmühle nach P. 452 NO Sollnes (1)
Sandgruben am Kreuzberg und Hohlwege dort (1) Erzranken 0
Mülles (1).
Dogger-Epsilon bis -Zeta: Felder zwischen Habres und Högberg 0 und N
des Kupferberges, Lesesteine (2), Bernrichter Höhe (Z!), Ortsaus-
gänge S und 0 Edelsfeld (l), Felder am Steinlinger Weg SO Edels-
feld vor Beginn des Abstieges (Z!), Felder an der ,,Hinteren Röte“
0 Edelsfeld (2!).
Malm-Alpha + Beta: Alter Steinbruch 0 Großenfalz, Bank- und
Schwammkalke, letztere fossilreich (l+Z), Bernrichter Höhe, Lese-
steine Malm-Alpha (2), Steinbrüche W Edelsfeld (l), N Niederärndt
103
(l), 0 Oberweißenbach bis Teufelslochleite (l), Weinberg N Bruck-
mühle (1) NW Oberschalkenbach (1). Alle nur Bankfazies, Fossilien
sehr selten, In den Brüchen bei Oberweißenbach je nach Stand des
Abbaues evtl. mit bunten kreidezeitlichen Sedimenten erfüllte Karst-
hohlformen erschlossen. Eindrucksvoll in den Brüchen über der
Teufelslochleite die gegen den Steilhang zunehmende gekippte La-
gerung der Malmkalke über Ornatenton.
Kr *eide: Sandgrube Postleite W Sulzbach: Erzformation, graue Schutz-
felsschichten, Oberes Cenoman m. Sulzbacher Kreidekalk, Knollen-
sand (1); Sandgruben S Prangershof am Touristensteig: Bunte
Schutzfelsschichten (1). Am Geier und Mühlberg N Vögelas: Ocker
des Unteren Cenomans (1); Blattrand W Vögelas: Kallmünzerfeld;
Ziegeleigrube am Blattrand NO Sollnes: Ehenfelder Schichten; Teu-
felstein am Kreuzberg: Riesenkalimünzer.
Quartär: Sandgrube bei Gitterlinie 88 am östlichen Kartenrand (Höhen-
schotter);
Sandgruben am SW-Ausgang von Hahnbach, westlich der Vils (Ter-
rassensande und -schotter dt,);
Sandgruben an der Straße zwischen Süß und Irlbach: an der Straße
Terrassensande (dtJ und Fließerde; oberhalb davon bei P. 409 Schot-
ter der dt,-Terrasse;
Ziegeleigrube Schönlind (diluviale Hanglehme).
b. Exkursionen
1. Thema: Frankendolomit, Karsterscheinungen, Krei-
d e. Fußwanderung rd. 14 km. Von Sulzbach zur Postleite: Ver-
karsteter Dolomit mit eingelagerter Kreide (s. Abb. 1) - Westende
des Sternsteins: Schwammriffstrukturen des Frankendolomits (vom
gegenüberliegenden Talhang gut zu beobachten), Höhenbildungen.
Trockentallandschaft - Touristensteig: Bunte Schutzfelsschichten
in Sandgruben S Prangershof - Niederricht - Osterberg: Kuppige
Schwammriff-Landschaft, Schüsseln zwischen den Riffen mit Krei-
defüllung, alte Riffe mehr oder weniger weit aus Uberdeckung her-
ausmodelliert - Osterhöhle: Höhlenformen, Tropfsteine und andere
Sinterbildungen - Obermainshof: SO davon Sandgrube in Glauko-
nitsand, vermutlich Coniac - zurück über Stephansricht-Kempfen-
hof oder durch den Haselgraben.
2. Thema: Durchquerung des Westendes des Hahn-
bacher Sattels, Braun- und Weinjura, Kreide. Fuß-
wanderung oder kombiniert mit Fahrzeug, rd. 30 km. Von Sulzbach
auf der B 85 bis Gassenhof: In den Sandgruben S Prangershof oder im
104
Einschnitt der dort noch nicht ausgebauten B 85 Bunte Schutzfels-
schichten; bei der Oberführung 0 Fromberg im Bahneinschnitt und
(schlecht erschlossen) an der Straße Unterer Weißjura, anschließend
nach N an der Straßenböschung Oberer Dogger und Eisensandstein,
rd. 25’ SW einfallend, Südflügel des Hahnbacher Sattels; Obergang
aus Dogger-Beta in Opalinuston bis Gassenhof, Aufschlüsse evtl. an
Straßenböschungen. - Zu Fuß auf die Bernrichter Höhe (höchster
Punkt des Blattgebietes, Wasserscheide, großartige Aussicht über die
Dolomit-Kuppenlandschaft im W und NW): Aufstieg durch den
gesamten Eisensandstein, darüber auf der Höhe als letzte Erosions-
reste auf dem Gewölbe des Hahnbacher Sattels Oberer Dogger und
Unterster Malm, beide mit zahlreichen Fossilien. - Zurück zum
Fahrzeug oder zu Fuß über P. 550 zur B 85 zurück und auf ihr
weiter nach Edelsfeld: Nahe P. 550 Quelle an der Grenze Eisensand-
stein/Opalinuston (Brünnlein an der Straße, Quelle weiter hangauf-
wärts); vor Erreichen der Höhe prächtige Aussicht über die Hahn-
bacher Senke (Reliefumkehr des bis in den Keuper ausgeräumten
Gewölbes, schmaler, markanter Höhenzug mit dem Annaberg im
Bereich des steil einfallenden Südwestflügels, Plateaulandschaft auf
flachgelagerten Malm-Schichtkalken des Nord- und Ostrahmens des
Gewölbes, Kühberg und Frohnberg als Härtlinge aus Rhät- bzw. Bla-
sensandstein im Innern der Senke); bei der Höhe S EdeIsfeld ist der
flach NW einfallende Nordflügel des Hahnbacher Sattels erreicht. -
Gute Einkehr und Parkgelegenheit in Edelsfeld. Weitere Exkursion
von hier bis wieder nach Edelsfeld zurück am besten zu Fuß. Zu-
nächst auf der Weißenberger Straße bis auf die Anhöhe 0 Edels-
feld: Im Hohlweg am Ortsausgang Oolithkalke und Ornatenton,
darüber Malm-Alpha; auf der Höhe beim Blick nach NW eintirucks-
voller Geländegegensatz zwischen Plateaulandschaft der Schicht-
kalke und Kuppenlandschaft der dolomitisierten Schwammriffe. -
Zurück nach Edelsfeld und im Tälchen entlang nach Niederärndt:
Die Grenze Dogger/Malm (gekennzeichnet durch Quellaustritte)
rückt langsam bis zur Talsohle herab und verschwindet bei Nieder-
ärndt unter ihr; Steinbrüche N Niederärndt im Werkkalk des Malm-
Beta. - Uber den Höhenrücken (oben sandige und tonige Ehenfelder
Schichten und Kallmünzer) zum Ernsthof und auf die Höhe 496 (,,Am
Geier“), dort mehrere Ockergruben. Auf den Halden u. a. auch fein-
gebänderte, verkieselte Ockerblöcke. - Weiter in SW-Richtung
nach P. 497: Rechter Hand der Vogelsberg aus Schwammkalk, der
nach oben in Dolomit übergeht (auf der Karte verwechselt); am Weg
nach P. 497 mehrere alte Ockergruben und Aufschlüsse in bunten
Ehenfelder Schichten: Am Blattrand SW P. 497 eindrucksvolles
KalImünzerfeId. - Zurück über VögeIas nach Edelsfeld: Bei Vö-
gelas kleine Steinbrüche im Malm-Beta, hier am Außenrand des
105
Hahnbacher Sattels flach W bis NW einfallend; an der Turn-
leite ist über Malm (an B 85 aufgeschlossen) die Basis der Kreide
gekennzeichnet durch massenhafte Hornsteinsplitter im lehmigem
Ackerboden. - Von Edelsfeld auf der B 85 zurück nach Sulzbach.
106
2. Profil: Keller an der Vils, 500 m südlich Hahnbach, kbl.
Hangendes: Nicht aufgeschlossen,
2) 060 m Weißlichgraue, sehr harte, mittel- bis grobkörnige
karbonatische Arkosebank.
1) 1,20 m Hellgrüngrauer bis hellviolettgrauer, ungleich mit-
tel- bis mittelgrobkörniger Sandstein, bankweise
hart und fest, sonst mehr tonig gebunden und
weicher, mit einzelnen sehr groben Quarzkörnern
(-0,75 cm).
Liegendes: Schlecht aufgeschlossen, offenbar wie 1).
107
häufigen Quarzgeröllen (bis 9 cm). Einzelne Partien
eng rostig gestreift. Deutliche Schrägschichtung.
Liegendes: Nicht aufgeschlossen.
8. Profil: Sandgrube an der Straße 600 m nördlich Süß, kbo, qf, dt-.
(vgl. Abb. 4).
Hangendes: 0,60 m brauner, lehmiger Sand mit Limonitsand-
Steinbrocken.
4) über 3 m Fließerde: Dünne, dunkelviolette, hellvio-
lette, rötliche, gelbliche und weiße Lagen,
Schmitzen und Bänder teils mehr sandiger,
teils mehr lettiger Beschaffenheit, schmie-
gen sich fast völlig parallel und ohne Tur-
bulenzerscheinungen der Hangneigung (15
-25O) an. Stellenweise sind schnurartige
Anreicherungen von Limonitsandstein-
Bröckchen eingelagert. An der Unter-
108
grenze einzelne Quarzitrestblöcke (creta-
qf zischen Ursprungs, sog. ,,Kalimünzer“) bis
l/q cbm Rauminhalt.
: 3) Die vordere Zunge dieser Fließerde über-
dtz lagert noch mehrere Meter weit einen heb-
braunen, mittelkörnigen Terrassen-Sand.
i 2) 3 m Oben hellrotbrauner, unten hellvioletter,
kbo mürber, mittel- bis mittelgrobkörniger
Arkosesandstein. Feldspäte meist kaolini-
siert.
1) 0,50 m Dunkelvioletter, stark lettiger Arkosesand-
Stein.
Liegendes: Nicht aufgeschlossen.
109
10. Profil: Sandgrube nördlich Frohnhof, kol, 17.
Ij, Hangendes: Rostbrauner Kalksandstein mit groben, hellen
t Quarzkörnern.
2) 0,50 m Feinsandiger, weicher Ton und Sandstein.
ko; 1) 4,50 m Fester, sehr dickbankiger, nur oben etwas Plattiger,
mittel- bis grobk. Sandstein, mürb, hellgrau bis
gelblich, etwas Feldspat führend, mit einzelnen
Kleingeröll-Lagen (Gerölle bis 1,6 cm). Grob ge-
klüftet.
Liegendes: Nicht aufgeschlossen.
110
13. Profil: Alter Steinbruch bei Irlbach, ly.
(Nach KRUMBECK 1936, S. 164, in Dbereinstimmung mit SPERBER
1932, S. 45146.)
,,Aufgeschlossen W Irlbach an der Nordwand des großen Bru-
ches unweit der Straße nach Schönlind. Die Schichten fallen mit
18-20’ etwa nach Norden und streichen annähernd W-O. Mit
seinen Mergelkalken”), kalkarmen Tonen und seiner Versteine-
rungsarmut vertritt es in kennzeichnender Weise die Dolomit-
fazies, obwohl der Magnesiagehalt infolge der starken, wohl
ins Tertiär zurückreichenden Verwitterung des vollständig ent-
blößten y nur noch gering ist. - Ob y vollständig ist, lassen
wir unentschieden, auch weil Delta schon vollständig fehlt“
(KRUMBECK 1936, S. 164).
7) bis über 0,60 cm Lehm, oben sandreich mit Kleingeröll, unten
verlehmtes Gestein wie 6).
6) 0,17-0,25 m Ton, tiefgraublau, z. T. ockergelbbraun ver-
wittert, ungeschichtet, kalkfrei, zäh, mit Har-
nischen, Auflagerungsfläche unregelmäßig.
5) bis 0,40 m Mergelkalkbank, stark verwittert zu gelbbrau-
nem, auch veilrotem, ockerreichem Lehm, mehr
oder minder erfüllt mit angezehrten Rück-
ständen des Mergelkalks.
4) rd. 0,20 m Schieferton, tiefschmutzigblau, stellenweise mit
grünlichem Schimmer.
3) rd. 1,60 m Mergelkalk in 6 Bänken, ruppig, fest, Zellen-
kalk-artig verwittert zu einem Skelett aus gelb-
braunem Mergelkalk, dessen ,,Zellen“ erfüllt
sind mit schwach kalkigem, ockerreichem Lehm.
Ziemlich viel Phosphoritknollen**) aller Größen
bis 0,25 m lang, z.T. feinstkalkoolithisch. Nicht
selten sind mit Eisenocker gefüllte. oft Arago-
nit führende röhrige Körper, Bankungsflächen
uneben. Dachfläche der obersten Bank bedeckt
mit Lößpuppen-ähnlichen Kalkabscheidungen
aus flächenhaft herabrinnendem, mit CaCOa
gesättigtem Wasser.
Versteinerungen nicht gesehen. - Mit 5 bis
0,17 m starken Zwischenlagen aus Schieferton
wie 4).
2) rd. 1,40 m Mergelkalk in vier geschlossenen Bänken,
feinstspätig, verwittert hellgraubraun, in fri-
schem Zustande fest. Obere Bank schon mit
Phosphoritknollen; untere reich an Quarz-
körnern, die in den höheren nur vereinzelt
sind.
1) Lias-Beta? sandiger Ton, z. T. limonitreich,
wenig aufgeschlossen.
111
14. Profil: Galgenberg-Schacht bei Sulzbach, Ir-;.
Die Schichten fallen mit 50-55O nach SW ein, sie wurden in
der aufgeschobenen Scholle von rd. 95 m bis 130 m durchteuft.
Hier sind nur die wahren Mächtigkeiten angegeben.
Hangendes: 55 m Opalinuston, darüber 6 m Doggersandstein.
bu? 15) 1,30 m Grauer Mergelton, scheinbar ungeschichtet,
zäh, mit nicht seltenen, z. T. verkiesten klei-
nen Ammoniten, Belemniten und dünnen,
chondritenartigen ,,Wurmgängen“.
14) 0,25-0,32 m Weiche, schwarzgraue, sehr dünnblättrig ge-
schichtete Ton-,,schiefer“ mit Spiegeln auf
den Schichtflächen. Etwa in der Mitte 1-5
cm starker Lettenbesteg.
13) l,OO-1,lO m Grauer, klotzig-muschelig brechender, ziem-
lich fester, zäher Mergelton mit kleinen
Ammoniten. besonders in den oberen 10 cm:
Phlyseograkmoceras angoti MAUBEUGE, Plei-
dellia lotharinaicum (BRANCO~. Pleidellia buck-
1; manni MAUB~UGE @estimn&ng durch Dr.
ZBtssiErlangen).
i 12) 0,08 m Schwarze. schmierig-weiche, dünnblättrige
1F Tonlage.
11) 0,19-0,20 m Schwarzgraue Mergeltonlage mit einzelnen
Belemniten. Ziemlich weich.
10) 0,05-0,08 m Schwarze, weiche, dünnblättrige Tonlage mit
vielen, etwas plattgedrückten, kalziterfüllten
Belemniten und dünnen Pyritschmitzen.
9) 0,45-0,50 m Harte. kristalline, graue Kalkbank, aufge-
teilt in 3 Einzelbänke (12-14 cm, 1’7-18 cm,
17-19 cm). Die oberste der Bänke enthält in
ihrer Mitte ein O-4 cm starkes Schill von
Schalen der Pseudomonotis substriata. Von
den Schichtfugen zwischen den Bänken aus-
gehend haben sich stellenweise bis 7 cm hohe
und über 20 cm breite ,,Wasserröhren“ ge-
bildet, sie sind meist mit Ockerschlamm aus-
gekleidet, z. T. auch von Kalzit und Kalk-
sinter ausgefüllt. Auf senkrecht stehenden
Querklüften meist Harnischflächen.
8) 0,25-0,30 m Dünnblättriger schwarzer Ton mit Belemni-
ten.
7) 0,17-0,18 m Dunkelbräunlichgraue, harte, etwas bituminös
riechende Kalkbank mit viel Fisch-SchüDrJ---
chen.
6) 1,05-1,lO m Klotzige, dicke, kaum gebankte, zähe Mergel-
tone mit muscheligem Bruch, reichlichen
Fischresten u. dgl. Im obersten Teil einzelne
brotlaibförmige Stinkkalklinsen.
l? 5) 0,30 m Dünnblättrig geschichtete, verhältnismäßig
weiche Tone.
4) 1,60-1,80 m Ziemlich fester, uneben geschichteter, platti-
ger bis bankiger, grauer Mergelton, bröcke-
lig bis brockig brechend.
112
3) 17 m Ziemlich feste, uneben bankig bis plattig ge-
schichtete, graue Mergeltone, mit eingeschal-
teten dünnplattigen bis blättrigen Lagen (bis
40 cm). Die ganze Serie wird von Unregel-
mäßig auftretenden, dünnen, an- und ab-
schwellenden, seitlich immer wieder auskei-
lenden und neu einsetzenden. hellgrauen
Kalkmergelbänkchen durchsetzt (im oberen
Teil O-8 cm, unten 0-18 cm stark). Bis-
weilen sind die Bänkchen in sich durch dünne
Mergeltonschichten aufaeteilt. Seltener sind
sie auch nur als kleine-Linsen (wie flachge-
drückte Semmeln) ausgebildet, Im mittleren
16 Teil wurde ein schlecht erhaltener, etwas
verkiester Amaltheus sp. gefunden.
I 2) 0,40-0,80 m Geschichteter, fetter, ockeriger Ton, unten
b mit vereinzelten, zu unterst mit reichlichen
Sandkörnern.
1) 1,50 m aufgeschlossen: Toniger, mittelkörniger bis
mittelgrobkörniger Sand, ocker- bis rost-
braun, mit allen tfbergängen zu sandigem
Ton.
Liegendes: Unmittelbar darunter stellenweise limonitisch ver-
krusteter. mittel- bis sehr grobkörniger Sand-
stein (n& in einzelnen Brocken hereinge-
brochen): Rhätolias-Sandstein.
113
6) 0,26 m Zunächst einige Zentimeter ockerige, dann blau-
graue, dünngeschieferte Mergel, z. T. etwas
feinsandig, mit einzelnen undeutlichen Inocera-
men-Abdrücken und kleinen Harnischstreifen.
Die Schichten sind hier etwas gefältelt.
5) 0.17 m Außen weißliche, innen graue ,,Stinkkalk-Bank“
Kleine Fossilien.
4) 0,45 m Graue und bräunliche, dünngeschiefertc Mergel
(,,Ölschiefer“), z. T. mit kleinen Harnischstreifen,
flachgedrückten Belemniten-Resten und Gagat-
kohlenestern (bis 5 cm stark).
3) 0,17 m Außen weißliche, innen graue ,,Stinkkalk-Bank“.
1c 2) 0,45 m Leuchtend hellbraune, z. T. feinstsandige, teil-
r weise auch graue, dünngeschieferte Mergel.
1) über 9 m Hellblaugraue, undeutlich geschichtete Mergel-
tone, darin bis 20 cm starke Lagen mit bräun-
lichen, schichtig angeordneten Toneisenstein-
Geoden.
Liegendes: Hier nicht aufgeschlossen, aber aus dicht dabei ge-
legenem Rohrgraben zu erschließen: Etwa noch
6-8 m Amaltheenton.
114
8) 0,15 m Tonmergel, schiefrig, graublau, fett, mit wenig
schlecht erhaltenen Ammoniten und Belemniten.
Radiosus-Schichten
7) 0,75 m Kalkmergel, gelbbraun verwittert, mager, mit un-
regelmäßigen Phosphorit-Körpern (wie oben) und
phosphoritischen Steinkernen, ockerbraun beschla-
gen, ohne Schalen, sowie voll nachträglich ent-
standenen ruppig-krustigen Sinterkalk-Ausschei-
dungen.
Zu oberst (5 cm) Ammoniten-Lager aus Steinkern-
Trümmern. - Belemniten-Scheiden nicht selten
angelöst und außen verackert. Dumortieria pseudo-
radiosa (BRco), Harpoc. (Hudlestonia) serrodes A.
Qu. sp.. Dactulot. similis SEEB.. Acrocoel. aracili-
fÖrm& KRBCK: u. KOLB, Lima SP.
Hauptmasse arm an Versteinerungen; wenig
schlecht erhaltene Belemniten-Formen.
Striatulo-costatus-Lage
6) 0,06 m ,,Steinmergel”-Platte aus tief-graublauem, zäh-
festem, tonig-kalkig-dolomitischem Gestein, das
mit verdünnter Salzsäure nur wenig aufbraust und
als ruppiger Mergelkalk verwittert . . . Mit viel,
fast unverdrückten und regellos eingebetteten
Ammoniten-Steinkernen aus dem gleichen Gestein,
ohne Schalen.
Dumortieria striatulo-costata A. QUENST., D. muni-
eri (HAUG), Dactylot. similis SEEB., Nucula SP.
Dispansus-Schichten
5) 0,15 m Tonmergel, schiefrig, graugelblich verwittert, fett
und zäh. Ammoniten nicht gesehen, Belemniten-
Scheiden ziemlich selten, mehr oder minder ange-
löst und außen verackert. Dactylot. cf. similis SEEB.
4) 0,12 m Tonmergel, schiefrig, hellblaugrau verwittert, mit
viel bis 6 cm großen, sehr unregelmäßigen Phos-
phorit-Brocken; in beiden bald wenig, bald mehr
kleine Trümmer von Fischschuppen. Belemniten-
Scheiden ziemlich häufig, oft angelöst und außen
verackert Dactylot. similis SEEB., Belemn. sp. sp.
ind., nicht gekammerte Phosphorit-Steinkerne von
Belemniten-Phragmokonen.
3) 0,15 m Mergel, gelbbraun verwittert, ziemlich fett, mit
Phosphorit-Brocken und Trümmern von Fisch-
schuppen (wie oben). Erhaltungsweise der Belem-
niten wie oben. Anrocoel. subaracilis KOLB. Be-
lemn. sp. sp. ind., l?arpoc. sp. ind.
Schichtlücke (?): Fehlen der Fallaciosus-Schich-
ten (?) teilweise auch der Toarcensis-Schichten?
Toarcensis-Schichten
2) 0,18 m ,,Steinmergel“; schwarzblauer toniger dolomitischer
Kalk, verwittert zu schmutzig-graubraunem und
gelbbraunem Mergelkalk, ziemlich fest, ruppig, von
flachen Sinterkalk-Drusen durchtrümert.
Viel zäh eingewachsene, selten unzerbrochen ge-
115
winnbare Belemniten-Scheiden . . Ammoniten sel-
ten als verdrückte Steinkerne. cf. Grammoc. toar-
cerise (ORB.), Dactylot cf. digitalis VOLTZ, D. Gruppe
incurvata ZI!~., Salpingot. sp.
Schichtlücke: Fehlen der Variabilis-Schichten und
Bifrons-Schiefer.
Substriata-Bank
1) Dolomitischer Kalkstein, schwarzgrau, graublau
verwittert, ausgesprochen spätig, in frischem Zu-
stand sehr fest und zäh; wenn mächtig, schwer
zu brechen und zu zertrümmern. Besonders im
mittleren Teil mit viel großen Kalkspat-Drusen.
Verwittert zu Mergelkalk und zuletzt zu Mergel.
Vorwiegend arm an Versteinerungen: Strecken-
weise, und sonst in einzelnen Nestern, entweder
voll Pseudomonotis substriata (SCHLOTH.) Go~or.
oder voll Posidonia bronni parva A. QUENST. .
Liegendes: Unter-c.
116
Hastit. subclavatus VOLTZ, H. toarcensis OPPEL,
H. bergen& KOLB, H. compactus KOLB, Acro-
coel. subaracilis KOLB. A. rostriformis A. Qu..
A. tricissüs JAN., A. quenstedti Ömx, Brachyb:
breviformis (VOLT@ BEN. sp. Pseudob. exilis
ORB., Thecocyat. tintinabulum GOLDF.
Radiosus-Schichten
5) 0,80 m Kalkmergel, gelbbraun verwittert, reich an
Eisenocker, von erdigem Bruch, mit Einlage-
rungen aus ruppigem Mergelkalk z. T. auf
NNW-Klüften; viel rezente Gipskristalle. Be-
lemniten-Scheiden vielfach angelöst, stets in
derben Kalkspat umgewandelt, außen ver-
ackert. Ammoniten als tiefbraun beschlagene,
oft schlecht erhaltene Trümmer von Phos-
phorit-Steinkernen; ziemlich spärlich, ebenso
die kleinen tiefbraunen Phosphoritknollen.
Dumort. cf. pseudoradiosa (BRco.) BEN., D. cf.
gundershofensis BUCKM., Grammoc. SP. SP.,
khzJnchon.- sp. Je 20 cm’ und 40 cm unter der
Oberkante ein Belemniten-Lager: Dactylot.
cf. similis Saen., D. cf. hebetatüERNsT, D.-sp.,
Bel. sp. sp. ind.
Striatulo-costatus-Lage?
4) 0,lO m Kalkmergel, schiefrig, vorwiegend rostig-rot-
braun verwittert! mürber als das Hangende.
Belemniten wie m diesem erhalten. Dactylot.
cf. similis. SFEB., D. cf. hebetata ERNST.
Schichtlücke: Fehlen von Mittel- und Unter-
Zeta. Ein Lesestein, Bruchstück eines Phospho-
rit-Steinkernes von Lytoc. cf. rugiferum POMP.
SP., legt es nahe, daß spärliche Reste von Dis-
pansus-Schichten in der Schichtlücke bewahrt
sind.
Bifrons-Schiefer
3) 0,25 m Mergelschiefer (Unterstes der 4 bisher bekann-
ten Chondrites-Lager des Oberlias in Nord-
bayern), graublau und gelbbraun verwittert,
mit Putzen aus Eisenocker. Voll Chondr. cf.
bollensis ZIET., Belemnitenscheiden oft ange-
löst.
Hildoceras cf, bifrons BRUG. (Abdruck), Coeloc.
cf. crassum (Y. u. B.) BUCKM. (Abdruck), Dacty-
lot. digitalis A. Qu. 1849?, D. cf. incurvata
ZIET.?, Inoc. cf. dubius GOLDF., Nut. Gruppe
subglobosa ROEM.?
2) 0,40 m Kalkmergel mit Einlagerungen aus ruppigem
Mergelkalk. Ziemlich viel Belemniten: Dacty-
lat. Gruppe incurvata ZIET., Acrocoel. cf. tri-
sulcatus (HARTM.) ZIET. - Unten (5-10 cm) das
obere Lager von Dactylot. incurvata ZIET. sp.
117
1) Substriata-Bank: Ausbildung wie gewohnt.
Dactylioc. [Link] (SIMPS.) BUCKM., Pseudo-
monotis substriata (ZIET.) GOLDF.
118
- 11,50 m fester, dunkelgraubrauner, fossilführender, stellenweise
sehr ooidreicher M er g e 1. -- Parkinsonia SP., Belemni-
tes canaliculatus ZIET., Rhynchonella SP., Alectryonia SP.,
Pholadomya murchisoni Sow.
- 12,40 m ooidfreie, braune Ton e. - Parkinsonia sp. cf. würt-
tembergica OPP,
- 12,90 m grauer und braungrauer, ooidarmer (aber stellenweise
Ooide in kleinen Nestern angehäuft) dichter M e r g e 1,
fossilführend (Muscheln und Belemniten)
- 13,30 m brauner, an mittelgroßen Ooiden reicher Mergel;
Fossilien nicht beobachtet
- 13,40 m ziemlich fester, hellgraubrauner, gering ooidführender,
toniger Mergel
- 14,85 m gelbbrauner, oolithischer (Ooide wolkig angereichert),
unten sandiger M e r g e 1 mit hell- und blaugrauen Mer-
gelkalklinsen; viele Muschelschalen und -steinkerne. -
Querschnitte von Belemniten-Rostren und Brachiopoden-
Gehäusen. Von 14,00-14,05 m eine dunkelgraubraune,
ooidreiche, mürbe Mergellage.
Dogger-Delta. Subfurcaten- und Hum-
phrianus-Schichten; 4,18 m
- 16,55 m graubrauner M e r 8 e 1. sehr reich an Muschelschalen
;nd -steinkernen. l%e ‘noch dünnbeschalten Steinkerne
sind mit Ooiden reich durchsetzt und heben sich dadurch
sowie durch etwas hellere Färbung von der ooidfreien
Umgebung ab.
- 17,OO m feste, braungraue, ooidreiche M e r g e 1 k a 1 k bank, er-
füllt von Muschelschalen - besonders Austernschalen -,
ziemlich viele Seeigelstacheln und Muschelsteinkerne (be-
sonders Gresslya SP.)
- 17,12 m graubrauner, oolithischer, fossilarmer M e r g e1
- 17,80 m braungrauer, oolithischer, außerordentlich fossilreicher
(hauptsächlich Muscheln) M e’r g e 1 k a 1 k. Die noch
dünnbeschalten Muschelsteinkerne sind zumeist erfüllt
von Ooiden und etwas heller gefärbt als die ooidarme
Umgebung.
- 18,25 m graubrauner, oolithischer, fossilarmer M er g e 1
- 18,50 m grauer, rauher, etwas sandiger M er g e 1. Fossilführung
wieder etwas reicher
- 18,87 m braungrauer, ooidreicher M e r g e 1 k a 1 k mit braunen
Mergelflasern; Fossilführung geringer als bisher
- 19,03 m hellbrauner und graubrauner M e r g e 1 mit vereinzelten
dicken Austernschalen und Partien mit verstreutem Mu-
schelschill
Dogger-Gamma. Sauzei- und Sowerbyi-
Schichten; 4,87 m.
- 19,20 m hellgraublaue, kleinoolithische, sandige M e r g e 1k a 1k -
bank; einzelne Fossilreste (Seeigelstacheln)
- 20,lO m braune und graubraune, sandige M e r g e 1 k a 1 k bänke,
stellenweise blaugrau geflasert, oft reich an Schalenschill.
- 23.90 m sehr harte, gelb- und graubraune, ooidführende K a 1k -
s a n d s t e i n bänke, z. T. unregelmäßiger Struktur.
119
Dogger -Beta
- 25,20 m schwarzer Ton, wechselnd, aber nirgends stark ooidfüh-
rend. mit Sandschmitzen, die nach unten zunehmen und
über’gehen in:
- 2’7,05 m braungelben, ooidführenden, kalkfreien Sandstein
- 27,25 m gelbbraunem Sandstein, gleichmäßige Struktur
- 28,50 m roter Sandstein, geringe Ooidführung (Pfraunfelder Ho-
rizont)
- 30,OO m gelber, toniger Sandstein, sehr mürb und zerfallen (kein
Kern). Ganz oben 0,02 m Limonitsandstein
- 30,03 m Limonitsandstein
- 30.95 m gelber. nach unten immer röter werdener Sandstein, zer-
Yallen ’
- 32,20 m Flöz, sehr schlecht und sandig (kein Kern). Pfraun-
felder Horizont
- 32,90 m Sandstein, kein Kern, in Sand zerfallen. Oben ooidfüh-
rend und Limonitsandsteinschwarten enthaltend, unten
immer toniger
- 34,00 m Bänderschmitzenton, z. T, reich an kleinen Grabgängen.
Schwarz, z. T. hellbraun umgefärbt.
- 34,20 m grauer Sandstein in Grabgangfazies
- 34,35 m schwarzer Ton mit kleinen Grabgängen
- 35,60 m brauner Sandstein in Grabgangfazies
- 35,90 m weißbrauner, reiner Sandstein
- 36,65 m hellgrauer Ton
- 37,60 m brauner Ton \,Rötelton
- 38,42 m Rötel
- 51,14 m hellbrauner bis gelber Sandstein. Wenig Kerne, meist
Sand
- 51,80 m he 11 r o t b r a u n e r Sandstein (Horizont des .,Ober-
flözes“?)
- 52,00 m stark toniger, grünlichbrauner Sandstein
- 52,50 m Limonitsandstein
- 53,20 m brauner Ton
- 55,40 m F 1 ö z (Klausener Horizont)
- 57,00 m brauner Ton. An der Basis Pflaster von Erzgeröllchen
im Ton
- 57,20 m Limonitsandstein
- 59,40 m r o t b r a u n er mürber, z. T. toniger
Sandstein (kein Kern) mit Limo - Hauptflözhorizont
n i t s a n d s t e i n einlagen
- 59,58 m brauner Ton
- 59,63 m Limonitsandstein
- 60,15 m schwarzgrauer Sandstein in Grabgangfazies
- 60,75 m brauner gleichmäßiger Sandstein
- 61,55 m brauner Ton
- 61,88 m brauner Sandstein, sehr mürb
- 62,65 m brauner Sandstein, fest
- 63,25 m brauner Sandstein, größtenteils mürb
- 63,30 m brauner Sandstein, fest, mit Limonitsandstein
- 63,40 m brauner Sandstein, mürb
- 63,58 m brauner Sandstein, fest
- 63,70 m Limonitsandstein
- 67,85 m dunkelgrauer Sandstein in Grabgangfazies
120
- 68,20 m Bänderschmitzenton, nach unten Sandgehalt stark zu-
nehmend
- 68,90 m grauer Sandstein in Grabgangfazies
- 71,70 m grüner Sandstein
- 71,90 m hellgrauer Sandstein
- 72,25 m grauer Bänderschmitzenton
- 72,65 m weißer, sehr dünnschichtiger, glimmerreicher Sandstein
- 72,85 m dunkelgrauer Ton mit (bis 0,03 m starken) Sandstein-
bänkchen
- 73,40 m grauer Sandstein in Grabgangfazies
- 75,70 m gelber Sandstein
- 77,30 m weißer Sandstein
- 77,65 m brauner Sand
- 80,80 m weißer Sandstein
- 81,90 m ( E n d t e u f e ) grauer Sandstein in Grabgangfazies
121
13) - 20,62 m weißgrauer, muschelig brechender Mergelkalk mit ver-
einzelten Nestern rostbrauner, 0,5-2 mm großer Braun-
eisenooide. Perisphinctes SP., Sphaeroceras SP., Oppelia
denticulata ZET., Belemnites SP., Rhynchonella fiirsten-
bergen& Qu.
14) - 20,99 m schiefergraue Mergeltone mit zahlreichen, nesterweise
angereicherten, durchschnittlich 0,5-1 mm großen
Brauneisenooiden. Reineckia aff. greppini, Rhynchonella
steinbeisii Qu., Belemnites hastatus BLAINV.
15) - 22,49 m schiefergrauer Mergelton mit vereinzelten Nestern
durchschnittlich 1, vereinzelt auch bis zu 2 mm groß
werdender Brauneisenooide. Zum Teil ist das Gestein
aber auch vollkommen ooidfrei und gekennzeichnet
durch hauchdünne, olivgrüngraue, unregelmäßige Fladen
pyrithaltigen Tones. Ostrea knorri ZIET., Pseudomonotis
cf. miinsteri BR., Belemnites hastatus BLAINV.
16) - 22,59 m weißnrauer. schwach oolitischer MerEelkalk mit Unmen-
gen ;on Rhynchonella fürstenberg&sis Qu. und Rh.
steinbeisii Qu., dazu Nucula aff. variabilis Sow.. Pecten
SP., Eucyclus SP., Penlacrinus sp
17) - 22,99 m schiefergrauer, oolithfreier Mergel bzw. Mergelton mit
einer 0,12 cm dicken Lage von Unmassen perlmutter-
führendem, feinem und daher unbestimmbarem Mu-
schelzerreibsel.
18) - 23,29 m schiefergrauer Mergel und Mergelton mit einzelnen
Nestern braungrauer l-2 mm großer Brauneisenooide.
Das fossilarme Gestein ist durch hauchdünne, olivgrüne,
daumenkoppengroße, pyritische Tonfladen gekennzeich-
net
19) - 23,99 m hellschiefergraue Mergeltone. Stellenweise mit einzel-
nen l-l.5 mm großen, tonigen Brauneisenooiden. Das
Gestein ist in derMitte’geke&zeichnet durch eine 20 cm
dicke Lage mit Unmasse perlmutterführendem, fein-
stem Schälenzerreibsel. Stellenweise ist noch schönste
Perlmutterschillerung erkennbar. Wo die Muschelscha-
lentrümmer zurücktreten, fanden sich ganze Exemplare
von Ostrea SP., Posidonia ornati Qu., Astarte cf. de-
pressa MÜNST., Pecten SP., Mytilus SP., Pholadomya SP.,
Scalaria ornati Qu., Muricidia semicarinata Qu., Grab-
gänge von Würmern, Belemnites calloviensis OPII.,
20) - 25,49 m schiefergraue, meist ooidfreie Mergeltone und zwar bei
10 cm (vom Hangenden ab) mit vereinzelten, nester-
weise angereicherten tonigen Brauneisenooiden von
1,5-2 mm sowie mit hauchdünnen, pyritreichen Fladen.
Anschließend eine 5 cm dicke Lage mit Unmenge fein-
stem Perlmutterschalengrus. Bestimmbare Fossilien in
den hangenden 25 cm: Ostrea cf. knorri 21~~. (mit pyri-
tischer Schale), Posidonia ornati Qu., Ceritinella ornati
Qu., Cosmoceras SP., Reineckia cf. greppini. Grabgang-
ausfüllungen mit olivgrüner, feinpyritischer Oberfläche.
Bei 30 cm von oben eine 0,08 m mächtige Mergeltonlage
mit Unmassen feinstem Perlmutterschalenzerreibsel und
2 mm großen tonigen, schwarzgrauen Brauneisenooiden.
Litorina ornata Qu., Alaria cartieri THURM.
122
Bei 70 cm im Mergelton feinste Muscovitblättchen.
PinnU aff. CUnneUtU PHIL.
Bei 75 cm im Mergelton nesterweise einzelne 1,5-2
mm große Brauneisenooide. Hier auch eine 0,03 m dicke
Lage von Perlmutterschalengrus. Cucullaea SP., Scalaria
ornati Qu.
Bei 90 cm im Mergelton vereinzelte 1,5-2 mm große,
tonige Brauneisenooide. Astarte depressa MÜNsT., Cu-
cullaea cf. concinna PHIL., Posidonia ornati Qu., Grab-
gangausfüllungen von Würmern.
Bei 100 cm Mergeltone mit vereinzelten l---l,5 mm
großen Brauneisenooiden und etwas Perlmutterschalen-
grus. Hinnites SP., Cucullaea SP., Pecten sp. Hecticoceras
SP.,
Bei 110 cm eine 8 em dicke Lage von Unmassen fein-
stem Perlmutterschalengrus. Hecticoceras SP., Astarte
cf. depressa Qu., Cucullaea SP., Belemnites calloviensis
OI~P., Notidanus SP., Wurmgrabgangausfüllungen.
Bei 120 cm Mergelton mit einzelnen 1,5 mm großen
tonigen Brauneisenooiden. Cardioceras SP., Peltoceras
SP., Hecticoceras SP., Belemnites calloviensis OPP., Grab-
gänge von Würmern ausgefüllt mit grüngrauem, fein-
pyritischem Mergelton.
Die liegenden 25 cm sind ooidfreie Mergeltone.
Dogger-Epsilon 2. Macrocephalen-
Schichten
21) - 26,26 m schiefergraue Mergeltone mit einzelnen Nestern von
l-l,5 mm großen Brauneisenooiden und sehr verein-
zelten ooidischen Phosphoritknollen.
Bei 10 cm in den Mergeltonen bis hühnereigroße,
schwach ooidischen Phosphoritknollen, die im Innern
unbestimmbare Muschelr&te enthalten. Im Mergelton
Posidonia ornati Qu.
Bei 20 cm waren die Brauneisenodde röhrenartig
(d = 1 cm) angereichert. Cidaris aff. praenobile Qu.,
Asterias impressae Qu.
Bei 30 cm in den ooidischen Mergeltonen Modiola
alata Qu., Pecten ambiguus MÜNsT., P. cf. demissus PHIL.,
Camponectes lens Sow., Rhynchonella fürstenbergensis
Qu., Belemnites calloviensis OPP.
Dogger-Epsilon 1. Parkinsonien-Schichten
22) - 26,68 m schiefergraue oolithische Mergel. Parkinsonia sp. Bei
40 cm ein 13 cm langes, 1,5 cm breites, z.T. verkohltes
Pflanzenstück und ein weiteres 4 mm dickes, verkohltes
Holzstück,
23) - 27,00 m schmutziggrauer, plastischer, sehr oolitharmer Mergel-
ton
24) - 28,30 m karminrotbraune, fossilarme Mergelkalke, reich an Ne-
stern vieler l-l,5 mm großer Brauneisenooide.
Bei 30 cm graue, kristallin aussehende Mergelkalke
mit vielen 0,3-0,5 mm großen Ooiden. Diese waren z.T.
nesterartig angereichert, z.T. in 10 cm langen, 1 cm
dicken, gebogenen, röhrenartigen Bildungen.
123
D o g g e r - Delta. Subfurcaten- und Hum-
phriesianum-Schichten
251 - 28,80 m graubrauner Mergelkalk. reich an Nestern vieler Braun-
eisenoo#ide. Sehr- fossilreich: Strenoceras subfurcatum
ZIET., Ostrea marshi Sow., Pleuromya SP., Rhynchonella
spinosa SCHI..
26) - - 29,30 m violettgrauer Mergelkalk, reich an Nestern von Braun-
eisenooiden. Pholadomya ovalis ZIET., Gresslya gregaria
ZIET.
271 - - 31,80 m rostbraungraue bis karminrote Mergelkalke, reich an
Nestern vieler Brauneisenooide. Alectryonia marshi Sow.
28) - - 32,70 m karminrote bis rostigbraune Mergelkalke, nesterweise
sehr reich an 0,5-1 mm großen Brauneisenooiden, da-
neben aber auch ooidfreie Partikel. Stemmatoceras SP.,
Stephanoceras SP., Pecten SP., Cidaris sp. Die reichste
Ooidführung war in den Muschelsteinkernen zu be-
obachten
29) - - 32,85 m rostigbrauner bis karminroter, oolithischer Mergelkalk
mit einzelnen Geröllen (3 mal l-l,5 cm) ockerbraunen,
oolithischen Mergelkalkes. Die Gerölle haben eine
hauchdünne, wüstenlackartige Außenhaut.
30) - - 33,65 m braungraue, oolithische Mergelkalke.
Bei 20 cm braungraue Mergelkalke, reich an 0,75 mm
großen Ooiden, es finden sich aber auch vollkommen
ooidfreie Mergelkalkpartikel. Ostrea eduliformis SCHL.,
Pecten aff. lens Sow., Dorsetensia sp.
Bei 35 cm rötlichgrauer Mergelkalk. ooidreiche Nester
neben oo’idarmen Partien. Cidäris praenobilis Qu., Ste-
phanoceras aff. mutabile Qu.
Bei 65 cm einzelne bis 4 cm große Gerölle ooidischen
Mergelkalkes.
Bei 70 cm Dorsetensia romani OW., Pleuromya elon-
gata GOLDI:., Gresslya gregaria ZIET., Pholadomya mur-
chisonae Sow., Trigonia costata PARK.
Dogger-Gamma. Sauzei- und Sowerbyi-
Schichten
31) - 33,80 m graue, feinkörnige, kristallin aussehende Mergelkalke
mit dünnsten Tonschmitzen. Meist ooidfrei, aber auch
einzelne ooidische Partien. Lima sp.
321 - 34,30 m graue, kristallin aussehende Mergelkalke, in den han-
genden 10 cm noch wenige, gegen das Liegende zu
immer mehr 0,5 mm große Brauneisenooide. In den
hangenden 20 cm viele nicht näher bestimmbare Bi-
valven.
33) - 35,55 m braungraue Mergelkalke mit nahezu das ganze Gestein
einnehmenden 0,5-1 mm großen Brauneisenooiden.
Ostrea eduliformis SCHI.., Pecten SP., Cidaris SP., zahl-
reiche Wurmgrabgänge (bis 1 cm Durchmesser und bis
über 12 cm lang mit toniger, schwarz geriefelter Außen-
seite).
Bei 75 cm kleine, nahezu ooidfreie Partikel, die
scharf gegen das umgebende ooidreiche Gestein ab-
grenzen. Hinnites gingensis WAAGEN, Pecten sp.
124
34) 35,75 m konglomeratische Mergelkalke mit sehr reicher Geröll-
führung. Die meist 2-3 cm großen, flachen Gerölle
werden vereinzelt bis kinderhandgroß und bestehen zu
90°/o aus ooidischen Mergelkalken>der Rest zumeist aus
Kalksandstein und vereinzelt aus Phosphoriten. Viel-
fach haben die Gerölle glänzende Außenhaut. In dem
mergeligen Bindemittel vereinzelte feine Quarzkörner
und-nesterweise 0,3 mm große BrauneisenoÖide. Ostrea
eduliformis SCHL.. Belemnites ninaensis OPP.. Cidaris
praeiobilis Qu., Lima aff. sulcatä Gö[Link].
35) 36,40 m schwarzgraue Kalksandsteine mit schwacher, nester-
weise angereicherter Ooidführung und starker Beimen-
gung von Quarzkörnern. Parallel der Schichtung ein-
zelne schwarzgraue, dünne Tonhäute. In den liegenden
30 cm besonders auffallende Abnahme der Ooide und
Zunahme der Sandkörner.
36) 36,70 m graue, ooidfreie Kalksandsteine mit schwarzgrauen Ton-
schmitzen
37) 37,50 m schwarzgraue Kalksandsteine, durch viele, parallel der
Schichtung verlaufende, schwarze Tonhäute geflasert.
Stellenweise rostbraune, 0,2 mm große Ooide. Wurm-
grabgänge.
38) 37,90 m schwarzgraue Tone mit zahlreichen, gut gerundeten,
0,5 mm großen Quarzkörnern und vereinzelten Ooiden.
Vereinzelte Quarzkörner bis zu 4 mm, sehr stark ab-
gerollt. Einzelne, sehr gut gerundete Toneisenstein-
gerölle mit braunroter, glänzender Außenhaut. Bis über
taubeneigroße Phosphoritknollen von hellgrauer, am
Rande schwarzer Farbe, mit zahlreichen, 0,3 mm großen,
rostbraunen Ooiden, sind ooidreicher als das umgebende
Gestein und führen keine Quarzkörner, aber zahlreiche,
kleine Muscheln (Nucula SP., Astarte SP.), Dentalium,
Gastropoden (Melania SP.), Ceriopora sp.
Dogger-Beta. Eisensandstein.
39) - 38,30 m schwarzgraue Tone
40) - 38,36 m rostbraune, feinkörnige Sandsteine mit vielen unbe-
stimmbaren kleinen Bivalvensteinkernen. Die gut ge-
rundeten Quarzkörner sind im Durchschnitt 0,3 mm,
vereinzelt bis 1,5 mm groß
41) - 40,28 m dunkelgrauer, durch dünne weiße bis rostgelbe Sand-
lagen geflaserter Ton
42) - 44,28 m mürber, toniger Sandstein
43) - 44,44 m braune, feinkörnige Eisenquarzitlage
44) - 45,24 m Im Hangenden zinnoberrote, dann weißgraue, sandige
Tone (Äquivalent der Troschenreuther Rötellage?)
45) - 46,74 m hellbraune, feinstkörnige Tone mit vereinzelten dünnen
Lagen feinstkörnigen, weißgrauen Sandes. Mit Sand er-
füllte Pflanzen- (?) Reste; mit feinstem Sand erfüllte
Wurmgrabgänge
46) - 48,24 m brauner bis schiefergrauer, feinstkörniger Ton. Zunahme
der sandigen Zwischenlagen. Viele feinste Muscovit-
schüppchen sowohl im Ton wie in den Sandzwischen-
lagen. Vereinzelt kleine kohlige Pflanzenreste. Mit Sand
erfüllte Wurmgrabgänge.
125
47) - 49,74 m gelbgraue Tone mit stark sandigen, tonigen, dünnen
Zwischenlagen
48) - 50,24 m hellgraue, nahezu eisenfreie, feinkörnige Sandsteine
49) - 51,24 m braune Tone mit stark sandigen Zwischenlagen und
vereinzelten karminroten, feinkörnigen, quarzitischen Li-
monitlagen
00) - 51,32 m karminrote, blättrig zerfallende, kieselige Brauneisen-
abscheidung
51) - 54,22 m rostgraugelber Sandstein aus 0,5 mm, vereinzelt bis
1,5 mm groß werdenden, gut gerundeten Quarzkörnern
und sehr wenigen Muscovitblättchen. Darin 0,3-2 cm
dicke Zwischenlagen gröberen Sandsteins (im Durch-
schnitt 1 mm, vereinzelt bis zu 3 mm). Vereinzelte, un-
bestimmbare, 1-2 cm große Muschelsteinkerne,
52) - 55,72 m grauer, feinkörniger (0,3 mm), mürber, eisenarmer Sand-
stein. Vereinzelte, 0,3 mm große Brauneisenooide.
53) - 56,72 m gelblichgraue, tonige Sandsteinschiefer mit vielen 0,5 mm
großen Muscovitblättchen. Hauptmasse sind braungraue,
reine Tone mit kleinen, muscovitreichen, gelbgrauen fein-
körnigen Sandschmitzen.
54) - 57,82 m hellgrauer, feinkörniger, mürber, eisenarmer Sandstein
mit vereinzelten, 0,3 mm großen Brauneisenooiden und
vereinzelten, bis 1,5 mm großen Muscovitblättchen. Sehr
vereinzelte, schlecht erhaltene und unbestimmbare Mu-
schelsteinkerne
55) - 57,92 m rötlichgraue, sehr grobkörnige, mürbe, eisenschüssige
Sandsteinlagen mit abgerundeten Quarzkörnern, von
durchschnittlichen 1-2 mm, selten bis zu 5 mm. Nicht
selten messingbraunglänzende Brauneisenooide bis 1 mm,
vereinzelt auch größer.
56) - 58,82 m gelblichgraue. feinkörnige. mürbe Sandsteine mit verein-
zelten OT3 mm großen Brauneisenooiden und vereinzelten
bis 1 mm großen Muscovitschüppchen. Bis 5 cm lange,
l-2 cm dicke Wurmgrabgang-Äusfüllungen, die mehr
oder weniger schief zur Schichtung verliefen. Ausgefüllt
mit gelblichem, gegenüber dem umgebenden Gestein be-
sonders feinkörnigem Sand.
57) - 58,87 m karminrote Brauneisenlage mit massenhaft Quarzkörn-
chen und relativ vielen 0,5 mm großen Brauneisen-
ooiden
58) - 60,27 m braun- bis rostgrauer, feinkörniger, mürber Sandstein
mit vereinzelten kleinen Brauneisenooiden
59) - 61,77 m grau- bis rostbrauner, mürber, feinkörniger Sandstein
mit relativ vielen 0,2 mm großen Brauneisenooiden
60) - 61,85 m karminrote, quarzitische Limonitschwarte
61) - 6325 m Wechselfolge von karminrotgrauen, tonigen Sandstein-
schiefern, karminroten bis weißgrauen, dünnen Sand-
steinlagen und braunen Tonlagen, In letzteren kleine
Sandsteinschmitzen. Ganzes Gestein vollkommen ooidfrei
62) - 64,52 m karminrote, tonige Sandsteine mit vielen sandig-tonigen
Zwischenlagen. Sandstein stark ooidisch.
126
63) - 66,62 m karminrote, feinkörnige, stark rotbraun abfärbende.
mürbe Roteisenooid-Ablagerungen. Unmasse gut gerun-
dete, 0,3 mm große Quarzkörner darin. Typisches Rot-
eisenooid-Flöz.
64) - 67,02 m karminrote, tonige, ooidarme Sandsteine
65) - 67,92 m braungrauer, feinkörniger Sandstein mit einzelnen bis
3 cm dicken quarzitischen Limonitlagen
66) - 68,27 m karminrotes Roteisenooid-Flöz. Reich an kleinen Quarz-
körnern. Einzelne Brauneisenkörner bis zu 3 mm. Ein-
zelne, scharf abgrenzbare Putzen eisenarmen Sandsteins
und eisenreichen, schwach sandigen Tones. Einzelne un-
bestimmbare Muscheln.
6’7) - 73,07 m brauner, feinkörniger, fossilleerer Eisensandstein mit
vereinzelten 0,2 mm großen Brauneisenoo’iden. 1,40 m
über dem Liegenden eine 2 cm dicke Lage etwas grö-
berer (meist 0,5-0,75 mm) gerundeter Quarzkörner
68) - 76,57 m hellgraue, z. T. rötlichbraune, feinkörnige Sandsteine mit
vereinzelten Brauneisenooiden. Dem fossilarmen Gestein
sind einige unregelmäßige quarzitische Limonitlagen ein-
geschaltet.
69) - 79,57 m schwarzgrauer reiner Ton mit kleinen, dünnen Schmitzen
weißgrauen, feinkörnigen, muscovitreichen Sandes. In
den hangenden 20 cm reiner grauer Ton mit kleinen, von
Pflanzen herrührenden kohligen Substanzen.
70) - 79,63 m rostbraune, quarzitische Limonitlage
71) - 82,13 m gelbbraune, sandig-tonige Partien mit einer 7 cm dicken
feinkörnigen, quarzitischen Limonitlage.
SCHMIDTILL (1953, S. 105) bezweifelt die richtige Reihen-
folge der Schichten 13 mit 20 dieses Profils (siehe S. 30).
127
22. Profil: Weganschnitt am Südausgang von Edelsfeld (nach SPERBER
1932, s. 71172)
Han- Braungelber, oolithischer Mergelkalk mit Par- Zone der Par-
gendes kinsonia arietis WETZEL kinsonia par-
kinsoni Dogger-
Epsilon
0,55 m Graublaue, grünlich, gelb und rostrot ge- Zone des Cos-
streifte, schwach eisenoolithische, glimmerige, moceras bifur-
feinsandige Tonmergel mit Lagen blaugrauer, catum Dogger-
oolithischer, mergeliger Kalksteine. Garantia Delta
baculata Qu., Rhynchonella acuticosta ZIET.
SP., Rh. spinosa SCHLOTH. SP., Normanites lin-
guiferum ~‘ORB., Cosmoceras bifurcatum Qu.
Gelbbrauner, eisenoolithischer, mergeliger
Kalkstein mit dünnen, rotbraunen, glimmer-
führenden, feinsandigen Tonzwischenlagen.
Stephanoceras humphriesi Sow., Gresslya gre-
garia ZIET. SP., Pholadomya ovalis ZIET. non
Sow., Terebratula omalogastyr (HELL.) ZIET.
0,25 m Gelbbrauner, blaugefleckter, zum Teil eisen-
oolithischer, mergeliger Kalkstein. Serpula
tetragona Sow., S. cf. convoluta GOLD]:.
Zone des Ste-
0,32 m Gelbbrauner, innen bläulichgrauer, eisenooli- phanoceras
thischer, mergeliger Kalkstein. Sphaeroceras humphriesia-
SP., Avicula münsteri BK. (GOLDF.) num
0,26 m Gelbgraue, rotbraun verwitternde, feinsandi-
ge, glimmerhaltige Tonmergel. Stephanoceras
humphriesi Sow., Alectryonia marshi SCHLOTH.
Pholadomya murchisoni Sow. sp.
0,15 m Gelbbrauner, mergeliger, feinsandiger Kalk-
stein, leicht verwitternd. Gresslya striato-
punctata MÜNST. SP., Waldheimia cf. waltoni
DAV., Belemnites giganteus SCHLOTH.
Lie- Blaugraue, feinsandige, harte Kalkmergel. Zone d. Sonni-
gendes Thecosmilia zolleriana Qu. sp. nia sowerbyi
128
2,50 m schwarzgraue, in den Hangenden 0,5 m Callovien und
noch schwach glaukonitische, fette Fuscal
Mergeltone mit einzelnen Phosphorit- Württem-
knollen in Verschiedenster Höhe. Fossil- bergica-Zone f
arm
2
0,08 m braungraue Mergelkalke mit nester- ;D’
weise angereicherten, 0,75-1 mm gro- s
Ren Brauneisenooiden. Fossilarm. I
0,lO m braungraue, oolithische Kalkmergel. Parkinsonien- w
Ostrea marshi Sow. Schichten Y+
0,06 m braungraue, oolithische Mergelkalke g
0,06 m braungraue, fossilanhe, oolithische 2.
Kalkmergel 8
0,05 m oolithische, braungraue Mergelkalke Subfurcatum-
mit Strenoceras subfurcatum ZIET. Zone
braungraue, ab und zu auch grünlich-
graue, oolithische Mergelkalke und
Kalkmergel. In sich nicht zu gliedern. Humphriesia-
1,50 m Pholadomya murchisonae Sow., Gress- num-
lga gregaria ZIET., Alectryonia marshi Schichten
sow., Stephanoceras humphriesianum
Sow., Belemnites giganteus SCHLOTH. F
U.
Fl
b-.
0,15 m gelbbraune, feinsandige, schwach ooli-
thische Mergelkalke E
0,20 m braungelbe, sandige, schwach oolithi- Sauzei (?)- und
sehe, fette Mergeltone Sowerbyi-Zone
0,05 m gelbbraune, schwach sandige Mergel-
kalke mit zahlreichen 0,3 mm großen
Brauneisenooiden
0,05 m gelbbraune, sandige Mergeltone
0,05 m braune Kalksandsteinbank
0,15 m braune, sandige Tone i?
0,08 m braungelbe Kalksandsteine ? w
0,08 m gelbbrauner, sandiger Ton 364.
0,15 m ockergelb bis gelbbrauner, feinkörniger ? g
schwach kalkhaltiger Sandstein, feinkör- Doggersand-
nige, rostbraune Sandsteine steinstufe
9 129
- 6,38 m braune, gelbbraune, gelblichgraue und blaugraue, fette,
plastische Mergel
- 6,50 m typische Macrocephalen-Kalkbank
Dogger-Epsilon 1, Aspidoides- mit Par-
kinsonien-Schichten. 3,70 m.
- 8,85 m dunkelbraune, schwarze und schwarzblaue, pyritführende
Tonmergel mit Parkinsonia cf. ferruginea OW.
-IO,20 m gelbbraune und graubraune, zum Teil sandige Mergel;
von 9,00-9,20 praktisch ooidfrei, von 9,20-9,49 ooidarm,
von 9,40-10,lO ziemlich ooidreich, von lO,lO-10,20 ooid-
reich
Dogger-Delta, Subfurcaten- und Hum-
phricsianus-Schichten. 5,00 m.
-15,20 m typische braune und braungraue Mergel mit festen Mer-
gelkalk-Bänken und -Knattern, sowie mit reicher Braun-
eisenooidführung. - Untere Hälfte reich an Stemmato-
ceras div. sp. und Stephanoceras div. sp.
Dogger-Gamma ? Sauzei- und Sowerbyi-
Schichten.
-15,60 m feste Kalksandstein-Bank aufgeschlossen.
130
- 7,49 m dunkelgraubrauner, oolithischer Mergel mit Muschel-
resten
- 7,75 m gelbbraungrauer, oolithischer Mergel mit Muschelstein-
kernen
- 8,00 m fester, dunkelgraubrauner Mergelkalk mit dicken Mu-
schelschalen und Muschelsteinkernen.
- 8,23 m gleichgefärbter, oolithischer Mergel mit ziemlich vielen
Muschelsteinkernen und Terebratula omaZogastyr ZIET.
- 9,48 m feste, dunkelgraubraune bis blaugraue, oolithische Mer-
gelkalk-Bänke mit geringmächtigen Mergelzwischenlagen.
- Muschelsteinkerne und Terebrateln verschiedener Ar-
ten ziemlich häufig.
- 9,68 m sehr feste, braungraue, kleinoolithische, mergelige Kalk-
bank
132
- 4,4 m hellgelber, gleichmäßig feinkörniger Quarzsand mit etwas
Glimmer und einzelnen grörjeren Quarzkörnern (bis 2 mm 0)
- 4,6 m ebenso, rötlichgelb
- 5,0 m ebenso, rosa und gelb
- 5,2 m ebenso, rosa
- 5,8 m schwach rötlichgelber, gleichmäßig mittelkörniger Quarzsand
- 6,2 m hellbrauner, stark toniger Feinsand (Letten)
- 6,3 m mittelbrauner, feinsandiger Ton (Letten) mit grünlichen
Streifen
- 6,5 m rötlichbrauner, stark toniger Feinsand (Letten) mit gröberen
Einzelquarzkörnern und grünlichgrauen Flecken
- 6,6 m hellgrau und hellbraun gefleckter Ton, feinsandig, glimmer-
führend (Grundwasserspiegel)
- 6,8 m hellockerbrauner Ton, z. T. schwach feinsandig
- 6,9 m hellockerbrauner, stark toniger, feinsandiger bis mittelkör-
niger Sand (Letten)
- 7,l m schmutzig-graugelber, stark toniger, fein- bis mittelkörniger
Sand (Letten)
- 7,2 m hellocker- bis rostbrauner, feinsandiger Ton mit hellgrauen
Tonschmitzen
- 7,4 m gelbbrauner bis graugelber, stark toniger Fein- bis Mittelsand
(Letten) mit häufigen gröberen Quarzkörnern (bis 2 mm 0)
- 8,9 m gelbbrauner, stark toniger, mittelkörniger bis mittelgrobkör-
niger Sand
- 9,2 m gelbbrauner, gleichmäßig mittelkörniger Quarzsand, etwas
tonig
-10,l m schmutzig-hellgrauer, mittelkörniger bis mittelgrobkörniger
Quarzsand, oben wenig, ab 9,9 m etwas Feldspat führend
-10,8 m wie ab 9,9 m
-11,O m schmutzig-graugelber, stark toniger, fein- bis mittelgrobkör-
niger Sand mit groben Einzelquarzen (bis 4 mm)
-11,3 m hellgrünlich-graugelber, toniger, mittel- bis grobkörniger
Sand
-12,l m ebenso, mit apfelgroßen Quarzitgeröllen
-15,6 m ebenso
-15,9 m schmutzig-hellgrauer, mittel- bis grobsandiger Ton mit gro-
ben Kalkbröckchen (bis 1 cm @)
-16,4 m hellockerbrauner Ton, z. T. mittelsandig, unten grobsandig
mit kleinen Kalkbröckchen
-16,6 m hellockerbrauner Ton mit Kalkbröckchcn, [Link] 3-5 cm dun-
kelbraunes Ockererz, dann Dolomitasche
-16,7 m angewitterter Dolomit (bzw. dolomit. Kalk) mit Dolomitasche
und schmutzig-gelber Letten
-16,8 m ebenso
-17,3 m schmutzig-hellbrauner Letten, sandig, mit gröberen Körnern
und Kalkbröckchen
Endteufe
30. Profil:Rohrgraben nördlich Röckenricht und Sandgrube Einzelhof.
Coniac (?)
ca. 3.50 m Sandgrube Einzelhof (Sohle in Gleishöhe der Bahn-
linie): sehr feinkörnige bis mittelkörnige, gelbbraune, leicht
tongebundene, sowie helle Quarzsande in leichter Schräg-
schichtung, mit hell- bis ockergelben Tonschmitzen. Nach
abwärts zunehmende Verfestigung (vielleicht schon Coniac).
133
Ehenfelder Schichten
0,5-2 m
Südlich der Sandgrube in gleicher Höhe Beginn des Rohr -
grabens: Sehr feinkörnige bis mittelkörnige, gelbe bis
ockerbraune Quarzsande mit bis 20 cm starken Limonitsand-
Stein-Platten (fein- bis grobkörnige Quarz-Feldspat-Limonit-
sandsteine). Die Sande liegen in einem Erosionsrelief und
daher in verschiedener Mächtigkeit den tieferen Schichten
auf.
ca. 1 m Weißgrauer (in feuchtem Zustand grauer), sehr feinsandiger
Ton, abwärts ockerfleckig und in Ockerton übergehend.
ca. 0,5 m Fein- bis mittelkörniger, hellgelber bis schwachgelbgrüner
Quarz-Feldspat-Glaukonit-Sandstein
weißer, viol&trot geflammter, feinsandiger Kaolinton
sehr feinkörniger bis grobkörniger, gelber bis ockergelber
Quarz- (Feldsaat-Kaolin)Sand. darin Linsen von weißem.
sandige& Kaoiinton
fein- bis mittelfeinkörniger, gelber und weißer Quarzsand,
stellenweise zu Sandstein verfestigt
fein- bis mittelfeinkörniger, heller bis gelber Quarz-(Feld-
spat)Sand mit Tonsand-Linsen
20-25 m mittelfein- bis mittelkörniger, hell- bis ockergelber, leicht
tonig gebundener Quarz-(Feldspat)Sand
sehr fein- bis mittelfeinkörniger, weißer, kaolintonig gebun-
dener Quarzsand
mittelfein- bis mittelkörniger, gelber bis ockergelber, leicht
tonig gebundener Quarz-(Feldspat)Sand
mittelfein- bis mittelgrobkörniger, hell- bis ockergelber,
schwach kaolintonig gebundener Quarzsand
sehr fein- bis mittelfeinsandiger, weißgrauer, lilarot ge-
flammter Ton
sehr fein- bis sehr grobkörniger, leicht tonig gebundener
Quarz-(Kaolin)Sand mit Quarzgeröllen bis 2 cm und klei-
nen hellgrauen Tongeröllchen
mittelfeinkörniger, gelber Quarz-(Feldspat)Sandstein bzw.
Sand
ca. 1 m grünlichgelber bis brauner, sandiger, glaukonitischer Letten
voll Malmhornsteinen bis 8 cm (mit schwarzer Rinde), Mi-
krofossilien von untercenomanem Habitus (Erzformation).
Frankendolomit:
Anstehender, hornsteinführender Dolomit (Hornsteine meh-
lig weiß angewittert).
134
ganz kleinen < 2 cm). Manche der mittelgroßen
Brocken sind ihrerseits konglomeratisch aus
kleineren zusammengesetzt und verkittet. Ge-
genüber dem Limonitsandstein treten andere
Komponenten fast ganz zurück. Es sind: Kleine,
gut gerundete Quarzgerölle (fast alle < 3 mm @),
ei- oder kugelrunde Hornsteine aus dem Malm
(bis 10 cm 6) und einzelne wenige ,,Kallmünzer”-
Quarzitsandsteine (bis 25 cm @r
Dazwischen eingeschaltet ist eine kleine Sand-
linse. 5-10 cm über der Basis, die völlig scharf
ist und nur flache Ausbuchtungen nach unten
zeigt, zieht sich ein 10-25 cm starker Mangan-
Mulmstreifen durch die ,,Block“-Packung. Seine
rs Erstreckung deckt sich mit der einer unterla-
f gernden violetten Lettenlinse.
J- 1) 3-4 m Braungelber bis gelbgrauer, ungleichmäßig mit-
kbo tel- bis grobkörniger Arkosesandstein mit reich-
lichem Anteil an grobem, weißlich-gelbem, un-
zersetztem Feldspat. Der Arkosesandstein wird
an seiner Obergrenze stellenweise von einer vio-
letten Lettenlinse durchzogen und von verein-
zelten Frostkeilen aufgespalten.
Liegendes: Nicht aufgeschlossen. Grubensohle offenbar wieder
violette Lettenlinse.
135
34. Profil: Sandgrube am Vils-Knie bei Saubrühl, 500 m südlich Süß, dt,.
Hangendes: Grasnarbe.
2) O,lO-0,15 m Grauer, humoser Sandboden mit reichlichen Hornstein-
splittern, Limonitsandstein- und Quarzgeröllen. Quarze
erbsen- bis nußgroß, Hornsteine und Limonite etwas
größer.
1) Im Terrassenschotter bis 8 cm Größe von gleicher Zu-
sammensetzung wie oben, aber viel dichter gepackt in
hellbraunem, lockerem Sand.
Liegendes: Nicht aufgeschlossen
35. Profil: Grube am Wegrand, 600 m westlich der Kapelle von Süß, dt,.
Hangendes: 20 cm grauer, humoser, gerölldurchsetzter Ackerboden,
3) 0,20 m Hellgraubrauner, ungleichkörniger Sand mit wenig Ge-
röll.
2) 0,60 m Rostbrauner, ungleichkörniger Sand mit viel grobem
Geröll: Limonitsandsteinbrocken bis 20 cm Größe, klei-
nere Hornsteinsplitter und Quarze.
1) 0,50 m bräunlichroter, ungleichmäßig mittel- bis grobkörniger,
etwas lettendurchsetzter Arkosesandstein, mürb.
Liegendes: Nicht aufgeschlossen,
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- Vom Bergwerk XI1 Bücher darin alle Empter / Instrument / Ge-
Zeuge i unnd alles zu disem handel gehörig / mit schönen figuren
Vorbilder / und klärich beschriben seindt / . . . - Getruckt zu Ba-
sel durch Jeronimus Froben und Nielausen Bischoff im 1557. iar
mit Keiserlicher Freyheit.
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regnum pertinentium in territorio norimbergcnsi eiusque vicinia
observatarum succincta descriptio. - Nürnberg 1708.“‘)
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