ST023C
ST023C
Leistungsumfang
Mit diesem Programm können unverankerte oder einfach verankerte Spundwände mit freier Auflagerung im Boden, teilweiser
oder voller Einspannung berechnet werden. Grundlage der Programme sind die Empfehlungen der Arbeitskreise ‘Baugruben’
(EAB),(5) und ‘Ufereinfassungen’ (EAU), (4).
Es können max. 5 Bodenschichten angegeben werden. Mit der Vorgabe der letzten Schichtdicke wird festgelegt, bis zu welcher
Tiefe unter GOK die Erddruckberechnung durchgeführt wird. Dabei ist zu beachten, daß der Boden bis zur geschätzten
unverankerten Einbindetiefe der Wand beschrieben ist (ca. das 1.0-1.2-fache der Abfangungshöhe). Eine evtl. vorhandene
Geländeneigung darf höchstens so groß wie der kleinste Reibungswinkel der Schichtung sein.
Als Raumgewichte werden Gamma feucht/wassergesättigt und Gamma’ unter Auftrieb angegeben. Ein hydrostatischer
Differenzwasserdruck kann durch die Angabe von gelände- und baugrubenseitigem Wasserstand erfaßt werden. Bei hohen
Wasserdrücken sollte die Berücksichtigung des Strömungsdrucks durch die Modifizierung des effektiven Raumgewichts der
betreffenden Schicht erfolgen.
Bei der Angabe der Wandreibungswinkel ist zu beachten, daß Delta a i.a. positiv, Delta p i.a. negativ ist.
- am Wandkopf wirkend: horizontale und vertikale Linienlast und Moment (zur Baugrubenseite drehend positiv)
- durchgehende Flächenlast auf GOK
- Flächenlast auf Berme
- Ersatzlast, die, wenn Berme vorhanden, auf Berme steht, sonst auf GOK
- Fundamentlast mit beliebiger Einbindetiefe t (von GOK aus)
Dabei ist ap bzw. ap’ = Abstand der Last von der Wand
bp bzw. bp’ = Belastungsbreite
Begrenzte Belastungen werden nach (1), der Einfluß der Berme nach (2) erfaßt.
Einschränkung bei der Eingabe: GW-Stand auf der Baugrubenseite darf nicht höher als auf der Geländeseite sein!
Für den Erdwiderstand ist ein Sicherheitsbeiwert Eta p anzugeben (Kph’=Kph/Eta p). Der Rechenwert der Kohäsion C kann
für die Bestimmung des Erdwiderstands durch die Angabe von Eta c reduziert werden.
Bei der Ermittlung der Belastungsfigur hat der Benutzer die Wahl zwischen der klassischen, hydrostatischen Erddruckverteilung
und der Trapezverteilung nach Lehmann (gilt jedoch nur für Erddruck aus Bodeneigengewicht!).
Das Programm berechnet die Belastungsfigur aus Erddruck in Belastungsstreifen, innerhalb derer der Belastungsverlauf linear
ist. Die Streifen werden intern in weitere Abschnitte unterteilt (max. 60). An diesen Stellen werden die Schnittgrößen ermittelt
(auch eine teilweise Einspannung).
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Programmvertriebsgesellschaft mbH Lange Wender 1 34246 Vellmar
BTS STATIK-Beschreibung - Bauteil: 23C - Spundwand - Lasten Seite 2
Schnittgrößenberechnung (23F)
Die Schnittkräfte der unverankerten Wand werden durch Mehrfachintegration der Belastungsmatrix q(x) mit den Gleichungen
für den elastischen Biegebalken ermittelt. Ausgegeben werden die Schnittstelle x unter Wandkopf, die Querkraft Q(x), das
Biegemoment M(x) und die E*I-fache Durchbiegung E*I*s(x). Diese Werte können bei Wahl einer Verankerung auf Wunsch
gesondert ausgegeben werden. Bei Wahl einer Verankerung sollte zur Beschränkung des oberen Stützmoments die Ankerlage
im oberen Drittel der freien Wandhöhe liegen. Die Ausgabe der Ergebnisse der verankerten Wand erfolgt in der vom Programm
vorgenommenen Unterteilung mit dem jeweiligen Einspanngrad (0 bis 100%). Es werden
jeweils Bohlenlänge, Einspanngrad, Ankerkraft, Lage und Größe von [Link] und [Link] ausgegeben. Für die Bemessung
muß eine der ausgegebenen Bohlenlängen gewählt werden. Die zugehörigen Schnittgrößen werden im Bemessungsteil wieder
ausgegeben.
Bemessung/Ankernachweise (23I)
Die in 23F ermittelten Schnittgrößen dienen zur Bemessung und können bei Bedarf korrigiert werden. Für die Profiltypen
LARSSEN, HOESCH und KRUPP sind Querschnittswerte gängiger Profile abgespeichert und abrufbar.
Bei verankerten Spundwänden können die wichtigsten Ankernachweise durchgeführt werden. Wird ein Verpreßanker gewählt,
berechnet das Programm die wirksame Ankerlänge, die vom Benutzer modifiziert werden kann, falls nicht über die gesamte
berechnete Länge verpreßt wird. Bei der Angabe der Grenzmantelreibung muß eine evtl. geforderte Sicherheit enthalten sein!
Wählt der Benutzer eine Ankerplatte, überprüft das Programm die Ankerlänge auf die Überschneidung des aktiven Erdkeils
hinter der Wand mit dem passiven des Erdkörpers vor der Ankerplatte. Die Berechnung des Erdwiderstands vor der Ankerplatte
erfolgt für den ebenen Fall, so daß der kritische Ankerabstand nach (3) nicht überschritten werden sollte. Der Erdwiderstand
vor der Platte wird mit Delta p = 0 gerechnet (sichere Seite).
Die Sicherheit gegen Aufbruch des Verankerungsbodens wird mit Eta >= 1.50 nachgewiesen.
Die Standsicherheit in der tiefen Gleitfuge (Ermittlung der möglichen Ankerkraft) wird nach Kranz durchgeführt. Die
Abmessungen des Gleitkeils werden berechnet und können gegebenenfalls korrigiert werden. Die mögliche Ankerkraft Za’
ergibt sich aus dem Grenzgleichgewicht aller am Bruchkörper angreifenden Kräfte. Dabei werden Auflasten nur dann
berücksichtigt, wenn sie zu einer Verkleinerung von Za’ führen. Der Erddruck an der Wandseite wird ohne Wasserüberdruck
berechnet, der Erddruck hinter der Ersatzwand kann mit einem gesondert angegebenen Wasserstand bestimmt werden, falls
außerhalb des Gleitkeils ein höherer Wasserstand vorhanden ist.
Eta v = (Eav+Cv+Av+Pv+G)/Uv,
wobei im Zähler die ‘Aktionskräfte’ stehen, der Vertikalanteil des Erddrucks, der Ankerkraft, der Belastung am Wandkopf,
der Ersatzkraft C sowie Eigengewicht der Wand, im Nenner als ‘Reaktionskraft’ die Vertikalkomponente des Erdwiderstands.
Mindestsicherheiten sind Eta=1.0 bei eingespannter, Eta=1.50 bei frei aufgelagerter Wand. Der Vertikalanteil der Ersatzkraft
C wird anfangs mit Delta pc = +1/3 Phi berechnet. Ist damit der Nachweis nicht gewährleistet, so kann Delta p bis -Phi variiert
werden.
Ist die vorhandene Sicherheit geringer als die erforderliche, so bedeutet das, daß die Resultierende nach oben gerichtet ist und
die gesamte Berechnung mit geringerem Delta p für Ep durchgeführt werden muß (Alternative: größere Ankerneigung). Bei
sehr großen Sicherheiten, [Link]. im Programm bei Eta v > 4, muß der Nachweis des äußeren Gleichgewichts geführt werden:
Die im Programm vorgegebenen, aus (6) entnommenen Werte für Qr und Qs können vom Benutzer verändert werden. Ist die
erforderliche Sicherheit nicht gegeben, so wird Qr durch Epv ersetzt (falls Epv > Qr) und der Nachweis wiederholt.
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Programmvertriebsgesellschaft mbH Lange Wender 1 34246 Vellmar
BTS STATIK-Beschreibung - Bauteil: 23C - Spundwand - Lasten Seite 3
Der Nachweis des Ankergurts wird nach EAU, E30 (4) durchgeführt. Dabei wird als horizontale Belastung die vorhandene
Ankerkraft angesetzt (veränderbar), als vertikale Belastung das Eigengewicht der Gurtung mit einem Zuschlag von 10% für
Bolzen, Unterlagsplatten etc., anteilig Bodengewicht, Erddruck und Nutzlast über dem Gurt sowie die Vertikalkomponente der
Ankerkraft.
Der Benutzer kann eigene Profile für den Gurt eingeben (wobei er jedoch auch das Moment aus vertikaler Belastung angeben
muß) oder vom Programm zwei U-Profile mit liegendem Steg wählen lassen. Der Spannungsnachweis wird nach DIN 1050
geführt.
Literaturhinweise:
Vorzeichenregelung:
Eah und Belastungsnullpunkt aus der klassischen Erddruck- Die Erddruckverteilung nach Lehmann wird nur für Erddruck
figur aus Eigengewicht und durchgehende Flächenlast angesetzt.
Alle anderen Belastungsarten, wie z.B. Differenzwasserdruck
oder Linienlasten werden auf diese Figur in Ihrer "klassi-
schen" Verteilung aufgesattelt.
q x b2
max Mv = q = vertikale Belastung des Gurtes
10
a = Stützweite für Horizontalbelastung der Gurtung
[Link] x a2
max Mh = Ah in [kN/m]
10
Ermittlung von q:
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BTS STATIK-Beschreibung - Bauteil: 23C - Spundwand - Lasten Seite 6
a = Ankerabstand b = Gurtabstand
Statisches System:
Da die Bohlenschlösser keine Längskräfte übertragen, erhalten alle Gurtstützen gleiche Auflagerkräfte.
Statisches System:
S Y S T E M
Durchgängige und praxisgerechte Softwarelösungen für den Bauingenieur: BETRIEBSSYSTEM STATIK l PBS-CAD l BETRIEBSSYSTEM ZEICHNEN
B O D E N K E N N W E R T E
FLÄCHENLASTEN:
E R D D R U C K B E I W E R T E
Schicht-Nr. 1 2 3 4 5
aktiv Kah 0.279 0.473 0.346 0.225 0.311
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B E L A S T U N G D E R W A N D
B E M E S S U N G
Erforderliche Bohlenlänge :
erf.l = h+u+f*t1 = 8.60 + 1.60 + 1.20 * 3.35 = 14.22 m
Erddrücke:
vordere Wand Eah = 347.15 kN/m Eav = 107.22 kN/m
Ersatzwand E2h = 159.23 kN/m E2v = 52.28 kN/m