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BAB65

Die 65. Folge der 'Briefe aus Brenndorf' aus Pfingsten 2008 enthält Berichte über das Gemeindeleben, kulturelle Ereignisse und die Kandidaturen bei den Kommunalwahlen in Rumänien. Ein Highlight ist Peter Maffays Spurensuche in seiner Heimat Brenndorf, die in einem ARD-Film dokumentiert wurde. Zudem reflektiert Pfarrer Helmut Kramer über das Miteinander der Generationen und die Bedeutung von Traditionen.

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BAB65

Die 65. Folge der 'Briefe aus Brenndorf' aus Pfingsten 2008 enthält Berichte über das Gemeindeleben, kulturelle Ereignisse und die Kandidaturen bei den Kommunalwahlen in Rumänien. Ein Highlight ist Peter Maffays Spurensuche in seiner Heimat Brenndorf, die in einem ARD-Film dokumentiert wurde. Zudem reflektiert Pfarrer Helmut Kramer über das Miteinander der Generationen und die Bedeutung von Traditionen.

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33. Jahrgang . 65. Folge . Pfingsten 2008 .

ISSN 1864-7111

BRIEFE AUS
BRENNDORF
Herausgegeben von der Dorfgemeinschaft der Brenndörfer

Peter Maffay auf Spurensuche in Brenndorf

Viehbrandzeichen, Siegel und das neue Wappen der HOG Brenndorf

Pfarrer Helmut Kramer: Gedanken zum Miteinander der Generationen

Pfarrer Dr. Peter Klein: Das Gemeindeleben 2007 in Brenndorf

[Link]
Dorfgemeinschaft der Brenndörfer
Briefe aus Brenndorf
33. Jahrgang – 65. Folge – Pfingsten 2008
Inhaltsverzeichnis: Seite
1. Begegnungen mit der Zeit
Pfr. Helmut Kramer Zum Muttertag .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 1
Sachsen kandidieren bei Kommunalwahlen .. .. .. .. 2
Friedrich Kaulisch Wenn du noch eine Mutter hast .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 3
Pfr. Fritz Schuller Zum Muttertag (Gedicht) .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 2
2. Brenndörfer und siebenbürgisches Zeitgeschehen
Siegbert Bruss Peter Maffay auf Spurensuche in Brenndorf .. .. .. .. 4
Hugo Thiess Viehbrandzeichen, Siegel und Wappen .. .. .. .. .. .. .. 8
Pfr. Dr. Peter Klein Das Gemeindeleben 2007 in Brenndorf .. .. .. .. .. .. 13
Manfred Copony Nachrichten aus Brenndorf .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 14
Siegbert Bruss Mitteilungen des Vorstandes .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 16
Sibille Dworschak Brenndörfer Fasching wird immer beliebter . .. .. .. 18
L. und H. Darabas Einladung zum Treffen 2008 in Garching .. .. .. .. .. 19
Harald Kraft Brenndörfer feierten Goldene Konfirmation .. .. .. 20
N. Thiess / G. Mechel Einladung zur Brenndörfer Skisause 2009 . .. .. .. .. 21
O. Gliebe / H. Thiess Aus dem Leben der Gemeinschaft .. .. .. .. .. .. .. .. .. 22
Wir gratulieren zum Geburtstag .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 25
Edgar Bauer-Kloos Lebensweisheiten aus dem Volksmund .. .. .. .. .. .. 26
3. Siebenbürgische Kultur und Geschichte
O. F. G. Eine fast tödliche Begegnung .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 27
Otto Gliebe Zum Gedenken an den Chronisten Rudi That .. .. 32
H. Hermannstädter Brenndorfs letzter sächsischer Ortsrichter . .. .. .. .. 34
Katharina Reiss Nachruf auf unsere Geschwister .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 36
4. Beiträge und Spenden an die Dorfgemeinschaft
eingegangen von November 2007 bis März 2008 .. 37
Neue Adressen der Brenndörfer .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 40
Fotonachweis: Das Titelbild zeigt den bedeutenden Musiker Peter Maffay, der
mütterlicherseits aus Brenndorf und Tartlau stammt. Ende Februar war er auf
Spurensuche in Siebenbürgen. Die Aufnahme entstand beim Jahresempfang
des Verbandes der Siebenbürger Sachsen am 31. Januar 2008 im Bayerischen
Landtag in München. Foto: Petra Reiner
Layout und Gestaltung: Siegbert Bruss
Zum Muttertag
Gedanken zum neuen Miteinander zwischen den Generationen
„Der HERR, unser Gott, sei mit uns, wie und fortzuführen, hat uns durch die Jahr-
er mit unsern Vätern gewesen ist. Er ver- hunderte hindurch geprägt. Nun haben
lasse uns nicht und ziehe die Hand nicht wir in den letzten Jahren und Jahrzehnten
ab von uns. Er neige unser Herz zu ihm, noch eine andere Erfahrung gemacht: mit
dass wir wandeln in allen seinen Wegen der alten Heimatkirche verbindet uns nur
und halten seine Gebote, Satzungen und noch wenig und die Kirche hier ist uns
Rechte, die er unsern (Müttern und) Vä- nie so richtig Heimat geworden; kann
tern geboten hat.“ 1. Könige 8, 57-58 wohl auch kein entsprechender Ersatz für
Aufgegebenes oder Verlorenes mehr sein.
Das Vermächtnis an die nachfolgende Was früher noch als Recht und Ordnung
Generation ist den Menschen im Alten galt, ist zerbröckelt, zerfallen, auseinan-
Testament sehr wichtig gewesen. Immer dergelaufen. Die alten Zeiten werden nur
wieder hören wir solche und ähnliche noch in unseren Erinnerungen wach, im
Worte, die vor allem eines wollen: der Alltag sind sie schon lange verblasst. Die
heranwachsenden Generation den Glau- ältere Generation hat zwar hin und wie-
ben an Gott, den Schöpfer und Retter in der noch eine Ahnung von der Stärke je-
Erinnerung rufen. Diese Worte aus dem ner alten Verheißungen, die zu tun hatten
ersten Königbuch werden dem König Sa- mit einem Hauch von Zuhause und die
lomo zugeschrieben, jenem Manne, von Orientierung gaben: „Der HERR, unser
dem es heißt, er sei besonders weise in Gott, sei mit uns, wie er mit unsern Vätern
seinen Entscheidungen und Handlungen gewesen ist. Er verlasse uns nicht und
gewesen, weil er den Herrn fürchtete und ziehe die Hand nicht ab von uns“. Aber
ihm vertraute. Sozusagen auf dem Höhe- wie steht es um die jüngere Generation?
punkt seiner Macht versucht er, weniger Sie wächst hinein in ein gesellschaftliches
gute Zeiten erahnend, sein Volk noch Umfeld, das zwar bunt zusammengesetzt
einmal auf die alten Verheißungen und ist; dem sich durch moderne Technik und
Versprechungen Gottes zu verpflichten. Kommunikation zum Teil noch gar nicht
„Der Gott unserer Väter Abraham, Isaak, erschlossene Möglichkeiten auftun; und
Jakob gehe mit uns; er sei mit uns, wie er doch ist dieses Umfeld zugleich eine we-
mit unsern Vätern gewesen ist. Er verlasse nig definierbare Mischung aus Spaßge-
uns nicht und ziehe die Hand nicht ab sellschaft und Untergangskultur, in der
von uns.“ Werte immer weniger zählen; in welcher
„Der Gott unserer Väter und Mütter“... der Einzelne es immer schwerer hat, zu sich
Irgendwie ist uns der Ausdruck von alters selbst und zu den anderen zu finden.
her auch bekannt. Auf diesem Hintergrund kann leicht
In der siebenbürgischen Kirche hatten die Befürchtung aufkommen, dass sich
wir uns einst sehr stark mit den alttesta- in den letzten Jahren und Jahrzehnten
mentlichen Verheißungen und Satzungs- zwischen den Älteren und den Jüngeren
verpflichtungen verbunden gefühlt. Die so etwas wie eine Kluft zwischen den
Sehnsucht, Gediegenes und Bewährtes Generationen aufgetan hat: die ehemalige
zu erhalten und das Bestreben, bewährte Mühe der Älteren, die Jungen auf das
Traditionen zum Teil unter Inkaufnahme Leben vorzubereiten, ist weitestgehend
von erheblichen Opfern zu beschützen einer Scheu vor dem Neuen gewichen

Briefe aus Brenndorf 65/2008 1


und einem eher verkrampften Umgang alles besser und stehen häufig in der Ver-
mit der jungen Generation, aus Furcht, suchung, die älteren wegen ihrer veral-
in den Entwicklungen der Neuzeit nicht terten Anschauungen zu verachten. Was
mehr mithalten zu können. ist aber mit dem Schatz an Werten, den
Ich glaube darum, dass das Gedenken die Alten noch kennen? Gerade darum:
am Muttertag eine doppelte Funktion Fragen wir einmal mehr nach einem neu-
und Aufgabe hat: Es will die Älteren an en Miteinander zwischen den Generati-
ihre Pflichten erinnern, jenes Vermächt- onen. Wie das gemeint ist?
nis, das getragen und geprägt hat, weiter- Zu Mark Twain kam einmal ein jun-
zugeben: Wie soll die jüngere Generation ger Mann und klagte ihm sein Leid: „Ich
Werte mitbekommen und in ihrem Alltag komme mit meinem Alten nicht mehr zu-
umsetzen können, wenn nicht von der äl- recht. Ständig hat er etwas auszusetzen,
teren? Machen wir uns nichts vor: Es geht ständig meckert er herum; ich glaube, ich
um Werte, die Gesellschaftsformen und werde ausziehen.“
-strukturen überdauern. Über den Ost- „Junger Mann“, entgegnete Mark
block hieß es, der Kommunismus habe Twain: „trösten Sie sich – die Alten wer-
ganze Generationenketten ausgehöhlt den mit den Jahren immer besser. Ich
und die Weitergabe von guter Tradition habe es selbst erlebt: als ich sechzehn war,
und gutem Recht vereitelt. Das Ergebnis hatte ich nur Zoff, mit 18 ging ich aus dem
sei allgemeine Entfremdung und Gottlo- Hause, als ich dann 25 war, konnte ich
sigkeit. Jedoch auch die westliche Wohl- wieder vernünftig mit ihm reden; als ich
standsgesellschaft muss sich bescheinigen 35 wurde, waren wir die besten Kumpels.
lassen, dass geprägte und gewachsene Heute bin ich 45 – und Sie glauben es
Strukturen verlorengegangen sind – nur nicht: wenn ich einen Rat brauche, dann
die Umstände, die dazu führten, waren gehe ich zu meinem alten Vater.“
andere. So bleiben wir gefragt, was wir Ich wünsche uns allen, dass wir wie-
für unsere Kinder noch einzusetzen bereit der etwas entdecken von der Tiefe jener
sind, damit sie in Zukunft sensibilisiert Worte: „Der HERR, unser Gott, neige
sind für ein gesellschaftsfähiges Mitei- unser Herz zu ihm, dass wir wandeln in
nander. allen seinen Wegen und halten die Ge-
Und die jüngere Generation bleibt ge- bote, die er unsern Müttern und Vätern
fragt, wie sie mit der älteren umgeht und geboten hat.“
sie respektiert. Junge Menschen wissen Pfarrer Helmut Kramer

Sachsen kandidieren bei Kommunalwahlen


Manfred Copony bewirbt sich als Gemeinderat in Brenndorf
Bei den Kommunalwahlen am 1. Juni tung, ins Rennen. Es sei wichtig, in der
2008 in Rumänien wird Wolfgang Witt- Öffentlichkeit aufzutreten und zu bewei-
stock, Vorsitzender des Demokratischen sen, dass wir da sind und aktiv werden
Forums der Deutschen im Kreis Krons- wollen, sagte Wittstock. Das Kronstädter
tadt (DFDKK), für das Amt des Kronstädt Forums-Wahlprogramm richtet sich an
Bürgermeisters kandidieren. Für das Amt alle Wähler. Das Forum in Kronstadt will
des Kronstädter Kreisratsvorsitzenden vollständige Wahllisten für Stadt- und
schickt das Forum Karl Arthur Ehrmann, Kreisrat aufstellen, berichtet die Allge-
den Geschäftsführer der Saxonia-Stif- meine Deutsche Zeitung für Rumänien.
2 Briefe aus Brenndorf 65/2008
Wenn Du noch Zum Muttertag
eine Mutter hast...
Oh Maientag in schöner Pracht,
Wenn Du noch eine Mutter hast gewiegt von weichen Mutterarmen,
so danke Gott und sei zufrieden du hast mir in das Herz gelacht
nicht allen auf dem Erdenrund und lehrst mich glauben ans Erbarmen.
ist dieses hohe Glück beschieden. Du flutest in das Herz mit reinem Licht
und mahnst mich:
Sie ist dein Sein, sie ist Dein Werden „Kind, vergiss die Mutter nicht!“
sie ist Dein allerhöchstes Gut
sie ist Dein größter Schatz auf Erden Ein Blütenmeer umwogt das Feld,
der immer Dir nur Gutes tut. es strömt ein voller, reicher Segen,
so geht von Mutterlieb umhellt das Kind
Sie hat von ersten Tage an getrost auf seinen Wegen.
für dich gelebt, in bangen Sorgen, Es tut mit Freude seine ganze Pflicht
sie brachte abends dich zur Ruh und folgt dem Wort:
und weckte küssend dich am Morgen. „Vergiss die Mutter nicht!“

Und warst du krank, sie pflegte dich, An reiner Blüte nagt der Wurm,
die dich in tiefem Schmerz geboren, es schleicht das Böse in die Herzen
und gaben alle dich schon auf, und in des Lebens kaltem Sturm
die Mutter gab dich nie verloren. verlöschen leicht die Glaubens Kerzen.
Die Mutter mahnt, streng ist ihr
Wenn Du noch eine Mutter hast, Angesicht:
dann sollst Du sie in Liebe pflegen, „Bleib fromm mein Kind,
dass sie dereinst ihr müdes Haupt verlier die Ehre nicht!“
in Frieden kann zur Ruhe legen.
Auf stillem Grabe Blumen blühn,
Und hast Du keine Mutter mehr die Mutter liegt in Gottesfrieden,
und kannst du sie nicht mehr beglücken, bald werden wir zu ihr entfliehn,
so kannst du doch ihr frühes Grab dann sind wir eins und ungeschieden.
mit frischen Blumenkränzen schmücken. Sie grüßt herab aus ew’gem
Himmelslicht:
Ein Muttergrab, ein heilig Grab, „Mein Kind, mein Kind, vergiss
für Dich die ewig bleibende Stelle, die Mutter nicht!“
oh wende Dich an diesen Ort
wenn dich umtobt des Lebens Welle. Pfarrer Fritz Schuller

Friedrich Wilhelm Kaulisch (1827-1881) Brenndorf 1935

Forumskandidaten wird es für die Stadt- kandidiert er auch für den Kronstädter
und Gemeinderäte in Zeiden, Rosenau, Kreisrat. Der Hauptgrund seiner Kandi-
Reps, Bodendorf, Tartlau, Brenndorf, Ma- datur ist sein Dienst bei der Kirche und
rienburg und wahrscheinlich auch für das Pfarrhaus. Manfred will das Schöne
Fogarasch geben. pflegen und hervorheben, Bräuche und
Für den Gemeinderat in Brenndorf Sitten bewahren, Kindern und Jugend-
kandidiert Manfred Copony seitens des lichen Stützen für die Zukunft anbieten
deutschen Forums. Zusammen mit 42 an- und Chancengleichheit im Konkurrenz-
deren Mitgliedern des deutschen Forums kampf ermöglichen.
Briefe aus Brenndorf 65/2008 3
Peter Maffay auf Spurensuche in Brenndorf
ARD zeigte Porträt des bedeutenden Musikers
Eine siebenbürgisch-sächsische Kirchenburg für Kinder
Er ist der bekannteste Siebenbürger in Die Reise mit dem mdr-Fernsehteam
Deutschland: Peter Maffay hat sich Ende sei eine „Berg- und Talfahrt“ gewesen,
Februar 2008 mit einem Fernsehteam des weil er „mit sehr vielen Emotionen kon-
Mitteldeutschen Rundfunks (mdr) auf die frontiert wurde“. Er und sein Vater hatten
Spuren seiner Vorfahren in Siebenbürgen be- festgestellt, „dass vieles aus der Vergan-
geben. Der Film wurde unter dem Titel „Das genheit doch sehr lebendig ist und uns
Geheimnis meiner Familie“ am 28. April im mit Sicherheit wieder sensibilisiert für
Ersten (ARD) gezeigt. Mütterlicherseits unsere Herkunft, unsere Familien und
stammt Peter Maffay aus Brenndorf und die Vorkommnisse längst vergangener
Tartlau. Die beiden Burzenländer Gemeinden Zeiten. Für mich ist es die Quintessenz,
hat Peter Maffay mit dem Kamerateam ebenso dass es eigentlich eine Reise in die Zu-
besucht wie Kronstadt, Sankt Georgen (Sfân- kunft war. Es entstand ein kompletteres
tu Gheorghe) und das benachbarte Szotyor Bild der eigenen Herkunft, und es wird
(Coşeni) im Szeklerland, die Herkunftsorte eine schöne Aufgabe sein, dieses Wissen
seiner väterlichen Familie. zum Beispiel an meinen Sohn weiter-
zugeben.“ An den Vorbereitungen des
Der bekannte Rocksänger wurde als Filmes war die „Dorfgemeinschaft der
Peter Alexander Makkay am 30. August Brenndörfer“ (Heimatortsgemeinschaft
1949 in Kronstadt geboren. 1963 reiste Brenndorf) beteiligt. Unser Familienfor-
die Familie nach Deutschland aus. An- scher Hugo Thiess hat ein Familienbuch
fang der siebziger Jahre begann seine von Peter Maffays Brenndörfer Vorfahren
herausragende Karriere als Musiker, der erstellt, das 14 Generationen bis ins 17.
er sich mit viel Energie widmet. Über 35 Jahrhundert zurückgeht. Zudem wurde
Millionen Tonträger hat er seither ver- der Kontakt zu Ilse Muerth geb. Kuhn,
kauft, mit Abstand am meisten unter al- einer Cousine von Maffays verstorbener
len deutschen Rock- und Popmusikern. Mutter, vermittelt. Sie war am 29. Februar
In den letzten Monaten beschäftigte sich 2008 als Überraschungsgast dabei, als Pe-
der kosmopolitische Sänger, der heute ter Maffay mit dem Fernsehen Brenndorf
abwechselnd am Starnberger See und besuchte. Manfred Copony, der das Pfarr-
auf Mallorca lebt, immer mehr auch mit haus gemietet hat und dort gerade vier
seinen siebenbürgischen Wurzeln. Er Gästezimmer einrichtet, berichtet: „Auf
habe nach langer Zeit zurückgefunden dem Pfarrhof in Brenndorf haben sich
zur siebenbürgischen Gemeinschaft, er- Ilse Muerth und Peter Maffay eine Stunde
klärte Maffay beim Jahresempfang des lang über die gemeinsamen Verwandten
Verbandes der Siebenbürger Sachsen am unterhalten. Ilse hatte einen Haufen Fotos
31. Januar 2008 im Bayerischen Landtag. dabei, und so wurden viele Erinnerungen
In einem exklusiven Interview für die Sie- wach.“
benbürgische Zeitung gab er kurz danach Schon als Kind hatte Peter Maffay sei-
Auskunft, wie er zu seiner Vergangenheit ne Verwandten in Brenndorf oft besucht,
steht und welche Zukunftspläne er mit etwa seine Tante Ilse Muerth, die damals
dem Erwerb einer Kirchenburg in Sie- im Predigerhof wohnte (neben dem Pfarr-
benbürgen verfolgt. haus, heute steht dort das Polizeigebäu-

4 Briefe aus Brenndorf 65/2008


de). Sie führte den aufgeweckten
Jungen oft zu den Tieren in der
Kollektivwirtschaft, die ihn fas-
zinierten. Seine Mutter, Augus-
tine Makkay geb. Feltes, wurde
1928 in Kronstadt-Bartholomä
geboren und ging die ersten Jah-
re in Brenndorf in die Schule.
Ilse Muerth berichtet: „Peter war
durch eine Grippe geschwächt,
hat sich aber außerordentlich ge-
freut, seinen familiären Wurzeln
in Brenndorf nachzugehen.“ Mit
dem mdr-Fernsehteam besuchte
er auch die Schule mit dem anlie-
genden Kindergarten. Hier hatte
seine Großmutter Amalie Anna
Kuhn als Kindergärtnerin gear-
beitet. Peter Maffays Großmutter
war mit dem Tartlauer Johann
Feltes verheiratet, ihr Großel-
ternhaus steht in der Neugasse
(heute Nummer 236). Das inzwi-
schen von Rumänen bewohnte
Lurtz’sche Haus bedeutet Pe-
ter Maffay sehr viel. Bei einem
kurzen Siebenbürgenbesuch im
August 2007 hatte er versucht,
das Haus ausfindig zu machen,
was ihm auch mit Hilfe von Erna
Der vierjährige Peter Maffay (Bildmitte) im Oktober 1953 in Brenn-
und Rosi Mereţ gelang. Von dort dorf, links Ilse Muerth geb. Kuhn, rechts Kurt Klein (99).
nahm er eine Handvoll Erde mit
und legte sie auf das Grab seiner Mutter sich und fand nun eine späte Erklärung
in Waldkraiburg. für seine Vorliebe, „in der Erde herumzu-
Vor der berühmten Kirchenburg in stochern“.
Tartlau wurde Peter Maffay ein umfas- In dem Stammbaum dokumentiert wer-
sender Familienstammbaum überreicht, den auch die aus Szotyor stammenden
der bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Szekler Vorfahren des Vaters Wilhelm
Dr. Gerald Volkmer, wissenschaftlicher Makkay, aber auch die Ahnen seines
Leiter des Siebenbürgen-Instituts, der Brenndörfer Urgroßvaters Nikolaus
das Filmprojekt zusammen mit Thomas Kuhn, die im 18. Jahrhundert aus dem
Şindilariu, Archivar und Bibliothekar Saarland ins Banat eingewandert waren.
der Kronstädter Honterusgemeinde, Seine Großmutter Amalie Anna Kuhn
wissenschaftlich betreut hatte, wies Maf- war es, die – ohne es zu ahnen – den
fay ausdrücklich auf seine Vorfahren in Grundstein für eine außergewöhnliche
Brenndorf hin, die vorwiegend Land- musikalische Karriere legte. Sie schenkte
wirte gewesen seien. Der Musiker freute ihrem Enkelsohn zu Weihnachten 1956
Briefe aus Brenndorf 65/2008 5
eine Geige. Die erste Berührung mit von Rumänien herausgekommen bin, gab
der Musik verdankt Peter Maffay sei- es schon den einen oder anderen musika-
ner Mutter Augustine, die Wert darauf lischen Gehversuch. Aber dass die Musik
legte, dass ihr Sohn im Alter von sieben mein Lebensmittelpunkt sein würde, war
Jahren Geigenunterricht erhielt. Peter frühestens 1970 erkennbar, als ich einen
Maffay erläutert im Gespräch mit der Schallplattenvertrag erhielt.“
Siebenbürgischen Zeitung: „Diese Mu- Die Kindheit erlebte Peter Maffay unter
sikberührung ist sehr wichtig. Im Laufe „der Glocke des Kommunismus“. Sein
der Jahre bin ich immer mehr zum Ver- Vater war tagelang inhaftiert, und seine
fechter der Ansicht geworden, dass Kin- Mutter sagte ihm, er sei verreist. Dennoch
der unbedingt Zugang haben sollten zur hat er eine glückliche Kindheit gehabt
Musik, weil das ein Medium ist, welches und als Einzelkind weder Liebe noch
zur Selbstfindung und Persönlichkeitsbil- Geborgenheit vermisst. Maffay erinnert
dung geradezu prädestiniert ist. Es war sich: „Wir haben als Kinder in einer Welt
1956 in keinster Form abzusehen, dass gelebt, die insofern einzigartig war, als
ich über Jahrzehnte von der Musik leben wir weder aus Geschichten noch aus eige-
würde. Von 1963 bis 1970, nachdem ich ner Erfahrung Vergleichsmöglichkeiten

Familienfoto von Peter Maffays Urgroßeltern in Brenndorf, Anfang der dreißiger Jahre, erste Reihe von rechts nach
links: Hans Feltes (Großvater), Augustine Feltes (Mutter), Amalie Anna Feltes geb. Kuhn (Großmutter), Martha
Kuhn (Schwester der Großmutter) und Anna Kuhn geb. Lurtz (Urgroßmutter), stehend von rechts nach links: Karl,
Emmerich, Nikolaus und Albert Kuhn (Brüder der Großmutter).

6 Briefe aus Brenndorf 65/2008


heranziehen konnten: Wie lebte man hof, wo sie einen Naturkreislauf erleben,
damals in Deutschland oder einem an- wie sie ihn wahrscheinlich nicht kennen,
deren Land? Es gab eben nur Rumänien wo sie mit Tieren zusammenkommen
und sonst nichts. Über diesen Tellerrand und die Natur geradezu als besten The-
konnte man nicht hinweggucken und rapeuten betrachten, den man sich vor-
lebte unter den Umständen, die begreif- stellen kann.“
bar waren, im wahrsten Sinne des Wortes.
So ist mir vor allem der Zusammenhalt Eine Kirchenburg für Kinder
zwischen Menschen in Erinnerung ge- Ein ähnliches Projekt will Peter Maffay
blieben, die sich gegenseitig in ihrer Not nun mit Hilfe von Freunden, der evange-
oder Bedürftigkeit geholfen haben. Die lischen Kirche und staatlichen Behörden
Lebensgemeinschaft erstreckte sich nicht auch in Rumänien etablieren. Dazu will er
nur auf unseren Hof in der rumänischen eine Kirchenburg erwerben. Ende Febru-
Kirchengasse Nr. 5, sondern auch auf die ar hat er einige Burgen in Begleitung eines
Mittelgasse hinauf bis zum „Walitsch“ fachkundigen Architekten anschauen
und zur Schule. Die Menschen kannten dürfen und hatte das große Vergnügen,
und halfen sich, um die Tagesfragen und Bürgermeister Klaus Johannis nochmals
Dinge des täglichen Lebens zu bewälti- zu treffen, und den evangelischen Lan-
gen. Das ist mir hängengeblieben.“ desbischof D. Dr. Christoph Klein in Her-
Seine Auseinandersetzung mit Politik, mannstadt zu besuchen, „der ein überaus
Gesellschaft, demokratischen Strukturen reizender Gastgeber ist und mit dessen
und der Freiheit, die er genießt, setzt erst Hilfe wir rechnen können“. Die Kirchen-
nach der Ausreise der Familie 1963 in burgen stellen „ein unfassbares Kulturgut
Deutschland ein und das ziemlich spät, dar, welches maßgeblich bedingt durch
„weil man am Anfang so wahnsinnig viel unsere Geschichte entstanden ist“. Sie
nachzuholen hat und verständlicherwei- seien – ähnlich wie ein Bauernhof oder
se materielle Schwerpunkte setzt“. Die eine Insel – geradezu als Schutzraum für
Begegnungen mit Musikern aller Konti- Kinder prädestiniert. „Mit einer Kirchen-
nente, die politisch anders gebildet wa- burg könnten wir ein wunderbares Sig-
ren, der Ost-West-Konflikt prägen Maffay nal setzen als Begegnungsdrehscheibe
als Kosmopoliten und sozial engagierten von Kindern mit anderen Menschen, von
Künstler. Seine Popularität und seinen Menschen, die in die Geschichte zurück-
Namen als bedeutender Musiker nutzt er, gucken und sich daran erinnern wollen,
um die „Peter-Maffay-Stiftung“ und die in welcher hohen Blüte siebenbürgische
„Tabalugastiftung“ ins Leben zu rufen. Kultur dagestanden hat und hoffentlich
Peter Maffay erläutert: „Wir haben hier in in Zukunft wieder dastehen wird.“
Spanien eine Stiftung, die sich um trau- Die Reise mit dem Fernsehteam des
matisierte Kinder kümmert, 250 Kinder Mitteldeutschen Rundfunks hat Peter
besuchen uns jedes Jahr und absolvieren Maffay großen Spaß gemacht. Es war
zweiwöchige Ferienaufenthalte. Sie stam- eine hervorragende Möglichkeit, seine
men aus sehr schwierigen Familienver- Wurzeln neu zu beleben. Für ihn gilt es
hältnissen, haben Erfahrungen auf dem nun, „die vielen schönen Verbindungen
Gebiet von Alkohol, Drogen, sexuellem und Bekanntschaften mit dem Ziel zu
Missbrauch, Gewalt, sie verbringen bei bündeln, die Lebensumstände für Kinder
uns – in Begleitung ihrer Pädagogen – zu verbessern.“
therapeutische Ferien auf dem Bauern- Siegbert Bruss

Briefe aus Brenndorf 65/2008 7


Viehbrandzeichen, Siegel und Wappen
von Brenndorf
Welche sind die historisch korrekten Farben?
Das neue Wappen der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“
Als der Vorstand der Dorfgemeinschaft der 1. Das Viehbrandzeichen
Brenndörfer im Jahr 2005 beschloss den Um- Das Viehbrandzeichen der Gemeinde
schlag der „Briefe aus Brenndorf“ farblich Brenndorf hat die Form eines Ringes,
zu gestalten, stellte sich plötzlich die Frage, zweigeteilt durch einen senkrechten
welches die historisch korrekten Farben des Stab. Im Signetbuch aller Brennzeichen,
Brenndörfer Wappens sind, das auf der er- „damitt das vieh in allen gemeinden der
sten Umschlagseite abgebildet wird. Da dies Sieben Stüell geczeichnet wird, artig und
niemand genau wusste, wurde unser Fami- eygentlich abgemahlt“, einem Klein-Fo-
lienforscher Hugo Thiess beauftragt, dieser lioband aus dem Jahre 1577, findet man
Sache auf den Grund zu gehen. Er hat in auf den Seiten 117-130 mit dem Untertitel
den letzten Jahren Material über Viehbrand- „Signa pecorum Districtus Barcen: alias
zeichen, Siegel und Wappen von Brenndorf Burczenland“ die Viehbrandzeichen aller
zusammengetragen und den folgenden Be- Burzenländer Gemeinden (Abb. 1) aus
richt verfasst. Auf dieser Grundlage wurde den Jahren 1577, 17.., 1816 und 1826. In
das neue HOG-Wappen entwickelt. einem unvollständigen Queroktav-Bänd-
chen, welches auf das 18. Jahrhundert
datiert wird, sind u. a. auch die Brenn-
zeichen des Kronstädter Distriktes abge-
bildet (Abb. 2). Vergleicht man nun diese
beiden Dokumente, so geht hervor, dass
sich das Brennzeichen im Laufe von 250
Jahren praktisch nicht verändert hat.

2. Das Siegel
In dieser Form ist es auch in das Siegel
unserer Heimatgemeinde übernommen
worden. Die älteste bekannte Beschrei-
bung des Siegels stammt von Lucas
Joseph Marienburg aus dem Jahre 1813
(siehe weiter unten bei Wappen). Das
älteste bekannte Siegel von Brenndorf
stammt von 1722. Hermann Schmidts hat
es im Ungarischen Staatsarchiv Budapest
ausfindig gemacht, wo es unter dem Ak-
tenzeichen Homagilia 138 registriert ist
(Abb. 3). Dieses Siegel ist rund und hat
einen Durchmesser von ca. 18 mm. Oben
mittig befindet sich ein sechszackiger
Stern, darunter etwas seitlich die Initi-
alien B und D, unter diesen zwei sechs-
Abb. 1: Viehbrandzeichen, 1577-1826 zackige Sterne, dazwischen, etwas nach

8 Briefe aus Brenndorf 65/2008


unten versetzt das Viehbrandzeichen: „Zeidner Gruß“ aus dem Jahr 1957. Die
Ring mit senkrechtem Stab. Den äußeren Form ist immer die gleiche, die Farben
Abschluss bildet ein Perlenkreis, umge- werden jedoch nicht erwähnt.
ben von einer einfachen Kreislinie. Der Heraldiker Erhard Volkmer be-
Das 2. Siegel, Hermann Schmidts nennt schreibt unser Wappen folgenderma-
es das „Siegel der Brenndörfer Kommu- ßen: „In Rot ein goldener Ring durch den
nität“, stammt aus dem Jahre 1840 (Abb. senkrecht ein goldener Stab führt.“
4 auf Seite 11 und Abb. 5 auf der letzten Die älteste bekannte bildliche Darstel-
Umschlagseite). Es stellt das schon be- lung des Wappens von Brenndorf stammt
kannte Viehbrandzeichen dar, umrahmt von 1876. Es ist eine Stickerei auf der
von einem Lorbeerkranz. Die drei Ster- „blau-roten Fahne der Gemeinde“. Die
ne sind bei diesem Siegel oberhalb des Farbe des Schildes ist blau, Ring und Stab
Viehbrandzeichens angeordnet. Außen sind golden (Abb. 7 auf der letzten Um-
wird es von der Umschrift: „Siegel von schlagseite).
Brenndorf 1840“ umrahmt. Die beiden 1882 erhielt der in Brenndorf geborene
Buchstaben B und D kommen hier nicht Lehrer und Rektor Martin Lurtz in Ho-
mehr vor. nigberg für seine Verdienste eine Ehren-
Im Jahre 1741 fertigte der Tartlauer urkunde. Auf dieser Urkunde sind die
Pfarrer Thomas Tartler Zeichnungen mit Wappen des Burzenlandes dargestellt.
den Siegeln der Burzenländer Gemeinden Der Schild des Wappens von Brenndorf
an. Das Brenndörfer Siegel ist bis auf die ist zweigeteilt: die linke Hälfte ist rot, die
Form der Sterne identisch mit dem aus rechte weiß (silber). Ring und Stab sind
dem Jahre 1722. golden, ebenfalls die drei Kreuze welche
Der Lehrer Albert Stamm hat aus sei- die Sterne aus dem Siegel hier ersetzen
ner Erinnerung ein Siegel von Brenndorf
nachgezeichnet, so wie er es auf verschie-
denen Dokumenten gesehen hat. Es ent-
hällt die schon bekannten Elemente Ring
und Stab, die drei Sterne sowie die Buch-
staben B und D.

3. Das Wappen
Bei Lucas Joseph Marienburg, Geogra-
phie des Großfürstentums Siebenbürgen,
Hermannstadt 1813, ist das Brenndörfer
Wappen auf Seite 325 wie folgt beschrie-
ben: „Das Dorfwappen und Siegel ist ein
Ring, der in der Mitte durch einen Kreuz-
balken durchschnitten wird.“ Die Farben
des Wappens werden nicht genannt.
Das Wappen erscheint auch auf dem
Umschlag des Buches „Das Sächsische
Burzenland“ von 1898 zusammen mit
den Wappen der anderen Burzenländer
Gemeinden. Desgleichen bei Heinrich
Wachner „Kronstädter Heimat- und
Wanderbuch“ 1934, Seite 65, sowie im Abb. 2: Viehbrandzeichen, 1826

Briefe aus Brenndorf 65/2008 9


fahne von 1876 ist er noch einfach und
nüchtern, wird dann verschlungener und
in den neueren Darstellungen wieder ein-
facher.

Deutung des Wappens


Ein umstrittenes Thema ist die Deutung
des Siegels und des Wappens. Es wurde
von keinem Heraldiker eine Deutung vor-
genommen, auch nicht von Albert Arz
von Straussenburg, dem bekanntesten
siebenbürgischen Wappenkundler.
Abb. 3: Siegel von 1722 Rudolf That, der Herausgeber der
(siehe Abb. 6 auf der letzten Umschlagsei- Ortschronik von Brenndorf, deutet die
te). Dieses Wappen ist jedoch heraldisch verschiedenen Elemente so: Die drei
(wappenkundlich) nicht korrekt. Mehr Sterne könnten das Ober-, Mittel-, und
dazu später. Niederfeld darstellen. Die Buchstaben
Auch auf die Schulfahne von 1902 B und D könnten für Brigitten-Dorf ste-
wurde das Brenndörfer Wappen gestickt. hen, einem vermutlich alten Namen von
Wie schon auf der Gemeindefahne ist der Brenndorf. Das Zeichen „Ring mit senk-
Schild blau, Ring und Stab golden (siehe rechtem Stab“ erklärt er folgendermaßen:
Abb. 8 auf der letzten Umschlagseite). „Der Ring stellt die Gemeinschaft dar, die
Das Brenndörfer Wappen im „Turm der den Einzelnen (Stab) schützend umgibt“.
Erinnerung“ in Drabenderhöhe ist rot, Geläufiger ist jedoch die Darstellung,
der Ring golden und der Stab schwarz dass der Ring den Siegelring und der
(siehe Abb. 9 auf der letzten Umschlag- Stab den Richterstab symbolisiert. Mir ist
seite). auch noch eine dritte Deutung bekannt,
Das Wappen Brenndorfs, zusammen und zwar soll der Ring die Gemeinde
mit denen des Burzenlandes, findet man darstellen und der Stab den Weidenbach,
auch auf Wappendecken, Schüsseln, Krü- der durch die Gemeinde fließt.
gen sowie verschiedener andere Keramik Allerdings ist bei der Deutung Vor-
usw. Als ich anfing mich mit dem Wappen sicht angesagt. Dass die drei Sterne das
von Brenndorf zu befassen, habe ich die- Ober-, Mittel-, und Niederfeld darstellen
se Quellen nicht so ernst genommen, in könnten, ist nur eine Vermutung und
der Annahme, dass die (zumeist) Laien- bleibe dahingestellt. Sie könnten auch nur
künstler sich nicht immer an historische zur Verzierung dienen. Was jedoch die
Vorgaben gehalten haben und auch ihre Bedeutung der Buchstaben B und D (Bri-
Fantasie mit eingebracht haben. Ich muss- gittendorf) angeht, sind große Zweifel an-
te jedoch feststellen, dass auf allen Dar- gesagt. Nach dem Forscher A. Marienburg
stellungen des Wappens, welche ich seit soll sich dieser Name von einer Kapelle
damals gesehen habe, der Schild immer ableiten, welche auf dem nahegelegenen
rot war (siehe Abb. 10 Krug auf der letz- Priesterhügel am Alt stand und der Heili-
ten Umschlagseite). Die Farben von Ring gen Brigitte gewidmet war. Deshalb sollte
und Stab wurden jedoch unterschiedlich Brenndorf, nach der Auffassung von A.
dargestellt. Marienburg, eigentlich Brigittendorf hei-
Die Form des Schildes ändert sich bei ßen (Quelle: Ortschronik von Brenndorf).
jeder Darstellung. Auf der Gemeinde- Im 14. Jahrhundert und Anfang des 15.
10 Briefe aus Brenndorf 65/2008
Jahrhunderts wird Brenndorf in mehre-
ren Urkunden Bringindorf und später
Bringendorf genannt. A. Marienburg und
Rudolf That vertreten die Meinung, dass
diese Namen von Brigittendorf abgeleitet
sein könnten.
Doch schon im Jahre 1484 und auf der
Siebenbürgenkarte von Honterus (1532)
erscheint Brenndorf unter seinem heu-
tigen Namen. Da nun das erste bekannte
Siegel von 1722 stammt, also rund 240
Jahre später, ist es naheliegend, dass die
Initialien B und D für Brenn und Dorf
stehen und nicht für Brigitten und Dorf. Abb. 4: Kommunitätssiegel in Tusche, 1840
Es sei erwähnt, dass Rudolf That anschei-
nend eine Vorliebe für diesen urkundlich auch auf anderen Teilen ihrer Rüstung
nie erwähnten Namen Brigittendorf ge- ein Wappen, damit sie von Freund und
habt zu haben schien. Feind voneinander unterschieden wer-
Ring und Stab wurden vom Vieh- den konnten. Damit dies auch aus der
brandzeichen übers Siegel in das Wappen Ferne möglich war, unterlag die Farb-
übernommen. Wenn man dieses Zeichen gebung sehr strengen Regeln. Es durf-
deuten will, muss man sich Folgendes ten und dürfen auch heute noch nur be-
vor Augen halten: Das Viehbrandzeichen stimmte Farben verwendet werden. Im
diente zur Kenntlichmachung von Vieh Brockhaus, 19. Auflage, Band 24, Seite
und sonstigem Eigentum der Gemeinde 691 werden die „heraldischen Farben“
und deren Mitglieder. Bei der Wahl eines folgendermaßen beschreiben: „Die in der
Zeichens musste berücksichtigt werden, Heraldik verwendeten Metalle sind Gold
dass vor allem das Vieh damit gekenn- und Silber (durch Gelb und Weiß ersetz-
zeichnet wurde. Also wurde ein einfaches bar), als Farben gibt es Rot, Blau, Grün,
Zeichen gewählt, dass möglichst kleine Schwarz und Purpur. […] Zulässig sind
Wunden beim Vieh hinterlassen sollte. auch die eigentlich unheraldischen, erst
Wenn es eine einfache Form hatte, konnte in der Neuzeit hinzugekommenen Farben
es auch vom Schmied leichter hergestellt Braun und Grau sowie die Naturfarben
werden. Außerdem waren unsere Vorfah- bestimmter Gegenstände. Die heraldische
ren einfache Leute, in der Regel Bauern, Farbregel untersagt Farbe auf Farbe und
die sich wohl kaum tiefgreifende Gedan- Metall auf Metall; das Nebeneinander
ken über die Symbolik des von ihnen ge- von Farbe und Farbe oder Metall und
wählten Zeichens gemacht haben. Und Metall soll vermieden werden.“
dies wirft dann die Frage auf, ob Ring und Bei einem der vorher erwähnten Wap-
Stab überhaupt eine Bedeutung haben. pen trifft Silber auf Gold, also Metall auf
Metall. Deshalb die Bemerkungen, dass
Strenge heraldische Regeln sie heraldisch nicht richtig sind.
Bei der Erstellung eines Wappens müs- Man kann feststellen, dass bei den mei-
sen sehr strenge Regeln beachtet wer- sten oben erwähnten Wappen der Schild
den. Das ist u. a. auf folgende Tatsache rot ist, Ring und Stab golden. Nur bei
zurückzuführen: Im Mittelalter trugen den beiden Wappen auf den Fahnen von
die Ritter meist auf ihrem Schild, später Brenndorf ist der Schild blau. Allerdings
Briefe aus Brenndorf 65/2008 11
sind die Wappen auf die rote Seite der 4. Das neue farbige Wappen
Fahnen gestickt. Deshalb wohl die blaue der Dorfgemeinschaft
Farbe des Schildes, damit es sich vom Es konnte also nicht eindeutig geklärt
Hintergrund abhebt. Die Frage, warum werden, welches die historisch korrekte
die Stickerinnen das Wappen nicht auf die Farbe des Schildes ist: rot oder blau. Des-
blaue Seite angebracht haben, und damit halb musste der Vorstand der „Dorfge-
hätte man den Schild rot machen können, meinschaft der Brenndörfer“ über die Far-
bleibt jedoch bestehen. Es wurden bisher be des Schildes unseres HOG-Wappens
keine Quellen gefunden, welche uns In- entscheiden. Wir entschieden uns für Rot,
formationen zu den beiden Fahnen geben aus den im Bericht genannten Gründen.
und den darauf gestickten Wappen. Auch Außerdem ist das Brenndörfer Wappen
die Presbyterialprokolle nicht, welche in- allgemein mit rotem Schild bekannt. Rot
zwischen fast gänzlich von Otto Gliebe passt, unserer Meinung nach, auch besser
aufgearbeitet worden sind. In den kirch- zu dem Ortsnamen: Brenndorf kommt
lichen Unterlagen wird bloß erwähnt, von Brennen und Feuer ist rot.
„dass das Schulinventar durch eine neue Eine zweite Entscheidung, betrifft die
Fahne einen Zuwachs erhalten hat“, und Form des Schildes. Wir setzen auf Tradi-
dass „diese von Brenndörfer Frauen und tion und bleiben bei der von Rudi That
Mädchen gestickt“ wurde (Presbyterial- entworfenen Form des HOG-Wappens.
protokoll vom 1. Juni 1902). Hugo Thiess

Kirchenrenovierung in Brenndorf
Wie im Weihnachtsheft 2007 berich- „Leider wird die Genehmigung des
tet, kommt die Kirchenrenovierung in Bauplanes wieder hinausgezögert. Nach-
Brenndorf wegen der langwierigen Ge- dem die archäologischen Stichproben
nehmigungen und Behördengänge nur und die historischen Untersuchungen
langsam in Gang. Manfred Copony holt durchgeführt wurden, fordert die Kron-
vor Ort die nötigen Genehmigungen ein. städter Kommission des Kulturministeri-
Einen Eindruck, wie schwierig das ist, ums (Patrimonium), dass die Ergebnisse
vermitteln uns seine Berichte. der archäologischen Stichproben und der
Anfang März schrieb Manfred: historischen Untersuchungen in den Bau-
„Der Bauplan wurde von der Kronstäd- plan mit eingearbeitet werden. Die Betref-
ter Kommission des Kultusministeriums fenden wurden schon in Kenntnis gesetzt
(Patrimonium) zum zweiten Mal als nicht und ich hoffe, dass die Genehmigung im
vollständig befunden. Positiv ist, dass April erteilt wird. Architekt Fabini wird
der schwierigere Teil, der die Statik der uns, wenn die Genehmigung vorliegt, bei
Kirche betrifft, genehmigt wurde, aber den folgenden Schritten behilflich sein.“
die Archäologen und die Dame, die den Der Vorstand der „Dorfgemeinschaft
historischen Teil für den Bauplan erstellt der Brenndörfer“ hat sich im September
hat, noch Unterlagen nachreichen müs- 2007 dafür ausgesprochen, dem Vorschlag
sen. Ich hoffe, dass die Unterlagen bis von Architekt Dr. Hermann Fabini zu
Anfang April beisammen sind, um sie folgen: die Bauplanung (Projekt) einzu-
nachzureichen und endlich die Geneh- reichen und nach der Baugenehmigung
migung zu erhalten.“ die Bauarbeiten nach einer Prioritätsliste
Kurzbericht vom 27. März: durchzuführen.
12 Briefe aus Brenndorf 65/2008
Das Gemeindeleben 2007 in Brenndorf
Dem Beispiel anderer Burzenländer Gemein- Einkommen und Ausgaben
den folgend, haben wir Pfarrer Dr. Peter Klein Auch die Kirchenrechnung erzählt
(Petersberg) gebeten, einen Bericht für die von reger Aktivität. Durch Spenden der
„Briefe aus Brenndorf“ zu schreiben. Pfarrer „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“
Klein ist dieser Bitte nachgekommen und wird (HOG Brenndorf) konnten die Friedhofs-
unsere Leser auch künftig in einem Jahresbe- pflege, die Weihnachtsbescherung, ein
richt über das kirchliche Leben in Brenndorf Teil des Gemeindefestes, archäologische
informieren. Er betreut neben Petersberg und Stichproben im Kirchhof und einige Ar-
Honigberg auch die evangelische Diasporage- beiten an der Kirche finanziert werden.
meinde Brenndorf. Die laufenden Ausgaben für Strom, Hei-
Das Jahr 2007 war ein auch für die zung, Glockenläuten, Orgelspielen u. a.
Brenndörfer arbeitsintensives Jahr. Es werden aus der Gemeindeskasse bestrit-
ist vieles geschehen, es wurde vieles ge- ten. Auch eine Wertschätzung des Le-
macht. Insgesamt zwölf Gottesdienste bensmittelladens wurde gemacht, damit
sind gehalten worden, davon einer mit dieser in Zukunft ein größeres Einkom-
Heiligem Abendmahl. Am 24. Juni fei- men erwirtschaftet.
erten wir Gemeindefest und hatten Gäste
aus Petersberg, Honigberg und Neustadt Große Wiese wird verpachtet
zu Besuch. Ein paar Stunden frohe Zeit Einkommen erwarten wir heuer auch
mit Freunden aus der Gegend. Es war aus der Verpachtung der 46,8 Hektar
schön! Und als die von der „Dorfgemein- großen Wiese, die im letzten Jahr zurück-
schaft der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf) gegeben wurden, sowie vom Lebensmit-
geförderte Adventsfeier stattfand, konn- telladen neben der Kirche. Auch die Hei-
ten wir uns noch sehr gut an den Sommer matortsgemeinschaft (HOG) Brenndorf
erinnern. Dann kam das Krippenspiel, in wird uns unterstützen, etwa bei der ge-
welchem seit einigen Jahren Kinder aus planten Kirchenrenovierung. Finanzielle
Petersberg, Honigberg und Brenndorf Unterstützung hat auch die Siebenbür-
mitmachen. Für 2007 konnte auch ein or- gisch-Sächsische Stiftung zugesichert, so
thodoxer Junge aus Brenndorf gewonnen dass wir hoffen, dass unsere Kirche bald
werden, zusammen mit Sorin und Sabine wieder benutzbar und schön wird.
Schuster unsere Gemeindeglieder zu er- Etwas traurig stimmt uns die Zahlungs-
freuen. Im Jahr 2007 begann gerade für moral der ortsansässigen Brenndörfer,
Sorin der Konfirmandenunterricht, der denn von 65 registrierten Mitgliedern
bis März 2009 dauern wird. Er besucht konnten 2007 nur 28 Mitgliedsbeiträge
ihn zusammen mit zwei Jugendlichen aus eingehoben werden. Wir hoffen, dass sich
Petersberg. dieses im Jahr 2008 bessert.
Aller Voraussicht nach wird ab Okto- Das Gemeindefest werden wir wieder
ber 2008 in Petersberg eine weitere Kon- feiern, und zwar am 22. Juni 2008 im
firmandengruppe entstehen, und zwar Pfarrhaus in Brenndorf. Wie in den letz-
aus rumänischen Ehepartnern und ru- ten beiden Jahren sind die beiden ande-
mänisch sprechenden Jugendlichen, die ren Gemeinden (Petersberg und Honig-
ihren Wunsch nach Konfirmation explizit berg) mit eingeladen und wir beginnen
ausgedrückt haben. Konkret habe ich je mit einem Abendmahlsgottesdienst. Wir
eine Anfrage aus Brenndorf und aus Ho- freuen uns schon jetzt darauf!
nigberg erhalten. Euer Pfarrer Dr. Peter Klein
Briefe aus Brenndorf 65/2008 13
Nachrichten aus Brenndorf
Adventsfeier getüncht werden. Die kaputte Bank im
Am Donnerstag, dem 13. Dezember Brunnenrondell auf dem Friedhof soll
2007, fand die traditionelle Adventsfeier mit neuen Latten versehen und gestri-
im Pfarrhaus in Brenndorf statt. 20 Leute chen werden. Die Kosten werden von der
waren anwesend. Das Wetter war pas- evangelische Kirchengemeinde getragen.
send zur Vorweihnachtszeit, da es schön Sie versucht nämlich immer wieder, einen
geschneit hatte. Wie in den letzten Jah- kleinen Beitrag zur Friedhofspflege zu
ren gab es Plätzchen, Striezel, Salziges, leisten, da die Ungarn Beiträge für die
Kaffee und andere Getränke. Die Stim- Gräber entrichten, also ein bisschen Geld
mung war gut. Es gab zunächst Weih- vorhanden ist. (Unbekannte Täter haben
nachtsmusik aus der Dose. Ich hatte ein Anfang April die Bank vom Friedhof ge-
paar Lieder zum Mitsingen vorbereitet. stohlen. Der Kirchenrat hat beschlossen,
Pfarrer Dr. Peter Klein überraschte uns eine Bank aus Beton mit Holzlatten zu
dann mit seiner Gitarre, und wir sangen kaufen.)
gemeinsam bekannte Weihnachtslieder. Die Dreiteilung des Friedhofs hat ge-
In einer Pause las er eine beeindruckende klappt. Hilda Schuster und Hans Zacha-
vorweihnachtliche Erzählung über das rias haben die Hälfte links vom Eingang,
Geschehen in einem Pfarrhaus vor: wie es und Manfred Copony hat die Gräber der
früher mal war und wie es heute ist. Alle Sachsen und die Stege rechts vom Ein-
lauschten aufmerksam, und manch einer gang übernommen. Jeder hat etwa 130
hatte Tränen in den Augen. Leider endete Gräber und die entsprechenden Stege in
das schöne Winterwetter mit einem bösen Pflege. Für diese Arbeit wird jeder mit 400
Sturm, der uns ohne Strom ließ. Mit dieser Euro pro Jahr entlohnt. Heckenschneiden,
Gelegenheit kam Brenndorf wieder in die Grasmähen, Giftspritzen, Kompostentfer-
Nachrichten des regionalen Fernsehens, nen und andere Arbeiten werden von den
da es mehrere Stunden dauerte, bis der restlichen 600 Euro bezahlt.
Schaden behoben werden konnte, und Am 18. März fand eine kurze Sitzung
mehrere Autos im Graben landeten. des Kirchenrats statt. Es wurde abge-
Vor dem Nachhausegehen verteilte ich stimmt, wer die 46,8 Hektar Ackerland,
bei Kerzenschein die Päckchen, die – wie die der Kirchengemeinde Brenndorf Ende
jedes Jahr – von der „Dorfgemeinschaft letzten Jahres erstattet wurden, in Pacht
der Brenndörfer“ für die Mitglieder der erhalten soll. Die größten Chancen hat ein
evangelischen Kirchengemeinde gespen- Schafhirte, der 800 Schafe besitzt (Popică).
det wurden. Dafür sei an dieser Stelle Sollte er die Bedingungen des Kirchenrats
herzlich gedankt. nicht akzeptieren, sind noch zwei weitere
Angebote im Gespräch. Es gab auch wei-
Sitzung des Kirchenrates tere Ansuchen, die aber nicht berücksich-
Der evangelische Kirchenrat in Brenn- tigt wurden, da sie kaum Vorteile für die
dorf hat unter der Leitung von Kuratorin Kirchengemeinde gebracht hätten.
Rosi Rusu am 14. Februar 2008 die Kir- Am Freitag, dem 29. Februar, war
chenrechnung 2007 und den Haushalts- Frauenweltgebetstag in Brenndorf. 30
plan für dieses Jahr besprochen. Beraten Frauen aus Petersberg, Honigberg und
wurde auch über anfallende Reparaturen. Brenndorf fanden sich im Pfarrhaus ein,
Der Sockel am Heldengrab soll frisch um gemeinsam zu basteln, Texte über

14 Briefe aus Brenndorf 65/2008


Guyana zu lesen und gemütlich bei Kaf- wofür wir sehr dankbar sind, konnten wir
fee, Kuchen und Brötchen beisammen zu noch nicht ausprobieren. Wir warten nun
sein. Das Treffen wurde von Pfarrer Dr. auf günstiges Wetter und auf die neuen
Peter Klein betreut. Verträge, um die Arbeit zu beginnen.
Am 20. April werden acht Studenten
Peter Maffay besucht Brenndorf des Internationalen Bauordens Worms
Vor dem Treffen der drei Gemeinden (Belgien, Niederlande, Deutschland) nach
gab es ein bisschen Aufregung im Pfarr- Brenndorf kommen, um bei den Repara-
haus, da Thomas Şindilariu, Archivar der turen an der Außenfront des Pfarrhauses
evangelischen Honterusgemeinde, kurz mitzuwirken. Sechs Studenten werden
nach 9 Uhr angerufen und den Besuch zwei Wochen bleiben, zwei nur eine Wo-
von Peter Maffay angekündigt hatte. Otto che. Ich muss ihnen Unterkunft, Verpfle-
Schuster, Reinhard Klein und Klaus Schu- gung und einen geschulten Handwerker
ster halfen mir den Pfarrhof, der wegen sichern. Die Hilfe der Studenten des In-
Einrichtung der Gästezimmer eine Bau- ternationalen Bauordens Worms konnten
stelle ist, herzurichten. So sah der Hof wir dank des Kirchenrats in Brenndorf in
ganz ordentlich aus, als das Fernsehteam Anspruch nehmen.
mit den Gästen eintraf.
Ilse Muerth und Peter Maffay haben Gästezimmer im Pfarrhaus
sich im Pfarrhof über eine Stunde lang Die vier Gästezimmer im Pfarrhaus
über die gemeinsamen Verwandten un- sollen Ende April fertig sein. Die ersten
terhalten. Einen Teller mit Kuchen, von Gäste werden am 28. April erwartet.
den Brenndörferinnen gebacken, und ein Die Preise für die Zimmer stehen noch
paar Säfte konnten wir auch anbieten. nicht fest, werden aber voraussichtlich
Auf dem Pfarrhof habe ich Peter Maf- wie folgt sein:
fay die vier letzten Ausgaben der „Briefe für 1 - 3 Tage ab 4 Tage
aus Brenndorf“ und einen Burzenländer Einzelzimmer 17 Euro 15 Euro
Heimatkalender geschenkt. Danach habe Doppelzimmer 26 Euro 22 Euro
ich den Gästen kurz die Kirche gezeigt, Ein zusätzliches Bett im Zimmer wird
anschließend ging das zehnköpfige Ka- sechs Euro kosten.
merateam weiter in die Schulgasse. Eine Küche und ein Aufenhaltsraum
stehen den Gästen zur Selbstverpflegung
Gottesdienst und Friedhof zur Verfügung. Kostenlos können auch
Den Ostermontag haben wir mit einem ein Kinderspielplatz, Bücher sowie ver-
Gottesdienst in Brenndorf gefeiert. An- schiedene Spiele in Anspruch genommen
schließend saßen wir gemeinsam mit werden. Weitere Dienstleistungen und
Freunden aus Honigberg und Petersberg Angebote werden mit der Zeit folgen.
noch eine Stunde bei Kaffee und Kuchen Alle Mitglieder der HOG Brenndorf
beisammen. Den Fotoapparat, den Lu- erhalten in den ersten drei Jahren (bis
kas Geddert der „Dorfgemeinschaft der Ende April 2011) eine Ermäßigung von
Brenndörfer“ gespendet hat, konnte ich 20 Prozent für die Übernachtungen.
bei dieser Gelegenheit erstmals testen. Bestellungen sind an Manfred Copony,
Am Friedhof haben wir noch nicht los- Pfarrhaus, str. Tudor Vladimirescu (Kir-
gelegt. Eine neue Giftspritze liegt start- chengasse) Nr. 135, RO-507015 Bod-Sat,
bereit im Pfarrhaus. Die neue Hecken- Telefon: (0040) 268-28 32 82, Mobiltelefon:
schere, die von der „Dorfgemeinschaft (00 40) 721-98 24 31, E-Mail: coponym@
der Brenndörfer“ angeschafft wurde und [Link], zu richten.
Briefe aus Brenndorf 65/2008 15
Gartenfest am 22. Juni Deutschland herzlich eingeladen. Pfar-
Das Gartenfest wird am 22. Juni 2008 rer Dr. Peter Klein, Emilia Schuster jun.
im Pfarrhof in Brenndorf stattfinden und und Manfred Copony werden sich um
ähnlich wie im letzten Jahr gestaltet. Es die organisatorischen Angelegenheiten
beginnt mit einem Gottesdienst im Bet- kümmern. Getränke, Essen, Süßes, Kaffee
saal des Pfarrhauses und wird mit einem werden, wie auch im letzten Jahr, ange-
gemütlichen Beisammensein im Hof fort- boten. Auch ein paar Überraschungen
gesetzt. Dazu sind auch Sachsen aus den wollen die Organisatoren vorbereiten.
Nachbargemeinden und Besucher aus Manfred Copony

Mitteilungen des Vorstandes


Aufruf zum Heimattag Pfarrer Peter Klein übernimmt
Am Pfingstsonntag, dem 11. Mai, wird pfarramtliche Verantwortung
die „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ Der Kirchenbezirk Kronstadt hat im
erstmals in ihrer 32-jährigen Geschichte Februar 2007 die pfarramtliche und admi-
mit einer eigenen Trachtengruppe am nistrative Zuordnung der evangelischen
Festumzug in Dinkelsbühl teilnehmen. Diasporagemeinde Brenndorf an Pfarrer
Bisher waren wir mehrmals mit der Blas- Dr. Peter Klein verfügt. In dem Übergabe-
musik Brenndorf in Dinkelsbühl vertre- Übernahmeprotokoll heißt es: „Pfarrer
ten, die diesmal leider nicht kommen Dr. Peter Klein übernimmt ab dem 12.
kann. Walter Dieners teilte uns mit, dass Februar 2007 die Verantwortung für die
sich nur 6-7 interessierte Musikanten bei Verwaltung der Gemeinden Petersberg,
ihm gemeldet hätten und eine Teilnahme Honigberg und Brenndorf und deren In-
der Blaskapelle Brenndorf am Festumzug ventar und für die Akten, die ab diesem
deshalb unmöglich wäre. Zeitpunkt ausgestellt werden.“
Umso wichtiger ist es, dass Brenndorf Die evangelische Diasporagemeinde
jetzt durch eine starke Trachtengruppe Brenndorf hat ihre beiden Stempel und
unter den vielen anderen Gruppen Sie- Unterlagen an Pfarrer Dr. Peter Klein (Pe-
benbürgens vertreten ist. Bisher haben tersberg), der auch für Brenndorf zustän-
sich nur 16 Trachtenträger angemeldet. dig ist, übergeben. Die Übergabe erfolgte
Bitte rührt im Freundes- und Bekann- am 22. Januar 2008 in der Wohnung von
tenkreis die Werbetrommel, damit wir Kuratorin Rosi Rusu bei der Zuckerfabrik
mindestens 20 junge und alte Teilnehmer Brenndorf. Anwesend waren Bezirksde-
aufstellen können! Interessenten melden chant Christian Plajer, Pfarrer Dr. Peter
sich bitte rechtzeitig bei Norbert Thiess, Klein, Kuratorin Rosi Rusu, Manfred Co-
Telefon: (01 71) 2 05 31 73, oder Gert Me- pony und Gerda Moldoveanu, Sekretärin
chel, Telefon: (0 82 71) 80 24 76. des Pfarramtes in Petersberg.
Ein Novum ist auch das Schild der Pfarrer Kein will künftig jede Woche
„Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“, mit Stempel und Akten (inklusive Kas-
auf dem unser neues Wappen (siehe sabuch) nach Brenndorf fahren, um dort
Titelblatt dieses Heftes und Artikel von mit Rosi Rusu und mit Manfred Copony
Hugo Thiess, S. 8-12) abgebildet ist. Die über die anstehenden Probleme zu bera-
Brenndörfer Trachtengruppe wird das ten und sie einer gemeinsamen Lösung
Schild erstmals beim großen Pfingsttref- zuzuführen. Kasse, Friedhofsverwaltung,
fen in Dinkelsbühl tragen. Einsammeln der Kirchenbeiträge bleiben

16 Briefe aus Brenndorf 65/2008


in Brenndorf. „Das gehört zur Identität unabhängig vom Wohnort, sind in St.
von Brenndorf“, erklärte Pfarrer Klein in Augustin herzlich willkommen, um ein
einem Telefonat mit Siegbert Bruss. Ihm paar gemütliche Stunden miteinander zu
sei an einer „fruchtbaren Zusammenarbeit verbringen und die Gemeinschaft neu
mit den Heimatortsgemeinschaften einer- aufleben zu lassen. Das Bürgerhaus ist
seits und den Verantwortungsträgern in auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut
den Gemeinden Honigberg und Brenn- erreichbar.
dorf viel gelegen“. Die Hilfsaktionen der
„Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ für Großzügiger Förderer
die Heimatgemeinde werden auch künf- Der siebenbürgische Unternehmer Lu-
tig über Kuratorin Rosi Rusu, Manfred kas Geddert hat der „Dorfgemeinschaft
Copony und den Brenndörfer Kirchenrat der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf) eine
laufen. digitale Fotokamera Samsung Pro 815 ge-
spendet. Die Spiegelreflexkamera ermög-
Nachbarschaftstag 2009 licht unserem Vorstandsmitglied Manfred
in Brackenheim Copony, künftig verschiedene Ereignisse,
Der neunte Nachbarschaftstag der das Gemeinschaftsleben, Landschaften
„Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ und Unterlagen in Brenndorf zu fotogra-
findet am Samstag, dem 26. September, fieren und zu dokumentieren.
und am Sonntag, dem 27. September Lukas Geddert ist Geschäftsführender
2009, wieder im Bürgerzentrum, Aus- Gesellschafter der Zentralen Reparatur-
traße 21, in Brackenheim statt. Bitte den sevice-Geddert GmbH im Rahmen der
Termin jetzt schon vormerken. Das große Ringfotogruppe. Bis zur Aussiedlung
Treffen wird vom Vorstand der „Dorf- 1977 in die Bundesrepublik arbeitete er
gemeinschaft der Brenndörfer“ (HOG als Abteilungsleiter für Fernmeldewesen
Brenndorf) in seiner nächsten Sitzung bei der Oberpostdirektion in Kronstadt
organisatorisch vorbereitet. und dann in Mediasch. In Nürnberg stieg
er als Servicetechniker bei Foto Quelle
Regionaltreffen 2008 ein. Bei der Ringfoto-Zentrale, dem größ-
in St. Augustin geplant te Fotoverbund Europas, baute er ab 1979
Nach dem erfolgreichen Regionaltref- den Kundendienst auf und ist seit 1984
fen 2005 in Drabenderhöhe beabsichtigen als Unternehmer sehr erfolgreich.
Rainer und Monika Schuster, ein wei- Seiner Heimat und den Siebenbürger
teres Treffen in diesem Jahr zu veran- Sachsen fühlt er sich sehr eng verbunden.
stalten. Es soll diesmal im Bürgerhaus In Fachkreisen ist er ebenso bekannt wie
in St. Augustin stattfinden. Das Ehepaar durch seinen ehrenamtlichen Einsatz in
Schuster bemüht sich um einen Termin den Heimatortsgemeinschaften Schäß-
im September 2008 oder – als Advents- burg und Großalisch. Seit Mai 2007 ist
feier – Anfang Dezember 2008. Falls das er Vorsitzender der HOG Pruden, seit
das Treffen stattfinden wird, werden alle Oktober 2007 leitet er die HOG-Regio-
Landsleute in Nordrhein-Westfalen und nalgruppe Schäßburger Raum.
den anliegenden Bundesländern dazu Geddert hat sich als großzügiger Spon-
schriftlich eingeladen. Der genaue Ter- sor unserer Heimatvereine sowie der
min wird auch in der Siebenbürgischen Bergschule Schäßburg verdient gemacht.
Zeitung und auf unserer Internetseite un- Wir danken ihm für die Sachspende an die
ter [Link] bekannt gegeben. „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“.
Alle Brenndörfer und deren Freunde, Siegbert Bruss
Briefe aus Brenndorf 65/2008 17
Brenndörfer Fasching wird immer beliebter
30 Maskierte feierten in Neuhaus bei Crailsheim
Das Faschingstreffen der Brenndörfer Hexen, Indianer, Prinzen und Prinzes-
wird von Jahr zu Jahr immer beliebter. Or- sinnen tummelten sich Cowboys und -
ganisiert wird es von unseren Jugendver- girls, Kindergartenkinder (die Kostüme
tretern Norbert Thiess und Gert Mechel. wurden von meiner Schwester genäht),
30 Jugendliche und Junggebliebene, die Einbrecher und Käfer. Ja, sogar ein grü-
ein Faschingskostüm gekauft, geliehen, ner Rasen mit Gärtner war anwesend. Es
gebastelt oder bunt zusammengewür- wurde viel getanzt, gelacht und erzählt.
felt haben, folgten ihrer Einladung und Der Abschied rückte aber immer nä-
fanden sich am 26. Januar im Gasthaus her, für manche schon in der Nacht, für
„Neuhaus“ bei Crailsheim ein. die meisten erst am nächsten Tag. Man
Klementine und Benno Wagner muss- trennte sich mit neuen Telefonnummern
ten mich erst gar nicht lange überreden, und dem Versprechen, sich spätestens
damit ich mitfahre. Benno sorgte wie im- beim nächsten Fasching wieder zu sehen.
mer mit guter Musik für beste Stimmung. An dieser Stelle wende ich mich an alle
Für das leibliche Wohl war auch gesorgt, Jugendlichen und Junggebliebenen, die
und gute Laune brachte jeder mit. Nor- Spaß am Verkleiden und Feiern haben,
bert Thiess hatte Krapfen für alle mitge- vorbeizukommen und mitzumachen.
bracht, und jeder Maskierte, also alle, er- Vielen Dank an die Organisatoren Gert
hielten ein Freigetränk. Ich war neugierig Mechel und Norbert Thiess und deren
auf die alten und neuen Bekannten und Helfer für die gelungene Party.
natürlich auf deren Kostüme. Zwischen Sibille Dworschak

Beste Faschingsstimmung im Gasthaus „Neuhaus“ bei Crailsheim. Foto: Wieland Oyntzen

18 Briefe aus Brenndorf 65/2008


30 Brenndörfer und Freunde waren in Neuhaus erschienen – alle einfallsreich kostümiert!

Brenndörfer Treffen 2008 in Garching


Zu einem Regionaltreffen laden Laura Hans Darabas, Kontonummer 90189176,
und Hans Darabas alle Brenndörfer in Kreissparkasse München/Starnberg,
Bayern, Österreich und anderen Regi- Bankleitzahl 702 501 50.
onen für Samstag, den 11. Oktober, ab Übernachtungen können direkt beim
14.00 Uhr, in die Gaststätte „Zum Neu- „Neuwirt“ gebucht werden unter Telefon:
wirt“, Münchner Straße 10, in Garching (089) 3 29 12 58, Fax: (089) 3 26 18 75.
ein. Essen und Getränke, Kuchen und Achtung: Die U-Bahn U 6, Richtung
Kaffee können im Lokal bestellt wer- Forschungsgelände TUM, fährt jetzt bis
den. Für Tanzmusik sorgt wieder unsere Garching. Die Haltestelle befindet sich in
Brenndörfer Blaskapelle. Garching am Maibaum oder am Spring-
Wir bitten um schriftliche oder telefo- brunnen, direkt vor dem „Neuwirt“.
nische Anmeldung bis zum 15. September Für Autofahrer: Garching liegt an der
bei Laura und Hans Darabas, Römerhof- Bundesstraße B 11, die parallel zur Au-
weg 51 b, 85748 Garching, Telefon: (089) tobahn A 9 München-Nürnberg verläuft
3 26 19 36, privat abends, oder Telefon: (Ausfahrt „Garching Süd“ oder „Gar-
(0 89) 2 8 91 23 80, bis 16.30 Uhr, E-Mail: ching Nord“). Kostenlose Parkplätze fin-
ldarabas@[Link]. Bitte überweisen det man vor dem Bürgerplatz Garching
Sie den Beitrag von 5 Euro/Erwachsene, und der Post.
3 Euro/Jugendliche auf folgendes Konto: Laura und Hans Darabas
Briefe aus Brenndorf 65/2008 19
Brenndörfer feierten Goldene Konfirmation
Die Jahrgänge 1943, 1944 und 1945 tra- bist du? Wie heißt du?“ etc. Nachdem
fen sich am Freitag, dem 14. März 2008, man sich dann wieder erkannt und sor-
im „Goldenen Ritter“ in Vorderbüchel- tiert hatte, wurde viel erzählt, und im
berg/Wüstenrot zur Goldenen Konfir- Handumdrehen waren Nachmittag und
mation. Abend vergangen.
Das Wiedersehen begann am Freitag- Am Samstagvormittag fuhren wir ge-
nachmittag bei Kaffee, Kuchen und schlossen zum Gottesdienst in die evan-
Baumstriezel. Von den 34 Angemeldeten gelische Kirche in Wüstenrot. In seiner
fehlte nur einer. Einige hatten sich über Predigt sprach Pfarrer Jung über den
50 Jahre nicht gesehen. Beim Eintreten in Verlauf eines Menschenlebens. Der „rote
den Raum ging das Ratespiel los: „Wer Faden“ muss dabei immer der christliche

Die Brenndörfer feierten goldene Konfirmation, jeweils von links nach rechts, untere Reihe: Hilda Christel geb.
Schmidts, Gertrud Gutt geb. Mechel, Hannelore Stamm geb. Liess, Brunhilde Kreisel geb. Sterns, Gerda Zintz geb.
Klusch, Monika Hergetz geb. Sont; zweite Reihe: Hannelore Jekel geb. Tontsch, Lieselotte Guist geb. Tontsch, Astrid
Thiess geb. Barthelmie, Gerlinde Barth geb. Kreisel, Edith Hergetz geb. Wagner, Hedda That geb. Brenndörfer,
Dieter Kreisel; dritte Reihe: Luise Roth geb. Gusbeth, Rosalinde Steller geb. Soos, Wiltrud Löx geb. Roth (Roth-
bach), Meta Thiesskes geb. Schuster, Waltraut Kloos, Hans Stamm; hintere Reihe: Günter Copony, Harald Kraft,
Gerald Jekel, Pfarrer Michael Jung, Jekel Hans Otto, Werner Copony, Horst Tontsch, Reinhold Roth, Kurt Stamm,
Kurt Lösch (Rothbach), Hans Jeremias (Rothbach), Ernst Schuster, Dieter Wagner, Ernst Tontsch. Nicht auf dem
Bild Edith Klein geb. Rothbächer.

20 Briefe aus Brenndorf 65/2008


Glaube sein und bleiben. Zum Anden- rungen schnell vorüber. Einige wagten
ken an jeden der 13 verstorbenen Kon- ein Tänzchen.
firmanden wurde im Altarraum je eine Am Sonntagmorgen war allgemeiner
Kerze angezündet. Die Feier des Heiligen Aufbruch. Viele äußerten den Wunsch,
Abendmahls und die Einsegnung run- sich in drei Jahren am gleichen Ort wieder
deten den feierlichen und gelungenen zu treffen.
Gottesdienst ab. Zum Andenken wurden Edith Klein geb. Rothbächer und Astrid
viele Fotos gemacht. Thiess geb. Barthelmie haben ein rundum
Nach dem reichlichen Mittagessen gelungenes Fest organisiert, wofür ihnen
ruhten sich die meisten aus oder gingen unser aller Dank gebührt. Wir freuen uns
spazieren. Auch der Abend ging mit Er- jetzt schon auf das nächste Treffen.
zählen und dem Austausch von Erinne- Harald Kraft

Einladung zur Brenndörfer Skisause 2009


Unser jährliches Skitreffen findet vom Wichtig! Damit das Treffen stattfinden
30. Januar bis 1. Februar 2009 erstmals in kann, müssen mindestens 30 vollzahlende
Tirol/Österreich statt. Wir laden sowohl Personen daran teilnehmen. Deshalb hof-
Jung als auch Alt, alle wintersportbe- fen wir auf zahlreiche Anmeldungen. Bit-
geisterten Brenndörfer und deren Freunde te meldet euch bis zum 1. Dezember 2008
in das Ferienheim „Foischinghof“ bei Fa- bei Norbert Thiess, Telefon: (01 71) 2 05
milie Klingler in Wildschönau ein. Das 31 73, oder Gert Mechel, Telefon: (0 82
Wochenende bietet interessante Möglich- 71) 80 24 76. Auch elektronisch geht es,
keiten: Skifahren, Rodelgaudi, Nachtwan- unsere E-Mail-Adresse lautet: jugend@
derungen, Pferdeschlittenfahrten, Win- [Link]. Gebt bitte auch eure Pro-
terlagerfeuer mit Punschverkostung und grammwünsche an, damit wir diesbezüg-
natürlich Tanzunterhaltung. Die Preise liche Bestellungen machen können.
für diese Zusatzveranstaltungen werden Anfahrt: Autobahn Richtung Inns-
gesondert vor Ort bezahlt. bruck, Ausfahrt Kufstein Süd (bis hierher
Der Preis pro Tag mit Halbpension ist keine Vignette erforderlich), Richtung
(Frühstücksbuffett und Abendessen) be- Wörgl nach der Kirche an der Ampel
trägt für Erwachsene 27,00 Euro und für links abbiegen Richtung WILDSCHÖ-
Kinder bis 14 Jahre 21,00 Euro. Kinder NAU. Durch Niederau durchfahren,
bis 3 Jahre sind von den Kosten befreit. in Oberau an der Kirche vorbei, direkt
Die Unterbringung für ca. 50 Personen nach dem „Dorferwirt“ rechts hoch zum
erfolgt in Vierbettenzimmern. Etagendu- „Foischinghof“ (Beschilderung beachten).
schen und WCs befinden sich auf jedem Bei starkem Schneefall sind Schneeketten
Stockwerk. Weitere Informationen unter empfehlenswert.
[Link]. Norbert Thiess, Gert Mechel

Zeidner Presbyterium wiedergewählt


Das Landeskonsistorium der Evan- Dechanten und des Bezirkskirchenkura-
gelischen Kirche A. B. in Rumänien hat tors die Presbyteriumswahlen in Zeiden
die Wiederwahl des Zeidner Presbyte- statt. Außer Erwin Göbbel, der sich nicht
riums im Dezember 2007 zugelassen. Am mehr zur Wahl stellte, wurden alle Pres-
vierten Advent fanden unter Aufsicht des byter wiedergewählt.
Briefe aus Brenndorf 65/2008 21
Eine fast tödliche Begegnung
Brutaler Mordversuch am Leimpesch zwischen Brenndorf
und Honigberg
Im Herbst des Jahres 1948 wurde am Leim- das ihm als Knauf an einem Gehstock
pesch zwischen Brenndorf und Honigberg diente – schließen ließ. Die Felder auf
an einem 14-jährigen Jungen ein brutaler beiden Seiten der Straße waren schon ab-
Mordversuch begangen. Darüber verfasste geerntet und leer, nur hie und da noch
der Betroffene, dessen Text auf eigenen pflügte ein Bauer mit seinen Ochsen den
Wunsch bloß mit Initialen unterzeichnet Acker. In der Nähe des Scheidebachs, den
ist, folgenden Bericht, der erstmals in dem wir nach etwa einer halben Stunde er-
Buch „Tatort Burzenland. Von Kriminalfällen reicht hatten, sah ich noch zwei bekannte
und sonstigen Katastrophen“ von Karl-Heinz Brenndörfer, die mit einem Bulldog von
Brenndörfer (Stuttgart, 2007) veröffentlicht der MTS Furchen zogen.
wurde. Gleich nach der Scheidebachbrücke
Der 10. Oktober 1948 war ein kalter, schlängelt sich die Straße in einer Serpen-
von herbstlichem Hochnebel geprägter tine hinauf auf das etwa 30 Meter hohe
Tag, der keinen Sonnenstrahl bis zur Plateau, das den Leimpesch südlich der
Erde durchdringen ließ. Gegen sieben Straße mit seinem nördlichen Ausläufer
Uhr machte ich mich auf den Weg nach verbindet. Oben angekommen, konnte
Honigberg, von wo ich mit meinem Vetter man die Straße bis nach Brenndorf über-
Martin Binder nach Săcele fahren wollte, blicken. Beide blickten wir zurück, ich,
um uns zur Berufsausbildung an der um zu schauen, ob da nicht irgendein
Technischen Mittelschule „Electropreci- Pferdegespann komme, mit dem wir bis
zia“ anzumelden. Honigberg hätten mitfahren können,
Als ich, von der Friedhofgasse kom- mein Weggefährte aber wollte sich, wie
mend, die Hauptstraße erreichte, die sich erst später herausstellen sollte, ver-
von Brenndorf zu dem 7 km entfernten sichern, dass niemand nachkam, der ihn
Honigberg führte, traf ich auf einen jun- in seinem Vorhaben hätte stören können.
gen, etwa 22-jährigen Rumänen, der den Als wir am anderen Ende der etwa 500
gleichen Weg vor sich hatte. Nach kurzem Meter langen Hochfläche waren, wo man
Gruß kamen wir ins Gespräch, und so die Straße, die von Honigberg kommt,
erfuhr ich, dass er Waldhüter (Förster) einsehen konnte, und sich auch hier kei-
sei, was sich auch aus seiner Ausrüstung ne Bewegung zeigte, stellte sich mein
– dem Rucksack und einem kleinen Beil, Weggefährte plötzlich vor mich hin, hob
Briefe aus Brenndorf 65/2008 27
drohend sein als Gehstock verwendetes
kleines Beil und behauptete, dass ich of-
fenbar ein gesuchter Krimineller sei und
er mich zur Polizei in das etwa zwölf Kilo-
meter entfernte Kronstadt bringen müsse.
Auf meine Einwände und den Vorschlag,
gemeinsam nach Brenndorf oder Honig-
berg zu gehen, wo man mich persönlich
kenne, wurde er ungehalten, drohte wie-
der mit seinem Beil und zeigte mir die
Richtung, die ich einschlagen sollte. Da
von hier aus die Straße nur über Honig-
berg nach Kronstadt führt, er aber auf
den Leimpeschberg mit seinen bewal-
deten Hängen zeigte, schwante mir nichts
Gutes. Ich war dennoch so überrascht
von dieser Wende im Verhalten meines
Weggefährten, dass ich an Flucht gar
nicht dachte. Wohin auch sollte ich lau-
fen, wenn weit und breit kein Mensch zu
sehen war. Außerdem konnte ich mich als
knapp Vierzehnjähriger nicht gegen den
körperlich überlegenen, mit einem Beil
bewaffneten Mann stellen. So befolgte ich
völlig verängstigt seinen Befehl. mit dem Gesicht nach unten, nur noch
Wir verließen nun die Straße und gin- mit Unterhemd, Unterhose und Socken
gen, er immer zwei Schritte hinter mir bekleidet, auf den kühlen und laubbe-
her, querfeldein auf den etwa 200 Meter deckten Waldboden, fesselte mich erneut
hohen Leimpeschberg zu. Kaum hat- an Händen und Füßen und schlug dann
ten wir den Wald erreicht, hörte ich ein mit seinem Beil auf mich ein. Die ersten
Zischen über meinem Kopf. Instinktiv Hiebe gingen auf die Ellenbogen, dann
bückte ich mich nach vorn, so dass mich folgte ein Schlag auf den Hinterkopf. Ich
der Hieb mit dem Beil in den Rücken konnte noch wahrnehmen, dass bei die-
traf. Ich versuchte zu fliehen, doch nach sem letzten Schlag der dünne Gehstock
ein paar Schritten hatte der Mann mich brach und das Beil in das dichte Laub
eingeholt und fesselte mir die Arme auf fiel. Zunächst suchte er, immer vor sich
dem Rücken. Hierzu benützte er einen hin fluchend, danach, ohne jedoch das
dünnen Riemen, mit dem sein Rucksack Beil zu finden. Wütend darüber, trat er
zugebunden war. Dann trieb er mich im- mit seinen schweren Winterschuhen auf
mer weiter den Leimpeschberg hinauf, mich ein, wobei er den Hinterkopf und
bis wir fast oben waren. Hier nahm er mir die rechte Gesichtshälfte traf. Ich ließ alles
die Fesseln ab und zwang mich, immer lautlos über mich ergehen, atmete ganz
mit seinem Beil drohend, mich auszuzie- flach und stellte mich tot. Kurz darauf
hen. Zunächst war der neue Lodenman- packte er meine Kleider zusammen und
tel dran, dann der gute Anzug und das verließ fluchend den Tatort. Am Rascheln
Hemd, und zuletzt die Haferlschuhe, die des Laubes konnte ich hören, dass er sich
noch fast neu waren. Danach warf er mich immer weiter von mir entfernte. Aller-
28 Briefe aus Brenndorf 65/2008
dings war ich nicht ganz sicher, ob er Auf dem Heimweg, der uns an dem Mi-
mich nicht aus der Distanz beobachten lizposten vorbei führte, erstatteten wir
würde. Obwohl ich vor Angst und Kälte Anzeige. Ich musste den ganzen Ablauf
am ganzen Körper zitterte, blieb ich noch des Geschehenen schildern, weiß aber
eine ganze Weile unbeweglich liegen. nicht, ob und was die Polizei gleich da-
Als sich meine Zweifel gelegt hatten, nach unternommen hat, um den Täter
drehte ich mich auf den Rücken und zu finden.
versuchte aufzustehen. Das gelang mir Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nach-
jedoch nicht, weil ich an Händen und richt vom Überfall in der Gemeinde he-
Füßen gefesselt war, so stürzte ich wieder rumgesprochen, und kaum waren wir
hin. Nun drehte ich mich quer zum Hang zu Hause, suchte mich der Brenndorfer
und rollte ein Stück den Berg hinunter, bis Metzgermeister Georg Teutsch auf und
ich mich irgendwo im Unterholz verfing. erkundigte sich nach dem Aussehen und
Hier setzte ich mich nun auf und ver- sonstigen Kennzeichen des Täters. Herr
suchte an einem Ast den Riemen an mei- Teutsch hegte den Verdacht, der Täter
nen gefesselten Händen durchzuscheu- könne Gheorghe Coman sein, dessen äl-
ern. Wahrscheinlich durch die Reibung terer Bruder früher auf seinem Bauern-
lockerte sich der Knoten am Riemen, so hof als Knecht gearbeitet und mit dem
dass ich in kurzer Zeit beide Hände frei er am Morgen noch gesprochen hatte. Er
hatte. Nun löste ich auch die Fesseln an stammte aus der jenseits des Altflusses
den Füßen und lief, so schnell ich konn- gelegenen Szeklergemeinde Árápatak
te, auf die Straße zu. Dort konnte ich in (Araci). Da meine Aussage mit den Be-
der Ferne wahrnehmen, wie mir von obachtungen des Metzgermeisters über-
Brenndorf jemand entgegen kam. Dass einstimmten, wurde der Name des mut-
es eine ältere Frau war, erkannte ich an maßlichen Täters der Miliz mitgeteilt.
dem schwarzen Schaltuch, das sie um Ich aber lag fast drei Wochen lang im
die Schultern trug. Als wir uns einander Bett, konnte mich kaum rühren, weil mir
näherten und sie in mir einen blutüber- alle Knochen weh taten, vor allem aber
strömten, halb nackten Jungen gewahrte, hatte ich starke Zahnschmerzen. Den Un-
wurde sie offensichtlich unsicher und terkiefer, der mehrere Tritte abbekommen
ängstlich. Ich sprach sie an, weil ich sie hatte und offenbar gebrochen war, konnte
als eine Nachbarin meiner Großeltern aus ich wochenlang nicht bewegen und nur
Honigberg erkannt hatte, und sagte ihr, flüssige Nahrung zu mir nehmen, die
wer ich sei. Als sie meinen Namen hörte, mir meine Großmutter und Tante Rosi
kam sie auf mich zu, schlang das wär- einflößen mussten. Auch der rechte Ba-
mende Schaltuch um mich und begleitete ckenknochen war von den harten Tritten
mich bis nach Brenndorf. gebrochen. Täglich wurden meine Wun-
Zu Hause war das Entsetzen darüber, den mit Kamillentee gewaschen, bis sie
wie ich zugerichtet worden war, bei mei- langsam zuheilten. Im Gesicht sind keine
nen Großeltern und meiner Tante Rosi, größeren Narben zurückgeblieben, doch
von denen ich mich etwa zwei Stunden am Hinterkopf kann ich auch heute noch
vorher noch verabschiedet hatte, groß. In eine Narbe und Verformungen ertasten.
einem Wägelchen wurde ich gleich zum Als die Kiefer sich wieder etwas öffnen
Gemeindearzt Dr. Bodeanu gefahren, der ließen, konnte ich ertasten, dass die Ba-
mich untersuchte, die Wunden, vor allem ckenzähne nicht mehr fest in ihrem Bett
am Hinterkopf, reinigte und verband und saßen. Glücklicherweise aber sind sie da-
mich danach wieder nach Hause entließ. nach alle wieder richtig angewachsen.
Briefe aus Brenndorf 65/2008 29
Eines Tages, nachdem Name und Siebendörfern, die an den Ausläufern der
Wohnort des Täters bekannt geworden Karpaten, über 20 km von Brenndorf ent-
waren, besuchte mich Anna Kovács, eine fernt, liegen. Wir wurden aufgefordert,
ältere Brenndorferin, die in Árápatak am 24. Dezember die angegebenen Häu-
(Araci) mit dem Ungarn Mihaly Kovács ser aufzusuchen, die dort befindlichen
verheiratet war. Dieser hatte, nachdem Kleider zu identifizieren und sie bei der
er erfahren hatte, dass Gheorghe Coman Miliz in Brenndorf zu deponieren. Damit
ein Kind überfallen und fast zu Tode bahnte sich meine „Odyssee des Heiligen
geprügelt hatte, sich geschworen, ihm Abends“ von 1948 an.
nachzuspüren und eigenhändig der Jus- Wir, das waren mein 20-jähriger Onkel
tiz zu übergeben. Am 22. Dezember 1948 Hermann G., der drei Wochen vor Weih-
war es dann soweit. Mihaly Kovács hatte nachten aus der Kriegsgefangenschaft
Gheorghe Coman auf dem Jahrmarkt in heimgekehrt war, mein Vetter Hans M.
Sf. Gheorghe gesehen. In der Hoffnung, und ich, gingen am 24. Dezember nach
dass dieser in das 15 km entfernte Árápa- Honigberg, um bei Verwandten einen
tak (Araci) nach Hause kommen würde, Einspänner auszuleihen und in das etwa
um die Weihnachtsfeiertage im Kreise 15 km entfernte Satulung zu fahren. Hier
seiner Familie zu verbringen, legte er sich begaben wir uns zur Miliz, brachten un-
auf die Lauer und konnte beobachten, ser Anliegen vor und wurden von einem
wie Coman, bei Einbruch der Dunkelheit Polizisten zur angegebenen Adresse be-
sein Elternhaus betrat. Sofort trommel- gleitet. Die Bewohner erklärten, dass sie
te Kovács einige Nachbarn zusammen, Gheorghe Coman zwar kennen würden,
die, mit Knüppeln, Forken und Messern er aber bei ihnen keine Sachen deponiert
bewaffnet, das Anwesen umstellten. Ei- habe. Die nächste Anlaufstelle befand
nige der Männer drangen ins Gebäude sich im etwa sechs Kilometer entfernten
ein, und als sie Coman zunächst nicht Zizin. Der Polizist beschied uns, wenn
antrafen, durchsuchten sie das Haus. wir zu Fuß die Abkürzung über den Berg
Sie fanden ihn in einem Versteck, das im nehmen würden, wären wir in einer hal-
Bretterboden unter dem Bett eingerichtet ben Stunde dort. Meinen Vetter Hans M.
worden war. Gefesselt wurde er der Po- ließen wir mit dem Wagen in Satulung
lizei in Árápatak (Araci) übergeben, die zurück und gingen also über den Berg
ihn dann nach Brenndorf brachte. nach Zizin. Bei der angegebenen Adresse
Am späten Nachmittag des 23. De- rückten die Einwohner ein Stoffbündel
zember, wir übten gerade die Lieder heraus, das Gheorghe Coman bei ihnen
und Gedichte für die Weihnachtsfeier in gelassen hatte. Als wir das Bündel öff-
der Kirche ein, kam der Kirchendiener neten, erkannte ich sofort den braunen
und sagte mir, ich solle gleich zur Miliz Lodenstoff, aus dem mein Mantel einst
gehen. Dort wurde mir der Mann vor- genäht worden war, nun aber aufge-
geführt, den ich identifizieren sollte. Ich trennt vor mir lag, sowie die fast neuen
erkannte sofort, dass es der gleiche war, Haferlschuhe. Alles war verdreckt und
der mich überfallen hatte, obwohl er dies roch nach Rauch, weil es in einem Kamin
vehement abstritt. Nach längerem Verhör, versteckt worden war. Wir packten die
bei dem ich nicht anwesend sein durfte, Sachen zusammen, unterschrieben beim
gestand Gheorghe Coman dann die Tat Polizisten deren Empfang und machten
und gab auch die Anschriften der Leute uns wieder auf den Weg nach Satulung,
bekannt, bei denen er meine Kleider ver- wo unser Einspänner stehen sollte. Hier
steckt hatte. Diese Leute wohnten in den aber erfuhren wir auf der Polizeistation,
30 Briefe aus Brenndorf 65/2008
dass unser Vetter uns entgegen gefahren wieder Hoffnung auf und jetzt führte die
war, um uns den langen Rückweg nach Spur tatsächlich in das Haus Nr. 85. Hier
Satulung zu ersparen. Weil wir aber wie- hatten sich inzwischen auch meine Groß-
der die Abkürzung über den Berg genom- eltern und meine Schwester eingefunden,
men hatten, was der Vetter nicht wusste, die von unserer Aktion erst erfahren hat-
waren wir einander nicht begegnet. ten, als wir mit dem Einspänner nicht
Inzwischen hatte es angefangen zu heimgekommen waren.
schneien und die Dämmerung brach he- Nach einem wohlschmeckenden
rein. Wir standen da und hatten keine Abendbrot und einem heißen Tee und
Ahnung, ob Hans M. jetzt heimgefahren nachdem wir die Erlebnisse des Tages
war oder uns in Zizin suchte. Die Unge- ausgiebig beredet hatten, gingen wir mit
wissheit war lähmend, doch mein Onkel den Großeltern mit, um bei ihnen zu
und ich entschlossen uns, den Rückweg übernachten. Inzwischen war es Mitter-
nach Honigberg anzutreten in der Hoff- nacht geworden. Als wir die große Ter-
nung, Vetter Hans würde uns mit dem rasse betraten, über die man ins Haus der
Einspänner einholen. Immer wieder Großeltern gelangte und von der man
blickten wir zurück und horchten nach das rumänische Viertel in der Mühlgasse
einem Pferdegespann, wurden aber je- einsehen konnte, hörten wir Menschen
des Mal um eine Enttäuschung reicher, schreien und Vieh brüllen, und konnten
denn es rührte sich nichts. Inzwischen zwischen den Bäumen einen lodernden
war es stockdunkel und das Schneetrei- Feuerschein entdecken. Wie sich am
ben stärker geworden, so dass wir die Weihnachtsmorgen herausstellte, waren
Lichter von dem noch einige Kilometer eine Scheune und einige Schweine dem
entfernten Honigberg nicht mehr sehen Feuer zum Opfer gefallen.
konnten. Wir wussten nur eines und das So endete meine „Odyssee des Heiligen
gab uns die Kraft weiter zu marschieren, Abends“ von 1948.
nämlich dass wir uns auf der richtigen Nach einer kurzen Nacht und einem
Straße nach Honigberg befanden. Immer weihnachtlichen Frühstück bei den
wieder suchten wir im Schnee nach einer Großeltern machten wir drei uns auf den
Wagen- bzw. Pferdespur, doch kein Zei- Weg nach Brenndorf. Vergessen waren
chen der Hoffnung ließ sich ausmachen. die Strapazen des Vortags, und bei dem
Als wir gegen 22 Uhr müde und halb schönen Wetter und winterlich frischer,
erfroren Honigberg erreichten, waren kühler Luft waren die sieben Kilometer
wir froh, es geschafft zu haben. Was uns bald zurückgelegt.
jetzt noch beschäftigte, war die Frage, ob Im Frühjahr 1949 wurde Gheorghe Co-
auch Vetter Hans mit dem Wagen gut man der Prozess gemacht. Für die Un-
angekommen sei. In der Gräfengasse, tat, die er an einem kaum 14 Jahre alten
wo meine Verwandten wohnten, sahen Jungen begangen hatte, verurteilte ihn
wir im Schnee eine Wagen- und Pferde- das Gericht zu einer Freiheitsstrafe von
spur und waren überzeugt, dass sie die zwei Jahren.
von Vetter Hans sein müsse. Als wir aber Gheorghe Coman bin ich erst Jahre spä-
entdeckten, dass die Spur an dem Haus, ter in einem Bus, der von Kronstadt über
in das er links hätte abbiegen müssen, Brenndorf nach Árápatak (Araci) fuhr,
vorbeiführte, versetzte uns das in große begegnet, ohne dabei Hass zu verspüren.
Unruhe. Wir verfolgten die Spur weiter, Den Weg nach Honigberg bin ich nach
bis wir feststellten, dass der Wagen nach der Tat noch öfters gegangen, um meine
etwa 50 m gewendet hatte. Dabei kam Großeltern und meine jüngere Schwester,
Briefe aus Brenndorf 65/2008 31
die bei ihnen wohnte, zu besuchen. Die „Spezialisten“ damals noch gar nicht gab
erste Zeit hatte ich dabei schon ein etwas und man sie aus diesem Grund auch nicht
mulmiges Gefühl, was sich später aber „brauchen musste“ – ich weiß es nicht
gelegt hat. und kann darauf keine Antwort geben.
Inzwischen sind seit dem schreck- O.F.G.
lichen Erlebnis fast 60 Jahre vergangen.
Einen seelischen Schaden habe ich an- Karl-Heinz Brenndörfer: „Tatort Burzen-
scheinend nicht davongetragen, denn ich land. Von Kriminalfällen und sonstigen
habe diese lange Zeit ohne Albträume Katastrophen“, 181 Seiten; 13 Abbil-
oder irgendwelche Ängste verlebt. Ob dungen, ISBN 278-3-00-021508-7. Zu be-
das daran liegt, dass wir damals noch stellen zum Preis von 14,00 Euro, zuzüg-
nicht darüber „aufgeklärt“ waren, dass lich 1,10 Euro Versand, bei Karl-Heinz
ein solches Erlebnis nur mit Hilfe eines Brenndörfer, Werner-Haas-Weg 5, 70469
Psychologen oder Psychiaters verarbei- Stuttgart, Telefon und Fax: 07 11-85 02 89,
tet werden kann, dass es für uns solche E-Mail: khbrenndoerfer@[Link].

„Geistiger Mittelpunkt der Gemeinschaft“


Zum Gedenken an den Chronisten Rudolf That (1907 - 1993)
Im vorigen Sommer erfüllten sich 100 Jahre sich in unseren Heimatbriefen, mit den
seit der Geburt unseres langjährigen Schrift- verschiedensten Titelbildern und Illustra-
führers und Chronisten, Rudolf That. Gebo- tionen aus seiner Feder versehen, in den
ren wurde er am 23. Juni 1907 in Brenndorf, Postkarten mit Brenndörfer Motiven und
gestorben ist er vor 15 Jahren, am 29. Juli nicht zuletzt in seinem Lieblingswerk,
1993, in Kirchheim/Teck. Zum Gedenken der Chronik von Brenndorf, wider. Trotz
an den Mitbegründer und Ehrenbürger der seines ruhigen und bescheidenen Wesens,
„Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ drucken entwarf er immer neue Pläne und steckte
wir im Folgenden den „Nachruf auf einen voller Ideen. Unzählige Briefe mit An-
väterlichen Freund“ von Otto Gliebe nach regungen, Vorschlägen und Entwürfen
(„Briefe aus Brenndorf“, 36. Folge, Weih- wechselten von Kirchheim nach Ansbach,
nachten 1993). und immer ging es nur um das eine, um
das Wohl der Gemeinschaft.
„Pfingsten 1976“ – In die Gaststätte Als Dank für sein Pflichtbewusstsein
„Brauner Hirsch“ in Dinkelsbühl kommt und seine Treue für diese Gemeinschaft
ein älterer, weißhaariger Herr und stellt wurde Rudi That beim Brenndörfer
sich den anwesenden Brenndörfern mit Nachbarschaftstag 1988 in Dinkelsbühl
folgenden Worten vor: „Ich heiße Rudi zum Ehrenbürger ernannt. Obwohl er
That, bin in Brenndorf geboren und habe sich beim Nachbarschaftstag 1991 aus
für Brenndorf eine Chronik geschrieben. Altersgründen nicht mehr zur Wahl
Hier ist das Manuskript.“ – Dieses war die stellte – er wollte den jungen Leuten die
Geburtsstunde der „Dorfgemeinschaft Chance geben, sich zu bewähren – war er
der Brenndörfer“. Siebzehn Jahre lang immer dabei, wenn es um die Vorberei-
hat er sich für das Wohl seiner geliebten tung der Treffen oder sonstige Arbeitsbe-
Dorfgemeinschaft eingesetzt und war ihr sprechungen ging.
geistiger Mittelpunkt. Die Handschrift Und so kam es nicht von ungefähr, dass
seiner unermüdlichen Tätigkeit spiegelt er auch im April 1993 an unserer Vor-

32 Briefe aus Brenndorf 65/2008


standssitzung in Gundelsheim teilnahm
und mitwirkte.
Als ich ihm am 23. Juni zu seinem 86.
Geburtstag gratulierte, sagte er mir am
Telefon: „Im Herbst komme ich nochmals
nach Ansbach, denn wir haben allerhand
zu besprechen.“ Ein Wiedersehen mit
meinem väterlichen Freund Rudi sollte es
aber nicht mehr geben. Die Nachricht von
seinem unerwarteten Tod hat uns sehr
betroffen, denn er hinterlässt eine schier
unschließbare Lücke in unseren Reihen.
Seinen Nachfolger in diesem „Amt“,
Siegbert Bruss, hat er sehr geschätzt und
ihm kurz vor seinem Tode das fast fertige
Manuskript zu einer erweiterten Auflage
unseres Heimatbuches ans Herz gelegt.
Wir werden uns bemühen, seine Ideen
und Gedanken für das Wohl der Dorfge-
meinschaft, in seinem Sinne, fortzufüh-
ren und gedenken seiner in Treue und
Ehrfurcht.“ Rudolf That (1907 - 1993)
Er war ein fleißiger, treuer und von un-
serer gemeinsamen Sache überzeugter Aquarelle in warmen Pastelltönen und
Anhänger der siebenbürgisch-säch- Zeichnungen mit Wachsfarben.
sischen Kultur. Sein ganzes Wirken war Seit seiner Ausreise nach Deutschland
ausgerichtet auf die bedeutenden Zitate 1969 arbeitete er an der Ortschronik, die
von Goethe und Schiller: „Was du geerbt im Jahr 1979 unter dem Titel „Brenn-
von deinen Vätern, erwirb es, um es zu dorf. Ereignisse und Gestalten aus der
besitzen“ und „Was auch daraus werde, 700-jährigen Geschichte einer siebenbür-
steh zu deinem Volke“. gisch-burzenländischen Gemeinde“ im
Otto Gliebe Hercynia Verlag, Kipfenberg, erschien. Es
ist eine der besinnlichsten und anschau-
lichsten Dorfchroniken Siebenbürgens,
Daten und Zitate „eine Liebeserklärung sondergleichen
Am 23. Juni 1907 in Brenndorf geboren, an seine Heimat“, geschrieben „mit
zog Rudolf That schon in früher Kindheit Herzblut und auch schriftstellerischem
mit seiner Familie nach Hermannstadt Können.“ (Paul Kloess) „Beeindruckend
um. Trotz schwerer materieller Umstän- waren seine Offenheit und sein Idealis-
de studierte er Maschinenbau am Poly- mus, der keine weltfremden Züge trug.
technikum Friedberg (Hessen) und war Er verstand es, die Tradition wieder le-
anschließend als Ingenieur bei „Hess“ bendig zu machen und nach ihren Werten
und „Rieger“ (später „Independenţa“) in zu leben.“ (Fritz Tontsch) „Eingebettet
Hermannstadt tätig. Gleichzeitig ging er in die Gemeinschaft und im kulturellen
humanistischen Interessen nach. Ange- Dienst der Heimatgemeinde hat Rudolf
regt von dem Maler Ferdinand Mazaneck, That seine geistige Erfüllung gefunden.“
entstanden meist Federzeichnungen, (Siegbert Bruss)
Briefe aus Brenndorf 65/2008 33
Brenndorfs letzter sächsischer Ortsrichter
Zum Gedenken an Hans Kreisel zu dessen 50. Todestag
Hans Kreisel aus Brenndorf, Kirchengasse Nr. fand er daheim eine Bauernwirtschaft
13, hat über 15 Jahre lang als Vizerichter und vor, in der schon seit 1916 die Bäuerin
Richter (Bürgermeister) unserer Gemeinde fehlte, da seine Mutter verstorben war
vorbildlich gedient. Aus Anlass seines 50. und ihre Stelle vorübergehend von der
Todestages wird ein Artikel nachgedruckt, jüngsten Tochter des Hauses eingenom-
der in den „Briefen aus Brenndorf“, Folge men wurde.
34 von Weihnachten 1992, erschienen war. Er heiratete 1919 Anna, geborene
Damit wurde die neue Reihe „Siebenbürgens Kaufmes, und brachte so eine neue „Wir-
Schicksal und Erbe“ eröffnet, die führenden tin“ auf den Hof, den er kurze Zeit darauf
Persönlichkeiten gewidmet ist und der jün- von seinem Vater übernahm.
geren Generationen unserer Dorfgemein- Hans Kreisel war ein fortschrittlicher
schaft Gelegenheit bieten soll, etwas aus der Bauer, der seinen Hof mit Umsicht und
jüngsten Vergangenheit unserer Gemeinde Gewissenhaftigkeit führte und mit der
zu erfahren. Zeit weiter ausbaute: Schweinestallungen,
Geräteschuppen, Futtersilos, eine moder-
Hans Kreisel wurde am 12. September ne Miststätte usw.
1892, als Sohn von Hans Kreisel und Anna, Seine besondere Art zu sein, seine
geborene Ließ, geboren. Eine glückliche Gutmütigkeit und betont klugmensch-
Kindheit erlebte er zusammen mit sei- lichen Charaktereigenschaften, seine
nen beiden älteren Schwestern Anna und aufrechten Meinungen, seine Offenheit,
Emma und der jüngeren Ottilie, auf dem führten dazu, dass er beliebt und von
gutgehenden elterlichen Hof, auf dem er den Gemeindemitgliedern ein geachteter
in ein geregeltes und trautes Familienle- Nachbar wurde, der sehr bald in die Ge-
ben und den Betrieb eines sächsischen meindevertretung und ins Presbyterium
Bauernhofes hineinwuchs. Er war ein gut- gewählt und schließlich auch Ortsrichter
mütiger, fleißiger und geweckter Junge, von Brenndorf wurde.
der neun Klassen der Brenndörfer Volks- Dieses Amt hat er mit Umsicht und
schule – damals gingen die Jungen neun Treue geführt. Die Gemeinde wurde
und die Mädchen acht Jahre lang in die gut geleitet und gehörte wirtschaftlich
Schule – als Vorzugsschüler absolvierte. zu den angesehensten und fortschritt-
Darauf folgten noch zwei Jahre Acker- lichsten Gemeinden des Burzenlandes,
bauschule in Marienburg, denn er war insbesonders, nachdem er den Anschluss
dazu berufen, den elterlichen Bauernhof der Zuckerfabrik und der Radiostation
zu übernehmen. an die Gemeinde durchgesetzt hatte. Die
Der Erste Weltkrieg führte ihn, von Gemeinde erlebte einen noch nie dagewe-
Anfang bis zum Ende, als Honvedsoldat senen wirtschaftlichen Aufschwung.
(Kavallerie) an die Front. Er kämpfte in Die Wende, am 23. August 1944, sowie
Galizien und auch am Isonzo (Italien) und der Frontwechsel, fanden Hans Kreisel in
wurde mit hohen Orden ausgezeichnet seinem Amt als Ortsrichter. Da er auch bei
und sehr bald zum Korporal und Unter- der rumänischen Bevölkerung der Ge-
offizier befördert. Als er 1918, nach dem meinde beliebt und angesehen war, ist er
Zusammenbruch der österreichisch-un- von einer Inhaftierung bzw. Internierung
garischen Monarchie entlassen wurde, verschont geblieben.

34 Briefe aus Brenndorf 65/2008


Am 24. August wurde die Radiostation Bewohner von Brenndorf verheerende
von deutschen „Stukas“ bombardiert und Folgen gehabt.
teilweise außer Funktion gesetzt. Am sel- Diese entschlossene und mutige Tat, bei
ben Tag bewegten sich deutsche Trup- der Hans Kreisel auch sein Leben einge-
penverbände aus St. Georgen (Ungarn) setzt hatte, verdient die Anerkennung,
in Richtung Radiosender mit dem Auf- die ihm damals von den Behörden gezollt
trag, die Radiostation zu besetzen und wurde. Sie sollte aber auch von der Bevöl-
die rumänischen Truppen zu vernichten. kerung Brenndorfs nicht vergessen wer-
Der Direktor des Radiosenders und der den. Hans Kreisel wurde, trotz allem, eine
Kommandant der Besatzungstruppen Woche nach dem 23. August 1944 seines
riefen im Rathaus an und forderten vom Amtes enthoben – er war der letzte säch-
Ortsrichter Hans Kreisel, er solle sich sische Ortsrichter von Brenndorf. Leider
unverzüglich zur Station begeben, um ist der tapfere Mann am 17. April 1958,
sich als Vermittler zwischen Verteidigern mit nur 68 Jahren, für seine Familie und
und Angreifern einzuschalten. Unnöti- seine Gemeinde, viel zu früh, verstorben.
ges Blutvergießen, sinnlose Hans Hermannstädter
Zerstörung sollten vermie-
den werden.
Seiner Verantwortung be-
wusst, das Gut der Gemein-
de schützen zu müssen und
in der Erkenntnis sinnloser
Kampfhandlungen, nahm
er sein Fahrrad, band an
die Lenkstange ein weißes
Tuch und fuhr zwischen
beiden Fronten zur Radio-
station. Es hatte schon er-
heblichen Feuerwechsel
gegeben, denn die Angrei-
fer hatten sich rechts von
der Straße verschanzt. Er
fuhr ohne Furcht, denn der
alte Frontkämpfer kannte
das Pfeifen der Gewehr-
kugeln.
Nach stundenlangen
Verhandlungen, es wurde
später Abend bis zu seiner
Rückkehr nach Hause, ist es
ihm gelungen, den Haupt-
mann und seine Truppen
zu einem Rückzug nach Der letzte sächsische Richter von Brenndorf: Hans Kreisel (sitzend, Erster
von rechts) mit seiner Familie, sitzend von links: Anna Kreisel, Sigrid, Det-
St. Georgen zu bewegen. lev und Karin Hermannstädter; stehend, von links: Hans Hermannstädter
Eine Kampfhandlung hät- und Hanni geb. Kreisel sowie Emmi geb. Kreisel und Fritz Reiss anlässlich
te nämlich auch für die ihrer Verlobung 1951.

Briefe aus Brenndorf 65/2008 35


Nachruf auf unsere Geschwister
Ja, es ist wieder an der Zeit, unserer Martins Tod, vier Jahre seit Anni von uns
lieben Verstorbenen zu gedenken. Nun schied, und bei Dir, liebe Emmi, blosß
seid ihr drei an der Zahl, Martin, Anni drei Monate.
und Emmi. Euch möchten wir zwei noch Euch allen eine sanfte Ruhe und Gottes
lebenden, Rosi und Treni, danken für die ewigen Frieden.
Zeit, die wir mir Euch erleben, uns freuen Eure Geschwister Rosi und Treni
und auch leiden durften. mit allen Angehörigen
Du, lieber Martin, warst für mich immer
ein Vorbild, ein weiser Bruder. Ebenso Der Nachruf bezieht sich auf folgende
hilfreich, bereit wie eine Mutter, sorgtest Geschwister aus der Neugasse, Haus-
Du, liebe Anni für uns drei Geschwister, nummer 230 in Brenndorf:
Treni, Rosi und Emmi. Leider ganz plötz- Martin Reiss, gestorben 1999 in Greiz
lich, unerwartet gingst Du, liebe Emmi Anni Zooi geb. Reiss, gestorben 2004
von uns. Um Dich ist unserer Trauer noch in Stuttgart
ganz frisch, der Schmerz tief, aber wir Emmi Hirscher geb. Reiss, gestorben
sind tröstlich und danken unserem lieben 2007 in Petersberg
Herrgott, der alles zum besten, trösten- Als Autorinnen des Nachrufes zeichnen
den Ende führte. Wir bitten ihn um Deine die Schwestern: Katharina Reiss, geb. am
Annahme in sein Reich, er möge Dir die 12. Oktober 1935, und Rosi Dieners geb.
ewige Ruhe schenken. Reiss, geb. am 5. Juli 1937, die heute beide
Ja, es sind neun Jahre vergangen seit in Stuttgart-Zuffenhausen leben.

Burzenland-Film zum Subskriptionspreis


Der sehenswerte Film von Günter Czer- Nußbach, Rothbach, Heldsdorf, Weiden-
netzky „Lichtblicke und Schlagschatten“ bach, Bartholomae, Zeiden, Brenndorf
über die Burzenlandfahrt der Ortsvertre- und Schirkanyen nicht fehlen.
ter im Mai 2006 ist voller Wehmut und Der Film ist noch in wenigen Exemp-
Abschiedsstimmung, aber auch voller laren vorrätig und kann zum Preis von
Lebensfreude. Festlich, erhebend, tief be- 15 Euro, zuzüglich Versand, bei Edmund
rührend – wie der gesamte Film, in dem Seimen in München, Telefon: (089) 1 68
Wolkendorf, Kronstadt mit der Schwar- 97 37, E-Mail: seimen@[Link], bestellt
zen Kirche und dem Kirchenarchiv, die werden. Der Subskriptionspreis gilt für
Villa Hermani, Neustadt, Rosenau, Tart- alle unsere Mitglieder. Danach kostet
lau, Honigberg, Petersberg, Marienburg, die DVD 25 Euro.

Heimatglocken läuten für unsere Toten


Für alle Brenndörfer und deren Fami- und Emilia Schuster, Telefon: (0040) 268-
lienangehörigen können während ihres 28 31 72, anrufen. Dieser letzte Dienst
Begräbnisses, egal in welchem Land der für unsere Toten ist kostenlos. Die an-
Erde es stattfindet, die Kirchenglocken in fallenden Kosten werden am Jahresende
Brenndorf geläutet werden. Bitte recht- durch eine Pauschalzahlung der „Dorf-
zeitig bei Kuratorin Rosi Rusu, Telefon: gemeinschaft der Brenndörfer“ an die
(0040) 268-28 34 94, oder bei Familie Ernst Kirchengemeinde beglichen.
36 Briefe aus Brenndorf 65/2008
Neue Anschriften der Brenndörfer
Berceanu Hermine (Liess 151/291) Bruno Rothbächer (74)
Hackenzahn 9 Neue Telefonnr.: (08 21) 2 97 33 12
83101 Rohrdorf/Thansau Schneider Rosi (11)
Telefon: (0 80 31) 9 08 69 31 Korrigierte Telefonnr.: (02 03) 28 94-232
Copony Otto (jun. 40) Stamm Ortwin (76)
Burkardinerstraße 4 Karl-Gärtner-Straße 46
97234 Reichenberg 74321 Bietigheim-Bissingen
Telefon: (01 71) 1 55 27 62 Telefon: (0 71 42) 33 97 92

Dworschak Sibille (4) Wagner Gerold (120/46)


Neue Telefonnr.: (0 71 44) 27 83 15 Gotenstraße 16
71336 Waiblingen
Kloos Annerose (Kloos 71) Telefon: (0 71 46) 4 33 67
Hirschgartenallee 45
80639 München Zeschke Ottilie (Rothenbächer 17)
Telefon: (089) 96 19 82 94 Garhöll 1
E-Mail: annekloos@[Link] 82418 Murnau
Telefon: (0 88 41) 61 27 65 02
Martini Reinhold (7)
Zintz Gerda (Klusch 47)
Neue Telefonnr.: (02 41) 43 56 50 77
Rheindorfer Straße 135
Dieter Rothbächer (74/676) 53225 Bonn
Neue Telefonnr.: (08 21) 2 97 53 46 Telefon: (02 28) 9 76 40 80

Treffen der Zentrumsschule Petersberg


Schüler und Lehrer der ehemaligen für den Transport darstellte. Diese Schul-
Zentrumsschule Petersberg bei Kronstadt gemeinschaft war eine ganz Besondere.
(1990-1998) sind zu einem gemütlichen Wir würden uns sehr freuen, möglichst
Beisammensein am 18. Oktober 2008 in viele Schüler und Lehrer zu treffen, auch
Uffenheim/Mittelfranken herzlich einge- jene, die heute in Siebenbürgen leben. Bei
laden. Die Schüler kamen nicht nur aus Interesse bitte bei Edda Brenndörfer, Tele-
Petersberg, sondern auch aus Brenndorf, fon: (0 98 42) 95 36 55, E-Mail: ebrennd@
Honigberg, Tartlau, Marienburg und [Link], melden.
Rothbach, was oft eine Herausforderung Edda Brenndörfer

E-Mail-Adressen im Heimatbrief
Wir rufen alle Brenndörfer auf, den Ergänzend zu unserem Adressenheft
Kontakte zu ihren ehemaligen Nachbarn möchten wir auch die E-Mail-Adressen
und Freunden auch über die neuen, elek- der Brenndörfer in der gedruckten Aus-
tronischen Medien zu pflegen. Bei der gabe der „Briefe aus Brenndorf“ bekannt
jüngeren und mittleren Generation ist das geben, aber nicht im Internet. Bitte teilt
selbstverständlich, aber auch viele ältere eure E-Mail-Adresse Edmund Seimen, E-
Leute können inzwischen mit dem Com- Mail: Seimen@[Link], mit, damit wir sie
puter umgehen und schreiben E-Mails. in den Heimatbrief aufnehmen können.

40 Briefe aus Brenndorf 65/2008


Nützliche Daten und Adressen
Unsere Bankverbindung lautet: Familiennachrichten
Dorfgemeinschaft der Brenndörfer Eheschließungen, Geburten, Konfirmatio-
Kontonummer 6 9 7 9 8 5 2 nen, Goldene Hochzeiten, Todesfälle usw.
Postbank Nürnberg bitte rechtzeitig an Hugo Thiess, Tannen-
Bankleitzahl 760 100 85 straße 1, 86567 Tandern, Tel.: (0 82 50) 14 15,
Auskünfte dazu beim Kassenwart Ed- E-Mail: [Link]@[Link], mitteilen.
mund Seimen, Höchstädter Weg 10, 80997 Anschrift des Ehrenvorsitzenden
München, Telefon: (0 89) 1 68 97 37, E-Mail: Unser Ehrenvorsitzender Otto Gliebe ist
seimen@[Link]. Bitte bei Überweisungen nach wie vor ein kompetenter Ansprech-
den Namen des Spenders und den Verwen- partner für Familiennachrichten und viele
dungszweck angeben, z. B. „Spende“ (das andere Fragen. Seine Anschrift: Ringstraße
heißt für die Dorfgemeinschaft), „Friedhofs- 49, 91522 Ansbach, Telefon: (09 81) 33 94,
pflege“ oder „Kirchenreparatur“. E-Mail: otto@[Link]
Adressenänderungen bitten wir, immer
rechtzeitig Edmund Seimen mitzuteilen. Überweisungen in der EU
Wir empfehlen unseren Mitgliedern in
Erinnerungen auf Video aufzeichnen Österreich, Frankreich usw., von der eige-
Die Dorfgemeinschaft will ältere nen Bank einen Zahlschein für Auslands-
Brenndörfer befragen und ihre Erinne- überweisung anzufordern sowie mit der
rungen auf Videofilm aufzeichnen. Wer sich IBAN und BIC-Nummer unseres Kontos
als Zeitzeuge oder Videofilmer zur Verfü- auszufüllen. Hier die nötigen Daten:
gung stellen will, melde sich bei Volker Dorfgemeinschaft der Brenndörfer
Kreisel, Landhausstraße 36/1, 73773 Aich- IBAN DE29 7601 0085 0006 9798 52
wald, Telefon: (07 11) 3 10 84 10, E-Mail: BIC PBNKDEFF
kv044869@[Link]. Wenn diese Daten eingetragen werden,
[Link] sind Überweisungen innerhalb der Euro-
Unter dieser Adresse ist Brenndorf seit päischen Union gebührenfrei oder werden
sechs Jahren im Internet erreichbar. Aktuelle höchstens wie eine Überweisung auf eine
Infos über unseren Heimatort auch unter Bank im Inland bewertet. Dieser Standard
[Link]/ortschaften/ des Bankverkehrs wird auch in Rumänien
brenndorf eingeführt.

Impressum
Die Briefe aus Brenndorf, ISSN 1864-7111, werden im Auftrag der „Dorfgemeinschaft
der Brenndörfer“ (Heimatortsgemeinschaft Brenndorf) herausgegeben und erscheinen
zweimal im Jahr. Mit Namen oder Signum gekennzeichnete Beiträge stellen Meinungen
des Verfassers und nicht des Herausgebers dar. Erscheinungsort: Markt Schwaben.
Verantwortlich für den Inhalt:
Siegbert Bruss (Herausgeber und verantwortlicher Redakteur)
Von-Kobell-Straße 4, 85570 Markt Schwaben, Telefon: (0 81 21) 22 77 33
Fax: (0 12 12) 5 11 54 13 25, E-Mail: SiegbertBruss@[Link]
Herstellung: Druckerei Josef Jägerhuber GmbH, Wittelsbacherstraße 3, 82319 Starnberg
am See, Fax: (0 81 51) 23 61.
Abb. 5: Kommunitätssiegel Abb. 6: Wappen auf der Urkunde
auf rotem Lack, 1840 Martin Lurtz, 1882

Abb. 7: Wappen auf der Abb. 8: Wappen auf der Brenndörfer


Gemeindefahne, 1876 Schulfahne, 1902

Abb. 9: Wappen im „Turm der Abb. 10: Wappen auf einem


Erinnerung“ in Drabenderhöhe handbemalten sächsischen Krug

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