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BAB60

Die 60. Folge der 'Briefe aus Brenndorf' thematisiert das 50-jährige Jubiläum der Blaskapelle und den dringenden Handlungsbedarf zur Rettung der evangelischen Kirche in Brenndorf, die durch Erdbeben und Verfall stark beschädigt ist. Die Dorfgemeinschaft plant vielseitige Aktivitäten und ruft zur finanziellen Unterstützung der Renovierungsmaßnahmen auf, die voraussichtlich 50.000 Euro kosten werden. Der Pfarrer und die Dorfgemeinschaft appellieren an die Verbundenheit der ehemaligen Bewohner zur Unterstützung der Kirche.

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BAB60

Die 60. Folge der 'Briefe aus Brenndorf' thematisiert das 50-jährige Jubiläum der Blaskapelle und den dringenden Handlungsbedarf zur Rettung der evangelischen Kirche in Brenndorf, die durch Erdbeben und Verfall stark beschädigt ist. Die Dorfgemeinschaft plant vielseitige Aktivitäten und ruft zur finanziellen Unterstützung der Renovierungsmaßnahmen auf, die voraussichtlich 50.000 Euro kosten werden. Der Pfarrer und die Dorfgemeinschaft appellieren an die Verbundenheit der ehemaligen Bewohner zur Unterstützung der Kirche.

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30. Jahrgang . 60. Folge .

Weihnachten 2005

BRIEFE AUS
BRENNDORF
Herausgegeben von der Dorfgemeinschaft der Brenndörfer

Blaskapelle Brenndorf feierte 50-jähriges Jubiläum in Drabenderhöhe

Die evangelische Kirche in Brenndorf vor dem Verfall retten

„Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ plant vielseitige Aktivitäten

[Link]
Dorfgemeinschaft der Brenndörfer
Briefe aus Brenndorf
30. Jahrgang – 60. Folge – Weihnachten 2005

Inhaltsverzeichnis: Seite
1. Begegnungen mit der Zeit
Pfr. Helmut Kramer Grußwort zu Weihnachten .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 1
Der Vorstand Die Kirche vor dem Verfall re�en .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 2
Pfr. von Hochmeister Das kirchliche Leben in Brenndorf . .. .. .. .. .. .. .. .. .. 5
2. Brenndörfer Zeitgeschehen
Ch. und R. Martini Blaskapelle feierte 50-jähriges Jubiläum . .. .. .. .. .. .. 7
O�o Gliebe Eine wichtige Institution Brenndorfs .. .. .. .. .. .. .. .. 9
Erste urkundliche Erwähnung der Adjuvanten . .. 11
Siegbert Bruss Vielseitige Aktivitäten geplant .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 12
Großes Treffen 2006 in Brackenheim . .. .. .. .. .. .. .. 15
Gert Mechel Angelurlaub in Schweden .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 16
Norbert Thiess Einladung zum Ski- und Jugendtreffen .. .. .. .. .. .. 17
R. Kaufmes/H. Balazs Klassentreffen des Jahrgangs 1965/66 .. .. .. .. .. .. .. 18
Dieter Drotleff Im Gemeinscha�sleben voll impliziert .. .. .. .. .. .. 19
Siegbert Bruss Sommerfest erfreute Sachsen in Brenndorf .. .. .. .. 20
Getrübter Dialog mit politischer Gemeinde . .. .. .. 22
Manfred Copony Nachrichten aus Brenndorf .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 23
Meli�a Drechsler Nachruf auf Reinhold Kreisel . .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 24
Franz Heinz Reinhardt Schuster stellte in München aus .. .. .. .. 26
Ingmar Brantsch Daniel Eiwen untersuchte das Bild des Deutschen 28
TV-Sendung über Damasus Dürr . .. .. .. .. .. .. .. .. .. 29
O. Gliebe / H. Thiess Aus dem Leben der Gemeinscha� .. .. .. .. .. .. .. .. .. 30

3. Siebenbürgische Geschichte und Kultur


Hugo Thiess Vor 70 Jahren: „Brenndörfer Nachrichten“ .. .. .. .. 38
4. Zum Lesen am Feierabend
Hans Lienert Altarbilder (Erzählung) .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 41
5. Beiträge und Spenden an die Dorfgemeinscha�
eingegangen von April bis November 2005 . .. .. .. 45
Neue Adressen der Brenndörfer .. .. .. .. .. .. .. .. .. .. 48
Nützliche Daten und Impressum auf der vorletzten Umschlagseite.

Frohe Weihnachten und ein glückliches


neues Jahr!
Ein kleiner Gruß zum Weihnachtsfest ...
Dringender Handlungsbedarf zur Rettung von Kirchen
Liebe Leserinnen und Leser! Die Kirche und die kirchlichen Gebäu-
Eigentlich habe ich kein Recht, mich zu de in Brenndorf sind glücklicherweise
diesem Thema zu äußern. Wohl wissend, nicht in einem solchen desolaten Zustand,
dass ein riesiges kulturelles Erbe zurück- wie einige Bilder von Prof. Jacobi es über
bleibt, habe ich mich – wenn auch schwe- andere Anlagen vermi�eln. Aber drin-
ren Herzens – zusammen mit vielen ande- gender Handlungsbedarf ist nach wie vor
ren vor einigen Jahren dazu entschlossen, angesagt. Beherzte Menschen vor Ort ha-
meine Heimat zu verlassen. Nun ergeht ben erforderliche Reparaturen begonnen.
es mir wahrscheinlich ähnlich wie vielen An dieser und an anderen Stellen ist dar-
Landsleuten auch: Aus sicherer Entfer- über berichtet worden. Den Vorteil, dass
nung lässt „Expertenmeinung“ sich allzu es Ansprechpartner vor Ort gibt, kann
leicht vertreten. Ich möchte darum in die- man nicht hoch genug schätzen. Aber
ser Sache kein Heuchler sein, aber doch ein die für eine mi�el- und langfristige Sa-
Herzensanliegen vorbringen: Der Zustand nierung der Kirche erforderlichen Mi�el
vieler siebenbürgischer Kirchenburgen übersteigen wahrscheinlich unser aller
und Kirchen ist Besorgnis erregend. Wer Vorstellungskra�. Darum möge an dieser
die Siebenbürgische Zeitung vom 15. No- Stelle die herzliche Bi�e an alle ergehen,
vember 2005 auf Seite 10 aufgeschlagen die sich mit Brenndorf verbunden fühlen:
hat, den kann das Interview mit Prof. Peter Wen unser Herrgo� mit einem dankbaren
Jacobi nicht kalt gelassen haben. Die Bilder und spendierfreudigen Herzen ausgestat-
sprechen für sich. Unter [Link]- tet hat, der möge sich an dieser auch in
[Link] gibt es mehr davon. Jacobi ist es den Heimatbriefen angekündigten Ak-
gelungen, mit der Kra� der Bilder auf die tion beteiligen. Es ist für diejenigen, die
Ernstha�igkeit der Lage aufmerksam zu sich auf die Suche nach einer neuen Hei-
machen. Dabei ist das Problem – genau mat gemacht haben, mitunter die einzige
betrachtet – gar nicht so neu. Bereits in reelle Hilfe, die sie für das, was zurück-
den achtziger Jahren stellte sich die Frage: geblieben ist, noch leisten können – und
Was geschieht mit den Kirchen in Nord- mit Sicherheit ist diese Hilfe wesentlich
siebenbürgen, wenn die Dörfer nicht mehr effektiver, als mancher ihr zumutet.
bewohnt sind? Ich erinnere mich an mei- Und noch eines: Bei den Vorbereitun-
ne Studienzeit, als wir während einer Stu- gen zu einem Heima�agsgo�esdienst ei-
dienfahrt demütigende Erfahrungen beim ner Gemeinde aus dem Raum Mediasch
Anblick verfallender und offensichtlich stieß ich auf ein Bild der dortigen Kir-
auch geschändeter Kirchen machten. che. Der Zahn der Zeit nagt auch dort
Mi�lerweile ist das Problem so gra- an den Mauern und am Gebälk. Es gibt
vierend, dass man feststellen muss: Die keine sächsischen Bewohner mehr, die
Landeskirchenleitung ist damit überfor- als Ansprechpartner vor Ort gelten. Laut
dert. Dabei ist gerade ihr aus den jetzigen Auskun� von ehemaligen Bewohnern hat
Tatbeständen am wenigsten ein Vorwurf im letzten Winter der Dor�irte die Schafe
zu machen. Und wie das so ist in unserer in der Kirche übernachten lassen. Auf
Zeit: Bloßes Lamentieren hil� nicht, tat- einem im Internet veröffentlichten Foto
krä�iges Unterstützen und Mitanpacken der Innenansicht der Kirche kann man
sind gefragt. zwischen zwei Altarsäulen noch die alt-

Briefe aus Brenndorf 60/2005 1


testamentliche Inschri� lesen: „Verflucht Kunstwerke zu legen? Mit Betroffenheit
sei, wer nicht alle Worte dieses Gesetzes bleibt festzuhalten: Es liegt auch an uns –
erfüllt.“ (5. Mose 27,26) Welche Hoffnun- sehr wohl auch an uns – ob ein ehema-
gen und Erwartungen haben damals, im liges Verheißungswort heute zum Segen
14 und 15. Jahrhundert, die Schöpfer des oder zum Fluch wird.
Altars an ihre Zeit und Zeitgenossen ge- Ich grüße Sie alle und wünsche Ihnen
knüp�? Mit welchem zähen Willen haben ungetrübte Weihnachtsfreude und ein
unsere Vorfahren versucht, ihre Identität Herz, das andere mitzubedenken bereit
zu wahren und zu verteidigen und ihr ist.
Go�vertrauen in den Bau imposanter Pfarrer Helmut Kramer

Die Kirche vor dem Verfall retten


Spendenaufruf an alle Brenndörfer / Das vom Erdbeben
beschädigte Gotteshaus stellt uns alle auf eine harte Probe
Wer diesen Heimatbrief in den Hän- weitere Wasser- und We�erschäden ab-
den hält, wird betroffen sein. Das untere zuwenden. An der Sakristei wurde das
Foto auf der Rückseite der „Briefe aus Dach repariert, eine neue Holzdecke an-
Brenndorf“ deutet an, wie stark die Evan- gebracht und ein neuer Fußboden aus
gelische Kirche in Brenndorf beschädigt Bre�ern gelegt. An den Seiteneingängen
ist. Das ist umso schmerzha�er, als das wurden die kapu�en Ziegeln ersetzt.
Go�eshaus für uns Brenndörfer ein In- Diese Arbeiten haben 5 500 Euro gekos-
begriff der siebenbürgisch-sächsischen tet und wurden aus einer großzügigen
Gemeinscha� ist. Wir betraten es noch Spende der Evangelisch-lutherischen Kir-
vor einigen Jahren jeden Sonntag, sangen chengemeinde Mennighüffen bestri�en.
und schöp�en neue Kra� für die nächste Der Kirchenbezirk Kronstadt trat im
Woche. Unsere Vorfahren haben unter letzten Jahr mit der Bi�e an die „Dorfge-
widrigen Bedingungen auf den Ruinen meinscha� der Brenndörfer“ heran, die
der 1802 zerstörten Kirche ein neues Kirchenreparatur finanziell zu unterstüt-
Go�eshaus aufgebaut. Große Hilfsbereit- zen. Diesem Hilferuf ist der Vorstand
scha� bewiesen wir alle, als wir die beim nachkommen und hat versucht, die Ge-
Erdbeben 1977 stark beschädigte Kirche schichte unserer Kirche in das Bewusst-
grundlegend renovierten. Ein weiteres sein der jetzigen Generation zu rücken.
Erdbeben suchte unsere Kirche im Mai Die „Briefe aus Brenndorf“, Folge 58
1990 heim. Die Spuren sind inzwischen von Weihnachten 2004, waren schwer-
überall sichtbar, mit den Jahren werden punktmäßig diesem Thema gewidmet.
sie schlimmer. Der Kirchenbezirk Kron- Alle Brenndörfer und deren Freunde
stadt erkannte die Ernstha�igkeit der wurden aufgerufen, die Kirchenreno-
Lage und bestellte im März 2004 einen vierung durch Spenden zu unterstützen.
Sachverständigen, der eine umfangreiche Viele sind diesem Aufruf nachgekommen
Sanierung der Kirche empfahl, um sie vor und haben im zu Ende gehenden Jahr
dem Verfall zu re�en. 2005 insgesamt 5 300 Euro gespendet. Da-
Erste Sicherungsmaßnahmen konn- für möchte sich der Vorstand der „Dorf-
ten schon im letzten Jahr durchgeführt gemeinscha� der Brenndörfer“ auch an
werden. Das Kirchdach wurde vom 20. dieser Stelle ganz herzlich bedanken. Alle
Mai bis 20. Juli 2004 instand gesetzt, um Spender haben gezeigt, dass ihnen das

2 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Schicksal der evangelischen Kirche auch und der Decke gestärkt, Betongürtel rund
nach ihrer Auswanderung nicht gleich- um die Kirche gegossen sowie die Kanzel
gültig ist. und die Decke gefestigt werden. Das Gut-
achten und der Bauplan sind so erstellt
Schäden
worden, dass sie Auflagen der Denk-
Das Gutachten, das in diesem Sommer malschutzbehörde (patrimoniu) berück-
abgeschlossen wurde, stellt erhebliche sichtigen und nachträglich keine Beden-
Schäden in der Baustruktur und der Be- ken zu erwarten sind. Ohne Gutachten
schaffenheit des Gesamtbaus fest. Die und Bauplan, die je 2 500 Euro gekostet
Schäden seien nicht erst 1990, sondern haben, ohne Genehmigung seitens der
auch durch frühere Erdbeben verur- Denkmalschutz- und anderer Behörden
sacht worden. Kirche und Turm dri�en dürfen keine Renovierungsmaßnahmen
auseinander. Laut Gutachten durchzie- an der Kirche durchgeführt werden. Dies
hen waagerechte Risse die Wände auf sind unumgängliche Arbeiten und Be-
Fensterhöhe, vertikale Risse sind in allen hördengänge, die ihren Preis haben und
Fensterbögen sowie Risse im Fries unter finanziert werden müssen. Rumänien soll
dem Kirchdach und in der Westwand der im Jahr 2007 oder 2008 in die Europäische
Kirche vorhanden. Schäden wurden auch Union aufgenommen werden. Den Preis-
an der Kanzel und den Seiteneingängen und Konkurrenzdruck aus dem Westen
festgestellt. We�erbedingt könnte sich bekommen die Bürger und Verbraucher
der Zustand des beschädigten Bauwer- jetzt schon zu spüren.
kes schnell verschlimmern.
Die Kirche haben wir anlässlich des Geschätzte Kosten
Sommerfestes am 14. August 2005 in Die Reparatur muss etappenweise er-
Brenndorf besichtigt. Der Baufachmann folgen, also in mehreren Schri�en, um
Valentin Roman, der für Manfred Copo- zwischenzeitlich die nötigen finanziellen
ny eine große Stütze bei den Behörden- Mi�el aufzubringen. Ersten Schätzungen
gängen ist, führte uns durch die Kirche zufolge könnten die dringendsten Arbei-
und erläuterte die Schäden und Siche- ten 50 000 Euro kosten, so dass die Kirche
rungsmaßnahmen, die auch mit Blick auf wieder für Go�esdienste und Besucher
mögliche kün�ige Erdbeben nötig seien. genutzt werden kann. Es ist damit zu
Für den rumänischen Fachmann ist die rechnen, dass die Renovierung mehrere
Brenndörfer Kirche kultur- und kunst- Jahre dauern wird und unser aller Hilfe
historisch sehr wertvoll und sollte daher länger gefragt sein wird.
nicht dem Verfall preisgegeben werden. Die Lage ist ernstha�er, als manche von
uns annehmen. Die wenigen in Brenndorf
Renovierungsmaßnahmen lebenden Sachsen sind meist alt und ge-
In diesem Herbst wurde auch die Bau- brechlich und können die Renovierung
planung (proiectare) abgeschlossen, die der Kirche aus eigener Kra� nicht schul-
die konkreten Schri�e festlegt. Danach tern. Vor allem die heute mehrheitlich
wird eine Dringlichkeitsliste aufgestellt, in Deutschland, Österreich und anderen
um die Arbeiten so einzuteilen, dass wir westlichen Ländern lebenden Brenndör-
sie auch bewältigen können. Als Renovie- fer sind gefragt, finanziell mitzuhelfen.
rungsmaßnahmen sollen Zement in die Der größte Teil der Finanzierung muss
Ritzen und Risse eingespritzt, die Risse mit Hilfe von Sponsoren, Sti�ungen oder
mit Stahlnetzen und Zement gefestigt, anderen Kirchengemeinden gesichert
die Stützpunkte der Balken am Au�oden werden. Das ist in unseren Zeiten der

Briefe aus Brenndorf 60/2005 3


knappen Kassen kein einfaches Unter- gen mit Baufirmen geführt werden. Die
fangen. Kirchenrenovierung ist dadurch vorerst
Dechant Klaus Daniel vom Kronstädter blockiert. Deshalb wäre es dringend not-
Kirchenbezirk hat schon an mehrere Tü- wendig, so schnell wie möglich weitere
ren geklop�, um Mi�el für die Kirchen- Spender zu finden.
renovierung in Brenndorf zu erhalten.
Danksagung
Die Antwort der möglichen Geldgeber
steht noch aus. Auch der Vorstand der Ein besonderer Dank geht an dieser
„Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ Stelle an unser Vorstandsmitglied Man-
wird sich um Sponsoren bemühen. Wir fred Copony, der Angestellter des evan-
bi�en unsere Mitglieder, die Ideen oder gelischen Bezirkskirchenkonsistoriums in
diesbezügliche Kontakte haben, sich an Kronstadt ist. Ohne seinen Einsatz wäre
den Vorstand zu wenden. es unmöglich, die Kirche in Brenndorf zu
renovieren. Er betreut und koordiniert
Verkauf von Ackerboden dieses große Vorhaben, das unsere Krä�e
Eine weitere Hoffnung knüpfen wir an auf eine harte Probe stellt. Manfred führt
die Häuser- und Grundstücksrückgabe in die Verhandlungen mit den Gutachtern
Brenndorf. Die rumänische Regierung hat und Baufirmen, holt stets mehrere An-
am 22. Juli 2005 ein Eigentums- bzw. Jus- gebote ein. Er sucht auch die geeigneten
tizreform-Gesetzespaket verabschiedet, Bauarbeiter, überwacht sie und nimmt
das die Rückgabechancen für enteignetes die fertigen Arbeiten ab.
Gut wesentlich verbessert. Die Kirchen- Wir sind Manfred Copony sehr dank-
gemeinde Brenndorf wird fachkundig bar, dass er diese verantwortungsvolle
beraten und ho� mehrere Immobilien Aufgabe angenommen hat und zu unse-
und Grundstücke, die von den kommu- rer vollen Zufriedenheit bewältigt.
nistischen Behörden enteignet wurden,
Spendenaufruf
ersta�et zu bekommen. Vielleicht können
wir eine beträchtliche Summe durch den Wir rufen alle Brenndörfer und ihre
Verkauf von Ackerland in Brenndorf er- Freunde dazu auf, unser Kulturgut am
zielen und für die Kirchenrenovierung Leben zu erhalten und den Verfall der
einsetzen. Darüber laufen zurzeit Ge- Kirche durch gemeinsame Anstrengung
spräche. zu verhindern. Viele Brenndörfer leben
Mit Dechant Klaus Daniel und Man- heute in gesicherten Verhältnissen, sind
fred Copony wurde schließlich verein- erfolgreich und zufrieden in ihrer neu-
bart, eine Kopie des Gutachtens und des en Heimat. Wir wohnen verstreut, aber
Bauprojektes (proiect) an die Bauleitung überall, wo wir hingehen, lebt in uns
der Evangelischen Landeskirche in Her- ein Stück vom Geiste Brenndorfs weiter.
mannstadt zu schicken. Die Bauleitung Deshalb dürfen wir unsere Wurzeln und
wird gebeten, die Unterlagen zu überprü- Herkun�, die uns zu dem gemacht ha-
fen und uns angesichts der begrenzten ben, was wir sind, nicht vergessen. Das
finanziellen Mi�el zu beraten. bedeutendste Kulturgut, das Zeugnis
ablegt von unserer jahrhundertelangen
Vorläufige Blockade deutschen Geschichte in Brenndorf, ist
Als Nächstes steht die Baugenehmi- die evangelische Kirche. Diese wollen wir
gung an. Da noch unklar ist, welcher gemeinsam, für uns und die kommenden
Betrag für das kommende Jahr zur Ver- Generationen, am Leben erhalten.
fügung steht, können keine Verhandlun- Der Vorstand

4 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Das kirchliche Leben in Brenndorf
Pfarrer Helmut von Hochmeister erinnert an die siebziger
und achtziger Jahre
Pfarrer i. R. Helmut von Hochmeis- Heilige Abendmahl. Es wurde nur durch
ter hielt in den „Briefen aus Brenndorf, den Pfarrer gereicht (ausgeteilt). Dem
Folge 59 von Pfingsten 2005, einen all- Konfirmationsgo�esdienst schloss sich
gemeinen Rückblick auf das Leben der ein Familienfest an. Zu Ostern wurde –
evangelischen Kirchengemeinde A. B. in in Anwesenheit der Familien – für die neu
Brenndorf während seiner Amtszeit vom Konfirmierten gebetet.
6. September 1970 bis 18. März 1987. In
C. Trauung
diesem Heimatbrief veröffentlicht er ei-
Die kirchliche Trauung fand an einem
nen umfassenden Beitrag über das kirch-
Samstag sta�. Das Brautpaar, seine engs-
liche Leben Brenndorfs von der Taufe bis
ten Begleiter (Kranzel und Trauzeugen)
zur Beerdigung.
und die Eltern kamen zum Traugo�es-
A. Die Taufe dienst in der Kirchentracht. In die Kirche
Sie fand im Hauptgo�esdienst – im An- ging man „still“, d.h. ohne Musik, dem
schluss an die Predigt – sta�. Eltern und Glockenläuten folgend. Aus dem Trau-
Paten (in der Regel vier) erschienen in der go�esdienst wurden die Jungvermählten
altehrwürdigen Kirchentracht. Das Kind von der Blasmusik abgeholt. Im Festzug
wurde zur Taufe in den ersten Lebenswo- marschierte man ins Hochzeitshaus zum
chen (Monaten) getragen. Daheim fand Gaben und von hier – in gleicher Weise –
dann ein Familienfest sta�. Am darauf in den Gemeindesaal. Nach dem Tischge-
folgenden Sonntag wurde – in Anwesen- bet des Pfarrers folgte das Festmahl, zu
heit der Familie – für das getau�e Kind dessen feierlicher Umrahmung die Blas-
und seine Familie gebetet. musik gekonnt klassische Musik darbot.
Der feierliche Teil des Festes wurde mit
B. Die Konfirmation der Tischrede des Pfarrers abgeschlossen.
Sie fand am Palmsonntag sta�. Am vo- Es folgte die Tanzunterhaltung. Die Gäs-
rangehenden Sonntag (Judica) stand die te wurden mit Gebäck, Wein und einer
so genannte Konfirmandenprüfung im Reihe von kulinarischen Köstlichkeiten
Mi�elpunkt des Go�esdienstes (einzeln bewirtet.
und gemeinsam vorgetragene Texte so- Nach einiger Zeit wurde die Braut – die
wie spontan gestellte Fragen des Pfarrers nun in der Tracht der „Frauen“ erschien –
und Antworten der Konfirmanden auf im Festzug abgeholt. Nach der großen
freiwilliger Basis). Eltern, Konfirmanden Abendpause legte man die Trachten ab,
und Paten verliehen dem Fest durch das um sie zu schonen. Man kam im normalen
Tragen der schönen Kirchentracht einen Festgewand zur weiteren Folge des Hoch-
besonderen Glanz und Würde. Die Kon- zeitsfestes. Die Braut erschien im weißen
firmanden versammelten sich auf dem Kleid mit Schleier. Anstelle der großen
Pfarrhof und wurden vom Presbyterium Blasmusik spielte das Tanzorchester (eine
„im Festzug“ in die Kirche begleitet. Im kleine Gruppe, mit anderen Instrumen-
Anschluss an die Konfirmationseinseg- ten, aus dem gleichen Verein). Das Fest
nung empfingen zuerst die Konfirmanden dauerte bis in die Morgenstunden hinein.
mit Eltern, Geschwistern und Paten und Erst nach der kirchlichen Trauung bezog
dann der übrige Teil der Gemeinde das das junge Paar eine gemeinsame Woh-
Briefe aus Brenndorf 60/2005 5
nung. Eine Woche später wurde – in An- A. Der Mu�ertag
wesenheit der Familie – im Go�esdienst (am zweiten Sonntag im Mai)
für die Jungvermählten gebetet. Zum Mu�ertagsgo�esdienst wurden
alle Frauen, die im letzten Jahr ein Kind
D. Beerdigung
bekommen ha�en, schri�lich eingela-
Ein Großteil der Gemeindeglieder ging –
den. Vom Pfarrhof aus wurden sie im
meist am Vortag der Beerdigung – in das
„Festzug“ vom Presbyterium in die Kir-
Trauerhaus, um Abschied von dem (der)
che begleitet. Die jungen Mü�er – alle in
Toten zu nehmen. Unmi�elbar vor dem
Kirchentracht – bekamen im Chorraum
offiziellen Beginn des Trauergo�esdiens-
des Kirchengebäudes jeweils einen Eh-
tes (der Trauerfeier) im Hof des Trauer-
renplatz. Nach der Predigt erhielten sie je
hauses fand ebendort die Verabschiedung
einen Blumenstrauß und ein vom Pfarrer
und Übernahme des (der) Verstorbenen
gesprochenes Segenswort. Die Kinder der
durch die Nachbarväter sta� (Verkündi-
Gemeinde trugen durch Gesang- und Ge-
gung, Trost, Lebenslauf, Gedicht und Ge-
dichtvorträge zur feierlichen Gestaltung
bet). Nach dem Segen, der die Trauerfeier
des Fes�ages bei.
im Hof abschloss, spielte die Blasmusik
den Trauerchoral. Die Trauergemeinde B. Der Totensonntag
setzte sich in Bewegung, voran die Blas- Schon Tage im Voraus schmückten die
musik, die Trauermärsche spielte. Es folg- Familienmitglieder ihre Gräber auf dem
ten der Gemeindekurator, der Pfarrer und Friedhof. Musikalisch umrahmt wurde
die Nachbarväter vor dem Sarg, dann der der Go�esdienst am Totensonntag durch
sich auf einem Trauerhandwagen befin- eine Darbietung des Kirchenchores (auch
dende Sarg, begleitet bzw. fortbewegt andere Festgo�esdienste wurden durch
durch acht Nachbarn, anschließend die seinen Gesang bereichert) und durch ei-
Familie, die Nachbarscha� und die übri- nen Trauermarsch der Blasmusik. Es wur-
gen Trauergäste. Nach der Aussegnung den die Namen der seit dem letzten Toten-
auf dem Friedhof spielte die Blasmusik sonntag verstorbenen Gemeindeglieder
als Abschluss eine Mote�e (auf Wunsch verlesen. Dem Hauptgo�esdienst schloss
auch: „Ich ha�’ einen Kameraden“ bzw. sich die Feier des Heiligen Abendmahls
„Wenn du noch eine Mu�er hast“). Mit an. Nachmi�ags fand auf dem Friedhof
einem Dankeswort seitens der Trauer- eine Trauerandacht mit würdiger, feierli-
familie endete die Trauerfeier auf dem cher Blasmusikumrahmung sta�.
Friedhof. Am darauf folgenden Sonntag
wurde für den (die) Verstorbene(n) im III. Abschluss
Go�esdienst – in Anwesenheit der Fa- Go� segne uns alle – die wir uns in
milie – gebetet. Dankbarkeit an unsere Heimatgemeinde
Brenndorf erinnern. Wir bleiben mitein-
II. Besondere Fes�age in Brenndorf ander verbunden, auch wenn wir heute
Außer den drei kirchlichen Hochfes- räumlich getrennt voneinander leben.
ten: Weihnachten, Ostern und Pfingsten In Stille und Ehrerbietung wollen wir
sowie Erntedank, Reformationsfest u.a., unserer lieben Schwester und Brüder
die überall in der Evangelischen Kirche gedenken, mit denen wir in guten und
gefeiert werden, sind zwei für Brenndorf in schlechten Zeiten unterwegs waren,
wichtige, durch einen sehr guten Go�es- die inzwischen in die Ewigkeit berufen
dienstbesuch gekennzeichnete Feste zu worden sind.
erwähnen: Pfarrer i.R. Helmut von Hochmeister

6 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Blaskapelle feierte 50-jähriges Jubiläum
Fest fand im Rahmen des Brenndörfer Regionaltreffens
Nordrhein-Westfalen in Drabenderhöhe statt
Das Heimattreffen der Brenndörfer derer Gemeinden soll auch unser Stein in
am 8. Oktober 2005 in Drabenderhöhe die zu errichtende Mauer um den „Turm
bot eine willkommene Gelegenheit, ge- der Erinnerung“ eingebaut werden, der
meinsam mit der „Jungen Blaskapelle“ auch von unserer „Dorfgemeinscha�“
ihr 50-jähriges Bestehen zu feiern. Das mit einer Spende gefördert wurde.
Nachbarscha�streffen und Jubiläum ge- Enni Janesch stellte fest, dass nicht alle
stalteten sich zu einem harmonischen, siebenbürgisch-sächsischen Ortscha�en
heiteren Fest des Wiedersehens und der es sich – so wie Brenndorf – leisten kön-
Freude bei heimatlichen Klängen unserer nen, ihre Treffen mit der eigenen Blaska-
Blasmusik. pelle zu gestalten. Die Blaskapelle brachte
den Bewohnern des gegenüberliegenden
Eingeladen ha�en diesmal Rainer und Altenheims ein kleines Ständchen dar
Monika Schuster, die auch die Lust und und bereitete unseren betagten Lands-
Last der Organisation trugen. Dass die leuten damit eine große Freude.
regionalen Treffen sehr beliebt sind unter Nach einer weiteren Einlage der Blas-
den Brenndörfern, zeigte der gut gefüllte musik hielt der Ehrenvorsitzende der
Saal mit ca. 160 Teilnehmern. Die junge „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“,
Generation war dabei erfreulicherweise O�o Gliebe, einen Festvortrag zum 50-jäh-
stark vertreten. Das macht Mut und gibt rigen Bestehen der „Jungen Blasmusik“
uns Hoffnung auf ein Weiterbestehen un- (lesen Sie dazu die Festrede auf Seite 9
serer Gemeinscha�. dieses Heimatbriefes). Als Vertreter des
Die musikalische Begrüßung durch die Vorstandes überreichte O�o Gliebe den
Blaskapelle unter Leitung von Walter Die- drei anwesenden Gründungsmitgliedern
ners wurde durch begeisterten Applaus Walter Dieners, Georg That und Hans
erwidert. Anschließend begrüßte Rainer O�o Martini Ehrenurkunden für ihren
Schuster die Teilnehmer und eröffnete langjährigen Einsatz in der Blaskapelle
das Fest. Enni Janesch, Vorsitzende der Brenndorf. Jeder Musikant erhielt zudem
Kreisgruppe Drabenderhöhe und Bun- als Jubiläumsgeschenk eine Videokasset-
desfrauenreferentin, überbrachte ein te mit einem Dokumentarfilm, der 1976 in
Grußwort seitens der Landsmannscha� Brenndorf gedreht worden war.
und gewährte uns Einblick in die vielsei- Die Blaskapelle ist inzwischen ein un-
tige Tätigkeit der Kreisgruppe. Sie lud verzichtbarer Bestandteil der Brenndörfer
die Anwesenden zu einer Besichtigung Treffen geworden und trägt maßgeblich
der reichlich mit siebenbürgischen Klein- zu unserem Zusammenhalt bei. Auch in
odien gefüllten Heimatstube ein. Frau Drabenderhöhe spielte sich die Blasmu-
Janesch dankte für den Gedenkstein, den sik unermüdlich bis Mi�ernacht in die
Hugo Thiess im Sommer 2005 aus Brenn- Herzen der Brenndörfer und animierte
dorf mitgebracht und O�o Gliebe nun an zum beschwingten Tanz.
den Adele-Zay-Verein in Drabenderhöhe Liebe Musikanten, wir Brenndörferin-
überreicht ha�e. Der Stein stammt aus nen und Brenndörfer, Jung und Alt, gra-
den Resten der alten Ringmauer unserer tulieren euch zum 50-jährigen Jubiläum.
Kirchenburg. Neben Gedenksteinen an- Wir wünschen euch, dass die Begeiste-

Briefe aus Brenndorf 60/2005 7


rung für die Musik euch trotz weiter An- sti�eten und arrangierten Ernst und Ger-
marschwege immer wieder zusammen- trud Thomas. Es wurde mir berichtet,
führt und euch die Musik im Einklang, Gertrud hä�e dafür ihren ganzen Gar-
in Harmonie und Eintracht zum Wohle ten geplündert. Liebe Gertrud, wer seine
der „Dorfgemeinscha� der Brenndörfer“ Blumen liebt und dennoch verschenkt,
verbindet. Euch sagen wir unseren herz- dem müssen die Beschenkten sehr am
lichsten Dank für den hervorragenden Herzen liegen. Danke! Beim Kaffee und
Einsatz. Geschirrspülen stand uns Rosina Mothe
So wie Musik und Tanz gehört zu je- hilfreich zur Seite, wofür ihr ebenfalls
dem Fest auch ein gutes Essen. Dafür gedankt sei. Christian Melzer machte
war zu aller Gaumenfreude auch bes- hervorragende Bilder. Ein Fotoalbum der
tens vorgesorgt. Den ausgezeichneten 50-jährigen Jubiläumsfeier ist im Internet
Baumstriezel zum Kaffee hatten wir unter [Link] zu sehen.
wieder Anneliese und Albert Kreisel Liebe Monika und Rainer Schuster, ihr
zu verdanken. Das Abendessen wurde habt die Hauptverantwortung für das
vom Partyservice O�mar Pal (Petersberg) Treffen getragen und wart überall zur
bereitgestellt und reibungslos serviert, Stelle. Lob und Anerkennung sind euer
organisatorisch unterstützt von Dagmar Lohn. Euch und allen fleißigen Helferin-
und Dieter Klusch. Für die Bilanz der nen und Helfern gilt der besondere Dank
Finanzen waren Gerlinde und Heinz der Festgemeinscha�.
Klusch verpflichtet. Die Getränke schenk- In der Hoffnung auf ein frohes Wieder-
ten Thomas Klusch und seine Cousine sehen in Brackenheim 2006 grüßen euch,
Be�ina Janesch ganz professionell aus. liebe Brenndörfer,
Den schönen Blumenschmuck im Saal Christiane und Reinhold Martini

Beste Stimmung herrschte bei der 50-jährigen Jubiläumsfeier der Blaskapelle Brenndorf am
8. Oktober 2005 in Drabenderhöhe. Foto: Christian Melzer

8 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Eine wichtige Institution Brenndorfs
Festrede zum 50-jährigen Jubiläum der „Jungen Blaskapelle“
In seiner Festansprache in Drabender- am 26. Juni 1955, unterstützt von Martin
höhe hielt O�o Gliebe einen Rückblick Jekel (Flügelhorn) und Edmund Martini
auf die 50-jährige Geschichte unserer (Bass), bei der Hochzeit von Ernst und
„Jungen Blaskapelle“, deren älteste ak- Traute Schoof ihren ersten öffentlichen
tive Gündungsmitglieder bald 70 Jahre Au�ri� bestreiten konnten. Das Ehepaar
alt sein werden. Schoof, das heuer Goldene Hochzeit feier-
te, schickte uns zur Erinnerung an diesen
Schon Ende der vierziger Jahre wurden besonderen Tag eine Glückwunschkarte
einzelne junge Leute von Hans Darabas zu. Der erste Au�ri� der jungen Kapelle
sen., Hans That und Peter Hensel (Zu- war ein großer Erfolg, sollte aber zu einem
ckerfabrik) zu Musikanten ausgebildet, Konkurrenz- bzw. Existenzkampf mit den
um die bestehende Kapelle in Brenndorf „Alten Musikanten“ führen. Der Kampf
zu verstärken. Zu diesen zählen: Hans dauerte aber nicht allzu lange, denn die
Schmidts (dessen Sohn und Enkel heute ersten Einberufungen einiger junger Mu-
in der Kapelle mitwirken), Hans Schuster, sikanten zum Militärdienst hinterließen
Reinhold Mechel, Edmund Seimen, Mar- Lücken, die nicht von heute auf morgen
tin Jekel, Hans Rhein und Edmund Mar- geschlossen werden konnten. So schlos-
tini. Der Wunsch der damaligen Jugend, sen sich die beiden Kapellen schon Ende
ein Instrument zu erlernen und in der 1956 zu einer Großformation unter der
Blaskapelle mitzuwirken, konnte – schon Leitung von Hans That zusammen und
aus Mangel an Instrumenten – nicht im- spielten mehrere Jahre harmonisch mit-
mer erfüllt werden. Der junge Brenndör- einander.
fer Lehrer Hans Unberath wagte einen 1960 traten die „alten“ Musikanten
Anfang und unterrichtete einige junge geschlossen zurück, um den heimkeh-
Leute. Einen Versuch startete im Frühjahr renden Reservisten Platz zu machen.
1954 auch Hans Darabas jun., doch der Die Leitung dieser Formation übernahm
große Wurf gelang erst dem bekannten O�o Gliebe, der bis zu seiner Ausreise
Musiker Rudi Klusch, der eine Blaskapel- 1970 zahlreiche neue Tanzmusikstücke
le in den Kronstädter Traktorenwerken, arrangierte und Aufführungen mit ei-
in der viele Burzenländer Musikanten nem anspruchsvollen Repertoire ein-
mitspielten, gegründet und sein beson- studierte. Diese Tätigkeit wurde dann
deres Talent als Musikpädagoge und unter der Leitung von Walter Dieners
Kapellmeister bewiesen ha�e. Klusch fortgesetzt und erweitert. Durch die
begann, junge Kapellen in den Burzen- Eingliederung junger Musikanten und
länder Gemeinden aufzubauen, u. a. in durch die Weiterbildung der Musikan-
Weidenbach, Wolkendorf, Petersberg, ten in der Kronstädter Volksschule für
Nußbach und Brenndorf. Hier entschlos- Musik (Școala populară de arte) erreichte
sen sich 15 junge Leute, eine neue Kapelle die Blaskapelle weitere beachtliche Erfol-
zu gründen und unter seiner Anleitung ge, gab Konzerte in allen Burzenländer
ein Instrument zu erlernen. Innerhalb Gemeinden außer Weidenbach, in den
eines Jahres brachte Rudi Klusch, durch Städten Kronstadt, Schäßburg, Mediasch
sein Können und seine Begeisterung, und Fogarasch sowie in den Gemeinden
diese junge Formation so weit, dass sie des Altlandes Keisd, Reichersdorf und

Briefe aus Brenndorf 60/2005 9


Ehrenvorsitzender
Otto Gliebe während
seiner Festanspra-
che in Drabender-
höhe. Foto: Christian
Melzer

vor allem in Scharosch an der Kokel, wo- die Musikanten in ganz Deutschland
bei sich zwischen den beiden Kapellen zerstreut wurden. Um zu verhindern,
ein partnerscha�liches Verhältnis mit dass diese hervorragende Kapelle ganz
gegenseitigen musikalischen Au�ri�en auseinander fällt, beschloss der Vorstand
entwickelte. Große Erfolge wurden auch der „Dorfgemeinscha� der Brenndörfer“,
beim Landeswe�bewerb für Blaskapellen die Kapelle zu allen Festveranstaltungen
in Bukarest erzielt, wo die Brenndörfer einzuladen und sie auch sonst finanziell
gemeinsam mit den Heldsdörfer Musi- zu unterstützen.
kanten, unter der Leitung von Ernst Fleps Heute hat sich ein Großteil der Mu-
und Hartfried Depner, für ihr Können mit sikanten zur 50-jährigen Jubiläumsfeier
dem zweiten Platz und später in Ploiești, hier in unserer Mi�e eingefunden, dar-
zusammen mit den Tartlauer Musikanten unter die drei Gründungsmitglieder Wal-
unter Ernst Fleps, wieder mit dem zwei- ter Dieners, Georg That und Hans O�o
ten Platz belohnt wurden. Martini, deren 50-jährige Treue mit einer
Nach der Ausreise von Walter Dieners Ehrenurkunde der HOG Brenndorf ge-
im Jahr 1987 übernahmen Horst Hergetz würdigt wird. Gleichzeitig werden allen
und Georg That die Leitung der Kapelle, noch lebenden Gründungsmitgliedern
die bei den öffentlichen We�bewerben, Urkunden überreicht bzw. zugeschickt.
meist mit den Heldsdörfer Musikanten, Als kleines Jubiläumsgeschenk überrei-
unter Hartfried Depner au�raten. chen wir den heute hier anwesenden Mu-
Als eine wichtige Institution erfüllte die sikanten eine Videokasse�e oder DVD
Blaskapelle in Brenndorf sowohl kulturel- mit einem Dokumentarfilm, der 1976 in
le als auch gemeinscha�liche Aufgaben. Brenndorf entstanden ist.
Wo immer gemeinscha�liche Hilfe nö- Wir alle hoffen und wünschen, dass die
tig war, z.B. bei der Kirchenrenovierung Blaskapelle Brenndorf ihrer langjährigen
nach dem Erdbeben von 1977, war die Tradition auch weiterhin treu bleibt, um
Kapelle geschlossen dabei. uns noch lange mit ihren vertrauten Wei-
Die Wende von 1989 brachte auch für sen zu erfreuen.
diese Kapelle das vorläufige „Aus“, weil Otto Gliebe

10 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Erste urkundliche Erwähnung der
Adjuvanten in Brenndorf
An das Löbliche Local Consistorium! In der getrosten Hoffnung, daß ein löbl.
Das von einem löbl. Local Consistorium Local Consistorium unsere Bi�e gehor-
festgelegt halbe Jahr ist, mit Go�es Hilfe samst begnadigen wolle, verbleiben wir
vergangen, wo dasselbe im Einvernehmen dankbar eines löbl. Local Consistoriums
mit der ehrsamen Communität, uns als gestandene Diener: Andreas Klein, Johann
Adjuvant anzustellen die Güte ha�e, ge- Mechel, Georg Tontsch, Johann Klees, Jo-
gen eine Belohnung von 50 Fl. W.W. Wir hann Mechel und Georg Teutsch.
hoffen nun, nach Verfluß dieser halbjäh- Brenndorf, den 21. Juni 1816
rigen Probezeit, daß es uns gelungen sein
möchte, ein löbl. Local Consistorium, die Das Consistorium in Brenndorf stimmte
ehrsame Communität und die übrigen der Gehaltserhöhung zu.
Mitglieder unserer Gemeinde, von unse-
rem Fleiß und Können in der Kirchenmu- 30 Jahre später, im Jahre 1844, finden wir
sik überzeugt zu haben, indem wir auf`s wieder eine Eingabe der Adjuvanten an das
feierlichste versichern, uns in derselben löbl. Local Consistorium mit der Bi�e um
immer mehr zu verbessern, daß wir auch Erhöhung und Anpassung ihrer Remune-
hierhin eine größere Fertigkeit erlangen. ration an die der übrigen Ortscha�en des
Jedoch sehen wir uns gedrungen ein Burzenlandes. Gezeichnet vom Leiter der
löbl. Local Consistorium schon wieder Adjuvanten, Rektor Johann Schuster.
mit einer Bi�e zu behelligen, indem der Die Antworten der Burzenländer Rektoren
äußerst kleine Lohn von 50 Fl. W.W. für 6 sind sehr unterschiedlich. So bekommen die
Adjuvanten so sehr gering ist, daß wir die Adjuvanten in Honigberg 100 Fl. W.W. aufs
Zeit, die wir zur Einübung der Kirchenstü- Jahr und 20 Kreuzer von jeder Leiche.
cke und zur weiteren Fortbildung in der In Heldsdorf sind die Adjuvanten von der
Musik benötigen und o� die dringensten kleinen und großen Gemeindearbeit befreit.
Feldarbeiten hintansetzen müssen und Ein hochinteressantes Schreiben kommt
durch diesen Zeitverlust in der Wirtscha� aus Weidenbach. Der dortige Rektor Johann
mehr Schulden als Nutzen haben. Groß schreibt am vorletzten Dezember
Wir bi�en gehorsamst, ein löbl. Local 1844:
Consistorium, mit Einverständnis einer Die Adjuvanten besitzen als Remu-
ehrsamen Orts-Communität, unser Ge- neration für ihre Dienstleistung bei der
halt als Adjuvanten den übrige Ortschaf- Kirche, von dem Kirchengrund, einzeln
ten gleichzustellen. Betreff der Leichen ½ Erdoch. Außerdem sind denselben die
wollen wir uns, wenn ein löbl. Local Nominalien der Neujahrsgratulationen
Consistorium unsere Bi�e gewährt, mit abgetreten worden. Durch letztere Con-
dem uns bestimmten 1 Fl. – selbst in der zession hat sich besagter Chor in etwa
dringendsten Feldarbeit, begnügen. 4 Jahren ein Kapital von 360 Fl. W.W.
Schließlich versprechen wir feierlich, erworben, welches Geld zu Winterszeit
daß wir durch die Erfüllung unserer ge- in die Kronstädter Sparkasse, den Som-
wiß billigen Bi�e alle Mitbürger über- mer über aber in Ochsen angelegt wird,
zeugen wollen, uns durch immer größere welche sich auf der hiesigen Viehweide
Befähigung und Tüchtigung würdig ma- mästen und besonders im verflossenen
chen werden. Jahr schöne Zinsen getragen hat.

Briefe aus Brenndorf 60/2005 11


Vielseitige Aktivitäten geplant
Vorstand der „Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“
tagte in München
Vielseitige Vorhaben und Aufga- ren Einsatz mit Urkunden und kleinen
ben haben die Vorstandsmitglieder der Geschenken gedankt. Besondere Freude
„Dorfgemeinscha� der Brenndörfer“ bei konnten wir den Musikern mit einem
ihrer jährlich sta�findenden Sitzung am 1976 in Brenndorf gedrehten Film berei-
22. Oktober 2005 in München erörtert. ten. O�o Gliebe regte an, den Film, wenn
Besonders dramatisch präsentiert sich technisch möglich, beim Treffen 2006 in
die Lage der Kirche in Brenndorf, aber Brackenheim vorzuführen.
auch erfreuliche Entwicklungen wie das Die Familienforschung der HOG Brenn-
50-jährige Jubiläum der Blaskapelle, die dorf wird unter Anwendung moderner
Jugendarbeit, Familienforschung oder die PC-Programme fortgeführt. Wie im letz-
„Briefe aus Brenndorf“ konnten begleitet ten Jahr berichtet, hat Hugo Thiess die
werden. Für den 23.-24. September 2006 Unterlagen unseres verstorbenen Archi-
wurde das große Treffen in Brackenheim vars und Familienforschers Hermann
geplant. Schmidts übernommen. Er nimmt regel-
mäßig an den PC-Seminaren für sieben-
An der Sitzung nahmen Ehrenvorsit- bürgische Familienforscher in Gundels-
zender O�o Gliebe, Siegbert Bruss, Volker heim am Neckar teil. Wie viele andere
Kreisel, Uta Martini, Edmund Seimen, Ortsgenealogen verwendet Hugo Thiess
Hugo Thiess und Norbert Thiess teil. das Programm Gen_Plus und steht nun
Der Vorstand beschloss einstimmig, die vor der zeitaufwändigen Aufgabe, die von
Kirchenrenovierung in Brenndorf wei- Hermann Schmidts erarbeiteten Daten in
terhin zu unterstützen. Ein neuer Spen- das moderne Genealogie-Programm zu
denaufruf wird in diesem Weihnachtshe� übertragen und um aktuelle Familienda-
veröffentlicht. Siegbert Bruss berichtete ten zu ergänzen. Das Ganze ist als Vorar-
über das Sommerfest 2005 und den dra- beit für ein Brenndörfer Ortsfamilienbuch
matischen Zustand der Kirche in Brenn- gedacht, das Hugo Thiess mi�elfristig
dorf, die er im August dieses Jahres herausgeben will. Des Weiteren erforscht
besichtigt ha�e. Die Reparaturen liegen er das geschichtliche Wappen von Brenn-
über den finanziellen Möglichkeiten der dorf und beabsichtigt, dafür den Rat von
„Dorfgemeinscha�en der Brenndörfer“ Heraldikern einzuholen.
und können daher nur mit Hilfe von Stif- Hermann Schmidts (1937-2004) ha�e
tungen und anderen Sponsoren bewältigt Band I (1807-1856) und Band II (1856-
werden. Ein dri�es finanzielles Standbein 1867) der „Presbyterialprotokolle der
erhoffen wir uns durch die Veräußerung evangelischen Kirchengemeinde Brenn-
von Ackerboden in Brenndorf (siehe dorf“ in der Reihe „Quellen zur Ge-
Spendenaufruf auf Seite 2). schichte von Brenndorf“ bearbeitet und
Die „Junge Blaskapelle Brenndorf“ herausgegeben. Diese Arbeit wird mit
hat ihr 50-jähriges Jubiläum in würdi- Hochdruck von O�o Gliebe und Hugo
gem Rahmen in Drabenderhöhe gefeiert. Thiess fortgesetzt. Sie schreiben die in
Über das Fest berichtete O�o Gliebe. Den „gotischer“ Sü�erlinschri� notierten Auf-
Musikanten ha�e er seitens der „Dorf- zeichnungen ab, erfassen sie EDV-mäßig
gemeinscha� der Brenndörfer“ für ih- und bereiten sie für eine elektronische
12 Briefe aus Brenndorf 60/2005
Veröffentlichung auf. Kurz vor Pfingsten getragen, das bereits über 1 100 Bilder um-
2005 haben sie Band III auf CD-ROM fer- fasst. Diese Arbeit soll fortgesetzt werden,
tig gestellt, der die Presbyterialprotokolle um somit die ortskundlichen Forschun-
vom 21. Februar 1886 bis zum 25. August gen sowie die Veröffentlichungen im
1895 umfasst. 2006 sollen weitere Jahr- Heimatbrief und Internet zu erleichtern.
gänge der Presbyterialprotokolle eben- Den Internetauftritt von Brenndorf
falls in elektronischer Form veröffentlicht unter [Link] will Edmund
werden. Seimen überarbeiten und mit aktuellen
Die „Dorfgemeinscha� der Brenndör- Informationen bestücken. Zudem hat
fer“ wird die Jugendarbeit mit einem der Vorstand beschlossen, auch ältere
Betrag von 500 Euro pro Jahr fördern. Folgen der „Briefe aus Brenndorf“ mit
Damit will man die junge Generation interessanten Beiträgen über die Kultur
stärker motivieren, an gemeinscha�li- und Geschichte Brenndorfs zu veröffent-
chen Treffen teilzunehmen und unsere lichen. Die älteren Heimatbriefe sollen
Traditionen fortzuführen. Seit einigen damit Forschern, der jungen Generation
Jahren verzeichnet die Jugendarbeit ei- und den Interessenten in der ganzen Welt
nen erfreulichen Aufschwung, den der im Internet zugänglich gemacht werden.
Vorstand unterstützen will. Eine gezielte Wir rufen hiermit alle Brenndörfer auf,
Jugendförderung wird auch von anderen unseren Internetau�ri� mit Ideen, Anre-
Burzenländer Heimatortsgemeinschaf- gungen und Beiträgen zu bereichern.
ten betrieben. Jugendreferent Norbert Aktuelle Berichte und weitere Infos
Thiess berichtete über das Fischertreffen über Brenndorf sind auch unter der
der jungen und jung gebliebenen Brenn- Adresse h�p://[Link]/
dörfer im Sommer 2005. Angesichts der ortscha�en/brenndorf/ abru�ar.
großen Nachfrage wurde die Reise nach
„Erinnerungen sind sehr
Schweden diesmal für 16 Personen, also
wichtig“
mit zwei Kleinbussen, organisiert. Für
Januar 2006 ist ein Skitreffen in Bad Goi- „Die Erinnerungen und Erfahrungen
sern (Oberösterreich) geplant, zu einem der älteren Generation sind uns sehr
Brenndörfer Treffen für Jugendliche und wichtig“, betonte Siegbert Bruss. Die
Junggebliebene wird für den 11. Februar Dorfgemeinscha� will die neuen Me-
2006 nach Neuhaus bei Crailsheim ein- dien nutzen, um ältere Brenndörfer zu
geladen. befragen und auf Videofilm aufzuneh-
men. Anhand von bewegten Bildern und
Fotos digitalisieren Zeitzeugeninterviews wollen wir zeigen,
Die Ausstellungsarbeit von Uta Martini, wie es einst in Brenndorf war und wie
die bei den Brenndörfer Nachbarscha�s- sich die Brenndörfer in der neuen Heimat
tagen und beim diesjährigen Rosenauer eingelebt haben. In jedem von uns lebt
Treffen in Bad Rappenau einen sehr guten ein Stück Brenndörfer Geschichte wei-
Anklang gefunden hat, soll fortgesetzt ter und diese wollen wir für die heutige
werden. Bei unserem großen Treffen 2006 und die nachfolgenden Generationen auf
in Brackenheim wird sie wieder eine re- Film bannen. Der Referent für Videodo-
präsentative Ausstellung zeigen. kumentation, Volker Kreisel, ha�e bereits
Volker Kreisel hat bereits zahlreiche im Vorjahr ein Gespräch mit dem bedeu-
Bilder aus unserem von Uta Martini ver- tenden Sportler und Sportlehrer Reinhold
walteten Fotoarchiv eingescannt und zu Kreisel (1925-2005) gefilmt.
einem digitalen Bildarchiv zusammen- Wir rufen alle Brenndörfer auf, sich ent-
Briefe aus Brenndorf 60/2005 13
weder als Zeitzeugen zur Verfügung zu Regionaltreffen wieder 2007
stellen (vor allem die ältere Generation) Regionaltreffen werden 2007 in Nor-
oder diese zu filmen. Das könnten vor drhein-Westfalen, Baden-Wür�emberg
allem die jüngeren, technisch versierten und Bayern angestrebt. Wir bauen dabei
Leute übernehmen. Unser Videofilmpro- auf die bewährten Organisatoren Laura
jekt könnte somit zu einer Begegnung und Hans Darabas in Garching sowie
zwischen Jung und Alt werden. Wer mit- Rainer und Monika Schuster, die ihren
machen will, melde sich bei Volker Krei- Einstand beim Regionaltreffen Nor-
sel, Telefon: (0 71 51) 4 79 78, oder Siegbert drhein-Westfalen gemeinsam mit ihrem
Bruss, Telefon: (0 89) 74 99 75 15. Helferteam in Drabenderhöhe erfolgreich
Kassenwart Edmund Seimen berich- bewältigt hat. Auch für Baden-Wür�em-
tete über die ausgewogene Finanzsitua- berg hoffen wir noch geeignete Organi-
tion der Dorfgemeinscha�. Auf vielfa- satoren zu finden.
chen Wunsch unserer Landsleute wer-
den sowohl dem Pfingst- als auch dem Trefflokal der Brenndörfer beim Hei-
Weihnachtsbrief Überweisungsscheine ma�ag der Siebenbürger Sachsen in Din-
beigefügt, so dass jeder seine Spenden kelsbühl am Pfingstsonntag 2005 in Din-
und Beiträge an die „Dorfgemeinscha�“ kelsbühl war wieder unser altes Trefflokal
wahlweise in der ersten oder zweiten „Zum Braunen Hirsch“ in der Turmgasse
Jahreshäl�e entrichten kann. Es reicht 3. Bedingt durch die Touristenflaute, hat-
natürlich aus, eine einzige Überweisung te das Gasthaus „Zum Surri“ am Altrat-
pro Jahr zu tätigen. Zudem wurde be- hausplatz kurz vor Pfingsten seine Tore
schlossen, den Heimatbrief nur noch an dicht gemacht. Bei den kün�igen Heimat-
jene Landsleute zu verschicken, die ihren tagen in Dinkelsbühl werden wir uns also
finanziellen Pflichten gegenüber der Ge- nach wie vor im angestammten Gasthaus
meinscha� in den letzten beiden Jahren „Zum Braunen Hirsch“ treffen.
nachgekommen sind. Des Weiteren berichtete Siegbert
Bruss über die Burzenländer Arbeitsta-
Heimatbrief sehr beliebt gung vom 22.-24. April 2005 in Neuhaus
Die Folge 59 der „Briefe aus Brenndorf“ bei Crailsheim, an der auch Hugo und
wurde mit farbigem Umschlag und in Norbert Thiess teilgenommen hatten.
hochwertigem Offsetdruck hergestellt. Dechant Klaus Daniel sei von Freitaga-
Der Vorstand beschloss, auch die nächsten bend bis Sonntagmi�ag dabeigewesen
Ausgaben der „Briefe aus Brenndorf“ im und habe wesentlich zu einem besseren
gleichen Druckverfahren erstellen zu las- Informationsfluss zu unseren Heimatge-
sen. Erfreulich ist vor allem die hohe Qua- meinden im Burzenland beigetragen. Der
lität der Bilder. Das neue Erscheinungsbild Bezirksdechant sei erfreut über die sehr
unseres Heimatbriefes findet nicht nur positive Stimmung und große Hilfsbe-
unter den Brenndörfern, sondern auch reitscha� in den Reihen der Nachbarväter
unter den Burzenländer Nachbarvätern und Nachbarmü�er. Die Burzenländer
eine positive Resonanz. Dieter Drotleff, HOG-Tagung findet im nächsten Jahr
Schri�leiter der „Karpatenrundschau“, nicht in Neuhaus, sondern in Verbindung
fand lobende Worte für unsere Publikation mit einer zehntägigen Siebenbürgenreise
(siehe auch seinen Beitrag auf Seite 19). vom 5.-14. Mai 2006 im Burzenland sta�.
Seit der Folge 59 werden die Heimatbriefe Geplant sind Gespräche mit kirchlichen
von Edmund Seimen versandt, wofür ihm und politischen Vertretern.
und seinen Eltern unser Dank gebührt. Siegbert Bruss
14 Briefe aus Brenndorf 60/2005
Brenndörfer Nachbarschaftstag am
23.-24. September 2006 in Brackenheim
Der neunte Nachbarschaftstag der arbeitet werden muss und über den die
Brenndörfer findet am Samstag, dem 23. Mitgliederversammlung in Brackenheim
September, und Sonntag, dem 24. Septem- abstimmen wird. Auch die Neuwahlen
ber 2006, in Brackenheim, 16 Kilometer könnten diesmal zügig über die Bühne
südwestlich von Heilbronn, sta�. Organi- gehen, denn die bisherigen Vorstands-
satorische Weichen für das große Treffen mitglieder werden sich voraussichtlich
hat der Vorstand der „Dorfgemeinscha� wieder zur Wahl stellen. Der Vorstand
der Brenndörfer“ (HOG Brenndorf) in schlägt Gert Mechel als stellvertretender
seiner Sitzung am 22. Oktober 2005 in Jugendreferent und neues Vorstandsmit-
München gestellt. glied vor. Weitere personelle und inhalt-
Das Fest der Begegnung wird vom liche Vorschläge bi�en wir, an eines der
Vorstand der „Dorfgemeinschaft der Vorstandsmitglieder der „Dorfgemein-
Brenndörfer“ unter der Federführung scha� der Brenndörfer“ vorzubringen.
des stellvertretenden Vorsitzenden Vol- Uta Martini wird in Brackenheim wie-
ker Kreisel und mit Unterstützung der der eine Fotoausstellung über Brenndorf
bisherigen Organisatoren Wiltrud und zeigen. Zur Unterhaltung und zum Tanz
Jürgen Mooser in Brackenheim veran- in Brackenheim spielen die Blaskapelle
staltet. Der Ablauf ist etwa der gleiche Brenndorf unter der Leitung von Walter
wie vor drei Jahren. Man tri� sich im Dieners am Nachmi�ag und die Musik-
Bürgerzentrum Brackenheim, Austraße band „Vocalis“ abends auf. Die „Vocalis“
21, um gemeinsam in die evangelische ist eine der besten siebenbürgischen Bands
St. Jakobus-Stadtkirche zu gehen. Der und überzeugt durch ihr musikalisches
Go�esdienst wird von Pfarrer Helmut Können und gute Stimmung. Ihr ausge-
Kramer gehalten und vom Kirchenchor wognes Repertoire spricht auch die jün-
unter der Leitung von Detlef Copony gere und mi�lere Generation an, die sich
mitgestaltet. hoffentlich möglichst zahlreich in Bra-
Das Treffen steht im Zeichen des 30-jäh- ckenheim einfinden wird (die Band wird
rigen Jubiläums der „Dorfgemeinscha� im Pfingstbrief 2006 kurz vorgestellt).
der Brenndörfer“. Da es hauptsächlich Die Eltern werden gebeten, ihre Kinder
der Begegnung, dem zwanglosen Gedan- zum Treffen mitzubringen. Wir wollen
ken- und Erfahrungsaustausch zwischen die junge Generation wieder in das Ge-
den Brenndörfern und ihren Freunden schehen des Nachbarscha�stages einbe-
gewidmet ist, wird der „offizielle Teil“ ziehen. Die Verpflegungskosten werden
des Treffens bewusst auf ein Minimum möglichst gering gehalten. Deshalb haben
eingeschränkt. Der Tätigkeitsbericht Wiltrud und Jürgen Mooser eine Party-
von Siegbert Bruss, dem Vorsitzenden service-Firma beau�ragt, Essen und Ge-
der „Dorfgemeinscha� der Brenndör- tränke im Bürgerzentrum anzubieten.
fer“, wird vorab im Pfingstbrief 2006 Übernachtungsmöglichkeiten gibt
veröffentlicht, so dass sich alle Mitglieder es in Hotels, Pensionen in und um Bra-
rechtzeitig über die aktuelle Lage der Ge- ckenheim. Bi�e rechtzeitig Quartiere zu
meinscha� informieren können. Ebenfalls bestellen! Auskün�e bei Neckar-Zaber-
im Pfingstbrief 2006 wird der Satzungs- Tourismus e.V. in Brackenheim, Telefon:
entwurf bekannt gegeben, der noch er- (0 71 35) 93 35 25.

Briefe aus Brenndorf 60/2005 15


Die Jugend berichtet:
Angelurlaub in Schweden 2005
Im Sommer dieses Jahres ging der jährli- Pipi Langstrumpf begeben, aber „Astrid
che Angelurlaub der Brenndörfer Jugend Lindgrens Welt“ ha�e leider einen Tag
in seine fün�e Runde. Die schwedischen zuvor seine Pforten wegen der Winter-
Schären bei Valdemarsvik waren unser pause geschlossen. Ein kleiner Spazier-
Ziel. Da sich die Gruppe der Teilnehmer gang durch den idyllischen Stadtkern
dieses Jahr erhöht ha�e, wurden zwei Fe- von Vimmerby rundete den Tag ab. Der
rienhäuser in der kleinen Ortscha� Vi�- zweite Tagesausflug nach Stockholm ver-
vik gebucht. Am Abend des 26. August lief aber wesentlich erfolgreicher. Hier
2005 fuhren wir mit zwei Kleinbussen kam jeder auf seine Kosten. Der Besuch
von unserem Treffpunkt in Bad Kissingen des Vasa-Museums und die Vorbeifahrt
los. Die zwölfstündige Autofahrt verlief der Königsfamilie waren einige der Hö-
problemlos, da wir die Strecke von den hepunkte. Nur eine kleine Autopanne
Angeltörns der letzten Jahre gut kann- trübte diesen Tag.
ten. Nach der Ankun� in Vi�vik fuhren Fast jeden Abend feierten wir nach dem
wir mit vier angemieteten Booten sofort gemeinsamen Essen den Erfolg des An-
zum Angeln raus. Die mitgereisten Frau- geltages bis zur späten Stunde. Nach ei-
en und Kinder strei�en durch Wald und ner Woche Angeln bei schönstem We�er
Wiese auf der Suche nach Pilzen. Bedingt mussten wir die Heimreise antreten. Die
durch die Jahreszeit, waren diesmal ge- Fischausbeute war beachtlich. Insgesamt
nügend zu finden. In den nächsten Tagen haben wir 168 Hechte und zwölf Barsche
konzentrierten sich die Männer meistens gefangen. Sogar die Kleinsten konnten
aufs Angeln. Ein Teil von uns unternahm Angelerfolge aufweisen. „Meterhechte“
einen Tagesausflug nach Vimmerby, den ließen sich leider keine haken. Vielleicht
Geburtsort von Astrid Lindgren. Die beim nächsten Mal …
Kinder wollten sich auf die Spuren von Gert Mechel

Brenndörfer beim An-


geln in Schweden, von
links nach rechts (obere
Reihe): Norbert Thiess,
Horst Hergetz jun., Klaus
Teutsch, Detlef Jekel,
Bettina Gross, Edith
Thiess, Christa Mechel,
Gert Mechel, Adolf Kon-
nerth jun., Otto Chris-
tel sen.; mittlere Reihe:
David Drechsler, Julian
Konnerth; untere Rei-
he: Ralf Drechsler, Nils
Drechsler und Christine
Drechsler.

16 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Neue Fotoalben im Internet
Der Internetau�ri� von Brenndorf un- einem Fotoalbum vertreten. Wer einen
ter [Link] wird schri�weise schnellen Internetanschluss hat, kann sich
um interessante Fotodokumentationen auch einen Videofilm online anschauen,
erweitert. Neu im Bereich „Bildergaleri- den Friederike Copony, geborene Kreisel,
en“ ist die 50-jährige Jubiläumsfeier der beim Go�esdienst des Brenndörfer Tref-
Blaskapelle Brenndorf. Eine Bildergalerie fens 1997 in Dinkelsbühl gedreht hat.
von der Ausstellungseröffnung Reinhardt Wer weitere gute Fotos vom Kirchen-
Schuster am 13. Oktober 2005 in München chor besitzt, möge sie an Edmund Sei-
haben Petra Reiner und Herta Seimen- men, Höchstädter Weg 10, 80997 Mün-
Sperlich beigesteuert. chen, einsenden. Unser Internetreferent
Der Kirchenchor Brenndorf unter ih- wird die Fotos dann einscannen und die
rem verdienstvollen Dirigenten Guido Originale postwendend an die Einsender
Copony (1927-2001) ist seit kurzem mit zurückschicken.

Einladung zum 3. Brenndörfer Skitreffen


Wie in diesem Jahr finden wir uns 2006 zimmer, inklusive Frühstück, 17,30 Euro
wieder in Bad Goisern (Oberösterreich) pro Person; Be�wäsche ist mitzubringen,
ein, um die nahe gelegenen Skigebiete kann aber auch gegen eine geringe Ge-
zu testen und zu genießen. Heuer waren bühr ausgeliehen werden
wir ziemlich spät dran (Ende März), das Die Anmeldefrist ist zwar abgelaufen,
nächste Treffen findet bereits vom 5. bis aber auch spätere Anmeldungen sind
8. Januar 2006 sta�. Als Unterkun� dient noch möglich. Bi�e nachfragen bei: Nor-
abermals die Jugendherberge in Bad Goi- bert Thiess, O�elsburger Straße 2, 86567
sern. Tandern, Telefon: (01 71) 2 05 31 73, E-
Bi�e folgende Informationen zum Ab- Mail [Link]@[Link].
lauf des Wochenendes beachten: selbst- Informationen im Internet unter www.
ständige Anreise am 5. oder 6. Januar; [Link]/moertelmuehle.
Preis pro Übernachtung im Mehrbe�- Norbert Thiess

Brenndörfer Jugend- und Faschingstreffen


Nach mehrjähriger Pause findet am 11. Nach ca. 7 km ist der Gasthof Neuhaus
Februar 2006 wieder ein Faschingstreffen direkt an der Straße zu erreichen.
der jungen und junggebliebenen Brenn- Anmeldung bis zum 25. Januar 2006 bei
dörfer, diesmal in Neuhaus bei Crails- Norbert Thiess, Tel. (01 71) 2 05 31 73, E-
heim sta�. Die Veranstaltung beginnt um Mail: [Link]@[Link]. Für die ersten
16.00 Uhr. Für Speis und Trank sorgt der 19 Anmelder ist eine Unterkun� vorhan-
Wirt, für die Musik ist voraussichtlich den, die Übernachtung, inklusive Früh-
unser Stimmungsmacher Benno Wagner stück, kostet 20 Euro pro Person. Be�wä-
zuständig. Alle maskierten Besucher er- sche ist vorhanden. Allen weiteren Teilneh-
halten ein Freigetränk ihrer Wahl. mern kann eine Unterkun� in Gasthäusern
Wegbeschreibung: Autobahn A7 Ulm- im nahe gelegenen Crailsheim vermi�elt
Würzburg, Ausfahrt Dinkelsbühl/Fich- werden. Wir freuen uns auf viele Besucher
tenau, in Richtung Crailsheim abbiegen. und eine gelungene Feier.
Briefe aus Brenndorf 60/2005 17
25-jähriges Klassentreffen
Jahrgang 1965/66 feierte in Neuhaus bei Crailsheim
Am 15. Oktober 2005 fand unser erstes land lebha� ausgetauscht. Es tat uns gut
Klassentreffen seit 25 Jahren in Neuhaus zu hören, wie jeder von uns eine Existenz
bei Crailsheim sta�. Wir waren natürlich aufgebaut und eine Familie gegründet
sehr aufgeregt und neugierig auf unse- hat. Nach der Klassenstunde ging es zum
re ehemaligen Klassenkameraden. Um gemütlichen Teil mit Kaffee und Kuchen
ca.13 Uhr waren alle da, und nach einer über. Obwohl Lauri für gute Musik sorg-
stürmischen Begrüßung, viele ha�en sich te, fand keiner die Zeit, das Tanzbein zu
seit mehreren Jahren nicht mehr gese- schwingen, weil die Gespräche vorerst
hen, eröffnete Hugo Thiess offiziell unser kein Ende nehmen wollten. Erst am spä-
Klassentreffen und bedankte sich für das ten Abend kam Tanzstimmung auf, die
zahlreiche Erscheinen. Erfreulicherweise mit den alten Zeiten vergleichbar war.
konnten wir auch unseren ehemaligen Wir tanzten wie in jungen Jahren bis spät
Klassenlehrer Klaus Fabritius (5.-6. Klas- in die Nacht. Nach einem gemeinsamen
se) sowie unsere Lehrerinnen Gertrud Frühstück am nächsten Morgen traten
Stamm und Gertrud Müller begrüßen. wir unsere Heimreise an, nicht ohne uns
Eingeladen waren auch Lehrerin Rosi vorher zu einigen, in fünf Jahren ein wei-
Teutsch und Klassenlehrer Helmut Wag- teres Treffen zu organisieren. Der Tag hat
ner, die aber aus privaten Gründen nicht uns allen viel bedeutet. Im Namen aller
kommen konnten. Nach unserem Mi�ag- Beteiligten danken wir nochmals Hugo
essen hielt Klaus Fabritius eine Klassen- und Anca Thiess für ihren großen Ein-
stunde mit uns, die freilich viel lockerer satz zu diesem gelungenen Klassentref-
und lustiger war als in unserer Schulzeit. fen. Dankeschön sagen wir auch unseren
Die Stunde zog sich in die Länge, ha�e Lehrern, dass sie sich an diesem Wochen-
man sich doch einiges zu erzählen. In ende Zeit genommen haben für unser
fröhlicher Runde wurden die Gespräche Klassentreffen.
dann weitergeführt. Wir sahen uns alte Renate Kaufmes und Heide Balazs
Fotos aus dem Kindergarten und der
Schulzeit an sowie Kopien der Katalo-
ge aus der 1. und 8. Klasse. Es wurden
Erinnerungen aus der alten Heimat und
Eindrücke des Neubeginns in Deutsch-

25-jähriges Klassentreffen , vordere Rei-


he, von links nach rechts: Adolf Konnerth,
Ute Schuster, Melitta Jekel geb. Tontsch,
Lehrerin Gertrud Müller geb. Rothenbächer,
Klassenlehrer Klaus Fabritius; mittlere Rei-
he, von links: Lehrerin Gertrud Schachner
geb. Stamm, Roswitha Rothbächer geb.
Wagner, darüber Gisela Schuster, weiter
Heide Balazs geb. Wagner, Hedda Meyle
geb. Mechel, Hugo Thiess, Edith Heiß geb.
Göltsch, Lauri Dworschak geb. Nan; hin-
tere Reihe, v.l.n.r. Renate Kaufmes geb.
Theil, Edwin Tontsch und Klaus Teutsch.

18 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Im Gemeinschaftsleben voll impliziert
Manfred Copony zwischen Idealismus und Realismus
Besonders in Gesprächen mit Ange- Jedes gute Wort, jede Zigare�e zählt bei
hörigen der Mehrheitsbevölkerung oder diesen Schwerkranken.
auch ausländischen Gästen, die über den Das Thema seiner Diplomarbeit, die
Exodus der Sachsen und Schwaben aus mit der Höchstnote bewertet wurde, war
Rumänien informiert sind und diesen verständlich auch aus dem sozialen Be-
Fakt beklagen, wird o� die Frage gestellt: reich gewählt: „850 Jahre soziales Engage-
„Gibt es aber keine Rückkehrer?“ Die ment der Siebenbürger Sachsen“. Nach-
Antwort fällt leicht aus: „Nur Einzelfälle, barscha�swesen, Fürsorge, Frauenarbeit,
die man an der Hand abzählen kann.“ Ar- Altenheime bis zur Saxonia-Sti�ung wer-
gumente dafür wären noch aufzuzählen, den in dieser einer Analyse unterzogen,
doch lassen wir diese aus und nehmen für die sich der Autor in Gundelsheim
uns einen solchen konkreten Fall, den und in Siebenbürgen dokumentierte und
von Manfred Copony, vor, der zwischen einen guten Anklang fand. Damit war
Idealismus und Realismus sich vor drei 2002 aber auch sein Entschluss gefasst,
Jahren für die Rückkehr aus Deutschland zurück in die alte Heimat zu kehren, um
in die alte Heimat entschlossen hat. Und da auch die Interessen der Heimatortsge-
er bereut es nicht, diesen Schri� getan zu meinscha� der Brenndörfer in Deutsch-
haben. Hier hat er durch sein Tätigkeits- land, in deren Vorstand er gewählt wur-
feld die Gewissheit erhalten, nützlich für de, zu vertreten und sich allgemein für
die Gemeinscha� zu sein, etwas au�auen die Gemeinscha� nützlich zu machen.
zu können, Menschen in Not zu helfen Im ersten Jahr seines hiesigen Aufent-
und fühlt sich somit wohl in seinem alten, halts widmete er sich der Einrichtung sei-
ihm bekannten Umfeld. ner Wohnung im Pfarrhaus in Neustadt
Der am 22. Februar 1963 in Brenndorf und versuchte, soziale Betreuungspro-
geborene Manfred Copony, besuchte da jekte mit Jugendlichen aus Deutschland
die Grundschule, dann das Lyzeum für einzuleiten, was sich aber als schwierig
Wirtschaftswesen und Verwaltung in erwies. Ein reiches Tätigkeitsfeld fand er
Kronstadt. Es folgten zehn Arbeitsjahre dann 2003, als er zum Bezirksanwalt des
in der Tourismusbranche im Kronstädter Kronstädter Evangelischen Kirchenbezirks
Aro-Palace-Komplex. Dann folgte 1990 A.B. berufen wurde. Anfangs führte er eine
die Aussiedlung nach Deutschland, wo Inventarisierung des Kircheneigentums im
er eine Umschulung zum Bürokaufmann Repser Gebiet durch und weitere solcher
machte und später Sozialpädagogik an Au�räge folgten, Sanierungs- und Re-
der Fachhochschule Würzburg studierte. staurierungsprojekte der Kirchenburg in
In diesen Jahren leitete er auch eine Gast- Petersberg und Brenndorf spornt er durch
stä�e, um sich die Existenz zu sichern, Heranziehen von Gutachtern an, ist in die
und machte ein Praktikum im Bereich der Rückgabe ehemaligen Kircheneigentums
chronischen Psychiatrie in einem Sanato- impliziert, wobei besondere Fortschri�e
rium in der alten Heimat in Wolkendorf. in Neustadt, Tartlau, Honigberg, auch
Auch heute fühlt er sich von diesem ange- dank der guten Zusammenarbeit mit den
zogen, wie Manfred Copony betont, war jeweiligen Kuratoren und Bürgermeistern
es ein erfolgreiches Jahr in Wolkendorf, erzielt werden konnten, hat Verwaltungs-
„denn mit wenig kann man viel machen“. probleme einiger Burzenländer Kirchenge-

Briefe aus Brenndorf 60/2005 19


meinden übernommen, ist der Schri�füh- Er hat es auch verstanden, Idealismus
rer zahlreicher Sitzungen und Zusammen- mit Realismus zu verbinden, und ist über-
kün�e, unterstützt die Organisierung von zeugt, dass weitere Personen, wenn auch
Burgfesten oder gar Gemeindefaschings wenige, mit der Zeit seinem Beispiel fol-
und beteiligt sich daran. gen werden, wie es auch Bernd Wagner,
Besonderen Einsatz leistet Manfred ein Verwandter aus Heldsdorf getan hat.
Copony bei der von Erdbeben stark ge- Denn Voraussetzungen gibt es auch da,
schädigten Kirche in Brenndorf. Unter ein Leben in Erfüllung zu führen, und
seiner Aufsicht konnte vorläufig das wenn man auch Anerkennung findet,
Dach repariert werden, auch dank einer dann kommt die Gewissheit, den richti-
großzügigen Spende seitens der evange- gen Schri� getan zu haben.
lischen Kirchengemeinde Menninghüffen Dieter Drotleff
aus Deutschland. Da gibt es noch viel Ar- (gekürzt aus: Karpatenrundschau
beit, aber vor dieser scheut er sich nicht. vom 7. Mai 2005)

Sommerfest erfreut Sachsen in Brenndorf


Ein Sommerfest der evangelischen Kir- von Manfred Copony und weiteren Hel-
chengemeinde Brenndorf fand am 14. fern und Helferinnen.
August 2005 im evangelischen Pfarrhaus Am Fest waren zahlreiche Ehrengäste
in Brenndorf sta�. Veranstaltet wurde zugegen, die sich für die Kirchengemein-
das Grillfest von der Kirchengemeinde de Brenndorf einsetzen: Dechant Klaus
Brenndorf an der Spitze mit Kuratorin Daniel (Wolkendorf), Pfarrvikar Peter
Rosi Rusu mit tatkrä�iger Unterstützung Klein (Petersberg), der juristische Berater

Gemütliches Beisammensein im Pfarrhaus, von links nach rechts: Hilda Schuster (238), Rosi
Schuster (337), Katharina Klein (43), Otto Schuster (523) und Emilia Schuster (275).
Fotos: Petra Reiner

20 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Sommerfest in Brenndorf am 14. August 2005, von links nach rechts: Siegbert Bruss, Pfarr-
vikar Peter Klein, Dechant Klaus Daniel und Manfred Copony.

des Kronstädter Kirchenbezirks, Danila tung von Gemeinscha�sgebäuden, der


Savu (Kronstadt), der Baufachmann Va- Friedhofspflege und der Unterstützung
lentin Roman, die Buchhalterin aus dem von Gemeinscha�sfesten, wie dem heu-
Altenheim Blumenau in Kronstadt u.a. tigen Grillfest. Bruss dankte den Ver-
In seiner Ansprache gab Dechant Klaus antwortlichen des Kirchenbezirks und
Daniel seiner Freude Ausdruck, dass der Kirchengemeinde, die sich für die
dieses Gemeinscha�sfest zustande ge- Gemeinde stark machen. Gemeinsame
kommen sei. Er lobte das reibungslose, Anstrengungen der Kirchengemeinde
gute Miteinander der Kirchengemeinde und „Dorfgemeinscha� der Brenndör-
Brenndorf und der „Dorfgemeinscha� fer“ seien für die Renovierung der vom
der Brenndörfer“ . Dechant Daniel berich- Erdbeben beschädigten Kirche nötig.
tete, dass er im Frühjahr dieses Jahres an Am Fest nahmen rund 50 Personen teil.
der Tagung der Burzenländer Ortsvertre- Die Gemeindeglieder sind sehr froh und
ter in Neuhaus bei Crailsheim teilgenom- dankbar, wenn solche Gemeinscha�sfeste
men habe. Er begrüßte das konstruktive organisiert werden. Man saß bei Mici und
Wirken der ausgewanderten Sachsen, die Holzfleisch, Baumstriezel und Kaffee ge-
sich in vielfacher Weise für ihre Heimat- mütlich beisammen und vergaß für einige
gemeinden einsetzen. Stunden die Einsamkeit und Gebrechlich-
In seinem Grußwort bekundete Sieg- keit, über die viele klagen. Wir danken
bert Bruss, Vorsitzender der Dorfge- Kuratorin Rosi Rusu, Manfred Copony
meinscha�, die tiefe Verbundenheit der und den Helfern, die dieses Fest durch-
Mitglieder der Dorfgemeinscha� mit den geführt haben, und hoffen, dass sich die
in Brenndorf lebenden Sachsen. Diese Sachsen in Brenndorf auch kün�ig mög-
Verbundenheit finde ihren Ausdruck in lichst o� zu solchen Gemeinscha�sfesten
verschiedenen Hilfsaktionen, z.B. der zusammenfinden werden.
Weihnachtsbescherung, der Instandhal- Siegbert Bruss

Briefe aus Brenndorf 60/2005 21


Getrübter Dialog mit politischer Gemeinde
Ein Informationsgespräch mit Bür- Interesse bekundete der Bürgermeister
germeister Paul Cernat führten Siegbert für das historische Wappen von Brenn-
Bruss und Manfred Copony am 18. Au- dorf. Ein entsprechendes Wappen wolle
gust im Rathaus Brenndorf. Damit wurde er bei der Ortseinfahrt von Brenndorf
die Reihe der Begegnungen fortgesetzt, anbringen lassen.
die die Vorstandsmitglieder der „Dorf- Der Bürgermeister Paul Cernat erneu-
gemeinscha� der Brenndörfer“ 1999 und erte ein im vorigen Jahr abgegebenes Ver-
2004 mit dem Bürgermeister von Brenn- sprechen und sicherte ein übriges Mal zu,
dorf führten. Der Politiker der National- dass der Kiosk vor dem Eingang in die
liberalen Partei ist seit 1996 im Amt. Evangelische Kirche in Kürze entfernt
Wie Bürgermeister Paul Cernat berich- werde. Das Bürgermeisteramt habe einen
tete, wird das Haus 18, das Älteste des diesbezüglichen Beschluss erlassen. Es
Burzenlandes, von einer rumänischen sei nur noch eine technische Frage, einen
Familie bewohnt. Es befindet sich in gu- entsprechenden Krad zu finden, betonte
tem Zustand, ein Gemüseladen (aprozar) Cernat. Die evangelische Kirchengemein-
wurde nebenan eingerichtet. Die Familie de ha�e gegen die Errichtung des Kiosks
darf das Haus 25 Jahre lang mietfrei be- geklagt, da sie gegen geltende Denkmal-
wohnen und ist im Gegenzug verpflich- schutzbestimmungen verstößt.
tet, das Gebäude zu renovieren und in- Der alte Kiosk wurde bis zur Druckle-
standzuhalten. gung dieses Heimatbriefes trotz wieder-
Alle Haushalte in Brenndorf sollen holten Beteuerungen des Bürgermeisters
an ein öffentliches Trinkwassernetz und nicht entfernt. Die Situation hat sich im
die Abwasserkanalisation angeschlos- Herbst dieses Jahres durch eine weite-
sen werden. Damit gerät Brenndorf in re Baumaßnahme verschlimmert. In der
den Genuss eines von der Europäischen Bushaltestelle vor der Kirche wurde ein
Union finanzierten Programms, das zum zweiter, noch größerer Kiosk aus Ziegeln
Großteil von der EU und zu 15 Prozent und Mauern errichtet. Äste der alten Lin-
von der politischen Gemeinde Brenndorf de wurden ohne Einwilligung der evange-
getragen wird. Einen entsprechenden lischen Kirche abgesägt. Die evangelische
Vertrag haben das Bürgermeisteramt Kirchengemeinde Brenndorf hat gegen
Brenndorf und der Kronstädter Kreisrat diese illegale Baumaßnahme Klage beim
unterzeichnet. Die Rohre werden zur- Bürgermeisteramt, der Denkmalschutz-
zeit in der Heldsdörfergasse verlegt, die behörde und dem Baureferat des Kreises
Arbeiten sollen laut Bürgermeister Paul Kronstadt erhoben. Eine Antwort der Be-
Cernat bis 2006 abgeschlossen werden. hörden steht noch aus. Die Bemühungen,
Cernat zeigte Interesse an der Renovie- den Bau zu verhindern, sind bislang er-
rung der Evangelischen Kirche in Brenn- folglos geblieben. Beide Kiosks verstoßen
dorf und bekundete die Absicht, sich um gegen die Denkmalschutzbestimmungen
eine Förderung durch den Kronstädter in Rumänien und entstellen das Straßen-
Kreisrat zu bemühen. Allerdings verfügt bild von Brenndorf. Deshalb werden die
der rumänische Staat zurzeit nur über rumänischen Behörden aufgefordert, die
geringe Mi�el für den Denkmalschutz, illegalen Bauten vor dem Kircheingang
nachdem das Land heuer von mehreren umgehend zu entfernen.
Hochwasserwellen heimgesucht wurde. Siegbert Bruss

22 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Nachrichten aus Brenndorf
Neuwahlen des Kirchenrates / Einsatz für die Gemeinschaft
Am 27. November 2005 wurden in (HOG Brenndorf) bezuschusst die Fried-
Brenndorf Wahlen des Kirchenrates ab- hofspflege mit etwa 1 000 Euro jährlich.
gehalten. Als Kuratorin wurde Rosi Rusu Häuserrückgabe – Die Evangelische
geb. Graef wieder gewählt. Die weiteren Kirche hat entsprechend der jüngsten
Mitglieder des Kirchenrates sind: Kathari- rumänischen Gesetzgebung die Rück-
na Klein, Reinhard Klein, Emilia Schuster gabe vieler kirchlicher Gebäude in ganz
jun. und O�o Schuster. Ersatzmitglied ist Siebenbürgen beantragt. Für Brenndorf
Gertrud Mitan. Wir wünschen Kuratorin liegen folgende Anträge in Bukarest vor:
Rosi Rusu und dem gesamten Kirchen- Kirchenmühle (Honigbergergasse), Schu-
rat viel Gesundheit, Schaffenskra� und le (Schulgasse 141), Lehrerwohnungen in
Freude an dem Einsatz zum Wohle der der Schulgasse, Kaplanwohnung (heute
Gemeinscha�. Polizeigebäude), unbebautes Grundstück
Seelenzahl – In Brenndorf leben zurzeit (Mühlgasse 93-94, heute SC Mebra SA).
25 Erwachsene und fünf Kinder, die zur Der Kirchhof wurde im Frühsommer
evangelischen Kirchengemeinde gehören. von den Gemeindegliedern aus Brenn-
Bei der Zuckerfabrik leben 20 Erwachse- dorf (ein Mann von der Zuckerfabrik war
ne und sechs bis zehn Kinder, je zwei auch dabei) von Unkraut und Sträuchern
Erwachsene und Kinder in Kronstadt, gesäubert. Auf Anregung von Dechant
zwei Erwachsene in Zeiden sowie je eine Klaus Daniel sollen im kommenden Früh-
Person im Altenheim Schweischer und jahr auch die Hecken entfernt und ein
in Neustadt. Die evangelische Kirchen- Teil Erde rund um die Kirche abtragen
gemeinde Brenndorf zählt damit zurzeit werden.
51 Erwachsene und 13-17 Kinder. Leider haben einige Kinder die Ziegeln
Brenndorf wird von Pfarrvikar Peter und La�en an den Seiteneingängen der
Klein (Sohn von Dr. Hans Klein, Dekan Kirche entfernt, um Tauben fangen zu
des Theologischen Instituts in Hermann- können. Die Reparaturen wurden not-
stadt) mit Sitz im evangelischen Pfarr- dür�ig von Manfred Copony und O�o
haus Petersberg betreut. Schuster durchgeführt, um die Decken
Wegen der geringen Seelenzahl ist von Regenfällen zu schützen.
Brenndorf seit 2003 keine selbstständi- Das Pfarrhaus ist an einigen Stellen
ge Kirchengemeinde mehr und hat nur wieder reparationsbedürftig. Feuchte
noch den Status einer Diasporagemeinde. Wände, kapu�e Fußböden und die stel-
Das Führungsgremium ist nicht mehr ein lenweise bröckelnde Decke an der Veran-
Presybyterium, sondern ein Kirchenrat. da sind nur einige Schäden, die in nächs-
Die anfälligen Entscheidungen werden ter Zukun� behoben werden müssten.
nicht alleine vom Kirchenrat, sondern ge- Die Weihnachtsbescherung für die
meinsam mit dem Kronstädter Kirchen- Brenndörfer Kirchenmitglieder wird im
bezirk getroffen. Dezember 2005 schon zum dri�en Mal
Friedhofspflege – Der Friedhof befin- in Folge von Manfred Copony organi-
det sich in einem guten Zustand. Den siert. Die Lebensmi�el werden vor Ort
Go�esacker pflegt seit mehreren Jahren zu erschwinglichen Preisen eingekau�
Hans Zacharias (Hausnummer 50). Die und verteilt.
„Dorfgemeinschaft der Brenndörfer“ Manfred Copony

Briefe aus Brenndorf 60/2005 23


Brenndorfs bedeutendster Sportler
und Sportlehrer
Nachruf auf Reinhold Kreisel
Reinhold Georg Kreisel ist nach lan-
ger, mit Geduld ertragener Krankheit am
21. Oktober 2005 im Alter von 90 Jahren
in Engelskirchen-Bickenbach gestorben.
In die Geschichte Brenndorfs geht er als
bester Sportler und bedeutendster Sport-
lehrer ein.

Reinhold Kreisel erblickte am 10. Ok-


tober 1915 das Licht der Welt. Die ersten
Volksschulklassen besuchte er von 1922-
1927 in Brenndorf und anschließend bis
1934 das Honterus-Gymnasium in Kron-
stadt. In Bukarest studierte er bis 1938 an
der Hochschule für Leibesübungen.
Als aktiver Leichtathlet war er in den
dreißiger Jahren bei allen Landesmeis-
terscha�en und über die Grenzen hinaus Reinhold Kreisel im 90. Lebensjahr
immer unter den Besten. So holte er sich
1934 den Juniorenlandesrekord im Weit- Seine sportliche Aktivität wurde von
sprung (6,73 m), siegte im Fün�ampf 1941-1944 durch den Krieg unterbrochen.
bei der Schülerolympiade der Schulen Von 1941 bis 1944 beteiligte er sich als
Siebenbürgens (Weitsprung 6,37 m, Ku- Leutnant und Oberleutnant im 2. Ge-
gelstoßen 13,54 m, Diskuswerfen 35,67 m, birgsbatallion Kronstadt sowie Zugs-
Hochsprung 1,68 m und 100 m in 11,6 Se- und Kompanieführer unter anderem am
kunden). 1936 belegte er bei der Balkan- Krimfeldzug. Im Wonnemonat Mai 1944
Olympiade in Athen den vierten Platz heiratete er die beliebte Kindergärtnerin
im Weitsprung; 1937 wurde er Zweiter Helga geb. Schartner aus Deutsch-Kreuz,
im Dreisprung bei den Balkanspielen in die ihm bald 1945 Sohn Ortwin und 1948
Bukarest; 1938 erzielte er den Landesre- Tochter Birgit schenkte.
kord im Dreisprung 14,03 m; 1939 erhielt Von 1945-1948 arbeitete Herr Kreisel als
er die Silbermedaille und 1940 die Gold- Landwirt, aber bald schon als Buchhalter
medaille im Zehnkampf – ein überaus sowie Normer in der Zuckerfabrik, wo er
herausragendes Talent. die Chance nutzte, auch als Sportlehrer
1936 dur�e er sogar an den Olympi- in der dortigen Lebensmi�elschule tätig
schen Spielen in Berlin teilnehmen. zu werden. Von 1952-1975 entfaltete er als
Nach dem Studium begann er seine er- Sportlehrer der Schulen in Brenndorf eine
folgreiche Lau�ahn als Sportlehrer beim intensive Trainerzeit und verzeichnete
Hermanstädter TV, wo er Leichtathletik hervorragende Erfolge in Leichtathletik
trainierte und beispielsweise Fry Ongert und Handball. Egal, wo wir antraten, war
und Edith Treybal als Landesmeisterin- es auf raionaler Ebene in Sf. Gheorghe
nen hervorbrachte. oder regional in Kronstadt, wir Brenn-

24 Briefe aus Brenndorf 60/2005


dörfer räumten fast alle Medaillen ab in by als Gemüse- Obst – und Weinbauer
Disziplinen wie Laufen, Springen, Kugel- neu und machte sich in seiner neuen Um-
stoßen, Speer- und Diskuswerfen bis hin gebung und bei den Brenndörfern einen
zum Handball. Namen. Der von ihm angelegte Garten
Das alles ha�en wir unserem wunder- war ein bewundernswertes Prachtstück,
baren Sportlehrer zu verdanken. Herr in dem immertragende Erdbeeren, Prei-
Kreisel begleitete jeden vor dem Start sel- und Johannisbeeren, Stachel- und
und gab ihm gute Ratschläge mit auf den Blaubeeren sowie Jona Gold, Roter Bos-
Weg. Bei seiner Körpersprache konnte kop und Gavensteiner Äpfel bestens
man sehen, welche Disziplin gerade an- gediehen. Herr Kreisel veredelte junge
gesagt war. So zuckte er beim Handball Apfelbäumchen auf Batull und machte
bei jedem Wurf aufs Tor mit der rechten seinen eigenen Wein, den er – in Anle-
Schulter, so als wollte er seinen Spielern hung an das bekannte deutsche Wein-
mithelfen. Besonders erwähnenswert aus anbaugebiet Kaiserstuhl – „Kreiselstuhl-
dieser Zeit waren Annerose Messer als Wein“ nannte. In der Todesanzeige, die
Sprinterin, Rita Copony, Meli�a Tontsch, die hinterbliebene Familie in der Sieben-
Hedda Rhein und Erika Kellner als Vier- bürgischen Zeitung vom 15. November
kämpferinnen; bei den Jungs taten sich 2005 veröffentlichte, heißt es: „Du siehst
Volker Kreisel, Siegbert Bruss und Horst den Garten nicht mehr grünen, in dem
Zacharias bei den Dreikampf-Meister- du einst so froh gescha�, siehst deine
scha�en besonders hervor und belegten Blumen nicht mehr blühen, weil dir der
die drei ersten Plätze. Tod nahm alle Kra�.“
Die Handballspiele fanden weit hinaus Der trauernden Familie sprechen wir
über die Gemarkung Brenndorfs sta� und im Namen der „Dorfgemeinscha� der
führten die Sportler bis nach Schäßburg, Brenndörfer“ unsere herzliche Anteil-
Hermannstadt, Agnetheln, Mediasch nahme aus. Dem bedeutenden Sportler
oder Zeiden, meist mit offenem LKW. und Sportlehrer Reinhold Kreisel wer-
Sehr gute Handballer über mehrere den viele Generationen von Brenndörfern
Generationen hinweg waren, um nur ei- ein ehrendes Gedenken bewahren. Go�
nige zu erwähnen: Hans Graef sen., Fritz schenke ihm den ewigen Frieden.
Tontsch, Dieter Kreisel, Werner Martini, Melitta Drechsler
Hermann Gölle, Karoline Sei-
men, Erna Meret, später Doina
Radu, Marianne Meret, Gertrud
Tontsch, Daniela Serban, Hans
Graef jun. und viele andere.
Nach der Auswanderung der
Familie im Jahre 1976 stellte
Reinhold Kreisel sein traineri-
sches Talent auch in der neuen
Heimat unter Beweis und baute
die Damen-Mannscha� „ATV
Hückeswagen“ auf, die er ne-
ben zwei Jungen- und Mäd-
chen-Mannscha�en betreute.
Der pensionierte Diplom- Reinhold Kreisel bei einem Leichtathletikwettkampf 1938
Sportlehrer entdeckte sein Hob- in Kronstadt (1,65 m im Hochsprung)
Briefe aus Brenndorf 60/2005 25
Die Kunst ist nicht beliebig
Reinhardt Schuster stellte im Münchner
Haus des Deutschen Ostens aus
Reinhardt Schuster stellte vom 14. vorgegeben schien. Seine Zeichnungen,
Oktober bis 11. November 2005 Öl- und von denen hier einige ausgelegt sind,
Acrylbilder sowie zauberha�e Blä�er in sind das Ergebnis einer Eigendynamik
Schwarz-Weiß im Haus des Deutschen der Linie, die sich verzweigt, verdichtet,
Ostens in München aus. Schuster wurde annähert, Spiralen oder Bruchstellen bil-
1936 in Brenndorf geboren, besuchte ein det. Es scheint endlos viele Möglichkeiten
musisches Gymnasium in Bukarest und ihrer Führung zu geben, aber für Rein-
studierte ab 1958 an der dortigen Kunst- hardt Schuster ist jeweils nur eine Vari-
akademie. Ersten Kunstunterricht erhielt ante künstlerisch zulässig. Er gestaltet,
er schon während der Schulzeit bei Hans er bildet nicht nach, er malt nicht was er
Ma�is-Teutsch (1898-1960). Schuster hat sieht, sondern was ist. Das verleitet nicht
seit 1967 zahlreiche Einzel- und Grup- zur Negation von Wirklichkeit – die Form
penausstellungen im In- und Ausland bleibt erhalten, sie wird geradezu her-
bestri�en. Seit 1983 lebt er in Deutsch- ausgehoben, aber sie gerät in eine neue
land. Bei der Vernissage am 13. Okto- Beziehung in einem neuen Umfeld.
ber in München führte der Publizist und Das zu wissen, muss für den Betrachter
Kunstkritiker Franz Heinz in das Werk des Bildes unerheblich bleiben, es mag
des bedeutenden, in siebenbürgisch-säch- hingegen den Zugang zur Kunst Rein-
sischen Kreisen jedoch unterschätzten hardt Schuster erleichtern, zu ihrer Ei-
Malers und Grafikers ein. Die Einführung genwilligkeit, Disziplin und Ästhetik. Als
wird im Folgenden in gekürzter Form aus Grundtendenz seiner Bilder bezeichnet er
der „Siebenbürgischen Zeitung“ vom 15. den „erkennbaren Inhalt“, die Botscha�
November 2005 abgedruckt. hingegen ist in der Kunst, wie wir wis-
sen, auch wenn sie vermi�elbar ist, nicht
„In meinen Bildern ist nichts beliebig“, unmi�elbar. Das könnte vor vorschnellen
sagt Reinhardt Schuster, und das setzt Zuweisungen warnen. Auch dort, wo der
voraus, dass der Zufall in der Kunst nicht gesellscha�liche Bezug ins Auge springt,
Methode sein kann, und auch, dass sie zieht es Schuster vor, eher allgemein zu
stimmt. Gerade in der heutigen Kunst- bleiben. „Die Trompeten von B.“ symboli-
szene kann man durchaus auch anderer sieren den Fall der Berliner Mauer, schon
Meinung sein, die Spontaneität wird ge- das Entstehungsjahr 1990 des Bildes weist
lobt, die Eingebung des Augenblicks, die darauf hin. „Die Trompeten von B.“ kla-
sich selbst überlassene und sich verselbst- gen nicht vordergründig an, verurteilen
ständigende unkontrollierte Bildgenesis. nicht, sie stellen ohne Pathos und mit ver-
Die Gestaltung kann entbehrlich sein, die haltenem Triumph eine sich gesetzmäßig
Idee hinderlich. Was Kunst ist, bestimmt vollziehende Gerechtigkeit dar.
ohnehin der Markt. „Schwarzes Kartenspiel mit rotem Zep-
In dieser Ausstellung ist allerdings kein ter“, ein 1989 entstandenes Bild, ist für
Bild zu finden, das sich einer solchen den Kenner der rumänischen Verhältnis-
künstlerischen Freiheit zuordnen ließe. se dieses Schicksaljahres besonders leicht
Gewiss entwickelt sich auch bei Rein- lesbar. Was den Kenner privilegiert, kann
hardt Schuster das Werk unter der Hand, aber, anders gesehen, auch eingrenzen.
und es wächst mitunter über das hinaus Der konkrete Bezug verstellt möglicher-
oder auch von dem hinweg, was als Idee weise den Blick auf das allgemein Gültige,

26 Briefe aus Brenndorf 60/2005


verengt die Sicht auf den einen Diktator, abstrakte Form
obwohl dieser doch nur als Beispiel für wird, rhyth-
jede wie immer geartete majestätische misch aus-
Überheblichkeit dient. Auf gar keinen Fall gleicht oder
sollte die konkrete Zuweisung der Bot- bedrohlich
scha� das Bild als solches überdecken, das zersplittert.
auch für sich und nicht nur als politisches So bunt, so be-
Manifest wirken will. Reinhardt Schuster wegt, mitunter
ist nicht ein Moralist, der die Welt verbes- sogar explosiv
sern will, es wäre denn, es gelänge über die Bilder auch
den besseren Geschmack. Es ist ein innerer sein mögen, sie kip- Reinhardt Schuster mit seiner
Realitätsbezug, der in die Thematik seiner pen nicht. Sie bleiben Gattin, der Klavierpädagogin
Bilder einfließt, der unabweisbar ist, aber ruhig und beherrscht. Valentina Schuster, bei der
nicht vorsätzlich geschieht. Schuster sagt dazu: Ausstellungseröffnung
München. Foto: Petra Reiner
in
Zu den Erfahrungen, die Reinhardt Sie bleiben erträglich.
Schuster gleich mehrfach in seinem Le- Und damit verbindet sich der höchste
ben zu machen genötigt war, gehören das Anspruch an sich selbst. Schuster will
Erdulden von Gewalt und die o� nicht an seinen Farben gemessen werden, die
weit davon entfernte Not der Bescheiden- sorgfältig aufeinander abgestimmt und
heit. Gegen die Gewalt setzt er, indem er gegeneinander abgegrenzt sind, nicht
sie lächerlich macht, das bewährte Mi�el verwässern und sich nicht gegenseitig
des Schwächeren ein, wogegen er die Be- durchdringen und aufweichen. Sie defi-
scheidenheit mit einem Schuss Heiterkeit nieren und werten letzthin die Form und
auszusta�en sucht. bestimmen das Kunstwerk.
Die gestalterischen Mi�el, die Rein- Es wird mitunter versucht, die Her-
hardt Schuster verwendet, sind weder kun� von Reinhardt Schusters beson-
überraschend noch neu. Sämtliche Bild- derer Beziehung zu den Farben und für
elemente sind uns aus anderen Darstel- seine ausgeprägt individuelle Auffassung
lungen bekannt, er erfindet sie nicht neu, über die Farbe als Gestaltungsprinzip zu
denn alles, was mitzuteilen und zu zeigen entschlüsseln, wobei auf den Kronstäd-
ist, bedarf nicht eines neuen Alphabets. ter Hans Ma�is-Teutsch zurückgegriffen
Der Künstler kommt mit wenigem Zube- wird, auf die europäische Avantgarde
hör aus. Tore, Schri�zeichen, züngelnde schlechthin und nicht zuletzt auf die
Bänder, Stufen, sperrige Konstruktionen Kunst der Rumänen und ihren unaka-
oder vegetative Formen bestimmen die demischen Umgang mit der Farbe. Man
Bildfläche. Es ist, ließe sich sagen, immer kann gern und nicht ohne Gewinn die
dasselbe, und doch ist es immer anders. Spurensuche mitverfolgen. In der Aus-
Wie ein Baum immer anders ist oder stellung aber dürfen wir das sichtbare
wie jeweils anders der Sonnenuntergang Ergebnis einfach gelten und auf uns
empfunden und nachgestaltet wird. Er- wirken lassen. Es gibt auch so etwas wie
klärend fügt Schuster da ein rotes Zepter, die Kunst des Schauens oder die Stun-
dort bunte Trompeten ein – es sind dann de des Betrachters, in der wir das, was
aber gerade die Schri�zeichen, die das Geschichte ist und was die Wissenscha�
Nachlesen nicht ermöglichen und damit weiß – oder zu wissen vorgibt – unbeach-
verdeutlichen, dass alles vorrangig Form tet lassen. Das Wort hat der Maler, und
ist. Form ohne Tiefe. Die Fläche bestimmt das Bild war schon immer vorrangig zum
das Bild, und die Fläche bietet sich der Schauen da.
Farbe an, die ebenfalls figurative oder Franz Heinz

Briefe aus Brenndorf 60/2005 27


Das Bild des Deutschen untersucht
Daniel Eiwen (Doru Chirică) nahm die Darstellungen in der
rumänischen Literatur kritisch unter die Lupe
Seine Tätigkeit als Lehrer begann Doru marbeit behandelte er das dramatische
Chirică (verheirateter Daniel Eiwen) 1967 Werk Adolf Meschendörfers, der in der
in Honigberg und Târlungeni. In Brenn- Literaturgeschichte eher als Epiker, vor
dorf wirkte er von 1968 bis 1982 als Lehrer allem als Verfasser des bedeutendsten
für Rumänisch, aber auch Französisch, deutschsprachigen Romans Rumäniens
Latein und Musik und leitete zugleich den vor dem 2. Weltkrieg „Die Stadt im Os-
deutschen Schulchor. Dr. Daniel Eiwen ten“ (Kronstadt), und Lyriker bekannt ist.
wirkt seit 1998 am Romanischen Seminar Fasziniert an Meschendörfer hat Daniel
der Universität zu Köln als engagierter Eiwen vor allem dessen interkulturelles
Lektor für Rumänistik. Die Darstellungen Engagement für das Geistesleben aller in
über Deutsche in der rumänischen Lite- Siebenbürgen lebenden Ethnien, denen er
ratur hat er in mehreren Aufsätzen und in seiner damals europaweit beachteten
Büchern erforscht. Zeitschri� „Die Karpaten“ (1907-1914)
Der am 22. November 1945 in Galatz, ein Forum bot. Au�auend auf diesen in-
dem größten Donauhafen Rumäniens, terethnischen Forschungen promovierte
geborene Doru Chirică (verheirateter Da- Eiwen in Köln mit seinem bis heute um-
niel Eiwen) vollendet dieses Jahr seinen fassendsten literaturwissenscha�lichen
60. Geburtstag in der uralten Domstadt Buch: „Das Bild Deutschlands und des
Köln, in der er seit mehr als 20 Jahren Deutschen in der rumänischen Literatur“.
beheimatet ist. Seine frühe Ausbildung Diese wahre literaturhistorische Herku-
und bleibende interkulturelle Prägung lesarbeit konnte Eiwen dank eines Gradu-
erhielt Daniel Eiwen in der alten Heimat iertenstipendiums der Universität Köln
Rumänien in der ebenfalls sehr alten vom 1. April 1985 bis 30. November 1986
Domstadt Kronstadt. Hier im Scha�en verfassen. Die wichtigsten rumänischen
der Schwarzen Kirche, des größten und Literaturdarstellungen der Deutschen
letzten gotischen Doms in Südosteuropa werden dabei in ihrem zeitbedingten
– nach dem französischen Schri�steller Gesellscha�srahmen kritisch beleuch-
Paul Claudel reicht das Abendland, so tet, angefangen von der Gründung der
weit seine gotischen Dome anzutreffen rumänischen Fürstentümer Moldau und
sind – ging Daniel Eiwen von 1952-1959 Walachei (Muntenien) über die Zeit Groß-
in die Grundschule und besuchte von rumäniens in der Zwischenkriegszeit und
1959-1963 das „Unirea“-Gymnasium, die Epoche des Sozialistischen Realismus
wo er die Grundlage für sein exzellentes bis in die späten achtziger Jahre des ver-
Deutsch legte. gangenen Jahrhunderts.
Er erweiterte seine Kenntnisse in deut- Zehn Jahre später, 1998, lässt Eiwen
scher Sprache und Literatur am Päda- seiner Gesamtschau über das Bild des
gogischen Institut der Universität Jassy Deutschen in der rumänischen Litera-
von 1963 bis 1966, mit dem Staatsexa- tur den Essay „Das Bild des Anderen in
men als Abschluss. Von 1968 bis 1971 Siebenbürgen. Stereotype in einer multi-
vervollkommnete er seine germanisti- ethnischen Region“ folgen. Hier setzt er
schen Studien an der Universität Buka- seine Betrachtung über das Bild des Deut-
rest im Fernstudium. In seiner Diplo- schen, neben dem des Ungarn, bis in die
28 Briefe aus Brenndorf 60/2005
neunziger Jahre nach dem Umsturz fort. Bickerich ein literarisches Denkmal und
Während Paul Everac in seiner Novelle bedauerte die Auswanderung ihrer deut-
„Forellenquarte�“ (1993) seine Schaden- schen Freunde und Bekannten. Eiwens
freude über die Auswanderung der Ru- Essay fasst sogar eine mögliche Rück-
mäniendeutschen kaum verbergen kann, wanderung einiger Rumäniendeutschen
zeigen sich die meisten siebenbürgisch- ins heutige Rumänien der Transformati-
rumänischen Autoren zutiefst betroffen onszeit ins Auge, wie es viele rumänische
vom Massenexodus ihrer Mitbürger. So oder ungarische Autoren und Künstler
setzte die bekannte Prosaautorin Sanzea- begrüßen würden, um dem Land neue
na Pop, die Schülerin des Honterusgym- Impulse zu verleihen.
nasiums in Kronstadt war, in ihrem Ro- Ingmar Brantsch
man „Serenade für eine Trompete“ auch (gekürzt aus: Siebenbürgische
ihrem ehemaligen Musiklehrer Viktor Zeitung vom 15. November 2005)

TV-Sendung über Damasus Dürr


Damasus Dürr (1537-1585), dem bedeu- zitiert, das Erreichbare wurde auch ge-
tendsten Sohn Brenndorfs aller Zeiten, filmt, wobei das Hauptmanuskript sich
war am 6. Juli 2005 eine Sendung des ru- jetzt im Teutsch-Archiv in Hermanntadt
mänischen Fernsehens TVR International befindet.“
gewidmet. Biographische Daten – Der wortgewal-
Die TV-Dokumentation über den Hu- tige Prediger Damasus Dürr wurde um
manisten Damasus Dürr wurde von Alex 1537 in Brenndorf geboren. Das Gymna-
Mihailescu und Dragos Tudor gemacht; sium besuchte er in Kronstadt und hörte
den Autoren stand der Stolzenburger ab 1559 Vorlesungen an der Wi�enber-
Pfarrer und Schri�steller Walther Seid- ger Universität. Nach seiner Rückkehr
ner zur Seite. Wie die Allgemeine Deutsche nach Siebenbürgen – vermutlich schon
Zeitung für Rumänien (ADZ) berichtet, hat 1560 – war er als Prediger in Hermann-
sich Walther Seidner mit der Postille, der stadt tätig. 1568 oder 1569 übersiedelte
Predigtensammlung des Damasus Dürr er nach Kleinpold, wo er bis zu seinem
beschä�igt: „Er hat das mi�lere der drei Tode als Geistlicher wirkte. Er begrub in
Bücher in seinem Computer gespeichert, zwei Jahrzehnten drei Ehega�inen und
aus dem ersten ha�e das Unterwälder vier Kinder und starb 1585 in Kleinpold.
Kapitel 1939 Faszikel gedruckt. Pfarrer Sein umfangreiches Predigtmanuskript,
Ludwig Klaster aus Urwegen ha�e sich das erst 1939 vom Unterwälder Kapitel
damit abgegeben… Als ein ‚Gemisch in Mühlbach teilweise abgedruckt wurde,
aus Lutherdeutsch und ‚Siebenbür- ist die „bedeutendste Prosaleistung der
gisch-Sächsisch’ wurde die Sprache des Siebenbürger Sachsen in deutscher Spra-
Damasus Dürr bezeichnet; jedenfalls ha- che im Zeitalter des Humanismus und
ben wir es bei diesen 1.200 Seiten mit der Reformation“, schreibt der Literatur-
einem ungewöhnlich reichen Dokument historiker Dr. Stefan Sienerth im Lexikon
des 16. Jahrhunderts zu tun, auch wegen der Siebenbürger Sachsen. „Als Seelsorger
den ‚Exempla’, die der Pfarrer immer in neigt er sich liebevoll zu seinen Kirchen-
seine Predigten eingeflochten hat, und kindern und spricht sie in einer selten
den sa�igen Aussprüchen, die er dabei volkstümlichen Art mit bewundernswer-
tat. Walther Seidner hat mit sichtlichem ter Klarheit und Schärfe des Ausdrucks
Genuss aus den geistigen Entdeckungen an.“ (Kirchliche Blä�er, Nummer 1/1974)

Briefe aus Brenndorf 60/2005 29


Aus dem Leben der Gemeinschaft
Es haben geheiratet:

Sabine Tontsch und Gerhard Reitsamer Agnes Mereţ (16) und Manuel Köhler

Melanie Bickel und Thorsten Christel (98) Harriet Kellner (327) u. Michael Hirschvogel

30 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Christa Ottinger (Birthälm) und Gert Mechel Edith Hartmann (Leblang) und Norbert
(267) Thiess (167)

Nelli Fur (Lübeck) und Roland Eiwen (166) Beate Guess (166) und Helmut Greff
(Hermannstadt)

Briefe aus Brenndorf 60/2005 31


Felicia Cupăr und Dieter Schuster (113) Margot Stamm (47) und Rolf Hess

Wir wünschen den jungen Vermählten viel Glück!


Goldene Hochzeit feierten:
Ernst und Klara Rothenbächer geb. Schmidts (29.05.1955)
Ernst und Traute Schoof geb. Stamm (26.06.1955)
Walter und Rosi Lurtz geb. Klusch (08.10.1955)
Andreas Lurtz und Anna geb. Schnabel (Rosenau) 11.10.1955
Michael und Rosi Kreutzer geb. Tontsch (19.11.1955)
Wir wünschen allen Jubilaren noch viele schöne Jahre im Kreise ihrer Liebsten!

Die Geburt ihrer Kinder geben bekannt:


Elias Moritz, Sohn von Michael Hirschvogel und Harriet geb. Kellner
Johannes, Sohn von Hans-Peter Burkhart und Elke geb. Gliebe
Isabelle, Tochter von Kuno Thiess und Rita geb. Tontsch
Celine, Tochter Peter Thiess und Christa geb. Christel
Luis Bastian, Sohn von Detlef Jekel und Be�ina Gross
Wir wünschen den glücklichen Eltern viel Freude und Glück
mit ihren Sprösslingen!
Spende für Kirchenrenovierung – Anlässlich des Nachbarscha�stages und des
50-jährigen Jubiläums der Blaskapelle Brenndorf spendet Anna Rothenbächer 50 Euro
an die Dorfgemeinscha�. Wir verwenden diese Spende für die Kirchenrenovierung
und nehmen an, im Sinne der Spenderin gehandelt zu haben.

32 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Elwine Copony („Winni“)
21. November 1920 – 21. November 2005
Ein Fels in der Brandung

Kronstadt 1943 1971 Brenndorf 2004

Zu deinem 85. Geburtstag wünscht dir Es ist uns ein Herzensanliegen, auch
alles, alles erdenklich Gute, Gesundheit auf diesem Weg unsere Verbundenheit zu
und Zufriedenheit die Großfamilie Lexen, Winni kundzutun. Während des „Pflicht-
ehemals Kronstadt, Sandgasse 3. jahrs“ kochte Winni bei uns und wurde
von uns aus, von der Familie Lexen aus,
Heute verstreut in Traunreut, Traun- nach Russland verschleppt. Als Winni,
stein, Rosenheim und München, sind wie auch mein Vater, zurückkehrte, war
wir an deinem Ehrentag alle mit dir zu- alles anders, doch ha�en wir in Winni
sammen. Deine letzte Gemüsesuppe in immer eine Stütze.
Fleischbrühe war ein köstlicher Genuss. Sie ist ein kreuzbraver Mensch, grund-
Wie du das allerletzte Fleisch von den ehrlich, ein lebendiges Lexikon Brenn-
ausgekochten Knochen hörbar abgekratzt dorfs, rechnet im Nu Lei in Euros und
hast, bleibt ebenfalls unvergessen, und umgekehrt und hat zu vielen rumäni-
es gab der Suppe die ausschlaggebende schen Familien im Dorf lebenswichtigen
Würze (Würde). Wie sehr du dich jedes Kontakt. Ihren Gemüsegarten bestellt
Mal über den „Brenndörfer Boten“ (Brie- sie noch alleine und macht täglich einen
fe aus Brenndorf) freust, kann nur jener Weg durch die ganze Kirchgasse, zur
ermessen, der bei seiner Ankun� in Dein Post, zum Bäcker und zum Metzger. Den
strahlendes Gesicht gesehen hat. Als wäre Fahrplan aller Busse hat sie im Kopf und
der „Bote“ nur für dich geschrieben. „Sie nimmt regen Anteil am Schicksal aller –
haben mich nicht vergessen …“ besonders der Brenndörfer.
Ingeborg Graef Gertrud Lexen-Linsemaier

Briefe aus Brenndorf 60/2005 33


Konfirmation
Carolin Schuster (Hausnummer 273, sie-
he Bild links) wurde am 1. Mai 2005 in der
Evangelischen Kirche in Lagerlechfeld in sie-
benbürgisch-sächsischer Tracht konfirmiert.
Das erfüllt ihre Eltern, Karl-Georg und Maria
Schuster, sowie ihre Oma, Grete Schuster,
mit berechtigtem Stolz. Ihre Oma pflegt und
bewahrt, wie viele andere ältere Siebenbür-
gerinnen, die Tracht wie einen wertvollen
Schatz aus der alten Heimat.

Trachtenpuppen
Edith Rothbächer hat in jahrelanger
Kleinarbeit siebenbürgisch-sächsische
Trachtenpuppen erstellt. Einer Bi�e von
Bischof D. Dr. Christoph Klein nach-
kommend, erwerben die Burzernländer
Heimatortsgemeinscha�en vier Trachten-
puppen und stellen sie als Dauerleihgabe
dem Friedrich-Teutsch-Haus der Evange-
lischen Landeskirche in Hermannstadt
zur Verfügung.

Vor 70 Jahren in Brenndorf


„Brenndörfer Nachrichten“ von Pfingsten bis
Weihnachten 1935
Das Mitteilungsblatt „Brenndörfer Jahre gegen Diphterie geimp�. Die Eltern
Nachrichten“ erschien zum ersten Mal im werden gebeten dafür Sorge zu tragen,
Jahr 1927 und wurde 1944 eingestellt. Der dass alle pünktlich zur Stelle sind. Zuerst
damalige Pfarrer Fritz Nösner wollte es werden die Kleinen, dann die Größeren
unter dem Namen „Kirchliche Nachrich- geimp�.
ten“ weiterführen, das Vorhaben wurde 29. Juni: Laut Zuschrift der Ober-
aber vom Presbyterium nicht gebilligt, verwaltung werden die Mitglieder des
wegen der sehr strengen Auflagen in jener Ortsvereins ersucht, die noch restlichen
Zeit. Wir haben unter den Titeln „Vor 65 Mitgliedsbeiträge bis spätestens 1. Juli
Jahren in Brenndorf“ und „Vor 70 Jahren laufenden Jahres einzuzahlen, da sonst
in Brenndorf“ Auszüge aus den Jahrgän- die Zustellung der „Landwirtscha�lichen
gen 1927-1935 veröffentlicht. Da uns die Blä�er“ unterbrochen werden muss.
restlichen Jahrgänge leider nicht zur Ver-
6. Juli: Auszug aus dem Bericht der Bru-
fügung stehen, müssen wir unsere Serie
derscha� – Der Park, der einzige Aufent-
einstellen. Dies ist also der letzte Beitrag
haltsort unserer Jugend, bedur�e einer
aus den „Brenndörfer Nachrichten“.
gründlichen Reparatur. Die Bänke und
15. Juni: Montag, den 17. Juni, Nach- auch die Bepflanzungen waren sehr
mi�ag 1 Uhr, werden im Kommunitäts- verwahrlost. Die Rasenflächen wurden
saale zum zweiten Male alle sächsischen umgegraben, da sie sehr verunkrautet
Kinder vom 2. bis zum vollendeten 10. waren. Etwa 60 Fuhren gute Ackererde
34 Briefe aus Brenndorf 60/2005
und Kompost wurde hingeführt, um in Staatsbürgerzeugnis, Taufschein und
die Gruben für die Ziersträucher gefüllt letztes Schulzeugnis. Zahlungsbedingun-
zu werden. Im Winter wurde der ganze gen: Kostgeld monatlich 600 Lei, Internat
Park gedüngt, etwa 320 m Bänke wurden und Holzgeld monatlich 150 Lei, Schul-
errichtet, der Tanzplatz und die Gehwege geld monatlich 150 Lei, Schülerkranken-
wurden reguliert. Die Umzäunung wur- kasse monatlich 15 Lei. Außerdem sind
de teils ausgebessert, teils neu hergestellt. noch 150 kg Weizen in natura abzuliefern
Die alten Ziersträucher wurden zurecht- oder dessen Gegenwert einzuzahlen. Das
geschni�en, mit Eintri� des Frühlings- Schuljahr beginnt voraussichtlich am 10.
we�ers wurde mit der Bepflanzung fri- September 1935. Letzter Anmeldetermin
scher Ziersträucher begonnen. Im Ganzen 21. August 1935.
wurden etwa 350 Ziersträucher und 120 17. August: Am 20. dieses Monats wird
Stauden angepflanzt. Auch die Schwes- mit der Destillation der Pfefferminze be-
ternscha� trug durch Sammeln von Ge- gonnen. Die Ablieferung geschieht auch
wächsen und Stauden ihren Teil bei. Die in diesem Jahr ortsweise nach der übli-
Rasenflächen wurden neu besät und die chen Einteilung. Es ist jeder verpflichtet,
Parkbeleuchtung ausgebessert. Es wur- sich an diese Einteilung unbedingt zu hal-
den im Frühjahr bis zur Fertigstellung des ten. Wer entgegen dieser Einteilung Kraut
Parks 200 Arbeitstage geleistet.(...) liefert, dem werden Abzüge bis zu 20%
20. Juli: Die 1. Brenndörfer Druschge- gemacht. Die Krautübernahme erfolgt
sellscha� wird hiermit zu der Sonnabend, von 8-12 Uhr und nachmi�ags von 1-6
den 20. Juli, halb neun Uhr abends, sta�- Uhr. Zuerst wird das zweijährige Kraut,
findenden Generalversammlung in das dann die Herbst- und zum Schluss die
Vereinshaus eingeladen. Tagesordnung: Frühjahrspflanze abgeliefert. An Regen-
1. Festsetzung des Druschlohnes pro tagen findet keine Übernahme sta�, bei
1935, 2. Anfragen. Da der 1. Punkt der nassem und stengeligem Kraut werden
Tagesordnung sehr wichtig ist, und eine die vertragsmäßigen Abzüge gemacht.
dringende Lösung benötigt, werden die Nicht übernommen wird verunkrautetes
Mitglieder ersucht, alle zu erscheinen. und zur Gärung übergegangenes Kraut.
27. Juli: Alle Pensionisten werden Wir ersuchen höflichst, diese Bestimmun-
darauf aufmerksam gemacht, dass in gen zu beachten, damit die Ablieferung
Zukun� zwecks Behebung der Pension, reibungslos vor sich geht.
jeder persönlich mit dem Carnet erschei- 24. August: Sonntag, den 25. August, 1
nen muss. / Alle Hauseigentümer werden Uhr Nachmi�ag, werden alle Kinder, die
aufgefordert, die Rinnsale auf der Gasse noch nicht dreimal geimp� worden sind,
zu reinigen. / Das Kommando der rumä- im Kommunitätssaale gegen Scharlach
nischen Feuerwehr bi�et die Schneider- und Diphterie geimp�. / Sonntag, den 25.
meister zwecks Anfertigung von 10 neuen August 1935, Nachmi�ag von 1-6 Uhr, fin-
Uniformen ihre Offerte einzureichen. / Es det im Lempesch ein Jugendtreffen sta�.
ist verboten, zwei Erntewagen hinterein- (...) Die Brenndörfer Jugend wird dazu
ander anzuhängen. Zuwiderhandelnde herzlichst eingeladen. Der Altknecht.
werden bestra�. 14. September: Es wird allen Einwoh-
10. August: Aufnahmebedingungen nern zur Kenntnis gebracht, dass es nicht
an der Ackerbauschule Marienburg für gesta�et ist, am Abend gruppenweise zu-
1935/36: Das Alter des neueintretenden sammenzustehen. Ferner ist es untersagt,
Schülers soll mindestens 15 Jahre betra- dass Kinder, erwachsene Jugend sowie
gen. An Dokumenten sind vorzulegen: Dienstboten auf der Gasse Lärm machen.
Briefe aus Brenndorf 60/2005 35
Zuwiderhandelnde werden zwecks Be- November, wird im Sinne des Beschlus-
strafung dem Gericht übergeben. ses des Brenndörfer Presbyteriums vom
28. September: In die Freitag, den 27. 6. November l. J. mit Rücksicht auf das
des Monats, bis 3. Oktober sta�findende Erntedankfest rückgängig gemacht, und
Obstausstellung sind von Brenndorf 53 es ergeht die Einladung mit derselben
Obstproben der Landwirtscha�skammer Tagesordnung an alle kirchlichen Wäh-
eingesendet worden. / Alle Jünglinge aus ler unserer Gemeinde für Sonntag, den
dem Jahre 1918, welche nicht in Brenndorf 17. November, 1 Uhr Nachmi�ag. Die
geboren sind, haben sich zwecks Eintra- Wahl findet in der Kirche sta�. Es werden
gung in die Assentliste mit dem Geburts- gewählt: a) 4 Vertreter für die Bezirkskir-
schein bis zum 1. Oktober l. J. beim Notär chenversammlung und 4 Ersatzmänner,
zu melden. / Das 41. Artillerieregiment b) 36 Vertreter in die Gemeindeversamm-
hat am Sonnabend den 28. September l. lung mit der Mandatsdauer bis 1938 und
J. Scharfschießen bis 2 Uhr nachmi�ags. 12 Ersatzmänner. Das Recht, zu wählen
Die Strecken und Felder Brenndorf – Ho- und gewählt zu werden, hat jeder, der in
nigberg – Petersberg sind für diese Zeit der Wählerliste 1935 aufgenommen ist.
für den Verkehr gesperrt. 16. November: Am Sonntag, den 24.
12. Oktober: Wir empfehlen den Rü- November, feiern wir das Totenfest mit
benproduzenten, sich mit dem Ausgra- üblichem Abendmahlsgang. Die am hei-
ben der Rüben nicht zu übereilen, da wir ligen Abendmahl Teilnehmenden melden
sie nicht abliefern können. Bei der großen sich bei Herrn Prediger G. Schobel an.
Hitze trocknet die Rübe ein, den Schaden 23. November: Diejenigen, die bereit
tragen wir. / Laut Zuschri� vom Land- sind, das Orchester in unserer Gemeinde
wirtscha�lichen Bezirksverein, soll mit wieder aufleben zu lassen als ein Zeichen
der Bekämpfung der Mäuse energisch ernster kultureller Bestrebung, werden
begonnen werden, da eine wahre Plage ersucht Sonntag, den 24. November 1935,
droht. Wir fordern alle Landwirte auf, 2 Uhr Nachmi�ag, sich in der Schule ein-
mit Gi�, Wasser oder Fallen den Vernich- zufinden. Es haben die Mitwirkung im
tungskampf zu beginnen. Orchester auch einige Herrn aus der Zu-
26. Oktober: Am 8. und 9. November l. ckerfabrik zugesagt. Auf zu neuen Har-
J. findet für Brenndorf die Vidierung der monien und schönen Klängen!
Militärdokumente (Viza livretelor) für 7. Dezember: Die Schweinepest ist in
des Jahr 1935 sta�. Es haben zu erschei- unserer Gemeinde erloschen und der Ver-
nen alle militärpflichtigen Männer aus kauf von Schweinen ist wieder frei. Auch
den Jahrgängen 1908 – incl. 1932. Pluto- die Säue dürfen wieder zu den Ebern ge-
nieri majori und Plutonieri 1903 – incl. trieben werden. / Der Viehmarkt in Mari-
1932. enburg wird am 13., der Warenmarkt am
9. November: Das Erntedankfest 14. Dezember abgehalten.
wird Sonntag, den 10., abgehalten. Am 14. Dezember: Vom evangelischen
Abend – am Ball der Rekruten – findet Frauenverein: Mittwoch, den 18. De-
eine Erntedankfeier der Jugend mit Lie- zember laufenden Jahres, 8 Uhr abends,
dern, Vorträgen und einer kleinen Szene halten wir unsere Adventsfeier im Ver-
sta�, wozu alle Volksgenossen für halb einshaus. Schwester Marta von Stuckerad
acht Uhr in den Saal des Gemeindehau- aus Kronstadt hält die Adventsansprache.
ses freundlich eingeladen werden. / Die Es ergeht an alle Gemeindemitglieder
Einladung zur Vornahme der kirchlichen Frauen, Männer und Jugend die herzliche
Ergänzungswahlen für Sonntag, den 10. Einladung an dem Abend teilzunehmen,
36 Briefe aus Brenndorf 60/2005
der uns gewiss wertvolles Erleben vermit- werden. / Alle rumänischen Einwohner,
teln wird. Wir singen folgende Lieder aus die wünschen dass ihr Name rückromani-
unserem Gesangbuch: Nro. 3 und Nro. 7. siert werde, mögen sich in kürzester Zeit
Gesangbücher sind mitzubringen. Wohl- im Gemeindeamt melden. / Die Weih-
fahrtsspende an diesem Abend: 10 Lei. nachtsfeier für die Kinder wird wie üblich
20. Dezember: Alle in einer fremden am 24. Dezember, 6 Uhr abends, in der
Sprache geschriebenen Gehilfebüchlein Kirche abgehalten. / Allen lieben Lesern
sind ungültig und müssen gegen solche ein frohes Weihnachtsfest.
in rumänischer Sprache (...) umgetauscht Zusammengestellt von Hugo Thiess

Altarbilder
Erzählung von Hans Lienert
In diesem Jahr, am 24. November 1985, ins Bäuerliche vergröbert. Er hat Teile,
würde Pfarrer Hans Lienert (1885-1954) die neuzeitlichem Geschmack durchaus
sein 120. Lebensjahr vollenden. Seine Er- zuwiderlaufen, und das sind gerade die
zählung „Altarbilder“ wurde bereits 1985 Haup�eile, die den ganzen Au�au tra-
in den „Briefen aus Brenndorf“ nachge- gen. Sie sind grauweiß angestrichen und
druckt. Heute wird sie noch einmal veröf- blaugrau gemarzelt. Aus der Ferne wol-
fentlicht, auch für neue Leser (siehe Foto len sie für Steine gehalten werden.
auf der Rückseite dieses Heimatbriefes). Aber an zwei Stellen tragen die schein-
Die Tochter des Schri�stellers, Holde bar regellos eingepinselten dunklen Züge
Heuer, schreibt: „Wer den Brenndorfer ein freundliches Geheimnis in sich, dass
Altar sehr genau kennt, wird wohl be- sie nur langem innig versunkenem Blick
stätigen oder bestreiten können, dass die verraten. Sie ordnen sich an diesen Stellen
Anregung zu dieser Erzählung meinem wie unwillkürlich so, dass zwei Gesichter
Vater in der Brenndorfer Kirche zuteil daraus hervorgucken. Das eine ein rund-
wurde. Sicher aber ist, dass ihm dabei backiges und doch zierliches Mädchen-
dichterische Phantasie die Feder geführt gesicht mit lachenden sehrenden Augen,
hat. Er schrieb diese Erzählung im glei- das andere das Gesicht eines Jünglings
chen Jahr unter Nr. 162/163 in der Zeitung mit übermütigem Schnurrbart und ver-
‚Deutsche Tagespost‘.“ wegenem Spitzbärtchen.
Zuerst habe ich mich zum Glauben an
Wenn ich sonntags im Pfarrgestühl einen Zufall gezwungen. Doch schwand
der altertümlichen Dor�irche sitze und dieser Glaube bei jedem Betrachten mehr
der andächtige Gesang von mehreren und mehr. Und am schönsten Fest des
hundert Stimmen die Halle erfüllt, dann Jahres, am Palmsonntag beim Abend-
werfe ich den Blick nach links zum Altar mahl, nach der Einsegnung der jungen
und lausche schweigend. Dies versunke- Christen, da ist es mir zur Gewissheit
ne Lauschen ist mir Go�esdienst. geworden: Meine beiden Altarbilder
Der Altar aber fesselt meinen Blick erzählen eine vergessene alte Liebesge-
durch einen eigenen Reiz. Er ist zwar schichte.
einfach und kann nach keiner Richtung In stillem feierlichem Zug treten sie vor
hin besondere Anforderungen stellen. Er den Altar. Erst die Männer, drei zu drei,
stammt aus einer Zeit, deren Stil nicht vom Greis bis zum jüngsten Burschen;
unbedingt anspricht. Dazu ist er in sei- nach ihnen die Frauen, von der Großmut-
ner Ausführung, so meine ich, etwas ter an bis zur jüngsten Konfirmandin. Die
Briefe aus Brenndorf 60/2005 37
Alten kommen in ernster Go�ergebenheit zu Zeit fla�erte auch ein Liedchen durch
mit dem Bewusstsein, dass es vielleicht die Lu�.
das letzte Mal ist; die jüngeren mit mehr Da wurde plötzlich die Arbeit gestört.
Lebensmut im Blick, aber in gebotener Auf der Straße schri� ein junger Mann
Demut, die Burschen und Mädchen mit von ungewöhnlichem Aussehen und ging
gutgewahrter Würde, aber gewiss nicht dem Dorf zu. Ein Ränzel hing ihm an der
alle erfüllt von der Sehnsucht nach dem Seite, vor sich schlug er die Laute und
christlichen Heilsgut. Ich sehe mir jedes sang. Zwischen den Liedsätzen winkte
Gesicht genau an. Ach wenn sie wüssten, er mit dem kleinen Hute zu den Leuten
was sich aus all den Zügen lesen lässt! Viel in den Wiesen. Männer und Burschen
Gram und Leid seufzt, stöhnt, schreit dar- wandten sich bald wieder zur Arbeit.
aus hervor; aber auch viel Liebe, Freude, Aber manchem Mädchenkopf mögen
Sonnenschein haben ihr Abendrot darin wohl krause Gedanken erwacht sein.
zurückgelassen. Und wieviel Schönheit Bald entzog die Dorfgasse den seltsa-
nicht nur bei den Jungen, sondern auch men Fremdling den Blicken, doch hiel-
bei den Alten! ten ihn Gedanken und Gespräche noch
Nun ist der Zug bald zu Ende. Noch lange Zeit auf den Wiesen fest. Er schri�
stehen einige Mädchen vor mir. Da stockt den Burghügel hinauf der Kirche entge-
mir der Atem, fast will mir das Wort ver- gen. Die eisenbeschlagene Eichentür der
sagen. Ich möchte mich wenden und am Ringmauer im kleinen Torbogen stand
Altar mein Mädchenbild suchen. Ist es halb offen. Er wollte eben eintreten, als
möglich? Da steht es leibha�ig vor mir, in er drinnen eine Mädchenstimme hörte.
all seiner Lieblichkeit, dasselbe Leuchten Sie trällerte ein Liedchen. Drum blieb er
und Sehren im Blick wie mein geheimes stehen und lauschte. Es klang hell und
Marmorbild. Ein Dor�ind, das ich doch freundlich, und als er verstohlen hinein-
täglich sehe, das mir aber heute erst die sah, bot sich ihm ein bezauberndes Bild.
Lösung des Geheimnisses offenbart. Das Im Scha�en der blühenden Linde saß ein
kleine zierliche Mädchen mit den fun- Kind von kaum einem Jahr, lachend und
kelnden Augen weiß freilich nicht, dass es händeklatschend. Die Sängerin, ein etwa
die Liebesgeschichte seiner Urgroßmu�er fünfzehnjähriges Mädchen, war barfuß.
ist, die mir sein Blick erzählt hat. Die Ärmel waren aufgestrei�, das weiße
Leinenhemd am Hals geöffnet. Sie streck-
Und dies ist die Geschichte: te mit je zwei Fingerspitzen fassend ein
Es war ein sonniger Tag gegen Ende eben gewaschenes Windelchen von sich
Juni. Ein leichtes Lü�chen des Vormi�ags und tanzte, sich übermütig wiegend, vor
trieb Du�wellen von Heu über die Stra- dem kleinen Schwesterchen.
ße, die durch die Wiesen ging. Männer „So, nun hast du aber genug, Dumm-
und Burschen schwangen die Sensen und chen“, sagte sie, als das Lied zu Ende
legten Mahd neben Mahd, während Frau- war, „nun muss ich weiter waschen. Was
en und sonntäglich gekleidete Mädchen wird sonst die Mu�er sagen, wenn sie
hurtig die Gabeln tanzen ließen. Hier galt zu Mi�ag kommt? Dann bist du Schuld
es seinen Fleiß zu zeigen, denn fast die daran mit deinem Weinen.“ Sie ging zum
ganze Gemeinde war auf den Wiesen. nebenstehenden Waschtrog und fing an
Und die Blicke der Burschen konnte man einem frischen Wäschestück emsig zu
nur durch flinkes Schaffen auf sich len- reiben an. Aber die Kleine schien nicht
ken und befriedigen. Hin und wieder rief einverstanden, sie verzog das Gesicht zu
man einander Scherzworte zu, von Zeit neuem Weinen.
38 Briefe aus Brenndorf 60/2005
„Da hat man’s, fing die Schwester wie- Mädchen sein Schwesterchen bereits auf
der an, „soll ich denn immer tanzen? Spiel den Arm genommen.
ein wenig! Schau da die Blumen, die ich „Die nehm’ ich mit.“
dir gab! Weshalb hast du sie zerpflückt? Sie zeigte ihm das Pfarrhaus und kehrte
Was soll ich dir immer geben, kleiner Tu- um. Bald kam der Pfarrer mit dem Frem-
nichtgut? Komm lieber und hilf waschen, den und zeigte ihm die Kirche. Der Altar
was sitzt du nur wie ein Prinzesschen?“ gefiel Werner nicht. Er erbot sich, ihn neu
Alle Zungenfertigkeit half nichts. Die herzustellen, den Grund als nachgeahm-
Kleine weinte weiter. „O sei still!“ rief ten Marmor anzustreichen, die Schnitze-
das Mädchen und spritzte das Kind mit reien frisch zu vergolden, zum größten
Wasser an. „Schau, das ist Rosenwasser. Teil durch Neue zu ersetzen, dem ganzen
Wenn du groß bist, kommen die herzigen Altar ein reicheres vornehmeres Ausse-
Burschen auch zu dir und bespritzen dich hen zu geben.
am Ostertag.“ Einen Augenblick schwieg Der Pfarrer zweifelte, der Jüngling
das Kind erschrocken. Dann brach’s nur suchte seine Bedenken zu zerstreuen an-
um so he�iger los und war mit Reden hand von verschiedenen Zeichnungen,
nicht zu beschwichtigen. Erst als die die er in einer Rolle im Ränzel trug.
Schwester wieder tanzend sich wiegte „Ich mach alles fertig“, sagte er schließ-
und drehte, verflog das Weinen und wich lich, „gefällt’s der Gemeinde nicht,
dem früheren Lachen. braucht sie keinen Pfennig zu zahlen.“
Der heimliche Beobachter nahm die Sie schlossen mit Festsetzung des Preises
Laute und schlug sie zu des Mädchens auf dieser Grundlage ab.
Tanzschritten, erst leise, dann immer Nun war Werner, der Bildschnitzer und
stärker. Die Tänzerin schien sich erst Maler, für einige Wochen der Gast des
gar nicht bewusst zu werden, dass sie Dorfes. Er ließ sich das nötige Werkzeug
fremden Tönen gehorchte. Aber plötzlich bringen und arbeitete. Bei schönem Wet-
brach sie ab und wandte sich neugierig ter unter der alten Linde, bei Regenwe�er
erschrocken um. in der Vorhalle der Kirche. Neugierige
„Wer seid Ihr?“, fragte sie. kamen und gingen. Meist waren es Alte,
„Bist du so neugierig, Kleine, dass du die daheim blieben, weil sie nicht mehr
gleich danach fragst? Lass uns doch erst zur schweren Feldarbeit taugten: aber
‚Guten Tag’ sagen!“ auch Junge kamen, sahen und staunten.
„Guten Tag! Ich muss ja fragen, wenn Werner war stets fröhlich und freundlich.
ein Fremder hier in die Burg kommt. Wir Für alle fand er treffende Worte, sinnige
müssen jeden fragen, den wir nicht ken- oder neckische. Bald kannten ihn alle im
nen.“ Dorf, und jeder war ihm gut. Manches
„Ich heiße Werner Schwab.“ Mädchenherz brannte heimlich bei sei-
„Was wollt Ihr hier?“ nem Anblick.
„Ich möcht die Kirche sehn. Kannst du Sein liebster und geduldigster Zu-
mich einlassen?“ schauer war Suse, die zierliche Tänze-
„Nein, das darf ich nicht. Da müsst Ihr rin, die Tochter des Burghüters. Für sie
erst den Herrn Pfarrer fragen. Ich will fand er die herzlichsten Worte, und ihr
Euch zu ihm weisen, wenn Ihr wollt.“ Geplauder bereitete ihm viel Vergnügen.
„Die Kleine wird inzwischen aber wei- Sie hing in rührender Zärtlichkeit an ihm
nen ...“ und ihrem Gefühlen lebte er wie ein äl-
Während dieses Gespräches ha�e das terer Bruder.

Briefe aus Brenndorf 60/2005 39


„Ich werde dich an den Altar malen, In den Gärten bogen sich die Äste tief
Suse, mit deinen rosigen Wangen und unter der herbstlichen Last. Aber es kam
deinen funkelnden Augen: was meinst du keine schri�liche Kunde aus dem fernen
dazu? Und mich auf die andere Seite.“ Westen. Da machte sich Werner auf, der
So sagte er eines Tages. Sie erstarrte fast Schri� entgegen, sie zu holen, aus der
vor Schreck. In ihren Zügen las er das Stadt oder sonst woher. Beim Abschied
Entsetzen über den Gedanken, dass alle führte er die Braut vor den Altar und
Leute jeden Sonntag ihr Bild dort sehen zeigte ihr die geheimen Bildnisse. Da ver-
sollten. lor sie die Scheu vor der Hingabe, – im
„Du brauchst keine Angst zu haben. Burggarten, unter den fruchtschweren
Die Leute werden es nicht wissen. Es Bäumen, ließ sie sich willig in die Arme
soll so heimlich geschehen, dass nur wir schließen. Das Geheimnis versprach sie
zwei die Bilder sehen können, sonst nie- ewig zu wahren, obgleich sie in banger
mand.“ Vorahnung erschrak, als er dieses Ver-
„Wie würdet Ihr Euch getrauen dürfen, sprechen von ihr forderte, – doch ver-
solche Sünde zu begehen“, sagte sie ver- scheuchte sie die unerwünschten Gedan-
legen errötend, „an den Altar malt man ken fast im gleichen Atemzug.
nur heilige Menschen.“ Werner ging und kam nicht wieder.
„Du bist halt meine kleine Heilige“, Täglich stieg die Bekümmerte beim Mit-
sagte er und schloss sie in die Anne. Von tagläuten auf den Turm und sah auf die
da an wurde ihr klar, dass ihr Herz nicht Straße hinab, die nach Westen führte. Sie
nur in geschwisterlichem Feuer glühte. tat es gleichgültig gegenüber dem Spo�
Aber die Scheu vor der Hingabe bewahrte des Dorfes, der in maßlosen Fluten sich
sie in all ihrer Kindlichkeit davor, Opfer über die Leidvolle ergoss. Sie ist es nach
dieser Glut zu werden. Monaten mit dem Töchterchen auf dem
Nach einigen Wochen war sie seine Arm; sie zeigte dem Kind die blaue Fer-
Braut. Vom Altar her wurde die Tatsa- ne, aus der der Vater doch einmal kom-
che verkündet. Es geschah trotz dringli- men musste. Sie tat es mit eigensinniger
cher Warnungen aller Dor�asen; da sich Treue in dem verstockten Herzen viele
die Warnungen als vergeblich erwiesen Jahre hindurch, bis auch das Töchterchen
ha�en, verfolgte man das Mädchen mit vor dem Altar gestanden ha�e und bis
hassvollem Neid. schließlich Enkelkinder um sie spielten.
Auch in der fernen deutschen Heimat Und als sie vor Alter nicht mehr zur Höhe
Werners sollte das Ereignis in der Kirche konnte, sank sie ins Grab und nahm das
verkündigt werden. Und wenn die Kun- Geheimnis der Altarbilder in die Ewig-
de davon ins stille Sachsendorf zurück- keit mit.
gekehrt wäre, dann sollte das junge Paar Und ihre leidvolle Sehnsucht war längst
das Erste sein, das vor dem neuen Altar versunken und vergessen, als ihre kleine
sein Ja austauschte. Urenkelin mit den runden Wangen und
Die Wochen enteilten. Der Altar war dem sehrenden Blick mir unbewusst am
fast vollendet, nur das Go�esauge fehlte Tag der Einsegnung beim heiligen Mahle
noch in der Spitze. das Geheimnis entdeckte.

Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe, aus ein paar sonnenhellen Tagen sich so viel Licht ins Herz
zu tragen, dass, wenn der Sommer längst verweht, das Leuchten immer noch besteht.
Johann Wolfgang von Goethe

40 Briefe aus Brenndorf 60/2005


Einsatz für die siebenbürgisch-sächsische
Identität
Der Verband der Siebenbürgisch-Säch- Flucht der Nordsiebenbürger Sachsen im
sischen Heimatortsgemeinscha�en will Herbst 1944 dokumentiert. Der Schäßbur-
sich weiterhin für das kulturelle Erbe und ger Filmemacher rief die Anwesenden
den Fortbestand der Gemeinscha� einzu- dazu auf, sich an der neuen Dokumenta-
setzen und dabei eng mit der Landsmann- tion „Wir wollen bleiben, was wir sind“
scha�, dem Siebenbürgisch-Sächsischen zu beteiligen und dafür Wissensträger
Kulturrrat und anderen siebenbürgischen ausfindig zu machen. Der neue Film von
Einrichtungen zusammenarbeiten. Auf Czernetzky soll unsere Abwanderung aus
ihrer dreizehnten Tagung vom 11. bis 13. Rumänien und unsere Neuansiedlung im
November 2005 im Heiligenhof zu Bad „Westen“ (Deutschland, Österreich und
Kissingen haben die Vertreter der sieben- Übersee) dokumentieren. Bestellungen
bürgisch-sächsischen Heimatortsgemein- zum Subskriptionspreis sind bis 1. März
scha�en eine neue Satzung beschlossen. 2006 an die Landsmannscha� der Sie-
Die Heimatortsgemeinscha�en haben in benbürger Sachsen, Karlstraße 100, 80335
den neunziger Jahren eine dynamische München, zu richten. Der Subskriptions-
Entwicklung erfahren und sich 1997 zu preis beträgt: DVD 15 Euro (danach 20
einem Dachverband zusammengeschlos- Euro), VHS 10 Euro (danach 15 Euro). Der
sen, dem mi�lerweile 125 Vereine, dar- Versand der subskribierten DVDs oder
unter die „Dorfgemeinscha� der Brenn- Videokasse�en erfolgt ab 15. April 2006.
dörfer“ und die 15 anderen Burzenländer
Heimatortsgemeinscha�en angehören. Burzenland-Reise geplant
Als Vorsitzender des HOG-Verbandes Die Arbeitstagung der HOG-Regional-
wurde Michael Konnerth einstimmig gruppe Burzenland fand vom 22. bis 24.
wieder gewählt. Der EDV-Fachmann April 2005 in Neuhaus bei Crailsheim
wurde am 19. Juni 1955 in Neithausen sta�. Die „Dorfgemeinscha� der Brenn-
geboren. Stellvertretende Vorsitzen- dörfer“ war durch Siegbert Bruss sowie
de sind Hans-Werner Henning (HOG Hugo und Norbert Thiess vertreten. Der
Nadesch) und Karl-Heinz Brenndörfer aus Wolkendorf angereiste Ehrengast
(HOG Heldsdorf). Brenndörfer ist der Klaus Daniel, Dechant des Kronstädter
erste Burzenländer, der ein so hohes Amt Kirchenbezirks, bereicherte die Beratun-
im HOG-Dachverband bekleidet. Er wur- gen mit interessanten Details und aktu-
de 1944 in Heldsdorf geboren und ist von ellen Informationen aus den Heimatge-
Beruf Elektroinstallateurmeister. Seit 1992 meinden. Auf dessen Einladung findet
ist er Vorsitzender der Heimatgemein- die nächste Arbeitstagung der HOG-Re-
scha� Heldsdorf, einer der ältesten und gionalgruppe Burzenland in Verbindung
stärksten Heimatortsgemeinscha�en in mit einer Siebenbürgenreise vom 5. bis
Deutschland. Er ist Autor einer Kurz- 14. Mai 2006 erstmals nach Siebenbür-
chronik von Heldsdorf (1997) und eines gen sta�. Die Reise soll gemeinsame Be-
zeitgeschichtlichen Buches über die Par- ratungen mit den Verantwortlichen der
tisanen in Rumänien (2005). Heimatgemeinden und einen Einblick in
Der Regisseur Günter Czernetzky zeig- die aktuelle Lage durch Besichtigungen
te seinen Film „Die Russen kommen“, von Kirchen und Kirchenburgen im Bur-
der anhand von Zeitzeugenberichten die zenland ermöglichen.

Briefe aus Brenndorf 60/2005 41


Das Altarbild „Heiland im Gebet vor Gott“ in der evangelischen Kirche Brenndorf wurde
1869 vom akademischen Maler und Zeichenlehrer Carl Dörschlag aus Hermannstadt
gemalt und von C. Schöpfer aus Kronstadt in einen vergoldeten Rahmen in die Altar-
nische eingesetzt. Lesen Sie dazu eine Erzählung von Hans Lienert auf Seite 41-44.

Die vom Erdbeben 1990 verursachten Schäden machen eine Kirchenrenovierung in


Brenndorf dringend erforderlich. Alle Brenndörfer und deren Freunde sind aufgerufen,
dieses Vorhaben durch Spenden zu unterstützen (siehe auch S. 2ff.). Fotos: Petra Reiner

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