Chagall PDF
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GALERIE
BOISSERÉE
J. & W. BOISSERÉE GMBH
GESCHÄFTSFÜHRER JOHANNES SCHILLING
UND [Link]. THOMAS WEBER
DRUSUSGASSE 7-11
Katalogumschlag: D - 50667 KÖLN
„La maison rouge“ (Das rote Haus), TEL. +49 - (0)2 21 - 2 57 85 19
Öl auf Holz 1953-54, 20 x 14 cm FAX +49 - (0)2 21 - 2 57 85 50
Comité Marc Chagal 96618 galerie @ [Link]
[13904] [Link]
Marc Chagall von 1928-1931, auch diese Folge wird erst 1952 bei Tériade veröffentlicht. Cha-
(Witebsk 1887 - 1985 St. Paul de Vence) gall verdankt Vollard aber vor allem die Anregung zur Illustration der Bibel (siehe
Nummer 23. - 29), ein Motivkreis, mit dem er sich über viele Jahre hinweg -
Anmerkungen zum graphischen Werk zunächst von 1931-39 und dann wieder von 1952-60 - in immer neuen Ansätzen
und Varianten nachhaltig befasst hat.
Marc Chagall (1887-1985), der als einer der Pioniere der Moderne zu den füh-
renden Künstlerpersönlichkeiten unseres Jahrhunderts zählt, hat ähnlich wie Bedingt durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und die Emigration in die
Picasso ein riesiges, ungemein vielseitiges und umfassendes Gesamtœuvre USA beschäftigt sich Chagall in den folgenden Jahren nur noch gelegentlich
hinterlassen: Chagall war Maler und Zeichner, Bildhauer und Keramiker, Büh- mit Graphik, der 1946 entstandene Zyklus von 13 Farblithographien zu „1001
nenbildner und -ausstatter für Theater, Oper und Ballett; er hat Glasfenster ent- Nacht“ erscheint erst 1948 unter dem Titel „Arabian Nights“ in New York und
worfen, Decken- und Wanddekorationen gemalt, Mosaikwände gestaltet und, bildet sozusagen das Bindeglied zwischen der ersten, noch eher episodenhaften
vor allem, ein umfangreiches, bedeutendes druckgraphisches Werk geschaffen, Phase des graphischen Schaffens der Jahre 1923-39 und der äußerst frucht-
das die Graphik des 20. Jahrhunderts nachhaltig beeinflusst und bereichert hat: baren Hauptphase seines graphischen Œuvres, die 1948 beginnt und erst mit
Das von Fernand Mourlot zwischen 1960-85 herausgegebene sechsbändige seinem Tod 1985 endet.
Werkverzeichnis seiner Lithographien beschreibt rund 1.100 Blätter; das von
E.W. Kornfeld erstellte Verzeichnis seiner Kupferstiche, Radierungen und Holz- Mit der endgültigen Rückkehr nach Frankreich im Jahre 1947 sind es zum einen
schnitte listet für die Zeit von 1922-26 123 Arbeiten auf, und der von Patrick das Licht und die Farben des französischen Südens, die Chagall zu einer inten-
Cramer edierte Catalogue Raisonné der illustrierten Bücher verzeichnet 114 siven Beschäftigung mit der für ihn noch ungewohnten Kunstform „Farblitho-
Bücher, Alben und Kataloge, darunter die umfangreichen Bibelillustrationen von graphie“ inspirieren, zum anderen aber ist es vor allem die Begegnung (und die
1956, 1958 und 1960. daraus resultierende lebenslange Freundschaft und loyale Zusammenarbeit) mit
den Lithographen Mourlot, Sorlier und Sagourin:
Chagalls graphisches Werk setzt im Rahmen seines langen Künstlerlebens ver- In Paris, dem damaligen Zentrum bedeutender Editionen von Originalgraphik,
gleichsweise spät ein: Erste Anregungen zur Beschäftigung mit graphischen entstehen in der „ermutigenden Atmosphäre“ (Chagall) des Ateliers der Brüder
Techniken kommen 1922 - Chagall hat das postrevolutionäre Rußland verlas- Georges und Fernand Mourlot in gut 35 Jahren ca. 1.000 Originallithographien.
sen und lebt als Emigrant in Berlin - von Walter Feilchenfeldt, dem bekannten Neben den Bibelillustrationen von 1956 und 1958 (siehe Nummer 23. - 29), den
Berliner Kunsthändler, der Chagall auffordert, für den Verleger Paul Cassirer großen Zyklen wie „Paris“ (1954) (siehe Nummer 11. - 22), „Daphnis und Chloë“
„Ma Vie“, Chagalls frühe Autobiographie, mit schwarz-weiß-Radierungen zu (1961) (siehe Nummer 34 und 35), „Zirkus“ (1967) (siehe Nummer 41. - 47) oder
illustrieren: Chagall, der sich dem neuen künstlerischen Ausdrucksmittel mit der „Odyssee“ (1975), die Chagalls Ruhm als einer der großen Lithographen
Begeisterung zuwendet, macht sich schnell mit den grundlegenden technischen des 20. Jahrhunderts begründen, sind es die zahllosen, zum Teil großformatigen
Gegebenheiten der für ihn fremden Materie vertraut: Es entsteht eine 20 Blatt Einzelblätter, die, unabhängig von jeder Textvorlage, ganz für sich allein spre-
umfassende Folge von zarten, auf Kontur und auf wenige, unvermittelt auftre- chend, ein neues Repertoire von Figuren, Bildfindungen und kompositorischen
tende dunkle Partien gestellte Radierungen, die aber erst 1929/30 in der deut- Lösungen erschließen und den Bekanntheitsgrad seines Œuvres schneller und
schen Ausgabe von „Mein Leben“ erscheinen. nachhaltiger verbreiten als sein malerisches Werk. Erst durch die Graphikeditio-
Unsere Ausstellung zeigt als einziges Blatt aus dieser frühen Phase „Akt mit nen und ihre neue Bildsprache auf Papier (ein Kritiker spricht von der „überwälti-
Fächer“ (siehe Nummer 10), eine Radierung, die schon die ganze neugewon- genden Beredsamkeit des graphischen Blattes“) findet der große, der erfahrene
nene Erfahrung von Chagall im Umgang mit der Kupferplatte und den Kontrast- Kolorist und „peintre-graveur“ Chagall zu seinem unverwechselbaren Spätstil.
mitteln von zarter Linienführung und weich modulierten flächigen Schraffuren
aufweist. Bildthematik
1923 - Chagall ist nach Paris übergesiedelt - illustriert er für den Kunsthändler Wie kaum ein anderer Künstler neben oder nach ihm hat Chagall jenseits von
und Verleger Ambroise Vollard (der als der bedeutendste Graphikverleger der wechselnden Kunstrichtungen, Zeitströmungen und Tagesmoden, eine eigene,
Moderne gilt) Gogols „Die toten Seelen“. Die 107 Radierungen, malerisch mit thematisch und stilistisch überaus homogene Bildsprache entwickelt und beibe-
Halbdunkel angereichert, werden 1925 vollendet, erscheinen aber erst 1948, halten: „Er setzte sich“, so Karl Ruhrberg, „mit den Formproblemen der Kubi-
lange nach Vollards Tod, bei Tériade in Paris. An den ebenfalls von Vollard in sten auseinander, die seiner Malerei das konstruktive Gerüst gaben... aber trotz
Auftrag gegebenen Illustrationen der „Fabeln“ von La Fontaine arbeitet Chagall
der Fülle der Anregungen blieb er seiner eigenen Herkunft treu, die im erzähle- Jahren (siehe Nummer 6), eine virtuose, atmosphärisch dichte großformatige
rischen Chassidismus wurzelt.“ 1 Tuschzeichnung in weichen, nur grau-schwarzen Farbvaleurs.
Ausgehend vom Fundus seiner Kindheits- und Jugenderinnerungen im russi- Dazu gesellen sich auf zahlreichen Blättern, fast wie variable Versatzstücke,
schen Witebsk, dem Inbegriff einer dörflich-überschaubaren Welt - unser Kata- Hahn und Huhn, Fisch und Frosch, Pferd und Esel, Ziege und Kuh - Chagalls
logtitel „La maison rouge - Das rote Haus“, ein farblich subtiles, anrührendes „Bestiarium“ ist verhältnismäßig einfach, seine Tiere sind vor allem Tiermas-
kleines Ölbild von 1953/54, zeigt wahrscheinlich das Geburtshaus des Künstlers ken, Verfremdungen und Traumbilder in auffallenden Farben mit allegorischer
- erschafft er in seinen Bildern die innere Wirklichkeit einer eigenen Welt, indem Funktion und, als von ihm geschaffene reine Zeichen, kaum aus der natürlichen
er die Realität des Alltäglichen „wunderbar“ macht: Kein anderer Künstler des Tierkunde bezogen.
20. Jahrhunderts hat so viele von der Erde gelöste, schwebende, in scheinbarer Tiere, vor allem Pferde, finden sich zum Beispiel auch auf seinen zahllosen ZIR-
Schwerelosigkeit in der Luft ruhende Menschen und Tiere dargestellt wie Cha- KUSdarstellungen, ein weiteres Thema, das Chagall zeitlebens fasziniert hat als
gall. „ein magisches Schauspiel, das wie ein Weltgeschehen vorbeizieht .. ein tau-
Keiner benutzt so gezielt und mit so viel „Willen..(zu) plastischer Unlogik“ 2 sendjährig getanztes Spiel, bei dem die Menschen, ihr Lachen und das Spiel
surrealistische Simultaneffekte in der Bildkomposition, indem er auf die für den der Arme und Beine die Form hoher Kunst annehmen. Mein Zirkus wird im
Bildaufbau nötigen Einordnungshilfen wie etwa Perspektive oder einen auszu- Himmel gespielt.“ 4 Musikanten, Clowns, Jongleure, Akrobaten, Tänzer, Trape-
machenden Horizont verzichtet. Keiner vermeidet so bewusst unbewusst wie er zartisten (siehe Nummer 30 und 68) wirbeln und schweben über diese Blätter,
die genaue Fixierung von Raum und Zeit - die großen Ereignisse des „kleinen“ vereinen sich, oft in einer großen, kreisenden Bewegung, mit den Zuschauern
Lebens in Witebsk wie Liebe, Hochzeit, Geburt und Tod, verbinden sich später in Chagall‘scher Heiterkeit und Schwerelosigkeit:
übergangslos und spielerisch mit denen der Großstadt Paris - alles gehört zum Die 38 Zirkuslithographien aus der 1967 erschienenen Folge „Le Cirque“ zählen
(bewussten) Traumcharakter seiner Bilder, die inhaltlich und formal die Grenzen mit zu den schönsten und farbintensivsten Lithographien, die von Chagall
der vor aller Augen liegenden sichtbaren und greifbaren Welt ständig überschrei- geschaffen worden sind: Sie zeigen beispielhaft, in welch unterschiedlicher und
ten: „Sie bringen den Betrachter wie von selbst in Bewegung durch Inhalte, kraftvoller Intensität Chagall Farbe verwendet, von aquarellähnlichen Lavierun-
die sich ihre ihnen gemäße Form gesucht haben; denn immer enthalten sie die gen und zarten Kreidestrichen bis hin zu opaken Farbschichten, die in der Wir-
Ambivalenz ästhetischer Einheit und verkündender Aussage.“ 3 kung seinen leuchtenden Gouachen nahe kommen (siehe Nummer 41. - 47).
Obwohl thematisch scheinbar weit voneinander entfernt, hat Chagall sein
Die von der Galerie Boisserée in dieser Ausstellung zusammengestellte Auswahl lebenslanges Fasziniertsein von der Zirkuswelt immer gleichgesetzt mit seinem
von rund 60 Graphiken (ergänzt durch 10 Unikate auf Leinwand und Papier) ebenfalls jahrzehntelangen Interesse an biblischen und religiösen Themen:
aus den Jahren zwischen 1952-1983 ist der Versuch, sich der Bilderfülle (nicht „Ich habe die Clowns, die Akrobaten und die Schauspieler stets als menschlich-
nur) des graphischen Gesamtœuvres über Themenschwerpunkte zu nähern und tragische Wesen betrachtet, die in meinen Augen gewissen Figuren religiöser
diese mit charakteristischen Beispielen zu belegen, wobei Chagalls Fähigkeit, Gemälde ähnelten und auch heute noch, wenn ich eine Kreuzigung oder ein
einmal gefundene und für ihn lebenslang wichtige Motive und Themen - Maler anderes religiöses Werk male, habe ich die gleichen Empfindungen wie ich sie
und Modell, Liebespaare, Blumen, Tiere, Zirkus, Musik, griechische Mythologie, beim Malen der Zirkusleute fühlte..“ 5
Bibel - ständig wiederaufzunehmen, zu modifizieren, zu variieren und einem Schon 1931, nachdem ihm Vollard Illustrationen zur BIBEL vorgeschlagen hatte,
jeweils neuen Kontext anzupassen, die Grenzen der Zuordnung zwischen den reist Chagall zum ersten Mal nach Palästina (es werden noch weitere Reisen
einzelnen Motivkreisen fließend macht: nach Israel folgen, 1951, 1957 und 1961), um sich die Heiligen Stätten, das Land
So ist der immer wiederkehrende Topos des LIEBESPAARES eng verknüpft mit und das Licht zu vergegenwärtigen.
den LANDSCHAFTSBILDERN und den STILLEBEN: Die zahllosen schweben- Aus diesem Sehen und Wissen heraus hat er die Geschichten und Personen
den Paare in einem Himmel ohne Wolken, tief unten die Kuppeln von Witebsk der Bibel immer wieder neu gestaltet, ganz bewusst ohne enge Bindung an die
(siehe Nummer 40), die malerischen, farbflirrenden Hügel von Südfrankreich Überlieferung; Chagall nimmt für sich die geistige Freiheit des chassidistisch
(siehe Nummer 55 und 58) oder die Silhouette von Paris mit dem Eiffelturm, geprägten Erzählers in Anspruch: „Ich bin kein jüdischer Künstler,“ sagte er
Notre Dame und den Brücken über der Seine (siehe Nummer 11 und 32), finden einmal, „ich habe nur eine Beziehung zur Bibel. Sie ist für mich die größte Quelle
sich auch neben und unter den prachtvollen, farbglänzenden großen Blumen- der Dichtung.“
sträußen und Früchtekörben auf vielen Stilleben (siehe Nummer 33, 57 und Aus dem 1956 in „Verve“ veröffentlichten ersten Bibelzyklus von 18 Farb- und
63), wobei von Chagall geschaffene Blumenbouquets auch ohne satten Farb- 12 schwarz-weiß-Lithographien, aber auch aus dem zweiten Zyklus von 1960
glanz beim Betrachter Farbenvielfalt evozieren können - in der Ausstellung hinrei- mit 25 Farb- und 23 schwarz-weiß-Lithographien finden sich - neben einem kom-
chend belegt durch das „Selbstbildnis mit Blumenstrauß und Esel“ aus den 60er pletten Exemplar der Bibel II von 1960 - eine Reihe von besonders gesuchten
Einzelblättern in unserer Ausstellung (siehe Nummer 23. - 29).
Darstellungen aus dem russisch-jüdischen Alltag in Witebsk wie „Die Dächer“
von 1956 (siehe Nummer 31), „Kleinbauern II“ von 1968 (siehe Nummer 52)
oder „Le nuage aux amoureux“, eine Farbradierung von 1968 (siehe Nummer
49), hat Chagall auch immer wieder mit biblischen Motiven verknüpft, so
schwebt in „König David im Dorf“ von 1972 (siehe Nummer 62) David mit seiner
Harfe über den Häusern und den Bewohnern eines russischen Dorfes des 19.
Jahrhunderts, so ragt zum Beispiel in „Der Traum eines Verliebten“ von 1961
oder in „Der Traum Jakobs“ von 1977 (siehe Nummer 33 und 67) die Jakobs-
leiter in den Himmel, ein Symbol für die Synthese zwischen altem und neuem
Testament.
Anmerkungen
1 Karl Ruhrberg, „Die Malerei unseres Jahrhunderts“, Düsseldorf 1987, S. 137
2 Ausspruch von Chagall, zitiert aus „Chagall Lithograph I“, Monte Carlo 1960, S. 22
3 Horst Keller, „Marc Chagall“, Köln 1980, S. 10
4 „Chagall Lithograph III“, Monte Carlo 1969, S. 13
5 ebenda. S. 12; Julian Cain verweist auf die unmittelbare Nachbarschaft
der Entstehung von „Spiel der Harlekine“ (Mourlot 553) und
„Moses und die Erscheinung“ (Mourlot 554)
6 „Chagall Lithograph VI“, Monte Carlo 1986, S. 21
1887 Marc Chagall wird am 7. Juli als ältestes von 9 Kindern 1933 Retrospektive in der Kunsthalle in Basel.
einer einfachen jüdischen Familie geboren. Verbrennung seiner Bilder in Mannheim.
1906 Schüler von Jehuda Ren in Witebsk. 1937 Chagall wird französischer Staatsbürger.
1907 Schüler der kaiserlichen Gesellschaft zur Förderung der Künste 1939 Erhält den Carnergie-Preis. Der Ausbruch des Krieges unterbricht
in St. Petersburg. die Arbeit an den Radierungen für Bibel, nachdem Chagall
1908 Schüler von Léon Bakst. seit 1931 66 der insgesamt 105 Platten radiert hat.
1910 Abreise nach Paris, bezieht dort ein Atelier. 1941 Reise in die USA auf Einladung des Museums of Modern Art
1911 Teilnahme am „Salon des Indépendants“. in New York.
Bekanntschaft mit Apollinaire, Cendrars, Jacob, Delaunay, Léger, 1942 Sommeraufenthalt in Mexiko. Ausstattung des Balletts „Aleko“.
Modigliani, Archipenko. 1944 Tod seiner Frau Bella.
1913 Lernt durch Apollinaire Herbert Walden kennen. 1945 Bühnenbilder und Kostüme für das Ballett „Der Feuervogel“.
1914 Erste Ausstellung in der Galerie „Der Sturm“ in Berlin. 1946 Erste Farblithographie für „Arabische Nächte“.
Weiterreise nach Witebsk, wird dort vom Krieg überrascht. 1948 Rückkehr nach Frankreich. Internationaler Preis für Graphik
1915 Heiratet Bella Rosenfeld und zieht mit ihr nach St. Petersburg. auf der Biennale in Venedig.
Ausstellung in Moskau. 1950 Bekanntschaft mit Fernand Mourlot und Charles Sorlier.
1916 Geburt der Tochter Ida. Beginn der jahrzehntelangen Zusammenarbeit im Atelier Mourlot.
1917 Oktoberrevolution, Rückkehr nach Witebsk. Umzug nach Vence, erste Keramiken.
1918 Ernennung zum Kunstkommissar für das Gouvernement Witebsk, 1951 Zweite Reise nach Israel.
gründet Kunstakademie. 1952 Heiratet Valentine (Vava) Brodsky. Reise nach Griechenland.
1920 Übersiedlung nach Moskau. Wandgemälde und Bühnenbilder 1954 Zweite Griechenlandreise, Beginn der Arbeit an den Lithographien
für das Jüdische Theater. zu „Daphnis und Chlœ“. Farblithographien für „Paris-Zyklus“.
1921 Beginnt mit Autobiographie „Mein Leben“. 1956 Bibel erscheint bei Tériade. Chagall schafft 17 Farblithographien
1922 Chagall verläßt Rußland. Lernt bei Hermann Struck in Berlin für Revue Verve Nr. 33/34.
die Technik des Radierens. Schafft im Auftrag von Paul Cassirer 1957 Ausstellung des graphischen Werkes in der Bibliothèque National
20 Radierungen für „Mein Leben“. in Paris. Eröffnung des Chagall-Hauses in Haifa.
Erste Lithographien und Holzschnitte. 1958 Ausstattung des Balletts „Daphnis und Chlœ“ für die Pariser Oper.
1923 Ankunft in Paris. Beginn der Arbeit an den Radierungen für Golos Glasfenster für die Kathedrale in Metz.
„Die toten Seelen“ im Auftrag von Vollard. 1959 Ehrendoktor der Universität Glasgow.
1924 Erste Retrospektive in Paris. 1960 Entwürfe der Glasfenster für Jerusalem.
1925 Auftrag von Vollard „La Fontaines Fabeln“ zu illustrieren. Verleihung des Erasmus-Preises in Kopenhagen.
Arbeit an den Blättern für „Die sieben Todsünden“. Ehrendoktor der Brandeis University.
1926 Erste Ausstellung in New York. Wandbild für das Foyer der Frankfurter Oper.
1927 Gouachen für die geplante Mappe „Cirque Vollard“, ein Projekt, 1961 Das Mappenwerk „Daphnis und Chlœ“ erscheint.
welches erst Jahrzehnte später verwirklicht wird. 1963 Retrospektiven in Tokyo und Kyoto.
1928-31 Arbeit an den 100 Radierungen zu den Fabeln. Nach Fehlschlagen Deckengemälde der Pariser Oper.
der Versuche Farbradierungen zu schaffen, Beschluss auf die Farbe 1964 Glasfenster für die Vereinten Nationen, New York.
zu verzichten. 1965 Lithographien für „Die Geschichte des Exodus“.
1931 Auftrag Vollards das Alte Testament zu illustrieren. Dekorationen und Kostümentwürfe für Mozarts „Zauberflöte“ und
Hierzu Reise nach Palästina. Wandgemälde für die Metropolitan Opera, New York.
1932 Reise nach Holland um Rembrandts graphisches Werk zu studieren. 1966 Mosaiken und Gobelins für das israelische Parlamentsgebäude.
1967 „Der Zirkus“ erscheint mit 24 Farblithographien.
Ausstellung im Louvre.
1968 „Poèmes“ erscheint bei Cramer mit Chagalls einzigen
Farbholzschnitten.
Weiteres Glasfenster. Mosaik für die Universität Nizza.
1969 Grundsteinlegung für das „Musée National Message Biblique
Marc Chagall“ in Nizza.
1970 Retrospektive des graphischen Werkes in Paris.
Glasfenster für das Fraumünster in Zürich.
1972 Wandmosaik „Die vier Jahreszeiten“ für die
First National City Bank in Chicago.
1973 Reise nach Moskau und Leningrad. Ausstellung von Lithographien
in der Tretiakow-Galerie, Moskau.
1974 Graphik-Ausstellung in Dresden und Ostberlin.
Farbradierungen zu Aragon, „Celui qui dit les choses sans rien dire“.
1975 Erscheinen des Mappenwerkes „Odyssée“.
1976 Wanderausstellung in Japan.
1977 Chagall erhält das Großkreuz der Ehrenlegion und wird
Ehrenbürger von Jerusalem.
1978 Einweihung der Glasfenster in St. Stephan, Mainz.
1979 „Die Psalmen Davids“ erscheinen.
1980 Radierungen „Songes“ entstehen.
1981 Weitere Fenster für Mainz. Graphik-Retrospektive in Paris.
1982 Ausstellung der illustrierten Bücher bei Patrick Cramer, Genf.
Retrospektive in Stockholm,
Ausstellung bei Pierre Matisse, New York.
1984 Retrospektiven im Centre Pompidou, Paris und in der
Fondation Maeght, St. Paul de Vence.
1985 Letzte Farblithographie „Dem anderen Licht zu“.
Marc Chagall stirbt am 28. März in St. Paul de Vence.
Text:
Gisela Fischer, Galerie Boisserée
Farbkorrektur:
Udo Bochnig, Grafische Werkstatt, Druckerei und
Verlag Gebrüder Kopp GmbH & Co. KG, Köln
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