N:Herzlich willkommen, meine Damen und Herren, zu „Humanus et corpus“!
Nun eine Frage an Sie, liebe Zuschauer: Atmen Sie bewusst täglich Autoabgase ein?
Vermutlich nicht – allein die Vorstellung sorgt für ein reflexha es Kopfschü eln oder einen
irri erten Blick. Doch tatsächlich passiert genau das mit jedem Zug an einer Zigare e.
Kohlenstoffmonoxid, ein gi iges Gas, steckt sowohl in Abgasen als auch im Zigare enrauch
und belastet unseren Körper erheblich. Aber ist das schon alles? Welche weiteren
schädlichen Stoffe nehmen wir mit jedem Zug auf, und welche Auswirkungen hat das auf
unsere Lunge. Das erklärt Ihnen jetzt Dr…
DR: kommt rein. Hallo.
(Klatschen)
N: Hallo Dr….
DR: Vielen Dank für die Einladung.
N: Vielen Dank für Ihre Teilnahme. Also Dr…. Sie forschen im Bereich der Pneumologie –
einer Disziplin, die sich mit der Funk onsweise und den Erkrankungen der Lunge beschä igt.
Für viele Menschen bleibt dieses Thema abstrakt, doch eines ist allgemein bekannt: Rauchen
schadet der Gesundheit. Nicht nur der eigenen, sondern auch der der Menschen in unserem
direkten Umfeld. Doch welche biologischen Prozesse werden dabei in Gang gesetzt? Was
geschieht im Körper, und warum ist Rauchen so gefährlich?
DR: Ich glaube, bevor wir uns mit den Fachbegriffen beschä igen, sollten wir erst einmal die
Grundlagen klären: Was passiert eigentlich beim Atmen? Ein Verständnis der wesentlichen
Prozesse hil , später die Details besser zu erfassen.
(Video Lunge)
Die Lunge ist ein faszinierendes Organ – sie arbeitet unermüdlich, um unseren Körper mit
Sauerstoff zu versorgen und damit unser Überleben zu sichern. Doch dieser Prozess ist weit
mehr als nur das bloße Ein- und Ausatmen – er beruht auf einem komplexen Zusammenspiel
verschiedener Organe, Muskeln und Druckverhältnisse.
Wenn wir einatmen, spielt die Atemmuskulatur eine zentrale Rolle. Das Zwerchfell senkt sich,
die Zwischenrippenmuskulatur hebt die Rippen an – der Brustkorb weitet sich, und die Lunge
wird indirekt vergrößert. Dadurch entsteht ein Unterdruck, der Lu in die Lunge zieht. Der
frische Sauerstoff gelangt über die Atemwege in die Lungenbläschen, wo er ins Blut übergeht
und an die Körperzellen weitergeleitet wird.
Beim Ausatmen kehrt sich dieser Prozess um: Die Atemmuskulatur entspannt sich, das
Zwerchfell hebt sich wieder an, der Brustraum verkleinert sich – und so wird die verbrauchte
Lu aus der Lunge herausgepresst. Obwohl die Atmung scheinbar automa sch abläu , ist sie
in Wirklichkeit ein hochkomplexer Mechanismus, der das präzise Zusammenspiel von
Muskeln, Organen und physikalischen Prinzipien erfordert.
Ein beeindruckender Prozess, der ohne unser bewusstes Zutun abläu – und doch eine
essenzielle Grundlage unseres Lebens darstellt.
N: Das zeigt, wie wich g die Lunge für unsere Gesundheit ist. Doch was passiert, wenn sie
durch schädliche Einflüsse belastet wird? Welche Veränderungen treten im Körper auf, wenn
wir schädliche Stoffe wie im Zigare enrauch einatmen?
DR: Es ist nicht ganz einfach zu erklären, aber ich werde mich auf die wesentlichen Punkte
konzentrieren und es so verständlich wie möglich machen.
(Video Rauchen)
Rauchen ist eine der gefährlichsten Gewohnheiten, die wir unserem Körper zumuten können.
Viele wissen gar nicht, welche hochtoxischen Stoffe sie mit jedem Zug einer Zigare e
inhalieren. Neben dem berüch gten Niko n – ursprünglich als Unkrautvernichtungsmi el
verwendet – enthält Zigare enrauch Kohlenstoffmonoxid, das die Sauerstoffaufnahme des
Blutes massiv beeinträch gt. Dann haben wir Teer, ein Stoff, der so schädlich ist, dass er
mi lerweile nicht einmal mehr für Straßen verwendet werden darf. Doch in der Lunge setzt er
sich ab und zerstört nach und nach die empfindliche Schleimhaut.
Und es geht noch weiter: Polonium, ein radioak ves Element, Arsen, Cyanwasserstoff –
ursprünglich für tödliche Zwecke genutzt. Diese Stoffe greifen unseren Körper auf vielerlei
Weise an. Besonders betroffen sind die Bronchien: Dort gibt es feine Flimmerhärchen, deren
Aufgabe es ist, Schadstoffe aus den Atemwegen zu transpor eren. Doch durch das Rauchen
werden sie regelrecht lahmgelegt – tagsüber sind sie ohnehin kaum ak v, in der Nacht sollen
sie eigentlich arbeiten, um den entstandenen ‚Müll‘ zu besei gen. Doch wenn sie erst einmal
geschädigt sind, können sie diese lebenswich ge Aufgabe nicht mehr erfüllen.
Ein weiteres großes Problem ist die Gefäßverengung: Niko n und andere Inhaltsstoffe
bewirken, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen, wodurch das Herz viel härter arbeiten
muss, um den Körper zu versorgen. Diese dauerha e Belastung kann auf lange Sicht zu
schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Dazu kommen die Schäden an der
Kehlkopfschleimhaut, die o zu chronischen Entzündungen führen und das Risiko für
Kehlkop rebs erheblich erhöhen.
Rauchen führt schnell zu einer Abhängigkeit. Die enthaltenen Stoffe greifen das
Belohnungssystem im Gehirn an, sodass man immer wieder zur Zigare e grei .. Das
Gefährliche daran: Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an die Dosis, sodass eine immer
höhere Menge benö gt wird, um dieselbe Wirkung zu erzielen – ein Teufelskreis, der schwer
zu durchbrechen ist.
Kurz gesagt: Jeder Zug an einer Zigare e setzt eine Ke enreak on in Gang, die den Körper
mit gefährlichen Substanzen überschwemmt und lebenswich ge Funk onen beeinträch gt.
Es ist ein schleichender, aber gnadenloser Angriff auf die eigene Gesundheit, der leicht gegen
den Tod verloren werden kann. Wer einmal anfängt, kommt schwer wieder heraus.
N: Vielen Dank für diese alarmierenden Informa onen. Es ist wirklich erschreckend, wie viele
Menschen täglich bis zu zwei oder drei Packungen Zigare en konsumieren – eine
Gewohnheit, die nicht nur körperliche Schäden verursacht, sondern auch die Psyche belastet.
Viele berichten von S mmungsschwankungen und einer depressiven Vers mmung, die sich
schon nach ein bis zwei Wochen zeigen kann.
Doch heute haben wir eine ganz besondere Gesprächspartnerin bei uns. Sie hat diesen
Teufelskreis durchbrochen und ihre ganz persönliche Geschichte zu erzählen: Bi e begrüßen
Sie mit uns Frau …, eine ehemalige Raucherin, die uns Einblicke in ihren Weg zur
Rauchfreiheit gibt!
(Video Eins eg Frau Freiherz)
(Im Interview immer einzelne Abschni e einblenden, aber erst ganzes Interview drehen)
Bi e begrüßen SIe mit uns Frau Freiherz.
F: Hallo….
N: Hallo, Frau Freiherz. Sie haben bis vor einem Jahr noch regelmäßig geraucht und waren
stark vom Niko n abhängig. Der Griff zur Zigare e war für Sie unverzichtbar, um den Alltag
zu bewäl gen. Viele würden es als Sucht be teln also als krankha e Abhängigkeit von einer
Substanz von der eine immer höhere Dosis benö gt wird, um die gewünschte Wirkung zu
erzielen.
Großen Respekt, dass Sie den Auss eg gescha haben – das ist eine enorme Leistung! Wie
wir zuvor gehört haben, gelingt das nicht jedem. Die Zahlen sprechen für sich: Allein in
Deutschland sterben jedes Jahr rund 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.
Umso beeindruckender ist Ihr Weg. Wie haben Sie es gescha , von der Zigare e
loszukommen? Oder vielleicht noch weiter zurück – wie hat Ihre Raucherkarriere überhaupt
begonnen?
F: Ganz harmlos – zumindest dachte ich das damals. Ich war 16 oder 17, und in der Schule
fing es an: Jemand brachte Zigare en mit, andere kau en sie, und plötzlich rauchte fast jeder
heimlich in der Pause. Ich wollte natürlich nicht als Außenseiterin dastehen – also habe ich
einfach mitgemacht.
N: Gruppenzwang also? Ich glaube, wir waren alle mal in der Situa on, dass wir etwas
gemacht haben, nur weil es „alle“ getan haben. Wie viel haben Sie damals geraucht? Laut
der deutschen Krebsgesellscha rauchen 75 Prozent der über 15-jährigen Raucher bis zu 20
Stück täglich.
F: Am Anfang waren es vielleicht eine oder zwei. Dann fünf, dann zehn... irgendwann war ich
bei zwei ganzen Packungen pro Tag. Man könnte sagen, ich ha e eine enge Beziehung zur
Tabakindustrie – und sie ha e sicher nichts dagegen.
N: Zwei Packungen? Das ist nicht mehr nur eine Angewohnheit, das ist ein Vollzeitjob! Haben
Sie versucht, das Rauchen zu reduzieren oder aufzuhören?
F: Nein, ehrlich gesagt nicht. Die Zigare e war mein treuer Begleiter – immer da, wenn ich
sie brauchte. Ich ha e keinen Grund aufzuhören. Zumindest dachte ich das. Das Glücksgefühl
gab mir diesen Rausch und es wurde immer meht.
N: Und dann? Was hat Sie schließlich dazu gebracht, mit dem Rauchen aufzuhören? Waren
es gesundheitliche Probleme?
F: Ja, mein Herzinfarkt. Letzten Sommer, ganz entspannt auf dem Balkon – Zigare e in der
Hand – und plötzlich ging’s los: Schwindel, stechender Schmerz hinterm Brustbein, die Arme
taten weh, ich bekam kaum noch Lu . Zum Glück bekam mein Nachbar davon mit und fuhr
mich schnellstens in die Notaufnahme. Ich musste operiert werden, bekam Medikamente –
und dann wusste ich: Das war’s, ich bin raus aus dem Spiel.
N: Eine harte Lek on. Wie haben Sie es gescha , endgül g mit dem Rauchen aufzuhören?
F: Schri für Schri . Erst mit Niko npräparaten, dann mit Sport und Gruppentherapie. Ich
habe meine Wohnung ausgemistet – der Rauchgeruch klebt ja noch überall an den Wänden
genauso wir die Erinnerung die so präsent war. Meine Ernährung habe ich umgestellt, mir
einen neuen Job gesucht – und mich endlich wieder mit meiner Familie versöhnt. Sie waren
meine größte Unterstützung.
N: Eine Wahnsinnsgeschichte! Was würden Sie Menschen raten, die noch mi en im
Teufelskreis stecken?
F: Holt euch Hilfe! Sprecht mit Freunden, Familie, Fachleuten. Es ist nicht peinlich, sondern
mu g, wenn man sich Unterstützung sucht. Gemeinsam ist der Auss eg einfacher als allein.
Und glaubt mir: Rauchen ist gefährlicher, als man denkt. Ein bisschen Glücksgefühl? Schön
und gut. Aber echte Lebensqualität gibt’s nur ohne Zigare en.
N: Vielen Dank, F! Ihre Geschichte zeigt, dass es nie zu spät ist, das Leben in die eigene Hand
zu nehmen. Jetzt haben wir noch ein kleines Quiz für Sie vorbereitet.
F: Na da bin ich aber mal gespannt!
N: Hier sehen Sie zwei Bilder: eines zeigt eine herkömmliche Zigare e, das andere eine E-
Zigare e oder Vape. Werbung und Hersteller betonen o , dass die elektronische Variante
weniger schädlich sei als die klassische Zigare e. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich
hinter dieser Behauptung? Was ist Ihre Meinung dazu?
F: Elektronische Zigare en wirken op sch o moderner und ansprechender – mit ihren
bunten Neonfarben und leuchtenden Details. Zudem gibt es sie in verschiedenen
Geschmacksrichtungen, und ihr Du ist angenehmer als der von herkömmlichen Zigare en.
Aus diesem Grund könnte man meinen, dass sie eine gesündere Alterna ve darstellen.
N: Das ist leider falsch. Auch E-Zigare en sind nicht harmlos, sondern sogar schädlicher als
herkömmliche Zigare en. Zwar entsteht kein Teer, aber die enthaltenen Chemikalien und
Aromastoffe können die Lunge schädigen. Zudem bleibt die Niko nsucht bestehen, und
manche Liquids enthalten sogar gesundheitlich bedenkliche Substanzen.
F: Das war mir nicht bewusst. Es zeigt, dass man Werbung nicht einfach blind vertrauen
sollte. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen.
N: Viele Jugendliche, o genau wie Sie, kommen früh und o uninformiert mit E-Zigare en in
Kontakt. Sie probieren sie aus, ohne die möglichen gesundheitlichen Folgen zu kennen, und
geraten leichtsinnig in den Konsum. Um einen Eindruck davon zu bekommen, wie verbreitet
das Problem ist und welche Gründe Jugendliche für das Rauchen haben, haben wir eine
Schule besucht und mit drei verschiedenen Personen über ihre Erfahrungen gesprochen. Ihre
Antworten geben spannende Einblicke in die Realität junger Konsumenten.
(Video 1, 2, 3)
N: Wir haben gerade gesehen, wie Jugendliche mit E-Zigare en in Kontakt kommen – o
unbewusst, leichtsinnig oder durch Gruppenzwang. Es zeigt, dass die Verharmlosung dieser
Produkte in der Werbung und im Alltag gefährlich sein kann.
Frau Freiherz, Ihre Geschichte ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass der Auss eg
möglich ist und wie sehr sich das Leben danach verbessern kann. Vielen Dank, dass Sie Ihre
Erfahrungen mit uns geteilt haben. Sie sind eine Inspira on für viele Menschen da draußen.
An alle Zuschauer: Informiert euch, bevor ihr leich er g Entscheidungen tre – sei es beim
Rauchen, Dampfen oder anderen gesundheitlichen Risiken. Wir hoffen, dass diese Sendung
dazu beitragen konnte, ein Bewusstsein für die echten Gefahren von E-Zigare en zu schaffen.
Das war's für heute bei „Humanum et Corpus“. Bleiben Sie gesund und passen Sie auf sich
auf – bis zum nächsten Mal!