Bayerisches Landesamt für
Umwelt
Geologische Karte von Bayern
1 : 25 000
Erläuterungen zum Blatt
7132 Dollnstein
geologie
Geologische Karte
Bayerisches Landesamt für
Umwelt
Geologische Karte von Bayern
1 : 25 000
Erläuterungen zum Blatt
7132 Dollnstein
Bearbeiter:
Hermann Schmidt-Kaler & Rolf K. F. Meyer
83 Seiten, 28 Abbildungen, 2 Tabellen, Augsburg 2010
Umwelt Spezial
Geologische Karte
Impressum
Geologische Karte von Bayern 1 : 25 000
Erläuterungen zum Blatt 7132 Dollnstein
ISBN: 978-3-936385-74-8
Herausgeber:
Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)
Bürgermeister-Ulrich-Straße 160
86179 Augsburg
Tel.: (08 21) 90 71 - 0
Fax.: (08 21) 90 71 - 55 56
E-Mail: poststelle@[Link]
Internet: [Link]
Bearbeitung/Text/Konzept:
Dipl.-Geol. Dr. Hermann Schmidt-Kaler
Ebrardstraße 96, 91054 Erlangen
Dipl.-Geol. Dr. Rolf K. F. Meyer
Beethovenstraße, 82319 Starnberg
Redaktion:
LfU, Referat 101, Dr. Wolfgang Dorn, Dietmar Jung
Bildnachweis:
siehe Bildunterschrift
Titelfoto: LfU, Felsen des Burgstein bei Dollnstein
Druck:
Pauli Offsetdruck e. K., Am Saaleschloßchen 6, 95145 Oberkotzau
Gedruckt auf Papier aus 100% Altpapier
Stand:
Juni 2010
Diese Druckschrift wurde mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit
und Vollständigkeit kann dennoch nicht übernommen werden. Sofern in dieser Broschüre auf
Internetangebote Dritter hingewiesen wird, sind wir für deren Inhalte nicht verantwortlich.
Inhalt
Inhaltsverzeichnis
Vorwort 5
1 Naturräumlicher Überblick 6
2 Erdgeschichte 10
3 Schichtenfolge 17
3.1 Jura 17
3.1.1 Oberer Jura (Weißjura, Malm) 17
[Link] Tieferer Malm Delta, Treuchtlinger Marmor 17
[Link] Malm Delta bis Zeta, Tafelbankige Fazies und Riff-Fazies 20
[Link] Malm Epsilon und Zeta, Schicht-Fazies 29
[Link] Malm Zeta 3 bis Zeta 5, Mörnsheimer Schichten,
Usseltal-Schichten und Rennertshofener Schichten 46
3.2 Kreide 47
3.2.1 Kreide ungegliedert 47
3.3 Tertiär 52
3.3.1 Obere Süßwassermolasse 52
3.3.2 Ries-Trümmermassen (Bunte Trümmermassen) 54
3.4 Tertiär bis Quartär 57
3.4.1 Hochflächenschotter und Hochschotter 57
3.4.2 Talschotter und Talsohleschotter 58
3.4.3 Alblehm mit Beteiligung von Lößlehm 59
3.5 Quartär 61
3.5.1 Hangschutt und Hanglehm 61
3.5.2 Niedermoortorf und Auenlehm 61
3.5.3 Füllung der Trockentäler 62
3.5.4 Künstliche Aufschüttungen 63
4 Tektonischer Bau 64
5 Geologische Aufschlüsse und Geotope 66
6 Bohrungen 71
7 Literatur 76
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 3
Vorwort
Vorwort
Die Gegend um Dollnstein gehört zu den landschaftlichen Höhepunkten der
Südlichen Frankenalb. Denn hier wird die eintönige Jura-Hochfläche durch
die tiefen Mäander des Altmühltals und des Wellheimer Trockentals (des ehe-
maligen Ur-Donautals) zerschnitten.
Das Gebiet des Gradabteilungsblattes 7132 Dollnstein wurde bereits im
Maßstab 1 : 25 000 kartiert, doch ist diese Karte in Heft 55 der Erlanger Ab-
handlungen (Zeiss 1964) seit Langem vergriffen. Zudem war sie nur auf die
Erforschung und Gliederung des Malm (Weißjura) ausgerichtet. Die übrigen
Flächen sind als „Überdeckungsbildungen (Kreide bis Quartär)“, im Geolo-
genjargon „Erlanger Grün“, zusammengefasst. Vor allem hierauf hat sich die
Neuaufnahme konzentriert und um eine Differenzierung bemüht (schmidt-
Kaler 1998). Dabei haben geophysikalische Messungen (durch Dr. K. Ba-
der und seinen Messtrupp), Flachbohrungen mit dem Bohrwagen des Amtes
(durch Herrn G. roßteuscher †) und eine Kernbohrung bei Biesenhard große
Dienste geleistet.
Die Schicht-Fazies des Jura dagegen wurde z. T. von Zeiss (1964) übernom-
men. Nur der jüngste Malm (Zeta 4 und 5) wurde aufgrund neuer Bohrungen
anders gegliedert. Neuerdings wurden einige Rohstofferkundungsbohrungen
in der Solnhofener, Haunsfelder und Obereichstätter Wanne niedergebracht
(meyer et al. 2000: Abb. 2). R. K. F. meyer hat die Ergebnisse dieser Bohrun-
gen dargestellt und den Text zur Schicht-Fazies entsprechend überarbeitet.
Die Riff-Fazies wurde ebenfalls von meyer (1977) neu aufgeteilt und ist in
diesen Erläuterungen behandelt.
Allen, die an diesen Erläuterungen beteiligt waren oder Unterstützung gaben,
sei herzlich gedankt. Einen geologischen Führer für dieses wichtige Gebiet
gibt es von meyer & schmidt-Kaler (1991).
Ein Großteil des Manuskriptes lag bereits 1998 der damaligen Redaktion des
ehemaligen Bayerischen Geologischen Landesamtes vor und ist nach den
damals geltenden Richtlinien abgefasst worden. Im Jahr 2009 wurden die
Erläuterungen den aktuell geltenden Autorenrichtlinien am Bayerischen Lan-
desamt für Umwelt (LfU) angepasst.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 5
Naturräumlicher Überblick
1 Naturräumlicher Überblick
Das Gebiet des Blattes Dollnstein bildet einen Ausschnitt des Südwestteils
der Südlichen Frankenalb. Die Abbildung 1 zeigt deutlich, dass der Albrand
weit im NW liegt, das ganze Gebiet also der weiten Albhochfläche zuzu-
rechnen ist (Abb. 2). Allerdings wird diese durch das Altmühltal und das gro-
ße Wellheimer Trockental (= Ur-Donautal) windungsreich zerschnitten. Die
Hochfläche liegt durchschnittlich zwischen 500 und 560 m ü. NN, die tiefsten
Einschnitte um 390 m ü. NN (Altmühl bei Wasserzell und Schutter bei Feld-
mühle).
Das geologische Profil der Weißjura-Tafel reicht vom Malm Delta (Jura-Mar-
mor) bis zum Malm Zeta 5 (Rennertshofener Schichten). Neben den Schicht-
kalken wird das Gebiet vor allem von weiten Riffgebieten geprägt, die durch
ihre Felshänge den landschaftlichen Reiz ausmachen. Die Hochfläche ist von
z. T. mächtigen und ausgedehnten, meist sandigen kreidezeitlichen Sedimen-
ten bedeckt. Daneben sind nur wenige Reste der tonig-sandigen tertiären
Ablagerungen erhalten. Diese bilden auch die Hauptmasse der Ries-Trüm-
mermassen, die bis über das Wellheimer Tal nach E reichen. Schotter der Ur-
Donau und des Ur-Mains liegen in Resten sowohl auf der Hochfläche wie im
Wellheimer Tal. Verwitterungs- und quartäre Lößlehme sind als jüngste Über-
deckungsbildungen weit verbreitet.
Hydrogeologische Aspekte (schriftl. Mitt. Dr. G. Büttner): Die gut geklüfteten,
bereichsweise verkarsteten grundwassererfüllten Kalk- und Dolomitgesteine
können als Hauptgrundwasserleiter angesehen werden. Seine Sohle bildet
der Ornatenton des Oberen Dogger zusammen mit Mergeln und Mergelkal-
ken des Malm Alpha. Die Wasserführung der teils bankigen, teils massigen
Kalk- und Dolomitgesteine vollzieht sich dabei über ein verzweigtes Netz von
Kluft- und Bankungsfugen. Durch Verkarstungsvorgänge wurden besonders
wasserwegsame Klüfte zu Gerinnen erweitert, was örtlich zu erhöhten Durch-
lässigkeiten bzw. Ergiebigkeiten führt. In Teilbereichen des Untersuchungs-
gebietes wird der Malm von sandigen und tonigen Kreidesedimenten, Alb-
lehmen, Löß, Ries-Trümmermassen, der Oberen Süßwassermolasse und
Hochschottern überdeckt. Diese Ablagerungen schirmen das Karstwasser
nach oben hin ab und können als Grundwasserdeckschichten angesprochen
werden (Bedeckter Karst). Gelegentlich sind in diesen Ablagerungen han-
gende Grundwasservorkommen von stark schwankender Ergiebigkeit anzu-
6 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Naturräumlicher Überblick
Abb. 1: Lage des Kartenblattes (Ausschnitt aus der Geologischen Karte 1 : 500 000).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 7
Naturräumlicher Überblick
Abb. 2: Naturräumliche Gliederung mit Lage des Kartenblattes Dollnstein
(überarbeitet nach Rabus & Knöpfele 2003: Beilage).
treffen. Die quartären Kiese und Sande im Altmühltal und Ur-Donautal stellen
dagegen einen relativ ergiebigen Porengrundwasserleiter dar, der mit dem
Karstgrundwasser hydraulisch in Kontakt steht.
Rohstoffgeologische Aspekte (schriftl. Mitt. Dr. K. Poschlod): Das Blattgebiet
Dollnstein berührt die beiden bekanntesten Plattenkalkabbaugebiete Bay-
erns: Solnhofen mit dem Maxberg (Solnhofener Wanne) sowie Eichstätt–Win-
tershof mit Obereichstätt–Harthof (Obereichstätter Wanne). Neben diesem
wichtigen Rohstoff gibt es weitere nutzbare Ablagerungen. So wurden Sande
der Kreidezeit früher zur Glasherstellung verwendet. Die Abbaue in den Dick-
bankkalken des Treuchtlinger Marmors sind derzeit nicht aktiv, ebenso wenig
die Steinbrüche in den Riffdolomiten (z. B. bei Hüttenstein und bei Marien-
stein). Von den ehemaligen Kieselerdegruben wurde die letzte (Giglberg 1)
8 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Naturräumlicher Überblick
1979 geschlossen. Vereinzelt existieren kleine Tongruben (W Hard und ober-
halb des Steinbruchgebiets Maxberg), die den Rohstoff zur Ziegelherstellung
verwenden. Historisch wichtigste Rohstoffe sind die Bohn- und Kitterze, die
seit der Hallstatt-Zeit abgebaut und seit 1411 im Obereichstätter Hüttenwerk
verhüttet wurden. Der letzte Bohnerzabbau wurde jedoch bereits 1873 auf-
grund der hohen Gestehungskosten und des stark gesunkenen Eisenpreises
eingestellt.
Bodenkundliche Aspekte (schriftl. Mitt. Dr. F. Schmidt): An den Steilhängen
der großen Täler, zum Teil aber auch an den Flanken der Trockentäler bil-
den Frostschuttdecken das Ausgangsmaterial für Rendzinen aus Malm-Kalk.
Dienten diese Standorte in der Vergangenheit als extensive Viehweiden, so
wurden sie in den letzten Jahrzehnten zunehmend aus der landwirtschaftli-
chen Nutzung genommen. Die Böden auf Ablagerungen der Kreidezeit besit-
zen eine große Bandbreite, neigen aber insgesamt zur Podsolierung. Auf den
Süßwasserkalken der OSM bildeten sich Mergel-Rendzinen, während die Bö-
den auf Ries-Trümmermassen stärker hydromorph charakterisiert sind (z. B.
Pseudogley). Typische Braunerden entstanden auf Flächen mit Alb- oder
Lößlehm. Im Wellheimer Trockental überwiegen Gleye, ab Wellheim nach S
zu werden auch Moorbildungen beobachtet. Im Altmühltal bildete sich aus to-
nigen Auensedimenten häufig der Bodentyp der Kalkvega.
Geotechnische Aspekte (schriftl. Mitt. G. Schneider): Das Kartenblatt wird aus
baugrundtechnischer Sicht beherrscht vom Festgestein der Malmkalkschich-
ten, sowie den Lockergesteinen der Kreidesande, Ries-Trümmermassen und
Alblehm. Auf das Tal der Altmühl und das Wellheimer Tal sind Hangschutt,
Hang- und Talschotter sowie junge Talfüllungen konzentriert. Die Malmkalke
stellen als Festgestein hinsichtlich der Tragfähigkeit in der Regel kein Bau-
grundproblem dar. Kreidesande, Tertiärsande und Schotter sind den rolligen
Lockergesteinen zuzurechnen und weisen im Allgemeinen eine dichte Lage-
rung auf. Ries-Trümmermassen, Alblehm und Hangschutt werden dagegen
zu den bindigen Lockergesteinen gezählt, ihre Konsistenz kann als steif bis
halbfest angegeben werden. Im Bereich der Dolomite und Riffkalke sind un-
zählige Dolinen entstanden. Sie sind durch Einsenkungen im Bereich des
Alblehms im Gelände zumeist gut sichtbar und bedürfen hinsichtlich Bau-
maßnahmen besonderer Vorkehrungen. An den Malmkalkwänden besteht
häufig Felssturz- und Steinschlaggefahr.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 9
Erdgeschichte
2 Erdgeschichte
Die erdgeschichtliche Überlieferung beginnt mit dem kristallinen Grundgebir-
ge (Tab. 1), das in der Tiefbohrung Eichstätt 1 bei 85 m unter NN angetroffen
wurde. Es setzt sich aus verschiedenen Gneisen und Graniten zusammen.
Weiter südlich bei Ingolstadt liegt seine Oberfläche nach einer Tiefbohrung
bereits bei 262 m unter NN und zeigt damit das Abtauchen der Frankenalb
und ihres Grundgebirgssockels nach SE. Dort schalten sich außerdem Diorit-
Gänge in die Gneise des Untergrundes ein.
Vom Unterperm bis zur Mitteltrias gehörte der Bearbeitungsraum zum Hoch-
gebiet des Vindelizischen Landes und war der Abtragung ausgesetzt. Erst im
Keuper wurde er in das Germanische Becken einbezogen. Am Südrand des
Beckens gelegen, wurden dort Sandsteine und Tone abgelagert. Während in
der Bohrung Eichstätt der Keuper eine Mächtigkeit von 195 m erreicht, ge-
langten in der näher am Beckenrand gelegenen Bohrung Ingolstadt nur 70 m
terrestrische Keuper-Sandsteine zur Ablagerung.
Im tiefsten Jura stieß von N her das Meer in das Untersuchungsgebiet vor.
Über küstennahen Geröllsandsteinen folgten rasch ammonitenreiche Kalk-
bänke und Ölschiefer des Lias, die im ruhigen Meeresbecken entstanden
sind. Während im ganzen Schwarzen Jura (Lias) nur 15–20 m Meeressedi-
mente in einer Zeit von fast 30 Millionen (Mio.) Jahren abgelagert wurden,
folgten im Braunen Jura (Dogger) mächtige dunkle Tone (73 m), eisenreiche
marine Sandsteine (45 m) und fossilreiche, oolithische Kalke samt Ornaten-
ton (um 10 m) in 20 Mio. Jahren.
Im Oberen Jura (Weißjura oder Malm) bestand eine breite Verbindung vom
Nordmeer durch den mitteleuropäischen Archipel zum alpinen Mittelmeer
(Tethys). In dem flachen und warmen Randmeer (Schelfmeer) wurden in
etwa 19 Mio. Jahren über 500 m meist helle Kalke und, besonders an der
Basis im Malm Alpha, auch dunklere Mergel abgelagert (Abb. 3). Parallel zur
Schichtkalksedimentation wuchsen auf submarinen Schwellen schon ab dem
Malm Gamma Kieselschwämme und bildeten Riffgürtel. Im oberen Malm Del-
ta besetzten die Kieselschwämme fast den gesamten Meeresboden (Abb. 4).
Heute liegen diese Schwammgesteine meist als Dolomite vor. Mit dem Rück-
zug der Kieselschwämme im flacher werdenden Obermalm-Meer entstanden
in den Wannenbereichen zunächst Bank- (Malm Epsilon und Zeta 1) dann
10 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Erdgeschichte
Tab. 1. Erdgeschichtliche Übersicht für die Planungsregion 10 Ingolstadt; Alter der
Zeitgrenzen in Mio. Jahren vor heute nach Remane (2000), ausgenommen die Tertiär/
Quartär-Grenze (z. B. nach Partridge 1997); max. Mächtigkeit = ungefähre max.
Mächtigkeit der erhaltenen Ablagerungen.
Alter Erdgeschichtliche Max. Erdgeschichtliche Vorgänge
Abschnitte Mächt. (Typische Gesteine und Bildungen)
Warmphase, Eingriffe des Menschen
Holozän 10 m
(Fluß- und Hangablagerungen, Moorbildungen)
0,01
Quartär
Kaltphase mit Dauerfrostboden im Tertiär- Hügelland
Pleistozän 25 m und auf der Alb wechselnd mit Warmphasen
(Fluß- und Windablagerungen, Frostbodenbildungen)
2,6
Hebung und Abtragung im Alpenvorland,
Pliozän 5m Ausbildung der Urdonau mit Abfluß nach E
(Flußablagerungen)
5,3
0m Hebung und Abtragung im Alpenvorland
Westgerichtetes Flußsystem im Molassebecken
mit Zuflüssen von N (Urnaab, Urmain)
300 m
Einschlag des Riesenmeteoriten (15 Mio. Jahre)
Einsinken des Molasse-
(Süßwassermolasse)
beckens im Vorfeld des
Miozän
alpinen Deckenstapels
Tertiär
Vordringen des Meeres ins Molassebecken
150 m
(Meeresmolasse)
24 Ostgerichtetes Flußsystem im Molassebecken
mit Übergang ins Meer im E
250 m
(Süßwassermolasse, Brackwassermolasse, und
Oligozän Meeresmolasse)
Vordringen des Meeres ins entstehende
200 m
34 Molassebecken (Meeresmolasse)
53 Eozän
Verwitterung und Verkarstung der nach Meeresrückzug
65 Paläozän 5m trockengefallenen Malmoberfläche, Rinnenbildung
(Rückstandslehm, Spaltenfüllungen)
Oberkreide
Kreide
Meeresvorstoß von SE
96 50 m
(Kieselkreide und Festland-Ablagerungen)
Unterkreide 0m Meeresrückzug, Abtragung und Verwitterung
135
Höhepunkt der Meeresüberflutung mit durchgehender
Verbindung vom germanischem Meeresbecken zur
Malm 550 m Tethys (alpine Fazies) im S
(Kalke und Dolomite des Schelfgebiets in Schicht- und
154 Rieff-Fazies)
Jura
Überflutung des Vindelizischen Landes durch weiteres
Dogger 120 m Vordringen des Meeres von N
175 (Sandsteine und Mergel der Flachsee)
Vordringen des Meeres aus N
Lias 20 m
203 (Küsten-Sandsteine) und Mergel der Flachsee)
Ablagerung auf dem Vindelizischen Land
Keuper 200 m
232 (Sandsteine, z. T. Tonsteine, aus Flüssen und Seen)
Trias
Vindelizisches Land mit Meeresküste im NW
Muschelkalk 30 m
240 (Sandsteine des Küstenbereichs)
Buntsandstein 0m Abtragung auf dem Vindelizischen Land
250
250 Perm Beginnende Abtragung des alten Gebirges
> 150 m
(Abtragungsschutt in langgestreckten Becken)
354 Karbon
Altpaläozoikum – Ältere Phasen der Gebirgsbildung
Präkambrium (Granite und Gneise des Grundgebirges)
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 11
Erdgeschichte
Plattenkalke (Malm Zeta 2). Im Malm Zeta 3 traten im südlichen Riffgürtel
auch Korallen auf. Sie zeigen eine weitere Verflachung des Meeres an.
Abb. 3: Gliederung, Ausbildung und Mächtigkeit des Malm (aus Schmidt-Kaler 1997).
12 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Erdgeschichte
In der Unterkreide (Abb. 5) wurde das Gebiet herausgehoben und fiel tro-
cken. Die höchsten Malm-Schichten wurden erodiert und intensive Verkars-
tung setzte ein. Gegen Beginn der Oberkreide wurden auf der unruhigen
Karstoberfläche bei angestiegenem Grundwasserspiegel die Sande und Tone
der fluviatilen Schutzfelsschichten, Abtragungsprodukte des ostbayerischen
Grundgebirges, abgelagert. Während der darauf folgenden Hebungs- und
Erosionsphase blieben aber nur Reste dieser Sedimente in Karsttaschen er-
halten. Eine erneute Transgression führte zur Ablagerung der sandig-kieselig-
kalkigen Sedimente der marinen Oberkreide.
Im älteren Tertiär kam es unter tropischen Klimabedingungen wieder zu inten-
siver Verwitterung und Abtragung. Die Sedimente der Oberkreide wurden vor
allem im N ausgeräumt. Im S haben sie sich jedoch vor allem in Senken und
Sackungsgebieten erhalten. Die Verkarstung und Abtragung des Malm schritt
besonders im N weiter fort. In Karstspalten wurden Verwitterungslehme ein-
gespült, die gelegentlich datierbare Säugetierreste enthalten.
Ab dem höheren Untermiozän geriet das Gebiet allmählich in den Einfluss-
bereich der Molassesedimentation. In der Vorsenke der sich herausheben-
den Alpen wurden durch breite, verflochtene Flusssysteme Glimmer führende
Sande, Kiessande und Feinsedimente bis in den Bereich der Südlichen Fran-
kenalb transportiert. Die Schüttungen erfolgten aus den Alpen im S, teilweise
auch aus dem Moldanubikum im NE.
Bei dem Einschlag des Ries-Meteoriten vor ca. 15 Mio. Jahren wurden die-
se Ablagerungen der Oberen Süßwassermolasse (OSM) in die Ries-Trüm-
mermassen miteinbezogen. Im Pliozän wurde die südliche Frankenalb stark
angehoben; Ur-Main und Ur-Donau begannen sich bei kühlerem Klima ein-
zuschneiden. Die Hochflächenschotter dieser Flüsse waren noch nicht an die
heutigen Talmäander gebunden. Mit den Hochschottern (90–110 m über Tal)
lassen sich erstmals die weit geschwungenen flachen Hochtäler von Ur-Main
im NW und Ur-Donau erkennen.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 13
Erdgeschichte
Abb. 4: Paläogeographische Skizzen für die verschiedenen Stufen des Malm. Sie
zeigen die zunehmende Besiedlung des Meeresbodens mit Schwämmen bis zum
14 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Erdgeschichte
Aufbau einer Riffplattform im Malm Delta 4. Danach, ab dem Malm Epsilon, zie-
hen sich die Riffe von N her wieder zurück. In den zuerst schwammfreien Senken
(= Wannen) zwischen den Riffen werden die feinen Plattenkalke des Oberen Malm
abgelagert. Schließlich, vor allem im Malm Zeta 3, werden die absterbenden
Schwammriffe im bewegten Flachwasser von Korallen besiedelt (Ausschnitte aus
Meyer & Schmidt-Kaler 1989).
Abb. 5: Entwicklungsschema der Landschaftsgeschichte von der Unterkreide-
Zeit bis heute (aus Meyer & Schmidt-Kaler 1991: Abb. 13).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 15
Erdgeschichte
Im Laufe des Pleistozäns tiefte sich die Ur-Donau (Altmühldonau) in den Alb-
körper ein und erreichte zu Beginn der Riß-Eiszeit den tiefsten Stand. Im
jüngeren Pleistozän (späte Riß- oder frühe Würm-Zeit) verließ die Ur-Donau
ihr Tal und verkürzte ihren Lauf ganz erheblich (Abb. 6), indem sie zunächst
durch das Schuttertal zum Ingolstädter Becken durchbrach. Das verlassene
Ur-Donautal wurde dann ab Dollnstein von der Altmühl übernommen. In der
Würm-Eiszeit hinterließ die Donau nach erneuter Laufverlagerung zwischen
Neuburg und Neustadt breite Niederterrassenschotterflächen. Aus den kaum
bewachsenen Schotterflächen wurde während der Kälteperioden feines Ma-
terial ausgeblasen und als Löß auf der Albhochfläche und im Ur-Donautal
wieder abgelagert. Durch Solifluktion im Auftaubereich des Dauerfrostbodens
kam es zu umfangreichen Sedimentvermischungen und -verfrachtungen. Im
Holozän wurden in den Talungen mächtige Auenlehmdecken abgelagert. Bei
hoch liegendem Grundwasserspiegel bildeten sich vermehrt Niedermoortorfe
(vor allem im Wellheimer Trockental).
Abb. 6: Verkürzung des Donaulaufs durch Verlagerung vom Altmühltal über das
Schuttertal an den Albsüdrand bei Neuburg (aus Meyer & Schmidt-Kaler 1991:
Abb. 16).
Länge der Altmühl-Donau (Rennertshofen–Eichstätt–Kehlheim) = 119 km
Länge der Schutter-Donau (Rennertshofen–Hütting–Ingolstadt–Kelheim) = 75 km
Länge der Neuburger-Donau (Rennertshofen–Neuburg–Kelheim) = 70 km
16 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
3 Schichtenfolge
3.1 Jura
3.1.1 Oberer Jura (Weißjura, Malm)
Übersicht und morphologische Ausbildung: Der aus Bankkalken, Plattenkal-
ken, Schwammriffkalken und -dolomiten (seltener Korallenkalken) sowie Ta-
felbankigen Schwammkalken und -dolomiten zusammengesetzte Weißjura ist
im Erosionsbereich des Altmühltals und des Wellheimer Trockentals (Ur-Do-
nautal) sowie der meist trockenen Seitentäler freigelegt. Abseits dieser Täler
ist er auf der Hochfläche weitgehend von z. T. mächtigen Überdeckungsbil-
dungen verhüllt.
Das Malm-Profil reicht über Tage vom Malm Delta bis zum Zeta 5 (Kimme-
ridgium bis Untertithonium) in einer Gesamtmächtigkeit von etwa 400 m
(Abb. 3). Infolge des allgemeinen N–S-Fallens streichen die tiefsten (ältes-
ten) Schichten (Treuchtlinger Marmor) im Altmühltal aus, die höchsten (jüngs-
ten) ganz im S (südlich des Spindeltals).
[Link] Tieferer Malm Delta, Treuchtlinger Marmor, wδ,,
Unteres bis Mittleres Kimmeridgium
Mächtigkeit: Der untere Teil des Treuchtlinger Marmors bis zur Oberen Mer-
gelplatte (Bank 1 bis 25, Acanthicum-Schichten) ist ungefähr 20 m mächtig,
der obere Teil (Eudoxus-Schichten) etwa gleich stark. Bis zum Malm Epsilon
folgen noch mindestens 20 m Tafelbankige Dolomite (s. u.).
Verbreitung und Aufschlüsse: Der Treuchtlinger Marmor bildet den Hangfuß
des Altmühltals, wird aber immer wieder in der Horizontalen durch tiefer an-
setzende Riffkalke und -dolomite unterbrochen. Bei Wellheim gibt es eine riff-
nahe Sonderfazies. Die Profile der Aufschlüsse wurden von Zeiss (1964) dar-
gestellt.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 17
Schichtenfolge
Lithologie: Der Treuchtlinger Marmor unterscheidet sich durch seine großen
Bankstärken und seinen hohen biogenen Gehalt scharf von den darunter lie-
genden Schichtkalken. Er setzt sich vorwiegend aus ganzen, meist flachen,
verkalkten Kieselschwämmen und frei in der Grundmasse gewachsenen,
dunkleren Algenkrusten zusammen, die von den auffälligen „weißen Flämm-
chen nubecularoider Foraminiferen“ (Tubiphyten) durchwuchert werden.
Weiterhin sind kleinere, dunkle Partikel (Bruchstücke von Schwämmen und
Krusten, kleine Algenknöllchen) locker im Sediment verteilt. Schwämme und
Krusten bilden kein zusammenhängendes Riffgerüst, womit der Treuchtlinger
Marmor als partikelreicher Schwamm führender Bankkalk bzw. tuberoidischer
Bankkalk bezeichnet werden kann (vgl. Meyer 1975).
Die vertikale Gliederung ist in allen Profilen gleich, die dicke Bankung sehr
konstant; Mergellagen sind selten und damit umso auffälliger (Abb. 7). Die
Aufschlüsse beginnen mit der Geblümten Bank (Bank 11); sie wird haupt-
sächlich von lagigen Algenkrusten mit den weißen „Tubiphyten-Flämmchen“
aufgebaut. Untere und Obere Mergelplatte (Bank 19 und 25) fallen durch be-
gleitende Zwischenmergel auf. Darüber fehlen charakteristische Leitbänke
und Mergel. Die Schichtfugen werden zunehmend undeutlicher und gehen
allmählich in den Tafelbankigen Dolomit über. Ein Beispiel dafür ist der Über-
gang von dolomitisierten Marmorbänken im obersten Teil des Steinbruchs
Obereichstätt in die Tafelbankigen Dolomite am Hang darüber.
Bei Wellheim ist der oberste Treuchtlinger Marmor nochmals in einer schutt-
reichen Sonderfazies zu finden. Am Fuß des Galgenberges und in einem Auf-
schluss an der Nordostspitze des Schlossberges (unter dem Feuerwehrhaus)
enthält er bis cm-große kugelige Algenknollen (Onkoide, Ooide und Fossil-
bruchstücke, besonders von Echinodermen und Bryozoen; Abb. 6). Diese riff-
nahe Flachwasser-Fazies bot für Ammoniten keine günstigen Lebensbedin-
gungen, weshalb solche hier von Zeiss (1964: 6) trotz intensiver Suche nicht
gefunden wurden.
Biostratigraphische Einstufung: Für den Malm Delta ist die Ammonitengruppe
der Aulacostephanen leitend. Da diese jedoch erst aus Bank 10 nachgewie-
sen sind, könnten die darunter liegenden Bänke eventuell noch zu den Un-
teren Kimmeridge-Schichten gerechnet werden. Nach dem Vorkommen des
dicken und großwüchsigen Aspidoceras acanthicum wird der untere Teil des
18 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Abb. 7: Profile im Treuchtlinger Marmor (aus Zeiss 1964: Abb. 2).
Treuchtlinger Marmors (Bank 1 bis 25) den Acanthicum-Schichten zugeord-
net, darüber nach dem typischen Aulacostephanus eudoxus den Eudoxus-
Schichten.
Aufschlüsse: Obereichstätt, Steinbruch Schöpfel [7132AG000032].
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 19
Schichtenfolge
[Link] Malm Delta bis Zeta, Tafelbankige Fazies und Riff-Fazies
Überblick: Die tiefen Einschnitte des Altmühltals und des Wellheimer Tals bie-
ten, samt ihrer Nebentäler, vorzügliche Einblicke in die Schichten des Jura.
An ihren Hängen sind vor allem die verwitterungsbeständigen hellen Massen-
kalke und dunkleren Dolomite als Felsen herauspräpariert und bestimmen
mit ihren phantastischen Verwitterungsformen das Landschaftsbild. Durch
Härteunterschiede im Riffkalk entstanden z. B. Hohlkehlen oder Felsbänder.
Dadurch lässt sich der ehemalige Riffaufbau heute z. T. gut erkennen. Die
senkrechten Felswände gehen dagegen auf die spätere Klüftung und Ab-
tragung des Riffkalkes zurück und haben mit den ehemaligen Riffstrukturen
nichts zu tun.
An den Talhängen wechseln felsige Riffpartien mit felsfreien Schichtkalkhän-
gen ab. Verfolgt man die Riffgebiete über die Hochflächen hinweg, so lassen
sich Riffzüge feststellen, die die Plattenkalk-Wannen umkränzen. Im W liegt
das Mörnsheimer Riff, in der Mitte das Dollnsteiner Riff und im S das große
Riffgebiet von Wellheim–Konstein–Wittmeß. Während in diesen Riffgebie-
ten das Schwammwachstum schon früh (Malm Gamma bis Delta) einsetzte
und bis in den Malm Zeta 2/3 andauerte, sind die Schichtkalkgebiete dazwi-
schen nur zeitweise, vor allem im höheren Malm Delta, von Schwammrasen
(Tafelbankige Fazies) besiedelt gewesen. Darüber folgen dann schon die
Bank- und Plattenkalke des höheren Malm. Durch Auskartierung der dick-
bankigen Schwammrasen-Fazies zwischen den massigen Riffgebieten ist es
gelungen, die Struktur der Wannenböden exakt zu rekonstruieren. Dies hat-
te Zeiss (1964) bei Obereichstätt versucht; Meyer (1977) hat in der gesamten
Südlichen Frankenalb die Tafelbankige Fazies ausgehalten und auch stra-
tigraphisch gegliedert. Außerdem hat er, was bisher besonders fehlte, eine
stratigraphische Gliederung der massigen Riff-Fazies versucht; Zeiss (1964)
hatte nur die Korallen führende jüngere Riffgeneration des Malm Zeta 3 ab-
getrennt. Es zeigte sich, dass wie überall in der Alb, die kuppelförmig gebau-
ten Malm Delta-Riffe zur Epsilon-Grenze hin in eben strukturierte, ooidreiche
Schwamm- Stromatolithen-Kalke bzw. -Dolomite übergehen, z. T. mit Ein-
schaltung einer dünnbankigen Grenzzone. Dieser Bereich, der offensicht-
lich eine Verflachung des Meeres andeutet, ermöglicht die Abtrennung der
20 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Abb. 8: Dünnschliffbild der ooidreichen Partikelkalke des oberen Malm Delta unter
der Galgenberg-Lagune bei Wellheim. Neben den konzentrisch-lagigen großen
Ooiden enthält es zahlreiche verschiedene Foraminiferen; in Bildmitte ist eine 1 mm
große typische sandschalige, lituolide Foraminifere mit in das Gehäuse eingebauten
kleinen Ooiden zu sehen (Dünnschliff 91053, Maßstableiste = 1 mm) (aus Meyer &
Schmidt-Kaler 1991: Abb. 8).
älteren Delta-Riffe von den jüngeren partikelreichen (Ooide, Onkoide, Fossil-
feinschutt), z. T. schon Korallen führenden Massenkalken und Dolomiten des
Malm Epsilon bis Zeta (Abb. 8).
Mikrofazielle Untersuchungen haben Meyer (1975) und Koch et al. (1994)
durchgeführt. Die Gliederung der Riff- und Tafelbankigen Fazies war natürlich
erst nach der von Zeiss (1964) aufgestellten genauen stratigraphischen Glie-
derung der Schicht-Fazies möglich, die den exakten stratigraphischen Bezug
lieferte.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 21
Schichtenfolge
Malm Delta bis Zeta, Tafelbankiger Schwammkalk und Dolomit,
wδ,,b; wδ, D, b, wε-ξ,,b; wε-ξ, D, b
Mittleres Kimmeridgium bis Unteres Tithonium
Mächtigkeit: bis 40 m.
Verbreitung und Aufschlüsse: Die Tafelbankigen Dolomite und Kalke bilden
den Anstieg über dem Treuchtlinger Marmor unter den Plattenkalk-Wannen
des Oberen Malm. Am besten sind die Tafelbankigen Dolomite am Trockenra-
senhang über Obereichstätt (Abb. 9) zu erkennen und bei den oben horizon-
tal gegliederten Felsen über Hagenacker (Abb. 10).
Lithologie: Die Tafelbankige Schwammrasen-Fazies (Biostrom) entwickelt
sich aus den Bankkalken des Treuchtlinger Marmors und setzt meist gleich-
Abb. 9: Blick aus dem Steinbruch Schöpfel auf die über dem Treuchtlinger Marmor
(links Bank 25) sich amphitheaterartig erhebende Wand aus Tafelbankigem Dolomit
des höheren Malm Delta (aus Meyer & Schmidt-Kaler 1991: Abb. 21).
22 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
mäßig 30–40 m über dessen Untergrenze mit dicken Dolomitbänken ein.
Über Obereichstätt bilden die etwa 40 m mächtigen Tafelbankigen Dolomi-
te des höheren Malm Delta eine deutlich horizontal gegliederte Felskulisse.
Darüber verflacht das Gelände in den Bank- und Plattenkalken des Oberen
Malm. Während die umkristallisierten, grobkristallinen Tafelbankigen Dolo-
mite meist keinerlei Mikrostruktur mehr erkennen lassen, kann der Aufbau
der vielfach nicht dolomitischen, dünneren Biostrombänke des Malm Delta/
Epsilon-Grenzbereiches studiert werden (z. B. am H. P. 481,3 m E Eßlingen):
Deutlich wittern die sekundär wieder verkieselten Schwämme heraus (15
Schwämme/m, vertikal). In Dünnschliffen erkennt man Übergänge von der
Schwamm-Stromatolithen-Fazies zu Partikelkalken mit bis 70 % Komponen-
ten aus Onkoiden, Intraklasten, Pellets und Ooiden. Ein durchgehendes Riff-
gerüst ist nicht entwickelt. Im Gegensatz zum Riff haben sich die Schwamm-
rasen kaum über ihre Umgebung erhoben und lassen die horizontalen
Abb. 10: Felskanzeln über Hagenacker. Links: massige, heute an Wasserbahnen
oberflächlich von dunklen Blaualgen überwachsene Dolomite des Malm Oberdelta,
pagodenartig überlagert von dünntafelbankigen Dolomiten des Malm Epsilon. Rechts:
helle, undeutlich horizontal gegliederte Massenkalke des Malm Delta, im Wald dahin-
ter von Tafelbankigen Schwammkalken überlagert (aus Meyer & Schmidt-Kaler 1983).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 23
Schichtenfolge
Schichtfugen noch mehr oder weniger deutlich in Erscheinung treten. Auch
die häufig auftretenden Kieselknollen sind oft perlschnurartig in horizontalen
Lagen angeordnet. Im Randbereich der Obermalm-Wannen reicht der Tafel-
bankige Dolomit und Kalk bis in den Oberen Malm hinauf und die Schicht-Fa-
zies beginnt erst höher, z. T. erst im Malm Zeta (z. B. um Schönfeld). Auf Blatt
Dollnstein wurde versucht, die dünner und besser gebankten Malm Epsilon-
Biostrome von der dicktafelbankigen Fazies des Malm Delta abzugrenzen.
Aufschlüsse: Felsenkanzel N Hagenacker [7132AG015002].
Malm Delta, Riffkalk und Riffdolomit, wδ,,s; wδ, D
Mittleres Kimmeridgium
Mächtigkeit: 50–70 m.
Struktur und Lithologie: E Solnhofen und um Dollnstein bestimmen die grau-
weißen Felstürme des Malm Delta-Riffkalkes das Landschaftsbild. Die Riffe
bildeten sich hier meist erst im oberen Malm Delta. Erste Ansätze sind z. B.
250 m E Altdorf an der Straße erschlossen: Die gut gebankten Kalke bilden
ganz flache Kuppeln (Ø 50 m, Höhe 0,5–1 m). Schon etwas kräftiger ist das
Riffwachstum am Eisenbahntunnel E Eßlingen (Ø 20 m, Höhe 2 m; Zurück-
treten der deutlichen Bankung). Sehr schön erkennt man hier das Riffgerüst
aus tellerförmigen Kieselschwämmen mit aufsitzenden dunklen, kräftigen
Mikrobenkrusten. Größere Partikel wie Onkoide und Intraklasten fehlen im
zentralen Teil des Riffes, sie finden sich erst am Riffrand. Die sich im oberen
Malm Delta rasch ausbreitende Riff-Fazies schließt sich zu Riffkomplexen
zusammen. An den Zwölf-Apostel-Felsen N Eßlingen zeigen diese Riffkom-
plexe nur einen flachwelligen Bau mit bis zu 20° einfallenden Hohlkehlen.
Sie werden nur 40 m mächtig und im Hangenden wieder von Tafelbankigen
Kalken und Dolomiten des Malm Epsilon eingedeckt. Dieses kurze Aufblü-
hen der Riff-Fazies ließ keine größeren Bauten entstehen. An der Auffahrt
von Eßlingen nach Schönfeld bietet sich das gleiche Bild: Flache Riffkalk-
kuppeln mit Böschungen bis 15° nach E (mit Leitammonit Aulacostephanus
eudoxus) werden von Tafelbankigen Schwammkalken des Malm Epsilon mit
Kieselknollen überlagert (Meyer 1975). In diesen obersten Riffkalken sind die
Schwämme (25 Schwämme/m, vertikal) im Gegensatz zu den tieferen Berei-
24 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
chen von stromatolithischen Mikrobenkrusten bewachsen, was auf eine Ver-
flachung des Meeres deutet.
Charakteristische Delta-Riffkalke bauen auch die Felsen im W und den Burg-
stein E Dollnstein auf. Die Schwammkalke werden im Hangenden von ooid-
reichen Partikelkalken abgelöst (Abb. 11). Zwischen Solnhofen und Dollnstein
sind die hellen Riffkalke teilweise in dunkelgraue zuckerkörnige Riffdolomi-
te umgewandelt (z. B. besteht die Felswand über Hagenacker zur Hälfte aus
hellen Kalken, im W aus dunklem Dolomit). Bleigraue Dolomitwände bauen
auch den Ostrand des Dollnsteiner Riffes N Breitenfurt auf.
Aufschlüsse: Felsenkanzel N Hagenacker [7132AG015002].
Abb. 11: Dünnschliffbild durch ooidreiche Partikelkalke des obersten Malm Delta
südwestlich vom Dohlenfelsen: Ooide z. T. um Schalenreste und Schnecken, z. B.
in Bildmitte (Dünnschliff 90185, Maßstableiste = 1 mm) (aus Meyer & Schmidt-Kaler
1991: Abb. 9).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 25
Schichtenfolge
Malm Epsilon bis Zeta und Malm Zeta 3, Riffkalk und Riffdolomit,
wε-ξ,,m; wε-ξ, D; wζ3,,mko; wζ3,D
Oberes Kimmeridgium bis Unteres Tithonium
Mächtigkeit: Malm Epsilon bis Zeta 2: 70–90 m; Malm Zeta 3: bis > 50 m
(mit Korallen).
Verbreitung und Lithologie: Am Mühlberg E Dollnstein werden die Malm Del-
ta-Riffkalke über 470 m ü. NN von glatten hellen Malm Epsilon-Massenkal-
ken abgelöst. Im Grenzbereich tritt undeutliche Bankung auf; z. T. ist diese
Fazies sehr mürb, fleckenweise zuckerkörnig-dolomitisch und löcherig (un-
terhalb des Fernsehmastes). Die Grenze macht sich deshalb als Hangknick
bemerkbar. Von den Obermalm-Massenkalken sind hier nur noch 20–30 m
erhalten. Ihre Mikrostruktur zeigt kaum Riffbildner, mehr Ooide und Onkoide,
die aber immer wieder von Stromatolithen überwachsen sind (Abb. 12). Noch
besser sind die Aufschlüsse am 50 m hohen Dohlenfelsen E Konstein (Titel-
foto). Im W folgen über massigen Delta-Kalken, die im Hangenden reich an
Ooiden und Onkoiden sind (sogar Einzelkorallen), ab 430 m ü. NN Epsilon-
Dickbänke, die über den Massenkalken etwas ansteigen (z. T. dolomitisch mit
Echinodermenschutt). Darüber liegen die Massenkalke des Malm Epsilon bis
Zeta. Gegen E am Dohlenfelsen verlieren sich die Epsilon-Bänke; Delta-Mas-
senkalke gehen ohne scharfe Grenze in die Epsilon-Massenkalke über. Die
Massenkalke bestehen hauptsächlich aus mikroskopisch kleineren Kalkparti-
kelchen wie Onkoiden und Ooiden, die immer wieder von stromatolithischen
Mikrobenkrusten überwachsen und verfestigt wurden. Koch et al. (1994) fan-
den nur an wenigen Stellen größere Riffbildner wie Kieselschwämme mit Mi-
krobenkrusten im Mikrit. Trotzdem kann der Massenkalk nicht als ehemals
lockerer Partikel- oder Ooidsand bezeichnet werden, da er immer wieder
durch Mikrobenkrusten festgehalten wurde und keinerlei Schrägschichtung
zeigt. Außerdem sind die Schwämme im flachen, bewegten Wasser oft rasch
zerfallen und daher nicht überliefert. Westlich des Dohlenfelsens fand Trögl
(2000) auch ein kleines Korallenriff.
N Aicha liegen am Oberlandsteig weitere Felswände und Felstürme versteckt
im Wald: von den Merltürmen im W über Weiße Wand und Fensterlwand
bis zur Oberlandwand im E. Dünnschliffuntersuchungen von R. K. F. Meyer
an den mit bloßem Auge strukturlosen Wänden ergaben folgenden Aufbau:
Schon unterhalb der steilen Merlwand deuten grobe Ooidlagen auf beweg-
26 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Abb. 12: Dünnschliffbilder von Riff- und Riffschuttkalken des Oberen Malm.
Oben links: Ausschnitt aus einer fast 10 cm großen Stromatolithkuppel von der
Spitze der Merlwand N Aicha. Die dunklen Algenkrusten überlagern immer wieder
die helleren Feinstooid-Lagen und verfestigen sie auf diese Weise (Dünnschliff
90168, Maßstableiste = 1 mm).
Oben rechts: grober Ooidsand mit einem größeren Tubiphyten (und weiteren
Bruchstücken). Seine hellen zentralen Kammern (sichtbar an beiden Enden, von
Foraminiferen) und ein feiner Seeigelstachel werden von dunklen Algenlagen
umkrustet (Dünnschliff 90163, Maßstableiste = 1 mm). Unter Merlwand.
Unten links: Querschnitt durch einen Korallenstock in Riffschuttkalken 5 m unter
dem Gipfel des Hüttenbucks. Die hellen kalzitischen Korallenäste sind von dunk-
ler Kalkgrundmasse mit feinem Schallenschill umgeben (Dünnschliff 90185,
Maßstableiste = 1 mm).
Unten rechts: Riffschuttkalk am Hüttenbuck. Diese groben Echinodermen-Schutt-
und Muschelschill-Kalke sind typisch für den Riffrand. Echinodermenbruchstücke
grau (Dünnschliff 90184, Maßstableiste = 1 mm; aus Meyer & Schmidt-Kaler 1991:
Abb. 79).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 27
Schichtenfolge
tes Flachwasser hin. Die Wand selbst enthält dunkle Mikrobenkrusten, die
immer wieder feine Ooid-Sandlagen überwuchern und dadurch stabilisieren.
Die ehemaligen Kieselschwämme bilden kein erkennbares Riffgerüst mehr.
Sie sind zerfallen und nur ihre Schwammnadeln finden sich noch im Schliff.
Charakteristisch sind wieder die weißen „Tubiphyten-Flämmchen“, die zur
Riffbildung beitrugen. An der Spitze der Merlwand kann man die Stromato-
lithen manchmal schon mit bloßem Auge erkennen, ebenso Brachiopoden
und Serpeln. Sehr vielfältig aufgebaut sind die Massenkalke am Hüttenbuck
W Konstein. Dichter Korallenkalk mit Mikrobenkrusten wechselt mit weichem,
breisteinartigem Fossilschuttkalk ab, der große Echinodermen- und Schalen-
reste enthält.
Am Rabenfels NE Hütting (Blattsüdrand) wurden ebenfalls Korallen im Mas-
senkalk festgestellt. Der Dolomitbruch von Hütting, der schon in den Malm
Zeta 3 hinaufreichen dürfte, lieferte zahlreiche Korallen (Zeiss 1964: 11).
Die jüngsten Massenkalke, die so genannte jüngere Riffgeneration des Malm
Zeta 3, sollen überhaupt durch Korallen ausgezeichnet sein (z. B. um Ens-
feld). Die stratigraphische Abtrennung dieser Fazies bereitet jedoch große
Schwierigkeiten, da Ammoniten nur sehr selten gefunden werden (z. B. Su-
planites moernsheimensis SE Haunsfeld). Meist gelingt die Einstufung nur
dort, wo eine Verzahnung mit den rauen, kieseligen Plattenkalken des Malm
Zeta 3 nachzuweisen ist, wie S Haunsfeld und im Spindeltal.
Große Bereiche der Massenkalke des höheren Malm sind dolomitisiert und
bilden die etwas helleren groben Riffdolomite, z. B. im Wellheimer Trocken-
tal S Dollnstein. Auch hier herrscht jedoch eine innige Verzahnung mit Riff-
kalken. Am Torleitenberg zeigen die weißen, bizarren Felsnadeln eigenartig
kugelige Verwitterungsformen durch teilweise Recalcitisierung; runde Dolo-
mitreste wittern kugelig heraus. Im Tal von Mörnsheim trennt teilweise eine
dünnbankige, feinkörnige Epsilon-Dolomitzone die dunkelgrauen massigen
Delta-Dolomite im Liegenden von den helleren Epsilon/Zeta-Dolomiten im
Hangenden und ermöglicht so eine exakte Abgrenzung. Schwieriger ist es
am Mörnsheimer Schlossberg: Dort fallen die Delta-Riffdolomite z. T. steil
nach SW zur Solnhofener Wanne hin ein. Aber auch hier zeigen die tiefsten
Epsilon-Dolomitfelsen etwas bessere Bankung, ehe wieder die massigen hö-
heren Dolomite unter der Burgruine einsetzen. Riffdolomit und Massenkalke
des Oberen Malm werden hier fast 100 m mächtig.
28 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Die Abgrenzung der jüngeren hellen, groben Riffdolomite des Malm Zeta 3
(mit Korallen) von denen des Epsilon bis Zeta 2 ist ebenso wie im Massen-
kalk sehr schwierig und kann nur grob nach der Höhenlage erfolgen. An der
Schutter liegen Tafelbankige Dolomite des Zeta 3 (wξ3, D, b) über massigen
älteren Riffdolomiten. Am Mühlberg SE Wellheim folgen über hellen Felsna-
deln aus Epsilon- bis Zeta 2-Riffdolomiten ab 490 m ü. NN graue, undeutlich
horizontal gegliederte feinere Zeta 3-Dolomite (mit Kieselknollen und Schill),
die sich mit Zeta 3-Schichtkalken verzahnen.
Aufschlüsse: Dohlenfelsen bei Konstein [7132AG015003].
[Link] Malm Epsilon und Zeta, Schicht-Fazies,
wε,,b, wζ1G, wζ2,,r, wζ2SU, wζ2SO
Oberes Kimmeridgium bis Unteres Tithonium
Überblick: Nachdem die Schwamm-Fazies (Schwammriffe und Schwamm-
rasen) im obersten Malm Delta das ganze Blattgebiet eingenommen hatte,
ging das Schwammwachstum zurück. In den Senken („Wannen“) zwischen
den zurückweichenden Riffen wurden im Malm Epsilon erstmals wieder
schwammfreie Bankkalke abgelagert, später, bei Erweiterung dieser abge-
schlossenen ruhigen Wannen, im Malm Zeta 2 die für die Südliche Franken-
alb so typischen Plattenkalke. An den Rändern der Wannen verzahnten sich
die Wannensedimente zunächst mit den Riffen, diese wurden aber im Laufe
der Zeit immer mehr von übergreifenden Wannensedimenten eingedeckt und
zurückgedrängt. Die Verteilung von Riff- und Wannengebieten am Meeresbo-
den zur Zeit des Oberen Malm gibt die Abbildung 13. Man erkennt die große
Verbreitung der Riffmassen auf Blatt Dollnstein. Westlich des Mörnsheim–
Bieswanger Riffzuges reicht noch die Solnhofener Wanne mit ihren dicken
Plattenkalken herein, östlich setzt sich die Schönfelder Wanne nach S in die
Haunsfelder Wanne fort. Südlich davon liegen Wannensedimente bei Ens-
feld und Emskeim. Wohl eine Ausbuchtung der Haunsfelder Wanne bildet
der schmale Schlauch der Rieder Wanne. Innerhalb der großen Wittmeß-
Riffmasse befindet sich die winzige Wellheimer Wanne, nördlich davon und
westlich durch das Dollnsteiner Riff begrenzt, die Obereichstätter Wanne.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 29
Schichtenfolge
Abb. 13: Verteilung von Plattenkalk-Wannen und -Riffen zur Zeit des Oberen Malm.
Im NW greift die Solnhofener Wanne auf das Blattgebiet über und wird im E vom
Mörnsheim–Bieswanger Riffzug begrenzt. Östlich davon liegt die Haunsfelder Wanne,
die sich nach N in die Schönfelder Wanne fortsetzt mit Ausbuchtungen um Schönau
und Eberswang; nach E besteht eine Verbindung mit der schlauchartigen kleinen
Wanne von Ried. Durch das Dollnsteiner Riff getrennt folgt im E die Obereichstätter
Wanne mit dem kleinen Mariensteiner Riff. Im S wird sie durch das große Wittmeß-
Riff abgeschlossen, in das die kleine Wellheimer oder Galgenberg-Wanne eingesenkt
ist. Das Plattenkalk-Gebiet zwischen Ensfeld und Emskeim wird nach S zunehmend
von höheren Obermalm-Schichten bedeckt, die die Wannenumgrenzung schlecht
rekonstruieren lassen; deutlich tritt aber das kleine Arbes-Riff in ihm hervor. Die
Schichtkalke um Biesenhard schließlich werden größtenteils von nachjurassischen
Bildungen (Kreide und Alblehme) verhüllt (aus Meyer & Schmidt-Kaler 1990b: Abb.38).
30 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Tab. 2. Fazies des Malm Zeta 1 bis 3 (Untertithon) in den Obermalm-Wannen des Blattes Dollnstein (Meyer et al. 2000).
Wanne: Solnhofen Haunsfeld Ried Eberswang Obereichstätt N
43 m Raue Plattenkalke
Malm > 12–28 m Raue Platten- > 20 m Raue Platten-
und > 5 m Bankkalke und raue > 8 m Plattenkalke und
ζ3 kalke und Feinschuttbänke, und Bankkalke, häufig
Feinschuttbänke, häufig Schiefer, z. T. verkieselt KL
Unterer Teil häufig verkieselt verkieselt
Schichten
verkieselt
Mörnsheimer
10–14 m HKL
0–5 m Hangende Krumme
0–8 m Hangende Krumme
Lage 8,5 m Hangende Krumme
Malm Lage 30–40 m Riffschuttkalk, 4–7,5 m Plattenkalk,
~ 20 m Raue Plattenkalke Lage
ζ 2b 15–50 m Obere Plattenkalke krumm mit Kieselplatten unten mergelig
und Schiefer mit Wilden 3 m Plattenkalk
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
(dicke Flinze)
Bänken (z. T. Fossilschutt)
Unteres
Schichten
Untertithonium
5 m TKL 2–5 m TKL
Solnhofener
6–9 m TKL (Trennende z. T. Krumme Lage
9,5 m Spurenschiefer 9–12 m Spurenschiefer
Krumme Lage) bis 12 m Raue Bank- und
Malm übergehend in:
~ 20 m Krumme Lagen mit Plattenkalke
ζ 2a 15 m Mergelschiefer
Schiefern (Spurenschiefer = bis 13 m Raue Bitumen-
z. T. 6 m feingeschichtete z. T. 5 m Feinschuttkalke
Untere Schiefer) schiefer
Bankkalke und Schiefer mit Schiefern
KL
15–23 m Bankkalke (oben Oben Dachhornstein Oben Kieselplatten Oben Kieselplatten Oben Dachhornstein
Malm
Dachhorn, unten z. T. Rote 20 m Bankkalke, z. T. mit 15 m Bankkalke mit 15 m Bankkalk mit 15–20 m Bankkalk mit
ζ1
Mergellage) Fossilresten Feinschutt Feinschutt Feinschutt
Geisental
Schichten
Liegendes: Malm ε (Oberkimmeridge)
31
Schichtenfolge
Schichtenfolge
Die einzelnen Wannen enthalten ganz unterschiedliche Schichtfolgen, die ge-
trennt behandelt werden müssen. Im Folgenden werden die Sedimente die-
ser Wannen in stratigraphischer Reihenfolge beschrieben (vgl. Tab. 2). Die
Grenze Malm Zeta 1 zu Zeta 2 wurde in der geologischen Karte nach Zeiss
(1964) um ca. 10 m zu hoch eingezeichnet, da er die Grenze an das Top der
Mergelschiefer legte.
Solnhofener Wanne
Mächtigkeit: Malm Zeta 1 und 2 (Geisental- und Solnhofener Schichten):
70–100 m; Malm Zeta 2: 51–79 m.
Verbreitung und lithologische Gliederung: Die Solnhofener Wanne greift mit
ihren östlichen Ausläufern noch auf das Blattgebiet über. Begrenzt wird sie
im E durch den Mörnsheim–Bieswanger Riffzug. Nördlich der Altmühl ist ihre
Sedimentfüllung bis auf Reste von Malm Epsilon abgetragen, südlich reicht
sie bis in den Malm Zeta 3 hinauf. Sie ist vor allem durch die hohe Mäch-
tigkeit der Solnhofener Schichten (Zeta 1 und 2 bis 100 m) und durch dicke
Plattenkalke (Flinze bis 30 cm Stärke) charakterisiert. In den Steinbrüchen
vom Hartbruch und Maxberg sind diese gut erschlossen und noch im Abbau,
in Lichtenberg und Kronenwirtsberg sind die Brüche aufgelassen. Durch die
Bohrungen und Steinbrüche am Maxberg ist der Aufbau der Wannenfüllung
ausgezeichnet bekannt. Sie beginnt über 31 m Treuchtlinger Marmor und
41 m Tafelbankigem Dolomit mit 47 m hellen Bankkalken (= Röglinger Bank-
kalke), die dem Malm Epsilon und Zeta 1 angehören (24 m über der Basis:
4 cm Mergellage). Zeiss (1964: 15) glaubt die so genannte Rote Mergellage
als Beginn des Malm Zeta N Mörnsheim und W Eßlingen erkannt zu haben
und gibt deshalb 12 bzw. 20 m Malm Epsilon-Mächtigkeit an. Im oberen Teil
sind zwischen die Kalke Kieselplatten eingeschaltet, die dem so genannten
Dachhornstein der östlich anschließenden Wannengebiete (v. freyBerg 1964)
entsprechen. Gelegentliche Riffschuttbänke zeigen den Einfluss der nahen
Riffgebiete an. Im Profil W Eßlingen fand Zeiss (1964: 18) Ochetoceras zio,
Perisphinctes cf. isolatus und Glochiceraten, womit Malm Zeta 1 faunistisch
nachgewiesen ist.
32 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Der Malm Zeta 2a (Untere Solnhofener Schichten) folgt in der Bohrung Max-
berg mit 29 m vorwiegend gleitgefalteten, dünnen Plattenkalken (Untere
Schiefer mit Trennender Krummen Lage). Zeiss (1964: 23) gibt W Eßlingen
am Weg zum Maxberg 2,5 m „ebenflächige Schieferplatten“, überlagert von
einer 25 m mächtigen Trennenden Krummen Lage an. Im Ensfelder Tal S
Mörnsheim steigen die Unteren Schiefer nach ihm mit 30–40° nach E zum
Riff hin an, mit dem sie sich schließlich verzahnen müssen.
Abb. 14: Dickflinze im Malm Zeta 2b der Solnhofener Wanne im großen Steinbruch
am Maxberg (Foto: Hermann Schmidt-Kaler).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 33
Schichtenfolge
Im Malm Zeta 2b (Obere Solnhofener Schichten bzw. Obere Schiefer) folgen
am Maxberg 50 m Dickflinze (Abb. 14), die bis auf die untersten 9 m im gro-
ßen Steinbruch erschlossen sind und mit der hier nur 1 m mächtigen Han-
genden Krummen Lage enden (Abb. 13). Nach S folgt der tiefe Steinbruch
Lichtenberg und zwischen ausgedehnten Halden die alten Steinbrüche vom
Kronenwirtsberg N Mörnsheim. 1 km W Mörnsheim hat die Bohrung Plaka
3/1 27 m Zeta 2a (überwiegend Krumme Lagen) und 24 m Zeta 2b (8 m Han-
gende Krumme Lagen, darunter Dickflinze) erbohrt, darüber 28 m Malm Zeta
3 (raue, feinschuttreiche Platten- und Bankkalke mit Kiesellagen) (Abb. 15).
Der Malm Zeta 3 (Mörnsheimer Schichten) ist nicht mehr vollkommen er-
halten. Er besteht aus fossilreichen rauen Schiefern mit Kieselplatten und
z. T. Schill führenden Kalkbänken, wie sie direkt jenseits des Blattrandes am
Horstberg gut erschlossen sind und auch in der Bohrung Plaka 3/1 bei 28 m
erbohrt wurden.
Abb. 15: Bohrprofile
durch die mächtigen
Plattenkalk-Abfolgen in
der Solnhofener Wanne.
(aus Meyer et al. 2000:
Abb. 2).
34 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Aufschlüsse: Maxberg NE Mörnsheim [7132AG000006].
Haunsfelder Wanne
Mächtigkeit: Malm Zeta 1 und 2: ca. 67 m; Malm Zeta 2: 47 m; Malm Zeta 3:
43–50 m.
Verbreitung und Lithologie: Die Haunsfelder Wanne liegt zwischen dem
Mörnsheimer Riffzug im W und dem Dollnsteiner Riff im E. (Somit gehören
die Schönfeld–Eberswanger und Rieder Wanne dazu, werden aber wegen
unterschiedlicher Sedimente anschließend gesondert beschrieben.) Ihr Un-
tergrund ist im Altmühltal bis zum Treuchtlinger Marmor erschlossen, durch
die Bohrung Altendorf B (Hammermühle) bis zur Dogger/Malm-Grenze. Die
neuen Bohrungen geben einen Eindruck von der vielfältigen Fazies dieser
Wanne (Abb. 16). Ihre Sedimentfüllung ist in schroffem Gegensatz zu den
reinen Plattenkalken des Malm Zeta 2 der Solnhofener Wanne durch raue
mürbe Schiefer gekennzeichnet, die in Annäherung an das Riff feinschuttrei-
cher werden und schon Verkieselungen aufweisen.
Der Anschnitt an der Straße Altendorf–Hagenacker, 2 km W Dollnstein, am
Westhang der Torleite (Abb. 17), gibt nach Zeiss (1964: 15) den „…besten
Einblick in die Schichtenfolge des Malm ε. Es handelt sich um 10–20 cm star-
ke, gelblich-weiße, rauhe und splittrige Kalkbänke, welche von etwa 1–2 cm
starken Mergellagen hin und wieder unterbrochen werden. Die Bankungsfu-
gen sind leicht gewellt. Kleine braune Rostflecken von ½–1 mm Größe, sowie
schwarze Mangandendriten verzieren das Gestein“. Auffällig sind zahlreiche
perlschnurartig in die Bänke eingelagerte Kieselknollen, besonders im tie-
feren Teil. Die 20 cm dicke Rote Mergellage durchzieht den oberen Teil des
Aufschlusses, mit ihr beginnt der Malm Zeta. Besonders fossilreich erwiesen
sich die 6. und 15. Bank darunter, die typische Ammoniten der Setatus-Zo-
ne enthalten. Zeiss (1964: 16) barg aus der 6. Bank Virgataxioceras setatum
(zahlreich), V. setatulum, V. setatoides, Taramelliceras cf. wepferi, Glochi-
ceras aff. procuroum und Hybonoticeras beckeri. In der 15. Bank fand er H.
beckeri und V. setatum. Im untersten Teil der Bankfolge tritt Aspidoceras her-
manni auf und belegt die Subeumela-Zone. Insgesamt wurden die Bankkalke
des Malm Epsilon hier bis 20 m mächtig.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 35
Schichtenfolge
Abb. 16 Bohrprofile durch die rauen, feinschuttreichen Plattenkalke der Haunsfelder
Wanne (aus Meyer et al. 2000: Abb. 3).
Dr. G. Schweigert (Naturkunde-Museum Stuttgart) vermutet nach Ammoni-
ten-Aufsammlungen durch A. Scherzinger eine etwas höhere Lage der Kim-
meridge/Tithon-Grenze und hält Schichtlücken für möglich (Scherzinger &
Schweigert 2003). Der Malm Zeta 1 setzt sich über der Roten Lage mit 20 m
mächtigen Bankkalken in ähnlicher Ausbildung wie darunter fort. In ihnen hat
Zeiss (1964: 20) typische Zeta 1-Ammoniten wie Lithacoceras riedense in ei-
nem heute verschütteten kleinen Steinbruch 2 km NE Haunsfeld gefunden.
36 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Abb. 17: Aufschluss in Bankkalken des Malm Epsilon und Zeta (mit der Roten Lage
an der Basis) am Westhang der Torleite 2 km W Dollnstein (Straße Altenburg–
Hagenacker). Eingeblendet ist der Leitammonit Virgataxioceras setatum (aus Meyer
& Schmidt-Kaler 1983).
An der Obergrenze der Zeta 1-Bankkalke liegt der Dachkiesel-Horizont. Die
darüber folgenden Mergelschiefer gehören schon zum Malm Zeta 2.
Wie aus Bohrungen hervorgeht, ist die Faziesausbildung des Zeta 2 sehr
wechselhaft (Abb. 16). Die riffnahe Bohrung Plaka 5/2 E Haunsfeld enthält
außer vielen Krummen Lagen zahlreiche grobe Fossilschuttbänke und auch
die wenigen ebenen Plattenkalke dazwischen sind feinschuttreich. Im tiefe-
ren Teil wurde ein wichtiger Ammonit gefunden, Taramelliceras prolithogra-
phicum. In der Bohrung 5/1 N Haunsfeld treten zwar die Krummen Lagen zu-
rück, aber besonders die Unteren Schiefer (Malm Zeta 2a), die z. T. noch als
schwarze Bitumenschiefer vorliegen, sind feinschuttreich. Die Äquivalente
der Oberen Schiefer (Malm Zeta 2b) sind nur teilweise als harte Plattenkal-
ke ausgebildet, mit welligen Schichtflächen. In der Bohrung 5/3 W Dollnstein
schieben sich im Hangenden zahllose Wilde Lagen als Bänke zwischen die
mürben Schiefer. Im Malm Zeta 2a treten raue Schiefer und auch weiße, fein-
schuttreiche („mehlige“) Bankkalke auf.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 37
Schichtenfolge
Insgesamt fehlt es also an einer klaren Gliederung und kieselige Lagen tre-
ten schon im Malm Zeta 2 auf. Der obere Teil wurde in einigen kleinen Stein-
brüchen N Haunsfeld abgebaut, die heute verschüttet oder stark verfallen
sind. Zeiss (1964: Abb. 4) konnte vier Profile mit 7 m Mächtigkeit miteinander
parallelisieren. Sie sind durch dickere und dünnere Flinze mit Fäulenzwi-
schenlagen gekennzeichnet. Im ehemaligen Steinbruch der Fa. Neumeyer
(Haunsfeld I) fand Zeiss (1964: 25) eine außergewöhnlich reiche Ammoniten-
fauna mit Hybonoticeras hybonotum, Subplanites moernsheimensis, S. cf.
reisi, Neochetoceras steraspis und Lithacoceras eystettense; auch Krebse
und Fische sind vorhanden.
Im Malm Zeta 3 sind die rauen, rötlichen Plattenkalke fast durchgehend et-
was kieselig und von rauen, leicht welligen Bänken (z. T. mit Grobschutt und
Verkieselungen) durchsetzt. Die Riffschuttbänke führen nach Zeiss (1964:
29) Brachiopoden, Austern, Seeigel, Belemniten und auch Korallen (z. B. N
Haunsfeld). Im Gegensatz zum Malm Zeta 2 enthält die Kieselplatten-Fazies
des Malm Zeta 3 zahlreiche Ammoniten: Zeiss (1964) nennt Taramelliceras
prolithographicum, Glochiceras lithographicum, Hybonoticeras hybonotum
und Suplanites moernsheimensis.
Mächtigkeit des Malm Zeta 3: Bohrung 5/1: 43 m, sonst um 50 m.
Der Malm Zeta 4, von dem ein Erosionsrest bei Haunsfeld erhalten ist, wird
zusammenfassend bei der Ensfelder Wanne beschrieben.
Aufschlüsse: Straßenaufschluss Torleite [7132AG000005].
Schönfeld–Eberswanger Wanne
Mächtigkeit: Malm Zeta 1 und 2: bis 50 m; Malm Zeta 2: 32 m.
Verbreitung und Lithologie: Die Haunsfelder Wanne setzt sich nach N fort;
ihre Sedimentfüllung ist allerdings im Bereich des Altmühltals bis auf den
Malm Delta hinunter ausgeräumt. Auch nördlich der Altmühl ist um Schönfeld
nur noch Malm Epsilon und Zeta 1 erhalten. Zeiss (1964: 16) gibt E Schön-
feld Virgataxioceras setatum aus einer Kalkbank direkt unter der Roten Lage
an. Meistens beginnt die Schicht-Fazies in diesem Wannenteil erst mit dem
38 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Malm Zeta 1, dessen Kalkbänke noch vielfach vom Riff her beeinflusst sind.
Bei der so genannten Eberswanger Wanne (Abb. 18) handelt es sich um
eine Ausbuchtung der Schönfelder Wanne nach SE (Abb. 13). Malm Epsi-
lon ist nur in einem winzigen Vorkommen am Südosthang des Spitzelberges
in Schicht-Fazies ausgebildet, mit 9 m Bankkalken, die Sutneria subeumela,
Ochetoceras ornatum und Glochiceras crenosum enthalten, also den unte-
ren Teil des Malm Epsilon belegen (Zeiss 1964: 16). Auch der Malm Zeta 1
ist nicht durchgehend in Schicht-Fazies ausgebildet. Ebenso können die mit
6–10 m sehr geringmächtigen Unteren Schiefer (Zeta 2a) noch durch Riff-
kalke und -dolomite vertreten sein. Selbst in den Malm Zeta 2b, die 10–15 m
mächtigen Oberen Schiefer (mit überwiegender Hangender Krummen Lage),
reichen noch Riffdolomite hinauf; im Nordteil sind sie durch riffnahe Braun-
kalke ersetzt. E Eberswang liegen sogar kleine Flächen von dolomitisierten
Schiefern vor. Vom Malm Zeta 3 liegt nur noch ein Abtragungsrest von 15 m
aus Bankkalken, rauen Schiefern mit Krummen Lagen und Kieselplatten vor.
In der Bohrung Plaka 2/4 wurden 4,5 m Bankkalk und wenige Plattenkalke
des Malm Zeta 3 erbohrt, darunter 31 m Zeta 2 mit einer 8,5 m mächtigen
Hangenden Krummen Lage, dann 3 m Plattenkalke, 5 m Trennende Krumme
Lage, 9,5 m Spurenschiefer im Übergang zu feingeschichteten Bankkalken
Abb. 18: Bohrprofile durch die geringmächtigen Plattenkalk-Abfolgen der
Eberswanger Wanne (Bohrung Plaka 2/4) und des Nordteils der Obereichstätter
Wanne (Bl. Bieswang, Bohrungen Plaka 2/2 u. 2/3; aus Meyer et al. 2000: Abb. 4).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 39
Schichtenfolge
mit Feinschutt und Schiefern an der Basis und schließlich Malm Zeta 1-Fein-
schuttbänke.
Rieder Wanne
Mächtigkeit: Malm Zeta 1 und 2: bis 60 m; Malm Zeta 2: 30–40 m.
Verbreitung und Lithologie: Diese Wanne stellt nur eine schlauchartige Aus-
buchtung der Haunsfelder Wanne nach SE ins Wellheimer Trockental dar.
Im Bereich des Trockentals selbst sind die Schichtkalke ausgeräumt, östlich
davon bauen sie flache Hänge auf. Malm Epsilon ist nur in einem Streifen
östlich des Groppenhofs erschlossen; Zeiss (1964: 17) fand hier Aspidoce-
ras hermanni. Der Malm Zeta 1 ist weiter verbreitet und besteht aus 15 m
Bankkalken. Die folgenden 15 m Mergelschiefer mit Kieselplatten und fein-
geschichteten Plattenkalken dürften z. T. schon in den Malm Zeta 2a gehö-
ren. Im höheren Malm Zeta 2 treten wegen Riffnähe überall nur 30–40 m
Riffschutt- und Schillkalke mit Kieselplatten auf. 1 km nordöstlich des Grop-
penhofs lässt sich der Übergang in die Riffdolomite beobachten. Der Malm
Zeta 3 liegt nur noch in Abtragungsresten bis 20 m als dünnbankiger Kalk
und Schiefer mit Kieselplatten vor.
Obereichstätter Wanne
Mächtigkeit: Malm Zeta 1 und 2: bis 60 m; Malm Zeta 2: 30–40 m.
Verbreitung und Lithologie: Östlich der Dollnsteiner und nördlich der Wittmeß-
Riffmasse liegt die Obereichstätter Wanne (Abb. 19, 20), die nach E durch
das kleine Mariensteiner Riff und das südlich anschließende Bahnhofsriff von
der Eichstätter Wanne nur undeutlich abgetrennt ist. Die Schichtenfolge der
Obereichstätter Wanne ist am Steigweg von Obereichstätt zum Harthof über
ihrer Unterlage aus Treuchtlinger Marmor und Tafelbankigem Dolomit gut auf-
geschlossen. Der Malm Epsilon bildet das zurückspringende Dach über den
Dolomitfelstürmen des Malm Delta. Die 15 m mächtigen Kalke sind zunächst
noch dickbankig und zuckerkörnig, dann zunehmend besser und dünner ge-
bankt. In diesem höheren Teil ist Virgataxioceras setatum gefunden worden.
40 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Abb. 19: Bohrprofile durch die Krummen Lagen im Südteil der Obereichstätter Wanne
(aus Meyer et al. 2000: Abb. 5).
Der Malm Zeta 1 folgt mit 20 m gelblichweißen splittrig brechenden Bankkal-
ken (an der Basis die Rote Lage). Die darüber einsetzenden Feinschuttbän-
ke und rauen Mergelschiefer (5 m) enthalten an der Basis eine Krumme Lage
und den Dachhornstein (Abb. 21).
Darüber beginnen mit einer Verebnung die 11 m mächtigen, glatten Schiefer
des Malm Zeta 2a, deren Schichtflächen durch zahlreiche Wühlspuren un-
eben ausgebildet sind („Spurenschiefer“).
Die Steinbrüche an der Hangkante erschließen endlich über der gering mäch-
tigen Trennenden Krummen Lage die Oberen Schiefer des Malm Zeta 2b in
nur 4 m Mächtigkeit und die über 10 m mächtige Hangende Krumme Lage
(Abb. 22). 500 m weiter nordöstlich sind diese Schichten in größerer Mäch-
tigkeit nochmals im Steinbruch Bergèr („Steinbruch für Fossiliensammler“)
erschlossen, ebenso im nördlich anschließenden Gebiet des Blattes Bies-
wang (vgl. Schmidt-Kaler 1990; dort sind auf Beil. 2 die Profile, die Gesteins-
bezeichnungen und die Steinbrecher-Lagenbezeichnungen detailliert aufge-
führt).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 41
Schichtenfolge
Abb. 20: W–E-Schnitt durch die Obereichstätter Wanne zwischen Dollnsteiner
und Mariensteiner Riff. Der große von der Ur-Donau geschaffene Prallhang,
an den sich Obereichstätt schmiegt, erschließt über dem Treuchtlinger Marmor
(= a, mit Steinbruch) die horizontal gegliederten Dolomitwände (= b). Diese
Schwammrasenbänke bilden den Lagunenboden für die darüber abgelagerten Bank-
und Plattenkalke des Malm Epsilon bis Zeta 3 (= c). Im Schnitt darüber ist der Aufbau
der gesamten Wanne und ihrer Riffbegrenzung im W (Dollnsteiner Riff ab Seitental
Richtung Schernfeld) und E (Mariensteiner Riff) schematisch dargestellt. Der
Übergang in die Eichstätter Wanne ist durch das Altmühltal ausgeräumt (aus Meyer &
Schmidt-Kaler 1991: Abb. 17).
Der Malm Zeta 3 ist nur noch in geringer Restmächtigkeit erhalten (8 m in
Bohrung 2/2) und z. T. in der Fazies der Solnhofener Plattenkalke ausgebildet
(mit weiteren Krummen Lagen auf Bl. Bieswang). Die eigentliche Hornstein-
Fazies des Malm Zeta 3 beginnt erst 10 m über der kartierten Basis (Rest E
Schernfeld auf Bl. Bieswang).
42 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Abb. 21: Dachhornsteinhorizont im obersten Malm Zeta 1. Im unteren Teil: gelblich-
rötliche, raue Mergelschiefer mit zwei Kieselplatten (markiert mit K); kleine Grube
am Ende des Obereichstätter Steigweges (Bildhöhe 1 m). Rechts: schematisches
Gesamtprofil nach Keupp 1977 (aus Meyer & Schmidt-Kaler 1991: Abb. 24).
In anderen Teilen der Obereichstätter Wanne (südlich der Altmühl) ist der
Obere Malm z. T. gut erschlossen, z. B. in einem Steinbruch E Breitenfurt (am
heutigen Wasserhochbehälter). Zeiss (1964: 17) fand in dickeren Bankkalken
Sutneria subeumela und Virgataxioceras setatum, die Leitammoniten für Un-
ter- und Ober-Epsilon des Malm. Die Rote Lage ist als Kalkbank ausgebildet,
darüber folgen riffnahe Schuttbänke des Malm Zeta 1 mit Verkieselungen.
Völlig zugeschüttet sind die Aufschlüsse im Malm Zeta 2a am Knackfeld 1 km
SW Obereichstätt, die Zeiss (1964: 27) genau beschreibt, ebenso wie andere
in diesem Gebiet. Die Bohrungen Plaka 4/1–4/3 südlich der Altmühl haben im
Malm Zeta 2 fast nur Krumme Lagen erbohrt, an der Basis z. T. Spurenschie-
fer, bis 12 m mächtig.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 43
Schichtenfolge
Abb. 22: Obere Solnhofener Schichten des Malm Zeta 2b. Unten: dünne Plattenkalke;
darüber: Hangende Krumme Lage. Steinbruch Barth an der Hangkante über dem
Steigweg (aus Meyer & Schmidt-Kaler 1991: Abb. 25).
Kleine Wellheimer Wanne
Verbreitung und Lithologie: In die große Riffmasse im SE des Blattgebietes
ist die kleine Wellheimer oder Galgenberg-Wanne eingesenkt, mit einem
schmalen Ausläufer im S (Abb. 13). Ihr Untergrund ist durch die Wasserboh-
rungen von Wellheim gut bekannt. Die Sedimente des Oberen Malm sind von
der Ur-Donau fast vollständig ausgeräumt worden (Abb. 23). Vom Malm
44 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Abb. 23: Schematischer Schnitt durch die Galgenberg-Wanne bei Wellheim und ihre
Riffumrahmung. Unten: Rekonstruktion der Bank- und Plattenkalke des Malm, die
sich mit dem Riff verzahnen. Oben: heutiger Zustand nach Ausräumung der Wanne
durch die Ur-Donau; der Talboden wird durch Radiolarit führende Schotter bedeckt
(aus Meyer & Schmidt-Kaler 1991: Abb. 76).
Epsilon ist am Galgenberg nur noch ein winziger Rest in 2 m Mächtigkeit er-
halten, in einer riffnahen Fazies mit Brachiopoden, Austern und einer gro-
ßen Fülle an Ammoniten, mit denen schon Schneid (1914/1915: 123–126)
die Subeumela-Zone nachgewiesen hat. Das Vorkommen am Wellheimer
Schlossberg verzahnt sich mit dem Riffdolomit und führt nach seiner Ammo-
nitenfauna schon in den Malm Zeta 1 über (Zeiss 1964: 17). Auch die kleinen
Vorkommen im Dolomit am Dachsberg und Mühlberg reichen soweit hinauf.
Am Kreuzelberg und südlich davon ist Malm Zeta 1 durch Ammoniten wahr-
scheinlich belegt. Nur SW Hard hat Zeiss (1964) Malm Zeta 2 in Rand-Fazies
angegeben, während Zeta 3 weiter über die Riffe greift, aber fast vollständig
abgetragen ist.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 45
Schichtenfolge
[Link] Malm Zeta 3 bis Zeta 5, Mörnsheimer Schichten,
Usseltal-Schichten und Rennertshofener Schichten,
wξ3M, wξ4U, wξ5R
Untertithonium
Mächtigkeit: Malm Zeta 3: 40–45 m; Malm Zeta 4: 27 m.
Lithologie: Vom Hirtenbuck W Ochsenfeld veröffentlichte Zeiss (1964: 31)
ein Schichtprofil zweier Steinbrüche, von denen der untere noch gut erkenn-
bar ist. Hier sind dicke, meist Riffschutt führende Kalkbänke erschlossen, oft
mit Kieselknollen oder Kieselbänken. Aus dem tiefsten Teil gibt Zeiss (1964:
31) Gravesia gigas, Lithococeras aff. supremum, L. eyststettense, Pachys-
phinctes major und Suplanites reisi an. Diese Formen weisen auf den tiefsten
Malm Zeta 3 hin. Im oberen, heute verwachsenen Bruch waren neben Kalk-
bänken auch Schiefermergel und Krumme Lagen aus Schiefer erschlossen.
Schuttkalke mit Kieselplatten sind auch 0,5 km N Ochsenfeld anzutreffen,
1 km südlich des Ortes Schiefer und Kieselplatten, überlagert von Mergelkal-
ken, die Zeiss in Malm Zeta 3 stellt. Die Kalke mit Hornsteinen um Biesenhard
können durch einen alten Fund von Glochiceras lithographicum ebenfalls in
den Malm Zeta 3 gestellt werden.
Westlich der großen Wellheimer Riffmasse liegt zwischen Ensfeld und Eims-
keim ein Wannengebiet, über das nur das kleine Arbes-Riff hinausragt und
dessen Abgrenzung von der Haunsfelder Wanne nicht ganz klar ist.
Im Spindeltal steht dabei als tiefster Horizont der Malm Zeta 3 an, mit rauen,
z. T. verkieselten Schiefern, Riffschuttbänken mit Korallen, Bankkalken und
Mergeln. Zeiss (1964: 29) beschreibt diese verwirrenden Faziesverhältnisse,
insbesondere an der Straße von Ensfeld ins Spindeltal. In den Bohrungen im
westlich anschließenden Gebiet wurden 40–45 m durchteuft, wobei der Malm
Zeta 3 oben mit einer mächtigen Riffschuttbank abschließt (vgl. Meyer &
Schmidt-Kaler 1994). Diese Grobschuttbank mit deutlichen Rutschstrukturen
wurde auch in der Bohrung Spindeltal (am Sandbuck südlich von der Forst-
abteilung Kerngriff) mit fast 8 m Stärke durchbohrt.
Darüber folgen die fast vollkommen schuttfreien, meist mergeligen Bank- und
Plattenkalke mit Schiefern des Malm Zeta 4 (Usseltal-Schichten). Ihre Gliede-
46 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
rung in eine liegende Bankkalk-Folge (Tagmersheimer Bankkalke) und eine
hangende Schiefer-Folge (Spindeltalschiefer) lässt sich nur unvollkommen
durchführen. Entgegen fesefeldt (1962) und Zeiss (1964) sind keine weite-
ren Bankkalk- und Schieferfolgen ausgebildet. Die Tagmersheimer Bankkal-
ke sind in einem kleinen Steinbruch in der Forstabteilung Kerngriff im oberen
Spindeltal (2,5 km SW Ensfeld) aufgeschlossen, die Spindeltalschiefer darü-
ber unzureichend in alten Gruben, etwas besser westlich des Sonderholzer-
hofs.
Wie die Bohrung Spindeltal (s. Bohrung B 5, Kap. 6) zeigt, folgt über 27 m
Bankkalken und Schiefern der Usseltal-Schichten eine über 50 m mächtige
ungliederbare eintönige Folge von mergeligen Bankkalken mit dicken Mer-
gelzwischenlagen, der untere Teil der Rennertshofener Schichten (Malm
Zeta 5). Damit endet das erhaltene Malm-Profil; diskordant darüber liegen
Ablagerungen der Kreide. Der einzige noch erhaltene kleinere Aufschluss im
Zeta 5 liegt am Sandbuck, ca. 100 m nordwestlich der Bohrung Spindeltal,
und zeigt lediglich einige dickere Kalkbänke.
Die Ammonitenfauna des Malm Zeta 4 und 5 hat Zeiss (1968) genauer bear-
beitet. Danach treten mit dem Zeta 4 die Usseliceraten und mit dem höheren
Zeta 5 die Franconiten als neue Formen auf. Auch im Blattgebiet sind sie ge-
funden worden (Zeiss 1968: Tab. 2; s. auch scherZinger & schweigert 2003).
Aufschlüsse: Steinbruch am Kerngriff im Spindeltal [7132AG000029].
3.2 Kreide
3.2.1 Kreide ungegliedert, kr
?Cenomanium
Mächtigkeit: bis > 50 m in Karsttrichtern.
Verbreitung: Kreidesedimente haben ursprünglich wohl das ganze Blattge-
biet überdeckt, sind aber größtenteils wieder abgetragen worden. Erhalten
sind nur ihre tiefsten Wurzeln in Karstsenken. Während nördlich der Altmühl
nur winzige Reste bei Eberswang festgestellt wurden, nimmt ihre Verbrei-
tung nach S rasch zu, sodass sie dort weite Bereiche der Albhochfläche ein-
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 47
Schichtenfolge
nehmen können, z. B. N und E Gammersfeld (Giglberg) sowie am Sandbuck
NW Emskeim. Aber auch S bis SW Mörnsheim und im großen Waldgebiet
zwischen Aicha und Wasserzell sind größere Vorkommen erhalten. Aller-
dings zeigen immer wieder durchragende Massenkalke und -dolomite sowie
zahlreiche Dolinen ihre relativ geringe Mächtigkeit und das unruhige Auflage-
rungsrelief auf dem Weißjura an.
Stratigraphische Abfolge und Einstufung: Nach Lehner (1933) und Wagner
(1963) haben zuletzt Gall et al. (1973) versucht, eine Abfolge der Neubur-
ger Kreideschichten aufzustellen und mit der besser gliederbaren Region der
Oberpfalz zu parallelisieren, wobei sich die Cenoman/Turon-Grenze in der
Zwischenzeit durch Arbeiten von Risch (1983) und Förster et al. (1983) et-
was verschoben hat. Dass dieses Schema von Gall et al. (1973) stark revisi-
onsbedürftig ist – es wurde anhand von zwei Kieselsandstein-Blöcken aufge-
stellt –, hat die Neubestimmung eines Fundes von Inoceramus crippsi crippsi
Mantell von Gammersfeld (Abb. 24) durch den Inoceramen-Spezialisten
Prof. Dr. Tröger (Freiberg, schriftl. u. mündl. Mitt.) ergeben, der damit eine
Einstufung in das Unter-Cenoman belegt und Unter-Turon für diesen Fund
aus dem „Wellheimer Inoceramenquarzit“ ausschließt.
Die Abfolge der Neuburger Kreide ist im Arbeitsgebiet nirgends erschlos-
sen oder nachvollziehbar. Auch in den heute aufgeschlossenen Gruben wei-
ter südlich kann sie wegen der starken Einsenkung in den Karsthohlräumen
Abb. 24: Meeresfossilien aus den Kreideschichten der ehemaligen Grube
Gammersfeld: links die Muschel Inoceramus crippsi crippsi Mantell, rechts der
Seeigel Epiaster polygonus d‘Orbigny (aus Kempcke 1958: Abb. 12–13).
48 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
nicht so leicht erkannt werden. Man kann dort aber z. B. beobachten, dass
Grob- und Feinsande nicht so scharf getrennt sind wie im Faziesschema von
Gall et al. (1973) und dass daher eine einseitige Einstufung der Sande in ter-
restrische Schutzfelsschichten oder marine Oberkreide nicht immer gelingt.
Noch weniger ist dies in nicht erschlossenen Gebietsteilen möglich. Daher
wurden die Kreideablagerungen auf der geologischen Karte zusammenge-
fasst.
Gesteinsbeschreibung: Aus dem südlichen Abbaugebiet bei Neuburg haben
Streit (1978) und Grünberg (1987) die Kreideabfolgen vom Neuburger Ton
über „Grobsand“ und „Feinsand“ zur Neuburger Kieselerde und zu den Han-
gendschichten eingehend beschrieben. Auf Blatt Dollnstein ist das wegen des
Fehlens von Aufschlüssen nicht möglich. Leider ist das auch beim Abbau der
jetzt eingefüllten Gruben nirgends gemacht worden. Deswegen können hier
nur die sehr verbreiteten Sande beschrieben werden, die zum größten Teil
den Schutzfelsschichten zugeordnet werden müssen. Wie andernorts handelt
es sich um weißgraue, kaolinig gebundene, unsortierte Fein- bis vorwiegend
Grobquarzsande (vereinzelt mit Geröllen bis > 1 cm Ø). Weiße, gelbe und
rote Kaolintonlinsen sind relativ selten, lassen sich aber im Gelände an Stau-
nässe oder kleinen Tümpeln erkennen, während auf den armen Quarzsan-
den eine eher eintönige, saure Böden liebende Flora mit Föhre, Heidekraut
und Weißmoos vorherrscht. Bei kieseliger Bindung entstehen aus den Quarz-
sanden Quarzitsandsteine, die immer wieder in Aufschlüssen in situ zu beob-
achten sind. Als Relikte sind sie in Decklehmen oft in Kubikmetergröße und
darüber weit verbreitet und auf der Karte festgehalten. Gall et al. (1973: 7)
geben von der jetzt aufgefüllten Sandgrube SW Emskeim neben 96 % Quarz
auch 3,3 % Meta-Kieselschiefer an, eine Geröllzusammensetzung, wie sie
den Schutzfelsschichten entspricht. Unter den Tonmineralen herrscht Kaolinit
bei weitem vor, in einer Probe aus einer Karstschlotte vom Steinbruch Lich-
tenberg N Mörnsheim mit 88 %. Sande und gelbgraue Tone mit Glaukonit-
führung beschrieb Zeiss (1964: 36) aus einer Schlottenfüllung im ehemaligen
Gemeindesteinbruch am Eglseeberg, 1 km NE Biesenhard. Er verglich sie
mit Regensburger Grünsandstein und Eibrunner Mergel. Groiss (1964) meint,
dies mikrofaunisch untermauern zu können. Doch lässt sich nach Gall et al.
(1973: 13) allenfalls tiefere Oberkreide aus der Mikrofauna nachweisen. Die
marinen Feinsande und die Kieselerde (mit feinkörnigen Gaisiten) sind heute
nur noch in der kleinen, aufgelassenen Grube im Oberholz N Gammersfeld
und – sehr schlecht – in der aufgefüllten Grube NNW Emskeim zu sehen. Die
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 49
Schichtenfolge
Abb. 25: Erläuterung siehe nächste Seite.
50 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Zu Abb. 25: Vorkommen von Neuburger Kieselerde auf Blatt Dollnstein
(nach Kempcke 1958):
25 bis 28. Lager: Giglberg-Gruppe bei Hütting, in 508 m erschlossen.
29. Lager: Feldmühle; zwei unerschlossene Lagerstätten, eine in 470 m in
einer Waldvertiefung, die andere auf Westberghang gegen das Schuttertal
in 480 m.
30. Lager: anschließend bei Hard; nicht abbauwürdig, am Südhang des
Mühlbergs in 490 m.
31. Lager: am Mühlberg-Nordhang, unerschlossen, in 480 m.
32 bis 35. Lager: Kreuzelberg-Gruppe bei Weilheim; vier nebeneinander
befindliche Lagerstätten der Bayerischen Kreidewerke an der Westseite
des Trockentales, am rechten Rande des sich nord-östlich hinziehenden
Gammersfelder Tales, und zwar (32.) Nordost-Tagebau Dreikreuzläcker
(Meyer I), abgebaut 1921–1924, aufgelassen, in 480 m; (33.) mittlerer
Tagebau (Meyer II), mit zahlreichen Fossilfunden, abgebaut 1923–1940,
aufgelassen; (34.) Südwest-Tagebau (Sumpf II), seit 1948 aufgelassen;
(35.) Süd-Tagebau (Sumpf I), abgebaut 1939–1940, aufgelassen, in 476 m.
36 bis 37. Lager: Wellheimer Gruppe; zwei durch einen Kalkrücken
getrennte Lager der Bayerischen Kreidewerke zwischen der alten und der
neuen Straße Wellheim–Gammersfeld, unerschlossen in 430–450 m.
38. Lager: Gammersfeld; seit 1950 im Betrieb befindlich, Bayerische
Kreidewerke, in 506 m.
39. Kleine, nicht abbauwürdige Kieselerde-Nester SW Konstein, oberhalb
des Berghanges in 470 m.
40. Fundstellen im Biesenharder Forst: Die Oberfläche der Vorkommen
liegt zwischen 530 m und 410 m, der Höhenunterschied beträgt 120 m.
Keines der Vorkommen ist heute mehr im Abbau, auch die bei Kempcke (1958)
noch nicht eingezeichneten Vorkommen Froschwiese und Oberholz NE bzw. N
Gammersfeld.
Lagerung ist dabei schwach zu erkennen und durch Karstsackung gestört
(vgl. Beschreibung durch Mörs 1991: 75–77). Weitere Vorkommen im Blatt-
gebiet, z. T. mit Faunenangaben schildert schon Schneid (1914/1916: 31f.).
Eine Faunenliste gibt Lehner (1933: 461ff.) von der Konsteiner Sandgrube
und der Kreidegrube am Kreuzelberg bei Wellheim. Eine Skizze der Kiesel-
kreidevorkommen bei Schneider (1933: 8) zeigt auch fünf Lager im Gebiet
des Blattes Dollnstein. Ein genaues Kärtchen veröffentlichte Prokopowicz
(1951) mit einer Grubenskizze der Kreuzelberggruppe in Abbildung 3. Bei
Kempcke (1959: Abb. 3) ist diese Karte um einige Punkte vermehrt; außerdem
bildet er einige marine Fossilien aus der Grube Gammersfeld ab, darunter
das Leitfossil Inoceramus crippsi crippsi Mantell (Abb. 21). Wagner (1963)
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 51
Schichtenfolge
beschreibt die Schwammfauna der Oberkreide von Neuburg, auch mit eini-
gen Exemplaren aus dem Wellheimer Gebiet. Mit der Genese der Neuburger
Kieselerde haben sich neuerdings Grünberg (1987) und Simonsohn (1991)
beschäftigt.
Die Kreideschichten schließen mit einem Quarzit-Konglomerat ab, dessen
Komponenten (1–10 cm Ø) aus schlecht gerundeten Grob- und Feinsand-
quarziten, Gaisiten sowie Hornsteinen des Malm bestehen. Grünberg (1987:
30f.) stellt es in der Grube Haffengrund bei Laisacker an die Basis des Ter-
tiärs. Im Gelände ist es aber in der Überdeckungslehmdecke nicht von den
Quarziten der Kreide zu trennen.
Aufschlüsse: Kleine sandgefüllte Schlotten sind in den Jura-Steinbrüchen am
Maxberg und Lichtenberg NW Mörnsheim sowie in Hütting erschlossen. Die
meist groben Sande wurden in zahlreichen kleinen Gruben abgebaut. Einige
davon sind noch mehr oder weniger gut erhalten: 1,5 km SE Mörnsheim,
1,5 km E und NNE sowie 0,5 km W Ensfeld, 1,5–2,0 km NW Emskeim (Sand-
buck), 0,5 km E Giglberghof und 1,5 km N Gammersfeld (im Oberholz). Die
nachgewiesenen und abgebauten Vorkommen von Neuburger Kieselerde
wurden von Kempcke (1958) zusammengestellt (Abb. 25). Heute ist keine der
Tagebaugruben mehr im Abbau. Aufgeschlossen ist noch etwas Kieselerde
im Oberholz N Gammersfeld und NNE Emskeim.
3.3 Tertiär
3.3.1 Obere Süßwassermolasse, OSM
Miozän
Mächtigkeit: bis über 20 m.
Verbreitung und Gesteinsbeschreibung: Die Sedimente der OSM sind im
ganzen Blattgebiet verbreitet, aber nur in meist kleinen Resten erhalten ge-
blieben, die alle 500–540 m ü. NN liegen. Sie sind nirgends gut erschlossen,
sondern wurden nur in Baugruben zufällig angeschnitten und sind vielfach
unter den Decklehmen verborgen. Feuchte Wiesen, z. T. mit kleinen Weihern
geben dabei Hinweise auf die OSM.
52 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Nördlich der Altmühl liegt nur ein Vorkommen in Eberswang. Es besteht vor-
wiegend aus hellgrauen Tonmergeln mit Süßwasserkalk-Beimengung. Die
meisten Vorkommen wurden östlich des Wellheimer Tals gefunden. Im nörd-
lichsten Teil liegt ein Aufschluss 1,6 km SW Obereichstätt (Tone und Mergel
mit wenigen Süßwasserkalken). Große Ausdehnung besitzt das Vorkommen
vom Schneiderberg E Breitenfurt: olivgrüne Mergeltone, weißgraue Mergel
und Süßwasserkalke mit Algenknollen und Schneckenschalen (Abb. 26). Von
hier erwähnt schon Schneid (1914/1916: 48) Helix sylvana; 1,2 km südöst-
lich des Groppenhofs (S Dollnstein) deutet feuchter Wald auf OSM-Tone hin;
1,5–2 km östlich des Groppenhofs sind glimmerige Tone und weiße Mergel
mit Bunter Breccie vermischt bzw. in Bunte Trümmermassen eingelagert;
3 km östlich des Groppenhofs wurde offensichtlich OSM-Ton (mit Decklehm)
in einer alten Ziegeleigrube abgebaut. (Die Untersuchung einer Probe auf
Tonminerale ergab 42 % Smektit, 42 % Illit und 16 % Kaolinit.) Im Ostteil von
Abb. 26: Süßwasserkalk der Oberen Süßwassermolasse mit
vielen Schneckenschalen SW Emsheim (Foto: Hermann Schmidt-Kaler).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 53
Schichtenfolge
Ochsenfeld war im Aushub eines Neubaus grüner Ton zu sehen, ähnlich an
einem kleinen Weiher. (Früher soll es acht solcher Weiher im Ort gegeben
haben.) In Biesenhard waren gegenüber der Kirche in einer Baugrube Ton-
mergel und Glimmersande erschlossen, im Neubaugebiet im SW Glimmer-
feinsand, grüngrauer Ton und weißer Kalkmergel. Im SW des Blattgebietes
liegen zwischen Emskeim, Altstetten und Gammersfeld meist graue Mer-
gel und Schnecken führende Süßwasserkalke. Sie sind dort aber auch im-
mer wieder mit allochthonen Weißjura- und Keupergesteinen vermischt, so-
dass eine Trennung von autochthonen und allochthonen OSM-Vorkommen
schwierig wird. Ganz zu den Bunten Trümmermassen werden hier die Vor-
kommen zwischen Mörnsheim–Ensfeld und Haunsfeld (s. u.) gerechnet.
3.3.2 Ries-Trümmermassen (Bunte Trümmermassen), ,Xb
Miozän
Mächtigkeit: bis 40 m.
Definition: Unter dem Begriff Bunte Trümmermassen versteht man unsortier-
tes Gemenge aus verschiedenen Gesteinen des Deckgebirges (Trias, Jura,
Tertiär) mit geringerer Beteiligung des Grundgebirges (Gneise, Granite u. a.).
Die Gesteinsfragmente wurden bei der Entstehung des Ries-Meteoriten-Kra-
ters vor 15 Millionen Jahren aus dem Bereich des heutigen Ries-Kessels her-
ausgesprengt und auf das Vorland geworfen oder geschoben, wobei sie teil-
weise auch dort anstehende Gesteine – vor allem die der OSM – mitgerissen
und „eingewürgt“ haben. Die Größen der einzelnen Komponenten der Bunten
oder Ries-Trümmermassen reichen von feinstem Staub bis zu mehreren
100 m großen Schollen. Bei der Kartierung wurden die wenigsten größeren
Komponenten, soweit sie auf der Karte darstellbar sind – beim Maßstab
1 : 25 000 also > 25 m Ø –, nach ihrer lithologischen Einstufung als alloch-
thone Schollen ausgeschieden. Das kleinerstückige Gemenge, in dem die
Schollen eingebettet sind, wird als Bunte Breccie bezeichnet (Hüttner 1969:
146).
Verbreitung und Aufschlüsse: Bislang war auf dem Blattgebiet nur ein einzi-
ges kleines Vorkommen durch Roll (1933: 292–304) bekannt, das aber von
Zeiss (1964: 34) und Hüttner (1969: 169) bestritten, dann aber von Gall &
Müller (1971: 271–284) eindeutig zu den Bunten Trümmermassen gestellt
54 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
wurde. Bei der Kartierung stellte sich heraus, dass Bunte Trümmermassen im
W des Gebietes zwischen Mörnsheim–Ensfeld und Haunsfeld sowie südlich
davon zwischen Emskeim–Altstetten und Gammersfeld flächenmäßig weit
verbreitet sind. Diese Gebiete wurden von Zeiss (1964: 37) der autochthonen
Süßwassermolasse zugeordnet und sind daher auf der Übersichtskarte des
Naturparks Altmühltal (Schmidt-Kaler 1979) so eingetragen. Erst nachdem
das ganze Ausmaß der von der OSM geprägten Trümmermassenverbrei-
tung auf Blatt Monheim erkannt war, konnten auch hier durch die Neuaufnah-
me die Trümmermassen von den autochthonen OSM-Vorkommen getrennt
werden. Überraschenderweise konnten SW Dollnstein und sogar östlich des
Wellheimer Trockentals größere Vorkommen am Wittmeßberg und vor allem
bei Biesenhard erkannt werden. Die Trümmermassen bildeten also vor der
Eintiefung des Wellheimer Ur-Donautals eine zusammenhängende Decke,
die dann durch die Erosion der Ur-Donau und ihrer Zuflüsse zerschnitten und
bis auf kleinere Flecken abgetragen worden ist. Die östlichsten erhaltenen
Vorkommen von Trümmermassen liegen über 43 km vom Zentrum des Ries-
Kraters und 30 km von seinem Rand entfernt (Abb. 27).
Da Aufschlüsse nicht bestehen, war man bei der Kartierung auf indirekte Hin-
weise angewiesen (zur Art der Kartierung vgl. Erläuterungen zu Blatt Nr. 7131
Monheim). Vorübergehende Anschnitte beim Haus- und Wegebau waren die
zuverlässigste Bestätigung, dazu kamen noch einige Flachbohrungen (bis
2 m tief) und eine gekernte Forschungsbohrung bei Biesenhard (s. Kap. 6).
Gesteinszusammensetzung: An der Zusammensetzung der Bunten Trüm-
mermassen sind alle Gesteine vor Eintritt des Ries-Ereignisses beteiligt, al-
lerdings in sehr unterschiedlichem Ausmaß, wobei ältere Gesteine bis ein-
schließlich jener des Braunjura auf jeden Fall aus dem Krater stammen, die
jüngeren auch durch den Auswurfvorgang außerhalb des Kraters einbezogen
sein können. Beim Weißjura lässt sich das nicht immer entscheiden, doch
dürfte der größere Teil Kratermaterial sein, während die OSM-Gesteine wohl
nicht aus dem Krater stammen.
Das kristalline Grundgebirge wurde nur bei Gammersfeld von Gall & Müller
(1971: 276) sehr selten beobachtet. Fast immer sind im Aufschluss rote, z. T.
auch grüne Tonfetzen vorhanden – wenn auch oft in sehr geringem Aus-
maß –, die dem Keuper zugeordnet werden können. Schiefrige Tonsteine
sind selten und oft nur schwer als Schwarzjura bzw. als Braunjura Alpha zu
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 55
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Abb. 27: Verbreitung der Ries-Trümmermassen östlich des Rieses und die Lage der Forschungsbohrung Biesenhard
56
(aus Schmidt-Kaler 1991: Abb. 2).
Schichtenfolge
identifizieren. Verschiedene Weißjura-Kalke dagegen sind überall vertreten,
und zwar von winzigen Splittern über Blöcke bis zu kleinen, gerade noch im
Maßstab 1 : 25 000 auszuhaltenden Schollen. Von den fünf kartierten Schol-
len bestehen zwei aus Dolomit, eine aus Massenkalk und zwei aus Bankkal-
ken des Malm Zeta; sie wurden von Zeiss (1964) als autochthon angesehen,
schwimmen aber nach geoelektrischen Messungen „wurzellos“ in Bunter
Breccie. Die Weißjura-Kalke können nur geklüftet, zerrüttet oder häufig auch
vergriest sein. Den größten Anteil an den Trümmermassen hat die OSM. Da-
bei sind die weißen Süßwasserkalke (z. T. mit Algenknollen und Schnecken-
schalen) am leichtesten zu erkennen, aber mengenmäßig ebenso wie die
OSM-Glimmersande den grüngrauen OSM-Tonen ganz untergeordnet. Die-
se oft schluffigen Tone bilden die Grundmasse (oft bis über 90 %) der Bunten
Breccie; in sie sind die übrigen Gesteinsbestandteile regellos und in unter-
schiedlicher Größenordnung eingelagert. Die Forschungsbohrung Biesen-
hard zeigt recht gut diese Verhältnisse.
Die Mächtigkeit der Trümmermassen hängt im Wesentlichen vom Relief des
Untergrundes ab. In der Bohrung Biesenhard, am östlichen Blattrand, be-
trug sie nur 18 m. Bei den Vorkommen im westlichen Blattgebiet wurde durch
geoelektrische Messungen der Jura-Untergrund 1,5 km NNE Ensfeld in 40 m
Tiefe, direkt W Emskeim sogar erst in 100 m Tiefe erreicht. (Allerdings kann
dabei auch noch ein Kreide-Anteil beinhaltet sein.)
3.4 Tertiär bis Quartär
3.4.1 Hochflächenschotter und Hochschotter
Pliozän bis ?Altpleistozän
Lithologie: Die Flussgeschichte des Gebietes ist geprägt von Ur-Donau und
Ur-Main, die sich gegen Ende des Tertiärs hoch über den heutigen Tälern he-
rausbildeten. Die Leitgerölle der Donau sind die roten Radiolarite aus dem
Alpenraum. Für den Ur-Main sind die schwarzen Lydite charakteristisch, die
er von N aus dem Frankenwald herantransportierte. Der Hauptanteil der Ge-
rölle besteht aus gut gerundeten Quarzen; daneben spielen Lokalgerölle aus
rundlichen Hornsteinen des Jura und der Kreide, aus Kreidequarzitsandstein
und plattige Jura-Verkieselungen eine größere Rolle. Mit der Geschichte von
Ur-Donau und Ur-Main haben sich seit Langem Geologen und Morphologen
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 57
Schichtenfolge
beschäftigt. In letzter Zeit hat sich Tillmanns (1977) genau mit den Schotter-
resten dieser Flüsse befasst (bei ihm sind auch die älteren Arbeiten zitiert).
Die nirgends aufgeschlossenen Schotter sind nur als Relikte erhalten geblie-
ben, oft nur als Schotterstreu oder geringmächtige, z. T. sandige Schotterkör-
per. Vielfach sind sie von Lehmen bedeckt oder in Waldgebieten schlecht zu
erkennen. Mit Solifluktionslehmen wandern sie weit hangab.
Verbreitung: Die höchsten Gerölle wurden in Fortsetzung vom Nachbarblatt
Monheim am Sandbuck NW Emskeim in 555 m ü. NN gefunden. Bis über
540 m ü. NN (also 140 m über das Wellheimer Tal) reichen die Schotter von
Haunsfeld, die nach Tillmanns (1977) 3,5 % Radiolarite enthalten. Genauso
hoch liegen kleine Schotterreste in der Handlohe E Ensfeld und um Gam-
mersfeld, hier nach Tillmanns (1977) ohne Radiolarite. E Breitenfurt reicht
ein größerer Schotterkörper bis auf 515 m ü. NN, in den östlich anschließen-
den Forstabteilungen Parkhaus und Birkenschlag bis 535 m ü. NN. Alle diese
Schotterreste sind den Hochflächenschottern zuzurechnen.
Mit den etwas tiefer gelegenen Hochschottern machen sich erstmals weite
Mäander hoch über den heutigen Tälern bemerkbar. So liegt am Mühlberg
NE Dollnstein und am Kalkofen SW Marienstein eine Schotterstreu auf etwa
500 m ü. NN, also 110 m über dem Altmühltal, nach Tillmanns (1977) mit 10,5
bis. 3,5 % Lydit und unter 1 % Radiolarit: Der Einfluss des Ur-Mains ist hier im
N also gegenüber dem der Donau viel größer. Die meisten Schotter auf den
Feldern in der Umgebung des Kalkofens wurden beim Bau der Rebdorfer
Bungalowsiedlung heraufgefahren; sie sind als künstliche Aufschüttung in der
Karte eingetragen.
3.4.2 Talschotter und Talsohleschotter
Pliozän bis ?Riß
Verbreitung und Lithologie: Bei der weiteren Eintiefung der Täler wurden an
den Talhängen immer wieder Schotter abgelagert, die von über 480 m ü. NN
bis zum heutigen Talboden bei 400 m ü. NN (Talschotter) und nach Boh-
rungen sogar noch bis 20 m darunter (Talsohleschotter) reichen. Eine ex-
akte Trennung in verschiedene Stadien ist nur selten möglich. Während die
höchsten Talschotter wohl zeitlich noch ins jüngste Pliozän gehören, haben
58 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
die tieferen Terrassenreste quartäres Alter. Die Talsohleschotter wurden ver-
mutlich in der Riß-Eiszeit abgelagert.
Die höchsten Talschotter (460–480 m ü. NN) haben im Waldgebiet S Biesen-
hard und am Giglberg ihre größte Verbreitung. Am Gleithang des Torleiten-
bergs bei Dollnstein und bei Schönfeld reichen Reste bis auf 460 m ü. NN
herunter. Bei Rebdorf gibt Tillmanns (1977: 139) ein kleines Profil auf 450
m ü. NN aus sandigen Schottern (3 % Radiolarit und 0,5 % Lydit) an, die mit
Feinsanden und Schluffen wechsellagern. In der gleichen Höhe liegt ein gut
erhaltener Terrassenrest oberhalb Ried (2,5 % Radiolarit und 2 % Lydit). Eine
Verebnung bei 455 m ü. NN trägt am Kruspelberg SSW Schönfeld eine leich-
te Schotterstreu. Der Gleithang am Ausgang des Wellheimer Tals S Dolln-
stein ist von 450 m ü. NN bis zum Talboden bei 400 m ü. NN von Schottern
bedeckt. Bei Aicha und NW Wellheim sind Schotterterrassen knapp über
dem Talboden ausgebildet. Dort reichen die Schotter in einem Bohrprofil bis
auf 380 m ü. NN, also über 20 m unter den Talboden (Talsohleschotter); die
Lehmfolge darüber gibt Auskunft über die weitere Entwicklung des Ur-Donau-
tals bis zur heutigen Talaue im Wellheimer Trockental. W Obereichstätt, in
der Bohrung IV der Sappenfelder Gruppe, liegen über Kalken des Jura (bei
372 m ü. NN) 22 m Kiese und Sande, die in der benachbarten Bohrung III zu-
unterst als „Donaukies“ angesprochen worden sind.
Nach Verlegung der Donau ins heutige Neuburger Tal gegen Ende der Riß-
Eiszeit übernahm die kleine Altmühl ab Dollnstein das viel zu breite Tal.
Schon zuvor benutzte sie nach dem Anschluss des Mains an das Rheinsys-
tem als Nachfolgefluss das alte Ur-Maintal bis zur Mündung bei Dollnstein.
Die wenig kräftige Altmühl lagerte in der Würm-Eiszeit vor allem Kalkgerölle
des Malm ab, die unterhalb Dollnstein auf dem Radiolarit führenden Donau-
kies liegen.
3.4.3 Alblehm mit Beteiligung von Lößlehm ,La
Tertiär bis Quartär
Mächtigkeit: bis mehrere Meter.
Verbreitung und Aufschlüsse: Die Jurahochfläche ist weithin von einer Lehm-
decke verhüllt. In Malm-Kalksteinbrüchen trifft man daneben noch stei-
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 59
Schichtenfolge
le lehmgefüllte Schlotten an, aus denen bei Solnhofen Reste von tertiären
Landtieren geborgen wurden, knapp außerhalb des Gebietes bei Langen-
altheim und Schernfeld auch solche quartären Alters (Schmidt-Kaler 1990).
Gesteinsausbildung: Die Lehme sind vorwiegend braun bis gelblich, selte-
ner rot gefärbt, und führen Einlagerungen von rundlichen Hornsteinen, häu-
figer von Kieselplatten aus dem Malm. Quarzitsandsteine aus der Kreide
treten besonders um das Anstehende der Kreidesande gehäuft auf, wo die
wohl alttertiären Verkieselungen direkt beobachtet werden können. In einem
Fall, am Sulzbrunnen 2 km W Ochsenfeld, wurde auch ein verkieselter Dolo-
mit mit Brachiopoden gefunden. Als kubikmetergroße Blöcke („Kallmünzer“)
wandern sie in den Alblehmen weit talabwärts. Außerdem sind in den Leh-
men die meist erbsengroßen Bohnerze immer wieder anzutreffen. Sie kön-
nen so angereichert sein, dass kleine Eisenerzlagerstätten entstanden, die
im vergangenen Jahrhundert abgebaut und in Obereichstätt verhüttet wur-
den. Schmidtill (1939: Tab. 3) gibt solche Bohnerzvorkommen von Wellheim,
Gammersfeld und Hütting an. Es kann sich aber auch um kreidezeitliche Erze
handeln, da z. B. von Wellheim Beimengung von reichlich Quarzsand ange-
geben wird.
Eine Abgrenzung der Kalksteinverwitterungslehme von pleistozänen Solifluk-
tionslehmen ist im Gelände nur schwer möglich, ebenso von der fast überall
vorhandenen dünnen Lößlehmauflage. Sedimentpetrographisch unterschei-
den sich die tertiären Kalksteinverwitterungslehme aber deutlich von diesen
(vgl. Salger & Schmidt-Kaler 1975). Die zeitliche Einstufung ist nur an weni-
gen Stellen gelungen. So wird die Spaltenfüllung Solnhofen 3 ins Mitteloligo-
zän gestellt (Dehm & Fahlbusch 1970: 360; dort Angaben der speziellen Lite-
ratur; Heissig 1988). Knapp außerhalb des Gebietes sind bei Wintershof im N
und bei Attenfeld im S miozäne Knochenfunde bekannt geworden.
Eine Lehmschlotte im „Steinbruch für Fossiliensammler“ am Harthof führt im
oberen Teil faustgroße Gerölle der Hochflächenschotter und muss daher jün-
ger sein, wohl Quartär. Von einer quartären Lehmschlotte in Marienstein mit
umgelagerten oligozänen Knochenresten berichtet Dehm (1978: 311).
60 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Reiner Lößlehm ist als meist dünne Decke auf der Albhochfläche weit ver-
breitet, lässt sich aber vom Schutt führenden Alb- und Solifluktionslehm nur
schwer abtrennen. Im Profil der Bohrung Wellheim (Abb. 15) wurden zwei
Lößlehme erkannt, die wohl der Riß- wie der Würm-Eiszeit zugeordnet wer-
den können.
3.5 Quartär
3.5.1 Hangschutt und Hanglehm, ,,hg
Pleistozän bis Holozän
Verbreitung und Lithologie: Der Hangfuß des Altmühltals, des Wellheimer
Tals und der kleinen Trockentäler ist oft von Hangschutt verhüllt. Er setzt sich
aus Kalken und Dolomiten des in der Nähe anstehenden Weißjura zusam-
men, oft mit einer kräftigen lehmigen Grundmasse. Nur S Breitenfurt ist der
Hangschutt mit etwas Flugsand vermischt. Übergänge zu Solifluktionsschutt
und Lößlehm bestehen. An steilen Felshängen sind manchmal bis über ku-
bikmetergroße Blöcke hangab gestürzt und bilden wie nördlich des Alten
Burgfelsens E Aicha eine Blockschuttmasse.
SE Dollnstein ist in einer alten, jetzt fast verfüllten Kiesgrube ein sehr klein-
stückiger und gleichkörniger Frostbruchschutt erschlossen, der als Bergkies
abgebaut wurde. Das fast 5 m mächtige Profil ist zweimal durch eine 0,3 bzw.
0,5 m starke Verlehmungszone gegliedert.
3.5.2 Niedermoortorf und Auenlehm, ,Hn
Holozän
Verbreitung: Im Altmühltal und in den aktiven Teilen des Wellheimer Tals
überlagern geringmächtige holozäne Auenlehmdecken die pleistozänen Tal-
füllungen in einer Mächtigkeit von meist 2–4 m. Stellenweise wurden in Boh-
rungen geringmächtige Torfeinlagerungen durchteuft, z. B. N Wellheim bis
maximal 2 m. Dieser holozäne Torf ist im ganzen Schuttertal verbreitet und
wurde früher beiderseits der Feldmühle abgebaut.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 61
Schichtenfolge
3.5.3 Füllung der Trockentäler, ,,ta und Schuttkegel
Pleistozän bis Holozän
Verbreitung und Lithologie: Im nach der Riß-Eiszeit nicht mehr ständig durch-
flossenen großen Wellheimer Trockental verfüllten Schuttmassen aus den
kleinen steilen Trockentälern, Solifluktionslehme mit Hangschuttmassen so-
wie Lößlehme das alte Donautal; den Aufbau und die Gliederung dieser Ab-
folge zeigt die Bohrung Wellheim (Abb. 28).
Abb. 28: Das Quartärprofil der Wasserbohrung Wellheim I und seine Deutung:
Über den Kalken und Dolomitsteinen des Mittleren und Unteren Malm (bis 106 m
durchteuft) liegen zunächst ca. 9 m Schotter der Ur-Donau; der Riß-eiszeitliche Löß
markiert die Umlenkung ins Schuttertal; darüber folgen im nun trockengefallenen Tal
Fließerden und Hangschuttablagerungen, die von Würm-eiszeitlichem Löß einge-
deckt werden (aus Salger & Schmidt-Kaler 1988).
62 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Schichtenfolge
Die oft alt angelegten und hochreichenden kleineren Trockentäler dürften
ebenfalls vorwiegend von lehmigem Hangschutt verfüllt sein. An ihrem Aus-
gang liegen in der Regel kleine Schuttkegel. Bei den ins Wellheimer Tal mün-
denden Trockentälern haben sich weite Schuttfächer ausgebreitet, die den
ebenen Talboden verengen.
3.5.4 Künstliche Aufschüttungen
Verbreitung: Als künstliche Aufschüttungen wurden vor allem die ausgedehn-
ten Steinbruchhalden am Maxberg NW Mörsheim und E Obereichstätt in der
Karte eingetragen. Auf die vom Menschen vertragenen Schotter SW Marien-
stein wurde schon hingewiesen.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 63
Tektonischer Bau
4 Tektonischer Bau
Zeiss (1964) hat die Lagerungsverhältnisse in einer Schichtlagerungskarte
bezogen auf die Grenze Malm Zeta 1/2 dargestellt. Er beschreibt, wie unsi-
cher diese Darstellung, insbesondere bei Umrechnung auf diese Grenze im
SW ist. Nun haben auch Bohrungen im N von Haunsfeld und bei Eberswang
die Malm Zeta 1/2-Grenze 15 m tiefer angetroffen als bei Zeiss angegeben.
Somit ist seine Streichlinienkarte weitgehend hinfällig. Eine exakte tektoni-
sche Karte für das gesamte Gebiet kann nicht erstellt werden, da die unter-
schiedlichen Mächtigkeiten, insbesondere im Oberen Malm, nicht überall be-
kannt sind und die Grenzen zu den Riffen hin ansteigen. Hinweise auf das
Absinken der Dogger/Malm-Grenze von N nach S geben einige Bohrungen.
In der Ölschadensbohrung Solnhofen-Maxberg (s. Kap. 6) ist die Grenze
Malm Gamma/Delta durchbohrt worden; damit kann die Dogger/Malm-Gren-
ze auf 285 m ü. NN festgelegt werden. In der Wassererkundungsbohrung
Altendorf B wurde die Dogger/Malm-Grenze ebenfalls bei etwa 285 m ü. NN
durchteuft. Die Bohrung Wellheim II hat die Malm-Untergrenze nicht ganz er-
reicht, dürfte aber ziemlich sicher bei 260 m ü. NN liegen, da die Gamma-Un-
tergrenze bei etwa 80 m Teufe erreicht wurde.
Das Hauptstreichen kann etwa mit W–E angegeben werden, das Fallen im
Nordteil mit 1–2°, im Südteil mit 2–3° nach S. In der äußersten Nordwest-
ecke des Blattes lässt sich zudem die Höhenlage der Oberen Mergelplatte
am Ortsausgang von Solnhofen mit 425 m ü. NN einmessen, an der Solnho-
fer Mühle mit 415 m, NW Eßlingen mit etwa 410 m und in der Ölschadens-
bohrung Solnhofen-Maxberg mit ca. 395 m; im NE, im Steinbruch Obereich-
stätt, liegt sie bei ca. 410 m. Auch daher ergibt sich ein W–E-Streichen und
ein Einfallen nach S um ca. 2°. Wie unterschiedlich das örtliche Fallen ist,
kann man im großen Steinbruch am Maxberg sehen; dort lässt sich von den
Werkshallen bis in den früheren tiefen Abbau kaum ein Einfallen erkennen,
dagegen beträgt es auf der neuen oberen Sohle etwa 5°.
Von den Verwerfungen ist nur die Fortsetzung des Lichtenberg-Sprungs im
Blaubruch Lichtenberg (nördlich der Straße zum Maxberg) gut erschlossen,
der Abschiebungsbetrag liegt hier bei 12 m. Kleine Verwerfungen E Ebers-
wang und E Breitenfurt sind nicht in der Karte angegeben. Schlecht dagegen
ist der Gammersfelder Sprung zu fassen. Nach Zeiss (1964: 40) muss er zwi-
schen Malm Zeta 3 auf 530 m ü. NN am Bumberberg SE Gammersfeld und
64 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Tektonischer Bau
mittlerem Malm Zeta 5 auf 520 m ü. NN SW Gammersfeld durchziehen. Die
Sprunghöhe liegt damit etwa bei 40 m; weiter nördlich (1 km NE Altstetten)
dürfte sie auf unter 30 m abnehmen, dann läuft die Störung in das Riffgebiet
des Langen Berges. Im so genannten „Langen Tal“ zwischen Konstein und
Altstetten (S Spindeltal) muss ebenfalls eine größere Verwerfung durchzie-
hen, da nördlich davon am Langen Berg Malm Zeta 2 an der Talsohle liegt,
südlich dagegen Delta- und Epsilon-Riffkalk. Diese Verwerfung setzt sich
auch östlich des Wellheimer Trockentals in das Riff fort. Durch die Gammers-
felder Störung und jene im Langen Tal wird der Block um Wellheim heraus-
gehoben. Damit taucht Malm Delta wieder über dem Talboden auf, was durch
die Ammonitenfunde von tiefem Malm Epsilon am Galgenberg belegt ist.
Für Klüfte und Kleinabschiebungen gibt Zeiss (1964: 40–41) rheinische und
hercynische Maxima an.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 65
Geologische Aufschlüsse und Geotope
5 Geologische Aufschlüsse und Geotope
Nachfolgend werden die wichtigsten Aufschlüsse und Geotope auf Blatt
Dollnstein aufgelistet. Die in eckigen Klammern […] angegebene Nummer ist
die Identifikationsnummer von im Bodeninformationssystem (BIS) ([Link].
[Link]) des Bayerischen Landesamtes für Umwelt geführten Aufschlüs-
sen bzw. im Geotopkataster Bayern dokumentierten Geotopen. Von den 35
derzeit im Geotopkataster Bayern auf Blatt Dollnstein erfassten Geotopen
wird hier nur eine Auswahl dargestellt; zusätzliche Informationen zu diesen
und weiteren Geotopen sind unter [Link] abrufbar.
A 1 [7132AG000032]: Steinbruch Schöpfel, Obereichstätt
(200 m südöstl. der Kirche)
Lage: R 44 36 760, H 54 17 660
Geländehöhe: 450 m ü. NN
Tafelbankiger Dolomit des höheren Malm Delta (Treuchtlinger Marmor)
Am Nordrand des Steinbruchs befindet sich die teilweise in kurzen Stollen
gefasste Karstquelle Obereichstätt (Geotopnummer 176Q007), die mit einer
durchschnittlichen Schüttung von ca. 700 l/s eine der bedeutendsten Quellen
der Südlichen Frankenalb ist.
A 2 [Geotopnummer 577R008]: Zwölf-Apostel-Felsen N Eßlingen
Lage: R 44 28 080, H 54 17 660
Riffkomplex im Malm Delta
Die malerischen Zwölf-Apostel-Felsen werden von miteinander verbundenen
Schwamm-Algen-Kalken des Mörnsheimer Riffzugs aufgebaut. Die Felsen
gehören zu „Bayerns Schönsten Geotopen“ (Nr. 62). Eine Informationstafel
am Altmühltal-Radweg (R 44 27 600, H 54 17 730) erläutert die Entstehung.
A 3 [7132AG000005]: Straßenaufschluss Torleite (1,5 km E Mörnsheim)
Lage: R 44 29 920, H 54 15 500
Bankkalke des Malm Epsilon und Zeta (mit „Roter Lage“ an der Basis)
Geländehöhe: 450 m ü. NN
Eine ca. 20 cm mächtige Mergelschicht („Rote Lage“) markiert die Gren-
ze von Malm Epsilon zu Malm Zeta. Das Profil (Geotopnummer 176A019)
stellt die Typlokalität der „Torleite-Formation“ (Malm Epsilon) dar. Ein weite-
res Vorkommen (R 44 34 996, H 54 15 630) der Roten Lage auf Blatt Dolln-
66 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Geologische Aufschlüsse und Geotope
stein ist der Aufschluss beim Wasserbehälter E Breitenfurt (Geotopnummer
176A034).
A 4 [7132AG000003]: Obereichstätter Steigweg
Lage: R 44 37 160, H 54 17 380
Malm Zeta 1 Bankkalke mit Dachhornstein an der Obergrenze
Der kleine Steinbruch am Steigweg zeigt den selten aufgeschlossenen Malm
Zeta 1, ist jedoch inzwischen stark zugewachsen (Geotopnummer 176A006).
A 5 [7132AG000006]: Maxberg N Mörnsheim (1,5 km nördl. der Kirche)
Lage: R 44 26 860, H 54 16 500
Geländehöhe: 450 m ü. NN
Malm Zeta 2b (Solnhofener Plattenkalke)
Im aktiven Steinbruch Maxberg (Geotopnummer 176A021) wurden sehr be-
deutende Fossilfunde, z. B. von Archaeopteryx, gemacht.
A 6 [7131AG000026]: Oberer Teil des Steinbruchs Horstberg NW Mörnsheim
(Bl. Monheim, 1,6 km E Apfelthal)
Lage: R 44 26 500, H 54 15 600
Geländehöhe: 530 m ü. NN
Malm Zeta 3 (Mörnsheimer Schichten)
Der aufgelassene Steinbruch (Geotopnummer 176A024) bietet ein umfang-
reiches Profil von den Oberen Solnhofener Schichten mit der Hangenden
Krummen Lage (auf dem Nachbarblatt Monheim) bis zu den dickbankigen
und fossilreichen Mörnsheimer Schichten.
A 7 [7132AG000029]: Steinbruch am Kerngriff im Spindeltal (2,3 km nord-
westl. der Kirche Emskeim)
Lage: R 44 26 770, H 54 09 600
Geländehöhe: 480 m ü. NN
Malm Zeta 4 (Tagmersheimer Bankkalke)
A 8 [7132AG015001]: Steinbruch Sandbuck
Lage: R 44 26 773, H 54 08 780
Geländehöhe: 552 m ü. NN
Malm Zeta 5 (Bankkalke)
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 67
Geologische Aufschlüsse und Geotope
A 9 [7132AG015002]: Felsenkanzel N Hagenacker
Lage: R 44 30 600, H 54 17 100
Geländehöhe: 450 m ü. NN
Tafelbankige Kalke und Dolomite des Malm Epsilon und Zeta
An einem Prallhang des Urmains sind mehrere Felskanzeln herauspräpariert
(Geotopnummer 176R050). Die massigen Dolomite des Malm Delta im un-
teren Teil der Felsen werden pagodenartig von dünntafelbankigen Dolomiten
des Malm Epsilon überlagert.
A 10 [7132AG015003]: Dohlenfelsen bei Konstein
Lage: z. B. R 44 32 750, H 54 10 600
Geländehöhe: 450 m ü. NN
Oolithische Riffkalke mit Korallen
Der als Kletterfelsen berühmte Dohlenfelsen (Geotopnummer 176R005) ge-
hört zu den eindrucksvollsten Felsbildungen des Wellheimer Trockentals.
A 11 [7132AG015004]: Felswand Hüttenbuck (W Konstein)
Lage: R 44 31 040, H 54 10 120
Geländehöhe: 470 m ü. NN
Echinodermen-Schuttkalke mit Korallen
A 12 [7132AG000022]: Steinbruch Dachsberg (150 m E Dachsberg)
Lage: R 44 34 520, H 54 09 520
Geländehöhe: 480 m ü. NN
Sande der Neuburger Kreide
A 13 [Geotopnummer 176R001]: Wellheimer Trockental
Lage: R 44 32 860, H 54 10 560 (Parkplatz unterhalb des Dohlenfelsens)
Das Wellheimer Trockental wurde ursprünglich von der Donau eingetieft,
die von Rennertshofen im S kommend nach N floss, wo bei Dollnstein der
Urmain einmündete. Durch Laufverlagerungen verließ die Donau vor etwa
70 000 Jahren diesen Talabschnitt, in dem heute nur kleine Bäche wie die
Schutter fließen. Das Wellheimer Trockental gehört zu „Bayerns schönsten
Geotopen“ (Nr. 60). Am Parkplatz unterhalb des Dohlenfelsens (Aufschluss
A 10) erläutert eine Informationstafel die Geschichte des Tals. Im Trockental
liegen weitere Geotope, wie z.B. die Schutterquelle N Wellheim, der ehema-
68 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Geologische Aufschlüsse und Geotope
lige Umlaufberg Galgenberg bei Wellheim sowie zahlreiche Felsen an den
Talflanken (Burgfelsen in Hütting, Rabenfels bei Hütting, Fuchsfelsen bei
Feldmühle, Kreuzelbergfelsen in Wellheim, Schlossberg in Wellheim, Alter
Burgfelsen E Aicha, Felsgruppe N Aicha, Dohlenfelsen bei Konstein, Fels-
burg mit Höhlenruine bei den Wielandshöfen, Felsengruppe in der Groppen-
hofener Leite).
A 14 [Geotopnummer 176R006]: Burgstein bei Dollnstein (1,7 km SE
Dollnstein)
Lage: R 44 33 686, H 54 14 869
Der an einem Talknick des Altmühltals gelegene Felsen aus Massenkalken
des Malm Delta ist markant aus den umgebenden Dolomitgesteinen heraus-
gewittert. Er gehört zu „Bayerns schönsten Geotopen“ (Nr. 3). An seinem Fuß
am Altmühltal-Radweg erläutert eine Informationstafel die Entstehung des
Burgsteins.
A 15 [7132AG000024]: Sammlersteinbruch am Blumenberg (1 km NE
Obereichstätt)
Lage: R 44 37 640, H 54 18 000
In dem aufgelassenen, für Sammler freigegebenen Steinbruch (Geotopnum-
mer 176A032) in den Solnhofener Schichten wurde 1877 das dritte Fossil
des Urvogels Archaeopteryx („Berliner Exemplar“) gefunden.
A 16 [7132AG000012]: Kreideaufschluss im Wellheimer Oberholz (1,6 km
W Wellheim)
Lage: R 44 30 910, H 54 09 400
Im aufgelassenen Steinbruch (Geotopnummer 176A035) ist die Schichtfol-
ge der Wellheimer Kreide mit Grob- und Feinsanden und überlagernder Kie-
selerde aufgeschlossen. Als Bodenbildungen sind ausgeprägte Podsole und
Pseudogleye anzutreffen.
A 17 [Geotopnummer 577R010]: Teufelskanzel SE von Solnhofen (1 km E
Bahnhof)
Lage: R 44 27 291, H 54 17 597
Die markante Felskuppe der Teufelskanzel wird von tafelbankigen Dolomiten
des Malms aufgebaut.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 69
Geologische Aufschlüsse und Geotope
A 18 [Geotopnummer 176R020]: Alter Burgsteinfelsen in Dollnstein
Lage: 44 32 175, H 54 15 825
Der mitten im Ort liegende, aus Treuchtlinger Marmor (Malm Delta) auf-
gebaute Felsen mit Burgruine stellt den Rest eines Durchbruchberges am
ehemaligen Zusammenfluss von Donau und Urmain dar. Im Bereich des
Altmühltals liegen auf Blatt Dollnstein weitere im Geotopkataster registrier-
te Felsbildungen vor: Zwölf-Apostel-Felsen (Aufschluss A 2), Felsenkanzel
N Hagenacker (Aufschluss A 9), Maderfelsen bei Dollnstein, Mühlfelsen bei
der Bubenrother Mühle, Finstereckfelsen bei Breitenfurt, Felsengruppe bei
Obereichstätt.
A 19 [7132AG000106]: Straßenaufschluss 1 km SW Ensfeld
Lage: R 44 27 675, H 54 10 970
Der mehrere hundert Meter lange Straßenaufschluss (Geotopnummer
176A022) zeigt fossilreiche Plattenkalke der Mörnsheimer Schichten. Nach S
erfolgt der Übergang zur massigen Fazies.
70 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Bohrungen
6 Bohrungen
Die nachstehenden Schichtenverzeichnisse der im Text genannten Bohrun-
gen stellen eine Auswahl aus der geowissenschaftlichen Dokumentation des
Bayerischen Landesamt für Umwelt dar. Die Lage der Bohrungen ist in der
geologischen Karte ersichtlich. Die in eckiger Klammer angegebene Nummer
ist die Identifikationsnummer des Bodeninformationssystems (BIS) des Baye-
rischen Landesamtes für Umwelt.
B 1 [7132BG000019]: Forschungsbohrung Solnhofen-Maxberg (1988)
Lage: R 44 26 900, H 54 16 500 (Stbr. des Solnhofer Aktien-Ver. am
Oberen Maxberg)
Ansatzhöhe: 533,7 m ü. NN
Geologisches Profil (nach meyer & schmidt-Kaler 1994):
Hangendes (Steinbruch): ca. 10 m Abraum, zuoberst dicke Bank
(? Beginn Malm Zeta 3); 30 m Dickflinze als Abbauwand
Malm Zeta 2b
– 9,80 m dicke Flinze mit Fäulen- und Schieferzwischenlagen;
von 8,40–8,80 m Wilde Bank; in den untersten 2 m relativ viel
Fäulen und Dünnschiefer (= Grundfäule)
Malm Zeta 2a
– 15,50 m Trennende Krumme Lage
– 17,70 m Untere Schiefer mit viel Fäulenanteil, meist ziemlich eben gelagert
– 21,00 m Krumme Lage
– 25,00 m Untere Schiefer mit viel Fäulenanteil, eben gelagert
– 34,70 m Krumme Lage
– 37,35 m Untere Schiefer mit viel (dünnem) Flinzanteil
– 38,65 m Krumme Lage
– 38,88 m Untere Schiefer, vorwiegend Fäulen
Malm Epsilon und Zeta 1
– 39,07 m Kalk, glatt mit Kieselknollen
– 39,10 m Kieselplatte (3 cm)
– 43,10 m Bankkalke, hell und dick, mit wenigen Mergelfugen (1 cm)
(Röglinger Fazies)
– 43,40 m Grobschuttbank (ohne Gradierung), unten rötlich
– 43,52 m Übergang in Krumme Lage
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 71
Bohrungen
– 50,50 m Bankkalke, rau und hell, mit dunklen dentritischen
Flecken (Röglinger Fazies)
– 52,35 m Mergelkalk, feinschichtig-flasrig-schiefrig
– 52,39 m Kieselplatte (4 cm)
– 52,56 m wie über Kieselplatte
– 52,61 m bzw. 52,63 m Kieselplatte (5–7 cm)
– 52,80 m wie über Kieselplatte
– 53,00 m Grobschuttbank
– 77,85 m Dickbankkalke der Röglinger Fazies, hell mit wenigen
Mergelfugen (bei 62,30–62,34 m: 4 cm Mergel);
ab 74 m Kieselknollen; von 67,70–69,50 m kein Kern
(Hohlraum)
– 78,00 m Grobschuttbank mit Brachiopodenschill
– 86,00 m Bankkalk, hellgrau, glatt springend mit stylolithisierten
Fugen im dm-Abstand (10–50 cm);
selten kleine Hornsteinknollen (bei 82,40–93,05 m und
85,00 m z. B.); Tubiphyten und vereinzelt Brachiopoden
bei 82,10–82,75 m und 84,60 m; in den untersten 3 m
Mergelfugen; Mergelzwischenlagen bei 85,60–85,63 m
und bei 85,91–85,92 m
Malm Delta
– 111,60 m Dolomit, dunkelgraubraun, teils hellgraufleckig, oft löche-
rig mit wenigen weiß verwitterten Hornsteinen (höherer
Malm Delta)
Anm.: In der nur 300 m nordwestlich angesetzten Ölschadens-
bohrung: insgesamt 41 m Dolomit, darunter 31 m Treuchtlinger
Marmor, bis zur Obergrenze des Malm Gamma
B 2 [7132BG000008]: Ölschadensbohrung 1, Solnhofen-Maxberg (1988)
Lage: R 44 27 130, H 54 16 680 (300 m nordwestlich der FB Solnhofen-
Maxberg)
Ansatzhöhe: 533,7 m ü. NN
Geologisches Profil (Deutung Schmidt-Kaler):
– 46,00 m Schiefer des Malm Zeta 2
– 46,30 m Kiesellage
– 88,50 m Bankkalke; von 47,15–47,40 m Schuttbank
– 112,80 m Dolomit
72 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Bohrungen
– 129,70 m dolomitisierter Treuchtlinger Marmor
– 160,50 m Treuchtlinger Marmor
– 178,00 m Bankkalk und Mergelkalk des Malm Gamma
B 3 [7132BG000034]: Altendorf, LfW-GW-Erk., Bhrg. B (1983)
Lage: R 44 29 620, H 54 15 600 (2,5 km E Mörnsheim)
Ansatzhöhe: ca. 400 m ü. NN
Geologisches Profil (Deutung Schmidt-Kaler):
Quartär
– 2,10 m Lehm, braun, fest
– 3,00 m Mittelkies, gelbgrau, stark sandig
– 5,00 m Seeton, blaugrau, fest
– 6,40 m Mittelkies, gelbgrau, stark sandig
– 6,80 m Kalkstein, gelbgrau
– 11,20 m Kalkstein-Schotter, gelbgrau
– 11,50 m Sand, gelbgrau, steinig
– 12,90 m Ton, gelbbraun, mit großen Steinen
Malm Alpha bis Malm Delta
– 40,00 m Kalkstein, gelbgrau, hart
– 84,00 m Kalkstein, dunkelgrau, hart
– 114,10 m Kalkstein, hellgrau, hart
Ornatenton und Oberer Dogger
– 116,20 m Ton, dunkelgrau, hart
– 122,50 m Ton, dunkelgrau, steinig, hart
B 4 [7132BG000033]: Forschungsbohrung Biesenhard (1990)
Lage: R 44 36 450, H 54 10 880 (1,3 km nordwestlich der Kirche)
Ansatzhöhe: ca. 520 m ü. NN
Geologisches Profil (nach schmidt-Kaler 1991):
– 0,50 m Humus
– 1,65 m Bunte Breccie: gelbbrauner Lehm mit rötlichen und
dunkelgrauen Schlieren und mit vielen cm-großen
Weißjura-Massenkalk-Bröckchen (vereinzelt bis 8 cm Ø)
– 2,10 m Weißjura-Kalk mit Kiesellagen, hellgrau, geschichtet
– 2,25 m Kreide-Gaisit in Bunter Breccie, gelb, porös
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 73
Bohrungen
– 3,80 m Bunte Breccie: wie oben, Farbe der Grundmasse
graubraun
– 5,30 m Bunte Breccie: schokoladenfarbiger, dunkelgrauer und
-violetter Ton, schlierig verwürgt, besonders unten mit
cm-großen Weißjura-Kalkbröckchen
– 5,50 m Dolomit (Malm), grau
– 8,00 m Bunte Breccie: grauer Mergelton der OSM mit roten,
grünen, gelben und weißen Tonbröckchen und -schlie-
ren sowie eckigen Weißjura-Kalkbröckchen bis 4 cm
Größe
– 10,00 m Bunte Breccie: dunkelgrauer OSM-Mergelton mit grün-
grauen und weißen Tonbröckchen; Weißjura-Kalkbröck-
chen (eckig) seltener und meist unter 1 cm groß
– 10,70 m Tonmergel der OSM, hellgrau, weißlich mit grüngrauen
Schlieren (verwürgt)
– 11,80 m Bunte Breccie: braungrauer und rotgrauer Ton mit Ton-
und Weißjura-Kalkbröckchen
– 12,00 m OSM-Ton (allochthone Scholle), grüngrau
– 17,35 m Bunte Breccie: braungrauer, z. T. schwarzgrauer Ton mit
vielen roten, grünen und hellgrauen Tonbröckchen sowie
mit Weißjura-Kalkbröckchen (cm-groß, vereinzelt bis 5 cm)
– 17,80 m OSM-Mergelton (allochthone Scholle), grüngrau
– 18,15 m Bunte Breccie: schwarzbrauner, schneckenschalenfüh-
render OSM-Ton mit wenigen roten und grünen Tonbro-
cken
– 22,00 m OSM-Mergelton, weißgrau, grünlich mit weißen
Schneckenschalen; vermutlich autochthon
– 27,50 m Ton (ET), grüngrau, selten bräunlich mit verstreuten
Grobquarzkörnern (bis 2 mm Größe),aber immer vor-
handenen (vermutlich autochthone Kreide)
Deutung: Das Profil zeigt eindeutig, dass die Ries-Trümmermassen bis 18,15 m Teufe
reichen. Darunter folgen noch knapp 4 m vermutlich autochthone OSM-Mergeltone
ohne andersartige Einlagerungen oder Verwürgungen. Die restlichen 5,50 m werden
von Kreidetonen mit Grobquarzen gebildet, ähnlich wie sie in der Umgebung häufig als
Schutzfelsschichten anstehen. Der Malm-Untergrund wäre nach einer geoelektrischen
Sondierung etwa bei 40 m zu erwarten.
74 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Bohrungen
B 5 [7132BG000020]: Bohrung Spindeltal (1990)
Lage: 44 26 870, H 54 08 740 (6 km W Wellheim, südl. des Sandbucks)
Ansatzhöhe: ca. 552 m ü. NN
Geologisches Profil (nach Meyer & Schmidt-Kaler):
Quartär
– 2,15 m Lehm mit Kreiderelikten
Malm Zeta 5
– 3,00 m brauner, splittriger, massiger Tubiphytenkalk
– 6,50 m dunkelgrauer Mergelkalk mit Mergellagen, verwittert
– 51,00 m hellgrauer bis braungrauer Mergelkalk, flasrig durch-
wühlt mit stärker mergeligen Partien;ab 33 m feine helle
?Entfärbungsspuren in 10–20 cm dicken Mergelkalkbän-
ken ohne dickere Mergel (unter 1 cm)
Malm Zeta 4
– 58,00 m feingeschichteter Kalk bis Schiefer, oben noch Zwi-
schenlagen von dünnen Bankkalken mit hellen Entfär-
bungsspuren
– 60,00 m kompakte, leicht kreidige Kalkbank mit etwas Feinschill
– 68,03 m helle, raue Schiefer mit dünnen Plattenkalklagen (leicht
mergelig)
– 75,50 m Feinstschuttbänke (8–20 cm stark) mit wenigen fein-
flasrigen Mergelkalkzwischenlagen (1–5 cm stark), z. T.
leicht schräggeschichtet
– 77,60 m Schiefer mit bis 10 cm starken Feinschuttbänken
Malm Zeta 3
– 85,40 m Krumme Lage mit Grobschutt: gröbere, brecciöse Riff-
schuttbank mit Onkoiden und Fossilbruchstücken und
hellen Intraklasten (bis 2 cm Ø)
– 86,13 m Schiefer, nicht ganz eben, mit kalkigen Gängen
– 88,30 m Feinschuttbank, unten zunehmend durchwühlt (dicke
Gänge)
– 92,63 m Schiefer mit cm-dünnen Kalkbänkchen, z. T. gleitgefaltet
– 93,00 m (ET) Feinschuttbank
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 75
Literatur
7 Literatur
Berger, K., Haunschild, H., Hüttner, R., Schmidt-Kaler, H. & Wagner, G. (1977):
Geologische Übersichtskarte 1 : 200 000, Blatt CC 7126 Nürnberg. – Hannover.
Dehm, R. (1978): Neue tertiäre Spaltenfüllungen im süddeutschen Jura. –
Mitt. Bayer. Staatssamml. Paläontol. Hist. Geol., 18: 289–313, München.
Dehm, R. & Fahlbusch, V. (1979): Zur Bezeichnung fossilführender Spaltenfüllungen. –
Mitt. Bayer. Staatsamml. Paläontol. Hist. Geol., 10: 351–364, München.
Edlinger, G. Von (1964): Faziesverhältnisse und Tektonik der Malmtafel nördlich
Eichstätt/Mfr. – Mit einer feinstratigraphischen und paläogeographischen Bearbei-
tung der Eichstätter Schiefervorkommen. – Erlanger geol. Abh., 56: 75 S., Erlangen.
Edlinger, G. Von (1966): Zur Geologie des Weißen Jura zwischen Solnhofen und
Eichstätt (Mfr.). – Erlanger geol. Abh., 61: 20 S., Erlangen.
Faust, D. (1988): Bodenabfolge im Wellheimer Oberholz und Auswirkungen auf das
Ökosystem Wald. – Archaeopteryx, 6: 85–89, München (Pfeil).
Fesefeldt, K. (1962): Schichtenfolge und Lagerung des oberen Weißjura zwischen
Solnhofen und der Donau (Südliche Frankenalb). – Erlanger geol. Abh., 46: 80 S.,
Erlangen.
Fesefeldt, K. & Zeiss, A. (1962): Bohrung Ammerfeld 3 (Lkr. Donauwörth). –
Geol. Bl. NO-Bayern, 12: 173–174, Erlangen.
Flügel, E. & Keupp, H. (1979): Coccolithen-Diagenese in Malm-Kalken (Solnhofen/
Frankenalb, Oberalm/Salzburg). – Geol. Rundsch., 68: 986–893, Stuttgart (Enke).
Förster, R., Meyer, R. & Risch, H. (1983): Ammoniten und planktonische Foraminiferen
aus den Eibrunner Mergeln (Regensburger Kreide, Nordostbayern). – Zitteliana,
10: 123–141, München.
Freyberg, B. von (1964): Geologie des Weißen Jura zwischen Eichstätt und Neuburg/
Donau (Südliche Frankenalb). – Erlanger geol. Abh., 54: 97 S., Erlangen.
76 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Literatur
Freyberg, B. von (1968): Übersicht über den Malm der Altmühl-Alb. – Erlanger geol.
Abh., 70: 40 S., Erlangen.
Freyberg, B. von (1969): Tektonische Karte der Fränkischen Alb und ihrer Umgebung. –
Erlanger geol. Abh., 77: 81 S., Erlangen.
Gall, H. & Müller, D. (1971): Der „Riesgries“ bei Wellheim – eine aufgeschürfte Schol-
le in Bunten Trümmermassen. – N. Jb. Geol. Paläont. Mh., 1971(5): 271–284, Stutt-
gart (Schweizerbart).
Gall, H., Müller, D. & Yamani, A. (1973): Zur Stratigraphie und Paläogeographie der
Cenomanen-Ablagerungen auf der südwestlichen Frankenalb (Bayern). – N. Jb.
Geol. Paläont. Abh., 143: 1–22, Stuttgart (Schweizerbart).
Gerhard, V. & Röper, M. (1992): Die Plattenkalke der Altmühlalb – Ein Beitrag zur Deu-
tung des Lebens- und Ablagerungsraumes (Malm Epsilon 2 bis Malm Zeta 3). – Fos-
silien, 4: 243–245, Korb (Goldschneck-Verlag).
Glatthaar, D. & Liedtke, H. (1988): Untersuchungen im Wellheimer Trockental – Die
Anlage des Schuttertals (südliche Frankenalb). – Ber. z. dt. Landeskunde,
62: 67–82, Trier.
Groiss, J. T. (1964): Eine Mikrofauna aus der albüberdeckenden Kreide der südlichen
Frankenalb. – Erlanger geol. Abh., 53: 23 S., Erlangen.
Grünberg, K. (1987): Geologische, sedimentpetrographische und geochemische Unter-
suchungen im Kieselerde-Tagebau „Pfaffengrund“ bei Neuburg/Donau. – Dipl.-Arb.
TU München: 97 S., München. – [Unveröff.]
Gümbel, C. W. von (1888): Kurze Erläuterungen zum Blatt Neumarkt (Nr. XIV) der
geognostischen Karte des Königreiches Bayern. – 50 S., Kassel (Th. Fischer).
Gümbel, C. W. von (1891): Geognostische Beschreibung der Fränkischen Alb (Franken-
jura) mit dem anstossenden Fränkischen Keupergebiete. – In: Gümbel, C. W. von:
Geognostische Beschreibung des Koenigreichs Bayern. – 4. Abt.: 763 S., Kassel
(Th. Fischer).
Heissig, K. (1983): Karstspaltenfüllungen, ein ungewöhnlicher Typ von Fossilfundstel-
len. – Archaeopteryx, 1: 24–32, Eichstätt.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 77
Literatur
Heissig, K. (1988): Das Alter der Verkarstung im Fränkischen Jura. – Laichinger Höh-
lenfreund, 23: 3–12, Laichingen.
Heller, F. (1956): Die Fauna der Breitenfurter Höhle im Landkreis Eichstätt. – Erlanger
geol. Abh., 19: 32 S., Erlangen.
Hüttner, R. (1969): Bunte Trümmermassen und Suevit. – Geologica Bavarica,
61: 142–200, München.
Janicke, V. (1969): Untersuchungen über den Biotop der Solnhofener Plattenkalke. –
Mitt. Bayer. Staatssamml. Paläontol. Hist. Geol., 9: 117–181, München.
Kempcke, E. (1958): Ein Beitrag zur Genese der Neuburger Kieselerde und ihrer fossi-
len Fauna (Schluß zu Heft 10). – Keram. Z., 10(11): 605–608, Lübeck (Schmid).
Keupp, H. (1975): Der Solnhofener Plattenkalk – Ein neues Modell seiner Entstehung. –
Natur Mensch (Nürnb.), 1975: 19–36, Nürnberg.
Keupp, H. (1976): Kalkiges Nannoplankton aus den Solnhofener Schichten (Unter-Ti-
thon, Südliche Frankenalb). – N. Jb. Geol. Paläont. Mh., 1976(6): 361–381, Stuttgart
(Schweizerbart).
Keupp, H. (1977a): Ultrafazies und Genese der Solnhofener Plattenkalke (Oberer
Malm, Südliche Frankenalb). – Abh. Naturhist. Ges. Nürnberg, 37: 128 S., Nürnberg.
Keupp, H. (1977b): Der Solnhofener Plattenkalk – ein Blaugrünalgen-Laminit. –
Paläont. Z., 51: 102–106, Stuttgart (Schweizerbart).
Keupp, H. (1978a): Das kalkige Nannoplankton der „Roten Mergel“ (Tithon-Basis) in der
Südlichen Frankenalb und ein assemblage-Vergleich mit anderen Proben des obe-
ren Weißjura. – Geol. Bl. NO-Bayern, 28(2/3): 80–117, Erlangen.
Keupp, H. (1978b): Calcisphaeren des Untertithon der Südlichen Frankenalb und die
systematische Stellung von Pithonella Lorenz 1901. – N. Jb. Geol. Paläont. Mh.,
1978(2): 87–98, Stuttgart (Schweizerbart).
Keupp, H. (1993): Aspects of the origin of the Solnhofen lithographic limestone facies
based on a new core drilling in the Maxberg quarry. – Geobios, M.S., 16: 71–80,
Lyon.
78 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Literatur
Keupp, H., Koch, R. & Leinfelder, R. (1990): Steuerungsprozesse der Entwicklung von
Oberjura-Spongiolithen Süddeutschlands: Kenntnisstand, Probleme und Perspekti-
ven. – Facies, 23: 141–174, Erlangen.
Koch, R., Senowbari-Daryan, B. & Strauss, H. (1994): The Late Jurassic Massenkalk
Fazies of Southern Germany: Calcareous Sand Piles rather than Organic Reefs. –
Facies, 31: 179 – 208, Erlangen.
Krumbeck, L. (1927): Zur Kenntnis der alten Schotter des nordbayerischen Deckgebir-
ges. – Geol. Paläont. Abh., N. F. 15: 183–318, Jena (Fischer).
Lehner, L. (1933): Beobachtungen an Cenomanrelikten der südlichen Frankenalb. Stu-
dien über die fränkische albüberdeckende Kreide, II. – Centralbl. Mineral., Geol. Pa-
läont., 1933 B(8): 458–470, Stuttgart.
Lemcke, K. (1985): Flußfracht von Ur-Main und Ur-Naab in der Schweiz und im deut-
schen Molassebecken. – Bull. Ver. Schweiz. Petroleum-Geol. u. -Ing., 51(121):
13–21, Zürich.
Liedtke, H. (1992): Die ehemaligen Donauläufe zwischen Donauwörth und Kelheim. –
Mat. z. Didaktik d. Geograph., 51: 145–166, Trier.
Meyer, R. K. F. (1975): Mikrofazielle Untersuchungen in Schwamm-Biohermen und
-Biostromen des Malm Epsilon (Ober-Kimmeridge) und obersten Malm Delta der
Frankenalb. – Geol. Bl. NO-Bayern, 25: 149–177, Erlangen.
Meyer, R. K. F. (1977): Stratigraphie und Fazies des Frankendolomits und der Massen-
kalke. – 3. Teil: Südliche Frankenalb. – Erlanger geol. Abh., 104: 40 S., Erlangen.
Meyer, R. K. F. (1981): Kreide nördlich der Alpen. – In: Bayerisches Geologisches Lan-
desamt [Hrsg.]: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1 : 500 000. –
3. Aufl.: 68–78, München (Bayer. Geol. L.-Amt).
Meyer, R. K. F. & Schmidt-Kaler, H. (1983): Erdgeschichte sichtbar gemacht. Ein geo-
logischer Führer durch die Altmühlalb. – 2. Aufl.: 260 S., München (Bayer. Geol. L.-
Amt).
Meyer, R. K. F. & Schmidt-Kaler, H. (1989): Paläogeographischer Atlas des süddeut-
schen Oberjura (Malm). – Geol. Jb., A 115: 77 S., Hannover.
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 79
Literatur
Meyer, R. K. F. & Schmidt-Kaler, H. (1990a): Paläogeographie und Schwammriff-Ent-
wicklung des süddeutschen Oberjura (Malm) – Ein Überblick. – Facies, 23: 175–184,
Erlangen.
Meyer, R. K. F. & Schmidt-Kaler, H. (1990b): Wanderungen in die Erdgeschichte (I):
Treuchtlingen–Solnhofen–Mörnsheim–Dollnstein. – 80 S., München (Pfeil).
Meyer, R. K. F. & Schmidt-Kaler, H. (1991): Wanderungen in die Erdgeschichte (II):
Durch das Urdonautal nach Eichstätt. – 112 S., München (Pfeil).
Meyer, R. K. F. & Schmidt-Kaler, H. (1993): Schwarze Kalke im Weißen Jura (Über die
Bitumenfazies im Malm der Südlichen Frankenalb). – Geologica Bavarica, 97:
155–166, München.
Meyer, R. K. F. & Schmidt-Kaler, H. (1994): Fazieswandel und Probleme der Stratigra-
phie im Obermalm (Tithon) zwischen Solnhofen und Neuburg/D (Bayern). – Erlanger
geol. Abh., 123: 1–49, Erlangen.
Meyer, R. K. F., Wagner, S. & Weinig, H. (2000): Die Plattenkalke zwischen Solnhofen
und Eichstätt: Fazieswechsel und Kalksteinabbau. – Geologica Bavarica, 105:
201–215, München.
Mörs, T. (1991): Zur Petrographie, Sedimentologie und Stratigraphie der Wellheimer
Kreide (Südliche Frankenalb, Bayern). – Archaeopteryx, 9: 73–81, München (Pfeil).
Partridge, T. C. (1997): Reassessment of the position of the Plio-Pleistocene
boundary: Is there a case for lowering it to the Gauss-Matuyama palaeomagnetic
reversal? - Quater. Internat., 40: 5–10, Amsterdam.
Prokopowicz, N. P. (1951): Das Neuburger Weiß, seine Natur und Entstehung. – N. Jb.
Geol. Paläont. Abh., 93: 1–22, Stuttgart (Schweizerbart).
Rabus, B. & Knöpfele, W. (2003): Erstellung von Höhenmodellen und Bewegungskarten
der Erdoberfläche durch Satelliten-Radarinterferometrie. – Geologica Bavarica, 107:
235–247, München.
Remane, J. [Comp.] (2000): International Stratigraphic Chart. - o. Ort (UNESCO, IUGS).
Risch, H. (1983): Zur Mikrobiostratigraphie der Regensburger Kreide. – Zitteliana,
10: 143–153, München.
80 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Literatur
Röper, M. (1992): Beitrag zur Deutung des Lebensraumes der Plattenkalke der Alt-
mühlalb (Malm Epsilon 2 bis Malm Zeta 3). – Diss. Univ. Bonn, Bonn. – [Unveröff.]
Roll, A. (1933): Über den Oberen Malm der südwestlichen Frankenalb. – Centralbl. Mi-
neral., Geol. Paläont., 1933 B(10): 553–564, Stuttgart.
Salger, M. (1965): Über den Tonmineralbestand der Regensburger Oberkreide. –
Geologica Bavarica, 55: 231–238, München.
Salger, M. & Schmidt-Kaler, H. (1975): Sedimentpetrographische Gliederung der
Lehme auf der Fränkischen Alb. – Geologica Bavarica, 74: 151–161, München.
Salger, M. & Schmidt-Kaler, H. (1988): Die jüngere Geschichte des Wellheimer Tro-
ckentales anhand des Profils der Wasserbohrung Wellheim. – Geol. Bl. NO-Bayern,
38: 1–6, Erlangen.
Schäfer, I. (1966): Der Talknoten von Donau und Lech. Zur Frage des Laufwechsels
der Donau vom „Wellheimer Trockental“ ins „Neuburger Durchbruchstal“. – Mitt. geo-
gr. Gesell. in München, 51: 59–111, München.
Scherzinger, A. & Schweigert, G. (2003): Ein Profil in der Usseltal- und Rennertshofen-
Formation der südlichen Frankenalb (Unter-Tithonium). – Zitteliana, A43: 3–16,
München.
Schmidtill, E. (1939): Die in Obereichstätt verhütteten Eisenerze des Eichstätter
Landes. – Sammelbl. Hist. Ver. Eichstätt, 54: 1–57, Eichstätt.
Schmidt-Kaler, H. (1976): Geologische Karte von Bayern 1 : 25 000, Erläuterungen zum
Blatt Nr. 7031 Treuchtlingen. – 145 S., München (Bayer. Geol. L.-Amt).
Schmidt-Kaler, H. (1979): Geologische Karte des Naturparks Altmühltal/Südliche Fran-
kenalb 1 : 100 000 (mit Kurzerläuterungen auf der Kartenrückseite). – München
(Bayer. Geol. L.-Amt).
Schmidt-Kaler, H. (1990): Geologische Karte von Bayern 1 : 25 000, Erläuterungen zum
Blatt Nr. 7032 Bieswang. – 82 S., München (Bayer. Geol. L.-Amt).
Schmidt-Kaler, H. (1991): Forschungsbohrung Biesenhard. – Geologica Bavarica,
96: 229–237, München.
Schmidt-Kaler, H. (1997): Geologische Karte von Bayern 1 : 25 000, Erläuterungen zum
Blatt Nr. 7131 Monheim. – 159 S., München (Bayer. Geol. L.-Amt).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 81
Literatur
Schmidt-Kaler, H. (1998): Geologische Karte von Bayern 1 : 25 000, Blatt Nr. 7132
Dollnstein. – München (Bayer. Geol. L.-Amt).
Schmidt-Kaler, H. & Zeiss, A. (1973): Die Juragliederung in Süddeutschland. –
Geologica Bavarica, 67: 155–161, München.
Schneid, T. (1914/1916): Die Geologie der Fränkischen Alb zwischen Eichstätt und
Neuburg a. d. D. – Geogn. Jh., 27: 59–229 und 28: 1–61, München (Piloty & Loehle).
Schneider, M. (1933): Die Kieselerde von Neuburg a. d. D. und ihre Industrie. – 94 S.,
München.
Simonsohn, C. (1991): Spurenelemente in Kaolinen als genetische Indikatoren (mit
einem Beitrag zur Entstehung der Neuburger Kieselerde). – Berliner geowiss. Abh.,
A 130: 93 S., Berlin.
Streit, R. (1978): Geologische Karte von Bayern 1 : 25 000 Erläuterungen zum Blatt Nr.
7232 Burgheim Nord. – 222 S., München (Bayer. Geol. L.-Amt).
Tillmanns, W. (1977): Zur Geschichte von Urmain und Urdonau zwischen Bamberg,
Neuburg/Donau und Regensburg. – Sonderveröff. Geol. Inst. Univ. Köln, 30: 198 S.,
Köln.
Tillmanns, W. (1978): Die postriesische Flußgeschichte in Nordostbayern. – In: Baye-
risches Landesamt Für Wasserwirtschaft [Hrsg.]: Das Mainprojekt – Hydrogeologi-
sche Studien zum Grundwasserhaushalt und zur Stoffbilanz im Maineinzugsgebiet. –
Schriftenreihe 7: S. 27, München.
Tillmanns, W. (1980): Zur plio-pleistozänen Flußgeschichte von Donau und Main
in Nordostbayern. – Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver., N. F. 62: 199–205, Stuttgart
(Schweizerbart).
Tischlinger, H. (1986): Die Erd- und Landschaftsgeschichte des Nassenfelser Raumes.
– 9–34, Kipfenberg (Hercynia-Verlag).
Tischlinger, H. (1987): Aus Jahrmillionen: Erd- und Landschaftsgeschichte des Dolln-
steiner Raumes. – In: Markt Dollnstein [Hrsg.]: Dollnstein – 600 Jahre Markt. –
9–36, Kipfenberg (Hercynia-Verlag).
Trögl, C. (2000): Ein Korallenriff aus dem Oberen Malm südlich Dollnstein (Mfr.). –
Archaeopteryx, 18: 93–100, München (Pfeil).
82 Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010
Literatur
Wagner, G. (1923): Aus der Geschichte der Altmühl. – Fränk. Heimatschr., 2: 116 S.,
Nürnberg (Spindler).
Wagner, G. & Koch, A. (1961): Raumbilder zur Erd- und Landschaftsgeschichte
Südwestdeutschland. – Schmiden (Repro-Druck).
Wagner, W. (1963): Die Schwammfauna der Oberkreide von Neuburg (Donau). –
Palaeontogr., 122: 166–250, Stuttgart (Schweizerbart).
Wirth, E. (1970): Die Schichtenfolge der Erdölaufschlußbohrungen Eichstätt 1 und
Daiting 1, Fränkische Alb. – Geologica Bavarica, 63: 39–85, München.
Zeiss, A. (1964): Geologie des Malm auf Gradabteilungsblatt Dollnstein (Südliche
Frankenalb). – Erlanger geol. Abh., 55: 43 S., Erlangen.
Zeiss, A. (1968): Untersuchungen zur Paläontologie der Cephalopoden des Unter-
Tithon der Südlichen Frankenalb. – Bayer. Akad. Wiss., Math.-Naturw. Kl., N. F.,
Abh., 132: 190 S., 27 Taf., München.
Ziegler, B. (1977): The “White“ (Upper) Jurassic in Southern Germany. – Stuttgarter
Beitrag, Naturkde., B 26: 79 S., Stuttgart.
Zöbelein, H. K. (1991): Urmain, Urnaab, Urdonau und ihre Gebiete, bezogen auf das
weitere Ries-Gebiet, (Bestandsaufnahme und Diskussion neuerer Literatur). –
Münchner Geowiss. Abh., A 19: 129–194, München (Pfeil).
Bayerisches Landesamt für Umwelt 2010 83
Der geologische Aufbau des Kartengebietes zeichnet sich durch weit
verbreitete Kalk- und Dolomitsteine aus der Zeit des Oberen Jura aus.
Besonders die Solnhofener Plattenkalke sind als Rohstoff mit einer
jahrhundertelangen Abbautradition hervorzuheben. Mit dem Treucht
linger Marmor tritt ein weiterer wichtiger Naturwerkstein innerhalb
des Kartengebietes auf. Daneben finden sich auf der Albhochfläche
zertrümmerte Gesteinsmassen als Zeugen des Einschlags eines
kosmischen Körpers im Nördlinger Ries vor ca. 15 Millionen Jahren.
Überregionale Bedeutung besitzen das landschaftlich äußerst reizvolle
Wellheimer Trockental (Ur-Donautal) sowie das Altmühltal zwischen
Solnhofen und Eichstätt. Die zahlreichen Felsformationen aus Riffkal
ken und -dolomiten bieten Wanderern und Naturliebhabern grandiose
Ausblicke sowie Einblicke in die Erdgeschichte und werden durch die
vorliegende Geologische Karte von Bayern 1 : 25 000 in ihren erdge
schichtlichen Zusammenhängen erläutert. Ebenso geschätzt ist die
Gegend bei Anhängern des Klettersports, die vor allem zwischen Kon
stein und Aicha hervorragende Bedingungen vorfinden.
ISBN: 978-3-936385-74-8