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Serie 14: Prof. D. Salamon

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Analysis II

Prof. D. Salamon FS 2015


MATH, PHYS, CHAB

Serie 14

1. Definiere die Differentialform ω ∈ Ωn−1 (Rn ) durch

ω(x; v1 , . . . , vn−1 ) := det(x, v1 , . . . , vn−1 ).

Zeigen Sie, dass ω durch die folgende Darstelltung gegeben ist:


n
X
ω= (−1)i−1 xi dx1 ∧ · · · ∧ dxi−1 ∧ dxi+1 ∧ · · · ∧ dxn .
i=1

2. Sei ω ∈ Ω1 (R2 \{0}) die 1-Form


xdy − ydx
ω := .
x2 + y 2
(a) Zeigen Sie, dass dω = 0 gilt.
(b) Berechnen Sie S 1 ω, wobei S 1 := {(x, y) | x2 + y 2 = 1} der im Gegenuhrzeigersinn
R

orientierte Einheitskreis ist.


(c) * Sei γ : [0, 1] → R2 \{0} eine glatte Abbildung mit γ(0) = γ(1). Zeigen Sie, dass
Z
1
w(γ) := γ∗ω
2π [0,1]

eine ganze Zahl ist. Diese Zahl wird Windungszahl der Kurve γ genannt und misst
wie oft die Kurve den Ursprung umläuft.
Tipp: Identifizieren Sie R2 ∼= C. Überzeugen Sie sich, dass glatte Funktionen r : [0, 1] →
(0, ∞) und Rθ : [0, 1] → R existieren, für welche γ(t) = r(t)eiθ(t) gilt, und zeigen Sie die
Beziehung [0,1] γ ∗ ω = θ(1) − θ(0).

3. Betrachten Sie R2n mit den Koordinaten x1 , . . . , xn , y1 , . . . , yn und definieren Sie die kon-
stante 2-Form ω ∈ Ω2 (R2n ) durch
n
X
ω= dxi ∧ dyi
i=1

Zeigen Sie, dass dω = 0 gilt und die folgende Identität erfüllt ist
n(n−1)

| ∧ ·{z
ω · · ∧ ω} = (−1) n! dx1 ∧ · · · ∧ dxn ∧ dy1 ∧ · · · ∧ dyn .
2

n-mal

4. (a) Sei V ein d-dimensionaler reeller Vektorraum und ω ∈ Λk V ∗ eine alternierende k-Form
auf V mit k > d. Zeigen Sie, dass ω = 0 gilt.
(b) Sei M ⊂ Rn eine d-dimensionale Untermannigfaltigkeit und φ : Rm → M eine glatte
Abbildung. Zeigen Sie, dass für jedes k > d und jede Differentialform ω ∈ Ωk (Rn ) der
Pullback φ∗ ω = 0 verschwindet.

1
5. Sei M := {(x1 , x2 , x3 ) ∈ R3 | x21 + x22 = x3 }. Wir orientieren M als Untermannigfaltigkeit
derart, dass e1 , e2 eine positiv orientierte Basis von T(0,0,0) M ist. Berechnen Sie dann auf
zwei Arten das Integral
Z
x1 dx1 ∧ dx2 + x2 dx2 ∧ dx3 + x3 dx3 ∧ dx1 mit
G

mit G := {(x1 , x2 , x3 ) ∈ M | |z| ≤ 1}.

6. Beweisen Sie die Formel


Z
x1 dx2 ∧ dx3 + x2 dx3 ∧ dx1 + x3 dx1 ∧ dx3 = 4π
S2

wobei wir auf S 2 die übliche Orientierung betrachten. Diese wird von der Orientierung des
R3 induziert, wenn wir S 2 als Rand des Einheitsballs auffassen.

7. Seien M ⊂ Rk und N ⊂ R` orientierbare Untermannigfaltigkeiten. Zeigen Sie, dass M × N


eine orientierbare Untermannigfaltigkeit von Rk+` ist.

8. Sei U ⊂ Rn eine offene Teilmenge und ω ∈ Ωk (U ) eine k-Form auf U .


(i) ω heisst geschlossen, falls dω = 0 gilt.
(ii) ω heisst exakt, falls eine (k − 1)-Form α ∈ Ωk−1 (U ) existiert mit ω = dα.
Ziel dieser Aufgabe ist der Beweis des Poincare Lemmas: Sei U sternförmig bezüglich dem
Ursprung, d.h. für jedes x ∈ U liegt die Verbindungsstrecke {tx | t ∈ [0, 1]} vollständig in U .
Dann ist jede geschlossene Differentialform auf U exakt.
(a) Zeigen sie, dass die äussere Ableitung einer k-Form ω ∈ Ωk (U ) durch die Formel
k+1
X d
dω(x; v1 , . . . , vk ) = (−1)i−1 ω(x + svi ; v1 , . . . , vbi , . . . , vk )
i=1
ds s=0

für x ∈ U und vi ∈ Rn gegeben ist. Dabei ist der Hut in der Formel so zu verstehen,
dass das i-te Argument ausgelassen wird.
(b) Für t ∈ [0, 1] definieren wir ft : U → U , ft (x) := tx. Zeigen Sie, dass

d ∗
f ω(x; v1 , . . . , vk ) = dαt (x; v1 , . . . , vk ) + dω(tx; x, tv1 , . . . , tvk )
dt t
gilt, wobei αt ∈ Ωk−1 (U ) definiert ist durch

αt (x; v1 , . . . , vk−1 ) := ω(tx; x, tv1 , . . . , tvk−1 ).

(c) Beweisen Sie das Poincare Lemma.

9. Welche der folgenden Differentialformen sind geschlossen und welche exakt?


(a) ω ∈ Ω1 (R3 ), ω := dx3 − x2 dx1 .
x1 dx2 − x2 dx1
(b) ω ∈ Ω1 (R2 \{0}), ω := .
x21 + x22
x1 dx2 − x2 dx1
(c) U := {(x1 , x2 ) ∈ R2 | x1 > 0}, ω ∈ Ω1 (U ), ω := .
x21 + x22
(d) ω ∈ Ω2 (R3 ), ω := x1 dx2 ∧ dx3 + x2 dx3 ∧ dx1 + x3 dx1 ∧ dx2 .

2
(e) ω ∈ Ω2 (R3 ), ω := dx1 ∧ dx3 + dx3 ∧ dx2 + dx1 ∧ dx2 .
3 3
(f) ω ∈ Ω (R ), ω := f (x1 , x2 , x3 )dx1 ∧ dx2 ∧ dx3 .
x1 dx2 ∧ dx3 + x2 dx3 ∧ dx1 + x3 dx1 ∧ dx2
(g) ω ∈ Ω2 (R3 \{0}), ω := 3 .
(x21 + x22 + x23 ) 2

10. Der Hodge Operator


Sei U ⊂ Rn eine offene Teilmenge. Wir definieren im Folgenden den Hodge Operator

∗ : Ωk (U ) → Ωn−k (U )

welcher jeder k-Form auf U eine (n − k)-Form zuordnet. Sei I = (i1 , . . . , ik ) ein geordnetes
Tupel von k verschiedenen Indizes und definiere

dxI := dxi1 ∧ dxi2 ∧ · · · ∧ dxik .

Dann gibt es eine eindeutige (n − k)-Form ∗dxI welche durch die Formel

dxI ∧ ∗dxI := dx1 ∧ dx2 ∧ · · · ∧ dxn

bestimmt
P ist. Eine allgemeine k-Form besitzt stets eine Darstellung in der Form ω =
I aI dx I schreiben, wobei aI : U → R glatte Funktionen sind. Dann definieren wir
X
∗ω := aI ∗ dxI .

(a) Zeigen Sie, dass für eine 1-Form ω = a1 dx1 + a2 dx2 im R2 gilt

∗ω = a1 dx2 − a2 dx1 .

Zeigen Sie, dass für eine 2-Form ω = a1 dx2 ∧ dx3 + a2 dx3 ∧ dx1 + a3 dx1 ∧ dx2 im R3
gilt
∗ω = a1 dx1 + a2 dx2 + a3 dx3 .
(b) Sei v = (v1 , . . . , vn ) : U → Rn ein C 1 -Vektorfeld auf einer offenen Teilmenge U ⊂ Rn
und definiere
Xn
αv ∈ Ω1 (U ), αv (x) := vi (x) dxi .
i=1

Zeigen Sie die Beziehung:

d(∗αv ) = div(v)dx1 ∧ . . . ∧ dxn .

(c) Sei f : U → R eine C 2 -Funktion. Zeigen Sie die Beziehung:

d ∗ df = ∆f dx1 ∧ dx2 ∧ · · · ∧ dxn .

(d) Sei v ein C 1 -Vektorfeld auf dem R3 wie in Teil (b). Zeigen sie die Beziehung:

∗dαv = αrot(v) .

11. Die Isoperimetrische Ungleichung


Ziel dieser Aufgabe ist der Beweis der isoperimetrischen Ungleichung: Sei G ⊂ R2 ∼
= C ein
glatt berandetes Gebiet, dann gilt:
1
vol2 (G) ≤ vol1 (∂G)2 .

3
(a) Sei γ : R → R2 , γ(t) = (x(t), y(t)), eine 2π-periodische, stetig differenzierbare Funktion,
welche den Rand von G genau einmal abläuft. Zeigen Sie die Identität:
Z 1
1
vol2 (G) = x(t)ẏ(t) − ẋ(t)y(t) dt .
2 0

α mit α = 21 (x dy −y dx) und wenden


R
Tipp: Interpretieren Sie die rechte Seite als ∂G
Sie den Satz von Stokes an.
(b) Beweisen Sie die Wirtinger Ungleichung: Sei f : R → R eine 2π-periodische, stetig
R 2π
differenzierbare Funktion mit 0 f (t) dt = 0. Dann gilt
Z 2π Z 2π
2
f (t) dt ≤ (f 0 (t))2 dt.
0 0

Tipp: Schreiben Sie f als Fourierreihe und benutzen sie die Parsevalsche Gleichung.
R 2π
(c) Betrachten Sie das Energiefunktional E(γ) := 2π 0 ẋ2 (t) + ẏ 2 (t) dt. Zeigen Sie, dass

1
vol2 (G) ≤ E(γ)

gilt.
Tipp: Warum können Sie annehmen, dass x(t) und y(t) die Voraussetzung der Wir-
tinger Ungleichung erfüllen?
(d) Zeigen Sie, dass
E(γ) ≤ vol1 (∂G)2
gilt und Gleichheit genau dann erfüllt ist, wenn die Geschwindigkeit ||γ̇(t)|| konstant
ist. Folgern sie damit die isoperimetrische Ungleichung.

12. * Volumenformen und Orientierbarkeit


Sei M ⊂ Rn eine kompakte glatte Untermannigfaltigkeit.

(a) Wir definieren

T M ⊕ · · · ⊕ T M = T M ⊕k := (p, v1 , . . . , vk ) ∈ (Rn )k+1 | p ∈ M, vi ∈ Tp M



| {z }
k-mal

Zeigen Sie, dass dies eine Untermannigfaltigkeit von (Rn )k+1 ist.
0
(b) Sei M 0 ⊂ Rn eine Untermannigfaltigkeit. Eine Funktion f : M 0 → R heist glatt, wenn
0
sie sich zu einer glatten Funktion F : U → R auf einer offene Umgebung M 0 ⊂ U ⊂ Rn
fortsetzen lässt. Eine k-Form auf M ist eine glatte Abbildung

ω : T M ⊕k → R

sodass für jedes p ∈ M die Abbildung

ωP : (Tp M )k → R, ωp (v1 , . . . , vk ) := ω(p, v1 , . . . , vk )

eine alternierende k-Form ist. Wir schreiben Ωk (M ) für die die Menge der k-Formen
auf M . Sei d := dim(M ). Eine d-Form auf M heisst Volumenform wenn ωp 6= 0 für
alle p ∈ M gilt.
Zeigen Sie, dass auf M genau dann eine Volumenform existiert, wenn M orientierbar
ist.

Abgabe: Diese Serie wird nicht mehr korrigiert.

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