ASIM-Workshop STS/GMMS 2014: 20. Bis 21. Februar 2014 in Reutlingen-Rommelsbach
ASIM-Workshop STS/GMMS 2014: 20. Bis 21. Februar 2014 in Reutlingen-Rommelsbach
Tagungsband
Series Editor:
Felix Breitenecker (ARGESIM / ASIM)
Div. Simulation, Vienna University of Technology
Wiedner Hauptstrasse 8 - 10, A - 1040 Vienna
Tel: +43-1-58801-10115, Fax: +43-1-58801-10199
Email: [Link]@[Link]
ARGESIM Report 42
ASIM Mitteilung AM 149
ISBN 978-3-901608-42-1
Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung,
des Nachdrucks, der Entnahme von Abbildungen, der Funksendung, der Wiedergabe auf photomechanischem
oder ähnlichem Weg und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen bleiben, auch bei nur auszugsweiser
Verwertung, vorbehalten.
Druck:
WENZEL GmbH druck . kopie . media
München
Vorwort
Mit der Verfügbarkeit leistungsfähiger Computer haben rechnergestützte Simulationsverfahren
überall in Wissenschaft und Technik Einzug gehalten. Die modellbasierte Simulation als „virtuelles
Experiment“ stellt insbesondere im Entwurf technischer Systeme ein wirksames und längst
unverzichtbares Hilfsmittel dar, um Entwicklungsergebnisse hinsichtlich gewünschter Eigenschaften
abzusichern. Die Möglichkeiten heutiger Simulationsmethoden sind faszinierend, weshalb gerade
Anfänger (aber nicht nur diese) der Gefahr ausgesetzt sind, deren Ergebnisse unkritisch zu
übernehmen. Besondere Bedeutung kommt hier der Lehre zu. Neben der Anwendung der
Simulationswerkzeuge ist es wichtig, den Studierenden auch deren theoretische Grundlagen nahe zu
bringen und damit ihr Bewusstsein hinsichtlich der Grenzen der Simulation zu schärfen.
Der Workshop der ASIM/GI-Fachgruppen »Simulation technischer Systeme« und »Grundlagen und
Methoden in Modellbildung und Simulation« bringt Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft zum
Erfahrungsaustausch rund um die Simulation zusammen. Hierbei werden alle Aspekte von den
Grundlagen über die Methoden bis hin zu Werkzeugen und Anwendungsbeispielen angesprochen.
Wir freuen uns sehr, dass wir am Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik der Hochschule
Reutlingen die diesjährige ASIM ausrichten können. Die Studierenden und Doktoranden erhalten so
die Gelegenheit, das wichtige Thema Simulation in seinen vielen Facetten vor Ort zu vertiefen.
Ein besonderes Merkmal der ASIM ist die breite thematische Streuung, die sich in 14 Sitzungen zu
unterschiedlichen Schwerpunkthemen mit insgesamt 44 angenommenen Beiträgen widerspiegelt. Die
Besucher haben so die Gelegenheit zum Informationsaustausch auch über Anwendungsgebiete und
Ingenieursdisziplinen hinweg. Daneben wird das Treffen wieder begleitet von einer Ausstellung, auf
der namhafte Firmen ihre Werkzeuge und Lösungen präsentieren.
Der vorliegende Tagungsband enthält die Langfassungen der Beiträge, für deren Bereitstellung wir
uns bei allen Autoren bedanken. Weiterhin danken wir allen Mitorganisatoren der ASIM/GI-
Fachgruppen STS und GMMS für die im Rahmen der ASIM geleistete Arbeit. Ganz besonderer Dank
gebührt hier Frau Dr. Ingrid Bausch-Gall für ihre vielfältige Unterstützung in der Organisation und
ihren unermüdlichen Einsatz rund um die ASIM. Darüber hinaus danken wir Frau Susan Krause und
Frau Tatjana Mayer für die Übernahme des Organisationsbüros vor Ort, sowie der Robert Bosch
GmbH für die Unterstützung der Veranstaltung.
Allen Besuchern der ASIM wünschen wir zwei spannende Konferenztage, interessante Vorträge und
einen regen fachlichen Gedankenaustausch.
Herzlich willkommen zur ASIM2014 am rbz in Reutlingen-Rommelsbach!
Heinz-Theo Mammen
ASIM/GI-Fachgruppe »Simulation technischer Systeme«
Thorsten Pawletta
ASIM/GI-Fachgruppe »Grundlagen und Methoden in Modellbildung und Simulation«
Jürgen Scheible
Hochschule Reutlingen – Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik
Fachbereich Electronic Design Automation
Programmorganisation:
Ingrid Bausch-Gall, BAUSCH-GALL GmbH, München
Walter Commerell, Hochschule Ulm
Leo Gall, BAUSCH-GALL GmbH, München
Joachim Haase, Fraunhofer IIS/Institutsteil EAS Dresden
Daniel Lückerath, Uni Köln
Heinz-Theo Mammen, Hella KGaA Hueck & Co. Lippstadt, ASIM/GI-Fachgruppe STS
Klaus Panreck, Fachhochschule Bielefeld
Thorsten Pawletta, Hochschule Wismar, ASIM/GI-Fachgruppe GMMS
Jürgen Scheible, Hochschule Reutlingen, Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik
Michael Striebel, ZF-Lenksysteme GmbH, Schwäbisch Gmünd
Tagungsorganisation:
Tatjana Mayer
Hochschule Reutlingen
Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik
Oferdingerstr. 50, 72768 Reutlingen-Rommelsbach
Tel: +49 (7121) 271-7085
[Link]
[Link]
Tagungsort:
Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik
Oferdingerstr. 50
72768 Reutlingen-Rommelsbach
Veranstalter:
ASIM/GI-Fachgruppe Simulation technischer Systeme
Die Fachgruppe Simulation technischer Systeme (STS) befasst sich innerhalb der Arbeitsgemeinschaft
Simulation (ASIM) mit der Modellbildung und Modellstudien für die Simulation neu zu
entwickelnder oder zu verbessernder technischer Geräte und Bauteile. In der Fachgruppe finden
diejenigen Ansprechpartner, die sich mit der Bereitstellung und Anwendung von Werkzeugen und
Programmen zur Modellerstellung bei der Simulation der genannten Systeme beschäftigen. Dazu
werden Fachgruppentreffen und Fachgespräche zu aktuellen Themen organisiert. Themen sind u. a.
Modellierung und Simulation in der Elektronikentwicklung, in der Medizintechnik und im
Automobilbau, Echtzeitsimulation, neue Methoden der Regelungstechnik, Modellierungssprachen wie
z.B. Modelica sowie auch der Einsatz von Simulationsverfahren in der Ingenieursausbildung.
[Link]/sts
Inhalt
Inhalt
Plenarvorträge
Aktuelle Trends in der FE-Simulation von Fertigungsprozessen in der Automobilindustrie 1
Dimitrij Tikhomirov
Technische Simulationsanwendungen
Simulation of hybrid Railway Vehicles and Comparison of electrical Energy Storage Systems 243
Sebastian Schmid
Hybride Simulation des Materialflusses in Aluminium-Druckgussbetrieben 257
Sven Hirschberg, Wolfgang Schlüter, Ansgar Ringleb
Im globalen Wettbewerb werden die Automobilhersteller und –zulieferer vor neuen Herausforderungen ge-
stellt. Zur Erhöhung ihrer Wettbewerbsfähigkeit sind die Unternehmen der Automobilindustrie angehalten,
die Produktentwicklungszeiten bei steigenden Qualitätsanforderungen deutlich zu senken. Insbesondere die
Zeiträume für die Fertigungsplanung sind stark eingeschränkt.
In diesem Beitrag wird vorgestellt, wie die Finite-Elemente-Simulation die Planungsprozesse unterstützen
kann. Anhand von Beispielen wird die Anwendung der Schweißsimulation bei der Fertigungsplanung aufge-
zeigt. Durch eine frühzeitige Ermittlung des Schweißverzugs können die Fertigungssschritte sicherer geplant
und die Prototypenanzahl reduziert werden.
Des Weiteren wird die Abbildung von Fertigungsprozessketten in der FE-Simulation diskutiert. Anhand ei-
nes Praxisbauteils wird die Bedeutung der Berücksichtigung von Fertigungsprozessen bei der Vorhersage
von Bauteileigenschaften demonstriert. Die Realisierung der virtuellen Prozesskette für unterschiedliche Fer-
tigungsprozesse wird diskutiert.
1
Aktuelle Trends in der FE-Simulation von Fertigungsprozessen in der Automobilindustrie
Die konventionellen Maßnahmen zur Schweißver- Dieser Beitrag besteht aus den folgenden Kapiteln.
zugsminimierung in der Produktion umfassen die Kapitel 2 beschreibt die Anforderungen der Ferti-
Optimierung der Schweißfolge und die Veränderung gungsplanung an Simulationstools. Im Kapitel 3 wird
der Spannbedingungen. Das Auffinden einer optima- anhand einiger Beispiele die Anwendung der
len Kombination aus Schweißfolge und Spannbedin- Schweißsimulation mit dem Softwaretool Weld Plan-
gungen für komplexe Bauteile mit mehreren ner® für die schnelle Ermittlung des Schweißverzugs
Schweißnähten ist nicht trivial und erfordert viele in der Fertigungsplanung vorgestellt. Kapitel 4 befaßt
Versuche an Realbauteilen. Außerdem gibt es noch sich mit der virtuellen Fertigungsprozesskette. Die
die weiteren Randbedingungen, die bei der Prozess- Bedeutung der Berücksichtigung der Fertigungspro-
auslegung berücksichtigt werden müssen, wie bei- zesse für die Festigkeits- und Lebensdaueranalyse
spielsweise Einhaltung von Taktzeiten, Restriktionen wird anhand eines Bauteils demonstriert. Die Zu-
bei der Zugänglichkeit einzelner Schweißnähte, Ge- sammenfassung findet sich im Kapitel 5.
währleistung einer optimalen Roboterauslastung,
Vermeidung von möglichen Roboterkollisionen. Die 2 Anforderungen der Fertigungspla-
Aufgabe der Schweißverzugsreduktion in der Produk- nung an Simulationstools
tion ist daher stets unter Berücksichtigung von ge-
Die Vision einer durchgängigen digitalen Planung
nannten Aspekten sowie anderen technologischen und
komplexer Fertigungsketten und der benötigten Pro-
organisatorischen Anforderungen zu betrachten. Die
optimalen Randbedingungen für verzugsarme duktionssysteme ist heute unter dem Stichwort „Digi-
tale Fabrik“ ein Gegenstand umfangreicher For-
Schweißungen in der Praxis müssen umsetzbar sein.
schungsaktivitäten [5].
Können die Bauteiltoleranzanforderungen durch
Eine wesentliche Voraussetzung zur angestrebten
Planungsmaßnahmen nicht erfüllt werden, so ist es
Kopplung der digitalen Fabrikplanung und der com-
notwendig, die Einzeilteilkonstruktionen zu ändern.
Dies bringt allein einen hohen Aufwand mit sich, putergestützten Prozesssimulation ist die Verfügbar-
keit leistungsfähiger Simulationswerkzeuge. Die
denn dabei meist auch die Werkzeuggeometrien für
die Umformwerkzeuge geändert und diese erneut wesentlichen Kriterien dabei sind die Qualität der
Simulationsergebnisse, ihre Aussagefähigkeit in Be-
hergestellt werden müssen. Solche Iterationsschleifen
zug auf die realen Planungsprozesse sowie der Da-
in der Fertigung erhöhen vielfach die Produktionszeit
und –kosten. Hierbei kann die numerische Simulation tenaufbereitungs- und Simulationsaufwand in konkre-
ten Planungsprojekten. Die Simulationwerkzeuge für
eine erhebliche Hilfe leisten. Wenn die entstehenden
Schweißverzüge frühzeitig mittels FE-Simulation die einzelnen Fertigungsprozesse sollen einerseits die
genannten Kriterien erfüllen und andererseits eine
ermittelt werden, können die Änderungen der Einzel-
prozesskettenübergreifende Kopplung von einzelen
teilgeometrien bereits in den frühen Planungsphasen,
noch vor der Herstellung der Umformwerkzeuge, Fertigungssimulationen ermöglichen.
berücksichtigt werden. Die ständig wachsenden Genauigkeitsanforderungen
Die Einhaltung der Bauteiltoleranzen und die mecha- auf die Modellierung von Fertigungsprozessen und
die Abbildung von Prozessketten führen zur Entwick-
nischen Eigenschaften von Blechbauteilen können
lung neuer Softwaretools für die Produktionsplanung.
innerhalb der virtuellen Prozesskette untersucht wer-
den [3][4]. Unterschiedliche Werkstoff- und Prozess- Für den Einsatz in der Fertigungsplanung sollen diese
Tools im Allgemeinen die folgenden Bedingungen
modelle sowie FE-Netze bei jeder Prozesssimulation
werden innerhalb der entwickelten Softwaretools erfüllen [6]:
gekoppelt, so dass die Datenübertragung zwischen - gute Integrierbarkeit in die Routineprozesse der
einzelnen Prozessschritten möglich ist. Hierbei ist es Fertigungsplanung
wichtig, die Kompatibilität mit verschiedenen kom-
- möglichst universeller Einsatz
merziellen FE-Softwareprodukten, die bei den jewei-
ligen Prozesssimulationen verwendet werden, einzu- - leichte Kopplung mit anderen Simulationsverfahren
halten. Dabei sollten auch neue, auf den Software- der Fertigungsprozesskette
markt kommende FE-Tools durch diese Schnittstellen
- leichte Erlernbarkeit und hohe Benutzerfreundlich-
in die Prozesskette integriert werden können.
keit
2
Aktuelle Trends in der FE-Simulation von Fertigungsprozessen in der Automobilindustrie
3 Effiziente Schweißverzugsvorhersage
in der Fertigungsplanung
Das Softwaretool Weld Planner® wurde von der Fir-
ma INPRO [7] in Kooperation mit der Firma ESI
Group [8] entwickelt. Seit mehreren Jahren ist Weld
Planner® ein Bestandteil der Softwarepalette der Fir-
ma ESI Group und wird von der ESI Group weltweit
vertrieben.
Die Simulation mit dem Weld Planner® basiert auf
den bereits vernetzten Geometrien (FE-Netze). Es
können sowohl Schalen- als auch Volumenelemente
Abbildung 1. PKW-Heckdeckel: oben – globaler
verwendet werden. In der frühen Planungsphase, Schweißverzug nach der Ausspannung, unten - loka-
nachdem die ersten Festigkeitsberechnungen durch- le Verzugsgradienten bei der Kleinskalendarstellung
geführt wurden, sind solche FE-Netze bereits vorhan- [6]
den.
Abbildung 1 zeigt einen PKW-Heckdeckel eines
Dieses Softwaretool ist sehr benutzerfreundlich und Daimler-Fahrzeugs[6]. Seine Komponenten bestehen
verfügt über die für einen Planungsingenieur notwen- aus Aluminiumblechen, welche mit dem MIG-
digen Funktionalitäten, darunter automatische Verfahren geschweißt werden. Die Spannbedingun-
Schweißnahterkennung, mehrere Möglichkeiten der gen und die Schweißfolge entsprechen denen der
Schweißnaht- und Schweißpunktdefinition, eine Produktionsplanung. Nach der Ausspannung wird das
Auswahl industrietypischer Spannvorrichtungen Bauteil in der entsprechenden Lage in der Messvor-
sowie die Möglichkeit der Schweißfolgedefinition als richtung positioniert. Sowohl der Verzugstrend als
ein Roboterplan. Mit dem Weld Planner® können auch die –werte wurden von der Produktionsplanung
Schutzgas-, Laser- und Punktschweißverfahren mo- bestätigt. Durch Verwendung der Kleinskalendarstel-
delliert werden. lung konnte die unsichtbare lokale Welligkeit des
Sollte der ermittelte Schweißverzug nicht den Tole- Randes des oberen Bleches festgestellt werden. Die-
ranzanforderungen genügen, muss der Anwender ses Phänomen kann in der Praxis auftreten und wird
seinen Schweißplan verändern und eine neue Berech- durch entsprechende technische Maßnahmen vermie-
nung durchführen. Die Berechnungszeit hängt stark den.
von der Modellgröße ab und kann ab einigen Sekun- Eine weitere Anwendung auf die Karosseristrukturen
den bis zu einigen Stunden betragen. Weld Planner® ist eine PKW-B-Säule von Volkswagen, Abbildung 2
eignet sich gut für die schnelle qualitative Ermittlung [6]. Zur Gewährleistung der Crash-Performance wird
des Schweißverzugs und die Bestimmung der optima- die B-Säule häufig mit Elementen aus hochfesten
len Schweißfolge sowie Spannbedingungen für ein warmumgeformten Stählen verstärkt. Diese Verstär-
verzugsarmes Bauteil. Bei geeignter Kalibrierung des kungen werden mit Hilfe des Laserstrahlschweißens
Modells anhand einfacher Testbauteile können die mit Innen- und Außenblechbauteilen gefügt. Dabei
belastbaren quantitativen Vorhersagen erzielt werden wird häufig die Vorhaltung notwendig, d.h. die B-
[6]. Säule wird in der Gegenrichtung zum erwarteten
Anhand einiger Praxisbauteile kann die Anwendung Verzug vorverformt. Nach der Ausspannung weist
des Weld Planners® für die Zwecke der Fertigungs- dann das Bauteil einen geringeren Verzug als ohne
planung demonstriert werden. Die vorgestellten Bau- Vorhaltung auf. Die Verzugswerte und –richtungen
teile stammen aus den Bereichen Karosserie und bei der Simulation dieses Bauteils stimmen mit den
Fahrwerk, aus welchen die meisten schweißverzugs- Messungen an Prototypenbauteilen gut überein. Ba-
3
Aktuelle Trends in der FE-Simulation von Fertigungsprozessen in der Automobilindustrie
4
Aktuelle Trends in der FE-Simulation von Fertigungsprozessen in der Automobilindustrie
5 Zusammenfassung
In diesem Beitrag wurden einige aktuelle Trends in
der FE-Simulation von Fertigungsprozessen in der
Automobilindustrie diskutiert. Während die Um-
formsimulation seit mehreren Jahren eine zuverlässi-
ge Unterstützung der Fertigungsplanung und einen
festen Bestandteil des Planungsprozesses darstellt,
steht die Schweißsimulation erst am Anfang ihrer
Einbindung in die Planungsprozesse. Unterschiedli-
che Schweißsimulationstools sind heute auf dem
Markt vorhanden. Nur einige von denen sind für die
Aufgaben und Rahmenbedingungen der Fertigungs-
planung geeignet (s. Kapitel 2). Das Softwaretool
Weld Planner®, welches im Kapitel 3 vorgestellt wur-
de, ist ein Beispiel einer auf die Anforderungen der
Fertigungsplanung zugeschnittenen Software.
Die Anwendung dieses Tools wurde anhand von eini-
gen Beispielen demonstriert. Dabei wurde gezeigt,
dass die frühzeitige Abschätzung des Schweißverzugs
die Fertigungsplanung bei der Auswahl einer optima-
len Schweißfolge und Spannbedingungen sowie bei
der Prozessauslegung untersützen kann. Dabei kann
die Fertigung der Einzelteile besser und prozesssiche-
rer geplant und die Anzahl der üblichen Prototypen-
schweißungen bis auf ein Minimum verringert wer-
den.
Ein weiterer Trend in der Simulation von Fertigungs-
Abbildung 4. Von Mises Spannungen, MPa, nach prozessen besteht in der Verkettung von einzelnen
einer statischen Berechnung eines Lastfalls: oben – Prozesssimulationen zu einer durchgängigen Simula-
ohne Ergebnisse der Umform- und der Schweißsimu- tionskette. Aufgrund einer Vielfalt an Simulations-
lation, Mitte – mit Ergebnissen der Umformsimulati- tools in diesem Bereich stellt dies eine Herausforde-
on und ohne Berücksichtigung der Schweißsimulati- rung dar. Bisher wurden nur einzelne Teilketten er-
on, unten – mit Berücksichtigung der Ergebnisse der folgreich realisiert.
Umform- und der Schweißsimulation [10]. Für die Bereiche Karosserie und Fahrwerk ist die
In [10] wurde ein weiteres Beispiel einer Prozessket- Berücksichtigung der Umform- und der Schweißpro-
te, eine Lebensdaueranalyse mit unt ohne Berücksich- zesse innerhalb der Prozesskette notwendig. Im Kapi-
tigung der Fertigungsprozesse, diskutiert. Auch dabei tel 4 wurde darauf eingegangen, welche Auswirkung
konnte beobachtet werden, dass die Berücksichtigung diese Fertigungsprozesse auf die Eigenspannungen in
der Fertigungsprozesse eine Schädigungszunahme im einem Bauteil im belasteten Zustand haben. Ohne die
Bauteil hervorruft. Berücksichtigung von Fertigungsprozessen wird das
Spannungsniveau im Allgemeinen unterschätzt. Aus
Ein weiterer Schritt besteht in der Validierung von
diesem Grund sollten im Rahmen eines Festigkeits-
Prozessketten. Hierfür müssen die Kriterien erarbeitet
oder eines Lebensdauernachweises die Ergebnisse der
werden, nach welchen alle Schritte im Einzelnen und
vorhergehenden Umform- und Schweißsimulation
das Gesamtergebnis anhand von entsprechenden
berücksichtigt werden.
Messwerten validiert werden können. Hierfür sollten
5
Aktuelle Trends in der FE-Simulation von Fertigungsprozessen in der Automobilindustrie
6
Advancing Virtual Commissioning with Variant Handling
Abstract: Nowadays the software development plays an important role in the entire value chain in produc-
tion machine and plant engineering. An important component for rapid development of high quality software
is the virtual commissioning. The real machine is described on the basis of simulation models. Therefore, the
control software can be verified at an early stage using the simulation models. Since production machines are
produced highly individual or in very small series, the challenge of virtual commissioning is to reduce the
effort to the development of simulation models. Therefore, a systematic reuse of the simulation models and
the control software for different variants of a machine is essential for an economic use. This necessarily re-
quires a consideration of the variability which may occur between the production machines. This paper ana-
lyzes the question of how to systematically deal with the software-related variability in the context of virtual
commissioning. For this purpose, first the characteristics of the virtual commissioning and variability han-
dling are considered. Subsequently, the requirements to a so-called variant infrastructure for virtual commis-
sioning are analyzed and possible solutions are discussed.
7
TN- Advancing Virtual Commissioning with Variant Handling
sections, the question is discussed, how to deal sys- Depending on the objectives of the VC, the compo-
tematically with the occurring variability between the nents are displayed as simple as possible and as accu-
simulated production machines in software within the rate as necessary in various domain specific simula-
virtual commissioning1. Firstly, the paper gives a tion models. For example, a virtual machine tool is
brief introduction into the Virtual Commissioning. In represented by kinematics and behavioral models. In
the following the systematic handling of variability in this case the three-dimensional kinematics model
the context of virtual commissioning is discussed. shows the geometry, the kinematics and the collision
Afterwards the different requirements for a so-called calculation of the machine. Whereas the behavioral
variant infrastructure within the virtual commission- model describes the physical characteristics of the
ing are mentioned and briefly explained. Finally a machine, such as the timing or the switching behav-
summary and an outlook about advancing the virtual ior. Simulation models can be connected to real con-
commissioning with variant handling are given. trol software via a (simulated or real) field bus sys-
tem. The control software can be tested in this way at
9LUWXDO&RPPLVVLRQLQJ 9& an early stage compared with the simulation model
In contrast to the classical sequential development of (Figure 2).
machine and plant engineering, the virtual commis-
sioning (VC) follows a different methodological
approach. Parts of the commissioning are brought
forward by using a virtual machine of the necessary
system components. Thereby the software develop-
ment can start early in the developmental process
(Figure 1). Through the virtual commissioning the
classic commissioning is not completely replaced, but
Figure 2: Integration of simulation models and control
it can be significantly shortened and simplified. By software
parallelizing the developmental steps and by utilizing
the simulation feedback, VC significantly shortens Usually there are different simulation tools for devel-
developmental times, reduces developmental costs opment and simulation of kinematics and behavioral
and improves product quality. models. Thus, for example the multibody simulation
can be modeled in the simulation tool RecurDyn from
FunctionBay [8] and the behavioural model can be
modeled in SimulationX from ITI [9] or Simulink
from The Mathworks [11]. The control software can
be realized by the use of the developmental environ-
ment CODESYS [17] from 3S-Smart Software Solu-
tions.
Simulation models, which have been developed in
this way can be executed and synchronized at the
same time as part of the co-simulation. Concepts that
allow such coupling between simulation tools are, for
example:
x The Functional Digital Mock-up
(FunctionalDMU): An initiative of the
Fraunhofer Gesellschaft with the aim to create a
bridge between different simulations and
Figure 1: Concept of the Virtual Commissioning
visualization [3]. The runtime environment
consists of a master simulator and simulators
1
This work is funded by the Federal Ministry of Education with appropriate wrappers that are connected to
and Research within the project Virtual Commissioning of the master simulator interfaces, called slots.
Variant-Rich Systems (VivaSys) under the reference num-
ber 03FH085PX2. x The Functional Mock-up Interface (FMI), which
was developed in the context of MODELISAR
8
Advancing Virtual Commissioning with Variant Handling
[12]. This concept was developed for the tomized and optimized systems from defined reusable
exchange of dynamic models, which enables the components on the basis of a concrete system specifi-
coupling of different simulation and modeling cation [7]. Core concept represents the generative
environments for cross-domain simulation [3]. domain model (Figure 3). This separates application-
oriented concepts in the problem space from the con-
These above concepts allow the exchange of infor-
cepts of the implementation in the solution space.
mation between simulation models during the simula-
tion time. The focus of the following requirements is It allows separate development of domain concepts
ensuring the consistency between simulation models and reusable components and thus their individual
before executing a possible simulation. modeling, implementation and evolution. Both mod-
els can be developed independently of each other in
+DQGOLQJRIYDULDELOLW\ this way. The configuration knowledge maps the
Current simulation tools like RecurDyn, SimulationX problem space to the solution space and represents
or Simulink only support the modeling of individual the relationship between the two models explicitly.
systems and do not know concepts regarding variabil-
ity. In industry, the current procedure in the context of
VC is therefore that for each component individual
simulation models have to be developed. Alternative-
ly existing models are adapted by duplicating (so-
called Clone and Own). In particular, the duplication
can lead to increased maintenance costs and in-
creased exdenditure of time throughout the software
life cycle. As a change in one version may lead to
changes in all other copies.
Figure 3: Elements of the generative domain model
An economic use of VC requires inevitably a system- (see [7])
atic observation and handling of variability within
and between simulation models and associated con- The product line engineering and the generative soft-
trol software. ware development, thus, form a basis for the system-
atic handling of variability in the context of VC.
A suitable concept for the systematic handling of
variability and for the efficient production of highly 5HTXLUHPHQWVIRUYDULDQWVLQIUDVWUXF
individualized systems represents the product line WXUHZLWKLQWKH9&
engineering ([4], [6]). Instead of developing individu- Taken the product line engineering and generative
al systems, which are independent of each other, the software development as the basis for a software-
focus is in product line engineering from the outset based handling of variability, the following aspects
on developing a set of systems that are associated have to be considered. These aspects are the essential
with a particular application domain. This develop- requirements for a so-called variant infrastructure
ment is mainly done in two parallel processes: The within the VC.
domain engineering and application engineering.
During domain engineering, a product line infrastruc- 4.1 Development of feature models in the prob-
ture for the systematic reuse of software artifacts is lem space
developed. This includes, for example, the analysis of For a function-based approach of variant-rich embed-
variable requirements between systems in terms of ded systems, feature models turned out to be success-
features as well as a cross-system reference architec- ful ([2], [7], [5], [9]). In feature models variable re-
ture or reusable implementation components. During quirements of a product line are managed and hierar-
the application engineering these artifacts are the chically structured in the form of features of the stud-
basis, in order to generate specific members of the ied domain. The result is a comprehensive model of
product line. common and variable features and their dependencies
The generative software development builds upon the between product variants. A distinction is made be-
product line engineering. Goal of generative software tween mandatory and optional features, and (1..n):m-
development is to generate automatically highly cus- group relations that are realized by the feature types
Mandatory, Optional, Alternative, and Or. Each fea-
9
TN- Advancing Virtual Commissioning with Variant Handling
ture can have a set of attribute-value pairs. Depend- Eg by using a variant-specific color or a
encies between features and attributes are defined by graphical/textual label of the variation point.
restrictions. For feature modeling, the tool
x A variation point must be clearly identifiable for
pure::variants from the company pure-systems [13]
automated processing. Eg via an annotation as a
can be used. Figure 4 shows, for example, the varia-
unique identifier. This is necessary for automated
ble characteristics of a speed picker (using notation
configuration and communication with the
from [7]).
control software and the simulation models.
In addition, the potential language elements should
ensure a uniform handling for realizing variability
within the considered development tool.
b) The variation point essentially consists of a varia-
bility mechanism and the possible variants aside from
a unique identification. The variability mechanism
determines how a variation point is removed and is
Figure 4: Extract of the speed picker feature diagram
replaced by an associated variant. Figure 5 shows an
example of a variation point in SimulationX.
In this feature tree, Vision_Control represents an
optional feature, which could or could not be part of
the Speed_Picker system. The Kinematic could be
achieved by choosing one of two alternative features
1_Arm_Kinematic or 2_Arms_Kinematics. Finally,
Photo_System and Video_System are Or-features.
Vision_Control could be implemented either on the
basis of using either one of them or both.
10
Advancing Virtual Commissioning with Variant Handling
11
TN- Advancing Virtual Commissioning with Variant Handling
4.3 Modeling of configuration knowledge kinematics and behavioral models closely together.
In the context of the VC the features from the feature Knowledge of the variability and dependencies within
model have to be mapped to variation points from the and between the control software, the simulation
control software and simulation models by the con- models and the feature model must necessarily be
figuration knowledge. For this mapping the synchronized for the management and configuration
knowledge about the features, the variation points in of variant-rich systems. This is the central task of the
the control software and simulation models, as well so-called variant manager (Figure 9).
as the dependencies between features and variation
points (both among themselves and between problem
and solution space) are required.
In the feature model dependencies between features
can be specified as following: dependencies can de-
pend on the position of a feature in the model hierar-
chy, the feature type or the special relations to other
features. On the basis of the tool pure::variants it is
possible to manage this knowledge.
With respect to the variability in the control software Figure 9: Variant infrastructure with variants manager
and simulation models various questions have to be
answered: The variant manager provides the functionality to
x What comprises the knowledge to manage automatically share variability and dependency
variability? Among others, this affects the knowledge between different VC-development tools
information about the variation points, in the variant infrastructure. It ensures consistency of
information about variants and information about variability knowledge across the used tools. Due to
the used variability mechanisms. different interfaces of the development tools it is up
to the variant manager to provide an appropriate in-
x Where to store this variability knowledge? Eg terface technology for the exchange of information.
within the means of the development tools or At the logical level the variant Manager must provide
outside the tools in a central repository. the following functionality to the development tools:
x How to save the knowledge about the variability? x To log on (and off) to the variant manager.
This aspect relates to the structure of the data
model and its implementation. x To define the possible communication techniques
at the technical level for integration into the
The mapping of features out of the feature model to infrastructure. This communication could be
variation points enables tracing of the distributed realized by the exchange of formatted files
variation and automated configuration of the variant- (XML, CSV, etc.), remote procedure calls, or an
rich control software and simulation models based on object broker.
a feature selection. Here it is necessary to analyze the
following aspects: x To consistently exchange the tool intrinsic
variability knowledge on the basis of a defined
x What comprises the knowledge to manage set of operations.
dependencies? Eg the assignment of features to
variation points of the control software and the Part of the development is to evaluate to what extent
simulation models, default settings, etc. such a variant manager should be realized central in
the form of an information broker or decentralized
x Where and in what type the dependencies are to distributed in the VC-development tools.
be saved? Eg within the respective development
tools or in a central repository.
6XPPDU\DQG2XWORRN
4.4 Synchronization using a variant manager In the development of production machines, the vir-
As part of the VC several software tools are working tual commissioning (VC) plays an increasingly im-
on the development of the control software and the portant role. On the basis of virtual simulation mod-
12
Advancing Virtual Commissioning with Variant Handling
els, the control software can be verified at a very [5] Clauss, M.: Untersuchung der Modellierung
early stage and can back flow simulation insights into von Variabilität in UML. Diplomarbeit. Tech-
the design of the machine. This leads to shorter de- nische Universität Dresden, 2001.
velopment time and a higher product quality.
[6] Clements, P.C.; Northrop, L.: Software Prod-
The challenge of the VC is to reduce the high costs of uct Lines – Practices and Patterns. SEI Series
developing the simulation models. These costs can be in Software Engineering, Addison-Wesley,
significantly reduced by considering variability in the 2001.
control software and the simulation models. A con-
[7] Czarnecki, K.; Eisenecker, U.W.: Generative
sideration of variability enables the systematic reuse
Programming – Methods, Tools, and Applica-
of common parts of the model.
tions. Addison-Wesley, 2000.
On the basis of product line engineering concepts, the
[8] FunctionBay GmbH: RecurDyn,
requirements are analyzed for a variant infrastructure
[Link]/, 23.01.2014.
in this paper. This is the basis for a systematic presen-
tation, management and configuration of variability [9] ITI Gesellschaft für ingenieurtechnische
in control software and simulation models. As part of Informationsverarbeitung mbH: SimulationX,
the VC several software development tools work [Link] 23.01.2014.
together. For a multi-tool synchronization of variabil-
[10] Lee, K.; Kang, K.C.; Koh, E.; Chae, W.; Kim,
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13
14
Anforderungen an State Event Charakterisierungen
für die Simulation
State Events eröffnen einen Ansatz der effizienten Beschreibung von mathematischen Modellen. Dieser Mo-
dellierungszugang ermöglicht es, verschiedene Modelle, die jedes für sich betrachtet mit minimalem Zu-
standsraum sowie Gleichungsstrukturen auskommen, miteinander zu verbinden. Für den Übergang von ei-
nem Modellteil zu anderen sind sogenannte State Events verantwortlich für deren Beschreibung matemati-
sche Formulierungen vorliegen. Da die verwendeten Modelle jedoch an die zugrundeliegende Aufgabenstel-
lung des technsichen Systems oder des naturwissenschaftlichen Prozesses angepasst sind, ist es hier interes-
sant zu untersuchen, ob die entsprechenden Beschreibungsformen das Auffinden von State Events effizient
gestalten lässt. Hierfür werden im vorliegenden Beitrag einige Benchmarks betrachtet, die hinsichtlich dieser
effizienten Formulierung einige Hinweise bieten. Des Weiteren wird eine Klassifikation von State Events
motiviert, um in diesen Klassen eine an das Modell und den Modellübergang angepasste Betrachtung der
Events zu ermöglichen.
15
TN-2 Anforderungen an State Event Charakterisierungen
für die Simulation
16
Methodenvergleich in der Simulation von Grundwasserverschmutzung
In dieser Arbeit werden zwei Verfahren bzw. Methoden der Simulation der Diffusionsgleichung anhand eines
einfachen Beispiels beschrieben. Dabei betrachte man eine beschränkte Wasserfläche, gegeben durch ein
Rechteck, auf der sich Schmutzpartikel von einer Quelle aus ausbreiten. Diese Ausbreitung wird durch die
Diffusionsgleichung beschrieben und im folgenden durch eine approximierte Lösung und dem Differenzen-
verfahren simuliert.
1 Einleitung డ
డ௧
ൌ ܦή οܿ . (1)
Die Grundwasserverschmutzung dient hier als an-
schauliches Beispiel bzw. als Motivation für die Dif- Diese Gleichung kann man nun auf verschiedene
fusionsgleichung. Das folgende Beispiel soll eine Arten lösen. Die naheliegenste Lösung wäre eine
vereinfachte Anwendung dieser mathematischen analytische Lösung. In der Simulation bedient man
Gleichung zeigen. Hierbei kann man eine rechteckige sich aber auch oft numerischer Verfahren zu Lösung
Fläche betrachten. In dieser ist an einer bestimmten von Differentialgleichungen. Für dieses Anwen-
Stelle eine Schmutzquelle vorhanden. Aus dieser dungsbeispiel ziehen wir bestimmte Parameter in
Schmutzquelle strömt pro Zeiteinheit, beispielsweise Betracht. Daher lässt sich die spezielle Diffusions-
pro Minute, eine bestimmte Menge an Schumtzparti- gleichung für diesen Fall schrieben als:
kel. Die Diffusionsgleichung beschreibt dann im డ ௨ ఈ௨
ή ቀͳ െ ቁ ൌ ή οܿ . (2)
Folgenden wie sich diese Schmutzpartikeln von die- డ௧ ோ ோ
ser Quelle aus auf der gesamten Fläche verteilen. In Diese Gleichung lässt sich natürlich auch umformen
diesem speziellen Anwendungsbeispiel wird auch in die Form (1) wobei der Faktor D durch
noch von einer gewissen Strömung in x-Richtung
ן௨
ausgegangen. In diesem Abstract werden verschiede- ܦൌ (3)
ோି௨
ne Methoden zur Simulation der Grundwasserver-
schmutzung beschrieben. gegeben wäre.
17
TN-2 Methodenvergleich in der Simulation von Grundwasserverschmtuzung
18
Ansätze der Modellierung einer induktiven Übertragungsstrecke mit dem Simulationstool OctaveFEMM
Thomas Lang
Robert Bosch GmbH, Tübinger Str. 123, 72762 Reutlingen
Thomas.Lang3@[Link]
Die Auslegung induktiver Leistungsübertragungssysteme für die kabellose Ladung von Elektrofahrzeugen
stellt eine Herausforderung dar. Am Beispiel eines Übertragungssystems kleiner Dimension wird gezeigt,
welche Unterstützung die Simulation bei der Auslegung einer magnetischen Übertragungsstrecke leisten
kann. Für diesen Zweck wurden Modelle von Sende- und Empfängerspulen erstellt und deren elektrisches
und magnetisches Verhalten simuliert. Die Simulationsergebnisse wurden mit Messungen der magnetischen
Flussdichte und elektrischer Kenngrößen an einem mit Hardware aufgebauten Übertragungssystem vergli-
chen.
19
Ansätze der Modellierung einer induktiven Übertragungsstrecke mit dem Simulationstool OctaveFEMM
Der Gesamtkopplungsfaktor ist der geometrischen In gleicher Weise werden der verkettete Fluss und
Mittelwert der die Induktivität der zweiten Spule ermittelt.
Einzelkopplungsfaktoren k21 und k12.
Die Kopplung k ergibt sich durch Umformung von
Gleichung (4) und einsetzen von L1 und L2.
k k 12 k 21
(3)
1.2 Aufbau des Simulationsmodells
Der Kopplungsfaktor kann Werte zwischen 0 und 1 Die gewünschte Spulengeometrie und die Übertra-
annehmen. Bei der kontaktlosen Energieübertragung gungsdistanz wurden in das Simulationsmodell über-
sind je nach Abstand Werte zwischen 0,3 bis 0,8 zu nommen. Die Betriebsfrequenz der Anordnung lag
erwarten [4]. zwischen 30kHz und 200 kHz. Deshalb wurde als
Leitermaterial Kupferlitze verwendet um die ohm-
Das Vorhandensein eines weiteren Stromkreises er- schen Widerstände der Spulen klein zu halten.
zeugt jedoch auch eine eine Gegeninduktivität M. Für Zur Führung des magnetischen Flusses wurden Fer-
die Gegeninduktivität von Sende- zur Empfängerseite ritmaterialien eingesetzt.
und umgekehrt wird analog zum Kopplungsfaktor
auch wieder der Mittelwert gebildet. Die Zusammen- Abbildung 1 zeigt schematisch die verwendete Geo-
hänge beschreibt die folgende Gleichung metrie.
M k L1 L 2 (4)
< L I n ) (5)
)
L n (6)
I
20
Ansätze der Modellierung einer induktiven Übertragungsstrecke mit dem Simulationstool OctaveFEMM
FEMM übertragen. Anschließend wurden die Sys- von 1E-8 verwendet sowie der Lösungsalgorithmus
temgrenzen für den Lösungsraum definiert. Für die „succ. approx“. Nach Ablauf der Simulation stellt
Eigenschaft des Systemrands („boundary properties“) das Programm nun die Feldlinien und der Verlauf
wurden die Standardeinstellungen verwendet. der Flussdichte „field density plot“ dar. Die Abbil-
Nun wurden die verwendeten Materialeigenschaften dung 2 zeigt ein typisches Ergebnis.
definiert. Das Ferritmaterial war ein Weichferrit. Als Die Feldlinien durchdringen beide Spulen. Es zeigt
Umgebungsmedium wurde Luft gewählt. sich, daß die größte Flussdichte in den Ferriten sowie
Danach wurden die Materialeigenschaften der ver- im Luftspalt im Zentrum der Spulen herrscht. Einige
wendeten Litzen eingegeben, wie beispielsweise die Feldlinien verlaufen weit außerhalb der Spulen. Diese
Anzahl und der Durchmesser der Einzeladern. tragen zur Streuinduktivität bei.
Mittels einer ersten Reihe von Simulationen wurden Um aus der Simulation Daten zu erhalten, die mit
die Werte für L1, L2 und der Gegeninduktivität M realen Messungen an Spulen vergleichbar sind wur-
ermittelt. Die Selbstinduktivität der gezeigten Spulen den Flussdichteprofile entlang des Spulendurchmes-
von war annähernd gleich, da Sende- und Empfänger- sers von Innen nach Außen mittels der Auswerteopti-
spule ungefähr die gleiche Anzahl von Windungen on „contour plot“ erzeugt. Diese Profillinien wurden
hatten. in z-Richtung in Höhe des halben Abstands der Luft-
Mit einem in Matlab geschriebenen Programm wurde strecke d gezogen. Beispielsweise bei einem Spulen-
anschließend der Kopplungsfaktor k durch Umfor- abstand d= 1cm wurde die Flussdichte in einem Ver-
mung von Gleichung (4) ermittelt. In dieses Pro- tikalen Abstand von 5 mm ermittelt.
gramm wurde als Parameter die zu erzielende Leis-
tung P sowie die erwünschten Strom- und Span- Abbildung 3 zeigt ein typisches Profil der zugrunde-
nungswerte auf Empfängerseite nach der Gleichrich- liegenden Spulenanordnung.
tung des Sinussignals vorgegeben. Anhand dieser
Daten errechnet das Programm die resultierenden
sinusförmigen Ströme im Zwischenkreis, d.h. den
Strom in Spule TX und den Strom in Spule RX.
Diese errechneten Ströme werden nun in das FEMM
Modell der Übertragungsstrecke eingetragen. Dazu
wird für die Spule TX der errechnete Strom in das
Feld „properties circuit“Æ“circuit currrent“
eingegeben. In gleicher Weise wird für die Spule RX
vorgegangen.
Im Simulationsprogramm wird zunächst ein Netz mit Abbildung 3. Flussdichte entlang der ausgewählten
dem Maschengenerator erstellt. Sollten bestimmte radialen Profillinie.
Eigenschaften der Materialien in den einzelnen Be-
reichen nicht zugewiesen sein erscheint einen Feh-
lermeldung und erlaubt die entsprechende Korrektur. 1.4 Simulationsergebnisse
Ist das Netz erstellt kann die Simulation gestartet Für verschiedene vertikale Abstände der Spulen d
werden. Als Parameter wurde die Solver Genauigkeit wurden nun in FEMM die im Matlab-Programm
21
Ansätze der Modellierung einer induktiven Übertragungsstrecke mit dem Simulationstool OctaveFEMM
errechneten Spulenströme eingegeben und in der nichtmagnetischem Material wurde ein definierter
Simulation die Flussdichten berechnet. Tabelle 1 zeigt Abstand von Primär- zur Sekundärspule geschaffen,
die maximalen Werte von B im Luftspalt im Spulen- der variiert wurde. Die Sekundärspule wurde mit dem
abstand d/2 und beim Radius r=0; d.h. in der Spulen- Gleichrichter verbunden. Am Ausgang des
mitte. Gleichrichters befand sich die elektronische Last. Es
war im Versuch wichtig die Spulen genau
Ab- Ausgangs- Kopplungs- │Bmax│@d/ übereinander zu zentrieren. Zur Einstellung des
stand leistung faktoren 2;r=0 Resonanzpunktes wurden jeweils zuvor errechnete
d P k Kondensatoren auf TX- und RX-Seite eingebaut.
[mm] [W] - [μT] Die Ausgangsspannung des Systems konnte über die
10 23 0,61 480 Wahl der Eingangsspannung des Wandlers variiert
20 22 0,37 303 werden.
30 24 0,23 232
Im Betrieb der Anordnung, d.h. bei laufender indukti-
ver Energieübertragung wurde die Flussdichte mittels
Tabelle 1. In der Simulation berechnete Flussdichten
Bmax und berechnete Kopplungsfaktoren k als Funk- eines Teslameters mit Transversalsonde im Luftspalt
tion des Abstands d. gemessen. Zunächst wurde die Sonde kalibriert, so
daß sie bei nicht vorhandenem AC-Magnetfeld den
Wert 0 anzeigte. Zu Messung wurde die Sonde in
definiertem Vertikalen Abstand von d/2 in den Spalt
1.5 Aufbau der Hardware und Messungen gebracht. Es wurde so vorgegangen, daß die Sonde
der Flussdichte zunächst in einem radialen Abstand von 220mm plat-
ziert wurde und anschließend langsam nach Innen
Für den späteren Vergleich zwischen Messung und geschoben wurde. Dies hatte den Vorteil, daß die
Simulation wurde ein Prototyp gefertigt. Sonde von Bereichen niederer Flussdichte in Berei-
Die zuvor beschriebenen Spulen wurden mittels Litze che hoher Flussdichte verschoben wurde, damit war
auf den Ferritkörper gewickelt und anschließend sichergestellt, daß sich eine mögliche Vormagnetisie-
verklebt. Abbildung 4 zeigt das Beispiel einer für die rung der Sonde sich nicht auf die Messergebnisse
Messung verwendeten Induktionsspule. auswirkte.
22
Ansätze der Modellierung einer induktiven Übertragungsstrecke mit dem Simulationstool OctaveFEMM
Es zeigt sich, daß der Verlauf der durch die Simulati- sächlichen durch die Spulen fließenden Ströme. Die
on gefundenen Flussdichte sehr derjenigen der Mes- in der Simulation gewählten Abstände zwischen den
sung gleicht. Die Messung enthält allerdings weniger einzelnen Windungen der Litzen könnten in der Si-
Messpunkte, da von Hand gemessen wurde. mulation größer angenommen sein, als sie tatsächlich
Es zeigte sich, daß die durch Messung ermittelten gewickelt wurden. Dahingehend könnte das Modell
Werte etwas streuen. Da die Sonde etwa eine Mess- noch weiter verfeinert werden.
fläche von 5 mm2 und eine Dicke von 1,5 mm hatte,
war eine exakte Positionierung im Luftspalt schwie- Aufgrund der auch ohne Optimierung erzielten hohen
rig. Zudem musste die Transversal-Sonde genau Übereinstimmung von Simulation und Messung ist
senkrecht zur Spulenoberfläche gehalten werden um es möglich die entsprechenden Auslegungsparameter
die Flussdichte am gewählten Punkt richtig zu erfas- für die Spulen und insbesondere der Übertragungs-
sen. strecke mittels der Simulation zu bestimmen, ohne
daß diese Spulen vorher hergestellt werden müssen.
Die absoluten Flussdichten der Messungen lagen
jedoch etwas über den mit der Simulation ermittel- Mit der Simulation lässt sich die Parameterisierung
ten. Im gezeigten Beispiel liegt die Abweichung in- der Modelle und die gezeigte Vorgehensweise auch
nerhalb des Luftspalts durchschnittlich bei ca. +11%. auf induktive Übertragungssysteme übertragen, die
Außerhalb des Luftspalts ist die Abweichung etwas wesentlich größere Abmessungen und Leistungen
größer, da Flussdichten in Bruchteilen von μT an die haben, wie sie beispielsweise zur Ladung von Elekt-
Auflösungsgrenzen des Teslameters stoßen. rofahrzeugen in Entwicklung sind. Dabei sind verti-
kale Abstände im Bereich von 12-18 cm un bei Spu-
Neben den Flussdichten wurden auch die Kopplungs- len Durchmesser von 70-80 cm gebräuchlich.
faktoren an der Spulenanordnung mittels Messungen
bestimmt. Tabelle 2 zeigt die Gegenüberstellung von Es ist bei der Dimensionierung solcher Systeme zu
Messung und Simulation. Auch hier ist die Abwei- beachten, daß hierbei die den einschlägigen Regula-
chung zu den mittels der Simulation gefundenen rien und Richtlinien festgelegten maximalen Feld-
Werten gering. Maßgebend für die Größe der Kopp- stärken berücksichtigt werden [5].
lungsfaktoren ist der Abstand der Spulen. Mit stei-
gendem Abstand werden diese geringer. 1.8 Danksagung
23
Ansätze der Modellierung einer induktiven Übertragungsstrecke mit dem Simulationstool OctaveFEMM
24
Reduzierte Modelle für elektromechanische Bauteile mit Berücksichtigung von Wirbelströmen
Die sogenannte Systemsimulation, bei der mehrere physikalische Domänen gemeinsam simuliert werden,
erlaubt die Analyse komplexer und damit realitätsnaher Systeme und spielt eine zunehmend größere Rolle
bei der Auslegung von Komponenten. Enthält das System Teile, die durch Feldgrößen aus unterschiedlichen
physikalischen Domänen beschrieben werden müssen, kann man Co-Simulationen einsetzen, die allerdings
zeitaufwändig sind. Für die Auslegung des Systems ist es dagegen notwendig, Systemsimulationen schnell
durchzuführen zu können. Hierfür können für ausgewählte Bauteile oder Domänen schnellere reduzierte Er-
satzmodelle (ROM) eingesetzt werden. In dieser Arbeit stellen wir ein reduziertes Modell für elektromecha-
nische Bauteile mit Berücksichtigung von Wirbelströmen vor. Wirbelstromeffekte hängen nicht nur vom ak-
tuellen Zustand, sondern auch von der Geschichte der elektromagnetischen Domäne ab. Das vorgestellte Er-
satzmodell basiert auf Daten, die mit einer Reihe von stationären Feldsimulationen vorab erzeugt werden.
Für die Modellierung der geschichtsabhängigen Wirbelstromeffekte wird ein Konvolutionsansatz (Fal-
tungsansatz) verwendet. Vergleiche mit entsprechenden Co-Simulationen in ANSYS Maxwell und Simplorer
zeigen am Beispiel eines Hubankers, dass das Ersatzmodell in der Lage ist, die wesentlichen Eigenschaften
des Bauteils physikalisch korrekt abzubilden.
25
Reduzierte Modelle für elektromechanische Bauteile mit Berücksichtigung von Wirbelströmen
wirkende Kraft wird kleiner, dadurch wird der Anker zum Beispiel Pulsweite, maximale Spannung und
später und in manchen Fällen, wie hier dargestellt, Vorspannung der Feder.
nicht vollständig angezogen, siehe Abb. 2. unten. Eine schnelle Alternative ist die Verwendung des
Trotz der geringeren mechanischen Bewegung ist die Equivalent Circuit Extractor (ECE), der reduzierte
aufzuwendende elektrische Energie höher. Modelle direkt aus Maxwell für Simplorer erzeugt.
Hierbei wird aus einer Serie stationärer, d.h. nicht
zeitabhängiger Maxwell-Rechnungen ein Kennfeld
erzeugt, aus dem während der Systemsimulation der
verkettete magnetische Fluss und die erzeugte Kraft
gelesen werden. Dieses Verfahren ist nicht in der
Lage Wirbelstromeffekte abzubilden.
m u du ku F (1)
und die elektrische Bewegungsgleichung
Abbildung 2. Typische Verläufe von Spannung d)
(durchgezogene Linie), Strom (gepunktet) und Ver- U RI n . (2)
dt
schiebung des Ankers (gestrichelt) ohne Berücksich-
tigung von Wirbelstromeffekten (oben) und mit Diese sind über die Kraft
Wirbelstromeffekten (unten).
F F (u , I ) (3)
1.2 Systemsimulation
und den magnetischen Fluss
Wegen der Komplexität der Geometrie und der viel-
fältigen Ursachen für Wirbelströme kann der gesamte ) ) (u , I ) (4)
Effekt nur mithilfe der numerischen Simulation quan-
titativ dargestellt werden. Hier verwendete Werkzeu- gekoppelt. Diese beiden Größen werden für verschie-
ge dafür sind ANSYS Maxwell, ein auf der Finite- dene Werte der mechanischen Verschiebung u und
Elementmethode basierendes Programm für die Si- des elektrischen Stromes I tabelliert.
mulation elektromagnetischer Felder und ANSYS Als erweiterbare Tabelle wird ein sogenanntes Meta-
Simplorer, ein Simulationswerkzeug zur Systemsimu- model of Optimal Prognosis (MOP) aus der Software
lation von Leistungselektronik und elektrisch kontrol- OptiSlang verwendet. OptiSlang ist eine Software für
lierten Systemen. Sensitivitätsanalyse, Optimierung und Robustheits-
Bisher gibt es mit diesen Werkzeugen zwei Metho- analyse, die in ANSYS Workbench integriert ist. Ein
den, die geometrische Komplexität in der Systemsi- MOP ist eine Response-Surface, die Funktionswerte
mulation abzubilden: Zum einen die sogenannte Co- für eine Anzahl von Design Points optimal interpo-
Simulation, bei der eine Maxwell – und eine Simplo- liert. MOPs sind insbesondere für Sensitivitätsanaly-
rer-Simulation in jedem Zeitschritt im Wechsel sen und Optimierung bei einer großen Anzahl von
durchgeführt werden. In der Maxwellrechnung wird Parametern entwickelt worden [4]. Solche MOPs
die tatsächliche detaillierte Geometrie verwendet und können innerhalb der ANSYS Workbench aus belie-
so die geometrische Komplexität, Nichtlinearitäten bigen Analysen erzeugt werden. In der vorliegenden
und Wirbelströme abgebildet. Simplorer dagegen Anwendung werden sie aus magnetostatischen
bildet Leistungselektronik und das mechanische Ver- Mawxellrechnungen bedatet und mit einer geringen
halten konzentrierter Elemente ab [3]. Mit der Cosi- Anzahl von Parametern als Kennfeld verwendet. Eine
mulation kann man Wirbelstromeffekte abbilden, aber C-Bibliothek, die es erlaubt, für beliebige Ein-
die Berechnungen sind zeitaufwändig und damit gangsparameter den Wert der Antwortfläche zu ermit-
ungeeignet ist für die Auslegung von Parametern wie teln, steht als dynamic link library (dll) zur Verfügung
26
Reduzierte Modelle für elektromechanische Bauteile mit Berücksichtigung von Wirbelströmen
[5]. Diese Programmbibliothek kann in Simplorer In Abb. 5 sind verketteter Fluss und Kraft für ver-
integriert werden. Für aktuelle Werte von u und I schiedene Stromanstiegsgeschwindigkeiten I bei
werden so ) ( u , I ) als rechte Seite der elektrischen konstanter Spaltöffnung aufgetragen. Der Strom
Bewegungsgleichung und F ( u , I ) als äußere Kraft wurde dabei linear bis 200 A erhöht und wieder auf 0
3
des mechanischen Teilmodells ermittelt. Die Auswer- reduziert. Für Werte von I 1 e A / s und kleiner erhält
tung des MOP muss in C erfolgen, während die Be- man dasselbe Verhalten wie ohne Berücksichtigung
wegungsgleichungen dann sowohl in C oder in von Wirbelstromeffekten. In diesem Fall ist der Kur-
VHDL-Block gelöst werden können, siehe Abb. 3 venverlauf ist symmetrisch, es gibt keine Abhängig-
und 4. keit von der Vorgeschichte. Je größer die Stroman-
stiegsgeschwindigkeit ist, desto kleiner sind die Ma-
ximalwerte. Das Maximum wird verzögert ange-
nommen und der Verlauf ist nicht mehr symmetrisch.
ten von Verschiebung und Strom bzw. Erregung ab- Mittels partieller Integration erhält man daraus
hängig, sondern auch von der Stromanstiegsge- t
t 't
W
schwindigkeit und der Vorgeschichte der Systems. ) (t ) ) M OP
(t )
³ ) M OP
( t ') e d t '. (7)
0
27
Reduzierte Modelle für elektromechanische Bauteile mit Berücksichtigung von Wirbelströmen
Der letzte Term beschreibt eine Faltung der rechten erreicht und sofort in die Ausgangsposition zurück-
Seite der Differentialgleichung mit einer abklingen- kehrt.
den Exponentialfunktion. Für
t tc t
' ) (t ) ) ( t c )e W
dtc (8)
³ M OP
W
' ) (n' t) ' t) M OP
(n ' t)e
n 1 k't n't
't¦ ) M OP
(k ' t )e W
k 1
' t) M OP
(n' t)
't n 1 k ' t (n 1)' t
' te W
¦ ) (k ' t )e W Abbildung 6. Vergleich des zeitlichen Ablaufs zwi-
M OP
k 1 schen Cosimulation (oben) und der Simulation mit
't dem Ersatzmodell (unten) für Geometrie 1. Darge-
' t) M OP
(n' t) e W
' ) (( n 1) ' t ). stellt sind der vorgegebene Spannungsverlauf, der
Stromverlauf und die Bewegung des Ankers.
) MOP
wird im Vorfeld für gegebene Werte von u
und I erzeugt und als Kennfeld zur Verfügung ge-
stellt. Mit einer numerischen Berechnung der Zeitab- Geometrie 1 Verfahren E_in [mJ]
leitung ) zum jeweils aktuellen Zeitpunkt erhält
M OP
Ohne Wirbel- Cosimulation 8,41
man so eine rekursive Formel zur Berechnung der stromeffekte Ersatzmodell 8,31
Korrektur, die gut implementiert werden kann. Mit Wirbelstromef- Cosimulation 13,60
Eine entsprechende Gleichung gilt für die Korrektur fekten Ersatzmodell 13,06
der Kraft F . Die korrigierten Werte werden in Glei-
chung (1) und (2) verwendet. Geometrie 2 Verfahren E_in [mJ]
Ohne Wirbel- Cosimulation 5,99
4 Ergebnisse stromeffekte Ersatzmodell 5,77
Mit Wirbelstromef- Cosimulation 12,70
Das entwickelte Ersatzmodell ist Wirbelstromeffekten
fekten Ersatzmodell 9,50
wurde auf zwei verschiedene Bauarten eines Huban-
kers angewendet, wobei die zweite Variante konstruk- Tabelle 1. Vergleich der aufgewendeten elektrischen
tive Elemente zur Verringerung der Auftreffge- Energie für zwei verschiedene Ankergeometrien.
schwindigkeit und des Gesamtenergiebedarfs enthält.
Das Ersatzmodell liefert für Vergleichsprobleme 5 Zusammenfassung
dieselben Bewegungabläufe, Stromanstiegszeiten und Insgesamt wurde ein schnelles Ersatzmodell entwi-
Maximalströme wie die Cosimulation, die als Refe- ckelt, mit dem elektromechanische Bauteile auch
renz herangezogen wird, siehe Abb. 6. Dabei liegen unter Berücksichtigung von Wirbelstromeffekten in
die Rechenzeiten im Bereich der Rechenzeiten des einer Systemsimulation simuliert werden können.
ECE-Modells, während die Cosimulation wesentlich Damit steht ein Werkzeug für Parameterauslegung
zeitaufwändiger ist. und Optimierung in Simplorer zur Verfügung. Dieses
Vergleiche der aufgewendeten elektrischen Energie Verfahren verwendet das Metamodell of Optimal
(siehe Tabelle 1) zeigen wie erwartet, dass Wirbel- Prognosis (MOP) aus Optislang als Kennfeld. Dieses
stromeffekte dazu führen, dass mehr Energie aufge- wird in einem Simplorerblock ausgewertet und die
wendet werden muss. Die Fehler des neuen Verfah- Werte als Eingangsdaten für das Lösen der Bewe-
rens sind deutlich kleiner als die durch Wirbelströme gungsgleichungn in Simplorer verwendet. Wirbel-
hervorgerufenen Effekte. Der etwas größere Unter- stromeffekte werden über eine mit Hilfe eines Fal-
schied bei Geometrie 2 erklärt sich dadurch, dass in tungsintegrals beschriebene Korrektur von Kraft und
diesem Fall der Anker die untere Position nur kurz Fluss berücksichtigt. Damit werden Simulationser-
28
Reduzierte Modelle für elektromechanische Bauteile mit Berücksichtigung von Wirbelströmen
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29
30
Die Kühlungsoptimierung von elektronischen Komponenten mittels Strömungssimulation
Im vorliegenden Beitrag wird die grundsätzliche Methodik bei der Modellbildung einer Kühlungsoptimie-
rung mittels Strömungssimulation (engl.: Computational Fluid Dynamics, CFD) erläutert. Dabei wird ver-
stärkt auf die Geometriemodellierung eingegangen. Neben einem flexibel gestalteten CAD-Modell ist darauf
zu achten, einen CFD-gerechten Modellaufbau zu gewährleisten. Ein weiterer Aspekt ist eine mögliche Ver-
einfachung hinsichtlich der zu analysierenden Messgröße innerhalb des CFD-Modells. Ein dritter und sehr
wichtiger Modellierungsbaustein ist die Vernetzung des zu simulierenden Systems. Je nach Intention des Si-
mulationsvorhabens und den gegebenen Systemeigenschaften werden unterschiedliche Anforderungen an
das Netz gestellt, welche bei der Methodik der Vernetzung beachtet werden müssen.
Die genannten Modellierungsschritte werden hinsichtlich ihrer Randbedingungen und der angewandten Sys-
tematik dargestellt. Zur Veranschaulichung der Vorgehensweise werden die Modellierungsschritte am Bei-
spiel eines Projekts veranschaulicht. Projektziel stellte die Optimierung der Komponentenkühlung innerhalb
eines Schaltschranks dar. Projektpartner waren die Hochschule Ansbach und die Firma [Link] Schaltgeräte
GmbH, Waldenburg.
31
Kühlungsoptimierung von elektronischen Komponenten mittels Strömungssimulation
Um beides im Optimierungsprojekt zu erreichen, Die Reynolds-Zahl Re, welche als das Verhältnis der
werden die folgenden Vorgehensweisen empfohlen: Trägheits- zu den Reibungskräften interpretiert wer-
den kann [1], ist proportional zur Strömungsge-
x Wahl einer sinnvollen zu analysierenden
schwindigkeit ( ݑFormel 4) beziehungsweise zum
Messgröße
Volumenstrom ܸሶ (Formel 5).
x Intelligente Geometriemodellierung
௨ή
ൌ (4)
x Systemspezifische Vernetzung ఔ
ሶ
ݑൌ (5)
2 Wahl einer sinnvollen Messgröße
Während der Analyse des zu simulierenden Systems, Je größer das durch und um die elektronischen Kom-
sollte neben den zu variierenden Parametern auch ponenten strömende Volumen ܸሶ des Fluids ist, desto
untersucht werden, anhand welcher Messgröße die höher ist somit die abgeführte Wärme ݍሶ und desto
Optimierung des Systems erfolgen soll. Dabei muss niedriger bleibt die Komponententemperaturܶ .
die in der Praxis physikalisch interessierende Größe
nicht unbedingt die für die Simulation sinnvollste Die vorgenommene Vereinfachung des ursprüngli-
Lösung darstellen, was am folgenden Beispiel näher chen Kühlproblems auf ein Strömungsproblem,
betrachtet werden soll. sprich die vorgenommene Reduzierung auf eine
Kennzahl (Re-Zahl), bietet zudem den Vorteil, dass
Die Kühlung der Elektronikkomponenten erfolgt mit während der Optimierung nur ein Parameter betrach-
Hilfe von Zwangskonvektion, dabei steht die Opti- tet und ausgewertet werden muss. Würde im System
mierung des Wärmeübergangs ݍሶ (Formel 1) von auch die Temperatur analysiert werden, müsste min-
den elektrischen Komponenten auf das Fluid im destens die Nusselt-Zahl zusätzlich bei allen Auswer-
Fokus. tungen beachtet werden.
32
Die Kühlungsoptimierung von elektronischen Komponenten mittels Strömungssimulation
3 Intelligente Geometriemodellierung
Um Variationen in der Systemgeometrie zu ermögli-
chen, sollte das CAD-Modell flexibel und mittels
Geometrievariablen änderbar gestaltet werden. Dar-
über hinaus ist darauf zu achten, strömungssimulati-
onsoptimierte Rechengebiete zu modellieren. Dazu
kann die Geometrie in weniger wichtigen Bereichen
mit geringerem Detaillierungsgrad ausgeführt wer-
den.
Abbildung 2: Offene und geschlossene Kabelkanäle
3.1 Korrelierte Bemaßung im CAD-Modell
Eine korrelierte Bemaßung im CAD-Modell verrin- Kann im Vorfeld nicht ausgeschlossen werden, dass
gert die Zeit, die für wiederkehrende Anpassungen diese Vereinfachung einen Einfluss auf die Messgrö-
des Modells zur Optimierung des Systems nötig sind, ße nimmt, ist die Durchführung einer diesbezüglichen
erheblich. Deshalb sollte zumindest jeder Parameter, Geometriestudie erforderlich. Im CAD-Modell ist
den es im Laufe der Optimierungen zu variieren gilt, vorzusehen, dass schnell zwischen detailliertem Mo-
dell und Vereinfachung umgeschaltet werden kann.
als Variable ݔ vorhanden sein. Diese Bemaßungen
Dies macht eine modulare Konstruktion der Details
bzw. Variablen gehören formal einer Menge ܯଵ an.
notwendig, so dass diese im CAD-Modell akti-
Da sich häufig viele geometrische Größen eines Sys-
viert/deaktiviert werden können, ohne einen Einfluss
tems mit der Änderung einer anderen Größe verän-
auf das übrige Modell nehmen. Im Schaltschrank
dern, sollte im Vorfeld der Modellierung darauf ge-
wurde zum Beispiel als Vereinfachung die Modellie-
achtet werden, welche Größen ݕ von welchen Vari- rung eines Kabelstrangs entfernt. Diese Vereinfa-
ablen ݔ abhängig sind. Alle abhängigen Größen ݕ chung hatte bei der nachfolgenden Vernetzung eine
gehören einer Menge ܯଶ an. Das CAD-Modell muss Reduzierung der Zellenanzahl um 20 % zur Folge.
so gestaltet werden, dass alle diese abhängigen Grö- Die Analyse, ob diese Vereinfachung angewendet
ßen ݕ automatisch berechnet (Formel 6) und im werden kann, war jedoch negativ (Tabelle 1). Der
Modell verwendet werden. Kabelstrang beeinflusst die Ergebnisse der Strö-
mungsgeschwindigkeit nur geringfügig, die Ergebnis-
ݕ ൌ ݂ሺݔ ሻǡ ܯ א ݅ݔଵ ǡݕ ( ʹܯ א6) se der Volumenstromwerte ändern sich hingegen zum
Ist dies nicht der Fall, droht für jede Variation der Teil deutlich.
Modellgeometrie erheblicher Zeitaufwand, um die Tabelle 1: Abweichung durch die Vereinfachung im CAD-
nicht automatisch berechneten Maße an unterschied- Modell
lichen Stellen zu finden und manuell zu ändern. Bei Messgröße Abweichung [%]
konsequenter Anwendung der korrelierenden Bema-
ßung, nimmt eine Geometrieänderung im CAD- Volumenstrom ܸଵሶ 3,4
Modell nur wenige Minuten in Anspruch. Es müssen Volumenstrom ܸଶሶ 5,4
nur die Variablen ݅ݔgeändert sowie die daraufhin
Volumenstrom ܸଷሶ 6,3
automatisch erzeugte Systemgeometrie gespei-
chert werden. Strömungsgeschwindigkeit ݑଵ 1,7
33
Kühlungsoptimierung von elektronischen Komponenten mittels Strömungssimulation
4.1 Vernetzungsmethodik
Ist die Geometrie des Strömungsgebietes grundsätz-
lich rechteckig oder kreisförmig, kann je nach Geo-
Abbildung 3: Beispiel einer Netzverfeinerung
metrieform ein Netz mit vierflächigen (tetrahedral)
oder sechsflächigen (hexahedral) Zellen verwendet Diese können je nach CFD-Software unterschiedliche
werden. Sind die Strömungsgebiete von komplexer geometrische Ausmaße haben (z. B. quader-, kegel-,
geometrischer Form, wie beispielsweise der zu simu- zylinder- oder kugelförmig). Innerhalb dieser Berei-
lierende Schaltschrank, sind vielflächige (polyhedral) che kann das Netz hinsichtlich der Zellgröße und
Zellen zu bevorzugen. Diese bieten Vorteile hinsicht- anderer Kriterien, wie die Anzahl und Dicke der
lich des Konvergenzverhaltens und damit der Simula- wandnahen Zellen, verfeinert werden. Alle Größen-
tionszeit [3]. angaben können relativ zum Wert einer Basisgröße
Vor jeder Vernetzung sollte die Ausnutzung von oder in absoluten Längenmaßen definiert werden,
Symmetrieeigenschaften und deren strömungsmecha- wobei dies individuell abzuwägen ist. Beispielsweise
nischer Einfluss geprüft werden. Eine zweidimensio- sollten die Zellgrößen relativ definiert werden, um bei
nale Simulation kann je nach Geometrie und physika- einer Skalierung des Netzes auch die Zellgrößen in
lischen Bedingungen eine etwa 95 % geringere Simu- den feiner vernetzen Bereichen zu verändern. Bei
lationszeit gegenüber einer dreidimensionalen Strö- Größen, die der wandnahen Vernetzung und somit der
mungssimulation aufweisen. Zudem ist das System Auflösung der Grenzschicht dienen, sind hingegen
auf Symmetrieachsen hin zu untersuchen. Sind Sym- absolute Vorgaben empfehlenswert, da die Grenz-
metrien im System vorhanden, braucht, je nach An- schicht physikalische Eigenschaften aufweist und
zahl der Symmetrien nur ein Bruchteil des Systems somit unabhängig von der Vernetzung zu sehen ist
vernetzt und simuliert werden, entsprechend kürzer [5].
ist der benötigte Zeitaufwand. Bei der vorliegenden Schaltschranksimulation konnte
Eine sehr effektive Methode zur Reduzierung der auf keine Symmetrieeigenschaft zurückgegriffen
Simulationszeit unter Gewährleistung belastbarer werden, so dass ein volles 3D-Modell untersucht
Ergebnisse ist die Anwendung regional verfeinerter wurde. Zur Auflösung der klein strukturierten Lüf-
Netze [4]. Dabei kann das Rechengebiet in Berei- tungsschlitze, Bauteilzwischenräume und Bereichen
chen, in denen niedrige Geschwindigkeitsgradienten mit hoher Strömungsgeschwindigkeit wurde ein regi-
auftreten, gröber aufgelöst werden. Bis zu einem onal verfeinertes Netz eingesetzt. Hohe Strömungsge-
gewissen Grad hat diese Vereinfachung keine gravie- schwindigkeiten sind beispielsweise bei den Lüftern
renden Auswirkungen auf die Simulationsergebnisse. und geometrischen Eingriffen in die Strömungsfüh-
Da es jedoch häufig geometrisch einfacher ist, die rung vorhanden. Insgesamt konnte die globale Netz-
Gebiete, an denen das Netz feiner sein sollte, zu defi- größe von 25 mm (Netzgeneration 1) auf 200 mm
nieren, als das Gebiet in dem das Netz gröber sein (Netzgeneration 4) erhöht werden, bei gleichbleiben-
kann, werden normalerweise die Gebiete mit feine- der Netzauflösung in den relevanten Strömungsberei-
rem Netz definiert (Abbildung 3). chen. Dadurch reduzierte sich die Zellanzahl bei
uniformer Vernetzung von 18,2 Mio. Zellen (Netzge-
neration 1) um den Faktor 30 auf lediglich 663.000
Zellen bei regional verfeinerter Vernetzung (Netzge-
neration 4). Die Simulationszeit wurde infolge dessen
34
Die Kühlungsoptimierung von elektronischen Komponenten mittels Strömungssimulation
von über 7 Stunden auf weniger als 30 Minuten ver- Kühlung der elektronischen Komponenten im Schalt-
kürzt (Abbildung 4). schrank.
Zur Validierung der Simulationen anhand experimen-
teller Daten würde sich die Vernetzung 50 mm eig-
nen, da kaum noch Unterschiede zu einer noch feine-
ren Vernetzung festgestellt werden können.
5 Zusammenfassung
Im Beitrag konnte gezeigt werden, dass es bereits
beim Design des CAD-Modells wichtig ist, unnötige
Details zu vereinfachen, da diese die Zellzahl in der
Abbildung 4: Simulationszeiten der Netzgenerationen späteren Simulation stark erhöhen. Weitere Rechen-
zeit kann durch die Wahl der Messgröße und somit
4.2 Analyse der Netzqualität
der notwendigen physikalischen Modellierung, an-
Bei Optimierungsproblemen, die mittels Strömungs- hand derer das System optimiert werden soll, einge-
simulation gelöst werden sollen, ist stets auf einen spart werden. Durch die dargestellte Zeiteinsparung
Kompromiss zwischen niedriger Zellanzahl im CFD- durch Anwendung regional verfeinerter Vernetzung
Modell und noch vertretbarer Qualität der Ergebnisse wurde deutlich, dass hier neben der Nutzung von
zu achten, da sonst aufgrund der vielen Variationen Symmetrieeigenschaften das größte Potenzial hin-
und damit notwendigen hohen Simulationsanzahl sichtlich Minimierung der Simulationszeiten liegt.
nicht in einem angemessenem Zeitrahmen simuliert
werden kann. Mittels einer Netzstudie kann der Ein- Schlussendlich kann gesagt werden, dass mittels
fluss der Diskretisierung auf die Ergebnisqualität Strömungssimulation komplexe Problemstellungen
untersucht werden, dabei sollte das Netz jeweils um mit strömungsbedingten Wärmetransporten effizient
den Faktor 2 verfeinert werden [6]. optimiert werden können, sofern schon von Beginn
an konsequent auf einen Kompromiss zwischen ver-
In der Netzstudie des Schaltschranks wird deutlich, tretbarer Ergebnisqualität und niedriger Simulations-
dass die Netzgröße 100 mm Abweichungen kleiner zeit geachtet wird.
5% gegenüber der feinsten Auflösung aber eine um
den Faktor 12-16 geringere Rechenzeit aufweist. Eine
gröbere Vernetzung würde zwar eine weiter Reduzie-
6 References
rung der Rechenzeit um den Faktor 6-8 bedeuten, [1] J. Kopitz und W. Polifke. Wärmeübertragung:
weist aber Abweichungen größer 10 % gegenüber der Grundlagen, analytische und numerische Me-
feinsten Auflösung auf (Abbildung 5). thoden. Pearson Deutschland GmbH, 2009.
[2] M. Casey und T. Wintersgerste. ERCOFTAC
Special Interest Group on Quality and Trust in
Industrial CFD-Best Practice Guidelines. Eu-
ropean Research Community on Flow, Turbu-
lence and Combustion, 2000.
[3] M. Perić und S. Ferguson. The advantage of
polyhedral meshes. CD-adapco, 2007.
[4] J. F. Thompson, B. K. Soni und N. P. Weath-
erill. Handbook of Grid Generations. CRC
press, 1999.
Abbildung 5: Netzstudie mit variierter Zellgröße [5] H. Schlichting und K Gersten. Boundary-layer
theory. Springer, 2000.
Somit bietet die Netzgröße 100 mm einen guten
Kompromiss zwischen hoher Genauigkeit sowie [6] J. H. Ferziger und M. Perić. Numerische Strö-
niedriger Rechenzeit und empfiehlt sich daher zur mungsmechanik. Springer DE, 2007.
Durchführung von Simulationen zur Optimierung der
35
36
7KHUPLVFKH6LPXODWLRQYRQ%RQGGUlKWHQLQYHUSDFNWHQ&KLSVXQWHU%HUFNVLFKWLJXQJGHU'UDKW3DFNDJH
,QWHUDNWLRQ
In der Mikroelektronik werden Chips häufig in Mold-Gehäusen verpackt. Die elektrischen Verbindungen
vom Chip zu den Anschlussbeinchen des Gehäuses werden mit Bonddrähten realisiert. Für die Berechnung
der Gleichgewichtstemperatur in einem Bonddraht bei konstantem Strom sowie von Temperaturverläufen bei
transienten Strömen ist die herkömmliche FEM-Methode langsam und unhandlich. Daher wurde der Bond-
rechner entwickelt, der ein zylindersymmetrisches Ersatz-Modell für das Package in geeigneten mathemati-
schen Gleichungen abbildet.
Im Gegensatz zum Bondrechner der ersten Generation [1], der auf den Gleichungen von [2] basiert, bietet
ein neuer mathematischer Ansatz die Möglichkeit, eine endliche effektive Package-Größe, sowie einen endli-
chen Wärmeübergang zwischen Bonddraht und Mold-Masse zu berücksichtigen. Ebenso wurde die Berech-
nung der Interaktion von mehreren benachbarten Drähten verfeinert. Die Berechnung von beliebigen tran-
sienten Pulsformen mittlerer Länge wurde ebenfalls verbessert. Eine quadratische Komponente in der Tem-
peraturabhängigkeit des spezifischen Widerstandes des Drahtmaterials kann jetzt ebenfalls berücksichtigt
werden.
Die Ergebnisse wurden erfolgreich mit FEM-Berechnungen verglichen und die Geschwindigkeit der Berech-
nung ist um Größenordnungen schneller als mit kommerziellen FEM-Programmen.
37
Problemstellung
Problem:
Durchbrennen
eines oder mehrerer
Bonddrähte bei
elektrischer
Überlastung
Gesucht:
Berechnungstool
zur Dimensionierung
der Stromtragfähigkeit
Eingangsgrößen
Eingangsgrößen aus
Bondplan:
38
1
Historie des Bondrechners
Anwendung:
Dimensioniserung von Bonddrähten für verpackte Chips
(Bonddrähte sind in Moldmasse eingebettet)
Berechnung der Gleichgewichtstemperatur in einem Bonddraht bei konstantem Strom sowie
von Temperaturverläufen bei transienten Strömen: Herkömmliche FEM-Methode langsam
und unhandlich.
2000 Theoretischer Ansatz Nöbauer basierend auf zylindersymmetrischem Ersatz-Modell für
das Package.
2012 Bondrechner der 1. Generation [A. Gerlach et al., 2012], auf den Gleichungen von [G. T.
Nöbauer und H. Moser, 2000] basiert.
2013 Bondrechner der 2. Generation mit neuem mathematischen Ansatz: endliche effektive
Package-Größe, endlicher Wärmeübergang zwischen Bonddraht und Mold-Masse. Interaktion
von mehreren benachbarten Drähten verfeinert. Beliebige transiente Pulsformen mittlerer
Länge verbessert.
Status: Erfolgreicher Vergleich mit FEM-Berechnungen, Geschwindigkeit der Berechnung um
Größenordnungen schneller als mit kommerziellen FEM-Programmen.
output output
39
2
Zylindersymmetrisches Modell
Bonddraht
Modell
Bonddraht, umgeben
von Mold verschiedene Spezialfälle:
40
3
Simulationsergebnis für transienten Input
Temperatur-Transienten-
Berechnung möglich unter
Berücksichtigung von
Nichtlinearitäten
: TemperaturkoeffizientderthermischenLeitfähigkeit
Gestrichelt: 0 . Durchgezogen: nicht verschwindend. Gepunktet: Strom.
steady
Anregung: state
Stromsprung bei t = 0 s,
Dann konstanter Strom
200 ms
20 ms
5 ms
41
4
Zeitlicher Anstieg der Temperatur
Maximums-Temperatur im Draht
Vergleich Bondrechner
1. Generation/[Link]
1. 2.
Generation Generation
Genauigkeit ++ ++
bis 300 °C
über 300 °C + ++
Rechenzeit ++ ++
Fazit: für Bond-Draht im Vakuum sehr vergleichbare Resultate. oberhalb 300 °C: 2. Generation genauer
42
5
Spez. Widerstand von Gold als f(T)
Wie groß ist der Temperaturkoeffizient des spezifischen Widerstands von Gold?
Direkt gemessen (rbz, bis 175°C): 0,0038 1/K; CRC Handbook (lokaler Fit: Bosch): 0,0039 1/K; R. Matula: 0,0037 1/K
Mittlere Temperatur eines bestromten Drahts (Länge 1,54 mm, Durchmesser 25 μm) in Luft verglichen mit
theoretischen Werten (therm. Leitfähigkeit Luft: Wert bei 100 °C)
43
6
Selbstverstärkung der Temperatur
Selbstverstärkung für Bond-Draht im Vakuum bei hohen Temperaturen aufgrund der
Temperaturkoeffizienten von spez. Widerstand und thermischer Leitfähigkeit bei Rechteck-
Pulsen
pitch
44
7
Vergleich mit FEM
# D/μm l/mm T M/mm hc pitch/ I/A Tmax Tmax Berechnungs-
(Chip) μm (Draht)/°C (Draht) zeit
/°C Unsere /°C FEM
Simulation FEM
Summarische
Berechnungszeit: 37 sec 29 h
isoliert
45
8
Zusammenfassung
Software Tool für die schnelle und exakte Berechnung des Wärmetransfers
von einem Bonddraht zu einem zylindrischen endlichen Mold-Package
Vielen Dank
und an
46
9
7KHUPLVFKH6LPXODWLRQYRQ%RQGGUlKWHQLQYHUSDFNWHQ&KLSVXQWHU%HUFNVLFKWLJXQJGHU'UDKW3DFNDJH
,QWHUDNWLRQ
Literaturverzeichnis
[1] A. Gerlach, D. Marolt und J. Scheible. Der
Bond-Rechner – ein Werkzeug zur Dimensio-
nierung von Bonddrähten. 6. GMM/GI/ITG-
Fachtagung „Zuverlässigkeit und Entwurf“,
Bremen, Germany, 25.-27.09.2012, GMM-
Fachbericht 73, VDE-Verlag, 2012, ISBN 978-
3-8007-3445-0, ISSN 1432-3419, S. 35-38,
2012.
[2] B G. T. Nöbauer und H. Moser. Analytical Ap-
proach to Temperature Evaluation in Bonding
Wires and Calculation of Allowable Current.
IEEE Trans. Adv. Packaging, vol. 23, S. 426-
435, 2000.
[3] R. A. Matula, Electrical Resistivity of Copper,
Gold, Palladium and Silver. J. Phys. Chem.
Ref. Data, Vol. 8, S. 1147-1298, 1979.
[4] Lide, David R. Handbook of Chemistry and
Physics. 75th Edition. New York: CRC Press,
S.11-41, 1996-1997.
47
48
Integrierte Analyse von Modelica-Modellen mit MapleSim und Maple
jfriebe@[Link]
Wir demonstrieren neue Features in MapleSim 6.3 zu den Themengebieten Modelica und Analyse in Maple,
außerdem Anbindung an Noesis Optimus.
49
Integrierte Analyse von Modelica-Modellen mit MapleSim und Maple
[4] [Link]
new/[Link]
[5] [Link]
50
8VLQJ)XQFWLRQDO0RFNXS,QWHUIDFHLQ
6RIWZDUHLQWKH/RRS6LPXODWLRQ$SSOLFDWLRQV
[Link]@[Link]
Due to lack of standards for both, modeling languages and simulation interfaces, model exchange and
consequently the reuse of simulation models was barely possible. FMI (Functional Mock-up Interface),
introduced in the ITEA2/MODELISAR project, is an evolving standard that now allows connecting
simulation models from different sources and achieving a virtual system integration. This paper illustrates
how based on FMUs (Functional Mock-up Units), AUTOSAR Software Components including RTE (Run-
time Environment) and OS can be connected with a Modelica plant model running a closed-loop simulation.
Keywords:
Functional Mock-up Interface (FMI), MODELISAR, AUTOSAR, Software-in-the-Loop (SiL),
Co-Simulation, Model Exchange
51
8VLQJ)XQFWLRQDO0RFNXS,QWHUIDFHLQ
6RIWZDUHLQWKH/RRS6LPXODWLRQ$SSOLFDWLRQV
What is FMI?
Due to lack of standards for both, modeling languages and simulation interfaces, model exchange and consequently,
the reuse of simulation models were barely possible. Functional Mock-up Interface (FMI), introduced in the
ITEA2/MODELISAR project, is an evolving standard that now allows connecting simulation models from different
sources and achieving virtual system integration.
FMI provides a standardized simulation interface supporting two dedicated use cases:
A FMU (Functional Mock-Up Unit) is a package (zip-file) containing different information, such as the model
(source code or library), the model description in terms of signal names, attributes, type, unit definitions and
documentation.
52
8VLQJ)XQFWLRQDO0RFNXS,QWHUIDFHLQ
6RIWZDUHLQWKH/RRS6LPXODWLRQ$SSOLFDWLRQV
What is AUTOSAR?
AUTOSAR (AUTomotive Open System ARchitecture) is an automotive standard which defines a layered
architecture, separating hardware, application software and basic software through standardized interfaces.
The interface between Application Software Components and between Application Software and Basic Software
(BSW) is handled through the Runtime Environment (RTE), which implements different types of communication
mechanisms.
Fig.4
AUTOSAR Layered Architecture
In the software development process, unit test is a quiet common way of testing individual Software Components
against the specification by applying pre-defined test vectors. To test AUTOSAR Software Components and
Compositions at a satisfactory level, it is important to take the AUTOSAR OS and the RTE (Runtime Environment)
into account.
Ͳ AUTOSAR OS
The AUTOAR OS determines (with the RTE_Event-to-Task Mapping) the software scheduling in terms of
execution period and execution order
Ͳ RTE
The RTE implements different communication mechanisms between Software Components and between
Software Components and Service Components, such as implicit/explicit Sender/Receiver communication,
queued/non-queued Sender/Receiver communication, synchronous/a synchronous Client/Server
communication, etc.
ASim (Autosar SIMulation) from Dassault Systemes allows simulating a virtual ECU on VFB (Virtual Function
Bus) Level also considering EcuM (ECU State Manager), OS (Operating System) and RTE (Runtime Environment).
Basic Software behavior can be emulated through the Testbench.
Fig.5
ASim – Simulation Abstraction of an
AUTOSAR Software Component
53
8VLQJ)XQFWLRQDO0RFNXS,QWHUIDFHLQ
6RIWZDUHLQWKH/RRS6LPXODWLRQ$SSOLFDWLRQV
However, unit test is an “open-loop” test where reasonable test vectors must be defined carefully. Timing effects and
delays, caused by the surrounding environment, can only be roughly estimated through timing offsets in the test
vectors.
Software-in-the-Loop, in contrast, is performed by a “closed-loop” simulation in which the software is connected
with the virtual plant model. Only few test vectors must be defined in that case, as most input values of the software
are provided by the virtual plant model in the “real” time. This adds an enormous value in software-testing, which is
why SiL simulation is a common method in industrial development approaches.
Software is usually designed in different tools than the physical parts of the system. But due to proprietary formats,
those tools can neither be easily connected nor import/export models from one to another. FMI’s purpose is to
address this problem.
By exporting the Application Software Component including OS and RTE as an FMU, it can be easily integrated
into every simulation environment supporting the FMI standard. The RTE as part of the FMU plays here the role of
the “solver”. In case an exported FMU also contains calibration parameters, those can be accessed as normal model
parameters. For instance by applying a parameter sweep on the calibration parameters, during simulation one can
perform online software calibration.
In following example of an Air-conditioning System, the controller is implemented as an AUTOSAR Software
Component and tested in ASim.
In a next step the Controller Software Component was exported as a FMU and integrated into an Air-conditioning
plant model which is modeled in the Modelica-based simulation tool Dymola.
Fig.7
Overall Air-conditioning System
in Dymola
54
8VLQJ)XQFWLRQDO0RFNXS,QWHUIDFHLQ
6RIWZDUHLQWKH/RRS6LPXODWLRQ$SSOLFDWLRQV
The complete model of the AC-System considers the impact of the plant and the environmental changes such as the
ambient temperature. This allows a virtual verification and the tuning of the software controller.
Fig.8
Simulation Result –
controlled Cabin Temperature
Client/Server communication is used quiet extensively in AUTOSAR software development. Typical use cases are
master SW components providing a dedicated service to other application SW components, data exchange between
sensor/actuator SW components and application SW components or between Service SW components which are part
of the basic software stack.
One limitation of FMI today is the lack of support for Client/Server communication. This shortcoming will be
addressed with FMI version 2.1 as “physical connectors”. In the meantime this can be worked around by either
defining the model scope of a FMU in a way, that it encloses the Client/Server communication within the FMU or
by replacing a Client/Server port by a combination of an input and output port (provided and required port with a
sender-receiver interface) to mimic the same behavior.
Conclusion
The FMI standard allows virtual system integration by connecting simulation models coming from different sources.
This enables not only model exchange between Tier1 and OEM but also within the same organization. Different
departments with historically different roles can now exchange on model level.
AUTOSAR Software Components developed by Software developers (at OEMs or Tier1s) can be reused by the
system integrator to perform a system simulation or Software Components can be tested in a broader scope by
applying Software-in-the-Loop tests.
References
[1] [Link]
[2] [Link]
[3] [Link]
[4] [Link]
[5] Functional Mockup Interface (FMI), General Standard for Model Exchange and Simulator
Coupling, Linköping University, 2011-02-10, Peter Fritzson
55
56
Physikbasierte Simulation im Anlagenbau
Die Realisierung von Produktionsanlagen wird in zunehmendem Maße durch Simulationsmethoden unter-
stützt. Die Simulation erstreckt sich dabei über Materialfluss, Kommunikation, Steuerungslogik und graphi-
sche Darstellung. Diese Methodik ist als „virtuelle Inbetriebnahme“ bekannt. Das Gesamtverhalten der An-
lage kann dabei zeitsparend, kostengünstig und sicher am Rechnermodell überprüft werden. Allerdings wer-
den physikalische Aspekte – insbesondere Kräfteaspekte wie Schwerkraft, Trägheit oder Reibung – wenig
betrachtet, obgleich geeignete Methoden bereits aus anderen Gebieten, etwa der Unterhaltungselektronik,
bekannt sind.
Im Rahmen des hier vorgestellten AVANTI-Projekts sollen die Möglichkeiten der virtuellen Inbetriebnahme
um Kräfteaspekte als Einflussgrößen erweitert werden. Die Erweiterung um physikalische Aspekte zieht sich
dabei durch die gesamte virtuelle Wertschöpfungskette; insbesondere Umfang, Notation und Austauschfor-
mate der Komponentenmodelle, deren Simulation, sowie die Möglichkeiten funktionaler Anforderungen und
deren Testbarkeit werden dadurch beeinflusst. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Anreicherung etablierter
Lösungen um offene Standards, welche die relevanten physikalischen Aspekte bereits unterstützen. Damit
zielt das Projekt darauf ab, die Aussagekraft der Modelle zu erhöhen, die Güte der derzeitigen Simulation zu
verbessern und den Zugang zu der Methodik für eine Großzahl industrieller Partner zu ermöglichen.
57
TN- Physikbasierte Simulation im Anlagenbau
Automatisierungsfunktion sowie auf Robustheit ge- Das Verhaltensmodell simuliert das logische und
gen bestimmte simulierte Fehlereinflüsse getestet zeitliche Ein-/Ausgabeverhalten der Anlage gegen-
werden. Zur funktionalen Korrektheit gehören etwa über der SPS. Zudem werden Kommunikation und
die richtige Schrittabfolge, der korrekte Signalfluss, Materialfluss zwischen den Komponenten modelliert
sowie das Einhalten von Taktzeiten, z.B. im Zusam- und dem Geometriemodell zur Simulationsdarstel-
menspiel mit der Dimensionierung der Feldelemente. lung mitgeteilt. Insbesondere das zeitliche Verhalten
Als Fehlereinfluss kann im Verhaltensmodell z.B. der der Anlage, etwa die Ausführungszeit einzelner Ar-
Ausfall eines Sensors modelliert werden, auf den die beitsschritte, ist im Verhaltensmodell „hartkodiert“.
SPS reagieren soll. Hierbei muss betont werden, dass
Sensoren und deren Signalreaktionen können in bei-
die Verwendung einer realen SPS Echtzeitfähigkeit
den Modellen dargestellt werden. So kann wahlweise
von der Simulationsumgebung fordert.
eine Sensorreaktion nach einer vorgegebenen Zeit
Der Methodik der VIBN soll im Rahmen des AVAN- vom Verhaltensmodell gegeben werden Fehler! Ver-
TI-Projekts um zwei Aspekte erweitert werden, die weisquelle konnte nicht gefunden werden., oder
eine signifikante Verbesserung der derzeitigen Simu- das Signal wird vom Geometriemodell z.B. bei
lations- und Testmöglichkeiten versprechen. Diese Durchlauf eines Guts durch einen aktiven Sensorbe-
bestehen zum einen in der Berücksichtigung von reich an das Verhaltensmodell weitergegeben [2]. In
Kraftgrößen, also der Erweiterung der Simulation um letztgenanntem Fall spricht man auch von einem
ungesteuerte Systemaspekte. Zum anderen soll die erweiterten Geometriemodell.
Testumgebung das modellbasierte Paradigma unter-
Das Zusammenspiel zwischen SPS und Modellen in
stützen, das auf dem Vorliegen einer formalisierten
der VIBN ist in Abbildung 1 dargestellt.
Systembeschreibung basiert.
In der vorliegenden Arbeit wird zunächst das Kern-
stück der VIBN – das Anlagenmodell – erläutert. Auf
dessen Erweiterungen um physikbasierte Möglichkei-
ten im Rahmen des AVANTI-Projekts und die Impli-
kationen an den Wertschöpfungsprozess wird nach-
folgend eingegangen. Zudem werden die Grundlagen
des modellbasierten Testens kurz erläutert.
58
Physikbasierte Simulation im Anlagenbau
Die Integration des ungesteuerten Verhaltens in die 2.2 Sprachen zur physikbasierten Modellierung
Simulation ist eines der grundlegenden Ziele des Die Realisierung der oben beschriebenen Modellie-
AVANTI-Projekts. rung kann mit unterschiedlichen Software-
Werkzeugen erreicht werden. Bis heute hat sich aller-
2 Physikbasierte Simulation dings kein gemeinsamer Standard etabliert, mit dem
Seit einigen Jahren werden im Rahmen der VIBN physikalische Simulationen in der Anlagenplanung
vermehrt physikbasierte Anlagensimulationen einge- durchgeführt werden. Kernziele des Projektes
setzt. Hierbei werden bestehende Simulationsmodelle AVANTI sind daher die Festlegung eines leistungsfä-
um physikalische Aspekte erweitert, um ein physika- higen Beschreibungsformats für physikalische Simu-
lisch korrektes Anlagenverhalten abbilden zu können. lationen, die Identifikation geeigneter Modellierungs-
In diesem Zusammenhang spielen vor allem Gesetz- sprachen und Simulationsumgebungen sowie die
mäßigkeiten der Mechanik eine tragende Rolle, um Entwicklung notwendiger Schnittstellen zwischen
Kinematik und Dynamik einzelner Bauteile, daraus Modellierungssprache und Simulationswerkzeug.
zusammengesetzter Komponenten sowie der kom- Eine abgeschlossene Entwicklungs- und Simulation-
pletten Anlage beschreiben zu können. sumgebung physik-basierter Simulationen bieten die
beiden Softwarepakete MATLAB/Simulink und Mo-
2.1 Herangehensweise delica. Allerdings besitzen weder MATLAB/Simulink
Grundlage der Beschreibung ist ein geometrisches noch Modelica die gesamte Funktionalität, die für
Ersatzmodell der Anlage, welches aus vereinfachten physikbasierte Simulationen von Produktionsanlagen
3D CAD Daten der einzelnen Bauteile aufgebaut ist. wünschenswert wäre. So fehlt MATLAB/Simulink
Es folgt eine Klassifizierung der Bauteile und Kom- sowohl die Möglichkeit zur Nutzung eines offenen
ponenten in stationäre und bewegliche Elemente Standards als auch ein objekt-orientierter Ansatz [4].
sowie die Zuordnung verschiedener physikalischer Modelica hat den zusätzlichen Nachteil, dass es, im
Eigenschaften [2]. Eine große Rolle spielen Kenn- Gegensatz zu MATLAB/Simulink, nicht sehr verbrei-
größen wie Masse, Schwerpunkt, Reibungseigen- tet ist. Infolgedessen hat sich im Bereich Anlagenpla-
schaften, Elastizitätsmoduln etc. Das geometrische nung ein dualer Ansatz durchgesetzt, welcher auch in
Modell ermöglicht außerdem die Erfassung und Be- AVANTI verfolgt und im Folgenden erläutert werden
rechnung von Kollisionen und deren Reaktionen. All soll.
diese Informationen ermöglichen eine vollständige
physikalische Beschreibung und Simulation der Pro- Die geometrische und physikalische Beschreibung
duktionsanlage. individueller Bauteile und Komponenten geschieht in
XML-basierten Sprachen, die Durchführung der ei-
Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt in diesem Zu- gentlichen Simulation wird in einer separaten Umge-
sammenhang ist die Echtzeitfähigkeit der Simulation. bung durchgeführt. Die derzeit am häufigsten ver-
Wie bereits erwähnt erfordert die Verwendung einer wendete Beschreibungssprachen werden in einem
realen SPS eine echtzeitfähige Simulation. Diese späteren Abschnitt behandelt.
Bedingung wird vor allem durch zwei Maßnahmen
erleichtert, nämlich die Vereinfachung der 3D CAD Die Verwendung eines XML-basierten Formats bringt
Daten (konkave Geometrien werden in konvexe Teil- mehrere Vorteile [5]. Erstens ist XML ein offener
geometrien aufgeteilt) als auch der weitgehende Ver- Standard, d.h. er ist leicht zugänglich, weiterentwi-
zicht auf Modellierung und Simulation biegeschlaffer ckelbar und einsatzbar. Zweitens unterstützt XML die
Elemente. Der erste Schritt beschleunigt die Erfas- Einbindung weiterer Dateiformate, z.B. CAD Daten.
sung und Berechnung von Kollisionen, der zweite Drittens ermöglicht solch ein Format den plattform-
verhindert aufwendige Berechnungen mit Hilfe der und implementationsunabhängigen Austausch von
Methoden finiter Elemente. Hinsichtlich des letzten Daten. Viertens existieren bereits XML Beschreibun-
Punktes gibt es vermehrt Anstrengungen im Bereich gen, welche die Integration physikalischer Aspekte
Algorithmik, um auch flexible Bauteile effizient in erlauben und für AVANTI benutzt werden können.
die Simulation miteinbeziehen zu können [3]. Fünftens akzeptiert eine Vielzahl der aktuellen Simu-
lations-Umgebungen Datenbeschreibungen im XML-
Format. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass
XML-Formate ein flexibles, effizientes und ganzheit-
59
TN-4 Physikbasierte Simulation im Anlagenbau
60
Physikbasierte Simulation im Anlagenbau
61
TN-6 Physikbasierte Simulation im Anlagenbau
Literaturverzeichnis
[1] M. Bergert, S. Höme und L. Hundt. Verhal-
tensmodellierung für die virtuelle Inbetrieb-
nahme. etz, Heft 9, S. 2-9, 2010. VDE Verlag,
2010.
62
Fallstudien zur Modellierung physikalischer Systeme in der
experimentellen Archäologie
Johannes Tanzler1 , Philipp Pichler1,2 , Bernhard Heinzl2,3 , Hans Reschreiter4 , Kerstin Kowarik4 ,
Felix Breitenecker1
1
Institut für Analysis und Scientific Computing, TU Wien
2
dwh GmbH Simulation Services, Wien
3
Institut für Rechnergestützte Automation, TU Wien
4
Naturhistorisches Museum Wien
[Link]@[Link]
Als Ergänzung zu klassischen experimentellen Methoden kann auch Computersimulat ion beitragen bessere
Einblicke in verschiedene Aspekte der Archäologie zu gewinnen. In Zusammenarbeit zwischen TU Wien und
dem Naturhistorischen Museum Wien wurden mehrere Fallstudien von physikalischen Systeme n aus dem
prähistorischen Salzbergbau in Hallstatt (Österreich) untersucht. Die Ergebnisse aus diesen Simu lationen lie-
fern neue Informat ionen und quantitative Anhaltspunkte und tragen dazu bei das Verständnis über die prähis-
torischen Arbeitsprozesse und Werkzeuge zu vertiefen.
63
TN-2 Fallstudien zur Modellierung physikalischer Systeme in der
experimentellen Archäologie
Im Rah men einer Zusammenarbeit zwischen der TU Kraftaufwand und Impuls an der Pickelspitze ange-
Wien und dem Naturhistorischen Museum Wien stellt werden. So zeigte sich u.a., dass eine Schlagbe-
wurden verschiedene Fragestellungen anhand von wegung auf den Boden energieintensiver und ineffi-
Fallstudien aus dem prähistorischen Salzbergbau in zienter ist, da beim Auftreffen der Sp itze auf dem
Hallstatt untersucht und anhand von Simulationsmo- Gestein ein enger Winkelbereich (ca. 20 bis 30°)
dellen verschiedene Varianten und Szenarien vergli- eingehalten werden muss um einen größtmöglichen
chen [4]. Dabei wurde auf bewährte Methoden aus Effekt zu haben.
den Ingenieurwissenschaften (Differentialgleichun-
gen, objektorientierte Starrkörpermodelle) zurückge- 3 Fazit
griffen. Vorhandene experimentelle Daten lieferten
Die Ergebnisse und Vergleiche aus derartigen Simu la-
gemeinsam mit Ausgrabungsfunden Paramet risierun-
tionen liefern den Archäologen und Archäologinnen
gen für diese Modelle.
neue Informat ionen und quantitative Anhaltspunkte,
die ihnen dabei helfen d ie Plausibilität verschiedener
2 Fallstudien Theorien zu beurteilen, d ie Möglichkeiten von Szena-
rien ein zuschränken und gegebenenfalls Theorien zu
2.1 Seilzug mit Rei bung
falsifizieren. Zusammen mit neuen Ausgrabungsfun-
Bei archäologischen Ausgrabungen wurden Stücke
den und den daraus gewinnbaren Erkenntnissen ist
von geflochtenen Seilen aus Lindenbast gefunden, die
damit das Gesamtbild über den prähistorischen Berg-
auf manuelle Seilzüge hindeuten. Es ist allerd ings bau in Hallstatt einen ständigen Wandel unterzogen.
noch ungeklärt, wie lang derartige Seilzüge waren
und wie das Seil dabei geführt wu rde, da keine U m-
lenkro llen oder derg leichen gefunden wurden. Um Referenzen
quantitative Anhaltspunkte für diese Fragestellungen [1] M. Grabner, H. Reschreiter, F.E. Barth, A.
zu beko mmen, wurden mehrere Varianten von Seil- Klein, D. Geihofer und R. Wimmer. Die Den-
zügen modelliert (Umlenkung an einem Bau mstamm dochronologie in Hallstatt. Archäologie Öster-
oder mit Rolle, offenes oder geschlossenes Seil) und reichs, 17(1), S. 49-58, 2006.
hinsichtlich Kraftaufwand (und damit maximale Län- [2] H. Reschreiter und K. Ko warik. The Bronze
ge bzw. Schachthöhe) und Energiebedarf verglichen. Age. In: Kingdom of Salt: 7000 Years of Hall-
Die Simulat ionsergebnisse zeigen einen do minieren- statt, Herausgeber: Kern et al, Wien: VPA3,
den Einfluss der Seilmasse und des Reibungswider- Naturhistorisches Museum Wien, S. 48-64,
standes, welche eine Seilu mlenkung mit Gleitreibung
2009.
über einen Bau mstamm für größere Schachthöhen
unplausibel machen. [3] K. Ko warik, H. Reschreiter und G. Wu rze r.
Modelling Prehistoric Mining. Tagungsband
2.2 Schlagbewegung mit Bronze pickel MATHMOD 2012 - 7th Vienna Conference on
Zum Brechen des Salzes aus dem Gestein wurden Mathematical Modelling, 2012.
Schlagwerkzeuge (Pickel) mit Ho lzstiel und aufge- [4] B. Hein zl, E. Auer, B. Slo wacki, K. Kowarik,
setzter Spit ze aus Bronze verwendet. Sehr ungewöhn-
H. Reschreiter, N. Popper und F. Breitenecker.
lich ist allerd ings die Form d ieser Pickel mit einem
Mathematical Modelling for Experimental Ar-
Winkel zwischen Stiel und Spit ze von ca. 55 b is 75 °.
chaeology: Case Studies for Mechanical Tools
Man geht davon aus, dass diese besondere Form an in Hallstatt Salt Mines. Tagungsbeitrag EMSS
die spezifischen Arbeitsbedingungen angepasst war, 2012 - 24th European Modeling and Simu lati-
zu mal keine ähnlichen Geräte an anderen Ausgra- on Symposium, 2012.
bungsorten gefunden wurden. Dieser kleine Win kel
und die Länge des Stiels (ca. 1m) erlauben keine
typische kreisförmige Schlagbewegung und es ist
noch nicht geklärt wie diese Werkzeuge genau ver-
wendet wurden. Mittels Starrkörpermodell des
Schlagpickels konnten Verg leiche verschiedene Be-
wegungsszenarien (mehrere Haltepositionen, Schlag
gegen die Wand oder auf den Boden) hinsichtlich
64
State Estimation with Unscented Kalman Filter for Higher Index Nonlinear Differential-Algebraic Systems TN-1
This contribution concerns the state estimation with an unscented Kalman filter (UKF) for higher index
nonlinear differential-algebraic (DAE) systems. First, a short introduction to DAE systems is given. A
solution concept for nonlinear DAE systems is discussed focusing on properties which are essential for the
application to the state estimation. The introduction of stochastic noise in DAE systems and the contrast
to stochastic ordinary differential equations (ODE) are described subsequently. Further, the unscented
Kalman filter algorithm is reviewed and former stochastic filtering approaches utilizing DAE systems
are summarized. Particularly, the formulation of the UKF for the index one DAE systems (cf. [1]) is
given. Finally, a direct augmented state estimation approach for higher index nonlinear DAE systems is
proposed. Especially, a new concept for the consistent DAE reinitialization after the calculation of the
corrected augmented state within the filtering algorithm is developed. Extensions to the UKF algorithm
are introduced and discussed, and the capabilities of the state estimation method are explained.
65
TN-2 State Estimation with Unscented Kalman Filter for Higher Index Nonlinear Differential-Algebraic Systems
unscented Kalman filter (UKF) for higher index non- with respect to the differentiated augmented state is sin-
linear differential-algebraic systems. In the Section 2, gular,
a short introduction to DAE systems is given. A solu- ∂f
det =0 (2)
tion concept for nonlinear DAE systems is discussed, fo- ∂ ẋ
cusing on properties which are essential for the applica- and therefore, according to the implicit function theo-
tion to the state estimation. The introduction of stochas- rem, it is not locally solvable for ẋ by algebraic opera-
tic noise in DAE systems and the contrast to stochastic tions. In order to solve for ẋ, the function f is differenti-
ODE are described subsequently. Further, the unscented ated repeatedly forming the derivative array (3).
Kalman filter algorithm is reviewed and former stochas- ⎡ ⎤
tic filtering approaches utilizing DAE systems are sum- f (x, ẋ, u,t)
marized in the Section 3. Particularly, the formulation ⎢ d f (x, ẋ, u,t) ⎥
⎢ dt ⎥=0 (3)
of the UKF for the index one DAE systems (cf. [1]) is ⎣ ··· ⎦
μ
dt μ f (x, ẋ, u,t)
given. Finally, a direct augmented state estimation ap- d
proach for higher index nonlinear DAE systems is pro-
posed in Section 4. Especially, a new concept for the The differentiation index of a DAE is defined as the
consistent DAE reinitialization after the calculation of smallest number μ ∈ N for which the derivative array
the corrected augmented state within the filtering algo- is solvable for ẋ = φ (x, u, u̇, . . . , u(μ) ,t), the first time
rithm is developed. Extensions to the UKF algorithm derivative of the augmented state as a function of the
are introduced and discussed, and the capabilities of the augmented state, the input variable, time derivatives of
state estimation method are explained. In the Appendix, the input variable, and the time. The resulting ODE sys-
notations used in this paper are summarized. tem is referred to as the underlying ODE. According to
this definition, an implicit ODE system is a DAE of dif-
ferentiation index zero.
2 Differential-Algebraic Systems
2.2 Solution of DAE Systems
DAE systems are generalization of ordinary differential
equations. Consequently, the properties of this system The numerical solution of DAE systems commonly con-
type are more complex. This section concerns the differ- sists of two steps. First, the index of the considered DAE
ence between DAE and ODE systems, giving a formal is reduced, then, the index reduced system is integrated
definition of a DAE. Further, the concept of the differ- numerically using algorithms closely related to the in-
entiation index is explained and a solution approach is tegration algorithms for ODE. The index reduction pro-
outlined. cedure is closely related to the identification of the un-
derlying ODE and algebraic constrains (i.e. restrictive
manifold).
2.1 DAE Systems, Differentiation Index
The reformulation of (1) starts with the consideration of
∂f
The following fully implicit system ∂ ẋ . Since this Jacobi matrix is assumed to be singular,
there exist two permutation matrices Px,0 and Pf ,0 such
f (x, ẋ, u,t) = 0 (1) that
is considered. Where f : Rnx × Rnx × Rnu × R → Rnx Px,0 · x = [x0T , zT0 ]T (4)
is a sufficiently differentiable vector valued function im- Pf ,0 · f = [ f0T , gT0 ]T (5)
plicitly dependent on the augmented state x ∈ Rnx of the ∂ f0 ∂ f0
∂f T ∂ ẋ0 ∂ ż0 ∂ f0
DAE, the time derivative of the augmented state ẋ ∈ Rnx , Pf ,0 · ·P = ∂ g0 ∂ g0 ∧ det = 0, (6)
the independent input variable u ∈ Rnu , and the time ∂ ẋ x,0 ∂ ẋ0 ∂ ż0
∂ ẋ0
t ∈ R. The dimensions of the augmented state and the
and thus the DAE system can be decomposed to
input variable are denoted by nx ∈ N and nu ∈ N, respec-
tively. f0 (x0 , ẋ0 , z0 , ż0 , u,t) = 0 (7)
The system (1) is an implicit DAE if the Jacobi matrix g0 (x0 , ẋ0 , z0 , ż0 , u,t) = 0. (8)
66
State Estimation with Unscented Kalman Filter for Higher Index Nonlinear Differential-Algebraic Systems TN-3
∂ f0
Since ∂ ẋ0 is regular, there exists a local solution ẋm = φm (x0 , . . . , xm , ẋ0 , . . . , ẋm−1 , zm , żm , u, . . . , u(m) ,t)
(20)
ẋ0 = φ0 (x0 , z0 , ż0 , u,t). (9)
gm (x0 , . . . , xm , zm , u, . . . , u(m) ,t) = 0 (21)
Further, ẋ0 is substituted in g0 . The obtained function ∀m ∈ {0, 1, . . . , μ}
may not depend on ż0 or in this case the previous de- dim gμ = 0 ∧ dim zμ = 0. (22)
composition would result in additional components in
x0 . Therefore,
Furthermore, repeated substitution
g0 (x0 , z0 , u,t) = 0. (10)
zm−1 = Px,m
T
· [xm , zm ] ∀m ∈ {1, 2, . . . , μ}
T T T
(23)
Thereafter, g0 is differentiated with respect to time ob- ẋm = φm ∀m ∈ {0, 1, . . . , μ} (24)
taining
in (19) to (21) and reconstruction
∂ g0 ∂ g0 ∂ g0 ∂ g0 ⎡ ⎤
· ẋ0 + · ż0 + · u̇ + = 0. (11) μ x0
∂ x0 ∂ z0 ∂u ∂t Inx −dim(xm )−dim(zm ) 0
x= ∏ · ⎣ . . . ⎦ (25)
dg 0 Px,m
∂ dt0 m=0 xμ
Equation (11) is an implicit DAE if is singular. ∂ ż0
Again, proceeding with decomposition, two permutation yields in
matrices Px,1 and Pf ,1 exist such that
ẋ = φ (x, u, . . . , u(μ) ,t) (26)
Px,1 · z0 = [x1T , zT1 ]T (12) (μ)
g(x, u, . . . , u ,t) = 0, (27)
dg0
Pf ,1 · = [ f1T , gT1 ]T (13)
dt whereas
∂ f1 ∂ f1
∂ dg0 T ∂ f1 ⎡ ⎤
Pf ,1 · dt · Px,1 = ∂∂ gẋ11 ∂ ż1
∂ g1 ∧ det = 0, μ φ0
∂ ż0 ∂ ẋ1 Inx −dim(xm )−dim(zm ) 0
∂ ẋ 1 ∂ ż1 φ= ∏ · ⎣ . . . ⎦ (28)
0 Px,m
(14) m=0 φμ
and g = [gT0 , . . . , gTμ ]T . (29)
f1 (x0 , x1 , ẋ0 , ẋ1 , z1 , ż1 , u, u̇,t) = 0 (15) The presented reformulation determines the underly-
g1 (x0 , x1 , ẋ0 , ẋ1 , z1 , ż1 , u, u̇,t) = 0. (16) ing ODE (26) and the restrictive manifold (27) of the
considered DAE (1). The restrictive manifold imposes
∂ f1 an algebraic constraint on the components of the aug-
Since, ∂ ẋ1 is regular, there exists a local solution
mented state. Therefore, the system is obviously overde-
ẋ1 = φ1 (x0 , x1 , ẋ0 , z1 , ż1 , u, u̇,t). (17) termined. However, only a subset of the augmented
state may be initialized arbitrarily. Further, the aug-
Further, ẋ0 and ẋ1 are substituted in g1 . The obtained mented state x can be decomposed to the differential
function may not depend on ż1 or in this case the pre- state xd ∈ Rnx,d and the algebraic state xa ∈ Rnx,a , with
vious decomposition would result in additional compo- corresponding dimensions nx,d ∈ N and nx,a ∈ N, thus a
nents in x1 . Therefore, common form used for direct numerical integration is a
semi-explicit index one DAE given as
g1 (x0 , x1 , z1 , u, u̇,t) = 0. (18)
ẋd = φd (x, u, . . . , u(μ) ,t) (30)
Repeated μ times differentiation of gm , whereas μ is the ∂ ga
differentiation index, results in ga (xa , xd , u, . . . , u(μ) ,t) = 0 ∧ det = 0. (31)
∂ xa
fm (x0 , . . . , xm , ẋ0 , . . . , ẋm , zm , żm , u, . . . , u(m) ,t) This decomposition is not unique and is addressed by
∂ fm (19) the index reduction procedure (e.g. [2], [3], [4]). A more
∧ det = 0
∂ ẋm formal analysis of nonlinear DAE systems is given in [5].
67
TN-4 State Estimation with Unscented Kalman Filter for Higher Index Nonlinear Differential-Algebraic Systems
2.3 Introduction of Stochastic Noise of the expectation and covariance of stochastic variables
involved in a nonlinear transformation. Therefore, a de-
The previously discussed reformulation discovers an- terministically obtained set of function evaluations in-
other important property of DAE systems. The under- volved in the particular nonlinear transformation is con-
lying ODE as well as the algebraic constraints depend sidered. Thus, the UKF has several advantages over
on input variable and corresponding time derivatives. comparable estimation algorithms. First, the computa-
Therefore, sufficient differentiability of the input vari- tional complexity order O(L3 ) of the UKF, where L is
able is required. Furthermore, this has to be considered the dimension of the estimated variable, is the same as
particularly in the introduction of the stochastic noise in for the extended Kalman filter (EKF) (c.f. [10]) and thus
DAE. The usual assumption of a vector valued indepen- lower than for a particle filter with comparable estima-
dent Gaussian white noise process v ∼ N (0,Cv,v ) affect- tion accuracy. Further, in contrast to the EKF, the UKF
ing (1) leads to does not involve computation of Jacobians of the esti-
mated system. Besides this, the UKF enables estimation
f (x, ẋ, v, u,t) = 0. (32) with higher accuracy than the EKF for stiff and highly
nonlinear systems in consequence of the application of
Obviously, stochastic noise is subjected to the same re- the UT instead of equation linearization as in EKF.
quirements as the input variable. Further, additional as-
sumptions concerning stochastic properties of the noise Indeed, filtering methods often refer to ODE systems,
signal are to be introduced (cf. [6], [7]). whereas the application to DAE systems requires signif-
icant augmentations to the algorithms. However, sev-
Considering the discrete-time unscented Kalman filter, eral approaches are introduced in former publications.
the stochastic noise can be introduced without affecting The state estimation for DAE systems utilizing an ex-
the solution procedure of the DAE. A regular DAE (1) tended Kalman filter probably the most frequently used
has the solution x for a consistent initial augmented state state estimation algorithm for nonlinear ODE systems, is
xi = x(t = ti ) at the time instant ti , i.e. the initial state addressed in [11]. Particle filtering applied to nonlinear
satisfying the algebraic constraints (27). Therefore, a higher index DAE systems is analyzed in [6], where the
state transition function exits index reduced form is implicitly considered. Mandela et
al. propose in [12] a method for the application of the
x j = ξ j (xi , u(·), . . . , u(μ) (·),ti ), (33) UKF to nonlinear index one DAE systems. A revised
formulation of this algorithm is presented in [1].
where x j = x(t = t j ) is the augmented state at the time
instant t j . The state transition can be calculated utiliz- The semi-explicit index one DAE is of particular impor-
ing an appropriate numerical algorithm for higher index tance. On the one hand, higher index DAE are com-
DAE systems. Consequently, the noise signal may be monly reduced to this form for numerical solution. On
introduced as the other hand, this DAE system type frequently results
from the modeling approach directly. Finally, every suf-
x j =ξ j (xi , u(·), . . . , u(μ) (·),ti )+ ficiently differentiable structurally regular higher index
(34)
σ j (xi , u(·), . . . , u(μ) (·),ti ) · vi , DAE can be reformulated to this form as shown in [5].
The semi-explicit index one DAE (30) and (31) is con-
where σ j is an appropriate matrix function.
sidered for state estimation. For the process, an output
equation is given describing measurements taken at the
actual technical system. Further, a stochastic noise sig-
3 Unscented Kalman Filter nal is introduced in the state transition function as well as
in the output equation. The state equation is discretized
The unscented Kalman filter algorithm is an extension applying appropriate numerical solver. This results in
of the Kalman filter for the application to nonlinear sys- the estimation model given as
tems. The essential substructure of the algorithm is the
xd, j = ξd, j (xd,i , xa,i , uμ (·),ti ) + vd,i (35)
unscented transformation (UT). The UT was originally
introduced in [8] and extended to the scaled UT in [9]. xa, j = ξa, j (xd, j , uμ, j ,t j ) (36)
Especially the UT is an approach for the approximation y j = h j (xd, j , xa, j , uμ, j ,t j ) + vy, j (37)
68
State Estimation with Unscented Kalman Filter for Higher Index Nonlinear Differential-Algebraic Systems TN-5
uμ (t) = [u(t), u̇, . . . , u(μ) (t)], (38) Unscented Kalman Filter Algorithm for
Index one Differential-Algebraic Systems
with time instants ti and t j , {i, j} ∈ N, j = i + 1, differen-
tial states xd,{i, j} ∈ Rnx,d , algebraic states xa,{i, j} ∈ Rnx,a , Initialization:
output variables y{i, j} ∈ Rny , differential state transition
functions ξd,{i, j} , algebraic state functions ξa,{i, j} , out- i = i0 (43)
put functions h{i, j} , stochastic state noise vd,{i, j} ∈ Rnx,d , E xd,i|i = xd,0 (44)
and stochastic output noise vy,{i, j} ∈ Rny at this time
Cxd ,xd ,i|i = Cxd ,xd ,0 (45)
instants respectively. Further, the time dependent in-
put variable assigned by uμ ∈ Rnu ×μ+1 is considered Prediction:
as a set with corresponding time derivatives as defined
in (38), as well as the input variables at respective dd,i|i = [0nx,d ×1 , − msr Cxd ,xd ,i|i , msr Cxd ,xd ,i|i ]
time instants uμ,{i, j} . Furthermore, μ ∈ N is the in- (46)
dex of the original higher index DAE reduced to the
form (30) and (31) as discussed before. Stochastic pro- sd,i|i = E xd,i|i · 11×2·nx,d +1 + α · nx,d + γ · dd,i|i
cesses vd,{i, j} ∼ N (0,Cvd ,vd ,{i, j} ) ∈ Rnx,d and vy,{i, j} ∼ (47)
N (0,Cvy ,vy ,{i, j} ) ∈ Rny are assumed to be Gaussian sa,i|i = ξa,i (sd,i|i , uμ,i ,ti ) (48)
white noise processes independent of each other and
s∗d, j|i = ξd, j (sd,i|i , sa,i|i , uμ (·),ti ) + E vd,i · 11×2·nx,d +1
other system quantities with zero expectation and known
covariances. (49)
E xd, j|i = s∗d, j|i · wm (50)
The state estimation with the UKF applied to a nonlin-
ear index one DAE system is realized by the calcula- Cxd ,xd , j|i = s∗d, j|i ·Wc · s∗T
d, j|i +Cvd ,vd ,i (51)
tion of the system state estimate with minimum mean-
dd, j|i = [0nx,d ×1 , − msr Cxd ,xd , j|i , msr Cxd ,xd , j|i ]
square error for the model equation system given in (35)
to (37). This estimation requires an observation of the (52)
actual system at discrete time instants. The UKF algo- sd, j|i = E xd, j|i · 11×2·nx,d +1 + α · nx,d + γ · dd, j|i
rithm is based on the scaled UT, thus the weights (53)
T sa, j|i = ξa, j (sd, j|i , uμ, j ,t j ) (54)
2 · α 2 · (nx,d + γ) − 2 · nx,d , 11×2·nx,d
wm = (39) sy, j|i = h j (sd, j|i , sa, j|i , uμ, j ,t j ) + E (vy, j ) · 11×2·nx,d +1
2 · α 2 · (nx,d + γ) (55)
and E y j|i = sy, j|i · wm (56)
T
wc = wm + (1 − α 2 + β ), 01×2·nx,d (40) Cy,y, j|i = sy, j|i ·Wc · sTy, j|i +Cvy ,vy , j (57)
Cxd ,y, j|i = sd, j|i ·Wc · sTy, j|i (58)
are defined for the mean and the covariance calcula-
tion of the considered samples, respectively, whereas Correction:
0 < α ≤ 1, 0 ≤ β , 0 ≤ γ are real scalar filter set-up pa-
−1
rameters. More convenient is the definition of the matrix Kd, j = Cxd ,y, j|i ·Cy,y, j|i (59)
valued weight Wc for the covariance calculation, thus
E xd, j| j = xd, j|i + Kd, j · (ys, j − y j|i ) (60)
Wc = ψ · diag (wc ) · ψ T
(41) Cxd ,xd , j| j = Cxd ,xd , j|i − Kd, j ·Cy,y, j|i · Kd,
T
j (61)
ψ = [I2·nx,d +1 − wm · 11×2·nx,d +1 ] (42)
is used in the subsequently discussed algorithm. 4 UKF for Higher Index DAE
The UKF estimation algorithm is structured into the
steps initialization, prediction, and correction as given The algorithm discussed previously is conceptualized for
below, whereas introduced quantities are explained in index one DAE systems or systems reduced to this form.
the Appendix. Thus, the algebraic state is considered to be sufficiently
69
TN-6 State Estimation with Unscented Kalman Filter for Higher Index Nonlinear Differential-Algebraic Systems
determined by the differential state, input variable, and sequently, the decomposition to the arbitrarily initializ-
time. Therefore, a deterministic function is used to cal- able differential state and the corresponding dependent
culate the algebraic state. Furthermore, model uncertain- algebraic state is proceeded. Therefore, the augmented
ties are considered to be existent in the differential state state sample generated by the filtering algorithm can be
transition function and the output function. The corre- decomposed to the differential state sample and the al-
sponding approach is discussed in e.g. [1], [7], and [12]. gebraic state sample, accordingly. Further, a consistent
algebraic state sample can be calculated using the alge-
The algebraic state function naturally includes model un-
braic state function available from the DAE solution al-
certainties. The reasons for these are obviously the same
gorithm. Thus, the augmented state transition function
as for the uncertainties in the differential state transition
can be executed with the obtained consistent augmented
equation and the output equation. Frequently, the al-
state sample within the prediction phase.
gebraic state equation represents idealistic formulations
of conservation laws, equilibrium principles, and design The differential state initialization obviously presumes
constraints. Further, measurements taken at the actual an implicit discrete-time state transition of the alge-
technical system may depend on both the differential and braic state. Therefore, this approach is appropriate for
the algebraic state. Therefore, since the output equa- discrete-time filtering only. The proposed adaptation re-
tion as well as the algebraic state equation are purely sults in a significant contribution of algebraic state model
algebraic expressions, the stochastic noise signal should uncertainties to recursive estimation. The best advantage
be introduced in both in the exact same manner. Fur- of this initialization approach is the low computational
thermore, since the index reduction generally results in complexity. However, a certain decomposition to the dif-
a nonunique decomposition to differential and algebraic ferential and the algebraic states is considered. Since the
states, different processing of these states within the es- decomposition is generally not unique, different process-
timation algorithm may be difficult to justify. ing of these states as proposed may be disadvantageous.
The UKF estimation of the augmented state of higher in- Augmented State Initialization. The augmented state
dex DAE systems can be succeeded utilizing a slightly sample generated by the filtering algorithm is a set of
adapted algorithm as described before for index one DAE inconsistent elements. However, the consistency
DAE. Thus, the corresponding augmented state transi- can be achieved by an optimization task using the aug-
tion function can be used instead of the differential state mented states in the sample as the optimization initial
transition function and the algebraic state function as guesses. The corresponding optimization problem and
proposed in (34). Further, augmented state noise sig- algorithm are described in [13].
nal can be introduced representing model uncertainties
Substantially, the augmented state initialization does not
in both differential and algebraic states. The calcula-
distinguish between the differential and algebraic states.
tion of the augmented state transition with an appropriate
Equivalent processing of differential and algebraic states
DAE solution algorithm requires in general the use of a
and thus consideration of the complete augmented state
consistent initial augmented state (cf. Section 2). Within
is more natural and corresponds the original higher in-
the initialization procedure of the DAE for the predic-
dex DAE. The obvious disadvantage of this approach is
tion in the UKF algorithm, the augmented state can not
the high computational complexity. Further, the origi-
be considered completely as discussed in Section 2.2.
nal distribution of the augmented state sample may be
Therefore, the proposed approach is not the common es-
modified by the optimization task significantly. There-
timation procedure yet.
fore, the applicability in the particular filtering algorithm
However, several appropriate initialization approaches should be verified. Analogous to the approach proposed
can be provided to include the consideration of the al- above, this approach presumes an implicit discrete-time
gebraic state noise and thus to enhance the capabilities state transition of the augmented state due to the enforce-
of sample based discrete-time stochastic filtering algo- ment of consistency. Again, the proposed extension re-
rithms for higher index DAE systems. sults in an essential contribution of algebraic state model
uncertainties to recursive estimation.
Differential State Initialization. DAE solution algo-
rithms commonly reduce the index of the DAE and pro- Optimal Sub-State Initialization. The concept of the
vide an index one DAE for numerical integration. Con- optimal sub-state initialization is based on the decompo-
70
State Estimation with Unscented Kalman Filter for Higher Index Nonlinear Differential-Algebraic Systems TN-7
sition of the higher index DAE to the underlying ODE tently calculated states and differentiated states, respec-
(26) and the restrictive manifold (27) (cf. Section 2.2). tively. Thus, a sub-state obtained by the proposed opti-
The consistent initialization of a higher index DAE cor- mization task can be initialized with exact values from
responds to the calculation of the states and differenti- the estimation procedure. Further, the difference be-
ated states from the underlying ODE, the algebraic con- tween the consistently initialized augmented state and
straints, and feasible initialization equations at the initial the estimation is optimal in the sense of the formulated
time instant. In case, the considered DAE has degrees optimization problem.
of freedom, which means a sub-state may be initialized
The optimal sub-state initialization implies equivalent
arbitrarily, the system (26)-(27) is underdetermined ac-
processing of the differential and the algebraic states.
cording to the calculation of the augmented state and the
Consequently, the estimation algorithm utilizes a model
corresponding time derivatives. Therefore, a nonempty
formulation close to the original higher index DAE sys-
set of algebraic initialization equations is required to
tem. The computational complexity depends on the em-
achieve determined conditions. The specification of the
ployed discrete optimization algorithm and may be of
complete augmented state estimate corresponds to the
lower order than the global search in the augmented state
provision of initialization equations. This set of initial-
initialization approach described previously. Again,
ization equations is, however, not feasible since for a
analogous to the proposals discussed first, this approach
generally nonempty set of algebraic constraints defining
presumes an implicit discrete-time state transition of the
the restrictive manifold, the resulting system is overde-
augmented state due to the enforcement of consistency
termined. Thus, the initialization problem may be de-
and thus it is appropriate for discrete-time filtering only.
scribed using (26)-(27) as
Furthermore, the proposed augmentation results in a es-
⎡ ⎤
ẋi − φ (xi , uμ,i ,ti ) sential contribution of algebraic state model uncertain-
⎣ g(xi , uμ,i ,ti ) ⎦ = Φi (xi , ẋi , uμ,i , xest,i , Pi ,ti ) ties to recursive estimation.
Pi · [xi − xest,i ]
(62)
Φi (xi , ẋi , uμ,i , xest,i , Pi ,ti ) = 0 (63) 5 Conclusion
with the augmented state xi , the estimate of the aug-
This contribution concerns the state estimation with
mented state xest,i , the input variable, and correspond-
(μ) an unscented Kalman filter for higher index nonlinear
ing derivatives uμ,i = [ui , u̇, . . . , ui ], at the initial time differential-algebraic systems. A short introduction to
instant ti , where μ is the differentiation index and nx is nonlinear differential-algebraic systems is given explain-
the dimension of the augmented state. Further, matrix ing the properties of this system type. Subsequently,
Pi ∈ Rnx −dim(g)×nx is a partition of an appropriate per- the unscented Kalman filter algorithm for index one
mutation matrix [PiT , QTi ]T ∈ Rnx ×nx . The initialization differential-algebraic systems is presented. Further, this
problem is solved by the determination of Pi , such that algorithm is extended for the application to higher index
nonlinear differential-algebraic systems. Substantially,
∂ Φi
det = 0 (64) a new concept for the consistent DAE reinitialization
∂ [xiT , ẋiT ]T
after the calculation of the corrected augmented state
and therefore Φi can be solved for [xiT , ẋiT ]T . Since Pi within the filtering algorithm is developed. Extensions
is generally nonunique for the described restrictions, a to the UKF algorithm are introduced and discussed, and
discrete optimization problem can be formulated, such the capabilities of the state estimation method are ex-
that plained. The introduced extensions enable the consider-
ation of augmented state noise and therefore model un-
min ||Qi · (Xest,i − Xi )|| (65) certainties in both differential and algebraic equations of
[PiT ,QTi ]T
the DAE system. The verification of the proposed esti-
s.t. mation methods by the application to appropriate bench
Xi = arg Φi (Xi , Ẋi , uμ,i , Xest,i , Pi ,ti ) = 0 , (66) mark systems is a subject of the further work.
where Xest,i is the sample of augmented states generated
by the filtering algorithm, Xi and Ẋi are sets of consis-
71
TN-8 State Estimation with Unscented Kalman Filter for Higher Index Nonlinear Differential-Algebraic Systems
Appendix Acknowledgment
(·)T transposed matrix This work was funded by the European Union and the
dim (·) dimension federal state of North Rhine-Westphalia, Germany.
diag (·) diagonal matrix
msr (·) matrix square root,
thus msr (A) · msr (A)T = A References
E (·) expectation
0n1 ×n2 matrix of size n1 × n2 filled with zeros [1] I. Alkov and D. Weidemann, “Improved Unscented Kalman fil-
1n1 ×n2 matrix of size n1 × n2 filled with ones ter formulation for nonlinear differential-algebraic systems,” in
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Cxd ,xd ,τ differential state covariance matrix
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the 7th IFAC International Symposium on Advanced Control of
of rows means the application of this function to each Chemical Processes, vol. 7, no. 1, Koç, Turkey, 2009, pp. 792–
column of the matrix. The result is a matrix with same 797.
number of columns as the input matrix. If several ma- [13] B. Bachmann, P. Aronsson, and P. Fritzson, “Robust initializa-
trix arguments are used instead of vector arguments, the tion of differential algebraic equations,” in Proc. of the 5th Inter-
column numbers of the matrices have to be equal. national Modelica Conference, Vienna, Austria, 2006, pp. 607–
614.
72
!
Convergence of Dynamic Iteration for
"
Coupled Engineering#
Problems
"
50 50
voltage [V]
voltage [V]
20kHz
0 0
ï ï
ï ï t1 t2
ï
50Hz ï
ï ï
0 0.005 0.01 0.015 0.02 0 0.005 0.01 0.015 0.02
time [s] time [s]
multirate
fast signals → small steps, slow signals → large steps
different time steps improve the efficiency
dynamic iteration / waveform relaxation
decoupling on time windows Hn = [Tn , Tn+1 ]
step sizes h according to signal → different time steps
exchange waveforms and compute windows iteratively → fixed point
TU Darmstadt | GSC CE | S. Schöps, A. Bartel and M. Günther73
| Convergence of Dynamic Iteration | 2/16
Device: 3D Model of a Transformer
orthogonality
X:,n X:,m = 0 ∀n = m
curl-curl and coupling
equations for each coil
RM = X M+
σX
LM = X K+
νX
+...
solve curl-curl equation for a
d
a = K+ +
ν (a)XiM − Kν (a)Mσ a l
dt
insert into interface → circuit description (‘Schur complement’)
d + d
+ d
X Kν (a)X iM − X Kν (a)Mσ a + RM iM = vM
dt dt dt
:=LM (a)
:=φM (a)
TU Darmstadt | GSC CE | S. Schöps, A. Bartel and M. Günther75
| Convergence of Dynamic Iteration | 6/16
Coupled System
LM
circuit device
vM
Circuit: d
AC dt qC (AC u, t) + . . . + AM R−1
M AM u + AM iM = 0
d
dt LM iM + φM − AM u = 0
d
dt φL (iL , t) − AL u =0
AV u − vs (t) =0
Field: d
Mσ dt a + C Mν C(a)a − XiM = 0
d
dt X a + RM iM − AM u = 0
LM − X K+ + d
ν (a)X = 0 and φM − X Kν (a)Mσ dt a = 0
TU Darmstadt | GSC CE | S. Schöps, A. Bartel and M. Günther | Convergence of Dynamic Iteration | 7/16
0 Initialization.
Set first time window size H0 , window counter n := 0, sweep
counter k := 0 and initial values φ0 , q0 and a0 . Go to Step 1).
1 Guess.
Set window Tn+1 = Tn + Hn and extrapolate the circuit solution
(0)
vM (t) := AM u(k) (Tn ) for t ∈ [Tn , Tn+1 ],
where u(k) is the waveform of the node potentials from the last
iteration on the previous window. Set k := 1 and start dynamic
iteration, i.e., go to Step 2).
TU Darmstadt | GSC CE | S. Schöps, A. Bartel and M. Günther | Convergence of Dynamic Iteration | 9/16
Algorithm II
2 Solve the DAE initial value problems.
1 Adaptive time-integration of the field problem on time window t ∈ [Tn , Tn+1 ] with initial value a0
3 Adaptive time-integration of the circuit IVP on time window t ∈ [Tn , Tn+1 ] with initial values φ0 and q0
d φ(k) (k)
dt
− A
Mu
(k)
= 0, φ(k) − φM (iL , t) = 0,
(k) (k)
q − qC (AC u , t) = 0, AV u − vs (t) = 0 .
4 Sweep control.
(k) (k)
If e.g. norm(iL − iM ) > tol, then repeat step, i.e., set k := k + 1
and go to Step 2), else goto Step 4)
5 Next window.
If Tn+1 ≥ te then go to Step 5), else set new initial values
Determine the new window size Hn+1 , e.g. from the step size
predictor of the time-integrators in Step 2a) and 2b). Go to
Step 1) with n := n + 1.
6 Stop.
TU Darmstadt | GSC CE | S. Schöps, A. Bartel and M. Günther | Convergence of Dynamic Iteration | 11/16
Errors
differential splitting error algebraic splitting error
(k) (k)
δy = max |ỹ(k) (t) − y(t)| δz = max |z̃(k) (t) − z(t)|
t∈[Tn ,Tn+1 ] t∈[Tn ,Tn+1 ]
Theorem: Convergence
The iteration converges if the coupling between old and new algebraic variables
-1
is weak: α =
∂G
∂z(k+1)
∂G
∂z(k)
< 1 since ,,convergence rate” = ,,spectral radius” < 1
v(t) Rload
0
6
PDE model
(a) 2D transformer FEMM (b) rectifier circuit with MQS field device
200 80 4
primary
150 3.5
60 secondary
100 3
inductance [H]
voltages [V]
50 2.5
current [A]
40
0 2
-50 20 1.5
-100 1
0
source primary
-150 0.5
rectified secondary
-200 -20 0
0 0.005 0.01 0.015 0.02 0 0.005 0.01 0.015 0.02 0 0.005 0.01 0.015 0.02
time [s] time [s] time [s]
TU Darmstadt | GSC CE | S. Schöps, A. Bartel and M. Günther | Convergence of Dynamic Iteration | 13/16
accuracy depends on
10 0
time integration order
and iterations
time-integrated error
-2
10
higher order time
-4
10
integrator needs
10-6
iterations
order 1 integrator
10
-8 order 2 integrator low order time
order 3 integrator
integration can be
0 1 2 3 done without iterations
number of window iterations k
102 iteration 1
fixed windows H
iteration 2
iteration 3
no iteration control
relative error in current
100 O(H 2 )
(fixed k = 1, 2, 3)
10-2 O(H 4 )
interpolation by
10-4
O(H 6 ) high-order splines
10-6
5th order time
10-8 integrator RADAU5
2.10-5 5.10-5 1.10-4 2.10-4 1.10-3
window size H [s]
TU Darmstadt | GSC CE | S. Schöps, A. Bartel and M. Günther | Convergence of Dynamic Iteration | 15/16
Conclusions
Summary
DAEs are more difficult than ODEs
index-1 DAEs are mostly harmless
convergence of dynamic iteration is not unconditional
convergence is (super) linear at best
the rate may depend on the window size
sophisticated interfaces decouple problems better
i.e., larger window size, less communication
81
TN-2 Über die Simulation differential-algebraischer Modelle mit
nichttrivialem Index
Ein etwas anderer Ansatz ist die Baumgarte–Methode Diese ist in expliziter Form gegeben durch die fol-
(siehe [3]). Diese Methode ersetzt die Zwangsbedin- genden Gleichungen (siehe [4])
gung (3) durch eine Linearkombination von und
(6)
, das heißt statt (3) wird folgende Gleichung ver-
wendet (7)
. (4) (8)
Die Methode wird dadurch motiviert, dass durch die (9)
Gestalt von Gleichung (4) bzw. das Auftreten der
ursprünglichen Zwangsbedingung keine Information , (10)
verloren geht und daher keine Anfangswerte notwen- wobei die Kraft, die das Pendel auf der Kreisbahn
dig sind. Die Konstanten und β in Gleichung (4) hält, und die Erdbeschleunigung bezeichnet. Ma-
sollen so gewählt werden, dass die Differentialglei- thematisch gesehen kann als Lagrange Multiplika-
chung asymptotisch stabil ist, das heißt . Ein tor interpretiert werden. Die Zwangsbedingung ist
Problem dieser Methode stellt die Wahl der beiden gegeben durch Gleichung (10). Die DAE (6)–(10) ist
Konstanten dar. ein Index–3–Problem, was typisch für mechanische
Systeme ist (siehe [2], [5]). Die Baumgarte–Methode
3.2 Stabilisierung durch Projektion angewendet auf diese Zwangsbedingung, liefert
Bei diesem Ansatz wird die numerische Lösung,
wenn sie die Zwangsbedingung nicht mehr erfüllt,
das heißt von der tatsächlichen Lösung „wegdriftet“, . (11)
auf die durch die Zwangsbedingung implizit definier-
Das Lösen der DAE (6)–(10) mit Hilfe einer Lö-
te Mannigfaltigkeit projiziert. Diese sogenannte Lö-
sungsmannigfaltigkeit ist in diesem Fall durch Trans-
sungsmannigfaltigkeit ist daher gegeben durch
formation auf Polarkoordinaten sehr einfach möglich
. (5) (vgl. Abschnitt 3.3). In [5] werden außerdem ver-
schiedene Mehrschrittverfahren zur numerischen
Beispielsweise wird bei einem Index–2–Problem das
Lösung des Gleichungssystems (6)–(10) diskutiert.
durch Differenzieren der Zwangsbedingung erhaltene
Index–1–Problem numerisch gelöst und im Fall, dass
die Lösung die ursprüngliche Zwangsbedingung nicht 5 Referenzen
mehr erfüllt, wird die numerische Lösung auf die [1] P. Kunkel und V. Mehrmann. Differential-
durch die ursprüngliche Zwangsbedingung definierte Algebraic Equations: Analysis and Numerical
Mannigfaltigkeit projiziert. Solution. European Mathematical Society,
Finnland, 2006.
3.3 Methoden basierend auf lokaler Zustands-
transformation [2] E. Hairer und G. Wanner. Solving Ordinary
Bei dieser Methode wird die Lösung der DAE statt Differential Equations II. Springer, Deutsch-
auf dem gesamten Zustandsraum nur auf einer Man- land, 2002.
nigfaltigkeit gesucht, die implizit definiert ist durch [3] E. Eich und M. Hanke. Regularization Meth-
die Zwangsbedingung (siehe Gleichung (5)). Dadurch ods for Constrained Mechanical Multibody
vereinfacht sich das Lösen einer DAE zum Lösen Systems. ZAMM - Journal of Applied Mathe-
einer ODE auf der Mannigfaltigkeit , die durch matics and Mechanics/Zeitschrift für Ange-
Einführung lokaler Koordinaten leichter gelöst wer- wandte Mathematik und Mechanik, S. 761-
den kann. 773, 1995.
[4] F. E. Cellier und E. Kofman. Continuous Sys-
4 Fallstudie tem Simulation. Springer, USA, 2006.
Als Anschauungsbeispiel wird die Bewegung eines
[5] J. Frochte. Evaluation and Adaption of Tech-
Pendels auf einer Kreisbahn in kartesischen Koordi-
niques for Higher Index DAE with Respect to
naten verwendet, der Einfachheit halber werden die
Real-Time Simulation. SNE Simulation Notes
Masse und die Länge des Seils mit 1 angenommen.
Europe, S. 45-52, 2012.
82
Universelle OTA-Testbench
Universelle OTA-Testbench
Andreas Gerlach1, Moritz Junge2, Jürgen Scheible1
1
Hochschule Reutlingen, Robert Bosch Zentrum für Leistungselektronik
2
Universität Bremen
[Link]@[Link]
Es wird eine universell einsetzbare Testbench zur Simulation von integrierten Schaltungen innerhalb der
OTA-Schaltungsklasse (Operational Transconductance Amplifier; Transkonduktanzverstärker) vorgestellt.
Transkonduktanzverstärker sind in der analogen Schaltungstechnik weit verbreitet und daher von großer Be-
deutung. Sie treten sowohl als eigenständige Schaltungen innerhalb eines Chips, sowie als Bestandteil ande-
rer Schaltungen (z.B. als erste und zweite Stufe von Operationsverstärkern) auf. Es kann davon ausgegangen
werden, dass heute kaum ein analoger oder Mixed-Signal-Chip gefertigt wird, in dem keine Trans-
konduktanzverstärker verbaut sind.
Die Entscheidungsfindung des Entwicklers bei der Auslegung eines OTAs beruht maßgeblich auf einer an-
wendungsspezifischen Simulation. Die Erstellung einer eigenen Testbench für jede Anwendung bedeutet al-
lerdings einen hohen Zeitaufwand und erschwert den Vergleich der Simulationsergebnisse unterschiedlicher
Schaltungsvarianten. Durch eine universelle Testbench kann zum einen der Zeitaufwand verringert werden,
zum anderen können nun Simulationsergebnisse direkt miteinander verglichen werden. Hierdurch wird die
Entscheidungsfindung des Entwicklers objektiviert und beschleunigt. Neben dem Vergleich unterschiedlicher
Schaltungen innerhalb einer Technologie ist auch der Vergleich einer Schaltung in unterschiedlichen Techno-
logien denkbar.
Die Idee einer universell anwendbaren Testbench lässt sich auch auf andere analoge Schaltungsklassen an-
wenden und damit als Prinzip verallgemeinern.
83
Universelle OTA-Testbench
„Er verhält sich wie eine Stromquelle, deren Strom symmetrisch (single ended) bezeichnet. Es gibt auch
durch die Eingangsspannungsdifferenz UD gesteuert OTA-Schaltungen mit symmetrischen Ausgängen.
wird.“ Diese besitzen zwei Ausgänge.
OTA-Schaltungen lassen sich anhand ihrer Eingangs- Die zuvor durchgeführte Chipuntersuchung hat ge-
spannungsbereiche in die drei nachfolgend beschrie- zeigt, dass die „P-Eingang“-OTAs die am häufigsten
benen Typen untergliedern. verwendete Gruppe bilden. Dies ist damit zu erklären,
dass die meisten Signale in der Praxis nahe am unte-
x „P-Eingang“-OTA: bedingt durch pnp- oder
ren Rail liegen. Eine Beispielschaltung eines solchen
P-Kanal-Eingangstransistoren lassen sich
OTA-Typs zeigt Abbildung 2.
Eingangsspannungen im unteren Versor-
gungsspannungsbereich analysieren, d.h.
vom unteren Rail1 (auch knapp unterhalb)
bis etwa über die halbe Versorgungsspan-
nung. Sie erreichen aber das obere Rail
nicht.
x „N-Eingang“-OTA: im Gegensatz zum „P-
Eingang“-OTA liegt der Funktionsbereich
bei Eingangssignalen im oberen Versor-
gungsspannungsbereich. Sie erreichen das
untere Rail nicht vollständig, funktionieren
jedoch bis zur maximalen Versorgungsspan- Abbildung 2. Beispiel eines „P-Eingang-OTAs“ mit
nung und häufig auch darüber. symmetrischem Eingang und unsymmetrischem
Ausgang.
x „Rail-to-Rail-Eingang“-OTA: dieser Typ be-
schreibt eine Kombination der vorangegan-
genen OTAs. Er eignet sich für Signale in- 4 Universelle OTA-Testbench
nerhalb des gesamten Versorgungsspan-
4.1 Aufbau und Anwendung der Testbench
nungsbereiches, in Spezialfällen auch ober-
Die hier vorgestellte Testbench besteht im Wesentli-
und unterhalb der Rails (Over-the-rails-
chen aus einem Schaltplan und Gleichungen, welche
OTA).
fest in die Simulationsumgebung eingebunden sind.
Um bereits auf der Symbolebene zwischen den drei
Der Schaltplan stellt die Testumgebung für die vom
Typen unterscheiden zu können, wird eine optionale
Benutzer definierte OTA-Schaltung bereit. Hierzu
Erweiterung der OTA-Symbole nach Abb.1 vorge-
muss der Benutzer lediglich ein Schaltungssymbol für
schlagen.
seinen zu testenden OTA erstellen und dieses in das
DUT-Symbol (Device Under Test) innerhalb der
Testbench einfügen. Durch diesen einfachen und
zeitsparenden Vorgang ist die zu testende OTA-
Schaltung in die Testumgebung eingebunden.
Zusätzlich sind in der Testbench alle zur Bestimmung
Abbildung 1. Einteilung der OTA-Topologievarianten
in drei Gruppen. Von links nach rechts: Symbole für
der charakteristischen OTA-Kenngrößen benötigten
„P-Eingang“-OTA, „N-Eingang“-OTA und „Rail-to- Gleichungen eingebaut. Nach der Festlegung der
Rail-Eingang-OTA“. Die Schattierungen deuten den arbeitspunktrelevanten Parameter Versorgungsspan-
Eingangsspannungsbereich des jeweiligen OTA- nung, Referenzstrom und Lastwiderstand in der Test-
Typs an. bench werden die Simulationen durchgeführt, welche
die Eingangsgrößen für diese Bestimmungsgleichun-
Die hier betrachteten OTA-Varianten besitzen nur
gen liefern.
einen Ausgang. Ein derartiger Ausgang wird als un-
Die Kenngrößen und Simulationen werden in Kap.
1
Mit unterem und oberem Rail bezeichnet man die unteren 4.3 ausführlich erläutert. Die Reihenfolge der Simula-
und oberen Level der Versorgungsspannung.
84
Universelle OTA-Testbench
85
Universelle OTA-Testbench
Maximale Stromaufnahme
Die Gesamtstromaufnahme lässt sich in die Strom-
aufnahme der ersten und der zweiten Stufe des OTAs
aufteilen. Am Beispiel von Abbildung 2 wird eine „P-
Eingang“-OTA-Schaltung dargestellt. Hierbei besteht
die Eingangsstufe aus den Transistoren M1, M2, M6,
M8 und M9. Die zweite Stufe besteht aus den Tran-
sistoren M3, M4, M7 und M10.
Darauf aufbauend kann auch die Leistungsaufnahme
berechnet werden. Mit Hilfe der Testbench können Abbildung 4. Offsetspannung uoff wird u.a. mittels
diese Ergebnisse übersichtlich und standardisiert einer Monte-Carlo-Simulation als Gauß‘sche Vertei-
lung ermittelt.
dargestellt werden.
Weitere Faktoren, die die Offsetspannung beeinflus-
Offsetspannung
sen und in der Testbench berücksichtigt werden kön-
„Sie gibt an, welche Differenzspannung angelegt
nen sind
werden muss, damit die Ausgangsspannungen gleich
groß sind oder – bei unsymmetrischen Ausgängen – x die Temperatur,
ein bestimmter Sollwert erreicht wird.“
x Änderungen der Betriebsspannung.
Diese Definition der Offsetspannung wird in [1] für
einen Differenzverstärker (der einfachste OTA) ange- Bode-Diagramm
geben und ist auf komplexere OTA-Schaltungen Das Bode-Diagramm gibt den Betrag der über die
übertragbar. Frequenz aufgetragenen Verstärkung in dB, den Pha-
sengang und den markanten -3dB-Punkt wider. Bei
Es gibt zweierlei Ursachen für die Entstehung der
einer OTA-Schaltung bestimmt der Eingangswider-
Offsetspannung:
stand der nachfolgenden Schaltung den Verlauf des
x topologische Ursachen, Bode-Diagramms und muss deswegen bei der Simu-
lation berücksichtigt werden.
x durch stochastische Abweichungen verur-
sachte Ungleichheit der Bauelemente, die Anders ist es beim idealen Operationsverstärker; hier
zum Mismatch führt. ist das Bodediagramm von der nachfolgenden Schal-
tung unabhängig.
Mit einer nominalen Simulation können eigentlich
nur die topologischen Offsetspannungsursachen ab- Maximaler Ausgangsstrom
gedeckt werden. Es gibt jedoch die Möglichkeit, mit Der maximale Ausgangsstrom ist der Strom, den eine
einer DC-Match-Analyse auch die stochastischen OTA-Schaltung am Ausgang maximal liefern kann.
Ursachen abzudecken. Eine Monte-Carlo-Simulation Hierfür wird die Differenz der Eingangsspannung
liefert jedoch die genaueren Ergebnisse. erhöht und der dadurch verursachte Ausgangsstrom
Da der stochastische Anteil in der Realität immer grafisch dargestellt. Der Maximalwert wird als Zah-
auftritt, wird in der hier vorgestellten Testbench bei lenwert ausgegeben.
der Ermittlung der Offsetspannung auf die Monte-
Carlo-Simulation zurückgegriffen, deren Ergebnis in Rauschen
Abb. 4 dargestellt ist. Das Rauschen der Transistorschaltungen besteht aus
zwei Komponenten: dem 1/f-Rauschen und dem
Um einen Vergleich zu ermöglichen, wurde auch die thermischen Rauschen. Beide Komponenten werden
auf der DC-Match-Simulation basierende Methode in dieser Simulation erfasst.
eingefügt.
Common Mode Rejection Ratio
Das CMRR ist definiert als Verhältnis von Differenz-
und Gleichtaktverstärkung [1].
86
Universelle OTA-Testbench
Es wird aus der ac-Simulation bestimmt, um den winn an Entwurfssicherheit kann ebenfalls eine ent-
kompletten Verlauf über den Frequenzbereich, in dem scheidende Rolle spielen.
der OTA arbeitet, zu veranschaulichen.
In Zukunft wäre denkbar, universelle Testbenches für
Power Supply Rejection Ratio weitere Schaltungsklassen in Form einer Bibliothek
innerhalb der Entwicklungsumgebung anzubieten.
Das PSRR beschreibt die Ausgangsspannungsände-
Hierdurch hätten Entwickler die Möglichkeit, das
rung bei einer Veränderung der Versorgungsspan-
Verhalten der unterstützten Schaltungen schnell und
nung. Ihr Wert wird ebenso wie das CMRR aus der
unkompliziert zu überprüfen.
ac-Simulation bestimmt. Dadurch wird ersichtlich,
wie sich das Brummen von Störquellen unterschiedli-
cher Frequenzen am Ausgang auswirkt. 6 Literaturverzeichnis
[1] U. Tietze, Ch. Schenk. Halbleiter Schaltungs-
Eingangsaussteuerbarkeit technik. Springer Verlag Berlin, Heidelberg,
Das „Sweepen“ der Differenzspannung an den Ein- New York, 2002.
gangstransistoren hat eine hohe Gate-Source-
[2] X. Rasmus. Demystifying the Operational
Spannung zur Folge. Bei der Eingangsaussteuerbar-
Transconductance Amplifier. Texas Instruments
keit wird überprüft, ab welcher Spannung die Gates
Application Report, 2013.
durchbrechen. Dies wird ermöglicht durch die in die
Simulationsmodelle zusätzlich eingebaute „Smoke
Detector“ Funktion.
87
88
24.01.2014
Achim Seidel, [Link], Hochschule Reutlingen, Alteburgstraße 150, 72627 Reutlingen, [Link], 1
T. +49(0)7121 271-7066, F. +49(0)7121 271-90-7066, [Link]@[Link]
Outline
• Introduction
• Efficiency Model
• Experimental Results
• Analysis with the Efficiency Model
• Conclusion
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PR = VR · I = 10V · 1A = 10W
(even larger than Pout!)
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Efficiency Model
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Example phase ༃:
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Determining Losses
Including Causes and Locations
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Caps
FET FET
Cj Schottky
Diode Lin. Reg.
Iload = 200 mA
Vin = 40 V
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OUTPUT
Matlab Script
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INPUT
Matlab Script
Transient Simulink model with ideal
switching transients
Losses during switching transitions
SIMULATION calculated analytically based on the
Simulink Model
transient model results
Loss results saved in a variable for further
post-processing in a Matlab script
OUTPUT
Matlab Script
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INPUT
Matlab Script
SIMULATION
Simulink Model In a Matlab script calculations and visualisations of the
Simulink results are done
OUTPUT
Matlab Script
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Vin = 18 V
Iload = 200 mA
Experimental Results
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Experimental Results
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Gate driver
Lin. Reg.
HS_GND
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Conclusion
MHz converters:
Æ Reduce system size and cost by faster switching (>10 MHz)
Æ But: power losses increase, precise efficiency model required
Æ Conventional efficiency calculations not suitable anymore
The presented efficiency model allows
• for dedicated optimization by root cause and loss location
• an optimization of design parameters
• to study and compare different converter architectures
Measurement results: Efficiency model matches with less than
3.5 %, main impact from parasitic capacitances
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References
X. Wang, J. Park, E. Van Brunt, and A. Huang, “Switching losses analysis in mhz integrated
synchronous buck converter to support optimal power stage width segmentation in cmos
technology,” in Energy Conversion Congress and Expos. (ECCE), 2010 IEEE, Sept. 2010, pp.
2718 –2724.
X. Wang and A. Huang, “Capacitor energy variation based designer-side switching losses analysis
for integrated synchronous buck converters in cmos technology,” in Applied Power Electron. Conf.
and Exposition (APEC), 2011 Twenty-Sixth Annual IEEE, March 2011, pp. 1130 –1137.
J. Wittmann and B. Wicht, “MHz-converter design for high conversion ratio,” in 2013 IEEE 25rd
International Symposium on Power Semi-conductor Devices and ICs (ISPSD), in press.
J. Wittmann, T. Funk, and B. Wicht, “Gate driver design for fast switching dc-dc converters,” in 48th
MPC Workshop, Aalen, July 2012, pp. 17–24.
H. Mattausch et al., Power/HVMOS Devices Compact Modeling. Springer, 2010, ch. 2: ”HiSIM-HV:
A Scalable, Surface-Potential-Based Compact Model for High-Voltage MOSFETs”.
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Effektive Fehlerdiagnose von Strukturen mit Digital-Analog-/Analog-Digital-Konvertern mit einem Cloud-
basierten Workflow
Eine hochkomplexe und zeitaufwändige Aufgabe beim Entwurf integrierter Mixed-Signal-Schaltkreise ist
die Fehlerdiagnose. Der vorliegende Beitrag stellt einen auf Cloud-Technologien basierenden Lösungsansatz
vor, der Fehler in für solche Schaltkreise typischen Strukturen aus Analog-Digital- und Digital-Analog-
Wandlern lokalisiert. Das Diagnoseverfahren (Ergebnis des BMBF-Projektes DIANA) beruht auf dem soge-
nannten Loop-Back-Test, der zwar die Generierung von Testdaten vereinfacht, aber eine Vielzahl von Varian-
tensimulationen mit verschiedenen Simulationsprinzipien und erheblichen Datenmengen erfordert. Diese sol-
len nunmehr problemangepasst und damit effizient in der Cloud realisiert werden. Für die entsprechende In-
formationsverarbeitung in der Cloud wurde das in dem Projekte OptiNum-Grid entwickelte Framework
GridWorker adaptiert. Experimente mit ersten Anwendungsbeispielen bestätigen die Leistungsfähigkeit und
Praktikabilität des Ansatzes für daten- und verarbeitungsintensive Schaltkreisentwurfsaufgaben.
99
Effektive Fehlerdiagnose von Strukturen mit Digital-Analog-/Analog-Digital-Konvertern mit einem Cloud-
basierten Workflow
tion (aFSIM) als Software-as-a-Service (SaaS) Ver- mit einer digitalen Treppenfunktion wird das analoge
wendung finden. Ausgangssignal des DACs auf den analogen Eingang
des ADCs geschaltet. Ein zwischengeschalteter Tief-
Schließlich wird mit dem Lösungsansatz auch die
pass erzeugt analoge Zwischenwerte, um die Ram-
Qualität der Fehlerdiagnose signifikant erhöht. Das
penfunktion besser nachzubilden und die erforderli-
wird möglich, weil dank der Cloud-Technologien
che Testgenauigkeit zu erreichen (vergl. Abbil-
anstelle von relativ groben Verhaltensmodellen nun-
dung 1). Die Ausgabe des ADCs ist eine Folge aus
mehr auch genauere Strukturmodelle auf der elektri-
Digitalwerten.
schen Netzwerkebene verwendet werden können, die
das auszuwertende Datenvolumen und Anzahl der
erforderlichen Simulationsläufe drastisch ansteigen
lassen.
Der weitere Beitrag ist wie folgt gegliedert: Ab-
schnitt 2 erläutert das Fehlerdiagnoseverfahren von
Loop-Back-Strukturen, Abschnitt 3 stellt den Cloud-
basierten Workflow dafür vor und Abschnitt 4 die Abbildung 1. Loop-Back-Struktur aus Digital-Analog-
und Analog-Digital-Wandler
Adaption des Gridworkers an diesen Workflow. Ab-
schnitt 5 diskutiert die bei Experimenten erreichten Aufgrund der großen Datenmenge, werden aus der
Ergebnisse. Eine Zusammenfassung sowie der Aus- Ausgabe des ADCs, also der Loop-Back-Struktur,
blick auf weiterführende Arbeiten schließen den Bei- Kenngrößen berechnet, die es auch für jeden der
trag ab. beiden Wandler gibt. Statische Kenngrößen sind z. B.
integrale Nichtlinearität (INL) und differentielle
2 Prinzip der Fehlerdiagnose für Nichtlinearität (DNL) [1]. Zur Verbesserung der
Loop-Back-Strukturen Fehlerdiagnose können weitere Kenngrößen wie
Wichtige Schritte bei der Fertigung integrierter nano- Monotonie oder fehlende Codes herangezogen wer-
elektronischer Systeme (System-on-Chip – SoC) sind den. Alle Kenngrößen einer Folge aus Digitalwerten
Fertigungs- und On-Chip-Test sowie – im Fehlerfall – werden zu einer Signatur zusammengefasst, die diese
die Fehlerdiagnose. Insbesondere bei SoC mit Mixed- Folge charakterisiert.
Signal-Komponenten ist dies meist sehr zeit- und Im Unterschied zu den aus der Literatur bekannten
kostenaufwendig. Ein Ansatz zur Aufwandsreduktion Verfahren liegt der Schwerpunkt bei unserem Vorge-
ist der Loop-Back-Test. hen auf der Fehlerdiagnose [2], [3]. Aus Stimulus und
Grundliegende Idee des Loop-Back-Tests ist es, zwei Ausga-be der Loop-Back-Schaltung soll nicht nur
funktional zueinander inverse Blöcke in Reihe zu erkannt werden, ob ADC und DAC innerhalb einer
schalten und den eigentlichen Test dann für diese vorgegebenen Genauigkeit korrekt funktionieren,
Zusammenschaltung durchzuführen. Der Testaufwand sondern im Fehlerfall auch diagnostiziert werden,
kann erheblich reduziert werden, weil Ein- und Aus- welcher der beiden Wandler fehlerbehaftet und wo
gangssignale der Zusammenschaltung weitgehend der Fehler lokalisiert ist.
einander entsprechen und damit einfach verglichen Dafür wird die fehlerfreie Loop-Back-Schaltung
werden können simuliert und aus den Simulationsergebnissen die
Im Projekt DIANA wurde ein Zugang entwickelt, um Kenngrößen für die Signatur berechnet. Anschließend
den Loop-Back-Test auch für Mixed-Signal- wird ein Fehler ausgewählt und in die Schaltung
Komponenten vom Typ ADC und DAC anzuwenden, eingefügt, d. h., die Schaltung entsprechend diesem
wenn diese gemeinsam in einem System-on-Chip- Fehler verändert. Die mit dieser Schaltung ausgeführ-
Halbleiterbaustein integriert sind. Die Zusammen- te Simulation liefert eine Fehlersignatur. Die Signatur
schaltung von DAC und ADC zu einer Loop-Back- der fehlerfreien Schaltung und die Fehlersignaturen
Struktur mit digitalen Ein- und Ausgängen ermöglicht aller Fehler werden vor der eigentlichen Fehlerdiag-
den Test auf digitaler Basis. Dabei erfolgt ein stati- nose berechnet und dann bei der Fehlerdiagnose mit
sches Vorgehen, bei dem der ADC mit einer Rampen- der Signatur der konkreten zu testenden Schaltung
funktion und der DAC mit einer Treppenfunktion verglichen.
stimuliert werden. Nach der Stimulierung des DACs
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Effektive Fehlerdiagnose von Strukturen mit Digital-Analog-/Analog-Digital-Konvertern mit einem Cloud-
basierten Workflow
Bei der Fehlerdiagnose wird die zu untersuchende kartesischen Koordinatensystems betrachtet, so liegen
Schaltung mit der Treppenfunktion stimuliert und aus für jeden Fehler alle möglichen Kombinationen der n
der Ausgabefolge die Kenngrößen und damit die Kenngrößen innerhalb eines n-dimensionalen Qua-
„gemessene“ Fehlersignatur berechnet. Diese „ge- ders, der durch die Min-Max-Intervalle begrenzt
messene“ Fehlersignatur wird mit den berechneten wird. Zur Veranschaulichung werden die beiden
Fehlersignaturen verglichen und aus dem Vergleich Kenngrößen „Gain Error“ und „Offset Error“ betrach-
auf den vorliegenden Fehler geschlossen. tet, wie in Abbildung 2 illustriert. Für den fehlerfreien
Fall F0 und sechs mögliche Fehler F1, …, F6 wurden
Um einen möglichst großen Hardware-Bezug zu
per Monte-Carlo-Simulation die Intervalle für Offset
erreichen, wurden die Wandler auf der elektrischen
und Gain Error bestimmt, in denen diese Kenngrößen
Netzwerkebene modelliert. Als Fehler wurden Kurz-
auftreten. Diese spannen unterschiedlich große Flä-
schlüsse und Unterbrechungen sowie parametrische
chen auf. Aufgabe der Fehlerdiagnose ist es, einer
Veränderungen der Widerstände und Kapazitäten
gemessenen Fehlersignatur Ti Fehlerkandidaten zu-
betrachtet.
zuordnen. Abbildung 2 zeigt, dass sich diese Aufgabe
Da Simulationen auf elektrischer Netzwerkebene sehr grafisch lösen lässt: Liegt die Fehlersignatur Ti inner-
zeitaufwändig sind, wurde ein hierarchisches Vorge- halb der aufgespannten Fläche bzw. im aufgespannten
hen gewählt. Dabei werden ADC und DAC unabhän- n-dimensionalen Quader eines Fehlers, so kommt
gig voneinander simuliert und die Simulationsergeb- dieser Fehler als Kandidat für die vorliegende Fehler-
nisse jeweils in Kennlinien umgewandelt. Die Simu- signatur in Frage. Gibt es nur einen Kandidaten, so ist
lation der Loop-Back-Zusammenschaltung erfolgt die Fehlerdiagnose damit beendet. Im vorliegenden
unter Verwendung der Kennlinien auf der Verhaltens- Beispiel gemäß Abbildung 2 wird bei den Fehlersig-
ebene z. B. mit MATLAB. naturen T1 und T2 kein Fehler (F0); bei T3 Fehler F3;
bei T4 F5 und bei T5 F4 klassifiziert. Gibt es mehrere
Bei der Durchführung der Fehlerdiagnose hat sich
Kandidaten, so wird zunächst der Fehlerort (Fehler-
herausgestellt, dass sich viele Fehlersignaturen nur
lokalisation) bestimmt.
geringfügig unterscheiden, so dass viele Fehler als
Fehlerkandidaten für eine gemessene Fehlersignatur Sind die Fehler F1 und F5 Fehler am gleichen
in Frage kommen. Ein Abstandsmaß ist schwer zu Fehlerort mit unterschiedlichen Fehlerwerten, so ist
definieren. Dabei stellt sich die Frage, wie genau die der Fehlerort gefunden. Im Schritt der Fehleridentifi-
Kennlinien sind, denn diese werden von Parametern, kation muss der Fehlerwert, d. h. die Abweichung
z. B. Kennwerten von Bauelementen wie Widerstän- von einem Nominalwert, bestimmt werden.
den und Transistoren oder von Zellen wie Operati-
onsverstärker, beeinflusst. Infolge von kleinen Verän-
derungen im Produktionsprozess können diese Para-
meter variieren. Von ihnen seien jeweils Nominalwert
und Varianz bekannt. Die Parametervariationen wer-
den in Monte-Carlo-Simulationen nachgebildet und
so Kennlinien erzeugt, die diese Parametervariationen
berücksichtigen. Damit sind eine Quantifizierung der
Fehlerabstände und eine Verbesserung der Fehlerdi-
agnose möglich.
Durch die Monte-Carlo-Simulationen erhöht sich der
Simulationsaufwand drastisch. Um die damit gleich-
falls wachsende Datenmenge zu reduzieren und für
die Fehlerdiagnose anwendbar zu machen, wird ne-
Abbildung 2. Fehlerintervalle Fi der Kenngrößen
ben den Nominalwerten nur die Datenverteilung in „Gain Error“ und „Offset Error“ für verschiedene
Form von Histogrammen sowie Min-Max-Intervallen Fehler
verwendet.
Haben die Fehlerkandidaten unterschiedliche Fehler-
Die Kenngrößen und die Min-Max-Intervalle einer
orte, so können weitere Kenngrößen in Simulation
Fehlersignatur bilden die Grundlage für die Fehler-
diagnose. Werden n Kenngrößen als Achsen eines
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Effektive Fehlerdiagnose von Strukturen mit Digital-Analog-/Analog-Digital-Konvertern mit einem Cloud-
basierten Workflow
und Messung einbezogen werden, um so die Fehler- Abbildung 3 zeigt den Workflow zur Erzeugung von
kandidaten voneinander zu unterscheiden. erweiterten Fehlersignaturen für die Fehlerdiagnose.
Um die große Anzahl der Dateien zu verdeutlichen,
Unabhängig davon ist eine Bewertung der Kandida-
wird deren Anzahl in Abbildung 3 durch die Variab-
ten unter Verwendung der berechneten Verteilungen
len x, y und m ausgedrückt. Dabei ist x die Anzahl
möglich. Dabei werden Fehler gleichen Fehlerorts
der Fehler im ADC, y die der Fehler im DAC und m
zusammengefasst.
die Anzahl der Monte-Carlo-Simulationen. Für die
In Abbildung 2 gibt es für die Fehlersignaturen T6 5-Bit-Varianten gilt: (x, y, m) = (9137, 395, 1000).
und T7 jeweils zwei, F1 und F5 bzw. F4 und F6,
Die Kennlinien für den ADC und für den DAC wer-
sowie für die Fehlersignatur T8 drei Kandidaten: F2,
den unabhängig voneinander berechnet. Ausgangs-
F4 und F6.
punkt ist jeweils eine elektrische Netzliste und eine
Falls einer gemessenen Fehlersignatur kein Fehler symbolische Beschreibung der Fehler. Im Schritt 1
zugeordnet werden kann, gehört diese Signatur nicht wird daraus jeweils eine Fehlerliste erzeugt. Mit Hilfe
zu den in den Simulationen untersuchten Fehlern. In eines Skripts werden die Fehler separiert, und es
Abbildung 2 gilt das für T9 und T10. entsteht für jeden Fehler eine Einzelfehlerliste. Im
folgenden Schritt 2 wird für jeden Fehler aus elektri-
3 Workflow zur Erzeugung der scher Netzliste und Einzelfehlerliste eine modifizierte
Fehlersignaturen Netzliste generiert. Die in dieser modifizierten Netz-
liste enthaltenen Widerstände und Kapazitäten wer-
Wie in Abschnitt 2 erläutert, erfordert die Detektion
den per Skript einer Parametrisierung und damit der
von Fehlern in den ADC/DAC-Komponenten eines
Monte-Carlo-Simulation zugänglich gemacht. Mit
konkreten gefertigten Mixed-Signal-Schaltkreises
Hilfe des GridWorkers wird in Schritt 3 jede der
sogenannte Fehlersignaturen, die im Rahmen eines
modifizierten Netzlisten mit ngSPICE einer Monte-
Loop-Back-Tests zu berechnen sind.
Carlo-Simulation unterworfen. Die Dateien mit den
Der in diesem Abschnitt vorgestellte Workflow reali- SPICE-Simulationsergebnissen enthalten sehr viele
siert die algorithmische Umsetzung des Loop-Back- Daten, während die Kennlinien selbst nur aus der
Tests durch Simulatoren und Skripte und liefert im Zuordnung analoger Eingangswert – digitaler Aus-
Ergebnis die für die Fehlerdiagnose benötigten Feh- gangswert beim ADC und digitaler Eingangswert –
lersignaturen. Für berechnungs- und datenintensiven analoger Ausgangswert beim DAC bestehen. In
Schritte werden dabei Cloud-Technologien eingesetzt. Schritt 4 extrahiert deshalb ein Octave-Programm
aus den SPICE-Simulationsergebnissen die Kennli-
Für die Arbeiten wurde zunächst der im Fraunhofer
nien.
IIS/EAS entwickelte analoge Fehlersimulator aFSIM
[4] in Verbindung mit dem Netzwerksimulator Im Ergebnis erhält man für den fehlerfreien und jeden
ngSPICE sowie Octave als Rahmenprogramm und fehlerhaften Wandler ein Kennlinienbündel, beste-
Simulationsprogramm auf Verhaltensebene verwen- hend aus der Nominalkennlinie und den Kennlinien
det. der Monte-Carlo-Simulation. Die ersten vier Schritte
beziehen sich überwiegend auf die elektrische Netz-
Der analoge Fehlersimulator aFSIM ist ein Programm
werkebene und sind deshalb sehr zeitintensiv.
zur analogen Fehlersimulation auf elektrischer Netz-
werkebene, mit dem auf der Grundlage von symboli- Sie liefern die Daten für Schritt 5, die Loop-Back-
schen Fehlerbeschreibungen in Form von Pattern eine Simulation. Dabei kommt es darauf an, einen DAC
Fehlerliste erzeugt, die Fehler der Fehlerliste in die und einen ADC, jeweils repräsentiert durch ein Kenn-
Schaltung injiziert, die Fehlersimulationen angesto- linienbündel, in der Loop-Back-Struktur zu simulie-
ßen und die Ergebnisse der Fehlersimulation ausge- ren. Aus Effektivitätsgründen wird die Simulation auf
wertet werden können. Für unsere Zwecke werden der Verhaltensebene durchgeführt. Die Kennlinien
nur die Funktionen Fehlerlistengenerierung und Feh- wurden schon entsprechend konvertiert.
lerinjektion verwendet. Die Simulationsaufrufe erfol-
Zunächst werden die Kenngrößen für den fehlerfreien
gen vom GridWorker und die Auswertung der Simu-
Fall berechnet. Deren Nominalwerte ergeben sich bei
lationsergebnisse auf Verhaltensebene mit Hilfe von
Simulation der Nominalkennlinien der fehlerfreien
Octave, einer Open-Source-Alternative zu MATLAB.
Wandler. Durch Kombination von je einer Monte-
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Effektive Fehlerdiagnose von Strukturen mit Digital-Analog-/Analog-Digital-Konvertern mit einem Cloud-
basierten Workflow
Carlo-Kennlinie des einen mit einer Monte-Carlo- berechneten Kenngrößen der Monte-Carlo-
Kennlinie des anderen Wandlers erhält man eine Kennlinien in jeweils 11 Bins zu Histogrammen zu-
entsprechende große Anzahl von variierten Werten für sammengefasst. Auf diese Weise erhält man eine
jede Kenngröße. Die große Anzahl von Werten wird erweiterte Signatur für die fehlerfreien Wandler und
in Schritt 6 dadurch reduziert, dass nur die Nomi- erweiterte Fehlersignaturen für jeden Fehler des
nalwerte der Kenngrößen aufgehoben und alle ande- ADCs und jeden Fehler des DACs.
ren in 11 Bins eingeordnet werden. So entsteht ein
Abschließend erfolgt die in Abschnitt 2 beschriebene
Histogramm für jede Kenngröße.
eigentliche Fehlerdiagnose, d. h., der Vergleich einer
gemessenen Fehlersignatur mit den vorausberechne-
ten Fehlersignaturen. Im beschriebenen Ansatz wird
dieser Schritt lokal mit der Rechentechnik des Nut-
zers realisiert, ist also nicht an die Verfügbarkeit einer
Cloud-Infrastruktur gebunden.
4 Adaption GridWorker
GridWorker ist ein am Fraunhofer IIS/EAS entwi-
ckeltes Framework [5], das auf Basis des
Map/Reduce-Paradigmas [6] parallel ausführbare
Bearbeitungseinheiten (Map-Phase) über angepasste
Adapter auf Multi-Core-, Cluster-, Grid- und Cloud-
Infrastrukturen verteilen und nach Beendigung die
Ergebnisse wieder zusammen-führen kann (Reduce-
Phase). Ziel ist es dabei, die wach-senden Compute-
Ressourcen insbesondere im Grid- und Cloud-Umfeld
für Endanwender im Systementwurf zu erschließen.
Diese haben in der Regel keine Möglichkeit, die
vielfältigen Low-Level-Middleware-Schnittstellen
wie gLite, UNICORE, Globus Toolkit, Grid Engine,
PBS (Portable Batch System), OpenStack, OCCI
(Open Cloud Computing Interface) etc. direkt aus
ihren Applikationen heraus anzusprechen. GridWor-
ker schließt die Lücke zwischen diesen Middleware-
Abbildung 3. Workflow zur Erzeugung von erweiter- Diensten und den Entwurfsprogrammen und ermög-
ten Fehlersignaturen. x Anzahl der ADC-, y Anzahl licht dem Systementwerfer das Konfigurieren von
der DAC-Fehler, m Anzahl der Monte-Carlo- Simulations-, Optimierungs- oder Analyseexperimen-
Simulationen
ten und deren Ausführung auf jeweils verfügbaren
Die Fehlerdiagnose geht von einem Einzelfehlermo- Backend-Ressourcen, wie sie beispielsweise beim
dell aus. Das bedeutet, dass nur einer der beiden Cloud-Computing von Providern zur Verfügung ge-
Wandler fehlerbehaftet und nur einer der Fehler wirk- stellt werden.
sam ist. Bei der Fehlersimulation in der Loop-Back- Bei der Fehlerdiagnose besteht die Aufgabe, für alle
Struktur muss deshalb jeder fehlerhafte Wandler mit Fehler jeweils eine Monte-Carlo-Simulation durchzu-
dem fehlerfreien anderen Wandler kombiniert wer- führen. Da die Einzelsimulationen untereinander
den. Zur Berechnung der Nominalwerte der Kenn- entkoppelt und damit unabhängig voneinander ausge-
größen eines Fehlers werden die Nominalkennlinien führt werden können, kann der Gesamtzeitbedarf
ausgewählt und in der Loop-Back-Struktur simuliert. drastisch reduziert werden, wenn Cluster-, Grid- oder
Danach wird jede Monte-Carlo-Kennlinie des Fehlers Cloud-Ressourcen mit Hilfe von GridWorker einge-
mit einer zufällig ausgewählten Monte-Carlo- setzt und ein maximal möglicher Parallelisierungs-
Kennlinie des fehlerfreien anderen Wandlers kombi- grad ausgenutzt werden.
niert. In Schritt 6 werden wie im fehlerfreien Fall die
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Effektive Fehlerdiagnose von Strukturen mit Digital-Analog-/Analog-Digital-Konvertern mit einem Cloud-
basierten Workflow
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Effektive Fehlerdiagnose von Strukturen mit Digital-Analog-/Analog-Digital-Konvertern mit einem Cloud-
basierten Workflow
Widerständen wird deren Wert von Kurzschluss (sehr Da alle Fehler der Fehlerliste in gleicher Weise be-
kleiner Wert) bis Unterbrechung (sehr großer Wert) handelt werden, bietet sich eine Parallelisierung der
variiert, wobei hier mit insgesamt acht verschiedenen Bearbeitung mit Cloud Computing geradezu an. Nach
Widerstandswerten gearbeitet wird. Das betrifft ins- der Bildung von Einzelfehlerlisten werden modifi-
besondere die funktionsbestimmenden Widerstände, zierte Netzlisten gebildet, in die einheitlich Parameter
beim Flash-ADC die der Widerstandskette und beim für die Monte-Carlo-Simulation eingefügt werden.
R2R-DAC die des R2R-Netzwerkes. Bei den Kon- Die Simulation mit ngSPICE und die Konvertierung
densatoren und bei den Transistoren werden nur in Kennlinienbündel werden in der Cloud durchge-
Kurzschluss- und Unterbrechungsfehler betrachtet. führt.
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Effektive Fehlerdiagnose von Strukturen mit Digital-Analog-/Analog-Digital-Konvertern mit einem Cloud-
basierten Workflow
entstehenden Kennlinien, Kenngrößen und Fehlersig- Zur Validierung der Zeiteffektivität wurden die Rech-
naturen. nungen zunächst auf einem Cluster mit einem, fünf,
10 und 20 parallelen Jobs durchgeführt und dabei
In Abbildung 6 werden die mit ngSPICE simulierten
Zeitmessungen gemacht. Insgesamt wurden neben
Kennlinien für den fehlerfreien Fall und DAC-Fehler
dem fehlerfreien Fall 1.197 Fehler im ADC und 223
39 gegenübergestellt. Bei Fehler 39 erhöht sich der in
Fehler im DAC berücksichtigt. Für jeden Fehler wur-
Abbildung 5 durch den Pfeil markierte Widerstand
den 10 Monte-Carlo-Simulationen durchgeführt.
Rs1 auf den fünffachen Wert. Abbildung 7 zeigt das
Zusammen mit den Simulationen der Nominalwerte
Ergebnis nach der Loop-Back-Simulation.
ergaben sich damit 15.642 Einzelsimulationen. In
Daraus werden Kenngrößen, z.B. die in Tabelle 1 Abbildung 8 sind die Bearbeitungszeiten für ver-
gezeigten berechnet. Diese Kenngrößen werden bei schiedene Zahlen von parallelen Jobs dargestellt. Für
jeder Monte-Carlo-Simulation ermittelt. Zur Datenre- Step 1 und Step 2 ist die Trennung von Map- und
duktion werden nur die Kenngrößen der Nominalpa- Reduce-Phase markiert. Die Map-Phase (jeweils
rameter in der Fehlersignatur gespeichert. Alle ande- unterer Balkenabschnitt) ist nahezu ideal paralleli-
ren berechneten Kenngrößen werden zu Histogram- sierbar. Bei der Reduce-Phase (jeweils oberer Bal-
men zusammengefasst. Die Fehlersignatur für DAC- kenabschnitt) ist keine Parallelisierung möglich.
Fehler 39 wurde aus Platzgründen auf die Tabellen 2
und 3 aufgeteilt.
fnr 'gain offͲ tue dnl+ dnlͲ inl+ inlͲ
0 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00 0.00
39 0.05 0.03 0.69 0.67 Ͳ0.58 0.67 Ͳ0.61
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Effektive Fehlerdiagnose von Strukturen mit Digital-Analog-/Analog-Digital-Konvertern mit einem Cloud-
basierten Workflow
für eine Bearbeitung in der Cloud prädestiniert sind. [3] M. Gulbins, W. Vermeiren und S. Redlich.
Für die Organisation dieser Bearbeitung wurde das Fehlerdiagnose für ADCs und DACs in einer
bei Fraunhofer entwickelte Werkzeug GridWorker Loop-Back-Struktur unter Einbeziehung von
weiterentwickelt. Als Software-Werkzeuge für die Parametervariationen. Testmethoden und Zu-
Bearbeitung der algorithmischen Teilaufgaben des verlässigkeit von Schaltungen und Systemen
eigentlichen Diagnoseprozesses kommen Public- 25. GI/GMM/ITG-Workshop Dresden,
Domain-Simulatoren und der bei Fraunhofer entwi- 24. - 26. Februar 2013
ckelte analoge Fehlersimulator aFSIM zum Einsatz.
[4] B. Straube, B. Müller, W. Vermeiren,
Ziel weiterführender Arbeiten ist es einerseits, die C. Hoffmann und S. Sattler. Analogue fault
Skalierbarkeit unseres Ansatzes weiter zu verbessern simulation by aFSIM. Design, Automation and
und Voraussagen zur Laufzeit zu ermöglichen. Ande- Test in Europe Conference and Exhibition,
rerseits wird an einem nutzerfreundlichen Zugang DATE 2000 – User Forum, Paris, March
gearbeitet, um bei Fraunhofer verfügbare Simulati- 27-30, 2000, pp. 205-210.
ons-, Test- und Diagnoseverfahren (bzw. die darauf
[5] A. Schneider. Variantensimulation mit
aufbauenden Werkzeuge) auch in der Cloud als Ent-
GridWorker. ASIM-Workshop „Simulation
wurfsdienstleistungen für externe Nutzer anbieten zu
technischer Systeme und Grundlagen und Me-
können.
thoden in Modellbildung und Simulation“,
Diese Arbeit wurde im Rahmen der BMBF-Projekte Krefeld, 24.-25. Februar 2011
DIANA - Durchgängige Diagnosefähigkeit für Elekt-
[6] J. Dean and S. Ghemawat. MapReduce: Sim-
roniksysteme im Automobil (Kennzeichen 01M3188B)
plified Data Processing on Large Clusters.
und OptiNum-Grid - Optimierung technischer Syste-
Sixth Symposium on Operating Systems De-
me und naturwissenschaftlicher Modelle mit Hilfe
sign and Implementation (OSDI '04), San
numerischer Simulationen im Grid (Kennzeichen
Francisco, California, USA, December 6-8,
01IG0901D) gefördert.
2004
107
108
Gekoppelte vs. integrierte Simulation der Steuerungs-, Regelungs-
technik und Strukturdynamik mechatronischer Systeme am Bei-
spiel von Werkzeugmaschinen
Zusammenfassung
Komplexe mechatronische Systeme wie Werkzeugmaschinen zeichnen sich durch die enge Verzahnung phy-
sikalischer Domänen (elektrische und mechanische Hardware) mit logischen Domänen (informations- und
signalverarbeitende Prozesse) aus. Ein neuer Simulationsansatz, die ANSYS-Control-Toolbox, führt die
notwendigerweise eng gekoppelte physikalisch-mechanische Ebene und die Signalebene mechatronischer
Systeme innerhalb des FE-Paketes ANSYS zusammen und erweist sich als geeigneter Ansatz für die Ent-
wicklungsprozesskette mittelständisch geprägter Werkzeugmaschinenhersteller mit begrenzten Ressourcen
für Modellierung und Simulation.
1 Einleitung
Bislang wird bei der Entwicklung mechatronischer und in jedem Zeitschritt durch einen Informationsaus-
Systeme (und insbesondere in traditionell geprägten tausch über eine geeignete Schnittstelle gekoppelt [2].
Branche wie der Werkzeugmaschinenindustrie) übli-
cherweise in unterschiedlichen, domänenspezifischen 2 Neuer Ansatz: Integrierte Simulation
Simulationswerkzeugen gearbeitet. Während die Bei einem neuartigen Ansatz soll die physikalisch-
Simulation des mechanischen Teils der Werkzeugma- mechanische als auch die logische Domäne komplett
schine von FE-Paketen dominiert wird, konnten sich im FE-Paket ANSYS modelliert und simuliert werden
für die Abbildung der logischen Ebene vorwiegend können, da dies in vielen Fällen am einfachsten durch
Systemsimulatoren wie Matlab-Simulink® oder die Entwicklungsprozesskette mittelständisch gepräg-
Caspoc® etc. etablieren. ter Werkzeugmaschinenhersteller abbildbar ist.
Der Wunsch nach einer zeitlich parallelisierten, d.h. Die Grundidee dieses Ansatzes besteht in der Abbil-
gleichzeitigen Simulation beider Bereiche unter Be- dung von regelungstechnischen Elementen über qua-
rücksichtigung der gegenseitigen Wechselwirkungen si-mechanische Analogien, die es ermöglichen, Bau-
macht einen Brückenschlag zwischen diesen Model- steine zur Signalverarbeitung direkt in einem AN-
lierungsansätzen notwendig [1]. SYS-Strukturmodell zu integrieren. Damit können
Strukturverhalten, Regelungstechnik und deren Kop-
In der Vergangenheit konnten sich hierfür bei der
pelung gleichzeitig innerhalb einer einheitlichen
Entwicklung von Werkzeugmachinen im Wesentli-
Simulationssumgebung beschrieben werden.
chen zwei Vorgehensweisen etablieren: Ein gängiger
Ansatz bildet die mechanische Struktur über ein line- Die eigentliche Modellierung der Reglerbausteine
arisiertes Ersatzmodell (z.B. über eine Transferfunk- erfolgt durch die Formulierung spezieller Dämp-
tion oder ein modales Ersatzmodell) ab und bindet fungs- und Steifigkeitsmatrizen mittels des von AN-
dies als diskreten Baustein in einen Systemsimulator SYS bereitgestellten MATRIX27-Elements. Die Mat-
ein. Ein hierzu alternativer Ansatz verfolgt die Co- rixeinträge werden dabei so gewählt, dass die daraus
Simulation zwischen FE-Paket und Systemsimulator. resultierenden Bewegungsdifferentialgleichungen
Hier werden zwei quasi-parallel ablaufende Berech- direkte Analogien zu den beschreibenden Differenti-
nungsprozesse im Zeitbereich durchgeführt algleichungen des jeweiligen Signalgliedes darstellen.
109
Dabei fungieren die translatorischen Freiheitsgrade Werkzeugmaschinen diente als Referenzmodell zu-
der beteiligten FE-Knoten als Signalgrößen, d.h. die nächst eine dreiachsige Werkzeugmaschine, bei der
übliche geometrische Interpretation eines Freiheits- für jede Vorschubachse die in Abbildung 1 dargestell-
grades als Verschiebung wird nun durch eine Interpre- te industrieübliche P-Lage-PI-Drehzahl-Kaskaden-
tation als Signallevel ersetzt. Basierend auf diesem regelung mit Geschwindigkeitsvorsteuerung integriert
Prinzip ist mit der ANSYS-Control-Toolbox eine wurde.
Sammlung von APDL-Makros entstanden, mit denen
die gebräuchlichen Bausteine zur Signalverarbeitung
einfach in ein Modell integriert werden können. Die
Toolbox verfolgt dabei das Prinzip eines „Baukasten-
systems“, bei dem der Anwender komplexe Regel-
kreise mit beliebiger Topologie aus elementaren Bau-
steinen aufbauen kann.
Die Makros übernehmen dabei die direkte Umwand-
lung von regelungstechnischen Parametern (wie Ver-
stärkungsfaktor, Nachstellzeit, etc.) in korrespondie- Abbildung 1. Regelungsstruktur
rende Einträge auf Matrix-Ebene.
Die Bausteinbibliothek umfasst momentan die gängi- Auf dem mechanischen Modell werden dabei über
gen, linearzeitinvarianten Reglerbausteine (P-, I-, D-, Sensoren die Relativverschiebung zwischen einem
PT1-, PT2-Glieder, und deren Kombinationen), Glie- Glasmaßstab am Maschinenbett und einem Tastkopf
der zur Verschaltung der Bausteine durch Verbinder am Schlitten sowie die Drehzahl am Vorschubmotor
und Knoten-/Summationselemente sowie verschiede- gemessen und der Regelung zurückgeführt. Das Aus-
ne Signalgeneratoren. Darüber hinaus werden speziel- gangssignal der Regelung wird als Aktorkraft am
le Sensoren und Aktoren bereitgestellt, die als Kugelgewindetrieb der Werkzeugmaschine aufge-
Schnittstelle zur Anbindung des Regelkreises an das bracht [3]. Abbildung 2 zeigt ein in ANSYS erstelltes
mechanische Strukturmodell dienen. Sensor- Blockschaltbild für einen Teil des geregelten Sys-
Bausteine übertragen dabei einen der sechs mechani- tems.
schen Freiheitsgrade eines Strukturknotens als Sig-
nallevel in den Regelkreis. Aktoren wandeln den
Signallevel eines Verbindungspunktes im Regelkreis
in Kräfte bzw. Momente um, mit denen wiederum auf
Knoten des mechanischen Modells eingewirkt wird.
Die mit der Control-Toolbox erstellten Modelle stel-
len aus ANSYS-Sicht reine Strukturmodelle dar, mit
denen alle üblichen Simulationen sowohl im Zeit- als
auch im Frequenzbereich durchgeführt werden kön-
nen.
Im Folgenden sollen anhand exemplarischer Anwen-
dungen einige Simulations-Szenarien, die mit der Abbildung 2. Regelung in ANSYS integriert
ANSYS-Control-Toolbox modelliert wurden, darge-
stellt werden. Die Simulationen stellen dabei typische Hiermit sind z.B. folgende Simulationsszenarien
Fragestellungen aus dem Bereich des Werkzeugma- denkbar:
schinenbaus dar und wurden bei der Gebr. Heller
Maschinenfabrik GmbH, Nürtingen durchgeführt. 2.1 Führungsverhalten im Frequenzbereich
Parallel zur ANSYS-internen Modellierung mit der Das Führungsverhalten beschreibt einen Frequenz-
Control-Toolbox wurden jeweils Verifikationen mit gang, bei dem die Sollgröße harmonisch angeregt und
alternativen Ansätzen (z.B. ANSYS-Excel-Kopplung, der Istgröße gegenübergestellt wird. Die Darstellung
ANSYS-Matlab-Simulink-Kopplung) durchgeführt. erfolgt typischerweise in einem Bode-Diagramm, in
Vor einem breiten Einsatz in der Entwicklung neuer
110
dem Amplituden- und Phasengang über der logarith- besondere die gute 3D-Ergebnisvisualisierung am
mierten Frequenz dargestellt sind. Volumenmodell der Werkzeugmaschine zeigt sich
jedoch als deutlicher Vorteil gegenüber den anderen
Der Drehzahlregler-Führungsfrequenzgang ermög-
beschriebenen Simulationmethoden [3,4].
licht Aussagen über die Stabilität des Drehzahlregel-
kreises und wird typischerweise zur Auslegung der
Geschwindigkeitsreglerparameter KP und TN heran- 3 Fazit
gezogen. Die in diesem Anwendungsfeld gewonnenen Erfah-
In analoger Weise wird auch bei der äußeren Regel- rungen haben gezeigt, dass durch die Integration der
schleife, dem Lageregelkreis, zur Ermittlung der Signalverarbeitung in das Modellierungsportfolio von
Lagereglerverstärkung KV vorgegangen. ANSYS zahlreiche neue Simulationsszenarien denk-
bar sind, mit denen wichtige Aussagen über einen
2.2 Nachgiebigkeitsfrequenzgang konstruktiven Entwurf schon in der Entwicklungs-
Beim Nachgiebigkeitsfrequenzgang wird ein konstan- phase gewonnen werden können. Hierbei können
ter Lagesollwert vorgegeben ( = Position halten) und insbesondere die Wirkzusammenhänge zwischen
eine zwischen Werkzeug und Werkstück wirkende physikalisch-mechanischer und logischer Domäne
Prozesskraft harmonisch angeregt. Hieraus können mit der notwendigen Sorgfalt untersucht werden.
Aussagen über die dynamische Steifigkeit des gere- Dies ist sicherlich auch für andere Anwendungen aus
gelten Systems in Abhängigkeit der Anregungsfre- dem Bereich der Mechatronik sinnvoll und verspricht
quenz gewonnen werden. Potential für zukünftige Applikationen und weiter-
entwickelte Softwarewerkzeuge [5].
2.3 Positionierverhalten im Zeitbereich
Der Schleppfehler spielt typischerweise bei Anfahr- 4 Referenzen
vorgängen eine Rolle und misst das „Nacheilen“ des
[1] Brandenberger, M.; Kehl, G.: Coupled Simula-
Vorschubschlittens im Vergleich zu einer als Sollwert
tion using FEM, MBS and Control Simulation
vorgegebenen Anfahrrampe. Vergleiche mit den pa-
Tools using the Example of a Machine Tool.
rallel durchgeführten Simulationen in Matlab-
In: Proceedings of the NAFEMS Seminar
Simulink® konnten die Ergebnisse verifizieren und
Mechatronics in Structural Analysis, Wiesba-
den mit der ANSYS-Control-Toolbox verfolgten
den, 5.5.-6.5.2004.
Ansatz bestätigen. Abbildung 3 zeigt dies beispielhaft
anhand eine Lagesollwertsprungs. [2] Keller, K.; Kehl, G.: Simulation geregelter,
hochdynamischer Werkzeugmaschinen am
14
Beispiel des Bearbeitungszentrums HELLER
12 MCH 250. In: Proceedings des 1. Karlsruher
10
Simulationssymposiums, Karlsruhe,
30.11.2005.
8
Weg[mm]
Soll
[3] Alber, R.; Kehl, G.: Systemsimulation in AN-
6
CT SYS integriert. In: CADFEM-Infoplaner
4 Simulink (2006) Nr.2, S.22-23.
2 [4] Kehl, G.: Meilensteine des FEM-Einsatzes im
0
Entwicklungsprozess spanender Werkzeugma-
0 0,05 0,1 0,15 0,2 0,25 0,3 0,35 0,4 schinen – Eine Zwischenbilanz. In: Procee-
Zeit[s]
dings of the 31st CADFEM Users Meeting
Abbildung 3. Positionierverhalten 2013, Mannheim, 19.6.-21.6.2013.
[5] Rudnyi, E.; Rauch, R.: System Level Simula-
Mit Erfahrungen in der Anwendung bei der Werk- tion with Simplorer and ANSYS: Through Sim-
zeugmaschinenentwicklung hat sich der hohe Re- ulation to Stable Productional Process. In: Ta-
chenaufwand bei komplexen Modellen als Nachteil gungsband des IWF-Symposiums: Simulation
erwiesen, der die Schritte Modellreduktion - Berech- von Werkzeugmaschinen, Zürich, 12.1.2010.
nung – Expansion meistens erforderlich macht. Ins-
111
112
Theoretische und experimentelle Untersuchungen der Vertikaldynamik eines elektrischen Rollstuhls mit dem
Ziel der Optimierung des Fahrverhaltens durch semiaktive Dämpfer
Im Rahmen des vom BMWi geförderten ZIM Projekts LoCoMS (Low-Cost Mechatronic Systems) werden
basierend auf einer mechatronischen Entwurfsmethodik Analysewerkzeuge entwickelt, die einen kostengüns-
tiger Entwurf von mechatronischen Systemen ermöglichen. Eine Anwendung für das Projekt ist die Redukti-
on der Vertikalschwingungen (AVC – Active Vibration Control) an einem elektrischen Rollstuhl. Dabei sol-
len durch Austausch der passiven Dämpferelemente durch semiaktive Dämpfer die Humanschwingungen
während der Fahrt reduziert werden. Für die experimentelle Analyse des Rollstuhls im Zeitbereich und Fre-
quenzbereich wurde der Rollstuhl mit Beschleunigungsaufnehmern versehen. Weiterhin wurde ein Prüfstand
konstruiert und realisiert, mit dem über einen Exzenter eine quasi-harmonische Anregung in Vertikalrichtung
(0 Hz - 30 Hz, ±5mm) an einem Rad erfolgen kann. Für die Durchführung von realistischen und reprodu-
zierbaren Messungen wurde ein Dummy nach DIN 45676 zur Abbildung der mechanischen Eingangsimpe-
danz und Übertragungsfunktion des menschlichen Körpers konstruiert. Die Bewertung der Schwingungen
erfolgt nach DIN EN ISO 8041 (Humanschwingungen). Für den mechatronischen Entwurf wurde ein Mehr-
körpermodell in SIMPACK aufgebaut, wobei die Ermittlung der Steifigkeiten und Dämpfungen der Räder
experimentell durchgeführt wurde. In dem Beitrag werden die ersten Ergebnisse von Messungen am Roll-
stuhlprüfstand und den Simulationsrechnungen im Frequenzbereich vorgestellt. Das Modell wird dazu ge-
nutzt, die Parameter eines optimierten passiven Feder-Dämpfer-Elements für verschiedene Fahr- und Be-
triebszustände zu bestimmen. In weiteren Arbeiten werden der reale Rollstuhl und das MKS-Modell um den
Einbau von steuerbaren elektro-rheologischen Dämpferelementen und den Aufbau eines mechatronischen
Sytems zur Verbesserung des Fahrkomforts erweitert.
113
Theoretische und experimentelle Untersuchungen der Vertikaldynamik eines elektrischen Rollstuhls mit dem
Ziel der Optimierung des Fahrverhaltens durch semiaktive Dämpfer
114
Theoretische und experimentelle Untersuchungen der Vertikaldynamik eines elektrischen Rollstuhls mit dem
Ziel der Optimierung des Fahrverhaltens durch semiaktive Dämpfer
schen Anregung kann durch die Verdrehung der Ex- können reproduzierbare Ergebnisse bei Messungen
zenter zueinander von 0 mm bis +/- 5mm stufenlos auf dem Prüfstand unter Berücksichtigung des Ein-
eingestellt werden. Der gesamte Rollstuhl kann über flusses des Fahrers durchgeführt werden.
Nivellierelemente in der Höhe verstellt werden. Ne-
ben der Auslegung und Umsetzung der mechanischen
Komponenten des Prüfstands wurde ein elektrischer
Schaltschrank gefertigt.
Für die Ansteuerung wurde in der Softwareumgebung
LabVIEW ein Prüfstandprogramm programmiert, das
aus der Position der Motorwelle den Winkel und die
Amplitude der resultierenden Exzentrizität errechnet.
Nach der Installation der ersten Version von dem
Projektpartner CAE-Software & Systems erstellten
Software Sound and Vibration Inspector wurden
Schwingungsuntersuchungen des Rollstuhls auf dem Abbildung 3: Dummy zur Nachbildung der Ein-
Prüfstand durchgeführt. In dem Programm sind ent- gangsimpedanz eines menschlichen Körpers (98 kg)
sprechend der Anwendungsklasse Bewertungsfunkti- bei Vertikalschwingungen
onen zur Messung der Schwingungseinwirkung auf
den Menschen nach DIN EN ISO 8041 [1] implemen-
tiert.
3 Aufbau eines MKS-Modells
Ziel ist die Optimierung des Fahrverhaltens insbeson-
dere des Fahrkomforts für den Rollstuhl. Die Ausle-
gung von verbesserten Feder- und Dämpfungspara-
metern soll am virtuellen Prototypen erfolgen, somit
ist eine Abbildung des dynamischen Verhaltens in
einem geeigneten Modell notwendig. Eine erste Aus-
legung der Fahrwerksparameter erfolgt durch lineare
Modelle (2-Massen-Modelle).
3.1 Gesamtmodell
Für die optimale Auslegung ist es notwendig, die
nichtlineare Kinematik und Dynamik des Fahrwerks
(Lenkeranbindung, Reifenmodelle, Dämpferkennli-
nien) zu berücksichtigen. Daher wird vom Rollstuhl
und Prüfstand ein Mehrkörpermodell in SIMPACK
Version 9.5 aufgebaut (siehe Abbildung 4).
Abbildung 2: Rollstuhlprüfstand
2.2 Fahrerdummy
Parallel zur Prüfstandentwicklung wurde für die
Schwingungsuntersuchungen der Vertikalschwingun-
gen am Sitz ein Dummy Abbildung 3 gemäß DIN
45676 [2] entwickelt, der die mechanische Ein-
gangsimpedanz und die Übertragungsfunktionen
eines Menschen besitzt. Das Schwingverhalten des
Dummys entspricht einem gedämpften 2-Masse-
Schwinger (m0=10kg-18kg, m1=40kg – 59kg). Auf- Abbildung 4: MKS-Modell des Rollstuhls und des
Prüstands
gaben bei der Konstruktion waren die Auslegung der
Feder- und Dämpferparameter für unterschiedliche
Körpermassen und die Nachbildung der korrekten Je Fahrwerksseite sind die vordere und hintere
Schwerpunktlage nahe an der Rückenlehne. Somit Schwinge über ein Feder-Dämpfer-Element mitei-
nander gekoppelt und können sich kinematisch wie
115
Theoretische und experimentelle Untersuchungen der Vertikaldynamik eines elektrischen Rollstuhls mit dem
Ziel der Optimierung des Fahrverhaltens durch semiaktive Dämpfer
eine Viergelenkkette bewegen. Die hintere Schwinge wurden und die Werte durch Abgleich zwischen Mes-
stützt sich über ein weiteres Feder-Dämpfer-Element sungen und Simulationsergebnissen ermittelt:
an dem Chassis ab. Hierdurch werden alle Starrkör-
- Steifigkeit: Messung der Einfederung des
perfreiheitsgrade gefesselt. Für den Aufbau eines
Mehrkörpermodells in SIMPACK wurden die rele- Reifens bei statischer Last (dynamische Stei-
vanten Massen, Trägheiten und Geometrien aus den figkeiten werden zunächst nicht berücksich-
CAD-Zeichnungen bestimmt. tigt). Steifigkeit Hinterrad = 200 N/mm
Vorderrad = 210 N/mm
Derzeit besteht das Modell aus folgenden Elementen:
- Dämpfung: Fallversuch des Reifens und
- 11 Massen: Reifen, Schwingen (mit Moto-
ren), Chassis (Batterie, Sitz, Sitzsäule). Ge- Messung der Sprunghöhe. Dämpfung Hin-
samtgewicht 176kg. terrad = 250 Ns/m Vorderrad = 150 Ns/m
- 4 Feder-Dämpfer Elementen (linear). Para- Mit diesem Reifenmodell können einfache Fahrma-
meter stammen aus Datenblättern. növer (Beschleunigen/Bremsen, Lenken, Hindernis-
überfahrten) hinreichend genau simuliert werden.
3.2 Reifenmodell
3.3 Lineare Analyse
Für die Abbildung des Fahrverhaltens ist eine hinrei-
chend genaue Modellierung des Reifens notwendig. Für eine erste Beurteilung des Modells wurden die
Da für die in SIMPACK zur Verfügung stehenden Eigenfrequenzen und Eigenschwingformen um die
Reifenmodelle die notwendigen Parameter nicht Ruhelage bestimmt. Es ergeben sich folgende Eigen-
bekannt sind, wird der Aufbau eines eigenen Reifen- formen:
modells vorgenommen. Hierfür werden die Standard- - 4,87 Hz Nickbewegung des Aufbaus
elemente von SIMPACK genutzt. Für die Modellie-
rung des Kontaktes zwischen Fahrbahn und Reifen - 6,15 Hz Wanken des Aufbaus
wird der 3D-Kontakt (Polygonal Contact Element-Nr. - 6,94 Hz Huben des Aufbaus
199) verwendet. Mit diesem Element kann ein 3-
dimensionaler Multikontakt zwischen Polygonflächen Man erkennt in den Mess- und die Simulationsergeb-
abgebildet werden. Für die Beschreibung der Reifen- nissen eine entsprechende Anregung der Eigenfre-
geometrie wurde ein CAD-Modell erstellt und die quenzen.
Fläche durch dreieckige Polygone vernetzt (siehe
Abbildung 5). 4 Ergebnisse
Die Komfortbewertung der Schwingungen wird nach
DIN EN ISO 8041 [1] durchgeführt. In dieser Norm
sind Filter für die Nachbildung der menschlichen
Empfindlichkeit auf Beschleunigungen angegeben.
Im dem Frequenzbereich von 4 Hz – 12 Hz sind die
größten Empfindlichkeiten zu finden.
In einer ersten Messung wurde das Spektrum der
Abbildung 5: CAD-Modell des Reifens mit Polygon- Übertragungsfunktion zwischen dem Eingangssignal
elementen für die Modellierung in SIMPACK am Exzenter und dem Ausgangsignal Chassis-
Dämpferanbindung gemessen (siehe Abbildung 6).
Die Fahrbahn mit den Unebenheiten wird ebenfalls
durch eine Polygonfläche modelliert. Für die Materi-
alkennwerte des Reifens wurden ein E-Modul von 20
N/mm² und eine Querkontraktionszahl von 0,4 ange-
nommen.
Die Federeigenschaften des Reifens werden durch ein
lineares Feder-Dämpfer-Element abgebildet und zur
Bestimmung der Steifigkeit und Dämpfung des Rei-
fens wurden einfache Versuche durchgeführt. Für die
Parameteridentifikation wurde ein einfaches MKS-
Abbildung 6: Position (grünes Koordinatensystem)
Modell aufgebaut, mit dem die Versuche nachgebildet des Beschleunigungssensors am Chassis auf der hin-
teren Schwinge
116
Theoretische und experimentelle Untersuchungen der Vertikaldynamik eines elektrischen Rollstuhls mit dem
Ziel der Optimierung des Fahrverhaltens durch semiaktive Dämpfer
Als Anregungssignale wurde ein Gleitsinus von Ein aktives Federungskonzept ist aufgrund der be-
0,5 Hz – 20 Hz und einer Amplitude von ± 1,3 mm grenzt zur Verfügung stehenden Energie nicht reali-
bei einer Hochlaufdauer von 40 Sekunden verwendet. sierbar. Für die Realisierung eines semi-aktiven Fede-
Ein Vergleich der Übertragungsfunktion der Wege ist rungskonzeptes wird ein steuerbarer elektro-
in Abbildung 7 dargestellt. rheologischen Dämpfer (Fludicon RheDamp RD 32
[6]) angeschafft [5]. In Abbildung 8 ist die Dämpfer-
kraft bei unterschiedlichen Spannungen und Ge-
schwindigkeiten darstellt.
117
Theoretische und experimentelle Untersuchungen der Vertikaldynamik eines elektrischen Rollstuhls mit dem
Ziel der Optimierung des Fahrverhaltens durch semiaktive Dämpfer
118
Konzeption eines hochdynamischen Systems mit
Im Rahmen eines Forschungsvorhabens soll ein hochdynamisches System mit sphärischem Elektroantrieb
namens S(phere)- Mobile mechatronisch entwickelt werden. Im Zuge dessen wird in diesem Aufsatz die me-
chatronische Komposition des Gesamtsystems vorgestellt. Zudem soll ein physikalisches und mathemati-
sches Modell eines ersten Entwicklungsschrittes des S-Mobiles symbolisch hergeleitet werden. Dieses Simu-
lationsmodell ist so aufgebaut, dass seine grundsätzlichen Annahmen auf die weiteren Entwicklungsschritte
des S- Mobile übertragen werden können. Zu diesem wird eine hierarchische Regelstruktur modellbasiert
entworfen, welche das grundsätzlich instabile Streckenverhalten des S-Mobile stabilisiert. Die Simulations-
ergebnisse verschiedener Anregungsarten werden dargelegt und diskutiert.
119
71 VSKlULVFKHP(OHNWURDQWULHE
Beschleunigungssensor ߰௫
len Kugellager zur Aufnahme der Vertikalkräfte (Ab-
߰௬ bildung 2: Konfiguration 1). Durch die vorteilhafte
Aufbau
ݔ Anordnung der Antriebe im 90° Winkel können die
ݕ
Elektromotoren mit Drehzahl- beiden Längsachsen entkoppelt werden, wodurch nur
/Drehwinkelsensoren ߰௭
ݖ ein zwei-dimensionales kinematisches Modell abge-
Allseitenräder bildet werden muss [3].
Antriebskugel
߮௬
ݕ௦ ݔ௦
߮௫
߮௭
ݖ௦
120
sphärischem Elektroantrieb
Konzeptphase wird ein drei-dimensionales Strecken- des Mechanismus. Das kinematische Verhalten wird
modell benötigt [2], [10]. aus den Freiheitsgraden und der Geometrie des Sys-
tems bestimmt. Die Dynamikfunktionen beschreiben
Basierend auf diesen Konzepten kann der mechatro-
das dynamische Verhalten unter Wirkung von Kräf-
nischen Entwurf durchgeführt werden.
ten.
ݔௌ ݖ
ܯ ǡ ܬట
ݕௌ
ݖௌ
݈ ܨோ௦
߮௬
߮௦ ܨே௦
߮ெ ܯట
ܨோ௦ ܨே௦
ௌ
ݔ௦
ܬ ǡ ܬ௪ ܴ௪
ௌ ݔ௦ௌ ܯఝ ܨேூ௦
ݖ௦ ݖ௦ ܯ௦ ǡ ܬ௦
ௌ
ݕ௦ ܴ௦
ݕ௦ௌ ܯோ ൌ ܨோூ௦ ή ܴ௦
ݖ௦ௌ ܨோூ௦
ݔூூௌ
ݔ௦ ݔ
ݕூூௌ ܨோூ௦
ݖூூௌ A B C ܨேூ௦
121
TN-4 sphärischem Elektroantrieb
Das Inertialkoordinatensystem (ICS) liegt auf der Nach diesem Schaubild gelten folgende Zusammen-
Fahrbahn, die das S-Mobile benutzt. Die jeweiligen hänge für die Bewegung der Kugel (Index s).
Körperkoordinatensysteme (BCS) liegen in jedem ݔ௦ ݎ௦ ή ߮௬
Starrkörper und Verbindungskoordinatensysteme ݍԦ௦ ൌ ݕ௦ ൩ ൌ ݎ௦ ή ߮௫ ൩ (2)
ݖ௦ ݎ௦
(ACS) in den Koppelpunkten zwischen diesen. Die
Kinematik des Gesamtsystems wird durch Koordina- ݎ௦ ή ߮௬ሶ
ݍԦ௦ሶ ൌ ݎ௦ ή ߮௫ሶ ൩ (3)
tentransformation mittels Tranformationsmatrizen
Ͳ
symbolisch hergeleitet und später in einen globalen
Regelkreis eingebettet. Relevant für die Herleitung Mit Hilfe der Gleichungen (1) und (2) ergibt sich für
des Streckenmodells sind im Speziellen das Inertial- die Bewegung des Aufbaus (Index b).
koordinatensystem mit den Komponenten (xI, yI, zI) ݔ Ͳ ݔ௦ ݈ ߰௬ ߰௫
sowie die Körperkoordinatensysteme des Aufbaus ݍԦ ൌ ݕ ൩ ൌ ݍԦ௦ ܴூ ή Ͳ൩ ൌ ݕ௦ െ ݈ ߰௫ (4)
ݖ ݈ ݖ௦ ݈ ߰௫ ߰௬
BCSb (xb, yb, zb) und der Kugel BCSs (xs, ys, zs).
ݎ௦ ߮௬ሶ ݈߰௬ሶ ߰௫ ߰௬ െ ݈߰௫ሶ ߰௬ ߰௫
So entsteht exemplarisch, durch die Drehung des
ݍԦሶ ൌ ൦ ݎ௦ ߮௫ሶ െ ݈߰௫ሶ ߰௫ ൪ (5)
BCSb um die y-Achse und anschließend um die x-
െ݈߰௬ ߰௬ ߰௫ െ ݈߰௫ሶ ߰௫ ߰௬
ሶ
Achse des ICS, die folgende Transformationsmatrix
RIb [11]: Bedingt durch die Konstruktion der Basiskonfigurati-
߰௬ ߰௬ ߰௫ ߰௬ ߰௫ on können einige weitere Vereinfachungen durchge-
ܴூ ൌ Ͳ ߰௫ െ ߰௫ (1) führt werden. Unter der Annahme kleiner Auslen-
߰௬ ߰௬ ߰௫ ߰௫ ߰௬ kungswinkel kann das planare Modell der xz- Ebene
Eine Drehung um die z-Achse ist nicht notwendig, da als entkoppelt von der yz- Ebene betrachtet werden
der Mechanismus der Tragstruktur des Basiskonzep- und vice versa. Die Funktionen können entsprechend
tes eine Rotation um diese Achse aus eigener Kraft vereinfacht werden, indem der jeweilige Winkel zu
dem Körper nicht erlaubt. Null gesetzt wird. Aus gleichen Gründen können
Kopplungskräfte vereinfacht werden.
3.2 Dynamikfunktion Die geometrischen Größen der Antriebsräder ergeben
Die Dynamikfunktionen beschreiben das dynamische sich durch die feste Verbindung mit dem Aufbau. Die
Verhalten unter Wirkung von Kräften. Unter Zuhilfe- Räder haben dabei nur einen Freiheitsgrad, da sie nur
nahme der physikalischen Gesetze kann eine mathe- um ihre Motorachse drehen können. Exemplarisch für
matisch formulierte Aussage über das Systemverhal- das in Abbildung 3 dargestellte Rad (Index w) mit
ten gemacht werden [11]. Die Dynamik des S-Mobile dem zugehörigen Motor (Index m) gilt.
setzt sich aus der Dynamik der Tragstruktur, der Ak- ೞ
toren, Sensoren und der digitalen Signalverarbeitung ߮ ൌ ൫߮௬ െ ߰௬ ൯
ೢ
(6)
zusammen. Mit Hilfe geeigneter Vereinfachungen ߮ሶ ൌ ൫߮௬ሶ െ ߰௬ሶ ൯
ೞ
(7)
ೢ
wird ein räumliches Modell des S-Mobile erstellt.
Das Aufstellen der Differentialgleichungen erfolgt
1) Dynamikfunktion der Tragstruktur nach dem Lagrange Formalismus.
Die vereinfache Abbildung 3B zeigt neben festen ௗ డ డ
ቀ ቁെ
ௗ௧ డሬԦሶ
ቀ ቁ ൌ ܳሬԦ (8)
geometrischen Eigenschaften, wie den Radien der డሬԦ
Antriebskugel (r s) und des Antriebsrades (r w), auch Die Gesamtenergiebilanz (L) ergibt sich aus der Dif-
physikalische Größen, wie die Massen (Ms, Mb) und ferenz der kinetischen (T) und potenziellen (V) Ener-
Massenträgheitsmomente (Js, Jb, Jm, Jw), der einzelnen gien.
Komponenten. Des Weiteren sind die Systemzustände
dargestellt, der Aufbauwinkel (ψy), der Rotationswin- ܮൌܶെܸ (9)
kel der Kugel (φy) und des Antriebsrades bzw. Motors Die kinetischen Energien ergeben sich jeweils zu.
(φm), sowie die daraus ableitbaren Koordinaten der ଵ ଵ
Teilkomponenten in der Ebene (xs, zs und xb, zb). Für ሬԦሶ் ή ߮
ܶ ൌ σୀଵ ቀ ݉ ή ݍԦሶ ் ή ݍԦሶ ܬή ߮ ሬԦሶቁ (10)
ଶ ଶ
die Beschreibung des Systems sind der Aufbauwinkel
Die potenziellen Energien aus.
und der Rotationswinkel der Kugel als Zustandsgrö-
ßen definiert.
122
sphärischem Elektroantrieb
Ͳ Ͳ Ͳ ͳ Ͳ
ܸ ൌ σୀଵሺ݉ ή ݍԦ ή ݃Ԧሻ mit ݃ ൌ Ͳ ൩ (11) Ͳۍ Ͳ Ͳ ͳې
ێ ா ۑ
݃ ܣൌ ܩ Ͳێଶǡଶ భǡమ Ͳ Ͳۑ
ୢୣ୲ሺாሻ
ێ ாభǡభ ۑ
Aufgrund der auf beide Starkörper ausgeübten Kräfte Ͳۏെܩଶǡଶ ୢୣ୲ሺாሻ Ͳ Ͳے
und Momente wird die Q-Matrix hergeleitet. Die Ͳ Ͳ
Abbildung 3C zeigt Drehmomente und Kräfte am Ͳ ۍ Ͳ ې
ێா ா ۑ
System. Die Drehmomente Mψ und Mφ stellen die ܤൌ ێమǡమ
ୢୣ୲ሺாሻ
െ భǡమ ۑ
ୢୣ୲ሺாሻ
Eingangsgrößen des Systems dar. Mψ wird dabei ێாమǡభ ாభǡభ ۑ
ۏെ ୢୣ୲ሺாሻ ୢୣ୲ሺாሻ ے
durch den Elektromotor des Systems generiert. Über
die kinematische Beziehung des Antriebsrades zur ͳ Ͳ Ͳ Ͳ
Ͳ ͳ Ͳ Ͳ
Antriebskugel entsteht dann Mφ. Die Reibkraft FRbs ܥൌ൦
Ͳ Ͳ ͳ Ͳ
൪
zwischen dem Rad und der Kugel soll hier verein- Ͳ Ͳ Ͳ ͳ
facht als Ideal angenommen werden. Durch die Auf- Ͳ Ͳ
teilung in zwei separate Momente kann später ein Ͳ Ͳ
ܦൌ൦ ൪
Ͳ Ͳ
entsprechendes Reibungsmodell in die Simulation Ͳ Ͳ
eingebracht werden. Somit ist Q definiert als.
Damit ist das Streckenmodell definiert.
ܯఝ
ܳሬԦ ൌ
ܯట
൨ (12)
2) Dynamikfunktion des Aktors
Nach Vereinfachung entstehen zwei nicht-lineare Die Aktorik besteht aus einem elektrischen Motor
gekoppelte Differentialgleichungen zweiter Ordnung und einer Leistungselektronik, die einen 4-
für die Beschreibung der Bewegung in der xz- Ebene. Quadrantenbetrieb ermöglicht. Während die Leis-
ܯఝ ൌ ݂ሺ߮ሷ ௬ ǡ ߰ሷ௬ ǡ ߰௬ሶ ǡ ߰௬ ǡ ݉௦ ǡ ݉ ǡ ݎ௦ ǡ ݎ௪ ǡ ܬ௪ ǡ ܬ ǡ ܬ௦ ǡ ݈ሻ (13) tungselektronik im Modell durch eine Totzeit Berück-
sichtigung findet, wird das Verhalten des Antriebs
ܯట ൌ ݂ሺ߮ሷ ௬ ǡ ߰ሷ௬ ǡ ߰௬ሶ ǡ ߰௬ ǡ ݉ ǡ ݎ௦ ǡ ݎ௪ ǡ ܬ௪ ǡ ܬ ǡ ܬటǡ ݈ǡ ݃ሻ (14) durch eine DGL 1. Ordnung modelliert [12]. Die
Funktion für das Motormoment lautet:
Unter der Annahme kleiner Winkelbewegungen und
Geschwindigkeiten sollen diese nach folgendem ܯట ൌ
ή ቆܷሺ௧ሻ െ ܿ௧ ή
ೢ
ή ൫߮௬ሶ െ ߰௬ሶ ൯ቇ (19)
linearisiert werden. ோ ೞ
ȟ ܯൌ ൬
ఋ
൰ ȟ߮ሷ ௬ ൬
ఋ
൰ ȟ߰௬ ൬
ఋ
൰ ȟ߰ሶ௬ ൬
ఋ
൰ ȟ߰ሷ௬
Die Eingangsgröße hier ist die Betriebsspannung U(t),
ఋఝሷ ఋట ఋటሶ ఋటሷ
welche über motorspezifische Kenngrößen, wie die
(15) mechanische (cmech) und elektrische Motorkonstante
Es entstehen zwei lineare gekoppelte Differentialglei- (celekt), sowie den Spulenwiderstand Rm zu einem
chungen zweiter Ordnung. Dargestellt mithilfe der Drehmoment in Abhängigkeit der Induktionsspan-
Massen- (E) und Gravitationsmatrizen (G). nung umgerechnet werden kann.
ܧଵǡଵ ܧଵǡଶ ߮ሷ ܩଵǡଵ ܩଵǡଶ ߮ ܯఝ
ܧଶǡଵ ܧଶǡଶ
൨ ή ሷ൨
ܩଶǡଵ
൨ήቂ ቃൌ ൨
ܩଶǡଶ ߰ ܯట
(16) 3) Dynamikfunktion der Sensorik & digita-
߰
len Signalverarbeitung
Aus diesen lässt sich die Zustandsdarstellung des Ähnlich verhält es sich mit der Sensorik zur Erfas-
Systems ableiten. sung der Winkelgeschwindigkeiten, der Wegbe-
߮௬ schleunigungen und der Aktordrehzahl. Diese Senso-
ې ߰ۍ
௬ ܯఝ ren werden über ein PT1- Systemverhalten in der
ݔሶ ൌ ܣή ݔ ܤή ݑ mit ݔൌ ߮ێሶ ۑۑ
ێ und ݑൌ ൨ (17)
௬ ܯట Simulation berücksichtigt. Durch die niedrige Zeit-
ۑ ێ
߰ۏሶ௬ ے
konstante eines Sensors soll diese Näherung auch im
߮௬ weiteren Entwicklungsverlauf des Simulationsmo-
ې ߰ۍ
ݕൌ ܥήݔܦήݑ mit
௬
ݕൌ ߮ێێሶ ۑۑ (18) dells bestehen bleiben.
௬
ۑ ێ
߰ۏሶ௬ے Die digitale Realisierung eines Reglers führt zu einer
Phasenabsenkung. Diese resultiert aus den auftreten-
Die entsprechenden Matrizen in den Gleichungen
den Totzeiten, die durch den Abtast-Haltevorgang und
(17) und (18) lauten:
die zur Berechnung des Regelalgorithmus notwendi-
ge Bearbeitungszeit verursacht werden. Dies kann
123
TN-6 sphärischem Elektroantrieb
durch ein System mit endlich vielen Zustandsglei- Anschließend wird über die Rückwärtskinematik des
chungen approximiert werden. Zur Nachbildung Systems und die Sollwerte für die unterlagerte lokale
dieser digitalen Effekte wird eine Padé- Regelung, die Dynamik jedes einzelnen Motors be-
Approximation 2. Ordnung im Modell implementiert rechnet [11]. Diese Sollwerte werden der lokalen
[12]. Kaskadenregelung, bestehend aus Drehzahl und Mo-
torstromregler, übergeben [13].
4 Modellbasierte Reglerauslegung Um das Verbesserungspotential zu zeigen, wird eine
Nach der Modellbildung wird der Regler modellba- Simulation durchgeführt. Hier soll zunächst das Ver-
siert ausgelegt, denn durch die instabile Strecke füh- halten der Aufbauwinkelregelung gezeigt werden.
ren Anregungen des Systems immer zu einem instabi- Eine Anregung (Abbildung 5) erfolgt durch die Auf-
len umkippen aus der Ruhelage, die nicht wieder schaltung eines Drehmomentes auf den Aufbau und,
kompensiert werden kann. Der Regler soll dement- als Reaktionsmoment, auf die Antriebskugel im Si-
sprechend das System durch ständige Nachregelung mulationsmodell der Strecke. Nachfolgend wird eine
stabil halten. Sprunganregung auf den Regelkreis gegeben.
Zu diesem Zwecke wurde eine hierarchisch angeord- Die Antwort des Systems auf diese Anregung unter
nete Regelstruktur nach Abbildung 4 entworfen. Die der Verwendung des Modalreglers zeigt Abbildung 6.
über Sensoren erfassbaren Messgrößen werden über Es ist zu sehen, dass der Aufbauwinkel zunächst
die Vorwärtskinematik des Systems auf die zu regeln- ausschlägt, bevor er durch eine entgegensetzt wirken-
den Systemgrößen des Aufbaus transformiert und de Beschleunigung ausgeregelt wird. Des Weiteren
dem globalen Modalregler zur Verfügung gestellt. kann ein ähnlicher Effekt beobachtet werden, wenn
Dieser generiert die Modalkräfte und -momente zur die Sprunganregung zurückgenommen wird. Der
Stabilisierung des Systems. negative Winkelausschlag ist bedingt durch das nun
߮ሶ ̴ଵǡଶǡଷ
߰௫
̴߮ଵǡଶǡଷ - ܯట̴௫ǡ௬ǡ௭
߰௬ ߮ሶ ̴ଵ̴௦
߰ሶ௫ ǡ ߰ሶ௬ , ߰ሶ௭ Vorwärtskinematik
-
Sollwertgenerierung
߰௭ Modalregelung für (Rückwärts- ߮ሶ ̴ଶ̴௦
ݔሷ ǡ ݕሷ ǡ ݖሷ ݒ௫ǡ௬
jeden Freiheitsgrad kinematik)
- ߮ሶ ̴ଷ̴௦
ݕሶ
I- Glied ݔሶ -
-
ݔሶ ௦
ݕሶ ௦
߰௭̴௦
߰௬̴௦
߰௫̴௦
Globale Regelung
Lokale Regelung
124
sphärischem Elektroantrieb
0.6
logie. URL: [Link]
Zugriff am 25.01.2014
0.4
[3] Lauwers, T. B.; Kantor, G. A.; und Hollis, R.
0.2 L.: A Dynamically Stable Single-Wheeled Mo-
bile Robot with Inverse Mouse-Ball Drive.
0
Proc. IEEE Int’l. Conf. on Robotics and Au-
0 0.1 0.2 0.3 0.4 0.5 0.6 0.7 0.8 0.9 1 tomation, Carnegie Mellon University, USA,
2006
Abbildung 5. Sprunganregung des Gesamtsystems
[4] Nagarajan, U.; Mampetta, A.; Kantor, G. A.
-3
x 10 und Hollis, R. L.: State Transition, Balancing,
2.5
Station Keeping, and Yaw Control for a Dy-
2
1.5
namically Stable Single Spherical Wheel Mo-
bile Robot. IEEE International Conference on
Aufbauwinkel in [rad]
1
0.5
Robotics and Automation, in Kobe, Japan, S.
0
998-1003,2009
-0.5
[5] Frankhauser, P. und Gwerder, C.: Modeling
-1
and Control of a Ballbot. Bachelor Thesis,
-1.5
ETH Zürich, Schweiz, 2010.
-2
-2.5 [6] Kumagai, M. und Ochiai, T.: Development of
0 0.1 0.2 0.3 0.4 0.5 0.6 0.7 0.8 0.9 1
a Robot Balanced on a Ball. Journal of Robot-
ics and Mechatronics Vol.22 No.3, S. 348-349,
Abbildung 6. Sprungantwort des Gesamtsystems 2010
[7] Fong, J. und Uppill, S.: Design and Build a
5 Zusammenfassung und Ausblick
Ballbot. Report, University of Adelaide, Aus-
In dem vorliegendem Beitrag wurden Konzepte zur tralien, 2009
Realisierung des S-Mobile vorgestellt. Anhang der
ersten Basiskonfiguration wurde der mechatronische [8] Endo, T. and Nakamura, Y.: An Omnidirec-
Entwurf beispielhaft durchgeführt, indem zunächst tional Vehicle on a Basketball. Report, Univer-
ein Streckenmodell generiert und anschließend analy- sity of Tokio, Japan, 2005
siert wurde. Zudem wurde eine hierarchische Reg- [9] Ahlers, M. T.: OmniVehicle: Plattform mit
lerstruktur, bestehend aus einem globalen Regler und omnidirektionalem Antrieb. URL: [Link]
einer untergeordneten, kaskadierten lokalen Rege- [Link]/[Link]/robotik/omnivehicle,
lung, entworfen. In der weiteren Forschungsarbeit Zugriff am 25.01.2014
soll der mechatronische Entwurfe auf die Konfigura-
tion mit höchster Komplexität angewandt, und die [10] Pellegrini, E.; Diepold, K. J.; Dessort, R. und
mechatronischen Funktionen des S-Mobile modellba- Panzer, H.: 3D-Modelling of a Robot Balanc-
siert ausgelegt werden. ing on a Ball. Technical Reports on Automatic
Control Vol. TRAC-6, S. 1- 28, 2011
125
TN-8 sphärischem Elektroantrieb
126
Nutzung einer Parametererregung in MEMS
Mikroelektromechanische Systeme (MEMS) werden heute schon millionenfach eingesetzt, bewähren sich in
vielerlei Anwendungen und tragen zur fortschreitenden Miniaturisierung von Geräten und Maschinen bei.
Trotzdem sind die technischen Möglichkeiten noch bei weitem nicht ausgereizt und können durch z.B. kom-
plexere MEMS-Strukturen neue Nutzungsmöglichkeiten erschlossen werden. Während es in konventionellen
mechanischen Systemen eher schwierig ist, eine Parametererregung gezielt zu realisieren, bieten im MEMS
die sogenannten Kammantriebe eine sehr einfache Möglichkeit, eine gesteuerte auslenkungsproportionale
Kraft zu erzeugen. Wird diese Quasi-Steifigkeit zeitlich periodisch verändert, dann spricht man von einer Pa-
rametererregung und damit erschließen sich für MEMS neue Möglichkeiten. In dem Beitrag werden die
Grundlagen und die Möglichkeiten der gezielten Nutzung von „Parameterresonanzen“ (eigentlich Instabilitä-
ten) in MEMS gezeigt. Insbesondere wird auch auf das Phänomen der Parameter-Antiresonanz eingegangen
und Simulationsstudien zu diesem neuen Effekt anhand eines realitätsnahen Modells vorgestellt. Im Falle der
Parameterresonanz wird gezeigt, dass je nach Ausprägung der Instabilität, die Amplituden wesentlich rascher
aufklingen als bei einer klassischen Resonanz durch Fremderregung. Der Effekt der Antiresonanz kann dazu
benützt werden, um vorhandene Schwingungen in einem MEMS rascher und effizienter zum Abklingen zu
bringen.
127
Nutzung einer Parametererregung in MEMS
als konventionelle Systeme. In [1] findet man eine In der Arbeit von Welte [3] wurde ein technisch reali-
umfangreiche Einführung zu diesem Thema. Für das sierbares 2FG-MEMS vorgestellt und seine dynami-
Verständnis der folgenden Abschnitte ist es wesent- schen Eigenschaften untersucht und optimiert. Die
lich zu wissen, dass parametererregte Systeme insta- Abbildung 1 zeigt eine schematische Skizze eines 2-
bil werden können, wenn die Frequenz der Parame- FG-MEMS mit Bezeichnung der Systemkomponen-
tererregung in der Nähe einer sogenannten „Parame- ten. Abbildung 2 stellt das mechanische Ersatzmodell
terresonanz“ liegt. Ein solcherart betriebenes System dar.
erfährt progressiv ansteigende Schwingungsamplitu-
den, welche erst durch nichtlineare Effekte be-
schränkt werden. In vielen Fällen sind solche Reso-
nanzen eine unerwünschte, ggf. auch gefährliche
Eigenschaft von PE-Systemen.
Kamm
In besonderen Fällen ist man aber auch am raschen antrieb
Anwachsen von Schwingungen interessiert, z.B. dann
wenn MEMS zur Signalfilterung verwendet werden
und man ein rasch einschwingendes, scharf begrenz-
Biege-
tes Bandpassfilter realisieren möchte. Literaturzitat
elastische
[2] verweist auf eine der jüngeren Arbeiten in der
Struktur
vorgeschlagen wird, ein MEMS mit einem mechani-
schen Freiheitsgrad in einer Parameter-Instabilität zu
betreiben, anstatt wie üblich bei einer konventionel-
len Resonanz. Der Vorteil dieser Anordnung besteht Kamm
im exponentiellen Anwachsen der Schwingungen bei antrieb
Parametererregung, statt des vergleichsweise trägen
linearen Amplitudenanstieges bei Fremderregung.
In MEMS lässt sich eine Parametererregung relativ
einfach durch eine periodische Spannung am Eingang
eines elektrostatischen Aktuators realisieren. Aller- Abbildung 1. Schema eines 2-FG-MEMS, s.a. [4].
dings ist zu beachten, dass die elektrostatischen Kräf-
te auch nichtlineare Komponenten enthalten und
daher eine lineare Modellbildung nur eingeschränkt
verwendbar ist. Im folgenden Abschnitt werden die
Modellgleichungen eines solchen Systems vorgestellt.
3 Modellbildung
In [2] und verwandten Arbeiten wurden MEMS mit
einem Freiheitsgrad untersucht, also hinsichtlich der
Komplexität ein Standardsystem. Nun sind aber be-
stimmte Phänomene nur mit Mehr-Freiheitsgrad-
Systemen erzielbar. Deshalb wird hier von einem 2-
FG-System ausgegangen. Die Frage nach der produk-
tionstechnischen Realisierung stellt sich insofern
nicht, als es schon jetzt möglich ist, komplexere
Strukturen herzustellen als derzeit üblich. Sobald
daher Bedarf und Nutzen solcher Strukturen evident
ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie auch reali-
siert werden.
Abbildung 2. Mechanisches Ersatzmodell eine 2-FG-
MEMS, siehe auch [3] und [4].
128
Nutzung einer Parametererregung in MEMS
Die systembeschreibenden Modellgleichungen sind In der wegweisenden Arbeit [5] hat Tondl erstmals
nichtlineare Matrizen-Differentialgleichungen gezeigt, dass die sogenannten „nicht-resonanten“ PE-
Frequenzen
x cc C x c F es ( x , W ) K ( x ) x
2
0 (1)
: i
: j
mit dem dimensionslosen Lagevektor x = [x1, x2] T , K i, j, n 1, 2 ,3 , (5)
n
der Ableitung nach einer dimensionslosen Zeit ( )’=
d/dW , der (2x2)-Dämpfungsmatrix C und der nichtli- tatsächlich zur Systemstabilisierung beitragen kön-
nearen (2x2)-Steifigkeitsmatrix K(x2). Die vollständi- nen. In der Nähe dieser Frequenzen, ist eine scheinba-
ge Angabe der beiden Matrizen findet man in [3] und re Erhöhung der Systemdämpfung festzustellen. In
[4]. [6] und [7] wurden dazu umfangreiche Studien vorge-
Mit Fes werden die nichtlinearen elektrostatischen legt, welche zeigen, dass es möglich ist, auch das
Kräfte bezeichnet, welche über die eingeprägte und Eigenschwingungsverhalten insofern positiv zu be-
zeitperiodische elektrische Spannung VA erzeugt einflussen, als freie Schwingungen schneller abklin-
werden: gen, wenn eine PE mit der richtigen Frequenz im
System wirksam ist.
2
F es V ( 1 cos( KW )) u
A
Der physikalische Hintergrund zu diesem Effekt ist
ªO1 O 3 x 1
2
0 º (2) der Energietransfer, welcher durch die Parametererre-
u « x
2 » gung bewirkt wird, und der Schwingungsenergie
¬ 0 D (O1 O 3 x 2 ) ¼
zwischen schwächer und stärker gedämpften Moden
Die Parametererregung tritt hier als Cosinus-Funktion periodisch verschiebt. Dadurch wird eine bessere
Ausnützung des (i.d.R.) höheren Dämpfungsgrades
in Erscheinung. Die PE-Frequenz ist mit K bezeich-
einer höheren Mode erreicht, siehe [7], [8] und [9].
net. Die Amplitude ist durch die Spannung VA gege-
ben. Hinsichtlich der physikalischen Bedeutung der
einzelnen Parameter sowie für realistische Wertebe-
VA erhöhte
reiche wird auf die Literatur [4] verwiesen.
Stabilität
instabil
4 Stabilität des parametererregten 2-
FG - MEMS
Systeme mit zeit-periodischen Koeffizienten können
:1 + :2
instabiles Verhalten aufweisen. Gemäß [1] treten :2-:1 2 :1
0
primäre Parameterresonanzen auf, wenn die PE- 0 PE-Frequenz K
Frequenz K
2:
Abbildung 3. Stabilitätskarte eines 2-FG-MEMS
K
i
i, n 1, 2 ,3 , (3)
n Die Abb. 3 zeigt exemplarisch eine Stabilitätskarte
eines 2-FG-Systems, samt den Gebieten mit instabi-
beträgt, wobei :i die i-te Eigenkreisfrequenz des
lem Verhalten (Parameterresonanz) und dem von
ungedämpften konventionellen Systems (also ohne
Tondl gefundenen Bereich mit erhöhter Stabilität
PE) bezeichnet. Zusätzlich können auch sogenannte
Kombinationsresonanzen nahe der „Kombinationsresonanz“ K=:2 -:1.
Die Berechnung solcher Stabilitätskarten erfolgt im
: :
K
i j
i, j, n 1, 2 ,3 , Allgemeinen mit dem linearisierten PE-
n Systemmodells auf Basis der Floquet-Theorie. Eine
(4) Überprüfung der Ergebnisse kann mittels numerischer
Simulation erfolgen. Dazu müssen allerdings umfang-
existieren, also lineare, additive Kombinationen von
reiche Zeitreihen berechnet werden, um verlässliche
Eigenkreisfrequenzen :i,j des Systems, bei denen das
Aussagen treffen zu können.
System ebenfalls instabil ist.
129
Nutzung einer Parametererregung in MEMS
130
Model Based Optimization of Building Control Systems
Christoph Clauss1 Jürgen Haufe1 Torsten Blochwitz2 Edgar Liebold3
Ullrich Hintzen4 Volker Klostermann5
1
Fraunhofer IIS EAS, Zeunerstraße 38, D-01069 Dresden, GERMANY
2
ITI GmbH, Schweriner Straße 1, D-01067 Dresden, GERMANY
3
NSC GmbH, Äußere Zwickauer Straße 8, D-08064 Zwickau, GERMANY
4
FASA AG, Marianne-Brandt-Straße 4, D-09112 Chemnitz, GERMANY
5
Provedo GmbH, Schweriner Strasse 1, Mottelerstraße 8, D-04155 Leipzig, GERMANY
{[Link], [Link]}@[Link]
131
2 Targets Integration of the energy-aware optimisation en-
vironment in an existing development tool chain
The overall goal of BEMS optimisation with respect for building automation systems
to energy consumption is a complex task covering Demonstration of the developed solution
the following goals: Validation of the developed methodology as well
Research and development goals: as the demonstration objects
Research on innovative methodologies for the Analysis of the economic, environment and social
assessment of the building energy performance impact of the project
for different design, planning and energy man-
agement alternatives before the building will be
built or for future operational modes of existing 3 Approach
buildings
Optimisation of the buildings’ performance in The aims will be reached step by step with example
terms of energy efficiency, resource efficiency, building systems (demonstrators) with an increasing
comfort level, functionality, economic return, and degree of complexity.
lifecycle value
Increase BEMS control program safety and relia-
bility
Development, validation and demonstration of a
methodology suitable both for retrofitting and
new constructions
Dissemination and exploitation of the methodolo-
gy Figure 1: Holistic system model
Scientific and technical objectives:
For each system a holistic simulation model is neces-
Research on a modelling technology for a wide sary which covers all energy related aspects. Fur-
spectrum of building types and energy systems thermore, the BEMS has to be modeled in such a
and subsystems in terms of energy sources, ener- way that an optimized BEMS can easily be trans-
gy storages and energy consumers and their con- formed into an existing BEMS. Models of the human
trol systems comfort perception are needed as well as models of
Research on a modelling technology for building the user’s requirements. Completed by weather mod-
operation scenarios and profiles, desired user els the overall model supplies the energy consump-
comfort levels, building environmental conditions tion for different application scenarios, e.g. over a
and government directives to describe the long year. Using the holistic building system model an
term building operation modes for all four sea- optimizer is employed to find best suitable BEMS
sons of a year parameters. The optimal BEMS code is afterwards
Research on model-based assessment of the checked in real BEMS of the demonstrators. In more
building energy performance based on the model- detail the sketched approach covers the following
ling methodologies for the building, its installa- aspects:
tions and control systems and its long term opera-
tion modes x Executable system model
Research on a methodology for a model-based, By the creation of an executable virtual Modelica
global, cross-trade and energy-aware multi- based system model (figure 1) including BEMS
criterial optimisation for dynamic energy flows of control models, physical building models and
buildings their interaction the system behavior is analyzed
by means of a simulation at a very early design
Research on a verification methodology to in-
stage in terms of energy consumption and in
crease the BEMS functional correctness, reliabil-
terms of correct functionality. Thus, the building
ity, safety and to reduce commissioning costs
behavior for all four seasons of a year will be
Development of the automatic generation of en- considered before the building or its BEMS will
ergy-aware optimised and verified control pro- be implemented.
gram code for the BEMS
132
x Operation scenarios The developed tools will be integrated into a
For the simulation typical operation scenarios are common design flow which consists of model li-
derived from the specification. These defined braries (buildings and BEMS models), interfaces
scenarios are a generalization of commonly used for integration of new models, tools, and control
test vectors. Operation scenarios incorporate user systems.
interactions, government energy directives, de-
sired comfort levels, building usage profiles and
environmental conditions (e.g. weather condi- 4 Demonstrators
tions).
Three demonstrators will be used to validate and
x Full operating-cycle energy-aware optimization evaluate the benefits of the technologies developed
Through the support of simulation a valuable op- both in the commercial and in the residential sectors.
timization potential in concept studies will be un- In the commercial sector, energy consumption is
locked. The executable system model and the pre- high and, as a consequence, an efficient management
defined operating scenarios allow a simulation- of resources will result in savings in energy use and
based energy aware global optimization of both CO2 emissions. On the other hand, energy consump-
the BEMS and also physical building parameters. tion in residential buildings may be low but the im-
pact is high because the benefits of an efficient ener-
x Verification and virtual pre-commissioning gy management are spread to the whole population.
The system's behavior will be validated before the The enerMAT project incorporates the following
installation of the automation system by a joint three pilot rooms/buildings for validation:
simulation of control model and building model x A single office room (figure 2) within an office
in terms of a virtual pre-commissioning. For dis- building in Dresden. The room is only sometimes
crete components the use of formal methods used for meetings. This promises energy savings
(model checking) is planned. Erroneous functions due to changing requirements.
that can be found with these methods can after- x A modern office building in Chemnitz. It is a
wards be reprogrammed and fixed early on and reconstructed building with two floors (figure 3).
thus expensive reprogramming during the com- x A residential building in Zwickau. The building
missioning phase of the real system can be avoid- includes 3 floors for living, and one underground
ed. The robustness and design maturity of the floor for various ways of utilization (figure 4).
building's control system will thus be enlarged.
133
Figure 5: Office room overall model
5 Actual State
The enerMAT project started in summer 2012. The
first project year dealt with the single office room,
followed by the FASA building.
The single office room is a conference room for up Figure 6: General BEMS model view
to 20 persons. It is placed within a building and has
one wall with windows. Its volume is 169 m³, and its The Building Energy Management System (figure 6)
technical devices are cooling units, radiators for analyzes several kinds of input data:
heating, roller blinds, as well as halogen lamps, and x Sensor data which are generated from the room
neon tubes. Sensors measure the temperature at sev- temperature sensor as well as from a weather sta-
eral points, and the automation system ViciOne both tion outside the room. The sensors themselves are
receives sensor values and calculates actor com- not part of the model since the temperature values
mands using a BEMS control algorithm, which is to can be taken from the room model as well as the
be developed in an optimal way. weather model directly.
x Comfort settings are temperature tolerances
Modeling which depend on the occupancy states. The tem-
perature in an empty room can vary more than in
Figure 5 shows an overall model view. an occupied room. In an advanced model state
more sophisticated comfort settings are planned.
x User profiles characterize the numbers of present
users due to the occupancy model. The activity
134
level is “usual” office work. In the example the x the cooling level in the empty room
room is differently occupied like in a “normal” In advanced BEMS models more parameters can be
week and repeated weekly. varied for optimization.
x Weather data provide a huge number of inputs.
The actual model uses the outside temperature Figure 8 shows as simulation result (using Simula-
only. Advanced models will use radiation data as tionX) of the complete model, the room temperature
well as weather forecast information. of the single office room over one year. Figure 9
shows the summarized energy consumption which
Outputs of the BEMS model are generally control increases in summer less than in winter due to the
settings. In the actual single office room model the reduction in heating. A simulation of one year takes
heating level (no heating or level one to five) as well around 25 seconds CPU time using standard PC
as the cooling level (no cooling or level one to three) hardware.
are calculated. The core of the BEMS model is as
usual a state chart which was initially modeled using
the corresponding Modelica 3.3 extensions. Since the
necessary clock caused performance difficulties the
state chart was translated into an “if-then-else” con-
struction which reacts on relevant events instead of
the clock.
Optimization
The complete model of the single office room is ex-
ported as FMU by the SimulationX tool and con-
Figure 7: State Chart of the single office room BEMS nected to the optimization framework (figure 10).
The FMU output is the total energy consumption,
There are differently graduated BEMS models possi- and inputs are the above mentioned parameters.
ble. The actual model with the fixed statechart struc-
ture according to figure 7 includes the following ad-
justable parameters which are subject of optimiza-
tion:
x the duration of preparation time of the empty
room before occupancy
x the heating level in the occupied room
x the heating level in the empty room
x the cooling level in the occupied room
Figure 10: Optimization framework
135
The optimization framework is supplied with the each demonstrator. The way of transforming BEMS
tolerances of the parameters to be tuned as well as control code to the real BEMS ViciOne is part of the
the simulation stop time. Out of several optimization research project. As an example figure 13 shows the
algorithms two multi-criterial optimization algo- user communication screen of ViciOne.
rithms (particle swarm optimization – PSO [6], mul-
titom optimization [7]) are implemented which can
operate with more than one target function. Thus the
optimization of the energy consumption by tuning
the above mentioned BEMS parameters is possible.
136
design parameters of both building and devices. Us- Challenges of further investigation are:
ing the basic FASA demonstrator model the follow- x The design of BEMS which are suitable for a
ing parameters were changed during optimization: class of buildings. The BEMS parameters to be
x area of the collector optimized should be invariant with regard to dif-
x direction of the collector ferent scenarios, and different application cases.
x volume of the heat storage x The development of dedicated models. The mod-
els must be as detailed as required to cover the
The aims of optimization are necessary phenomena, but also rough and fast to
x maximum solar coverage allow high-performance simulations.
x minimal costs x The method has to be proven at more complex
objects.
Figure 15 shows the costs over ten years depending
on the area of the solar collector as well as on the
volume of the heat storage tank. Acknowledgement
The research is
funded by
137
[6] Kennedy J., E. R.: Particle swarm optimiza-
tion. IEEE International Conference on Neu-
ral Networks, (S. 1942 - 1948). Bur. of Labor
Stat., Washington, DC, USA, 1995.
[7] Rose, H.: Evolutionäre Strategien und mul-
titome Optimierung. Diss. HU Berlin, 1998.
[8] ViciOne – die Revolution in der Gebäudeau-
tomation.
[Link]
automation/[Link]
[9] [Link]: "Regenerative Energiesyste-
me". Hanser Verlag, 2013
[10] [Link]
fakultaeten/fakultaet_architektur/ibk/institute
/events/2013_entool/601_BEMSOptimizatio
[Link]
138
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
Sven Rutkowski
Übersicht
139
ϭ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
Motivation
> Ein Gebäude und die Heiz- oder Klimaanlage ist ein dynamisches System, weil
sich die Randbedingungen und inneren Lasten ändern
> Komponenten von Heiz- und Klimasystemen werden daher auch immer unter
dynamischen Randbedingungen getestet, um z.B. Regler zu prüfen
> Die Energiekosten hängen maßgeblich vom Teillastverhalten ab, und damit nicht
vom besten Wirkungsgrad im stationären Betrieb sondern vom Nutzungsgrad
> Interne Modellierung des Systems zur Verbesserung der Performance unter
dynamischen Randbedingungen
140
Ϯ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
> Viele freie Bibliotheken als Startpunkt (Modelica Standard Library, u. v. m. siehe
[Link]
Physikalische Gebäudemodellierung
141
ϯ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
HumanComfort Gebäudemodell
[Link]- Kontrollvolumen
Schnittstelle
Wärmeaustausch Strahlungsaustausch
Behaglichkeit
HVAC Wandmodell
Wetterschnittstelle Luftaustausch
Schnittstelle Fenstermodell
Das PMV ist ein Index, der den Durchschnittswert für die Klimabeurteilung durch eine große
Personengruppe anhand folgender 7-stufiger Klimabeurteilungsskale vorhersagt. Die
sieben Einflussgrößen des PMVs sind in thermische und persönliche Faktoren eingeteilt.
Im Idealfall sollte der der PMV zwischen -0.5 und +0.5 liegen.
Thermische Faktoren
Mittlere Strahlungstemperatur
Lufttemperatur
Luftfeuchtigkeit
Luftgeschwindigkeit
Persönliche Faktoren
Bekleidung
Aktivität
Wirksame Leistung
142
ϰ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
1. Stock
Erdgeschoss
UG + Ideale
Heizung (21rC)
Simulation
143
ϱ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
HVAC Anlagenmodelle
HVAC MODEL
144
ϲ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
Standalone Anlagenmodell
Schaltventil
Wärmebedarf aus
Gebäudesimulation
Gas-Kessel
Brauchwasser Verbrauchermodell
-speicher (ohne Feedback)
-11%
145
ϳ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
Gesamtmodell
Ergebnisse Gesamtmodell
-1%
146
ϴ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
Ergebnisse Gesamtmodell
Ladezyklus
Ergebnisse Gesamtmodell
147
ϵ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
Gesamtmodell - modifiziert
Schaltventil lässt halben
Massenstrom durch
148
ϭϬ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
Detaillierte Komponentenmodelle
> Detaillierte Wärmepumpen-
Wärmepumpenmodell
modellierung unter Verwendung
der AirConditioning oder TIL
Library (siehe Bild).
149
ϭϭ
ϭͬϮϲͬϮϬϭϰ
150
ϭϮ
Mechatronische Entwicklung eines HiL-Prüfstands
zur Erprobung einer aktiven Federung
In diesem Beitrag wird die modellbasierte Auslegung der Funktionen eines Hardware-in-the-Loop-Prüfstands
dargestellt. Der Prüfstand ermöglicht die Erprobung einer aktiven Fahrzeugfederung unter realitätsnahen Be-
dingungen und setzt sich aus dem Prüfstandsmodul, der Echtzeithardware und Softwaremodulen zusammen.
Das Prüfstandsmodul besteht hauptsächlich aus einer aktiven Fahrzeugfederung zur Schwingungskompensa-
tion und einer Anregungseinheit zur Nachbildung der Fahrbahnunebenheit. Für die aktive Fahrzeugfederung
wird die Regelstruktur hierarchisch in globale und lokal arbeitende Controllergruppen strukturiert. Zur Ausle-
gung des Globalreglers wird ein Skyhook-Algorithmus angewendet. Als lokale Informationsverarbeitung dient
eine 3-fache Kaskadenreglung, welche die Dynamik des einzelnen Aktors hinreichend schnell ausregeln kann.
Im vorliegenden Beitrag werden die Funktionen der beiden Kernmodule Anregungseinheit und aktive Fahr-
zeugfederung anhand des mechatronischen Entwicklungskreislaufs sukzessive von der Modellierung über die
Synthese bis hin zur Echtzeit-Realisierung mit Inbetriebnahme des Prüfstands vorgestellt. Ebenso wird die
verwendete Aktorik, Sensorik und digitale Signalverarbeitung dargestellt. Der Beitrag schließt mit Zusammen-
fassung und Ausblick.
151
71 0HFKDWURQLVFKH(QWZLFNOXQJHLQHV+L/3UIVWDQGV
]XU(USUREXQJHLQHUDNWLYHQ)HGHUXQJ
E rpTest
rob un g
Modellierung Sensorik
Sensor
A/ D
Spezifikation Systemtest
REALES TEILSYSTEM OK
Modellierung Test
Prototype
D/A
Modellierung
Physikalisches Testbed,
Modell Feldtest Aktor
Mathematisches Komponententest
Modell Modellkomponenten
HiL-Testbed
werden gegen reale
HiL
Komponenten
Analyse +
Analyse/
ausgetauscht und
A n a ly s e / identifikation getestet.
Synthese
Analyse
S ynthese
Hierarchische
Synthese, Analyse des
Reglerauslegung geregelten Systems Reglerstruktur
Design der Informationsverarbeitungseinheit
Synthese
Zur Entwicklung eines solchen mechatronischen Sys- Prüfstand auch zur Modellidentifikation und -validie-
tems ist eine erweiterte Entwicklungsmethodik gegen- rung von theoretischen Modellen, die das Verhalten
über dem klassischen Konstruktionsprozess notwen- von Teilkomponenten wie Aktorik, Sensorik und Infor-
dig, um in frühen Entwurfsphasen die notwendige Dy- mationsverarbeitung des Funktionsmoduls beschrei-
namik der mechatronischen Funktion, neben der ge- ben.
staltorientierten Konstruktion, berücksichtigen zu kön-
Anhand der dargestellten Vorgehensweise wird der
nen.
HiL-Prüfstand entwickelt, welcher abschließend die
Abbildung 1 zeigt den verwendeten Entwicklungs- Erprobung des mechatronischen Funktionsmoduls ak-
kreislauf mittels Model-in-the-Loop (MiL)-, Soft- tive Fahrzeugfederung unter realitätsnahen Bedingun-
ware-in-the-Loop (SiL)- und Hardware-in-the-Loop gen ermöglicht.
(HiL)-Simulation bezogen auf den Prüfstand und die
Die Prüfstandsentwicklung gliedert sich dazu im vor-
mechatronische Funktion aktive Federung (vgl. [1] u.
liegenden Beitrag in: Konzeption, mechatronische
[2]). Ein zu entwickelndes, reales Teilsystem wird
Entwicklung – bestehend aus Modellbildung, Analyse
dazu nach einer festgelegten Spezifikation, z. B. Mo-
und Synthese – sowie konstruktiver Entwurf und Inbe-
dellierungstiefe, modelliert. Eine Analyse des passiven
triebnahme.
Systemverhaltens mit identifizierten und validierten
Modellen ermöglicht anschließend die Synthese der
Regleralgorithmen. Die modellbasiert ausgelegte Re- 3 Konzeption des HiL-Prüfstands für
gelung ist anschließend im SiL-Prozess hinsichtlich eine aktive Fahrzeugfederung
der verwendeten Algorithmen und Rechenarchitektur Die Konzeption lässt sich in drei Bereiche unterteilen:
zu optimieren. Der Ersatz von Teilkomponentenmo- Gesamtprüfstandskonzept, aktives Federungskonzept,
dellen durch reale Bauteilen ermöglicht mittels HiL- Anregungs- und Energieversorgungskonzept.
Simulation eine weitergehende Optimierung der Algo-
rithmen unter Echtzeitbedingungen. 3.1 Gesamtprüfstandskonzept
Das Prüfstandskonzept fokussiert zunächst die Beein-
Wie dargestellt, sind damit für die Entwicklungsme-
flussung des vertikalen Freiheitsgrads eines Fahrzeugs
thodik validierte und identifizierte Modelle schon in
durch die aktive Federung. Zwischen der Federung an
frühen Entwurfsphasen notwendig. Daher dient der
152
Mechatronische Entwicklung eines HiL-Prüfstands
zur Erprobung einer aktiven Federung
den vier Rädern eines konventionellen Fahrzeugs be- Das Prüfstandsmodul besteht aus einer Anregungsein-
steht in der Regel kein wesentlicher Unterschied, so- heit zur Nachbildung der Fahrbahnunebenheit und ei-
dass die Abbildung lediglich eines Federbeins, bei ent- ner aktiven Fahrzeugfederung zur Schwingungskom-
sprechend reduzierter Aufbaumasse, für den vertikalen pensation. Der als starre Masse vereinfachte Fahrzeug-
Aufbaufreiheitsgrad zweckmäßig ist (s. [3]). Mit der aufbau ist dabei in vertikaler Richtung über eine Ku-
Betrachtung dieses isolierten Freiheitsgrads wird die gelhülsenführung frei beweglich und über einen Quer-
Strategie verfolgt die restlichen Freiheitsgrade simula- lenker und die konventionelle oder aktive Federeinheit
tiv zu erfassen und diese mit einer übergeordneten Re- mit der Radmasse verbunden. Die Reibung der Füh-
gelung unabhängig voneinander zu beeinflussen. Als rung stellt eine ungewollte Dämpfung des Aufbaus dar,
reales System wird dabei ein Kleinfahrzeug (Quad) die am realen Gesamtfahrzeug nicht auftritt. Diese
mit McPherson-Radaufhängung verwendet. prüfstandsbedingte Reibung lässt sich in der Informa-
tionsverarbeitung durch einen Offset berücksichtigen.
Das Konzept des Prüfstands umfasst außerdem fle-
xible Konfigurations- und Erprobungsmöglichkeiten, Die Echtzeithardware umfasst, neben digitalen In-
die sich wie folgt darstellen: put/Output-Schnittstellen, diverse A/D- und D/A-Ka-
näle. Diese ermöglichen das Einlesen der Messsignale
x Erprobung verschiedener passiver und
der Sensorik und die Ausgabe von Sollwerten für die
aktiver Fahrzeugfederungssysteme mit
Aktorik. Mit Hilfe von Softwaremodulen, die auf dem
unterschiedlichen Fahrwerkseinstellun-
digitalen Signalprozessor (DSP) der Echtzeithardware
gen wie Sturz oder Aufbaumasse
ablaufen, kann der Prüfstand betrieben werden.
x Erprobung und Optimierung verschiede-
Die Softwaremodule umfassen unter anderem die Re-
ner Regleralgorithmen unter Echtzeitbe-
gelalgorithmen, die Skalierung der Signale, Bewer-
dingungen
tungsfilter und diverse Anregungsprofile. Program-
x Validierung und Identifikation von theo- miert werden diese Module mit Hilfe von Matlab/Si-
retischen Modellen mulink, die anschließend über eine automatische C-
Code-Generierung auf dem DSP unter Echtzeitbedin-
Als mechatronisches Gesamtsystem lässt sich der
gungen laufen.
Prüfstand in Prüfstandsmodul, Echtzeithardware und
Softwaremodul gliedern (Abbildung 2).
Echtzeithardware Prüfstandsmodul
Aktorik
Softwaremodule 2 • Aktive Federung
3 • Vertikale Weganregung
4 • Hydraulikversorgung
• Regler
• I/O-Skalierung
Sensorik
• Anregungsprofile
• Drucksensoren
• Bewertungsfilter
4
• Beschleunigungen
5 • Positionen
153
TN-4 Mechatronische Entwicklung eines HiL-Prüfstands
zur Erprobung einer aktiven Federung
154
Mechatronische Entwicklung eines HiL-Prüfstands
zur Erprobung einer aktiven Federung
Aufbaus können durch die aktive Kopfpunktverstel- Die hydraulische Leistung für die Aktorik wird mit
lung der Federung bedämpft werden. Damit wird die Hilfe einer selbst konzipierten, mobilen Hydraulikver-
gewünschte aktive Dämpfung im unteren Aufbaufre- sorgung aus dem Drehstromnetz der Hochschule er-
quenzbereich realisiert (s. [1]). zeugt (Abbildung 6).
Der Vorteil dieses langsam-aktiven Systems besteht Ein über die Echtzeithardware steuerbarer Frequenzu-
darin, dass mit der geringeren Anforderung an die mrichter ermöglicht einen variablen Volumenstrom der
Bandbreite der Regelung auch weniger Stellenergie Anlage (U/f-Steuerung). Die am Asynchronmotor di-
benötigt wird, wobei gleichzeitig durch die passive rekt angeflanschte Außenzahnradpumpe wird dabei
Aufbaufeder eine gute Isolationswirkung für höhere mit unterschiedlichen Drehzahlen betrieben. Die Pum-
Frequenzen erreicht werden kann. Ziel dieses Systems pendrehzahl und damit der Volumenstrom ergeben sich
ist ein mit vollaktiven Federungen vergleichbares Er- aus der Außenleiternetzfrequenz des Motors, die der
gebnis bei geringerem Energieaufwand. Frequenzumrichter erzeugt. Eine unterlagerte Druck-
regelung ermöglicht so mit Hilfe einer dynamischen
3.3 Anregungs- und Energieversorgungskon- Volumenstromversorgung einen energieeffizienten
zept Betrieb der Anlage unter Laborbedingungen. Der Sys-
Wie beim realen Fahrzeug ermöglicht die Konfigura- temdruck ist durch ein Druckbegrenzungsventil abge-
tion des Prüfstandsmoduls ein Abheben des Reifen, sichert. Die Hydraulikversorgung verfügt aus Sicher-
was bei der modellbasierten Reglerauslegung mit zu heitsgründen über zusätzliche Sensorik für den Sys-
berücksichtigen ist (s. Abschnitt 4). Das Straßenprofil temdruck, die Verschmutzung und die Temperatur des
wird über die Reifenaufstandsfläche mit Hilfe eines Druckmediums. Zwei Membranspeicher dienen der
positionsgeregelten Hydraulikzylinders in das System Glättung von Druckpulsationen und decken zusätzli-
geleitet. Die dabei eingesetzte Regelung entspricht der che Spitzenverbräuche im Volumenstrom.
Lokalregelung der aktiven Federung mit an die Regel-
strecke angepassten Parametern (s. Abschnitt 4.4).
1I1
2I2
1S1
1A1
2A1
2I1 p2
p1
1V1 P T 1I2 T
2V1 P
2I3
D/A
A/D
A/D
A/D
0Z3 D/A
0Z2 0Z4
0I1
p0 0V3
0I5
0S1
0V2 Echtzeithardware und
D-I
elektrische
FU 0I4 Energieversorgung
M 0P1 D-O
0M1
0Z1 0V1
0I3
A/D
Tank
Hydraulikversorgung
D/A
A/D
0I2
155
71 0HFKDWURQLVFKH(QWZLFNOXQJHLQHV+L/3UIVWDQGV
]XU(USUREXQJHLQHUDNWLYHQ)HGHUXQJ
4 Modellbildung und Analyse Für die langsam-aktive Fahrzeugfederung ist die zu-
Der mechatronische Entwicklungsprozess unterstützt sätzliche Zustandsgröße der Zylinderposition ݖ im
die gestaltorientierte Konstruktion durch die modell- Modell zu ergänzen. Mit dem Newton-Euler-Ansatz
basierte Auslegung unter Berücksichtigung der Dyna- können daraus die Zustandsgleichungen für die verti-
mik der Übertragungsglieder. Zu Beginn des Entwick- kale Richtung ݖhergeleitet werden:
lungsprozess sind dazu vereinfachte Modelle in der ݔሶ ൌ ݔܣ ݑܤ ݕൌ ݔܥ ݑܦ (1)
Regel ausreichend. Im vorliegenden Abschnitt wird
die Entwicklung der beiden Kernmodule aktive Fahr-
zeugfederung und Anregungseinheit anhand des me- ݔൌ ሾݖ ݖሶ ݖோ ݖሶோ ݖ ሿ் ݑൌ ሾݖா ሿ
chatronischen Entwicklungskreislaufs sukzessive von
der Modellierung über die Synthese bis hin zur Echt- ݕൌ ሾݖ ݖሷ ݖ ሿ்
zeit-Realisierung dargestellt.
4.2 Dynamik des Stellsystems
Im Rahmen der Modellbildung wird ein reales System,
Das Stellsystem der aktiven Federung besteht aus ei-
z. B. ein Fahrzeug, auf ein physikalisches und an-
nem doppeltwirkenden Differentialzylinder und einem
schließend mathematisches Modell mit einer für das
Servo-Wegeventil. Für die Anregungseinheit wird ein
Problem ausreichenden Modellierungstiefe reduziert.
Regel-Wegeventil verwendet. Die Ventile wandeln das
4.1 Dynamik der Tragstruktur elektrische Steuersignal ݑ über die Ventilschieberbe-
Zur Beschreibung der Vertikaldynamik eines Fahr- wegung ݔ dynamisch in einen Druckölstrom (Abbil-
zeugs ist, wie zuvor dargestellt, eine Reduktion auf ein dung 8). Diese Dynamik kann durch ein System zwei-
zwei Massensystem als Modellierungstiefe zunächst ter Ordnung modelliert werden (s. [5]).
ausreichend. Dem Feder-Dämpferbein eines realen A B
ܳ ǡ ܳ ǡ
Fahrzeugs können eine lineare Aufbaufedersteifigkeit
ܿ und eine viskose Aufbaudämpfung ݀ zugeordnet
werden. Die Aufbaumasse݉ , die auch als gefederte
Masse bezeichnet wird, entspricht auf Grund der Sym- ݔ௩௧
156
0HFKDWURQLVFKH(QWZLFNOXQJHLQHV+L/3UIVWDQGV
]XU(USUREXQJHLQHUDNWLYHQ)HGHUXQJ
4.3 Dynamik der Sensorik und der digitalen besteht (Abbildung 10). Der Vorteil dieser Modulari-
Signalverarbeitung sierung ist, dass bei einem Austausch des Aktorsys-
Für die Reglerauslegung muss das dynamische Verhal- tems nur die Lokalregelung angepasst werden muss.
ten der eingesetzten Sensoren und die mit der digitalen
Die Globalregelung ermittelt aus den Sensorsignalen
Realisierung des Reglers auftretenden Totzeiten in der
nach einem Skyhook-Algorithmus mit den Reglerpa-
Gesamtdynamik berücksichtigt werden.
rameter ݇ und ݇ௗ unter Berücksichtigung der Kine-
Als Positionssensoren für die Hydraulikzylinder wird matikfunktionen die Referenzkraft zwischen Aufbau
hier ein induktiver Wegaufnehmer direkt am Zylinder und Fahrwerk als Vorgabe für die Lokalregelung. Mit
gewählt. Die Messung der Stellung jedes Ventilschie- Hilfe der Federsteifigkeit ܿ wird die Sollauslenkung
bers erfolgt über die im Ventil integrierte Elektronik. der passiven Feder bestimmt (vgl. [8]). Diese Sollaus-
Die Aufbau- und Radbeschleunigung wird mit Hilfe lenkung wird durch den Hydraulikzylinder geregelt.
von zweidimensionalen Beschleunigungssensoren mit Die dazu notwendige Bandbreite der Ventil-Zylinder-
einer Bandbreite von 2 kHz bestimmt. Zur Bestim- Einheit wird durch eine dreifache Kaskade erreicht.
mung der Radlastschwankung wird je ein Drucksensor
Bei einem konventionellen Aufbaufederungssystem
(p1 und p2, Abbildung 6) an den Kammern des Anre-
hängt die erzeugte Kraft zwischen Aufbau und Fahr-
gungszylinders eingesetzt, die mit Hilfe der hydrau-
werk von Relativweg und -geschwindigkeit ab (s. Gl. 3
lisch wirksamen Flächen und der identifizierten Rei-
und Abbildung 7). Bei der Auslegung derartiger Sys-
bung eine Umrechnung auf die am Zylinder wirkenden
teme muss immer ein Kompromiss zwischen der Iso-
Kräfte ermöglichen. Die Sensoren verringern die
lation des Fahrzeugs gegen hochfrequente Störungen
Bandbreite des Systems, was durch ein PT2-Glied be-
und der Dämpfung der Resonanzantwort des Systems
rücksichtigt wird.
gefunden werden (s. [1]).
4.4 Reglersynthese und Analyse des Systems ܨ௩௧ ൌ ܿᇱ ڄሺݖ െ ݖோ ሻ ݀ᇱ ڄሺݖሶ െ ݖሶோ ሻ (3)
Mit Hilfe der erstellten Modelle wird die Regelstruktur
modellbasiert ausgelegt. Folglich wird am Prüfstand ܨ௦௬ ൌ ݇ ڄሺݖ െ ݖோ ሻ ݇ௗ ݖ ڄሶ (4)
eine hierarchisch angeordnete Regelstruktur konzi-
piert, die aus einer Global- und einer Lokalregelung Für das aktive System wird deswegen nach dem Stand
der Technik ein Regelgesetz abgeleitet, dass strukturell
ݖሷ
Filter
Kinematik-
Abstimmung ݖሷோ funktion
ܨௌ௬ οݖ
Filter
Inverse
Kinematik-
funktion
ܨ Globalregelung
Lokalregelung ݖ
Filter
ͳ
ܿி
οݖ οݖ௦௧
െ
οݖ ܳ
Regelung
Zylinder-Ventil-Einheit
Zylinder-Ventil-Einheit
157
71 0HFKDWURQLVFKH(QWZLFNOXQJHLQHV+L/3UIVWDQGV
]XU(USUREXQJHLQHUDNWLYHQ)HGHUXQJ
wie ein Dämpfer wirkt, der sich gegen das Inertialsys- durch eine Reihenschaltung einer passiven Spiralfeder
tem abstützt (s. Gl. 4). Das System führt einerseits zu und einem doppeltwirkenden Differentialzylinder mit
einer effektiven Isolation der hochfrequenten Schwin- einem Hub von 32 mm, der aus der zusätzlichen An-
gungen und andererseits zu guter Dämpfung der Reso- forderung des verfügbaren Bauraums am Versuchs-
nanzüberhöhung. Ein solcher Dämpfer kann allerdings fahrzeug resultiert, umgesetzt. Die Spiralfeder benö-
nicht durch passive Elemente bei Fahrzeugen realisiert tigt konstruktiv eine Querkraftstabilisierung, die durch
werden, da es keine festen Bezugspunkte im Inertial- eine reibungsarme Gleitlagerführung erreicht wird
system gibt. Nur mit dem Einsatz der Aktoren und der (Abbildung 11). Im Modell kann diese Reibung mit
Regelung kann die Wirkung eines Skyhook-Dämpfers Hilfe einer viskosen Dämpfung zusätzlich berücksich-
im Fahrzeug aufgebracht werden (s. [1]). tigt werden, ebenso ist eine Stellgrößenbeschränkung
des Federwegs vorzusehen.
Abbildung 9 stellt das Schwingungsverhalten dieser
Gesetzmäßigkeiten in der Simulation für das Klein-
fahrzeug unter Berücksichtigung des Maßstabes für
das passive und aktive System bei einer Sprunganre-
gung am Systemeingang ݖா dar. Das Simulationser-
gebnis zeigt, dass das Schwingungsverhalten des akti-
ven Systems eine wesentlich bessere Dämpfung als
das passive System aufweist. Daraus lässt sich auf ein
gutes Führungsverhalten der Aufbaubewegung ݖ
schließen. Abbildung 11. Realisiertes, aktives Federelement
0.02
Hilfe einer grafischen Benutzeroberfläche (GUI), die
mit Hilfe eines Rapid-Control-Prototyping-Systems
0 erstellt wurde, ist eine komfortable Bedienung der
Echtzeithardware möglich. Über die Oberfläche kann
-0.02
neben der Erprobung auch die Überwachung der
Messsignale und Betriebszustände gewährleistet wer-
-0.04
0 0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5 5
Zeit in s
den. Darüber hinaus kann auf wichtige System- und
Reglerparameter online zugegriffen werden.
Abbildung 9. Zeitverhalten des linearen Viertelfahr-
zeugmodells bei Sprunganregung. Das Prüfstandsmodul ermöglicht Referenzmessungen
an konventionellen Aufbaufederungssystemen sowie
die Erprobung von aktiven System. Die Kopplung mit
5 Realisierung und Inbetriebnahme des
der Echtzeithardware erfolgt über definierte Signal-
HiL-Prüfstands
schnittstellen der Aktorik und Sensorik.
Mit Hilfe des modellgestützten Entwicklungsprozes-
ses wird in der Entwurfsphase neben der gestaltorien- Neben den diversen Anregungsprofilen für die Identi-
tierten Konstruktion auch die Dynamik der dazugehö- fikation und Validierung der Modelle und der Rege-
rigen Aktorik, Sensorik und Informationsverarbeitung lung, ermöglicht der Prüfstand das Abbilden von reali-
berücksichtigt. Im vorliegenden Abschnitt sind die Re- tätsnahen Fahrbahnprofilen nach ISO-Norm 8609.
alisierung der aktiven Federung und die Inbetrieb-
nahme des Prüfstands aufgeführt.
158
0HFKDWURQLVFKH(QWZLFNOXQJHLQHV+L/3UIVWDQGV
]XU(USUREXQJHLQHUDNWLYHQ)HGHUXQJ
Abbildung 12. Realisierung des HiL-Prüfstands zur Erprobung einer aktiven Federung
Die Norm klassifiziert reale Straßen anhand von Kenn- Darüber hinaus ist es möglich an den Signalschnittstel-
werten in Klassen von A bis E in Abhängigkeit der sub- len Frequenzgangmessung mit einem Signalanalysator
jektiven Ebenheit von sehr gut bis sehr schlecht. Am und -generator durchzuführen.
Prüfstand werden die gewünschten Profile mit einem
Abbildung 14 zeigt das Ergebnis der Messung einer
weißen Rauschen, das in seiner Intensität nach der Me-
konventionellen Aufbaufederung aus einem Fahrrad.
thodik aus [9] skaliert ist, realisiert (Abbildung 13).
Dargestellt ist die Aufbaubeschleunigung ݖሷ im Ver-
-2 hältnis zum Anregungssignalݖா , welches als weißes
10
Rauschen in das System eingebracht wurde. Auffällig
erzeugte Unebenheitsdichte (Klasse B) daran ist die hohe Eigenfrequenz des Rads von etwa
gewünschte obere Grenze
10
-3 der Unebenheitsdichte (Klasse B) 35 Hz. Ursache ist die hohe Aufbaufedersteifigkeit, die
gewünschte obere Grenze
der Unebenheitsdichte(Klasse C)
aus der unterschiedlichen Kinematik eines Fahrrads im
erzeugte Unebenheitsdichte(Klasse C) Vergleich zu einem Kraftfahrzeug resultiert.
-4
10
Spektrale Unebenheitsdichte in m3
-5
10
-6
10
-7
10
-8
10
-9
10 -1 0 1 2
10 10 10 10 Abbildung 14. Messung am realisierten Prüfstand eines
Wegkreisfrequenz in 1/m konventionellen Federungssystems
Abbildung 13. Realitätsnahes Fahrbahnprofil nach
ISO-8609
159
TN-10 Mechatronische Entwicklung eines HiL-Prüfstands
zur Erprobung einer aktiven Federung
6 Zusammenfassung 7 Referenzen
Der Beitrag stellt die mechatronische Entwicklung ei- [1] Liu-Henke, X.: Mechatronische Entwicklung
nes HiL-Prüfstands zur Erprobung einer aktiven Fahr- der aktiven Feder-/Neigetechnik für das Schie-
zeugfederung dar. Dazu wird die verwendete Entwick- nenfahrzeug RailCab, VDI- Fortschritt-Be-
lungsmethodik vorgestellt, anhand derer die Ausle- richte, Reihe 12, Nr. 589, VDI-Verlage, Düssel-
gung der mechatronischen Funktionen modellbasiert dorf, 2004.
erfolgt.
[2] Liu-Henke, X.; Buchta, R.; Scheele, M.: Sys-
Als Übergang vom theoretischen Rechnermodell zum temkonzept einer aktiven Fahrzeugfederung für
realen System erfüllt der HiL-Prüfstand die Aufgaben Elektrofahrzeuge, ASIM STS/GMMS Work-
der Erprobung und Optimierung der Regleralgorith- shop 2013, Düsseldorf, 28.02. - 01.03., 2013.
men unter realitätsnahen Bedingungen. Die Inbetrieb-
[3] Mitschke, M: Dynamik der Kraftfahrzeuge.
nahme des Prüfstands bestätigt anhand von Messungen
Springer Verlag, Deutschland, 2004.
die modellbasierte Auslegung der Funktionen.
[4] Darenberg, W.; Gall, H.; Acker, B.: Chancen
Der Prüfstand ist damit ein unterstützendes Werkzeug und Probleme aktiver Kraftfahrzeugfederung,
zur Realisierung von Forschungsprojekten und gleich- VDI-Berichte, Nr. 515, VDI-Verlag, 1984, S.
ermaßen ein Hilfsmittel zur Veranschaulichung an- 187-.
wendungsorientierter Probleme im Rahmen von Lehr-
veranstaltungen. [5] Panther, M.: Identifikation physikalischer Sys-
temparameter mechanisch-hydraulischer
Mehrgrößensysteme, Fortschr.-Ber. VDI-Z,
Danksagung Reihe 8, Nr. 76, VDI-Verlag, Düsseldorf, 1984.
Diese Arbeit wurde im Rahmen eines Forschungspro-
jekts des Niedersächsischen Ministeriums für Wissen- [6] Backé, W.: Umdruck zur Vorlesung Servohyd-
schaft und Kultur durchgeführt. Für die Förderung be- raulik. Institut für hydraulische und pneumati-
danken sich die Autoren herzlichst. sche Antriebe und Steuerungen der Rheinisch-
Westfälischen Technischen Hochschule
Aachen, 1986.
[7] Liu-Henke, X.; Jückel, J.; Jäker, K.-P.: Ganz-
heitlicher mechatronischer Entwurf eines akti-
ven Feder-/Neigemoduls. VDI-Tagung: Mecha-
tronik - Mechanisch/Elektrische Antriebstech-
nik, Wiesloch, 29./30. März 2000.
[8] Koch, T.: Integration von Konstruktion und me-
chatronischer Komposition während des Ent-
wurfs mechatronischer Systeme am Beispiel ei-
nes integrierten Radmoduls. Dissertation, Uni-
versität Paderborn, Deutschland, 2005.
[9] Benz, R.: Fahrzeugsimulation zur Zuverlässig-
keitsabsicherung von karossierefesten Kfz-
Komponenten, Dissertation, Universität Karls-
ruhe, Deutschland, 2007.
160
Ein skalierbares Echtzeitsystem zur Erprobung des Batteriemanagements in Elektrofahrzeugen
An der Ostfalia Hochschule wurde ein skalierbares Echtzeitsystem konzipiert und realisiert, das zur Entwick-
lung, Erprobung und Optimierung von Softwarefunktionen für das Management von Batterien in Elektro-
fahrzeugen dient. Es ermöglicht bereits in frühen Entwicklungsphasen die Erprobung von Softwarefunktio-
nen am realen System unter Echtzeitbedingungen. Neben dem übergeordneten Controller verfügt es über de-
zentrale Zellmodule. Dieser Aufbau ermöglicht flexible Skalierung für verschiedene Anwendungen. Neben
der Darstellung der hardwareseitigen Realisierung gibt dieser Beitrag einen Einblick in den effizienten Soft-
wareentwicklungsprozess, welcher durch das Echtzeitsystem ermöglicht wird.
161
TN-2 n skalierbares Echtzeitsysteem zur Erprobung des Batte
Ein eriemanageme
en
162
Ein skalierba
ares Echtzeitsyystem zur Erprobung des Baatteriemanage
ements in Elek
ktrofahrzeugeen
163
TN-4 Ein
n skalierbares Echtzeitsysteem zur Erprobung des Batte
eriemanageme
en
5 H
Hardwarerrealisierung
Für ddie Experimenntal-Hardwaree wurde die vvollstän-
dig deezentrale Struuktur gewählt (Abbildung 44). Hier-
bei w
werden die Sooftwarefunktionen auf denn BMS-
Contrroller und die Zellmodule verteilt.
v Währrend die
Abbildung 5.. BMS-Controlller
Zellm
module Basisfu funktionen, wie die Messddatenauf-
bereittung und die Ansteuerung g des Ladeauusgleichs Die
D Zellmodule verfüggen über einen e 8-bit--
ausfühhren, werden auf dem BM MS-Controllerr intelli- Mikrocontroll
M ler, auf dem ddie Messdaten nverarbeitungg
gente Funktionen wiew die Ermitttlung der Bat
atteriezu- durchgeführt
d wird und derr den Ladeau usgleich lokall
ständee implementieert. realisiert.
r Diie Kommuniikation mit dem BMS--
Es köönnen verschhieden viele Zellmodule
Z üüber das Controller
C erffolgt mittels I 2C-Bus. Die unterschiedli--
internne Bussystem mit dem BM MS-Controllerr gekop- chen
c Potentiaale von BMS--Controller un nd Zellmodu--
pelt wwerden. Daduurch lässt sich
h das Batteriiesystem len
l erfordern eine galvanissche Trennung g der Busver--
beliebbig skalieren. bindung.
b
CAN-Bus Die
D Simulatio on der Batteriie mit individduellen Zellenn
Spannung
gs- vom
v gleichen Typ (Kapazititätsverteilungg wurde durchh
sensor
I2C-Bus S S Stichproben an
a Lithium-Zeellen ermitteltt) ergab einenn
Zellmod
dul 1
geringen
g enerrgetischen Vorrteil der Ladeeausgleichver--
Temperatur-
Bypass sensor fahren
f mit Energieumvert
E teilung von kleiner 1.5% %
… … … (angenommen
( ner Wirkungsggrad Ș = 80%)). Aus diesem m
BM
MS-Controller
Grund
G wurde das Shuntingg Resistor – Verfahren
V ge--
Batte
zelle
erie- wählt.
w Dazu verfügt
v das Zeellmodul über einen Bypasss
Zellmod
dul n
S S mit
m Widerstan nd, der mittells eines MosF FET freigege--
S
Schütz ben
b werden kaann.
Strom--
sensorr
164
Ein skalierba
ares Echtzeitsyystem zur Erprobung des Baatteriemanage
ements in Elek
ktrofahrzeugeen
Abbild
dung 8. Struktu
ur des Program
mms für den BM
MS-
Abbildung 77. Programmierrung des FiO-Board [6]
Conntroller
165
TN-6 Ein skalierbares Echtzeitsystem zur Erprobung des Batteriemanagemen
STM32 arbeitet. Der Einsatz eines Autocodegenera- [6] Aimagin Co., Ltd. The RapidSTM32 Way.
tors sowie eines speziellen Simulink-Blocksets (Ra- [Link]
pidSTM32-Blockset, Fa. Aimagin) zur Unterstützung he_rapid_stm32_way.png
des Controllers erlauben die vollständige graphische
Programmierung. Ferner lassen sich über eine
Schnittstelle die Zustände des Batteriemanagements
in die Entwicklungssoftware auf dem Host-PC über-
tragen und online betrachten.
Das dargestellte skalierbare Echtzeitsystem wird
derzeit zur Entwicklung verschiedener Funktionen
des Batteriemanagements an der Ostfalia Hochschule
eingesetzt.
8 Danksagung
Das diesem Bericht zugrundeliegende Vorhaben wur-
de mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung
und Forschung unter dem Förderkennzeichen
17N0911 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt
dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
9 References
[1] X. Liu-Henke, S. Duym: Modellgestützte
Funktionsabsicherung des vernetzten mechat-
ronischen Kraftfahrzeugs. VDI-Tagung Me-
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und Hardware-in-the-Loop-Simulation. At –
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[5] W. Diehl. Entwicklung eines Batteriemanage-
mentsystems für Lithium-Batterien. Master
Thesis, Ostfalia Hochschule, Wolfenbüttel,
2013.
166
Powertrain Cosimulation in a MiL and SiL Setup using the
AUTOSAR and FMI Standards
Dr. Christoph Störmer, Dr. Christoph Malz, Dr. Corina Mitrohin
ETAS GmbH Stuttgart, Germany
[Link]@[Link]
Developing control software for heterogenous physical domains challenges the embedded systems engineers
in at least two directions. First, domain barriers, like between mechanical and electrical domains, have to be
overcome such that a heterogenous system can be built, either like a real system, or like a virtual representa-
tion of it. Secondly, breaks between devolopment phases should be avoided and a seamless transition along
them shoul be struggled at. With our work, we do contribute a concrete example on how emerging standards
for model exchange (FMI) and automotive software architecture (AUTOSAR) help bringing the gap between
domains and development phases.
167
2 AUTOSAR and FMI: Enablers for advantages, from scalable computational power to
Virtual ECU Development and stan- debugging features. Figure 3 gives a representation of
generic workflows in MiL and SiL: control and plant
dard-based Integration, Simulation (Driver, Vehicle, Environment) models, together with
and Analysis virtual ECUs are loaded like FMUs (Functional
There are two main pillars on which we built our Mockup Unit, an entity implementing the Functional
solution, namely the AUTomotive Open System Mockup Interface) to a colllaborative content plat-
ARchitecture (AUTOSAR, [4]) and Functional form (extended notion of a model repository). The
Mockup Interface (FMI, [3]) standards, for virtual embedded systems engineer is able to search, select
ECU development and standard-based integration, and integrate models from the content platform. The
simulation, and analysis, respectively. integrated system can be simulated. Further analyses
The experience over the past decades has shown that can be conducted, e.g. debugging, parameterization,
proprietary implementations for interoperability and or simulation data post-processing.
exchange of models bare huge disadvantages: lacking
scalability, strong binding to authoring tools, prohibi- 3 FMU Generation for ASCET and
tive effort to co-simulate models from multi-domain
ETAS Virtual ECU
tools. The increasing complexity of systems requires
dedicated concepts for integration, with a clear dis- Each artifact which is integrated within MDM should
tinguisment between modeling and integration activi- be FMI compliant. ETAS develops FMU generators
ties. The FMI standard aims at overcoming those for ASCET models and for ETAS Virtual ECU (Iso-
barriers across domains, while AUTOSAR was spe-
lar-EVE [5]). A highlight of the ETAS FMU genera-
cifically designed to facilitate the simple exchange of
individual software elements and to separate the tors is the preservation of task scheduling within the
hardware dependent and independent software parts. FMU. Periodic and crank-angle synchronous tasks
The Multi-Domain Mockup (MDM) tool, a product can be triggered using the interface functions. Sophis-
developed within the Innovation Centre at ETAS, ticated non-standard features such as time-discrete
opens the perspective of a system approach to the
ports or interrupts are already implemented in this
embedded system engineer, built upon the FMI stan-
dard. It might be either the control model or the virtu- solution. ETAS aims at extending the FMI standard to
al ECU which can be integrated with plant models include these features in upcoming versions of the
yielding a system, which can be simulated, validated, standard.
tested, or parameterized.
4 FMI-based Integration, Master Algo-
rithm, and Suitable Solvers
Each simulation environment based on the FMI
standard should provide a master algorithm which
orchestrates the entire simulation, e.g. the order of
calculation, synchronizes the simulation step sizes, or
iterates discrete events. MDM provides a solution for
the powertrain cosimulation, comprising of variable-
step solvers with the capability to identify and react
to zero-crossing events, and a master algorithm which
enables time and crank-angle computational grids. In
this way, we succeeded splitting the system in FMUs,
where the sensor and the tasks consuming sensor
information are in different components.
Figure 3. ETAS´solution to support the MiL and SiL
use cases within same integration, simulation and
analysis environment. 5 Conclusion
The solution provided by Isolar-EVE and MDM offer
With Isolar-EVE, a new product in the ETAS portfo-
lio, the standardized development of ECU software is already a good solution for the seamless transition
made possible on everyone's desktop, with all its from MiL to SiL, even under consideration of the
168
stringent synchronization and timing constraints,
which are then indispensable for the further develop-
ment of a HiL system enabling to run a real engine in
a dynamic mode. While the activities in MiL and SiL
are not evolving under strict real-time requirements, it
will be interesting to investigate if our approach can
be propagated in an equivalent manner to the HiL
setup, based again solely on the FMI and AUTOSAR
standards.
6 References
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cation Software and Automatic Code Genera-
tion for Models,
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re_products.php
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roll-out and outlook. In 15th International VDI
Congress Electronic Systems for Vehicles. Ba-
den Baden, Germany.
[5] IsolarEVE,
[Link]
p.
169
170
A model for airline personnel schedule simulation
The personnel of an airline is one of its most important resources, contributing significantly to the business
success. During the personnel planning process every step from corporate deployment structures to individu-
al task schedules is determined, ensuring the quality and reliability of flight plan implementations. Although
there are simulation models supporting this process, none of them is specialized in describing individual per-
sonnel members.
In this paper a stochastic event-based model for the simulation of individual airline personnel schedules is
presented. Implemented as a simulation application it allows the robustness assessment of individual person-
nel schedules under the influence of disruptions and recovery procedures. It is compared with three of the
most sophisticated air traffic simulation approaches.
171
TN-2 A model for airline personnel schedule simulation
ods, work load limits, e.g. in terms of maximum tion of airline operations following a discrete event
working and flying times, and maximum numbers of approach. It includes unexpected disruptions during
take-offs. Besides the tasks on board of airplanes a daily operations leading to a more realistic behavior
schedule comprises reserve and standby duties at of the underlying air traffic model. The tool was de-
airports. Standby duties are performed by reserve signed to facilitate the research of airline recovery
personnel who can be deployed in cases of disrup- policies. It serves as a means for quantifying and
tions within the daily flight operations. Depending on evaluating the effectiveness of various recovery
their response times different types of standby ser- mechanisms to handle disruptions. It provides an
vices can be distinguished. A normal standby service environment in which the performance of new strate-
usually takes place at the end of a pairing and lasts gies can be tested before being implemented in the
about two hours in which the personnel can respond field. SIMAIR can also be applied to analyze the
to disruptions. While on ‘Reserve 12’ or ‘Reserve 24’ robustness of given flight plans and crew schedules.
service the personnel is bound to arrive at their home
The SIMAIR simulation tool has a modular architec-
base within 12 or 24 hours respectively upon notice.
ture (see figure 1). The simulation module is the cen-
terpiece of the application and contains a stochastic
3 Existing approaches model describing an airline’s operations in terms of
Within the field of air traffic simulation a broad range states and transitions. It defines entities with their
of applications facilitating a variety of purposes can characteristics, events and their probabilities, and
be found. Depending on the detail levels of their processes which are needed to simulate operational
underlying air traffic models they can be divided into schedules. For each occurring event the controller
three classes: microscopic, mesoscopic, and macro- module is prompted to check for current and future
scopic simulation applications. Due to their richness disruptions, e.g. caused by weather, technical failures
of detail microscopic models can reproduce individu- or staff shortages. If a disruption has been detected, it
al movements of an airplane in the air and on the is passed on to the recovery module which tries to
ground. Macroscopic models on the other hand have compensate by implementing recovery measures like
a low detail level and are for example used to evalu- rerouting passengers or deploying reserve crews.
ate the performance of an entire air transportation After reviewing those schedule changes and thereby
system neglecting individual flights along the way. guaranteeing the flow balance, the accordance of
Mesoscopic models lie in between and have an ap- arrival and departure locations of planes, crews, and
propriate level of detail for the purpose of simulating passengers, the controller module transfers them to
an airline’s planning decisions. Three of the most the simulation module.
notable mesoscopic air traffic simulation approaches
The model describes the entities needed to simulate
are presented below, followed by a comparison and a
the operations of a particular airline. It contains all
discussion regarding their applicability for airline
legs of the flight schedule with their scheduled depar-
personnel schedule simulation.
ture and arrival times and all origin and destination
3.1 SIMAIR airports. An airport is mapped by considering its
runways, taxiways, and gates. While the runways are
SIMAIR (Simulation of Airline Operations) is a re-
modeled as queues with infinite capacity, taxiways
search tool developed within a cooperation between
and gates are modeled as time consuming processes
the Georgia Institute of Technology and the National
and location values for planes respectively. Since
University of Singapore (see [5] and [6]). SIMAIR is
airports represent resources shared by other airlines,
written in object oriented C++ and allows the simula-
the other airlines’ influence on airport congestion in
172
A model for airline personnel schedule simulation
daily operations is indirectly expressed by reduced As mentioned above, SIMAIR is applied to determine
service rates of runway queues at peak times, imple- the performance of operational schedules in combina-
mented by time-dependent semi-Markov processes. tion with different recovery strategies. For this pur-
Airplanes are modeled as means for crews and pas- pose it accumulates a plurality of data. Regarding the
sengers to move from one airport to the other, follow- evaluation of flight schedules, information about the
ing a rotation of flight legs. Although no further data on-time performance of flight legs divided into dif-
about plane types have been published, priority was ferent levels of lateness, the number of cancelled
set on the need for maintenance in certain time inter- flights, and the percentage of delayed or cancelled
vals. While some crews complete their pairings on passenger itineraries is gathered. The crew schedule
board of airplanes including rest intervals and layo- is assessed on the basis of operational personnel cost,
vers, others serve as reserve personnel at airports. total block time, number of deployed reserve crews,
Passengers are divided into groups according to their number of deadheads, and the number and degree of
itineraries. As for the influence of other airlines the planning rule violations. Numbers of departures and
model accounts for weather effects by service rate arrivals and queue waiting times add to the possibility
changes at airports. of single airport analyses.
In the air transport modelling basically two comple- 3.2 MEANS
mentary processes can be distinguished: the off-
In 2001 the Massachusetts Institute of Technology
blocks process, including everything between a plane
started a project to investigate the effects of conges-
leaving a gate of an airport and arriving at a gate of
tion at hub airports on airline networks (see [1]).
another airport, and the ground (or turnaround) pro-
During the project, the field of research has expanded
cess, including everything between a plane arriving at
to the task of analyzing the combined effects of air
a gate and leaving it. The SIMAIR model places the
traffic control, traffic flow management, and airline
emphasis on the off-blocks process, whereas it greatly
operations control on the U.S. national airspace sys-
simplifies the ground process. Because the model
tem. The focus lies on the development and evalua-
does not consider the many sources of ground time
tion of air traffic management strategies taking airline
delays explicitly, an aggregated distribution is used to
scheduling and recovery actions into account. To
determine the length of the ground process. The off-
support this research a software application with the
blocks process is decomposed into six events and five
name MIT Extensible Air Network Simulation
processes pictured by the event-driven process chain
(MEANS) has been developed. Programmed in C++
(EPC) in figure 2. The process starts with a departure
it provides a discrete event simulation framework
event and the plane leaves the gate and begins to taxi
which is designed to be easily extendable and adjust-
to the runway. It enters the runway queue and waits
able to desired levels of detail. It implements a model
until it is allowed to take off. At the end of the flight
of the U.S. air transportation system including air-
phase the plane enters the airspace queue of the arri-
plane, crew, and passenger movements in the air and
val airport. When it reaches the head of the queue it is
on the ground.
allowed to land and to taxi to the gate. The process is
concluded by arriving at the gate. Upon the arrival of The MEANS software is based on a modular archi-
the plane, the simulation determines if the plane tecture comprising information, decision making, and
needs maintenance. According to certain probabilities state modules (see figure 3). In addition to a single
unscheduled major and minor maintenance service computer’s internal communication the modules can
events occur, with the duration of the processes de- exchange data via TCP/IP allowing the MEANS
pending on the aircraft. model to be distributed among different hardware and
software platforms. The mutual exchange of infor-
173
TN-4 A model for airline personnel schedule simulation
mation is carried out by updating the event queues of ies it can decide to swap, delay, and cancel flight legs,
the different modules. For some modules up to four accounting for minimum passenger connection times
implementations were realized, which differ in their and aircraft seat capacities. A passenger disruption
levels of detail. This enables users to adapt the simu- metric is used to determine the airline recovery deci-
lation network to their individual needs and available sion quality. In the most advanced version of the
data sets. module crew and maintenance constraints are incor-
porated into the decision process.
The weather module is purely an information module,
only providing others with current and predicted data There are four modules managing the movements of
and receiving none in return. Depending on the se- aircrafts, and implicitly thus of crews and passengers,
lected implementation it accesses archived weather by updating their states: The en-route module is re-
conditions such as ceiling, visibility, and wind speed sponsible for movements in the air, while the tower,
and direction, or applies probability density functions taxi, and gate modules manage the ground move-
to create weather forecasts. The module provides ments at airports. Basically they follow the process
weather information at airports, but no en-route shown in figure 2. The airports within the regarded
weather. flight network are modeled as sources and sinks of air
traffic. Airports outside the system are viewed as one
The air traffic control system command center
additional airport. The gate module handles a plane’s
(ATCSCC) module is one of two decision making
turnaround when it arrives at an airport. The tasks of
modules. It monitors the traffic throughput within the
boarding and deboarding passengers, loading and
considered airspace. Based on the respective arrival
unloading baggage, cleaning, fueling and catering the
rates it determines the ratios of demand to capacity of
plane are considered as a single ground process, its
all airports. Upon the occurrence or prediction of air
duration depending on the weight class of the plane,
side congestions it initiates and manages ground
the operating airline, and the respective airport. Addi-
delay programs and ground stops. Essentially, this
tional time is added in case of an unscheduled
means the reassignment of airport slots to the differ-
maintenance event. The occurrence of such an event
ent airlines.
depends on the aircraft type and the time passed since
The other decision making module is the airline mod- the last check up, its length depending on aircraft and
ule, which represents an airline’s operations control failure type. During the taxi-in and taxi-out processes
and initiates recovery actions after an airspace disrup- a plane is subject to the taxi module. Multiple inter-
tion. Depending on the impact on passenger itinerar- secting taxi ways between the gates and the runways
174
A model for airline personnel schedule simulation
can be modeled. The traffic on taxi ways is accounted incorporating possible traffic congestions by model-
for by giving planes the possibility to pass others or ing on and off peak times at airports. The focus of the
to stop for them at intersections, leading to signifi- model lies on the ground process. In order to relate
cantly uncertain process durations. Various module the activities of this process to the respective flight
implementations provide fix taxi times, or those leg, it is divided into the sub-processes flight prepara-
based on historical or estimated data. Each regarded tion and flight post-processing (see figure 5). The
airport of the system gets an instance of the tower flight preparation process depicted in figure 6 starts at
module. Mainly it is responsible for determining the a specified point of time prior to the planned depar-
airport’s departure and arrival rates, and derived from ture of the plane. Four processes are executed in par-
that the times aircrafts have to wait in the runway allel: fueling, cleaning, catering, and baggage load-
landing or take-off queues. Completing the cycle the ing. The duration of the fueling depends on the air-
en-route module describes the off-blocks process of craft’s type and the scheduled flight time, the duration
an airplane’s flight leg. The flight time is determined of the cleaning on the last leg’s passenger number,
by randomly picking a time from a flight time distri- and the catering on the passenger number of the next
bution corresponding to the pair of departure and leg. Although baggage loading and unloading pro-
arrival airport. cesses have been considered in the model, they have
not been implemented in the simulation software. The
Considering the user’s configuration of the simulation
author explains that those two processes are not part
framework, it is clear that MEANS is capable of
of the critical path and therefore do not have to be
producing a large amount of data. With regard to
taken into account. After fueling, cleaning, and cater-
developing and evaluating air traffic management
ing are completed the boarding of the crew takes
strategies the impacts of taken decisions during a
place. The following passenger boarding is either
simulation run can be analyzed. Recorded state and
finished when all passengers are in the plane or a
transition times as well as flight leg and passenger
certain waiting time has expired. In both cases the
itinerary delays and disruptions provide a sound
preparation process comes to conclusion and when
means to determine the quality of the applied strate-
the baggage loading is also finished the plane is ready
gies.
for departure. The post-processing of a flight leg
3.3 SimOps starts with the plane’s arrival at the gate (see figure
7). The passenger deboarding and the baggage un-
As part of a dissertation about robust flight schedul-
loading begin right away. The crew leaves the plane
ing with stochastic models published in 2007 at the
after the passengers. With completion of these tasks
Technical University Clausthal, the event based simu-
the post-processing is finished. Within a plane’s rota-
lation tool SimOps was developed (see [2]). It im-
tion (pictured in figure 8) its idle times between the
plements a stochastic event based flight plan model
post-processing of a leg and the preparation of the
which is based on detailed information provided by
next is called operational gap.
the Deutsche Lufthansa AG. The tool supports the
determination of planning times and the allocation
and dimensioning of time buffers in order to meet
targeted flight schedule punctualities while requiring
a minimum of resources. Today SimOps is applied by
the Deutsche Lufthansa AG to gauge the effects of Figure 4. EPC of the SimOps off-blocks
various minimum ground times, to dimension the size process
of reserve fleets, and to evaluate and compare per-
sonnel schedule scenarios.
The flight plan simulation model can be implemented
in several levels of detail, depending on whether the
influences of crew schedules or passenger itineraries
are taken into account. In any case, the off-blocks Figure 5. EPC of the SimOps 'plane flies leg'
process
process is of minor interest and therefore greatly
simplified (see figure 4). For the taxi, waiting, and
flying times an aggregated distribution is applied,
175
TN-6 A model for airline personnel schedule simulation
The outlined processes are described from the per- sibility to miss a connecting flight (see figures 11 and
spectives of aircrafts flying the legs of their rotations. 12).
To illustrate the dependencies between the flight legs
The primary purpose of the SimOps application is to
the simulation model accounts for, a few more pro-
examine the robustness of flight schedules. Over the
cesses from the perspective of crews and passengers
course of a simulation run it collects data to flight
are presented. The process of a crew completing a
disruptions and creates statistics dividing them into
flight leg is depicted in figure 9. At the beginning of a
five minute delay intervals. The use of human and
crew’s rotation (see figure 10) or for plane changes a
aircraft resources is recorded minutely. To further
certain transfer time has to be scheduled. Since a
describe a flight plan the tool determines its density
plane is not allowed to start with an incomplete crew,
and crew synchronism. The density is a metric for
the crew transfer connections between flight legs
how much buffer time was allocated between suc-
have significant impact on the spreading of disrup-
ceeding flight legs. The crew synchronism metric
tions through the flight network. SimOps possesses a
indicates to what extend aircraft rotations are in
detailed model of airports so that individual distances
unison with crew pairings. The higher the number of
between arrival and departure positions at gates and
plane changes within pairings, the lower a flight
on aprons can be considered in this context. The pro-
plan’s crew synchronism. To gather information about
cess of passengers flying a leg works in the same
the degrees of influence crews and passengers have
manner, with the differences that the model accounts
on a flight plan, simulation runs with and without the
for an average passenger running speed and the pos-
respective dependencies can be compared.
176
A model for airline personnel schedule simulation
3.4 Comparison and discussion process in detail, defining the same events and pro-
cesses, they aggregate the ground process to a single
In this section the described models are compared and
task. SimOps provides the complement by focusing
their suitability for personnel schedule simulation is
on the ground and reducing the off-blocks process
discussed. Although all three models follow a sto-
(compare figures 2, 4, 6, and 7).
chastic event-based approach and are concerned with
air traffic simulation, and therefore have much in The execution of a personnel schedule is a highly
common, they were designed for different purposes. stochastic process and a multitude of causes, e.g.
Five criteria that represent important characteristics weather phenomena, technical failures, or staff insuf-
for the personnel schedule simulation were selected ficiencies, can lead to disruptions. An airline’s recov-
and applied for the comparison and the suitability ery management responds to these disruptions and
evaluation. An overview of the comparison results is tries to bring the schedule back to feasibility as fast as
given in table 1. possible. Recovery procedures directly concerning
crew schedules include swapping, deadheading, and
The activities of flight personnel are not limited to the
rerouting crews as well as deploying those in standby.
tasks during flight legs, but also include tasks at air-
Due to these facts recovery management must be a
ports. And although a crew member’s flight time can
part of personnel schedule simulation. MEANS con-
be derived from the off-blocks processes alone, also
siders recovery actions within the operations control
the ground processes have to be considered to capture
of its airline module, although changes of crew
total working times, including breaks and rest peri-
schedules are by-products of flight schedule updates.
ods. Additionally the consideration of the ground
While SIMAIR provides a wide range of procedures
process offers the possibility to adequately account
in its recovery module, SimOps forgoes an imple-
for personnel dependencies between flight legs.
mentation.
While SIMAIR and MEANS describe the off-blocks
177
TN-8 A model for airline personnel schedule simulation
To determine to what extend airline crews were in the of robust airline personnel schedules in connection
focus of the modeling process, the respective project with staff deployment and recovery strategies.
objectives have to be considered. SIMAIR focusses
The planned simulation application will employ a
on airline recovery strategies and their influence on
modular architecture resembling the MEANS and the
the robustness of flight and crew schedules. And
SIMAIR designs, facilitating its maintainability and
though the flight schedules seem to be in the fore-
extensibility (see figure 13). Its core will be the state
ground crews are considered to be a separate factor of
module, an implementation of the simulation model,
influence in air traffic operations. That seems also to
performing and extending the tasks of MEANS’ en-
be the view of SimOps. Primarily investigating the
route, tower, taxi, and gate modules. Like SIMAIR’s
robustness of flight schedules, crews and the implica-
simulation module it will execute an airline’s opera-
tions of intersecting pairings are considered in detail.
tional schedules and stochastically generate delays
Only in the MEANS model crews are handled as
and disruption events. Since weather is an important
annexes of flight legs. Since its area of research in-
factor of influence when it comes to simulating op-
cludes a whole national airspace system focusing on
erational air traffic schedules, particularly when ro-
air traffic management strategies, crews seem to be an
bustness is considered, a separate weather module
internal part of airlines with limited influence on air
will be implemented. It is not intended to simulate
side congestions and overstrained airport capacities.
weather phenomena themselves but rather to facilitate
Beyond the consideration of crews, none of the three other modules to simulate their consequences on air
approaches goes as far as to model individual flight traffic. In a first approach it will provide simple
personnel members. Hence no individual flight, rest, weather information in categories like “good weath-
and working times can be recorded, although over the er”, “bad weather”, and “ice and snow” with each
course of a personnel schedule individuals can be part weather event being local and independent from an-
of different crews. Against the background of non- other. The information generated by the module will
linearly increasing overtime wages and penalties for not only affect airports but also the routes connecting
rest period violations this leads to inaccuracies in them. It furthermore will not only influence the dura-
personnel cost calculations. On the aggregation level tion of processes but the process compositions them-
of crews no individual process can be displayed cor- selves, e.g. whether the de-icing of a plane before a
rectly, e.g. the falling ill or late arrival of a crew take-off is necessary, or whether a take-off is possible
member. Individual personnel characteristics, e.g. at all. In the future the module might serve as inter-
qualifications or seniority, are also ignored. face to sophisticated weather simulation applications
Ground Off- Recovery Independent Individual
providing as much data as deemed reasonable for this
process blocks procedures crews personnel simulation context. The architecture is completed by
process a recovery module comprising the tasks of SIMAIR’s
SIMAIR No Yes Yes Yes No controller and recovery modules, complementing the
Airline Module of MEANS. It will detect current and
MEANS No Yes Yes No No
future disruptions and simulate an airline’s decisions
SimOps Yes No No Yes No on how to bring the plans back to feasibility, follow-
Table 1. Overview of the model characteristics ing an implemented recovery strategy.
The simulation model describes an airline’s opera-
4 A model for airline schedule simula- tions on the basis of states and processes. A state is
tion specified by property values characterizing a set of
The stochastic event-based simulation model present- interrelated physical and logical entities. While phys-
ed in this section was developed as part of the DOGS ical entities can be touched and seen, logical entities
project (see [4]). The project started in 2011 as a capture abstract concepts. The property values are
cooperation between the University of Cologne and updated during the execution of processes. Figure 14
the Cologne University of Applied Sciences. It aims gives an overview of the model’s entities and their
for designing methods and implementing software relations, only some of which are described below in
tools for the construction, evaluation, and comparison more detail to indicate distinct modeling approaches.
178
A model for airline personnel schedule simulation
Following the SIMAIR approach an airport is mod- Deviating from all presented approaches, an airline’s
eled by a connection of runways, taxiways, and gates. personnel is not modeled as a set of crews, but rather
However, congestion is not implemented by the re- as a set of individual employees, accommodating the
duction of the service rates of airport resources, but fact that employees have individual sets of profes-
rather by a simplified consideration of foreign air- sional skills. This view allows a more detailed record-
lines’ aircrafts within airport boundaries. The detail ing of individual flight, work, and rest times as well
level of the MEANS and the SimOps models, e.g. the as a better compliance with work rules and labor
consideration of aircraft behavior on taxiways or legislation. Furthermore, individual capabilities to
individual distances between departure and arrival occupy different positions aboard aircrafts and addi-
gates, is not pursued. To incorporate en-route weather tional skills in the accommodation of passengers are
and thereby extending the MEANS model, routes get incorporated into the model as qualifications and
a parameter reflecting current weather conditions. In ascribed to personnel members. Those qualifications
turn, this parameter affects the durations of respective are put in relation to job requirements, which in turn
flight legs or even prohibits their implementations. allow a more precise view on the tasks to be per-
Figure 14. Model entities and their relationships (white: physical entities, grey: logical entities)
179
TN-10 A model for airline personnel schedule simulation
formed. The tasks considered in the model, do not [3] Gopalakrishnan, B.; Johnson, E.: Airline Crew
only include duties on board of airplanes, but also Scheduling: State-of-the-Art. In: Annals of
reserve duties at airports. The differentiated view on Operations Research, Vol. 140, Springer 2006,
reserve duties, e.g. stand-by, ‘Reserve 12’, and ‘Re- pp. 305-337.
serve 24’, allows the dynamic build up and reduction
[4] Kuckertz, P.; Ullrich, O.; Randerath, H.: A
of reserve capacities as part of the recovery manage-
simulation based approach on robust airline
ment.
job pairing. In: Simulation Notes Europe
With regard to the processes, the model includes both (SNE), Volume 22, Number 2, August 2012,
the off-blocks process as well as the ground process. pp. 77-82.
Therefore, process models based on a combination of
[5] Lee, L. H.; Huang, H. C.; Lee, C.; Chew, E. P.
the SIMAIR and MEANS off-blocks process with the
et al.: Discrete event simulation model for air-
SimOps ground process are designed. To allow the
line operations: SIMAIR. In: Proceedings of
weather to influence process compositions, requesting
the 2003 Winter Simulation Conference, pp.
of take-off permissions and de-icing are added to the
1656-1662.
off-blocks process. The SimOps crew processes can
be adapted to consider individual employees without [6] Rosenberger, J. M.; Schaefer, A. J.; Goldsman,
great effort. D.; Johnson, E. L. et al.: A stochastic model of
airline operations. In: Transportation Science,
5 Summary and future work Volume 36, Number 4, November 2002, pp.
357-377.
After a short introduction to airline personnel plan-
ning as part of a larger planning process, a summary
of the necessary technical background was given,
including the description of personnel structures, on-
board duties and reserve duties, and their implicated
requirements. A presentation of the sophisticated air
traffic simulation models of the SIMAIR, MEANS,
and SimOps applications was followed by a compari-
son highlighting differences and similarities, and a
discussion of their applicability for airline personnel
simulation. Based on this information, a stochastic
event-based simulation model was introduced, espe-
cially suited for the construction, evaluation, and
comparison of individual robust airline personnel
schedules.
The next steps in the DOGS project will include the
implementation of a simulation tool based on the
presented model and its application to a variety of test
data. Results will then be incorporated into optimiza-
tion approaches specifically designed for robust per-
sonnel planning.
6 References
[1] Clarke, J.-P.; Melconian, T.; Bly, E.; Rabbani,
F.: MEANS MIT Extensible Air Network
Simulation. In: Sage’s Simulation, Vol. 83, Is-
sue 5, 2007, pp. 385-400.
[2] Fuhr, B.: Robuste Flugplanung mittels
stochastischer Modellierung. Dissertation.
Technische Universität Clausthal, 2007.
180
'6LPXODWLRQXQG6FKHGXOLQJPLW6LPLR
6LPXODWLRQVWDWW6SHNXODWLRQ
0XOWLSDUDGLJPHQ6RIWZDUH
$EELOGXQJ6LPLR2EMHNW
%LEOLRWKHN'0RGHOO
0RGHOOGLUHNWLQ'
YHUIJEDU
0RGHOOYHUIHLQHUXQJLP
3UR]HVV)OXVVGLDJUDPP
$EELOGXQJ'0RGHOO
181
:RKHUNRPPW6LPLR9HUWULHE
+HUVWHOOHULVW6LPLR//&LQ3LWWVEXUJK86$
&(2'U&ODXGH'HQQLV3HJGHQ
'LHVHUXQGVHLQ7HDPKDEHQ6LPXODWLRQVHU
IDKUXQJYRQPHKUHUHQ-DKU]HKQWHQ
:HOWZHLWHU9HUWULHEEHU5HSUlVHQWDQWHQ
1HW]ZHUN
,PGHXWVFKVSUDFKLJHQ5DXP
$763UR]HVVRSWLPLHUXQJXQG3DUWQHU
6LPLR'$&+
0|QFKHQJODGEDFK1lKH'VVHOGRUI
*),QKDEHU'LSO,QJ )+ 0DUNXV%DQV
%HUXIVHUIDKUXQJDXI
GHP*HELHWGHU
6LPXODWLRQVHLW
)UKHUPLWDQGHUHQ7RROVJHDUEHLWHW
0DVWHU5HSUlVHQWDQW'$&+IU6LPLR
!9HUWULHE'LHQVWOHLVWXQJ6XSSRUW
6FKXOXQJ
182
6LPLR7HDP'HXWVFKODQG
0LFKDO6WHF%HUDWXQJ+RWOLQHVRZLH9HUWULHE
2VWGHXWVFKODQG%D\HUQXQG3ROHQ
'LHWPDU%|WWQHU9HUWULHE+HVVHQ1RUG
GHXWVFKODQG
+DQV*HRUJ.RQHUW9HUWULHE%HUDWXQJ15:6G53
6DDUODQG6FKZHUSXQNW/RJLVWLNXQG6&0
'DQ'LXOHVFX9HUWULHE%DGHQ:UWW
6FKZHL]5XPlQLHQ
6LPXODWLRQV5HIHUHQ]HQ
6,0,2ZLUGLQXQWHUVFKLHGOLFKVWHQ
%UDQFKHQXQGEHL8QWHUQHKPHQ
XQWHUVFKLHGOLFKVWHU*U|HHLQJHVHW]W
6ZZZVLPLRVLPDSVGHVLPLR
VLPXODWLRQIXHUSURGXNWLRQORJLVWLNXQG
VFPIDOOVWXGLHQUHIHUHQ]HQ
VRZLH
KWWSZZZVLPLRFRPDSSOLFDWLRQV
183
6LPLR+LJKOLJKWV
!6HKUDWWUDNWLYHV+RFKVFKXOSURJUDPP
!(QWZLFNHOWYRQHLQHP7HDPPLWMDKU
]HKQWHODQJHU6LPXODWLRQVHUIDKUXQJ
!2EMHNW XQGSUR]HVVRULHQWLHUW
!+RKH%HQXW]HUIUHXQGOLFKNHLW
!0RGHOOLHUXQJGLUHNWLQ'P|JOLFK
!$GG2QIU$XIWUDJVIHLQSODQXQJ
$366FKHGXOLQJ YHUIJEDU
6LPLR536
:HLWHUH6LPLR+LJKOLJKWV
!(LQ XQG$XVJDEHGDWHQ ,P XQG
([SRUWP|JOLFK
!0|JOLFKNHLWGHUNRVWHQIUHLHQVFKQHOOHQ
(UVWHOOXQJHLJHQHU2EMHNW%LEOLRWKHNHQ
!:DKO]ZLVFKHQUHFKQHUJHEXQGHQHURGHU
VHUYHUEDVLHUWHU/L]HQ] GLHVHNDQQDQ]%
DQ1RWHERRNVDXVJHOLHKHQZHUGHQ
!0LWGHU7HDP(GLWLRQXQEHJUHQ]WNRVWHQ
IUHLHVRJ5XQWLPH0RGHOOHHU]HXJEDU
!6HKUJXWHV3UHLV/HLVWXQJVYHUKlOWQLV
184
6LPLR2SWLPLHUXQJVPRGXO
=XVDW]2SWLPLHUXQJVPRGXO 2SW4XHVW
NDQQJQVWLJHUZRUEHQZHUGHQ
=ZHFN6HPLDXWRPDWLVFKH0LQL E]Z0D[LPLHUXQJHLQHU=LHOIXQN
WLRQ 'XUFKODXI]HLWHQ*HZLQQ PLWWHOVPDWKHPDWL
VFKHU$OJRULWKPHQDXI:XQVFKXQWHU%HUFNVLFKWLJXQJYRQ
(LQVFKUlQNXQJHQ ,QYHVWLWLRQVOLPLWXD
%VS0D[LPLHUXQJGHV*HZLQQVHLQHV)HUWLJXQJVEHWULHEV GXUFK
9HUlQGHUQGHU$Q]DKOHQYHUVFKLHGHQHU5HVVRXUFHQ 0D
VFKLQHQ0LWDUEHLWHU3XIIHUNDSD]LWlWHQHWF EHLHLQHP
,QYHVWLWLRQVOLPLWYRQ;(85XQGHLQHPPD[LPDOHQ$EVDW]
YRQ<)HUWLJWHLOHQSUR:RFKH
7ULPEOH':DUHKRXVH
1XW]XQJNRVWHQIUHL
185
7ULPEOH':DUHKRXVH
:DUXP6FKHGXOLQJ"
!$XIWUDJV)(,1SODQXQJJHJHQEHJUHQ]WH
.DSD]LWlWHQ NHLQH *URESODQXQJ
!9LVXDOLVLHUXQJXQG7UDQVSDUHQ]
!6SRQWDQHVXQGVFKQHOOHV5HDJLHUHQDXI
$XIWUDJVDQIUDJHQ
0DVFKLQHQDXVIlOOH
(UNUDQNXQJYRQ0LWDUEHLWHUQ
/LHIHUYHU]|JHUXQJHQYRQ5RKPDWHULDO
186
,KU1XW]HQGXUFK6FKHGXOLQJ
!:HQLJHU/DJHU XQG8PODXIEHVWDQG
!+|KHUH/LHIHUWUHXH
!1HX5LVLNREDVLHUWHV3ODQHQ
:DVNRVWHWPHLQ5LVLNR"
:DVPXVVIU!/LHIHUWUHXH
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7UDGLWLRQHOOH $XIWUDJVSODQXQJVV\VWHPH
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____
____
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$XIWUDJ /DFNLHUHQ PHLQ 5LVLNR LQ
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187
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___
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7UDQVDNWLRQ
$XIWUDJ %RKUHQ 6FKZHLHQ /DFNLHUHQ
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6LPLR
0RGHOO
188
5LVNREDVLHUWH$XIWUDJVSODQXQJ
WHUPLQLHUXQJ 536 )OXVVGLDJUDPP
6LPLRHUVWHOOW
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3ODQ.RVWHQ
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5LVLNHQ XQG
.RVWHQDQDO\VH
1 3ODQ
3ODQ
PRGLIL
2."
]LHUHQ
-
'HWHUPLQLVWLVFK
HQ $XIWUDJVSODQ 8QJHSODQWHV
LPSOHPHQWLHUHQ (UHLJQLV
1XQIROJWHLQH6LPLR'HPR
189
190
Multi-depot multi-vehicle-type vehicle scheduling
for Cologne’s tram network
To be a feasible base for simulation studies of Cologne's tram network, a valid vehicle schedule has to con-
sider several requirements, like multiple vehicle depots and multiple types of vehicles. The local transport
provider utilizes both low-floor and high-floor vehicles, with high-floor vehicles being qualified to serve
both high-floor and low-floor platforms. Therefore mixed vehicle rotations are acceptable, but generally not
desired. This paper presents a set of models which adhere to these requirements, while also considering sev-
eral possible optimization goals, like minimum number of deployed vehicles, and minimum combined length
of maintenance trips.
191
Multi-depot multi-vehicle-type vehicle scheduling
for Cologne’s tram network
scheduling optimization problem consists of finding The network flow model is then transformed into an
the optimal vehicle schedule ܴ כ, usually regarding integer linear model (see [16]), as shown in Table 1.
minimal cost.
Vehicle scheduling problems are frequently solved
Minimize σאி ܿ ݔ (OF)
using network flow models. Figure 1 depicts an ex-
ample of such a model for a simple single-depot ve-
hicle scheduling problem with one vehicle type. The Subject to ݔ ൌ ͳ ܨ א ݂௦ (C1)
graph can be transformed into an integer linear prob-
lem which can then be solved by a software solver ݔ אሼͲǡͳሽ ܨ א ݂ (C2)
like CPLEX. σאఋశሺ௩ሻ ݔ ൌ σאఋషሺ௩ሻ ݔ ܸ א ݒ (C3)
ݔሺௗషǡௗశሻ ߣௗ (C4)
192
Multi-depot multi-vehicle-type vehicle scheduling
for Cologne’s tram network
the second vehicle leaves the depot, executes trip ݂ଷ 3 Vehicle scheduling for Cologne’s
and then also returns to the depot. tram network
The optimizer finds the vector ݔwhich minimizes the Cologne's local transport provider utilizes both low-
objective function (OF) value, and thus yields the floor and high-floor vehicles based in several depots,
combination of rotations with the minimum cost. with high-floor vehicles being qualified to serve both
Because all service trips have to be covered under high-floor and low-floor platforms. Therefore mixed
any such vehicle schedule, this yields a schedule ܴכ vehicle rotations (i.e. rotations containing both low-
with minimum cost for maintenance trips. floor and high-floor service trips) are acceptable to
some extend, but generally not desired. As a result a
For each instance of this simple vehicle scheduling
feasible vehicle schedule for Cologne's tram network
problem, a network flow model and a corresponding
has to consider several requirements, like multiple
integer linear model can be generated which allows
vehicle depots and multiple types of vehicles. A fea-
for an optimal solution to be found by the well known
sible model should also enable several optimization
methods of integer linear programming (see [16]).
goals: a minimum number of employed vehicles (as
2.2 Related Work acquisition and maintenance of vehicles is expen-
sive), a minimum combined length of connecting
The vehicle scheduling problem has been extensively
trips (as too many non-service trips congest the net-
covered in the past 50 years and several different
work), minimum overall cost, or a balance of those.
formulations and approaches exist (see e.g. [1, 2, 3, 5,
6, 7, 8, 9, 10] or, for an overview, see [4]). While the The simple model shown in section 2.1 does obvious-
general vehicle scheduling optimization problem is ly not accommodate those requirements, but it can be
known to be NP-hard (see [1]) some special cases are utilized as a starting point to build a more complex
known to be in P and can be solved efficiently. model.
Gavish and Shlifer in [7] for example use a (quasi-)
assignment model to minimize cost resulting from
fleet size and maintenance trips for solving the single-
depot vehicle scheduling problem with only one ve-
hicle type. Similarly, Bodin et al. in [2] use the net-
work flow approach to convert the single-depot vehi-
cle scheduling problem into a minimum cost flow
problem.
More realistic (albeit NP-hard) instances arise when
multiple depots and vehicle types are considered. In Figure 3. Multi-depot vehicle scheduling
those cases the problem is often solved using multi-
commodity models (as in [1, 8, 10]) or set partition- To accommodate for multiple depots, we use a multi-
ing formulations (as in [9]). Kliewer, Mellouli and commodity model based on the one presented in [8]
Suhl in [10] for example apply a two-stage aggrega- (see Figure 3), which allows for several depots ݀ א
tion process to reduce the number of decision varia- ܦ, with each depot storing only one type of vehicles.
bles before solving the multi-depot multi-vehicle-type The set ܨௗ denotes the service trips a depot d can
vehicle scheduling problem using a multi-commodity serve, thus considering multiple vehicle types (indi-
approach. Grötschel, Schöbel and Völker in [8] on the cated by node color in Figure 3). Set ܦ ܦ كdenotes
other hand first solve the corresponding single-depot the subset of all depots from which a service trip ݂
problem before applying heuristic methods to repair can be served. There exist trips which can be served
invalid rotations, i.e. rotations including service trips by several depots and vehicle types (trip ݂ଷ in Figure
not compatible with the respective depot. Hadjar, 3), therefore ܨௗభ ܨ תௗమ will typically not be empty.
Marcotte and Soumis in [9] in turn develop a branch-
and-bound algorithm combining column generation, Service trips have to be covered under each valid
variable fixing and cutting planes to solve the prob- vehicle schedule. Thus, the combined cost of service
lem with the set partitioning formulation. trips can be considered constant, it can therefore be
parametrized. The resulting compressed model (see
193
Multi-depot multi-vehicle-type vehicle scheduling
for Cologne’s tram network
Figure 4) manages on less decision variables and can maintenance trip from the depot to the first platform
thus be computed faster. of its first trip, (O3) the combined cost of the mainte-
nance trips connecting service trips, and (O4) the
return trip to the depot from the last platform of the
last service trip.
Constraint (C1) guarantees that for every service trip
݂ only one of the possible succeeding trips is select-
ed. Together with the network flow conservation
constraint (C2) this guarantees that each trip is cov-
ered by at most one vehicle and has only one preced-
ing trip. Constraint (C3) guarantees for each depot a
number of deployed vehicles that is within this
depot's capacity, while (C4) guarantees that each
potential maintenance trip is either covered by a vehi-
cle or not.
Several optimization goals can be reached by varying
the fixed cost ܿ: If ܿ is set to a value greater than the
maximum length of maintenance trips ݒ௫ , then
Figure 4. Multi-depot vehicle scheduling with com- executing maintenance trips is generally preferred to
pression deploying another vehicle, thus minimizing the total
number of deployed vehicles. If Ͳ ൏ ܿ ൏ ݒ , then
Table 2 shows an integer linear program for the mul- the model prefers deploying another vehicle to exe-
ti-depot multi-vehicle-type vehicle schedule problem. cuting any maintenance trips with length greater than
Here, the elements ݔభ ǡమ of the solution vector ݔare zero, thus minimizing the combined lengths of
interpreted as decisions whether a potential mainte- maintenance trips. By sweeping fixed cost ܿ between
nance trip between the end platform of trip ݂ଵ and the ݒ and ݒ௫ a trade-off between number of de-
start platform of trip ݂ଶ should be covered by a vehi- ployed vehicles and lengths of maintenance trips may
cle. be observed.
4 Experiments
Min. σௗאሾσאிೞሺ൫ݒሺௗǡሻ ܿ൯ ݔ כሺௗǡሻ ሻ (O1, O2)
194
Multi-depot multi-vehicle-type vehicle scheduling
for Cologne’s tram network
195
Multi-depot multi-vehicle-type vehicle scheduling
for Cologne’s tram network
6 Acknowledgements
This material is based in part upon work supported by
the National Science Foundation under Grant Nos.
Figure 6. Results of experiment (E3) I/UCRC IIP-1338922, AIR IIP-1237818, SBIR IIP-
1330943, III-Large IIS-1213026, MRI CNS-0821345,
The results of the last experiments (E4) and (E5) are MRI CNS-1126619, CREST HRD-0833093, I/UCRC
shown in Table 4. As expected, banning mixed rota- IIP-0829576, MRI CNS-0959985, FRP IIP-1230661
tions reduces the set of valid solutions and subse- and U.S. Department Transportation under a TIGER
quently results in a less efficient vehicle schedule grant.
compared to the solutions from experiments (E1) and
(E2). On the other hand, penalizing mixed rotations in 7 References
(E5) does not result in significant changes compared
[1] Bertossi, A. A., Carraresi, P., Gallo, G.: On
to (E1).
Some Matching Problems Arising in Vehicle
(E4): No mixed (E5): Penalty for Scheduling Models. In: Networks, Volume 17,
rotations mixed rotations Number 3, 1987, pp. 271-281.
Run time 436.92 s 7,650.91 s [2] Bodin, L., Golden, B., Assad, A., Ball, M.:
Routing and scheduling of vehicles and crews:
Overall cost 6,592 6,251 the state of the art. In: Computers & Operati-
ons Research, Volume 2, Number 10, 1983,
Fix cost 4,651.68 4,567.86
pp. 63-211.
Variable cost 1,940.32 1,683.14 [3] Borndörfer, R., Löbel, A., Weider, S.: A bundle
Vehicles 111 109 method for integrated multi-depot vehicle and
duty scheduling in public transport. In: Com-
μL 18.10 18.66 puter-aided systems in public transport. Sprin-
ger, 2008, pp. 3-24.
σL 9.27 8.08
[4] Bunte, S., Kliewer, N.: An overview on vehi-
minL 4 6 cle scheduling models. In: Public Transport,
maxL 51 52 Volume 1, Number 4, 2010, pp. 299-317.
[5] Ceder, A.: Public-transport vehicle scheduling
Table 4. Results of experiments (E4) and (E5)
with multi vehicle type. In: Transportation Re-
search Part C, Volume 19, 2011, pp. 485-497.
5 Summary and further research
[6] Daduna, J. R., Branco, I., Paixao, J. M. P.: Ve-
In this paper, we shared an optimization model to
hicle Scheduling Problem with Multiple Types
generate multi-depot, multi-vehicle-type vehicle
of Vehicles and a Single Depot. In: Computer-
schedules for Cologne's tram network. This model
Aided Transit Scheduling. Springer, 1995, pp.
can be tuned to consider optimization goals like min-
115-129.
imizing the number of deployed vehicles, minimizing
the combined lengths of maintenance trips, or mini- [7] Gavish, B., Shlifer, E.: An approach for solv-
mizing overall cost. Several series of experiments ing a class of transportation scheduling prob-
showed the applicability of the model while exploring lems. In: European Journal of Operational Re-
its tuning capabilities. search, Volume 3, 1978, pp. 122-134.
In a further step, the described model will be applied [8] Grötschel, M., Löbel, A., Völker, M.: Optimie-
to generate vehicle schedules for given time tables, rung des Fahrzeugumlaufs im öffentlichen
196
Multi-depot multi-vehicle-type vehicle scheduling
for Cologne’s tram network
197
198
Modellbibliothek für die Interaktion von Robotern in der
MATLAB/DEVS-Umgebung auf Basis des SBC-Frameworks
Birger Freymann, Thorsten Pawletta, Tobias Schwatinski, Sven Pawletta
Hochschule Wismar – University of Applied Sciences: Technolgy, Buisness and Design
Research Group Computational Engineering and Automation
{[Link], [Link], [Link], [Link]}@[Link]
Ausgehend von einer Analyse möglicher Interaktionsprinzipien für Knickarmroboter wird die geometrische
Kopplung als ein wesentliches Interaktionsprinzip identifiziert. Nachfolgend wird das Simulation Based Con-
trol (SBC) Framework zur durchgängigen Entwicklung von ereignisorientierten Steuerungen nach dem Rapid
Control Prototyping (RCP) Ansatz vorgestellt und auf den Parallel Discrete Event System (PDEVS) Forma-
lismus eingegangen. Der PDEVS-Formalismus definiert eine systemtheoretische Spezifikation und Ausfüh-
rungsalgorithmen für dynamische Systeme. Dieser wird mit dem PDEVS-RCP-Ansatz um RCP-Fähigkeit er-
weitert. Basierend auf dem SBC-Framework und dem PDEVS-RCP wird die Entwicklung einer Modellbibli-
othek für geometrisch gekoppelte Roboter in der MATLAB-Umgebung vorgestellt. Abschließend wird diese
an einer Applikation demonstriert.
199
0RGHOOELEOLRWKHNIUGLH,QWHUDNWLRQYRQ5RERWHUQLQGHU
0$7/$%'(968PJHEXQJDXI%DVLVGHV6%&)UDPHZRUNV
200
0RGHOOELEOLRWKHNIUGLH,QWHUDNWLRQYRQ5RERWHUQLQGHU
0$7/$%'(968PJHEXQJDXI%DVLVGHV6%&)UDPHZRUNV
3.1 'DV6%&)UDPHZRUN
'LHVHU$EVFKQLWWEDVLHUWDXI>@XQGEHVFKUHLEWGDV
6LPXODWLRQ %DVHG &RQWURO 6%& )UDPHZRUN 'DV
6%&)UDPHZRUN LVW HLQH UHFKQHUJHVWW]WH (QWZXUIV
PHWKRGLN]XU5HJHOXQJVXQG6WHXHUXQJVHQWZLFNOXQJ
Abbildung 3: SBC-Framework
201
0RGHOOELEOLRWKHNIUGLH,QWHUDNWLRQYRQ5RERWHUQLQGHU
0$7/$%'(968PJHEXQJDXI%DVLVGHV6%&)UDPHZRUNV
3.2 PDEVS-RCP und die Der Konflikt wird somit ausschließlich auf atomic
“DEVS-Toolbox for Matlab” PDEVS-Ebene gelöst.
Die konkrete softwaretechnische Umsetzung der Mo-
Ein atomic PDEVS ist formal definiert als:
dellbibliothek erfolgt in der MATLAB-Umgebung auf
Basis des Discrete Event System (DEVS) Formalis- PDEVS = ( X , Y , S , δ int , δ ext , δ con , λ , ta ) (1)
mus. Basierend auf [9] werden die grundlegenden
Prinzipien und die darauf aufbauenden Erweiterungen, X ist die Menge der Eingangs-, S ist die Menge der
die in dieser Arbeit verwendet werden, eingeführt. Zustands- und Y die Menge der Ausgangswerte. Ɂint
ist die interne und Ɂ die externe Zustandsüberfüh-
DEVS wurde 1976 von Zeigler [10] eingeführt und ist rungsfunktion. Ɂ ist die confluent Funktion weche
eine ereignisorientierte und systemtheoretisch-basierte beim zeitgleichen Auftreten von internen und externen
Modellierungs- und Simulationsmethodik. DEVS ba- Ereignissen ausgeführt wird. ɉǦ
siert auf modular hierarchischen Modellspezifikatio- Ǧ
nen und zugehörigen Simulatoralgorithmen. Der ¡ Ǥ
DEVS-Formalismus geht von einer eindeutigen Tren-
Ǧ
nung zwischen Modellspezifikation und Modellabar-
ሺሻǣ
beitung aus. Bei der Modellspezifikation wird zwi-
schen zwei DEVS-Systemtypen unterschieden. Das PDEVN = (X, Y, D,{Md},{Id},{Zi, d}) (2)
dynamische Verhalten wird mit atomaren (atomic)
X, Y sind analog PDEVS definiert. D ist die Index-
DEVS-Systemen abgebildet. Daneben gibt es gekop-
menge der Subkomponenten. {Md} ist die Menge der
pelte (coupled) DEVS-Systeme, welche eine Kompo-
atomaren oder gekoppelten Subsysteme mit d אD. Id
sition aus atomic beziehungsweise coupled DEVS-
Systemen beschreiben. Jedes coupled DEVS kann ist die Indexmenge (Namen) der auf d אD einwirken-
wiederum Bestandteil eines anderen coupled DEVS den Systeme, mit Id كD { N}, wobei {N} für den
sein. Beide Systemtypen, atomic und coupled DEVS, Namen des couplded PDEVS steht. Zi,d ist die Menge
definieren kompatible Ein- und Ausgänge. Die Spezi- der i-zu-d-Output-Beziehungen (Kopplungsbeziehun-
fikation der Systemdynamik in atomic DEVS erfolgt gen) mit i א.
mit einer Menge festgelegter Funktionen, ähnlich ei- Der PDEVS-RCP-Formalismus ist ebenfalls eine Er-
nem endlichen Zustandsautomaten. weiterung des Classic DEVS-Formalismus und wird in
Der Parallel DEVS (PDEVS) Formalismus ist eine [9] detailiert beschrieben. PDEVS-RCP basiert auf
Weiterentwicklung des ursprünglich von Zeigler ein- PDEVS und erweitert diese um die Möglichkeit der In-
geführten classic DEVS-Formalismus. Er definiert teraktion mit einer Umgebung unter Echtzeitanforde-
neue Mechanismen zur Verarbeitung zeitgleicher Er- rungen. Unter der Umgebung werden externe Soft-
eignisse und behebt damit eine Schwachstelle von warekomponenten oder Hardware verstanden. Da
classic DEVS. DEVS definiert zwei Arten von Ereig- PDEVS-RCP unmittelbar auf PDEVS aufbaut, können
nissen, exterene und interne Ereignisse, die grundsätz- PDEVS-RCP-Modelle direkt mit einer PDEVS-Simu-
lich unabhängig voneinander auftreten können. Der lationsumgebung ausgeführt werden, wobei diese auf-
Zeitpunkt eines jeden internen Ereignisses und auch grund der eingeführten Erweiterungen auch als Echt-
der Zeitpunkt für das Senden eines Ausgangsereignis- zeitumgebung genutzt werden kann. Dadurch ist es
ses wird von jedem atomic DEVS selbst bestimmt. möglich, PDEVS-RCP-Modelle schrittweise von der
Entsprechend den Kopplungsbeziehungen, wird ein Entwurfsphase bis zum operativen Steuerungsbetrieb
Ausgangsereignis zu einem Eingangsereignis einer an- zu erweitern und mit einer einzigen Simulationsumge-
deren Komponente, welche dieses externe Ereignis bung auszuführen. Diese Eigenschaft ist eine notwen-
verarbeiten muss. Folglich kann dies bei einem atomic dige Vorraussetzung zur softwaretechnischen Umset-
DEVS zum zeitgleichen Auftreten von internen und zung des SBC-Frameworks. Aufgrund der Nichterfül-
externen Ereignissen führen. Der PDEVS-Ansatz löst lung dieser Eigenschaft ist die Real-Time-DEVS-Er-
diesen Konflikt intern im atomic PDEVS. Hierfür wird weiterung nach [1] nicht zur Umsetzung des SBC-
die Modellbeschreibung um eine neue Dynamikfunk- Frameworks geeignet. Die Namensgebung PDEVS-
tion erweitert, welche beim parallelen Auftreten von RCP weist auf die enge Verwandschaft zu PDEVS hin
externen und internen Ereignissen ausgeführt wird.
202
0RGHOOELEOLRWKHNIUGLH,QWHUDNWLRQYRQ5RERWHUQLQGHU
0$7/$%'(968PJHEXQJDXI%DVLVGHV6%&)UDPHZRUNV
XQGDXIGLHGXUFKJlQJLJH1XW]EDUNHLWGHU0RGHOOHJH $NWLYLWlWDא$PLWHLQHP]XOlVVLJHQ$XVIKUXQJVLQWHU
PlGHP9RUJHKHQVPRGHOOGHV5DSLG&RQWURO3URWRW\ YDO]X*HPl$EELOGXQJPXVVGLHDOVH[WHUQHV(U
SLQJV 5&3 QDFK>@ HLJQLV FORFNY ;אFORFN HPSIDQJHQH 5HDO]HLW GXUFK
ɁH[WDOV=XVWDQGJHVSHLFKHUWZHUGHQ$XI%DVLVGHUVR
(LQ3'(965&3LVWIRUPDOGHILQLHUWDOV
JHVSHLFKHUWHQ5HDO]HLWNDQQGDV]XOlVVLJH=HLWLQWHUYDOO
PDEVS − RCP = ( X , Y , S , δ int , δ ext , δ con , λ , ta , A) GHU DNWXHOOHQ$NWLYLWlW Dא$ LQ 5HDO]HLW XPJHUHFKQHW
ZHUGHQ ZHOFKHV HEHQIDOOV LP DNWXHOOHQ =XVWDQG Vא6
'LH'HILQLWLRQHQYRQ<6ɁǡɁǡɁ ǡVLQGDQDORJ DEJHVSHLFKHUWZLUG:HLWHUKLQ]HLJW$EELOGXQJGDVV
3'(96'LHQHXHLQJHIKUWH0HQJH$VSH]LIL]LHUWGLH HLQH$NWLYLWlWDא$GXUFKGLH$XVJDEHIXQNWLRQȜEHHQ
,QWHUDNWLRQHQPLWGHU8PJHEXQJ)UMHGH,QWHUDNWLRQ GHWZLUGXQGGLHVHHLQHQHXH$NWLYLWlWD א$VWDUWHW'DV
LVW HLQ ]XOlVVLJHV =HLWLQWHUYDO >WPLQ WPD[@ DQ]XJHEHQ ]XJHK|ULJH=HLWLQWHUYDOOZLUGLQ(FKW]HLWZHUWHQGXUFK
ZHOFKHVGLH(FKW]HLWDQIRUGHUXQJHQIHVWOHJW$XIJUXQG Ɂ GHILQLHUW $OOH H[WHUQHQ (UHLJQLVVH [ ;אZHUGHQ
GHV $XVIKUXQJVLQWHUYDOOV ZLUG HLQH ,QWHUDNWLRQ DOV ZLH EHL 3'(96 GXUFK GLH H[WHUQH =XVWDQGVEHUIK
$NWLYLWlWDא$EH]HLFKQHW'LH0HQJHGHU(LQJDQJVHU UXQJVIXQNWLRQɁ VH[ DXVJHZHUWHW'LHVHEHVWLPPW
HLJQLVVH VHW]W VLFK DXV GHQ 0HQJHQ ;PRGHO XQG ;FORFN DXI*UXQGODJHGHVDNWXHOOHQ=XVWDQGVVGHUYHUVWULFKH
]XVDPPHQ 'DEHL XPIDVVW ;PRGHO GLH (LQJDQJVHUHLJ QHQ=HLWHVHLWGHPOHW]WHQ(UHLJQLVXQGGHQDNWXHOOHQ
QLVVH JHZ|KQOLFKHU 3'(960RGHOOH VRZLH YRQ GHU H[WHUQHQ(UHLJQLVVHQ[GHQQDFKIROJHQGHQ=XVWDQGV¶
8PJHEXQJ'LH(LQJDQJVPHQJH;FORFNZLUGYRQHLQHU 'DUEHUKLQDXVZLUGLQQHUKDOEGHUH[WHUQHQ=XVWDQGV
(FKW]HLWXKUJHQHULHUW'LH$XVJDEHIXQNWLRQȜGHILQLHUW EHUIKUXQJVIXQNWLRQJHSUIWREGLHDNWXHOOHQ(UHLJ
DQDORJ ]X 3'(96 GLH %HUHFKQXQJ YRQ$XVJDQJVHU QLVVHLQQHUKDOEGHV=HLWLQWHUYDOOV>WLPLQWLPD[@HLQWUHWHQ
HLJQLVVHQ'LHVHN|QQHQDQ0RGHOONRPSRQHQWHQRGHU 'DEHLZHUGHQQDFK>@]ZHL)lOOHXQWHUVFKLHGHQ
GLH 8PJHEXQJ YHUVHQGHW ZHUGHQ :HLWHUKLQ HUIROJW
GXUFKGLH$XVJDEHIXQNWLRQȜGLH%LQGXQJGHUDNWXHO )DOOVH[WHUQH(UHLJQLVVHLQQHUKDOEGHV=HLWLQWHUYDOOV
OHQ$NWLYLWlWDא$DQGHQDNWXHOOHQ=XVWDQGVא6$QD HLQWUHWHQ PXVV GHU )ROJH]XVWDQG V¶ ]XP YLUWXHOOHQ
ORJGD]XZLUGDXFKGDV]XOlVVLJH=HLWLQWHUYDOOGHUDN =HLWIRUWVFKULWWWD V IKUHQXQGVRPLWXQPLWWHOEDUHLQ
WXHOOHQ$NWLYLWlWDLPDNWXHOOHQ=XVWDQGVDEJHELOGHW LQWHUQHV(UHLJQLVDXVO|VHQ
'DVG\QDPLVFKH9HUKDOWHQHLQHVDWRPLF3'(965&3 )DOOVH[WHUQH(UHLJQLVVHDXHUKDOEGHV=HLWLQWHUYDOOV
0RGHOOV]HLJW$EELOGXQJ$XVhEHUVLFKWVJUQGHQLVW HLQWUHWHQ ZHUGHQ GHU )ROJH]XVWDQG V¶ EHUHFKQHW XQG
GLH %HKDQGOXQJ ]HLWJOHLFKHU (UHLJQLVVH PLW GHU ɁFRQ VRPLWDXFKGLH=HLWZHUWH>WL PLQWL PD[@DNWXDOLVLHUW$Q
)XQNWLRQQLFKWGDUJHVWHOOW:LHLQ>@GDUJHVWHOOWOHJW VFKOLHHQG ZLUG GHU YLUWXHOOH =HLWIRUWVFKULWW WD V QHX
GLHVHLQGHU5HJHOIHVWREIUGHQDNWXHOOHQ=XVWDQGV EHUHFKQHW
EHUJDQJ]XHUVWɁLQWRGHUɁH[WDXV]XIKUHQLVW
4 MATLAB/DEVS Modellbibliothek
$XIEDXHQG DXI GHQ ]XYRU DQJHIKUWHQ *UXQGODJHQ
ZLUGLQGLHVHP.DSLWHOHLQHJHQHULVFKH'(960RGHOO
ELEOLRWKHNHQWZLFNHOW=XU,PSOHPHQWLHUXQJGHU.RP
SRQHQWHQ ZLUG GLH 0$7/$%'(967RROER[ >@ GHU
)RUVFKXQJVJUXSSH &($ YHUZHQGHW %HYRU DXI GLH
.RPSRQHQWHQGHU0RGHOOELEOLRWKHNLP(LQ]HOQHQHLQ
JHJDQJHQZLUGZHUGHQNXU]GLHDOOJHPHLQHQ$QIRUGH
UXQJHQDQGHQ.RPSRQHQWHQHQWZXUIXQGZHVHQWOLFKH
$VSHNWH]XUJHRPHWULVFKHQ.RSSOXQJGDUJHVWHOOW
203
0RGHOOELEOLRWKHNIUGLH,QWHUDNWLRQYRQ5RERWHUQLQGHU
0$7/$%'(968PJHEXQJDXI%DVLVGHV6%&)UDPHZRUNV
EHUFNVLFKWLJHQ ZLUG GLH DOOJHPHLQH 6%&EDVLHUWH UHODWLYH RGHU DEVROXWH %HZHJXQJ GHV 5RERWHUV EH
0RGHOOVWUXNWXUXPHLQH.RPSRQHQWH57& 5HDO7LPH VFKUHLEW$EVROXW EHGHXWHW LQ GLHVHQ =XVDPPHQKDQJ
&ORFN HUJlQ]W 'LH HUZHLWHUWH 6WUXNWXU LVW LQ$EELO GDVVGXUFKGLH.RRUGLQDWHGLHQHXH3RVLWLRQGHV7&3
GXQJ GDUJHVWHOOW 'LH 57&.RPSRQHQWH PRGHOOLHUW LP%DVLVNRRUGLDQWHQV\VWHPGHV5RERWHUVEHVFKULHEHQ
HLQH (FKW]HLWXKU GLH EHU HLQHQ$XVJDQJVSRUW SHULR LVW%HLHLQHUUHODWLYHQ.RRUGLDQWHHUJLEWVLFKGLHQHXH
GLVFKGLH(FKW]HLWDQGDV3UR]HVVXQG,QWHUIDFH0R 3RVLWLRQGHV7&3DXVGHUDNWXHOOHQ3RVLWLRQGHV7&3
GHOODOV(UHLJQLVVHVHQGHW 'LHQHXH3RVLWLRQZLUGKLHUEHLLP.RRUGLQDWHQV\VWHP
GHV7&3EHVFKULHEHQ
%HLGH9DULDQWHQ PVVHQLP$OJRULWKPXVGHU.RRUGL
QDWHQWUDQVIRUPDWLRQ VHSDUDW EHWUDFKWHW ZHUGHQ XQG
IKUHQ]XXQWHUVFKLHGOLFKHQNLQHPDWLVFKHQ.HWWHQ
$XV GHP =LHOIUDPH ZHUGHQ DQVFKOLHVVHQG GLH (XOHU
ZLQNHOQDFKGHUIUGHQ5RERWHUJOWLJHQ.RQYHQWLRQ
XQGGHU2UWVYHNWRU]XU%HVFKUHLEXQJGHUQHXHQHUUHFK
QHWHQ.RRUGLQDWHIUGHQ6ODYH5RERWHUJHQXW]W=XU
HLQIDFKHQ 8PVHW]XQJ GHU VLFK ZLHGHUKROHQGHQ %H
UHFKQXQJHQ ZXUGHQ HQWVSUHFKHQG YHUDOOJHPHLQHUWH
0$7/$%)XQNWLRQHQ LPSOHPHQWLHUW ZHOFKH GXUFK
GLH .RPSRQHQWHQ GHU 0RGHOOELEOLRWKHN JHQXW]W ZHU
GHQ(LQHGHWDLOLHUWH%HVFKUHLEXQJGHU%DVLVPHWKRGHQ
NDQQ>@HQWQRPPHQZHUGHQ
4.3 .RPSRQHQWHQGHU0RGHOOELEOLRWKHN
Abbildung 5: SBC-Modell einer Robotersteuerung 'LHVHU$EVFKQLWWEHVFKUHLEWGLH(QWZLFNOXQJGHUPR
GXODUHQ.RPSRQHQWHQIUHLQH0RGHOOELEOLRWKHN'LH
4.2 %DVLVPHWKRGHQ]XUJHRPHWULVFKHQ 0RGHOOELEOLRWKHNVROOHLQH*UXQGODJHIUGLH(QWZLFN
.RSSOXQJ
OXQJ YRQ 5RERWHUVWHXHUXQJHQ GDUVWHOOHQ %HVRQGHUV
=XU8PVHW]QXQJGHUJHRPHWULVFKHQ.RSSOXQJZHUGHQ ZLFKWLJLVWKLHUEHLGLH(QWZLFNOXQJGHUDWRPLF3'(96
XQWHUVFKLHGOLFKH%DVLVPHWKRGHQ +LOIVIXQNWLRQHQ EH IUHLQHQ5RERWHUIUHLQ,QWHUIDFHXQGGLH,PSOHPHQ
Q|WLJW'LHKLHUYRUJVWHOOWH5HDOLVLHUXQJGHUJHRPHWUL WLHUXQJHLQHU(FKW]HLWXKU 57& GDGLHVH.RPSRQHQ
VFKHQ .RSSOXQJ EDVLHUW DXI GHU .RRUGLQDWHQWUDQVIRU WHQ LQ MHGHU JHRPHWULVFK JHNRSSHOWHQ 5RERWHUVWHXH
PDWLRQ PLW )UDPHV (LQ )UDPH LVW HLQH VSH]LHOOH [ UXQJ$QZHQGXQJILQGHQ
0DWUL[ZHOFKHVLFKDXVHLQHU[5RWDWLRQVPDWUL[XQG
HLQHP 2UWVYHNWRU ]XVDPPHQVHW]W 'LH 5RWDWLRQV :LHLQ$EELOGXQJGDUJHVWHOOWNDQQHLQ5RERWHUGDEHL
PDWUL[EHVFKUHLEWGLH9HUGUHKXQJ]ZHLHU.RRUGLQDWHQ DOVHLQH%ODFNER[PLW(LQJDQJV$XVJDQJVSRUWXQGLQ
V\VWHPH]XHLQDQGHU'HU2UWVYHNWRUJLEWGLH3RVLWLRQ WHUQHU'\QDPLNYHUVWDQGHQZHUGHQ'HV:HLWHUHQYHU
GHV.RRUGLQDWHQXUVSUXQJVGHVHLQHQ.RRUGLQDWHQV\V IJW HLQ 5RERWHU EHU =XVWlQGH Vא6 XQG 3DUDPHWHU
WHPVLPDQGHUHQ.RRUGLQDWHQV\VWHPDQ 'LH3DUDPHWHUVWHOOHQLQGLHVHP=XVDPPHQKDQJ]XP
%HLVSLHO5RERWHUNRRUGLQDWHQ.RUUHNWXUZHUWHRGHU,Q
)UGDV$XIVWHOOHQHLQHUNLQHPDWLVFKHQ.HWWH]XU.R IRUPDWLRQHQ]XU3RVLWLRQDQGHUHU5RERWHUGDU
RUGLQDWHQWUDQVIRUPDWLRQ ZHUGHQ GUHL YHUVFKLHGHQH
)UDPHVEHQ|WLJW(LQ)UDPHHUJLEWVLFKDXVGHU5HOD
WLRQGHU%DVLVNRRUGLQDWHQV\VWHPHGHUJHRPHWULVFK]X
NRSSHOQGHQ5RERWHUXQGNDQQGXUFKHLQHQ(LQOHUQSUR
]HVVJHZRQQHQZHUGHQ(LQZHLWHUHV)UDPHNDQQPD
QXHOOYRUJHJHEHQZHUGHQXQGEHVFKUHLEWGLH5HODWLRQ
GHU7&3¶V]ZLVFKHQ]ZHLJHRPHWULVFK]XNRSSHOQGHQ
5RERWHUQ:HLWHUKLQIROJWHLQ)UDPHDXVGHUDNWXHOODQ
]XIDKUHQGHQ 5RERWHUNRRUGLQDWH +LHUEHL PXVV DOOHU Abbildung 6: Atomic PDEVS-RCP-Roboter
GLQJV XQWHUVFKLHGHQ ZHUGHQ RE GLH .RRUGLQDWH HLQH
204
0RGHOOELEOLRWKHNIUGLH,QWHUDNWLRQYRQ5RERWHUQLQGHU
0$7/$%'(968PJHEXQJDXI%DVLVGHV6%&)UDPHZRUNV
205
0RGHOOELEOLRWKHNIUGLH,QWHUDNWLRQYRQ5RERWHUQLQGHU
0$7/$%'(968PJHEXQJDXI%DVLVGHV6%&)UDPHZRUNV
5 Anwendungsbeispiel ERW3RXW]X5RERW3LQ.RSSOXQJHQEHUGLHDQ]XIDK
UHQGH 5RERWHUNRRUGLDQWHQ YRUJHJHEHQ ZHUGHQ 'HU
1DFKIROJHQGZLUGHLQ$QZHQGXQJVEHLVSLHO]XU9HULIL
0DVWHUEHVWLPPWVHLQH.RRUGLQDWHQDXI%DVLVGHUYRQ
NDWLRQ GHU 0RGHOOELEOLRWKHN YRUJHVWHOOW 'DV$QZHQ
GHU6WHXHUXQJYRUJHEHQHQ$XIJDEH 3RUW&LQ
GXQJVEHLVSLHOEHQXW]W IUGLH NRQNUHWH3UR]HVVDQELQ
GXQJ GLH 0DWODE..5RERWLF >@ XQG 0DWODE..5R
ERWLF9LVXDOL]DWLRQ>@7RROER[HQ
$EELOGXQJ]HLJWGHQJUXQGOHJHQGHQ$XIEDXGHU$S
SOLNDWLRQVRZLHYLHUXQWHUVFKLHGOLFKH3UR]HVVSKDVHQLQ
)RUP YLVXDOLVLHUWHU 3UR]HVVNRPSRQHQWHQ 'LH$SSOL
NDWLRQEHVWHKWDXVGUHL5RERWHUQHLQHU7LVFKSODWWHXQG
HLQHP*OHLWVWHLQ5RERWHUVROOGHQ*OHLWVWHLQEHZH
JHQ'LHEHLGHQ5RERWHUXQGVROOHQJHPHLQVDPGLH
7LVFKSODWWHEHZHJHQ(VVROOQXUGLH%DKQGHV*OHLW
VWHLQHVEHVFKULHEHQZHUGHQGLHHLQHUJHVWDXFKWHQ3D
UDEHOIROJHQVROO+LHUEHLZLUGGLH7LVFKSODWWHYRQGHQ
5RERWHUQ XQG VR QDFKJHIKUW GDVV GLHVH VWlQGLJ
.RQWDNW ]XP *OHLWVWHLQ KDW 'DEHL VROO OHGLJOLFK GHU
5RERWHUZHOFKHUGHQ*OHLWVWHLQEHZHJWÄDQJHOHUQW³
ZHUGHQ'HUYRUGHUH5RERWHULVWKLHUEHLGHU0DVWHU
IU GLH EHLGHQ KLQWHUHQ 5RERWHU 6ODYHV 'LH 6ODYHV
IROJHQGHQ%HZHJXQJHQGHV0DVWHUVPLWWHOVJHRPHWUL
VFKHU.RSSOXQJ
'LH $XVJDQJVVLWXDWLRQ LVW LQ 7HLOELOG D DEJHELOGHW
7HLOELOG E ]HLJWGLH3KDVHMREZREHLGLH7LVFKSODWWH
XQG GHU *OHLWVWHLQ ]XHUVW QDFK UHFKWV EHZHJW XQG
JOHLFK]HLWLJ JHQHLJW ZHUGHQ$P K|FKVWHQ 3XQNW EH
ZHJHQ VLFK GLH 5RERWHU ]XUFN ]XU 0LWWHOODJH XP
EHLGH2EMHNWHLQGLHHQWJHJHQJHVHW]WH5LFKWXQJ]XQHL
JHQ,QGHU3KDVHMRE 7HLOELOG F EHZHJHQVLFKGLH
EHLGHQKLQWHUHQ5RERWHUXQDEKlQJLJYRP0DVWHU5R
ERWHU 'LHVHU YHUKDUUW LQ VHLQHU 3RVLWLRQ (LQHU GHU
EHLGHQ KLQWHUHQ 6ODYH5RERWHU EHUQLPPW GDEHL GLH
)KUXQJ XQG ZLUG IU GLHVH 3KDVH ]XP WHPSRUlUHQ
0DVWHU'HUDQGHUH6ODYHIROJWGLHVHPPLWWHOVJHRPHW
ULVFKHU .RSSOXQJ :LHGHU LQ GHU 1XOOODJH DQJHNRP
PHQ 7HLOELOG D HUIROJWGHU%HJLQQGHU3KDVHMRE
7HLOELOG G +LHUEHLEHZHJWVLFKQXUGHUYRUGHUH5R
ERWHUXQGGLHEHLGHQKLQWHUHQ5RERWHUYHUKDUUHQLQLK
UHU3RVLWLRQ
$EELOGXQJ ]HLJW GLH IU GLH$SSOLNDWLRQ IROJHQGH Abbildung 9: Prozessphasen der Applikation
'(960RGHOOVWXNWXU JHPl GHP 6%&)UDPHZRUN
'HU ,QIRUPDWLRQVDXVWDXVFK ]ZLVFKHQ GHQ '(96
.RPSRQHQWHQILQGHWEHU(UHLJQLVVHVWDWW,QGHU$E
ELOGXQJLVWGLHVGXUFKJHVWULFKHOWH/LQLHQ]ZLVFKHQGHQ
HLQ]HOQHQ .RPSRQHQWHQ GDUJHVWHOOW 5RERWHU DJLHUW
DOV0DVWHUIUGHQ5RERWHUXQG5RERWHUDOV0DVWHU
IU GHQ 5RERWHU 'LH 0DVWHU6ODYH %H]LHKXQJ GHU
5RERWHU IROJW JHPl 8QWHUDEVFKQLWW DXV GHQ 5R
206
0RGHOOELEOLRWKHNIUGLH,QWHUDNWLRQYRQ5RERWHUQLQGHU
0$7/$%'(968PJHEXQJDXI%DVLVGHV6%&)UDPHZRUNV
6 Zusammenfassung
5RERWHUVLQGIOH[LEOH0DVFKLQHQXQGLQGHU3URGXNWLRQ
VRZLHDQGHUHQ$QZHQGXQJHQZHLWYHUEUHLWHW$XIGHP
0DUNWVLQGYHUVFKLHGHQVWH5RERWHUW\SHQXQGKHUVWHO
OHUYHUWUHWHQ'HPHQWVSUHFKHQGJURLVWDXFKGLH$Q
Abbildung 10: Modellstruktur des Anwendungsbeispiels
]DKOGHUYHUIJEDUHQ6RIWZDUHO|VXQJHQ9LHOH$QZHQ
GXQJHQHUIRUGHUQHLQHQ(LQVDW]YRQNRRSHULUHQGHQ5R
'LHJUXQGOHJHQGH0RGHOODEDUEHLWXQJGKGLH6LPXOD
WLRQEH]LHKXQJVZHLVHGLHRSHUDWLYH6WHXHUXQJVDXVIK ERWHUQ 'LHVH$UEHLW DQDO\VLHUW GLH XQWHUVFKLHGOLFKHQ
UXQJ LVW LQ$EELOGXQJ VFKHPDWLVFK DXI %DVLV GHU HOHPHQWDUHQ ,QWHUDNWLRQVSULQ]LSLHQ YRQ .QLFNDUPUR
FRXSOHG'(966\VWHPHGDUJHVWHOOW=XP6LPXODWLRQV ERWHUQ$OVHLQZHVHQWOLFKHV,QWHUDNWLRQVSULQ]LSZXUGH
VWDUW]HLWSXQNWW VLQGQXUGDV&RQWURO0RGHOO &0 GLHJHRPHWULVFKH.RSSOXQJLGHQWLIL]LHUW'D]XZXUGHQ
XQGGLH(FKW]HLWXKUDNWLY'DV&RQWURO0RGHOOVHQGHW GLHWKHRUHWLVFKHQXQGPDWKHPDWLVFKHQ*UXQGODJHQHU
EHUGLH.RSSOXQJVEH]LHKXQJHQHLQDXV$XIJDEHXQG OlXWHUWXQGGLHVHURERWHUW\SXQDEKlQJLJVRIWZDUHWHFK
.RSSOXQJVEHIHKOEHVWHKHQGHV(UHLJQLVDQGDV3URFHVV QLVFKLQHLQHU0RGHOOELEOLRWKHNXPJHVHW]W
0RGHOO 30 $XIJUXQG GHV (LQJDQJVHUHLJQLVVHV
ZLUGGDV3URFHVV0RGHOODNWLY(VYHUDUEHLWHWGHQ(U %HL GHU VRIWZDUHWHFKQLVFKHQ 8PVHW]XQJ ZXUGH DXI
HLJQLVZHUWXQGEHUHFKQHW5RERWHUNRRUGLQDWHQZHOFKH GHP6LPXODWLRQ%DVHG&RQWURO 6%& )UDPHZRUNDXI
DQGDV,QWHUIDFH0RGHOO ,0 GXUFKHLQ(UHLJQLVEHU JHEDXWZHOFKHVDXIGHQ*UXQGLGHHQGHV5DSLG&RQWURO
WUDJHQZHUGHQ 'DV,QWHUIDFH0RGHOOHPSIlQJWGDV 3URWRW\SLQJV 5&3 GHU 5HJHOXQJV XQG 6WHXHUXQJV
(UHLJQLVXQGVHQGHWGLH5RERWHUNRRUGLQDWHQDQVHLQHQ WHFKQLNEDVLHUW'LH,PSOHPHQWLHUXQJGHU0RGHOOELEOL
UHDOHQ RGHU YLUWXHOOHQ 5RERWHU 'DV ,QWHUIDFH0RGHOO RWKHNHUIROJWHLQGHU0$7/$%'(968PJHEXQJDXI
GHDNWLYLHUW VLFK =X GLHVHP 6LPXODWLRQV]HLWSXQNW LVW
%DVLVGHV3'(965&3)RUPDOLVPXVHLQHU:HLWHUHQW
QXUQRFKGLH(FKW]HLWXKUDNWLY'LH(FKW]HLWXKULVWLQ
ZLFNOXQJ GHV 'LVFUHWH (YHQW 6WUXFWXUH '(96 )RU
GHU$EELOGXQJ GXUFK HLQHQ %OLW] VFKHPDWLVFK GDUJH
VWHOOW'LH(FKW]HLWXKUYHUVHQGHWGLH(FKW]HLWDOV(UHLJ PDOLVPXV YRQ =HLJOHU 'LH 8PVHW]XQJ GHV 6%&
QLVZHUW 'DV ,QWHUIDFH0RGHOO HUKlOW GLH (FKW]HLW DOV )UDPHZRUNV LQ HLQHU 3'(96 EDVLHUWHQ 6LPXODWLRQ
(LQJDQJVHUHLJQLV XQG EHUSUIW RE GLH 5RERWHU GHQ VXPJHEXQJZXUGHDXVIKUOLFKHUOlXWHUW$QVFKOLHHQG
]XYRUEHUWUDJHQHQ%HZHJXQJVEHIHKOYROOVWlQGLJDE ZXUGHGLH%HQXW]XQJGHU0RGHOOELEOLRWKHNDQHLQHP
JHDUEHLWHWKDEHQ,VWGLHVGHU)DOOVRZLUGHLQILQLVK DXVJHZlKOWHQ$QZHQGXQJVEHLVSLHODXIJH]HLJWZHOFKH
(UJHLJQLVDQGDV3URFHVV0RGHOOJHVHQGHW 'LHVHV GLHHLQ]HOQHQ6FKULWWHGHU6WHXHUXQJVHQWZLFNOXQJGH
ZHUWHWGLH,QIRUPDWLRQDXVXQGJHQHULHUWHLQ6WDWXVHU WDLOLHUWEHVFKUHLEW
HLJQLVZHOFKHVDQGDV&RQWURO0RGHOOEHUWUDJHQZLUG
207
0RGHOOELEOLRWKHNIUGLH,QWHUDNWLRQYRQ5RERWHUQLQGHU
0$7/$%'(968PJHEXQJDXI%DVLVGHV6%&)UDPHZRUNV
Das Anwendungsbeispiel zeigt deutlich die noch be- [5] Maletzki, G.: Rapid Control Prototyping
stehenden Grenzen und Probleme hinsichtlich der In- komplexer und flexibler Robotersteuerungen
teraktion von Robotern auf. Die Roboteraktionen wer- auf Basis des SBC-Ansatzes.
den über die Steuerung synchronisiert. Wenn die Steu- HS-Wismar, FG-CEA Dissertation
erung ein Kommando an die Roboter sendet, müssen (eingereicht, Univ Rostock, Juni 2013)
Roboterkoordinaten neu berechnet und diese über eine
[6] 2WWR-&KULVWHUQ06FKPLGW$
Schnittstelle (Interface) an die realen oder virtuellen
6FKZDWLQVNL73DZOHWWD7KUKA-KA-
Roboter gesendet werden. Die Übertragung erfolgt da-
WASAKI-Robotic Toolbox for Matlab® &
bei sequenziell und nicht parallel an die Roboter.
KUKA-KAWASAKI-Visualization Toolbox
Dadurch kann nicht gewährleistet werden, dass die un-
for Matlab®,Websites,
terschiedlichen Roboter zum selben Zeitpunkt mit ih-
[Link]
rer Bewegung beginnen. Um dieses Problem zu mini-
KK_Robotic_Tbx/KK_Robotic_Tbx.html
mieren, müssen Roboterbewegungen diskretisiert wer-
[Link]
den. Bei einer gekoppelten Bewegung mehrerer Robo-
MatlabKK_Robotic-and-Visualization_Tbx/
ter sind nur kleine Teilbewegungen möglich. Die zeit-
MatlabKK_Robotic_Visualization_Tbx.html,
liche Synchronisation stellt somit ein Problem dar.
Hochschule Wismar, Stand November 2013
Ein weiteres Problem stellen die noch festen Kopp-
[7] 3DZOHWWD 7 3DZOHWWD 6 0DOHW]NL * ,QWH
lungsbeziehungen innerhalb der übergeordneten Ro-
grated Modeling, Simulation and Operation of
botersteuerung dar. Diese bestimmen, welcher Roboter
High Flexible Discrete Event Controls. In:
als Master für einen anderen Roboter agiert.
Proc. of Mathematical Modelling MATHMOD
Einen Ansatz zur Lösung dieses Problems könnte der 2009, Argesim Report No. 35, Ed. I. Troch & F.
in [9] dargestellte reaktive Steuerungsansatz bieten. Breitenecker, Vienna, Austria, Feb. 11-13,
Dieser basiert auf einer deklarativen Beschreibung von 2009, 13 pages, ISBN 978-3-901608-35-3
einer Menge unterschiedlicher Steuerungsstrategien
[8] Schwatinski, T., Pawletta T.: An Advanced
mit sukzessiver Generierung temporärer Steuerungen.
Simulation Approach for Parallel DEVS with
Diese Art der automatischen Anpassung während des
Ports. In: Proc. of Spring Simulation Multi-
operativen Betriebs soll fortführend für die Interaktion
conference 2010, Book 4 - Symposium on
von Robotern untersucht werden.
Theory of Modeling & Simulation - DEVS,
Orlando/Florida, USA, April 11-15, 2010,
7 References 132-139, ISBN 1-56555-342-X
[1] $EHO'%ROOLJ$5DSLG&RQWURO3URWRW\
[9] Schwatinski, T.: Reaktive und aufgabenorien-
ping, Methoden und Anwendungen,
tierte Robotersteuerungen mit dem SES/MB-
Springer, 2006 ISBN 978-3-540-29524-2
Framework und dem SBC-Vorgehensmodell.
[2] 'HDWFX&6FKZDWLQVNL73DZOHWWD7 HS-Wismar, FG-CEA
DEVS Toolbox for Matlab®, Website 2013, (Entwurf zur Dissertation, Oktober 2013)
[Link]
[10] Schwatinski73DZOHWWD73DZOHWWD6
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Kaiser, C.: Simulation-based development and
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Hanser, 1998 ISBN 3-446-19468-1 ISBN 0-12-778455-1
208
2Simulate: A Distributed Real-Time Simulation Framework
Simulating large scale complex real-time systems requires enabling infrastructure for real-time co-simulation
of various subsystems with complex behaviors and interfaces. AVES (Air Vehicle Simulator) is a reconfigu-
rable flight simulator of the Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) for research into ro-
torcraft and fixed-wing aircraft behavior. Complex models of aircraft subsystems in AVES required a distrib-
uted real-time simulation framework. This paper presents 2Simulate, the enabling simulation infrastructure
of the AVES facility that facilitates integrating a wide range of models and simulation hardware and software
components. 2 Simulate is a unique simulation infrastructure being domain independent and methodology
neutral. Its three components, 2SimCC, 2SimRT and 2SimMC, provide various capabilities including simu-
lation control, task scheduling, model integration and hardware/software interfacing.
2 Simulation Frameworks
Simulating large-scale complex real-time systems
requires specific attention on the infrastructure that
Figure 1 DLR AVES
enables the real-time co-simulation of various subsys-
tems with complex behaviors and interfaces. The
While developing system simulations, composing simulation community has long been working on
various models of subsystems and integrating them tools and infrastructures that make reliable, maintain-
with the diverse tools and components that are re- able and extensible complex systems simulations
quired for the operation of simulation has always possible.
been a major technical challenge. The complex nature Huang and Sarjoughian [2] state that a separate effort
of the modelled subsystems and evolving require- to develop a methodology for simulation of complex
ments of the user community made this challenge real-time systems is required. They advocate utilizing
heavier for flight simulators. the system-theoretic modelling approach Discrete
Event System Specification (DEVS) [3] for simula-
209
2Simulate: A Distributed Real-Time Simulation Framework
tion modelling just as the Unified Modeling Lan- cific architectures for their particular problems. Do-
guage (UML) is used for software design. With main-specific frameworks always possess the devel-
RTDEVS/CORBA, Cho et al. introduced a real-time oper’s abstraction of the domain which may not fit all
distributed simulation infrastructure [4]. This infra- of their users’ needs.
structure provides services for time synchronization,
The simulation framework that is presented in this
message delivery, interfacing external systems and
paper, 2Simulate, neither enforces a modelling meth-
implementing real-time computations.
odology nor enforces a domain architecture. It pro-
About ten years before the RTDEVS/CORBA effort, vides various real-time simulation services via Appli-
Lee and his colleagues had already proposed one of cation Programming Interfaces (APIs), which do not
the first simulation frameworks, Ptolemy, for simulat- depend on the domain architecture or the modelling
ing heterogeneous systems [5]. Ptolemy aimed at methodology.
making use of object-oriented software technology to
model subsystems. It was a framework which pro- 3 2Simulate
vides a set of object-oriented class definitions with
2Simulate is a C++ real-time distributed simulation
standard interfaces. Thus, with generic objects more
framework. It is composed of three components,
specialized interoperable domain-specific objects can
namely 2Simulate Real-Time Framework (2SimRT),
be implemented.
2Simulate Control Center (2SimCC) and 2Simulate
In 1998, NASA published a domain-specific frame- Model Control (2SimMC). Figure 2 presents a simple
work for simulation of aircraft [6]. They introduced UML Component Diagram of 2Simulate.
LaSRS++, an object-oriented framework for develop-
ing real-time flight simulators. In this framework, a 2SimCC 2SimRT 2SimMC
set of abstract base classes is provided to interface the
modelled aircraft with the framework services. These
base classes include e.g. FlightSim that defines the Figure 2 Components of 2Simulate
initialization and execution of the vehicle model,
2SimRT is the core simulation framework of
World that provides a world to fly around, Hard-
2Simulate that provides deterministic scheduling and
wareControl that abstracts the hardware used in the
controlling of real-time tasks. It comes as Windows
simulation and Supervisor that cares about the real-
or QNX images (Libraries) and API header files. Any
time clock. Via LaSRS++ framework services one
simulation application that is based on 2SimRT is
can achieve real-time framing, simulation models
called a Target. Each Target runs various real-time
management like trim, hold, reset, and interfacing
tasks that are implemented utilizing the 2SimRT API.
with the I/O hardware.
These real-time tasks include model control tasks as
These three important approaches (DEVS, Ptolemy, well as a wide range of data connections to external
LaSRS++) each provide an infrastructure for simula- devices or components. 2SimRT also provides a
tion of complex real-time systems. While the first one Common Database to manage the data that flow
utilizes a domain-independent simulation formaliza- through the internal and external interfaces.
tion approach and expects its user to develop DEVS
2SimMC is the component that abstracts model inter-
models, the second one, Ptolemy, provides an object-
faces for 2SimRT. It works with MATLAB/Simulink
oriented approach for systems modelling. The third
[7], Advantage Framework [8] or native C++ models.
one, LaSRS++, provides a domain-specific solution.
Targets may have more than one model that they co-
However, there are two important issues about these
simulate over 2SimMC. It supports the real-time
approaches. First, simulation developers require flex-
operating system QNX and Windows. For native C++
ible frameworks so that they can utilize various
model development, users can employ 2SimMC via
methodologies for systems modeling. There is no
developing their models using it API. For
single methodology that satisfies all user require-
MATLAB/Simulink and Advantage Framework,
ments for modeling large and complex systems.
2SimMC is integrated automatically into the models
While power system modelers find bond graphs more
during the code generation process.
useful, flight systems modelers may like state flow
diagrams better. Second, Simulation developers re- 2SimCC is the component to configure the Control
quire frameworks to be flexible also in creating spe- Center for specific needs. It is a Windows executable
210
2Simulate: A Distributed Real-Time Simulation Framework
which can be customized via configuration files with TCPTask, a TCP communication. IPCTask is
called 2SimCC project files. Control Center can run, used for inter-process communication with other
pause or stop various Targets. Besides, it accesses the applications on the same machine. With IOTask, a
Target Data Dictionaries which can be defined as the 2SimRT user can connect to I/O interfaces like
data access mechanisms and enables presenting or switches or onboard computers and lastly the Model-
editing Target data at runtime. It can also enable user Task enables to run the models that are built to be
management to define and enforce user access rights. integrated into 2Simulate. There are more task types
whose properties and functions are mostly inherited
from these major tasks (see Fig. 5). As an example,
Control Center Target Model
1 1..* 1 * 2SimRT has an ARINCTask and a CANTask derived
from IOTask for these widely used communication
Figure 3 2Simulate Simulation Architecture protocols. As another example ConTask, that is used
to connect the developed 2SimRT application to
As presented in Figure 3, the simulation architecture
2SimCC, is derived from TCPTask. One can integrate
of 2Simulate has a Control Center that can control a
Simulink models and C++ models using Sim-
number of Targets which may co-simulate various
ulinkTask and CppModelTask that are derived from
Models and interacts with various external systems.
ModelTask. Last to mention, users can also extend
these tasks to create their own special tasks. A nice
example for that is WclsTask that is derived from
Control Center Target Model UDPTask to enable communication with the control
loading systems from Wittenstein GmbH. It imple-
ments a particular protocol for this subsystem in
AVES.
2SimMC
There are also simulation utilities like adding displays
or command line monitors and data injectors in
«signal» 2SimRT.
2SimCC 2SimRT Input Signal
TCPTask IOTask
«signal»
Task Output Signal
Common Database
UDPTask Modeltask
211
2Simulate: A Distributed Real-Time Simulation Framework
ify these data items. Users can also design and devel- The Simulink model can be used with 2Simulate after
op their indigenous data management routines. it has been converted into C++ code using Mathworks
Simulink Coder [11]. A part of the Simulink Coder is
4 Simulating a Quadrotor Using the Target Language Compiler. It is a specification of
2Simulate the code generation [12] utilizing so called system
target files, which can be customized for specific
Further details of 2Simulate will be presented by an needs. 2Simulate has such a set of customized system
example implementation that simulates a quadrotor.
target files. They embed 2SimMC into the model
This Quadrotor Simulator consists of an Operator code during the code generation. Thus, an auto-
Node that has a joystick for getting operator inputs, a
generated model is readily available for Sim-
virtual instrument panel that provides the user with a
ulinkTask.
primary flight display, a Visualisation Node that has
an out-of-the window image generator for simulating While developing the Simulation Node, a Simulink-
the camera on the quadrotor. It has a Simulation Node ModelTask is generated from ModelTask to interface
that runs the flight dynamics and control model of the the quadrotor model with 2Simulate. Below is a code
quadrotor and an Instructor Node that controls and extract that adds the SimulinkModelTask to the Simu-
monitors the simulator execution. The architecture of lation Node. The scheduling schema of the task is
this Quadrotor Simulator is depicted below. specified as Round Robin (TASK_SCHED_RR), the task pri-
ority is set to 30 (0 is the highest and 50 is the lowest)
Operator Node
- 2SimRT Instructor Node and the frame time is set to 10 milliseconds.
*Joystick - 2SimCC
*Primary Flight Display quadSimTask *pQuadST = new quadSimTask ( pTSim, "QUAD",
TASK_SCHED_RR,30, 10*iMSECtoNSEC);
quadSimTask ->setDesc( "Quadrotor Simulink Task" );
quadSimTask ->setPreProcCB ((void(*)(TSim *,TSimRtTask*))
Ethernet &pQuadrotorTSimSimulinkTask_CB );
Code 1. SimulinkModelTask
212
2Simulate: A Distributed Real-Time Simulation Framework
5 Conclusion
This paper presents 2Simulate, a distributed real-time
Code 3. Simulation Node Signal Specification simulation framework. With its components 2SimCC,
2SimRT and 2SimMC it furnishes its users with tools
2Simulate provides a Display utility to add a and services to simulate complex real-time systems in
2Indicate [13] display to its 2SimRT framework pre- a distributed fashion. As we identified that the basic
senting the signals that are specified in Common pitfall of various other simulation frameworks has
Database. VisualisationTask is a kind of UDPTask to been their dependencies either on a modeling meth-
picture the state of the simulated entity in a virtual odology or a domain architecture, our objective while
environment. It requires the spatial state of the entity, developing 2Simulate has been to create a simulation
i.e. latitude, longitude and altitude and sends this state framework that is independent of the domain archi-
to an OpenSceneGraph-based RealTimeImageGener- tecture and the modeling methodology.
ator [14] over UDP.
2Simulate is being employed as the underlying simu-
In Operator Node SimpleTask is used to collect joy- lation framework of AVES rotorcraft and fixed-wing
stick inputs from the user and Display is used to pre- simulators with great success. The authors plan to
sent a Primary Flight Display. Simulation Node em- extend the services and facilities of this infrastructure
ploys a VisualizationTask to drive the Visualization by supporting the commonly used distributed simula-
Node. tion standard IEEE 1516 High Level Architecture
[15,16,17] and the emerging independent model inter-
The last component to mention is the Instructor Node
facing standard Functional Mockup Interface [18].
which utilizes 2SimCC to control the whole simula-
tion (Fig. 8).
6 References
213
2Simulate: A Distributed Real-Time Simulation Framework
[6] R. Leslie, D. Geyer, K. Cunningham, P. Glaab, C++ code from Simulink and Stateflow
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214
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216
Control Strategies for Energy-Optimized Operation of Assembly Systems TN-1
Controller modifications offer possibilities to increase the energy efficiency of industrial plants. These
can easily be applied to plants under operation in contrast to constructional adaptations, which are often
economically risky after startup. To obtain such modifications, an appropriate model-based approach is
used. First the technically relevant units are modeled and the model is parameterized as well as verified
using measurement data collected at the real machine. Subsequently, a sensitivity analysis is conducted
via simulation to reveal the most relevant controller parameters concerning the energy consumption. In the
next step, the energy consumption can be optimized using an algorithmic approach varying these controller
parameters. Finally, measurements are performed for validation. This model-based approach is applied
to the demonstrator application of an assembly system. By integrating the identified modifications, the
energy consumption is lowered by about 40 % and as a further effect the machine cycle time is shortened
by up to 8 %.
217
TN-2 Control Strategies for Energy-Optimized Operation of Assembly Systems
218
Control Strategies for Energy-Optimized Operation of Assembly Systems TN-3
219
TN-4 Control Strategies for Energy-Optimized Operation of Assembly Systems
80
100
transferred to the simulation by using a PT2-element for
a low-pass filtering of the simulated volume flow. In ad- 80
dition to the parameters of the considered hydraulic line,
60
the filter parameters are determined via the optimization
procedure to reproduce the dynamic performance of the 40
sensor properly.
20
For the algorithmic optimization, the Matlab functions
mentioned above are applied. The objective function δ 0
0 0.2 0.4 0.6 0.8 1 1.2 1.4 1.6
t [s]
is defined as
Figure 5: Simulation results for one machine cycle.
220
Control Strategies for Energy-Optimized Operation of Assembly Systems TN-5
Simulation results: Sensitivity analysis concerning energy consumpt. E Measurement results: Energy consumption E related to default config.
221
TN-6 Control Strategies for Energy-Optimized Operation of Assembly Systems
E [a.u.], θ [a.u.]
consumption by 11.7 % while the simulation shows a
105
decrease by 8.2 %. By this modification, the control al-
gorithm is executed ten times more often per time in- 100
terval as in the default case. Thereby, needless energy 95
consumption is avoided. For example, a high pressure is 90
necessary to apply the force for pressing the rivet into the
85
metal sheets and this yields a high power demand. As
soon as this subprocess is finished, the according pres- 30 35 40 45 50 55 60
Fluid temperature T [°C]
sure is no more required and may be relieved, resulting Figure 8: Measurement results for the default sequential controller
in a significantly lower power demand. By the adapted configuration concerning the energy consumption and the machine cy-
PLC cycle time, the controller can detect more precisely cle time depending on the temperature of the working fluid. The tem-
perature values refer to the mean values of the measured temperatures
when the subprocess is finished and react accordingly, of the working fluid returning from the machine during the according
which shortens the interval where the high power is de- machine cycles and error bars show the 99 % confidence interval.
manded. In many cases, the soonest possible reaction to
changes in the process is desired and therefore, it is rea-
sonable to choose the shortest possible PLC cycle time
which does not affect the computational performance of
the controller.
Further controller modifications are related to different
valve switching conditions, the avoidance of unneces-
sary idle running of the pump as well as pressure build- centage points, but the cycle time is almost doubled in
up, and additional adaptations. comparison to the standard configuration. Thus, this
modification is mostly not suitable for the standard us-
In the next step, several different controller modifica- age of the assembly system being integrated into a pro-
tions, that have shown to be effective, are combined. For duction line. However, it might be used in cases where
combinations I and II, the energy consumption is low- short cycle times are not of concern, e.g., when parallel
ered by 28.6 % or even 39.6 %, respectively. working machines take longer to finish their job.
However, energy efficiency is not the only factor of rele- Different temperatures of the working fluid have been
vance for an operator of the assembly machine. Another evaluated as well and the results are plotted in Fig. 8.
crucial point is the machine cycle time as this consid- Related to the energy consumption, the effect predicted
erably influences the integration into a production line. by the model of a decreasing energy consumption with
As Fig. 7(b) shows, almost all presented modifications an increasing temperature is validated. An exponential
lead to a decrease in machine cycle time. Thereby, the curve fits well to the measurement data which confirms
reduction of the PLC cycle time shows the maximum the previously discussed correlation with the viscosity of
decrease. Compared to this, all combined modifications the fluid. This relation is also integrated into the compu-
yield a longer cycle time. A significant difference can tation of the fluid properties in the model. Furthermore,
be found from combination I to combination II, where the slightly decreasing machine cycle time at an increas-
the decrease in cycle time is 4.6 percentage points less. ing temperature indicates the relationship between fluid
On the other hand, the decrease in energy consumption is temperature and friction, too.
10.3 percentage points higher in the second case. Hence,
it seems reasonable to apply combination II because of To summarize, the combination of modifications II and a
the significantly higher energy efficiency. higher temperature of the working fluid than in the stan-
dard case have proven to be the most reasonable actions
The evaluated combination of modifications III shows a for the evaluated system in terms of energy efficiency
further decrease in the energy consumption by 5.0 per- and machine performance.
222
Control Strategies for Energy-Optimized Operation of Assembly Systems TN-7
5 Conclusion References
Suitable control strategies may significantly influence [1] T. Komenda and V. Malisa, “Energy consumption
the energy efficiency of industrial plants. It has emerged of production lines as a newly established factor of
that a model-based procedure can lead to controller optimisation,” Proceedings of the 14th International
adaptations which lower the energy consumption by Workshop on Research and Education in Mecha-
about 40 %. This approach offers the advantage of eas- tronics, pp. 212–215, 2013.
ily evaluating modifications via simulation and, further-
more, it allows the use of algorithmic methods. Often, [2] H. Bartusch, A. M. F. Alcalde, M. Fröhling,
multiple physical domains have to be considered to ob- F. Schultmann, and F. Schwaderer, Erhöhung der
tain models with sufficient accuracy and thus the Bond Energie- und Ressourceneffizienz und Reduzierung
Graph formalism is a well suited modeling tool for this der Treibhausgasemissionen in der Eisen-, Stahl und
task. Zinkindustrie. KIT Scientific Publishing, 2013.
The presented work refers to controller modifications of [3] M. Otter, K.-E. Årzén, and I. Dressler, “Stategraph –
existing plants. This strategy shows promising potential a modelica library for hierarchical state machines,”
to lower the energy consumption of machines that are Proceedings of the 4th International Modelica Con-
already under operation in an easily applicable way. ference, pp. 569–578, 2005.
[4] W. Borutzky, Bond Graph Methodology. New
York, USA: Springer, 2010.
Acknowledgments
[5] I. Alkov and R. Diekmann. (2013)
BondGraph library. [Online]. Available:
This work was funded by the European Union and the
[Link]
federal state of North Rhine-Westphalia, Germany.
[6] I. Alkov, R. Diekmann, and D. Weidemann, “A gen-
eralized power-based modelica library with applica-
tion to an industrial hydraulic plant,” Proceedings of
the 10th Modelica Conference, 2014, accepted.
[7] I. Alkov and D. Weidemann, “Nichtlineare
Modelle hydraulischer Komponenten zur en-
ergieflussbasierten Modellierung,” Tagungsband
ASIM-Treffen STS/GMMS, pp. 125–133, 2013.
223
224
Interdisziplinäre Optimierung der Energieeffizienz in
Fertigungsbetrieben mittels Co-Simulation
Zunehmend steigende Anforderungen sowohl an die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit als auch ökologi-
sche Nachhaltigkeit erhöhen die Notwendig keit für Maßnahmen zur Steigerung der Energ ieeffizien z in der
Produktionsindustrie. Einzelne Bere iche innerhalb von Produkt ionsbetrieben (Produktionssystem, Energie-
system, Gebäudehülle, etc.) lassen sich mithilfe von simulat ionsbasierten Methoden individuell analysieren.
Um allerdings zusätzliches Optimierungspotential zu erschließen, ist es notwendig die Grenzen von derarti-
gen Simulat ionen zu erweitern und auch dynamische Wechselwirkungen zwischen einzelnen Optimierungs-
feldern zu berücksichtigen. Die vorliegende Arbeit stellt einen Ansatz für eine interdisziplinäre Co-
Simu lation vor, bei dem für eine integrierte Gesamtsimu lation mehrere Simu lationsumgebungen gekoppelt
werden und quasi-parallel zur Laufzeit periodisch Daten austauschen. Damit können nicht nur verschiedene
Modellbeschreibungen, sondern auch speziell angepasste Berechnungsalgorithmen ko mb iniert werden. Die
technische Imp lementierung anhand einer Fallstudie eines metallverarbeitenden Fertigungsbetriebes zeigt ein
Anwendungsbeispiel. Ziel ist es ein Werkzeug zur strategischen Entscheidungsunterstützung in den frühen
Planungsphasen von Produktionsbetrieben zur Verfügung zu stellen, mit dem sich qualifizierte Vorhersagen
über den Ein fluss und finanzielle Auswirkungen von Energiesparmaßnahmen treffen lassen.
225
TN-2 Interdisziplinäre Optimierung der Energieeffizienz in
Fertigungsbetrieben mittels Co-Simulation
einem Co -Simulat ions-Framewo rk realisiert werden. Dieser Ansatz einer Co-Simu lation verspricht mehre-
Die großen Unterschiede in der zeitlichen Dynamik re wichtige Vo rteile: Vo m Standpunkt der Modellie-
der ein zelnen Teilsysteme (Zeitkonstanten im Bereich rung lässt sich jedes der Teilmodelle mit einer speziell
von ms bei Prozess- und Maschinenmodellen gegen- dafür geeigneten Modellbeschreibung (z.B. Differen-
über Stunden bei der Gebäudesimulat ion) stellt hier- tialgleichungen, datenbasiert, discrete event) in einer
bei eine der größten Herausforderungen dar und müs- dafür ausgelegten Simu lationsumgebung implemen-
sen entsprechend auch bei der Modellierung berück- tieren, was nicht nur Zeit bei der Modellu msetzung
sichtigt werden (z.B. Wahl der Zeitgranularität). spart, sondern auch in Bezug auf die nu merische
Simu lation effizientere Modelle liefert. Von Seiten
der nu merischen Berechnung lassen sich verschiede-
ne Algorithmen (z.B. ODE-So lver, Dateninterpolati-
on), die in den jeweiligen Simu lationstools ausgeführt
werden, ko mb inieren und auf die speziellen Bedürf-
nisse (z.B. Sch rittweiten, imp lizite vs. explizite Be-
rechnung) des jeweiligen Teilmodells bzw. deren
Dynamik anpassen. Die ein zelnen Experten können
außerdem n icht nur ihr bevorzugtes Simu lationstool
verwenden, sondern eventuell auch auf bestehende
Vorarbeiten (z.B. Modellbib liotheken) aufbauen, bzw.
Abbildung 1: M ethodischer Zugang mit Analyse und
M odellierung der einzelnen Handlungsbereiche, ge- wird die Weiterverwertung von entwickelten Model-
folgt von einer integrierten Gesamtsimulation. len erleichtert.
Für d ie Umsetzung einer Co-Simu lation ist u.a. ein
Einer Top-down-Sichtweise auf das Gesamtsystem
prototypisches Software-Framework (M iddleware)
folgend, werden im nächsten Abschnitt der Co-
als Open-Source Soft ware verfügbar, das vom La w-
Simu lations-Ansatz und das Software -Framewo rk
rence Berkeley National Laboratory an der University
präsentiert. Kapitel 3 beschreibt schließlich Aspekte
of California entwickelt wird [3]. Das sog. Building
der ein zelnen Teilmodelle.
Controls Virtual Test Bed (BCVTB) erlaubt eine
Laufzeitkopplung einiger in der Gebäudesimu lation
2 Co-Simulation gebräuchlicher Simu lationsumgebungen, u.a. Ener-
Der interdisziplinäre Zugang zur energetischen Ana- gyPlus, Dymo la und MATLAB. Der Datenaustausch
lyse von Produktionsbetrieben verlangt eine vorau s- für d ie Co-Simulat ion erfo lgt in BCVTB gemäß einer
gehende Formalisierung der Systemstruktur mit ihren Client/Server-Struktur zu vorab festgelegten Zeit-
Ko mponenten, Schnittstellen, Abhängigkeiten und punkten. Für einen Überb lick über die Soft ware-
charakteristischen Parametern. Die resultierende Architektur sei auf [3] verwiesen.
generische Systembeschreibung wird detailliert prä-
Mithilfe von BCVTB konnte eine prototypische Imp-
sentiert in [1]. Da derzeit kein vollständiges Simulat i-
lementierung der vorgestellten Gesamtsimu lation
onstool zur Verfügung steht, das eine Simulat ion des
technisch umgesetzt werden, das folgende Teilmodel-
gesamten Produktionsbetriebes mit ausreichender
le u mfasst: (1) MATLAB für datenbasierte Modelle
Ko mplexität, Detailgrad sowie Rechengeschwindig-
von Maschinen und Produktionssystem, (2) Dy mola
keit erlaubt, kann durch die Ko mbination von mehre-
für Modelle des Energiesystems und (3) EnergyPlus
ren Simu lationsumgebungen im Rah men einer soge-
für das Gebäudemodell. Dieses Framework erlaubt es
nannten Co-Simu lation (cooperative simulation)
schließlich verschiedene Szenarien zu evalu ieren für
bessere Ergebnisse liefern [2]. Dabei imp lementiert
tiefergehende Analysen verschiedener Energiespar-
jeder der beteiligten Simulatoren einen abgegrenzten
maßnah men und deren dynamischer Einfluss auf das
Teil des Gesamtsystems (z.B.: Fertigungsmaschinen,
Gesamtsystem. Durch die in der generischen Modell-
Energiesystem Gebäude) und tauscht zur Laufzeit
beschreibung klar definierten Schnittstellen lassen
periodisch Ein- und Ausgangsvariablen mit den ande-
sich individuelle Teilmodelle für einzelne Szenarien-
ren Simu latoren aus. Die zeitliche Synchronisation
rechnungen ersetzen ohne die Implementierungen der
und Kommunikation wird dabei meist von einer zu-
restlichen Systemteile zu beeinflussen.
sätzlichen Soft ware (sog. Middleware) koordiniert.
226
Interdisziplinäre Optimierung der Energieeffizienz in
Fertigungsbetrieben mittels Co-Simulation
3 Optimierungsfelder und Teilmodelle Co-Simu lation weiter in die Teilmodelle für Gebäude
und Energiesystem einfließen.
3.1 Prozess, Maschine und Produkti onssystem
Neue objektorientierte Modellierungsansätze für 3.2 Energiesystem
physikalische Systeme (z.B. Modelica, Simscape) Das Teilmodell fü r das Energiesystem beschreibt
erlauben es modulare und einfach erweiterbare Mo- sämtliche Ko mponenten für die Versorgung der Anla-
delle basierend auf wiederverwendbaren Modellklas- ge mit elektrischer sowie thermischer Energie, z.B.
sen zu entwickeln. Die zugrunde liegende akausale Pumpen, Kälteanlagen, Wärmepumpen, etc. Das
Modellbeschreibung mittels Energieflüssen bietet Modell berechnet den Primär- b zw. Endenergiebedarf
dabei die Möglichkeit Do mänenübergreifende Model- aus dem Bedarf der Produktionsanlage sowie des
le zu beschreiben, die z.B. elektrische, mechanische Gebäudes. Die interdis zip linäre Co-Simu lation stellt
und thermische Aspekte vereinen [4]. M ithilfe dera r- spezielle Anforderungen an die Modellimp lementie-
tiger Simulat ionsmodelle können z.B. detaillierte rung. Neben einer Simu lationsumgebung, die einen
Untersuchungen von Produktionsprozessen und Ana- Datenaustausch zur Laufzeit mit anderen Simulat i-
lysen der Energieflüsse innerhalb von Werkzeug ma- onstools zulässt, müssen auch ausreichende Rechen-
schinen durchgeführt werden [5]. geschwindigkeit und numerische Stabilität adressiert
werden.
Um allerd ings eine größere Anzahl an Produktions-
maschinen zusammen mit Aspekten von Gebäudehül- Die Imp lementierung der Modelle für das Energiesys-
le und Energiesystem simulieren zu können, ist es tem erfolgte in Dy mo la. Aufgrund der erwähnten
notwendig die Ko mplexität der verwendeten Maschi- Anforderungen wurde allerd ings anstatt einer akaus a-
nenmodelle zu reduzieren und sich auf die jeweilige len objektorientierten Beschreibung auf eine klass i-
Betrachtung relevanten Energieflüsse zu konzentrie- sche signalflussbasierte Modellbeschreibung zurück-
ren. Ein Ansatz dafür ist die Verwendung von verein- gegriffen. Die Modelle wurden validiert mittels Daten
fachten Parametermodellen mit einer deutlich gerin- von Prüfzeugnissen bzw. verfügbarer Literatur.
geren ze itlichen Auflösung (z.B. M inuten anstatt von
ms) und die Identifikation von energierelevanten 3.3 Gebäude
Parametern aus höher auflösenden Messdaten bzw. Ein weiteres Teilmodell beschreibt die geometrischen
anderen detaillierten Simulat ionsmodellen. Dazu und thermischen Aspekte der Gebäudehülle, welche
können beispielsweise der Energ ieverbrauch einer die Produktionsmaschinen und das Energiesystem
Maschine in verschiedenen Bearbeitungszuständen behaust, und berücksichtigt neben Wärmeeinträgen
gemessen und daraus Durchschnittswerte für Grund- von Maschinen, Personen, Beleuchtung und anderer
last, dynamischer Energ ieanteil sowie Bearbeitungs- technischer Ausrüstung auch Umwelteinflüsse (Au-
energie extrahiert werden. Zeitliche Anteile der jewe i- ßentemperatur, Wetter, etc.). Das Modell berechnet
ligen Energ ieniveaus lassen sich dabei aus detaillie r- aus dem Vergleich mit voreingestellten Temperatur-
ten Simulationen von Lastprofilen ein zelner Produk- werten (Soll-Werte) den resultierenden Heiz- bzw.
tionsprozesse ermitteln. In einer Ko mb ination dieser Kühlenergiebedarf.
beiden Methoden wäre es darüber hinaus außerdem Für die Modellimplementierung wurden Werkzeuge
möglich d ie beschriebene Parametrisierung während und Methoden des Building Information Modeling
der Simulat ion dynamisch anzupassen, indem ein (BIM) herangezogen, welche es erlauben im Zuge
analytisches Simu lationsmodell für einen kurzen einer integralen Gebäudeplanung neben den eigentli-
Zeitrau m außerhalb des Co-Simulat ions-Frameworks chen Geo metrieinformationen auch sämtliche rele-
ausgeführt wird (z.B. ein malige Simu lation von sich vanten Design- und Projektdaten digital zu verwalten.
wiederholenden Produkt ionsprozessen) und aus den
Resultaten aktuelle Parameterwerte für die Co-
Simu lation ext rahiert werden.
4 Anwe ndungsbeispiel
Im Rah men einer realen Fallstudie konnte das entwi-
Die Imp le mentierung der Modelle für Produktions- ckelte Simu lationswerkzeug im Planungsprozess
prozess und Maschinen erfolgte mittels MATLAB
eines neuen Fabrikgebäudes inkl. Bürobereich für
und Excel. Dieses Modell berechnet den Energiebe- einen metallverarbeitenden Fertigungsbetrieb einge-
darf, Wärmeeintrag in die Umgebung sowie rückge- setzt werden (ca. 500 Beschäftigte, 48 Werkzeug ma-
winnbare Wärmemenge, welche schließ lich über die schinen, 8 M io. kWh jährlicher Energieverbrauch).
227
TN-4 Interdisziplinäre Optimierung der Energieeffizienz in
Fertigungsbetrieben mittels Co-Simulation
Ein bereits vorhandener Maschinenpark soll dabei Produktionsanlagen im operativen Betrieb energe-
weitgehend übernommen und an einen neuen Stan d- tisch überwacht, gesteuert und deren Energie-
ort transferiert werden, welcher neben einem flexib- verbrauch prognostiziert werden kann. Damit soll es
len Layout auch hohe Anforderungen an Energieeff i- möglich werden optimierte Betriebsführungsstrate-
zienz stellt. gien abzuleiten unter Berücksichtigung des Zusam-
menspiels zwischen Produktionsbedarf, Energiebe-
Der vorhandene Maschinenpark bestehend aus Bear-
darf und Verfügbarkeit.
beitungszentren, Härteöfen und Laserschneidanlagen
wurde mit Hilfe von umfangreichen Mess - und Pro-
duktionsdaten sowie Detailberechnungen einzelner Danksagung
Ko mponenten als datenbasiertes Modell abgebildet Diese Arbeit wird unterstützt durch den österreichi-
und validiert. Detailsimu lationen von neun verschie- schen Klima - und Energiefonds im Rah men des For-
den Szenarien der Gebäudehülle gepaart mit ange- schungs- und Technologieprogramms e!M [Link]
passten Luftwechselraten und Beleuchtungs - bzw. (FFG Projekt Nr. 3687399). Die Autoren bedanken
Verschattungsstrategien lieferten Aussagen über die sich bei allen akademischen und Industriepartnern für
hinsichtlich Heiz- und Kühlenergiebedarf beste Vari- ihre M itarbeit.
ante [6]. Für das Energiesystem wurden drei unter-
schiedliche Szenarien defin iert und mittels Co- Referenzen
Simu lation verglichen. Eine anschließende Bewer-
[1] I. Leobner, G. Neugschwandtner, K. Ponwei-
tung der Resultate nach ökonomischen sowie ökolo-
ser und W. Kastner. Energy efficient producti-
gischen Gesichtspunkten lieferte schließlich Anhalts-
on – a holistic modellin approach. Tagungs-
punkte für entsprechende Investmententscheidungen.
band World Congress on Sustainable Techno-
logies, S. 73-78, 2011.
5 Fazit
[2] C. Brecher, M. Esser und S. Witt. Interaction
Die beschriebene Co-Simu lat ion stellt ein anwendba-
of manufacturing process and machine tool.
res Werkzeug dar für die ganzheitliche Untersuchung
CIRP Annals – Manufacturing Technology,
und Vorhersage des Energiebedarfs von Produktion s-
58(2):588-607, 2009.
betrieben in den frühen Planungsphasen. Das Anwen-
dungsbeispiel zeigt, dass dieser Ansatz hilft die A b- [3] M. Wetter. Co-simulation of building energy
hängigkeiten zwischen den einzelnen Te ilsystemen and control systems with the Building Controls
hervorzuheben und so zusätzliches Optimierungsp o- Virtual Test Bed. Journal of Build ing Perfor-
tential zu erschließen. Beispielsweise konnte in dem mance Simu lation, 4(3):185-203, 2010.
Beispiel gezeigt werden, dass die Menge an rückge-
[4] B. Hein zl, M. Landsiedl, N. Popper, A. Di-
wonnener Energie aus der Maschinenabwärme nicht
mitriou, F. Dü r, F. Bleicher, C. Rein isch und F.
nur durch das zur Verfügung stehende Potential aus
Breitenecker. Object-oriented mu lti-do main
der Produktion, sondern vor allem durch die Kapazi-
modelling of machine tools: a case study. Ta-
tät des aufbereitenden Energiesystems bestimmt wird.
gungsband 24th European Modeling and Si-
Der Ansatz der gekoppelten Simu lation stellt alle r-
mu lation Sy mposiu m, S. 471-476, 2012.
dings auch spezifischen Anforderungen und die integ-
rierten Teilmodelle. Parameterbasierte Modelle kön- [5] B. Hein zl. Ob jektorientierte Mu lti-do main
nen hier helfen die Lücke zwischen Genauigkeit und Modellierung und Simu lation von Werkzeug-
Vereinfachung zu überbrücken. Die Vereinheitlichung maschinen, Dip lo marbeit, TU Wien, Öster-
der unterschiedlichen Zeitgranularitäten stellt hier reich, 2012.
eine der größten Herausforderungen dar.
[6] I. Kovacic, K. Orehounig, A. Mahdavi. F.
Bleicher, A. Dimitriou und L. Waltenberger.
6 Aus blick Energy efficient production – interdisciplinary
Aufbauend auf bisherigen Erkenntnissen versuchen systemic approach through integrated simula-
aktuelle Arbeiten in Zusammenarbeit mit Industrie- tion. Strojarstv, 55 (1) 17-34, 2013.
partnern eine ganzheitliche Methodik und eine Soft-
ware-Tool-Kette zu entwickeln, mit Hilfe derer basie-
rend auf Simu lationen und aggregierten Realdaten
228
A MODELICA BASED
LITHIUM ION BATTERY MODEL
MOTIVATION
Modelica library
for batteries
229
BATTERY LIBRARY
determine
aging aging
effects calendaric,
cyclic aging
of the
thermal battery
calculate
0D, 1D
thermal
load
electric
R-RC, R-L-RC, …
LIBRARY CONTENTS
• Examples (ISO-Norms ready to use)
• Cells
table-based
equation-based
calendaric and cyclic aging
• Packs
discretized and scaled
thermal models for housing and heat
transfer
• Controllers
blocks for current, power and
temperature control
230
ELECTRIC MODEL
Equivalent electric circuit
Discharge curve
charge
transfer and
current = 0 A current = 1C-rate diffusion
double layer
ohmic
voltage
ohmic voltage drop
drop
voltage
time
figure adopted from „Moderne Akkumulatoren richtig einsetzen“ by [Link] and [Link]
THERMAL MODEL
• Heat loss mainly due to Joule
effect
• Heat capacity and conductivity
PV are calculated based on material
properties and geometry
• Conditional heatPorts: where is
heat transferred?
1
2 • Simple heat transfer correlations
for convection and radiation
n_y
231
AGING MODEL
calendar
aging
• Replaceable generic
aging models
I,T,
• Parameters based on
cycle
SOC detector
measurement data
cyclic
aging • Detects start/end of
cycle
• Calculates aging
factors with mean
values for DOD, I,T,OCV
Source: [Link]
AUTOMATIC PARAMETRIZATION
T in K SOC in % I in A Ri in mΩ • inner resistance
t1 t2 t3 t4 • constant current
• .txt-format
• one set of parameters for
each measurement
turn measurement
optimizeBattery2RC() data automatically
based on Optimization Library (DLR)
into lookup tables
232
BATTERY PACKS
Scaled:
• One instance of cell model = same
temperature, SOC, initial values
throughout pack
• Scaled outputs
• Fast
• Use case: mileage or lifetime
calculation
Discretized
• Array with [n_x,n_y] cells with housing2D
individual states
• Conditional heat transfer inbetween
cells via pins or cell wall
• Use case: design of thermal
management system
number of cells
Typical layouts can be 1,1 2,1
233
EXAMPLE: NEDC OF EV
1.0 1.0005
0.8 0.9995
0.9990 T_Start=35°C
0.7
0.9985
0.6
0.9980
0.5
0.9975
0.4
0.9970
0.3
0.9965
0.2
0.9960
0.1 0.9955
0.0 0.9950
0 500 1000 0 500 1000
Time in s Time in s
EXAMPLE: NEDC OF EV
Thermal behaviour of cell
5000 26.0
4500
25.8
4000
3500 25.6
3000
25.4
2500
2000 25.2
1500
25.0
1000
500 24.8
0
24.6
-500
0 500 1000
Time in S 0 500 1000
Time in s
234
CONCLUSION
• Library for multiphysical aspects of battery packs
and cells
• High variability of modeled effects and modeling
depth
• Customer friendly library structure
• Calculates mileage, SoC, SoH, temperature
• Compatible to other Modelica libraries
Contact:
[Link]@[Link]
[Link]@[Link]
235
236
Untersuchung eines alternativen Aktorkonzepts für aktive Bedienelemente auf Basis von Open-Source
Simulationsprogrammen
Komplexer werdende Systeme erfordern immer häufiger den Einsatz von aktiven X-by-Wire Bedienelemen-
ten, um den Bedienern Informationen direkt beim Betätigen über den haptischen Sinneskanal zu übermitteln.
Diese Art der Informationsübertragung, ohne akustisches und visuelles Feedback an den Nutzer, erfordern
eine störungsarme Aktorik sowie ausreichend Stellmoment. Das Paper beschreibt die Analyse einer perma-
nenterregten Synchronmaschine (PMSM) aus der professionellen Luftbildfotografie hinsichtlich der Taug-
lichkeit als aktiver Drehschalter. Der High-Torque-Motor in Außenläuferausführung wird mit einer magneti-
schen Finite-Elemente-Methode (FEM) hinsichtlich des Nutz- und Nutrastmoments untersucht und den
psychophysikalischen Schwellwerten gegenübergestellt. Im Anschluss wird kurz auf den aktuellen Stand der
Entwicklung eingegangen.
1 Einleitung und Hintergrundwissen Diese Aktorik besteht zurzeit primär aus DC-
Motoren, die nur kleine Momente aufzubringen kön-
In vielen technischen Bereichen werden heutzutage
nen und so den Nutzer auf seine Fehlbedienung hin-
Systeme, welche früher mechanisch mit dem dazuge-
weisen. Der aktive Momentenbereich liegt hier bei
hörigem Bedienelement gekoppelt waren, für eine
bis zu 0,06Nm [1][2][3]. Diese aktiven Bedienele-
Bauraum- und Gewichtsreduzierung entkoppelt und
mente werden heutzutage fast ausschließlich bei der
elektronisch angesteuert. Die X-by-Wire Strategie
Infotainmentsteuerung im Kfz eingesetzt.
führt dazu, dass Systemzustände nicht mehr direkt an
den Nutzer über den taktilen Sinn übertragen werden Das Ziel ist es, größere Momente als bisher bereitzu-
können. Dieser Verlust von haptischen Informationen, stellen, damit auch Primärfunktionsbedienelemente
kann ohne Kompensation dazu beitragen, dass der mit einer ‚stärkeren‘, rein aktiven Haptik eingesetzt
Benutzer eines Systems Zustände falsch interpretiert werden können. Darunter ist zu verstehen, dass keine
und falsche Entscheidungen trifft. konventionelle, passive Kombination aus Feder und
Nut-Konturscheibe verbaut werden soll, sondern der
Um den direkten Informationsfluss der Systemzu-
Momenten-Drehwinkel-Verlauf (Abbildung 2) von
stände zum Bediener wiederherzustellen, kommen
einem aktiv geregelten Moment erzeugt wird.
immer häufiger aktive Bedienelemente zum Einsatz.
Diese gewünschte Funktionalität der Betätigungsein-
richtungen erfordern mindestens einen Aktor, um
elektronisch eingreifen zu können (Abbildung 1).
237
Untersuchung eines alternativen Aktorkonzepts für aktive Bedienelemente auf Basis von Open-Source
Simulationsprogrammen
Gewicht 98g
Abmessungen 45mmx25mm
Widerstand 12.4Ω
Windungszahl 120 turns
Cu-Querschnitt 0,023mm² Abbildung 4. Ausgewählter Motor
Hersteller iFlight
Bauweise 24N22P 3 Technische Untersuchung des
Kamera-Gewicht 600-1200g GBM4108-120T
Zur Untersuchung des Motors wird dieser in die
Tabelle 1. Eigenschaften des GBM4108-120T FEM-Software FEMM 4.2 eingeben. Hierzu mussten
die Herstellerangaben um weitere Informationen
Die spärlichen technischen Daten der Hersteller er- erweitert werden.
möglichen keine direkte Vergleichbarkeit. Dies gilt
auch für die Vergleichbarkeit innerhalb der Produkt- 3.1 Eigenschaften der Wicklung
palette eines Herstellers. Einzig über das mögliche Die elektrischen Eigenschaften des Motors werden
Kamera-Gewicht und die Motordimensionen können vom Hersteller kaum beschrieben. Aus der Modellbe-
238
Untersuchung eines alternativen Aktorkonzepts für aktive Bedienelemente auf Basis von Open-Source
Simulationsprogrammen
239
Untersuchung eines alternativen Aktorkonzepts für aktive Bedienelemente auf Basis von Open-Source
Simulationsprogrammen
3.4 Ergebnisse der FEM-Analyse und Validie- eine weitere Steigerung des Moments.
rung Wie in Abbildung 10 zu sehen ist, weist der Motor ein
Die einfachste zu validierende Größe aus der FEM- errechnetes Nutrastmoment mit einer Amplitude von
Analyse ist die induzierte Spannung. Hierzu wird der ͲǡͲͲͲͳܰ݉ auf. Dies ist ein sehr geringer Wert im
Motor mit etwa 1050 U/min angetrieben und mittels Verhältnis zum Nutzmoment.
eines Speicher-Oszilloskops die Spannung zwischen
zwei Außenleitern aufgezeichnet. Abbildung 8 zeigt
den direkten Vergleich zwischen der gemessenen und
der errechneten induzierten Spannung.
240
Untersuchung eines alternativen Aktorkonzepts für aktive Bedienelemente auf Basis von Open-Source
Simulationsprogrammen
241
Untersuchung eines alternativen Aktorkonzepts für aktive Bedienelemente auf Basis von Open-Source
Simulationsprogrammen
Das Drehfeld des Motors wird über eine feldorientier- Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese
te Regelung (Field Oriented Control, FOC) in dem Art der Motoren eine Lücke zwischen den klassi-
geschlossenen Regelkreis geregelt. So läuft der Motor schen DC-Motoren und den Schrittmotoren schließen.
immer bei optimalem Drehmoment und arbeitet ener- Es ist zu hoffen, dass die Hersteller sich über das
gieeffizient. In Abbildung 14 wird ein Überblick über Potenzial ihrer Antriebe bewusst und diese auch mit
die hierfür verwendeten Transformationen gegeben. guten, belastbaren technischen Daten hinterlegen
werden. Es ist vorstellbar, dass diese Miniatur-High-
Torque Motoren für eine Vielzahl anderen Antriebs-
aufgaben eingesetzt werden können.
6 Referenzen
[1] Bubb H., Mauter G. Wild J., Reisinger J.: Hap-
tical feeling of rotary switsches, Proceedings
of Euro haptics2006 (EHC2006), p49-55, 3-
6.7., Paris, France, 2006
[2] Jandura L., Srinivasan M.: Experiments on
Human Performance in Torque Institute of
Abbildung 14. Umsetzung der feldorientierten Rege- Technology, Cambridge, 1994
lung
[3] Anguluelov N.: Haptische und akustische
Der Stromregeltask läuft Interrupt gesteuert mit Kenngrößen zur Optimierung der Wahrneh-
36kHz und liegt somit deutlich außerhalb dem vom men von Schaltern und Bedienfeldern für den
Menschen wahrnehmbaren Frequenzbereich. Kfz-Innenraum, Dissertation 2009, technische
Universität Dresden
Die gesamte Elektronik findet auf einer runden Plati-
ne mit einem Durchmesser von 45mm Platz und passt [4] [Link] [Link] [Link]
so direkt unter den Motor (Abbildung 15). Auf dem [Link]/teile-zubehoer/sonstiges-1/brushless-
Wellenende (nicht sichtbar) ist zur Positionsmessung [Link]
ein diametral-magnetisierter Magnet befestigt, wel- (22.01.2014)
cher mittig über einem 14Bit Hall Encoder dreht.
[5] iFlight Model Limited [Link]
Die Low-Level-Programmierung der Clark-Park- [Link]/product/iPower-Brushless-Motor-
FOC-Regelung ist abgeschlossen. Die Haptikrege- iPower-GBM-Series-iPower-GBM4108-
lung sowie die Validierung der Simulationsergebnisse [Link] (22.01.2014)
stehen noch aus. Erste Tests bei der Inbetriebnahme
[6] Online Wicklungsrechner [Link]
sehen sehr vielversprechend aus.
dev/test2/ (22.01.2014)
[7] Kern T.A., Matysek M., Merkel O., Rausch J.:
Entwicklung haptischer Geräte, Springer Ver-
lag, 2009
242
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
A python-based software tool is developed to compare different hybrid propulsion systems for railway vehicles.
The tool allows for an automated parameterization of multiphysical 1D railway vehicle simulation models. Three
different power transmission technologies are available as models (diesel-hydromechanic, diesel-hydrodynamic
and diesel-electric) and can be linked with three type of energy storage systems based on batteries, double-layer
capacitors or flywheel technology. Two types of service profiles can be loaded to the simulation model (suburban
and regional) and an optimization routine secures that the vehicle simulation models drive according to pregiven
timetables. With the help of the software tool, the fuel saving potential of a hybrid two-coach Siemens Desiro
Classic on a regional service profile and a hybrid two-coach Bom Sinal Mobile 2 on a suburban service profile is
investigated. Detailed LCC analyses show the savings which can be achieved with each type of storage system
for the hybrid Bom Sinal Mobile 2 rail vehicle with a hydromechanic DIWA transmission.
243
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
Characteristics Unit State of the art against each other with logarithmic scales. By divid-
ing both values, one obtains straight lines showing
Nominal Voltage [V] 2.3 - 3.8 the times needed for a complete discharge of the
Gravimetric/ volumet- [Wh/kg] 150 energy storage. It shows the huge advantage as well
ric energy density [Wh/l] 250 as disadvantage of DLCs. On the one hand a high
power output can be achieved, but on the other hand
Gravimetric/ volumet- [W/kg] 3000 only for a short period of time in the range of 10 – 15
ric power density [W/l] 4200 seconds.
C-Rate - Continuous / [-] 5.8
Peak 10s 12.2
244
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
simulations in this paper. One example for its use is Voltage [V] 550 V – 750 V
the hybrid bus Solaris Urbino 18 with a DIWAHybrid
Rotor Material Carbon Fibre / Epoxy Resin
gearbox by Voith [9].
Rotor Diameter 700 mm
Flywheels
Maximum Speed 25000 r/min
In a flywheel energy is stored by accelerating a rotor
to a high rotational speed of up to 60.000 rpm [11]. Minimum Speed 12500 r/min
By decelerating the rotor with the help of an electric Type of Motor Synchronous motor
generator or a hydraulic pump, the rotational kinetic
energy can be transformed to either electric energy or Life 20 years
hydraulic pressure. Modern flywheel systems use Working Tempera- -40°C to 60°C
rotors made up of carbon fibres, two exemplary fly- ture Range
wheels by Porsche and Ricardo are shown in Figure 1900 x 1625 x 1080 mm
ESS Dimensions
4. In order to increase the efficiency of flywheel en-
Mass including car- 1300 kg
ergy storage systems, modern developments try to
reduce friction losses as far as possible by evacuating rying frame
the chamber in which the rotor is spinning. Another Table 2. Technical Data of the Alstom Coradia
means is using almost frictionless magnetic bearings LIREX® Storage Flywheel [13]
which require a sophisticated control system.
3 Train Vehicle Simulation Models
Figure 5 shows the schematic representation of a train
vehicle and the different subsystems which have to be
available as submodels within a simulation tool in
order to perform a drive cycle simulation. The differ-
ent subsystems are modelled with the multi-domain
1D simulation tool LMS [Link] AMESim.
Figure 4. Examples for Flywheels used by Porsche Mode of Energy Storage System
(left) and Ricardo (right) [11,12] Operation ESS
245
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
SG34 [km/h] Shifting speed 3-4 gear Figure 7. AMESim Simulation Model of Voith DIWA
Transmission
lambda_nue [-,-] converter λ vs. ν table
Mue_nue [-,-] converter μ vs. ν table As already mentioned above, in the first gear the
DIWA transmission uses a torque converter in combi-
Table 3. DIWA Transmission Parameters nation with a mechanical gear to transmit power. In
246
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
terms of hybridization of the gearbox, this means that Figure 9 shows a screenshot of the main GUI of the
the necessary electric motor is connected to the sec- Python based simulation tool named “Voith Turbo
ondary side of the gearbox. Otherwise, no brake en- Rail Simulation Tool” and the different functions of
ergy could be recuperated in the first gear because the the user interface. They can be divided into the main
torque converter can only transmit power in one di- sections “vehicle and track configuration”, “simula-
rection from primary to secondary side of the gear- tion options”, “LCC analysis”, “plotting options”,
box. The following Figure 8 highlights the type of “console” and “save/load results” of which the first
parallel hybrid configuration used for railway vehi- three will be explained in the following sub sections
cles with a DIWA transmission in this work. This has 4.1 to 4.3 The “console” is showing the most im-
the advantage that during energy supply and brake portant results during a simulation run and the current
energy recuperation the power of the ESS doesn’t progress. In the “save/load results” the user can store
have to be transmitted via the gearbox, on the other the simulation results after a run or load results from
hand high torques are required by the electric motor old runs. “Plotting Options” let the user display simu-
because the ratio of the transmission is not used. lation results.
247
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
Speed [km/h]
80
parameters pop up window.
60
In a second step a diesel engine has to be chosen, 3 40
engine sizes from 6 cylinders in line up to a V12 20
engine with 5 different power outputs ranging from 0
0 10 20 30 40 50 60 70
338 kW up to 730 kW are available. The third step is
120
the power transmission selection. Three different
100
types are available: DIWA transmission, automatic
Speed [km/h]
transmission and diesel-electric transmission. Upon 80
80
60
40
20
0
Figure 12. Li-Ion Battery Parameters Pop-Up Window
0 10 20 30 40 50 60 70
Distance [km]
In a final step, the track on which the train vehicle is
going to operate has to be chosen. Three different Figure 14. Altitude Profile for the CleanER-D Track
Regional Service Profile [15]
choices can be made. The track “CleanER-D Subur-
ban” corresponds to a typical suburban service profile
The user of the tool can choose if the return journey
with a track length of 40 km, 12 station stops and a
on the selected track shall be considered in the simu-
maximum speed of 120 km/h, the track “CleanER-D
lation run. If this is the case, the vehicle makes a
Regional” corresponds to a regional service profile
20 minute station stop in the final station before re-
with a track length of 70 km, 14 station stops and a
turning to the start station. The time corresponds to a
maximum speed of 140 km/h.
typical train vehicle operator’s break based on experi-
ences by Voith Turbo.
248
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
4.2 Simulation Options the end as at the start station. This means that no
After the vehicle and track selection, the options for external charging is necessary at the final station.
the simulation run have to be chosen. Therefore dif- Therefore the same linear interpolation as described
ferent options are available (see Figure 15). before for the optimization of the coasting factors is
used, with SOC at the end of the simulation being the
target variable instead of the driving time. But this is
only valid for a battery ESS, for the DLC and fly-
wheel it is assumed that the ESS is empty at the start
and therefore a balanced ESS SOC is not necessary.
Figure 15. Drive Cycle Simulation and Optimization
Options
When “Allow for Discharging” is chosen, the factor
boost remains unchanged and the battery can have a
The first two options are concerning the driving style lower SOC at the final station stop compared to the
of the vehicle: All out or timetable. All out is meaning start station. Another option is the check button
that the vehicle operator travels on the track as fast as “Compare with Standard Vehicle”. Upon selection the
possible, in this mode no coasting phases are used hybrid vehicle will be compared with the non-hybrid
and the fuel consumption is highest. In the other version. In order to execute a LCC analysis after the
mode timetable simulation, the virtual driver sticks to run, this option has to be selected, because otherwise
the given timetable of the selected service profile. By no information about the fuel benefits is available. In
changing the length of the coasting phases in front of order to check if the vehicle configuration delivers
reference speed changes or before braking to a station satisfactory results without having to simulate a
stop, the vehicle time is adopted. Therefore, as a first whole service profile, the end section of the track can
step a simulation is conducted where the vehicle also be defined before a simulation run. When e.g.
drives as fast as possible on the track and the driving end section is set to 1, only the route from the start
times for the different track sections (incl. return station to the first station stop will be simulated. The
journey if selected) are stored in a vector called time- user can then have a look at the simulation results and
ZeroVect. After that, the driving times for the track see if the vehicle behaves as expected in terms of e.g.
sections are optimized one after another. Once the acceleration, fuel consumption or top speed.
optimization reaches a time deviation of 1 second
4.3 LCC Analysis
compared to the timetable time, which is stored in the
vector Time, the next section is optimized and the A LCC (life cycle costs) analysis is a very important
timetable time of the section is adopted in regard to feature to investigate the return on investment time of
the last time deviation. a hybridisation of a railway vehicle. In order to con-
duct the analysis, in a first step a simulation run with
For the optimization a linear interpolation approach is a comparison of the standard vehicle has to be done.
used. Therefore the driving time for the fastest driv-
ing style, where coasting_1 and coasting_2 are set to
1, is compared with the driving time where coast-
ing_1 and coasting_2 are set to 5. After every linear
interpolation the new factors are stored in a vector
coast1vect. The new factors coasting_1 and coast-
ing_2 for the optimization step n+1 are then calculat-
ed with the following formulae 1 and 2.
௦௧ଵ௩௧ሾିଵሿήሺ௧௧ሾሿି்ሾሿሻି
௦௧ଵ௩௧ሾሿήሺ௧௧ሾିଵሿି்ሾሿሻ
ܿ ͳ̴݃݊݅ݐݏܽൌ
௧௧ሾሿି௦Ǥ௧௧ሾିଵሿ
(1)
249
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
After the simulation run, a pop-up window for the ଵ ௧ ଵ
ܶாௌௌವಽ ൌ ή ή (3)
ேೠೞ ଷ ௧ೀ
LCC analysis can be opened. The user has to provide
several input data which will be described hereafter:
Flywheel
x Vehicle operation hours per year [h]: The cumu- The lifetime of a flywheel is very hard to estimate,
lated time the vehicle operates in a whole year. since it mainly consists of mechanical parts and de-
For railway vehicles the value is usually in the pends on the material, bearings and other components
range of 2500 to 3500 hours. used in each individual case. In order to have a first
x Fuel Price [€/ltr]: The current diesel fuel price. estimation, the same formula as for the DLC is used,
x Annual fuel price increase [%]: Because of the with 1,000,000 possible cycles.
limitation of oil resources, the fuel price will in-
ଵ ௧ ଵ
crease in the coming years. This factor describes ܶாௌௌಷೈ ൌ ή ή (4)
ேೠೞ ଷ ௧ೀ
the annual increase.
x ESS first costs [€/kWh]: The price of the energy Battery
storage system without the other hybrid compo-
The chemical deterioration processes of a battery
nents (e.g. electric motor and power electronics)
have many influences such as temperature, charge
x Hybrid components costs per PowerPack [€]:
and discharge currents and calendaric ageing. After
The price of the hybrid components per Power-
discussions with battery experts, it was decided to use
Pack (e.g. for electric motors and power electron-
a rainfall-counting algorithm for the ageing of the
ics)
battery. The origin of this approach lays in fatigue
x ESS replacement costs [€/kWh]: The LCC analy-
analysis and is defined by Standard ASTM E1049. A
sis is calculating the expected lifetime of the en-
python script can be found in [16] and was integrated
ergy storage system. Since the price for ESS is
in the simulation tool. The rainflow-counting algo-
expected to drop in the coming years, the user
rithm calculates the number of cycle and half cycles
can insert a new price for the replacement.
depending on pregiven DOD ranges for the battery
x ESS recycling costs [€/kWh]: In case a country is SOC curve. In the following Figure 17 an example
asking for a charge for recycling of an ESS, this for a SOC curve from the simulation is shown.
value can be entered here.
x ESS maintenance costs per PowerPack [€/year]:
The price for the replacement of parts or other
system checks can be entered.
After the user has entered the above mentioned data,
the LCC analysis is conducted by activating the
“Run” button and the field for the expected lifetime
of the ESS, the fuel savings per year in [€] and the
overall fuel costs per year for the hybrid vehicle in [€]
are filled out.
The calculation of the ESS lifetime T ESS is depending Figure 17. Example for a SOC Curve of a Battery dur-
ing a Simulation Run
on the type of technology used:
When the algorithm is applied to the curve, the fol-
DLC
lowing results are obtained (see Table 4).
One of the main advantages of DLCs are their ex-
tremely high cyclic lifetime. For the ESS lifetime, a Range [DOD] NC_used NC_possible NC_used /
total number of 1,000,000 cycles is used according to NC_possible
[10]. The cycles in the simulation are summarized
90.00 to 100.00 0 2168 0
independent on the DOD. With the journey time (sec)
for one simulation tdc, the number of cycles during 80.00 to 90.00 0 2583 0
this journey NC_used and the vehicle operation hours 0 3146 0
70.00 to 80.00
per year tOp_h, the DLC ESS lifetime TESS_DLC in [a] is
calculated with the following formula. 60.00 to 70.00 0 3942 0
250
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
50.00 to 60.00 0 5128 0 an idea about the investment costs and amortisation
time for each individual use scenario.
40.00 to 50.00 0 7034 0
Where a and b are variables which greatly influence 5.1 Siemens Desiro Classic Vehicle Parameters
the characteristic curve and are usually determined
experimentally by battery manufacturers. In this Around 320 of these vehicles (see Figure 19) are
work, after discussions with ESS experts at Voith, a currently in service in Germany.
conservative approach has been used for both values
with a = 2000 and b = -1.575 according to [17]. This
means that 2000 full charge/discharge cycle are feasi-
ble with the battery until reaching the EOL criteria.
The number of possible cycles for each DODmean is
also shown in Table 4. With this information, the
overall lifetime of the battery TESS_bat in [years] can be
calculated with the following formula.
Figure 19. Siemens Desiro Classic
ିଵ
̴ೠೞ ೕ ௧ ଵ
ܶாௌௌಳೌ ൌ ቈσୀଵ ቆ ቇ ή ή (6) The considered configuration will be powered by two
̴ೞೞ್ ଷ ௧ೀ
ೕ PowerPacks, both using a 360 kW diesel engine with
In order to give a graphical representation of the LCC a six-speed hydromechanic power transmission by
costs, the user can generate a bar chart showing the ZF. Table 5 shows the main parameters of the vehicle
costs of the hybrid components. This gives the user used for the simulation. The vehicle has a top speed
251
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
5.2 Bom Sinal Mobile 2 Vehicle Parameters When a battery ESS is used for the hybrid railway
vehicle simulation models, for each use case in sec-
The second train vehicle under investigation is a two-
tions 6.1 and 6.2 the boost factor is optimized to
coach Bom Sinal Mobile 2 (see Figure 20). It is a
achieve a balanced SOC of the battery at the end of
two-coach vehicle typically used in South America
the simulation run.
for public transport between smaller cities and subur-
ban areas.
6.1 Results for two-coach Siemens Desiro
252
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
cording to Figure 14. Compared to the standard vehi- 7 LCC Results for hybrid Bom Sinal
cle, all three ESS technologies achieve fuel savings Mobile 2
when being equipped to the vehicle (see Table 8). The
hybrid vehicle with battery ESS achieves a reduction The following three sections 7.1 to 7.3 describe the
in fuel consumption of 8 %, the DLC ESS 4.2 % and LCC results obtained for the hybrid 2-coach Bom
the flywheel ESS 7.8 %. Sinal Mobile 2 with the three ESS technologies. The
LCC results for the hybrid Siemens Desiro cannot be
Standard Vehicle [%] 100.0 shown in this public paper due to non-disclosure
[%] 92.0 agreements.
Hybrid Vehicle
with Battery ESS 7.1 Battery ESS
Hybrid Vehicle [%] 95.8 The hybrid components and battery ESS for the Bom
with DLC ESS Sinal DMU-2 cost approximately 202,000 € (see
Hybrid Vehicle [%] 92.2 Figure 20). After 10 years of operation the initial
with Flywheel expenses for the components are paid off. Since the
ESS battery has to be replaced after 12 years for the given
use scenario, the LCC bar chart as shown in Figure
Table 8. Fuel Consumption of two-coach Hybrid Sie-
21 has a negative value in year 12. This means, that it
mens Desiro Classic DMU-2 on CleanER-D Re-
gional Service Profile with Altitude
takes 13 years to make profit with the installed hybrid
components.
6.2 Results for two-coach Bom Sinal Mobile 2
The standard two-coach Bom Sinal DMU-2 without
hybrid components and without an on-board electrical
storage system needs 68.2 liters (see Table 9) of die-
sel fuel on the 80 km long suburban service profile
(including return journey). This equals an average
fuel consumption of 85.25 l/100km.
253
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
254
Simulation of hybrid Railway Vehicles and
Comparison of electrical Energy Storage Systems
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Rail-Diesel, D7.2.1: Detailed Specification:
Parameters definition. Brussels (FP7 –
234338).
255
256
Hybride Simulation des Materialflusses in Aluminium-Druckgussbetrieben
Das Kompetenzzentrum Industrielle Energieeffizienz (KIEff) der Hochschule Ansbach arbeitet im Rahmen
des Forschungsprojektes „Smart-Melting“ gemeinsam mit den Partnern ZF Gusstechnologie GmbH und
Bundesverband der Deutschen Giesserei-Industrie an einer Fertigungssimulation für Aluminium-Druckguss-
und Schmelzbetriebe. In einem ersten Schritt ist dazu erstmalig eine Simulation des Materialflusses aufge-
baut worden. Die besondere Schwierigkeit liegt dabei in der Kombination einer großen Anzahl von kontinu-
ierlichen und ereignisgesteuerten Komponenten zu einem hybriden System. Die Umsetzung erfolgt mit Hilfe
von Matlab/Simulink und dem ebenfalls von Mathworks entwickelten Simulationstool für ereignisgesteuerte
Systeme Stateflow.
Das zu simulierende System besteht aus den Bereichen Schmelzbetrieb mit den Komponenten Schmelzöfen,
Aluminiumdistribution mit den Komponenten Transporter und Druckgussbetrieb mit den Komponenten
Druckgussmaschinen. Der komplette Aluminium-Druckgussbetrieb mit parallel arbeitenden Druckgussma-
schinen, Transportern und Schmelzöfen wird als Gesamtsystem kontinuierlich betrachtet. Die Produktion der
Schmelze im Schmelzofen erfolgt als technischer Prozess ebenfalls kontinuierlich. Bei der Entnahme von
Aluminium aus dem Schmelzofen, dem Transport und der Produktion von Druckgussteilen handelt es sich
um ereignisgesteuerte Prozesse, die ereignisdiskret zu simulieren sind. Auf Grund der großen Anzahl der
Komponenten Schmelzofen, Transporter und Druckgussmaschine wurde das System modular aufgebaut, so
dass eine einfache Erweiterung oder auch Neukonfiguration möglich ist. Eine erste einfache Steuerung des
Druckgussbetriebes wurde in die Simulation implementiert.
257
Hybride Simulation des Materialflusses in Aluminium-Druckgussbetrieben
258
Hybride Simulation des Materialflusses in Aluminium-Druckgussbetrieben
ofen (SO), Transporter (T) und Druckgussmaschine Der Aufbau des Modells erfolgt mit Hilfe von Mat-
(DGM) inklusive Dosierofen (DO) besteht. Die ein- lab/Simulink, für die ereignisdiskret zu simulierenden
zelnen Prozesse teilen sich dabei in kontinuierliche Prozesse wird das Simulationstool Stateflow verwen-
und diskrete, ereignisgesteuerte Prozesse auf (s. Ta- det.
belle 1).
259
Hybride Simulation des Materialflusses in Aluminium-Druckgussbetrieben
ten und in weiteren Iterationsschritten an Komplexität ein Signal an die Steuerung gegeben, die dann einen
zunehmen. Transporter mit der Befüllung beauftragt. Der Do-
sierofen wartet bis dieser befüllt wird und geht auf
Schmelzofen
den Anfangszustand zurück (s. Abbildung 4).
Der Schmelzofen schmilzt bei konstanter Schmelz-
leistung Aluminium. Erhält der Schmelzofen das
Signal zum Befüllen des Tiegels eines Transporters,
wird dem Speicher des Schmelzofens kontinuierlich
über einen festgelegten Zeitraum Aluminium ent-
nommen.
Transporter
Für die Distribution des Aluminiums zu den jeweili-
gen Druckgussmaschinen stehen in der Simulation
mehrere Transporter zur Verfügung. Erhält ein Trans-
porter einen Auftrag von der Steuerung, wird ihm die
zu beliefernde Druckgussmaschine mitgeteilt und er Abbildung 4: Zustandsdiagramm des Dosierofens
fährt los. Der Transporter durchläuft während der
Der eigentliche Druckgussprozess der Druckgussma-
Ausführung die in Abbildung 3 dargestellten Zustän-
schine ist in Abbildung 5 dargestellt. Bevor der
de.
Druckgussprozess zur Produktion eines neuen Werk-
stücks erneut durchlaufen wird, wird der Füllstand
(stoDO) überprüft und mit der benötigten Menge
(wtWP;k) verglichen. Ist der Füllstand im Dosierofen
zu gering, um ein weiteres Druckgussteil herzustel-
len, bleibt die Druckgussmaschine stehen. Für die
Herstellung eines Druckgussteils benötigt der Prozess
eine bestimmte Taktzeit (ct), diese Taktzeit kann
zwischen den einzelnen Druckgussmaschinen variie-
ren (ctk).
Der Prozessablauf in den einzelnen Druckgussma-
schinen ist identisch, sie unterscheiden sich jedoch in
der Taktzeit (ctk) und im Aluminiumverbrauch pro
Werkstück (wtWP,k).
260
Hybride Simulation des Materialflusses in Aluminium-Druckgussbetrieben
Steuerung
Die Steuerung von Schmelzofen und Transporter im
momentan aufgebauten Simulationsmodell erfolgt
zentral d.h. alle relevanten Informationen laufen in
der Steuerung zusammen. Die Steuerung verarbeitet
die eingehenden Informationen und leitet diese oder
daraus abgeleitete Handlungsanweisungen an die
entsprechenden Stellen weiter (s. Abbildung 6).
Abbildung 6: Ein- und ausgehende Signale an der Im Betrieb des abzubildenden Industriepartners
Steuerung herrscht bei Volllastbetrieb eine Auslastung aller
Transporter, somit ist die Warteliste für die Abbildung
Vom Schmelzofen erhält die Steuerung den Speicher- dieses Betriebes bereits im Grundmodell ein notwen-
stand im Ofen (stoi(t)), vom Transporter den aktuellen diger Bestandteil.
Zustand (stj(t)) und von der DGM ein Nachfragesig-
Die dargestellte (einfache) Steuerung ist bereits in der
nal (demk). An den Transporter gibt die Steuerung das
Lage, das aktuelle Modell ausfallfrei zu betreiben und
Startsignal (goj) und das Ziel (dej) und, nachdem der
zu kontrollieren.
Transporter das Ziel erreicht hat, an die DGM das
Befüllsignal (rek). Die Steuerung verarbeitet die ein-
gehenden Signale in drei parallel ablaufenden Aktio- 4 Möglichkeiten und Grenzen des Mo-
nen (s. Abbildung 7.1-3). dells
Geht bei der Steuerung ein Nachfragesignal einer Durch die modular aufgebaute Simulation, können
DGM ein, so speichert sie diese in einer Warteliste die einzelnen Komponenten schnell vervielfältigt
die nach dem FIFO-Prinzip arbeitet ([Link] werden und somit verschiedene Betriebsgrößen in-
7.1). Durch die Warteliste wird verhindert, dass Nach- nerhalb kürzester Zeit aufgebaut und simuliert wer-
fragesignale von DGMs bei Auslastung aller Trans- den. Durch die variabel gehaltenen Parameter, lassen
porter unbearbeitet bleiben oder verloren gehen. Die sich die Komponenten bis zu einem gewissen Grad
Steuerung überprüft die aktualisierte Warteliste stän- individualisieren. Es können beispielsweise unter-
dig auf Aufträge. Bei vorhandenem Auftrag und ei- schiedlich stark schwankende Schmelzleistungen,
nem ausreichendem Speicherstand in einem der verschiedene Taktzeiten, Transportzeiten oder Werk-
Schmelzöfen vergibt die Steuerung den Auftrag an stückgrößen festgelegt werden.
den ersten freien Transporter (s. Abbildung 7.2). Der Das Modell ermöglicht eine Simulation einer Tages-
Auftrag beinhaltet dabei Startpunkt (SOi), Zielpunkt oder Wochenproduktion durch zeitlich veränderliche
(DGMk), und Fahrtzeit (tT,k). In einer dritten Aktion Variablen.
überprüft die Steuerung den Zustand der Transporter.
Die Validierung der Simulation wird in Zusammenar-
Befindet sich ein Transporter zur Befüllung am Do-
sierofen, so wird dieser darüber informiert und der beit mit dem Industriepartner durchgeführt. Insbeson-
dere im Bereich Steigerung der Prozesssicherheit ist
Speicher des jeweiligen Dosierofens wird gefüllt (s.
eine genaue Validierung der Simulation notwendig,
Abbildung 7).
261
Hybride Simulation des Materialflusses in Aluminium-Druckgussbetrieben
6 References
[1] D. Friedrich. Simulation in der Fertigungs-
steuerung. Deutscher Universitäts Verlag,
Deutschland, 1998
[2] C. Engelhardt-Nowitzki, O. Nowitzki, B.
Krenn. Praktische Anwendung der Simulation
im Materialflussmanagement. Gabler Verlag,
Deutschland, 2008
[3] L. März, W. Krug, O. Rose, G. Weigert. Simu-
lation und Optimierung in Produktion und Lo-
gistik. Springer Verlag, Deutschland, 2011.
262
Automatisierte Auswertung von DYMOLA-Simulationsergebnissen mit MATLAB
Der bekannteste Modelica-Simulator DYMOLA von Dassault Systemès bietet diverse Möglichkeiten für die
Darstellung von Simulationsergebnissen. Mit DYMOLA ist auch ein gewisser Grad der Automatisierung
über die integrierte Befehlssprache und .mos-Skripte erreichbar. Diese Skripte stoßen jedoch an ihre Gren-
zen, wenn eine kompliziertere Nachbearbeitung der Ergebnisse, umfangreichere Parametervariationen oder
spezieller Datenexport benötigt werden.
Die Simulationsergebnisse von DYMOLA liegen in Form von .txt oder .mat-Dateien vor. Daher liegt es na-
he, MATLAB für deren Aufbereitung zu nutzen. Eine gute Basis dafür bilden die mit DYMOLA mitgeliefer-
ten .m-Skripte wie z.B. dymbrowse, dymload und dymget. Darauf aufbauend wurde am DLR-Institut für
Fahrzeugkonzepte ein strukturierter Skriptsatz namens „SARA“ entwickelt. „SARA“ steht für „Simulation
Automation & Result Analysis“ und ist wie folgt gegliedert:
• Initialisierung
• Parametrisierung
• Aufruf der Simulation(en)
• Auswertung der Ergebnisse, ggf. Neustart von Simulationen mit veränderten Parametern
• Aufbereitung von Grafiken
Der Skriptsatz wird in erster Linie für Parametervariation, Postprocessing und grafische Darstellung von Er-
gebnissen verwendet. Generell lässt sich mit „SARA“ die volle Funktionsvielfalt von MATLAB ausnutzen.
Im Beitrag wird die Funktionalität von „SARA“ anhand von Beispielen aus aktuellen Arbeiten des Instituts
für Fahrzeugkonzepte im Bereich der Automobil- und Schienenfahrzeugtechnik erläutert.
263
Automatisierte Auswertung von DYMOLA-Simulationsergebnissen mit MATLAB
sim_30_raw sim_32_raw_plot
sim_00_init sim_10_simulation sim_20_parameter sim_31_raw_calc sim_42_period_plot
_dymola sim_40_period sim_52_sum_plot
sim_41_period_calc
sim_50_sum plotmaster_template
sim_51_sum_calc _raw
plotmaster_template
_period
plotmaster_template
_sum
Die Skripte mit den Namen sim_30_raw.m, hiert und gemeinsam mit dem Simulationszeitvektor
sim_40_period.m und sim_50_sum.m werden zum abgespeichert. Durch die Zusammenfassung und
Auswerten und Zusammenfassen von Simulationser- Extrahierung wird die Größe der Ergebnisdateien
gebnissen benutzt. Dabei kommen die im Ordner reduziert.
Eingabedaten gespeicherten Variablenlisten zum
Die Skripte mit der Endung _calc dienen für weiter-
Einsatz. Die in diesen Textdateien angegebenen Vari-
führende Berechnungen mit einzelnen Verläufen wie
ablen werden aus der DYMOLA Ergebnisdatei extra-
z.B. Umrechnen von Einheiten.
264
Automatisierte Auswertung von DYMOLA-Simulationsergebnissen mit MATLAB
Die Skripte mit der Endung _plot werden für die der Modellierungssprache MODELICA auf Basis der
grafische Darstellung von einzelnen und / oder zu- HumanComfortLibrary [4] entwickelt, welches zur
sammengefassten Simulationsergebnissen eingesetzt. Ermittlung der Heiz- und Kühlleistungsbedarfe in
Diese Skripte verwenden Funktionen, die im am Schienenfahrzeugen eingesetzt wird. Das Modell
DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte entworfenen berücksichtigt neben der Wagenkastengeometrie, den
Basisskript plotmaster.m definiert sind. Das Ba-
verwendeten Materialien und den Umgebungseinflüs-
sisskript erlaubt vielseitige Formatierung, Darstellung
und Export von Plots, z.B. in spezielle Formate für sen (Außentemperatur, Sonneneinstrahlung, etc.)
ein- oder mehrzeilige Publikationen. Die Eigenschaf- auch die bahnspezifischen Normen und Vorschriften.
ten einzelner Plots (Layout, Beschriftungen, Farben Durch Kopplung des thermischen Modells mit einem
etc.) können als Vorlagen (plotmaster_template_) für längsdynamischen Schienenfahrzeugmodell werden
mehrmalige Nutzung gespeichert werden. strecken-, geschwindigkeits- und wetterabhängige
Simulationen ermöglicht, z.B. Fahrt an einem sonni-
2.2 Funktionsbeschreibung gen Sommertag, Fahrt in einer eisigen Winternacht
Für eine erfolgreiche Verwendung des Skriptsatzes sowie Fahrten mit verschiedenen Besetzungsgraden.
„SARA“ müssen folgende Voraussetzungen erfüllt Darüber hinaus ist es möglich, mit Hilfe des Modells
sein: Algorithmen zur energieeffizienten Regelung von
x Das zu simulierende Modell ist in DYMO- Klimaanlagen zu entwickeln und zu testen [5].
LA zu einem ausführbaren Programm dymo- Zur Untersuchung des Fahrgasteinflusses auf die
[Link] kompiliert und im Ordner Eingabe- Klimatisierungsleistung wurde mit Hilfe des „SA-
daten abgespeichert RA“- Skriptsatzes für das thermische Wagenkasten-
modell eine Variation des Parameters Besetzungsgrad
x Das Hilfsskript generate_dymola_varlist
durchgeführt.
wurde auf die [Link] angewendet und
es liegt eine Liste aller zugänglichen Variab-
len variables_all.txt vor.
x Falls Ausführung von raw-, period- und
sum-Skripten geplant ist, müssen für diese
entsprechende Variablenlisten manuell er-
stellt werden.
x Die Pfade zu den Basisskripten sind im
MATLAB Search Path dauerhaft oder für ak-
tuelle MATLAB-Sitzung gespeichert.
Sind die Voraussetzungen erfüllt und alle gewüschten
Funktionen im Skript sim_00_init.m aktiviert, kann
das Skript in MATLAB ausgeführt werden (run). Der
Prozess läuft vollautomatisch im Hintergrund ab: die
[Link] wird mit in Skripten definierten Parame-
tern ausgeführt und die erzeugten Ergebnisdateien
werden gemäß den in den Teilskripten implementier-
ten Befehlen bearbeitet. Im Ordner Ergebnisdaten Abbildung 3. Variation des Besetzungsgrades
liegen dann entsprechend den Variablenlisten sortierte
und umgerechnete Simulationsergebnisse sowie Plots Für den Parameter wurden drei Werte vorgegeben:
in gewünschten Dateiformaten vor. 0% (leerer Wagen), 50% (Hälfte der Plätze besetzt)
und 100% (vollbesetzt). Es fanden drei Simulations-
läufe statt und es wurden drei Ergebnisdateien er-
3 Anwendungsbeispiel: Thermisches stellt. Aus diesen Dateien wurde die Variable
HVAC_Power_input extrahiert, ihre Einheit von Watt
Wagenkastenmodell
in Kilowatt umgerechnet und über der Zeit aufgetra-
Im Rahmen des DLR-Projektes „Next Generation gen. Der fertige Plot wurde anschließend als .png-
Train“ wurde ein thermisches Wagenkastenmodell in
265
Automatisierte Auswertung von DYMOLA-Simulationsergebnissen mit MATLAB
Bild gespeichert. Das Ergebnis ist in der Abbildung 3 schen den Signalen eines Simulationsdurchlaufs er-
dargestellt. möglicht.
Für die Anwendung des erweiterten Skriptes ist es
notwendig, eine Liste der darzustellenden Variablen
4 Erweiterung von SARA in Form einer .txt-Datei zu erstellen. Die Grundlage
In technischen Anwendungen, insbesondere für Sys- dafür bildet die zuvor mit dem Hilfsskript genera-
temoptimierung, spielt neben der Parametervariation te_dymola_varlist.m erstellte variables_all.txt (siehe
auch die Komponentenvariation eine wichtige Rolle. Kapitel 2.2Fehler! Verweisquelle konnte nicht ge-
Müssen mehrere Modellkomponenten manuell geän- funden werden.). Dabei ist zu beachten, dass die
dert werden und danach Simulationsläufe gestartet Variablen, die in einem Graphen dargestellt werden
werden, kostet der Prozess nicht nur viel Zeit, son- sollen, gleiche Einheiten haben. Die Erstellung einer
dern man verliert auch schnell den Überblick. .txt-Datei pro physikalische Größe hat sich als sinn-
Mit dem oben beschriebenen SARA-Skriptsatz kann voll erwiesen. Sehr oft werden Dateien wie pres-
eine Simulationsreihe erstellt werden, die mit einer [Link], [Link], [Link], [Link],
bestimmten Modellkonfiguration eine Parametervari- [Link], [Link] und [Link] verwendet
ation durchführt. Dabei ist zwischen festen Parame- (Code 1).
tern und Variationsparametern zu unterscheiden: feste 1 coolantCircuit_NT.FuelCell.port_a.m_flow
Parameter sind für alle Simulationsläufe gleich, wäh- 2 coolantCircuit_NT.PTC.port_a.m_flow
rend die Variationsparameter einen bestimmten Wer- 3 coolantCircuit_HT.PTC.port_a.m_flow
tebereich mit einer vorgegebenen Schrittweite durch- 4 coolantCircuit_HT.FuelCell.port_a.m_flow
laufen. 5 [Link].NTK_
mdot_air_kgps
Mit der im Kapitel 2 vorgestellten Version von SARA 6 [Link].Cabin_
kann die Modellkonfiguration nicht verändert wer- mdot_KW_kgps
den. Um eine Komponentenvariation zu ermöglichen, Code 1. Inhalt der Datei [Link]
wurde der Skriptsatz SARA erweitert.
Die Auswahl von DYMOLA-Simulationsergebnissen
Die erste Erweiterung betrifft das Skript
(.mat-Datei) und Variablenlisten (.txt-Datei) erfolgt
sim_10_simulation_dymo.m, damit Wertebereiche für
über MATLAB-GUI-Fenster (siehe Abbildung 4).
die Parametervariation und Teilmodelle für Kompo-
Dabei können mehrere .mat-Dateien ausgewählt wer-
nentenvariation eingegeben werden können. Dafür
den. Dies ermöglicht den Vergleich von mehreren
wird im Quellcode des MODELLICA-Modells (.mo-
Simulationsdurchläufen. Die .txt-Dateien liefern die
Datei) die Zeile ersetzt, die das abgeleitete Teilmodell
darzustellenden Variablen.
(extendet model) definiert. Anschließend wird die
neue [Link] erzeugt und ausgeführt.
Die zweite Erweiterung betrifft die Aufbereitung von
Grafiken. Für technische Berichte sowie PowerPoint-
Präsentationen wird meist ein vordefiniertes Layout
verwendet, wobei insbesondere folgende Punkte
festgelegt werden:
x Größe, Anzahl und Position der Abbildungen
x Schriftgröße und Schriftart, vor allem für
Achsenbeschriftungen und Diagrammüber-
schriften
x Abstände, Verhältnis Text zu Bild
Abbildung 4. GUI-Fenster für die Auswahl der .mat-
Die Erweiterung berücksichtigt diese Vorgaben. Da- und .txt-Dateien
mit erhält man ein einheitliches Layout für alle Grafi-
ken. Außerdem wird ein grafischer Vergleich zwi- In der aktuellen Version sind zwei Darstellungsvari-
schen mehreren Simulationsdurchläufen sowie zwi- anten implementiert. Bei der ersten Variante werden
266
Automatisierte Auswertung von DYMOLA-Simulationsergebnissen mit MATLAB
5 Anwendungsbeispiel: Automobiltech-
nik
In der Fahrzeugtechnik muss oft eine bestimmte
Fahrzeugkonfiguration mit mehreren Fahrprofilen
simuliert werden. Für den Austausch von Fahrprofi-
len reicht die im Kapitel 2 beschriebene automatisier-
te Parametervariation mit SARA nicht aus. Die im
Kapitel 4 vorgestellte Erweiterung des SARA-
Skriptsatzes erlaubt es, den Austausch von als Teil- Brennstoffzellenleistung
Batterieleistung
modell implementierten Fahrzyklen automatisiert Motorleistung
durchzuführen. Darüber hinaus wird die automatisier-
te Aufbereitung von Vergleichsdiagrammen ermög-
licht. Abbildung 7. Elektrische Leistungen der Batterie, Brenn-
Ein solches Vergleichsdiagramm ist in der Abbildung stoffzelle und E-Maschine
6 zu sehen. Hier wird ein Brennstoffzellenfahrzeug
mit zwei Fahrprofilen untersucht. Dabei erfolgt der
267
Automatisierte Auswertung von DYMOLA-Simulationsergebnissen mit MATLAB
6 Weitere Anwendungsmöglichkeiten
von SARA
Die obigen Beispiele zeigen die vielseitigen Einsatz-
möglichkeiten des SARA-Skriptsatzes. Weitere be-
reits realisierte Funktionen sind automatisierte Para-
meteroptimierungen mit dem Ziel, ein zuvor definier-
tes Ergebnis zu erreichen.
Bekanntlich fahren Schienenfahrzeuge nach einem
Fahrplan. Eine Möglichkeit, energiesparend zu fahren
ergibt sich, wenn man den Antrieb des Schienenfahr-
zeugs abschaltet und in den Ausrollzustand übergeht.
Dafür ist es notwendig, die Position auf der Strecke
zu detektieren, ab welcher man bei gegebener Fahr-
zeugmasse und -geschwindigkeit mit dem Ausrollen
beginnen soll, damit die im Fahrplan definierte Fahr-
zeit zwischen zwei Bahnhöfen erreicht wird.
Mit dem Skriptsatz SARA läst sich eine solche Be-
stimmung der Ausrollpunkte realisieren. Nach einem
Simulationsdurchlauf wird überprüft, ob die vordefi-
nierte Fahrzeit erreicht wurde. Ist es nicht der Fall,
werden die Parameter automatisch mit dem Bisekti-
onsverfahren angepasst und ein weiterer Simulations-
durchlauf gestartet. Dieses wird wiederholt, bis das
Ziel ggf. mit einer vorgegebenen Abweichung er-
reicht wird. Bei diesem Beispiel basiert die Parame-
teranpassung auf automatisierter Parametervariation.
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