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Hexen

Der Verfasser beschreibt seine Genesung und die Vorfreude auf das Wiedersehen im Januar, das mit gemischten Gefühlen verbunden ist. Er reflektiert über die bevorstehenden Weihnachtstraditionen mit seiner Familie und die liebevollen Gedanken an die Person, an die er denkt. Die Botschaft endet mit einem innigen Wunsch für eine gute Nacht.

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Der Verfasser beschreibt seine Genesung und die Vorfreude auf das Wiedersehen im Januar, das mit gemischten Gefühlen verbunden ist. Er reflektiert über die bevorstehenden Weihnachtstraditionen mit seiner Familie und die liebevollen Gedanken an die Person, an die er denkt. Die Botschaft endet mit einem innigen Wunsch für eine gute Nacht.

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Lieber, noch derselbe A.

Ich huste kaum noch – was in meinem Fall bereits als Hoffnungsschimmer durchgeht – und fühle mich insgesamt
wieder erstaunlich belebt. Vielleicht liegt es auch an unserem klärenden Gespräch heute früh; daran, dass etwas in
mir zur Ruhe gekommen ist. Ich bin dir dankbar dafür, dass ich jetzt ruhig bin.

Vorhin habe ich alle Geschenke für vier Familienmitglieder eingepackt, jedes sorgfältig, beinahe feierlich, und nun
frage ich mich mit einer Mischung aus Neugier und existenzieller Spannung, wie unser Wiedersehen im Januar sein
wird. Entweder falle ich dir augenblicklich um den Hals – oder du irritierst mich innerhalb der ersten drei Sekunden
mit der Bemerkung, ich würde „zuzeln“. Ich werde dir sagen, dass du ein Arsch bist, und beleidigt sein. Du wirst
lachen. Ich werde mich ins Badezimmer zurückziehen, mir die Hände waschen, als ließe sich Aufregung abspülen
oder die Unsicherheit, die du in mir wahrnimmst. Dann wirst du natürlich neben oder hinter mir stehen, dir vor dem
Spiegel die Haare richten und mich ansehen. Und bald darauf dein eigenes Gesicht betrachten, es mit meinem
vergleichen und fast beiläufig zu dir sagen: Ich bin alt.​
Daraufhin werde ich dich umarmen und mit Emphase widersprechen: Du siehst wunderbar aus. Du bist kein alter
Mann. Wir werden lachen. Und dann werden wir Schweinsbraten essen gehen. Endlich.

Morgen ist Weihnachten. Du wirst bei deinen Eltern sein. Dein Papa wird mit hingebungsvoller Ernsthaftigkeit das
Feuer im Kamin entzündet haben, während meine Mama dasselbe tut – vermutlich mit demselben weihnachtlichen
Familienbewusstsein. Gegen acht wird gegessen, danach werden die Geschenke ausgepackt. Papa wird Gitarre
spielen und singen, Sebastian wird Blödsinn machen – konsequent und traditionsbewusst –, und Mama wird mit
Argusaugen darüber wachen, dass die echten Kerzen nicht plötzlich beschließen, aus dem Baum ein flammendes
Manifest zu machen. Die Hexe wird Papa helfen, die Weihnachtslieder vollständig zu Ende zu singen, keine Strophe
auszulassen, bis nach ungefähr vierzig Minuten Stille Nacht, Jingle Bells und seine jüdischen Volkslieder verklungen
sind. Weihnachten bei den Gypsies eben.

Wäre ich bei dir, würde ich längst unter deine Decke geschlüpft sein. Ich hätte deinen Bauch geküsst, deine Beine
und Füße gestreichelt, deinen Kopf gerochen, der immer nach Shampoo duftet, wäre mit den Fingern über deine
Hand geglitten und hätte dich mindestens drei Mal geküsst.

Schlaf gut.

la tua strega
Hexen-Geschenke, die noch eingepackt werden sollten.

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