Die letzte Zutat ist ganz normales Wasser.
Das Wasser macht es schön dosierbar, damit sich das in unserem Bier gleichmäßig verteilt.
Bei dunklen Biersorten wie Bock oder Malzbier darf mit Zuckerkulör nachgeholfen werden.
Ganz legal laut Biergesetz.
Mit ein paar Tropfen haben wir aus dem hellen Bier ein dunkles Bier gezaubert, was als Starkbier,
Malzbier oder egal welche dunkle Variante jetzt verkauft werden könnte.
Prost!
Über 60 Hilfsstoffe dürfen trotz Reinheitsgebot beim Brauen eingesetzt werden.
Solange sie im fertigen Bier nicht mehr auftauchen.
In obergärigen Bieren wie Weizen, Alt oder Kölsch sind außerdem Zucker, Farbstoff und Süßstoff erlaubt.
Deutsches Bier wird immer noch mit dem Reinheitsgebot von 1516 beworben.
Das ist sehr geschicktes Marketing.
Es dürfen in Deutschland glücklicherweise immer noch keine Geschmacksverstärker oder
Konservierungsstoffe für Bier verwendet werden.
Aber Filterstoffe oder Färben mit Zuckerkulör ist in Deutschland schon längst Realität.
Unsere Wertung.
Das Reinheitsgebot ist zwar überholt, aber pure Chemie enthält deutsches Bier nicht.
Deshalb gibt es für die Qualität 4 Sterne.
Die nächste Kategorie ist der Preis.
Nach Hinweisen von Insidern aus der Bierbranche hat das Bundeskartellamt in Bonn den Bierpreis
genauer unter die Lupe genommen.
Über Monate wurde das Beweismaterial gesammelt und gesichtet.
Dann platzte die Bombe.
In den Jahren 2006 und 2008 haben sich die großen Braukonzerne auf Preise geeinigt.
Das müssen Sie sich so vorstellen, dass das auf einer relativ persönlichen Ebene gelaufen ist.
Diese Absprachen sind primär übers Telefon getroffen worden in bilateralen Kontakten zwischen den
Vertretern der Unternehmen.
Das war eine relativ informelle Art und Weise, hier die Preisehöhung zu vereinbaren.
Die Preise stiegen.
Bei Fassbier um rund 6 Euro für 100 Liter.
Beim Flaschenbier um 1 Euro pro Kasten.
Die Beteiligten hatten 2006 und 2008 mehrere Preisabsprachen getroffen.
Eine saftige Buße von insgesamt 100.
Wir gehen auch davon aus, dass unsere Strafen eine abschreckende Wirkung für die Unternehmen
entfalten.
Die Preise der Großmarken im Jahr 2006.
Ein Jahr später stieg der Bierpreis dann sprunghaft und fast parallel um 3% an.
Mutmaßlich eine Folge der Preisabsprachen.
11 deutsche Brauereien mussten Strafen in Rekordhöhe zahlen.
Insgesamt satte 338 Mio. Euro.