Probeklausur Sol
Probeklausur Sol
Ortmann
L. Fuchs
Probeklausur Quantenmechanik
Name: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Matrikelnummer: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Für die Bearbeitung der Klausur haben Sie 120 min Zeit.
Es sind keinerlei Hilfsmittel erlaubt.
Aufgabe: 1 2 3 4 5 6 Summe:
Punkte: 10 5 8 15 21 13 72
Ergebnis:
Lösung: Zwei oder mehrere Zustände können heißen entartet, wenn sie orthogonale
Eigenzustände zu einem bestimmten hermiteschen Operator Ô mit demselben Eigenwert
sind.
(b) Entwickeln Sie einen Hilbertraumvektor |ψi in einer vollständigen, orthonormalen Basis
{|ni}n=1,...,∞ . [1]
X X
|ψi = |ni cn = |ni hn|ψi .
n n
(c) Geben Sie die formale Definition von unitären Operatoren Û an. [1]
Û † Û = 1
(d) Geben Sie die formale Definition von Projektionsoperatoren an. [1]
(e) Die normierten Zustände |ψi und |φi spannen einen Unterraum eines Hilbertraums H auf.
Weiterhin sind |ψi und |φi orthogonal zueinander. Geben Sie explizit den Projektionsope-
rator, der auf diesen Unterraum projiziert an und weisen Sie nach, dass es sich um einen
Projektionsoperator handelt. [3]
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P̂ 2 = |ψi hψ|φi hφ| + |ψi hψ|ψi hψ| + |φi hφ|φi hφ| + |φi hφ|ψi hψ| = P̂ ,
| {z } | {z } | {z } | {z }
=0 =1 =1 =0
wodurch gezeigt wurde, dass P̂ idempotent ist. Weiterhin ist P̂ † = P̂ , also ist P̂ ein
Projektionsoperator.
(f) Zeigen Sie, dass die Lösungen |ψ(t)i der zeitabhängigen Schrödingergleichung eines zeitun-
−iEk t/~
P
abhängigen Hamiltonian geschrieben werden können als |ψ(t)i = k ck e |ki. [3]
Wir kennen aber nun die zeitliche Entwicklung von |ki und daher ist
X
|ψ(t)i = ck e−iEk t/~ |ki .
k
Lösung:
L̂2 |l, mi = ~2 l(l + 1) |l, mi L̂z |l, mi = ~m |l, mi ,
wobei l ∈ N und m ∈ {−l, −l + 1, ..., l − 1, l}.
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Lösung: Da |l, mi Eigenzustände von L̂z sind, sind diese auch Eigenzustände von L̂2z ,
daher gilt
Lösung: Wir nutzen hier (L̂2x + L̂2y ) = L̂2 − L̂2z . Daher gilt
Und somit
hl, m| (L̂2x + L̂2y ) |l, mi = ~2 (l(l + 1) − m2 )
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Anmerkung: Diese Schreibweise beruht auf der Tatsache, dass es sich um reelle Orbitale
handelt.
Lösung: Die kinetische Energie des 2-Teilchenproblems ist gegeben durch die Summe
pˆ1 2 pˆ2 2 ~2 ∂2 ∂2
kinetischen Energien der einzelnen Teilchen T̂ = 2m + 2m = − 2m ∂x2 + ∂x2 . Damit
1 2
ergibt sich der Erwartungswert
ZZ
∗
hT i = dx1 dx2 χn1 n2 (x1 , x2 ) T̂1 + T̂2 χn1 n2 (x1 , x2 ) .
∂2 ∂2
−~2 1 ∗ ∗
dx1 dx2 −ϕn1 (x2 ) ϕn1 (x2 ) + [−ϕn1 (x2 ) ϕn2 (x1 )]
2m
2 ∂x21 ∂x22
1h i
= hT1 iϕn 1 + 1 hT2 iϕn
2 2 1
sowie Z Z
∂2 ∂2
−~2 1 ∗ ∗
dx1 dx2 ϕn1 (x1 ) ϕn2 (x2 ) + [−ϕn1 (x2 ) ϕn2 (x1 )]
2m
2 ∂x21 ∂x22
= 0, wie der 4te Term, da diese geschrieben werden können als
∂2 ∂2
ZZ
−~2 1 ∗ ∗
dx1 dx2 ϕn1 (x1 ) ϕn2 (x2 ) + [−ϕn1 (x2 ) ϕn2 (x1 )]
2m
2 ∂x21 ∂x22
2 2
−~ ∂
Z Z
1 ∗ ∗
= − dx2 ϕn2 (x2 ) ϕn1 (x2 ) dx1 ϕn1 (x1 ) ϕn2 (x1 ) = 0.
2 2m ∂x21
| {z }
=0, da orthogonal
Somit ergibt sich also der Erwartungswert der kinetischen Energie als Summe der kine-
tischen Energien in den einzelnen beteiligten Orbitalen:
1h i 1h i
T̂ = hT1 iϕn 1 + 1 hT2 iϕn + hT1 iϕn 1 + 1 hT2 iϕn = hT1 iϕn + hT1 iϕn ,
2 2 1 2 2 1 1 2
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da wegen der Ununterscheidbarkeit hT1 iϕn = hT2 iϕn . Überlappintegrale ergeben null
i i
wegen der Orthogonalität und sind nur ungleich null beim Wechselwirkungsterm zwi-
schen den zwei Teilchen (z.B. Coulomb-Abstoßung) aber das war hier ja ausgeschlossen.
Das Pauli-Prinzip erzeugt in diesem Fall demnach keine Beiträge zur kinetischen Energie,
da man die Integrale über x1 und x2 separieren kann und da gilt
Z
dxϕ∗ni (x)ϕ∗nj (x) = δni ,nj .
√
Lösung: Mit der Identität b̂† |ni = n + 1 |n + 1i folgt:
n
∞ αb̂† ∞
αn √
∞
αn
αb̂†
X X X
|αi = N (α)e |0i = N (α) |0i = N (α) n! |ni = N (α) √ |ni .
n=0
n! n=0
n! n=0 n!
(b) Zeigen Sie, dass |αi ein Eigenzustand des Vernichters zum Eigenwert α ist, also b̂ |αi = α |αi
gilt. Was können Sie damit für die Wirkung von b̂† auf den Bra-Vektor hα| schließen? [5]
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q
(c) Bestimmen Sie hx̂i, hx̂2 i, ∆x̂ = hx̂2 i − hx̂i2 für einen kohärenten Zustand |αi. [6]
Hinweis:
† 1 x̂ p̂ 1 x̂ p̂
b̂ = √ +i und b̂ = √ −i
2 x0 p0 2 x0 p0
Lösung: Es gilt
√ x
† 1 x̂ p̂ x̂ p̂ x0
= 2 ⇒ x = √ b† + b ,
b̂ + b̂ = √ +i + −i
2 x0 p 0 x0 p0 x0 2
und analog p = − ip√0 b̂† − b̂ . Daher gilt
2
x0 † x0 D E x0 D E
hx̂i = α √ b̂ + b̂ α = √ α b̂† + b̂ α = √ α b̂† α + hα|b̂|αi
2 2 2
x0 ∗
√
= √ (α + α) = 2x0 Re{α}.
2
Ganz analog findet man √
hp̂i = 2p0 Im{α}
x2
Weiter gesucht ist ∆x mit ∆x2 = hx̂2 i−hx̂i2 . hx̂i2 = 20 (α+α∗ )2 wurde bereits berechnet.
Dann berechnen wir
x20 2 x2 D
E
2
x̂ = α b̂ + b̂ α = 0 α b̂† b̂† + b̂† b̂ + b̂b̂† + b̂b̂ α ,
†
2 2
und benutzen den Kommutator um einen Term umzuordnen (dass Erzeuger links von
Vernichtern stehen), also
x20 D E
x2 = α b̂† b̂† + 2b̂† b̂ + 1 + b̂b̂ α
2
x20
(α∗ )2 + 2α∗ α + 1 + α2
=
2
x20
(α∗ + α)2 + 1
=
2
Insgesamt findet man
x20 x2
x2 − hxi2 = (α∗ + α)2 + 1 − (α∗ + α)2 = 0 .
2 2
|x0 |
und damit ∆x = √
2
(d) Bonus:
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gilt.
Hinweis: Was wäre eine geeignete Wahl von  und B̂? Vergessen Sie nicht die Bedingungen
für die Baker-Campbell-Hausdorff-Identität zu zeigen.
Die Operatoren der Observablen  und B̂ sind durch folgende Matrizen definiert
0 1 0 2 0 γ
 = λ 1 0 0 , B̂ = µ 0 0
1 ,
0 0 2 β 1 0
(b) Finden Sie die Eigenwerte und (normierten) Eigenvektoren von Ĥ und  [4]
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und
D E 0 1 0 c1
 = λ c∗1 c∗2 c∗3 1 0 0 c2
0 0 2 c3
= λ(c∗1 c2 + c∗2 c1 + |c3 |2 ) = 2λ − λ|c1 |2 − |c2 |2 − |c1 − c2 |2
Lösung: Für jede Eigenfunktion des Hamiltonoperators gilt |ψn (t)i = e−iEn t/~ |ψn (0)i
(Stichwort: „stationäre Zustände“).
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(e) Angenommen Sie führen eine Messung zum Zeitpunkt t durch. Welche Werte können Sie
für die Energie erhalten? Geben Sie jeweils die Wahrscheinlichkeit an. [4]
Lösung: Mögliche Messwerte sind die Eigenwerte von Ĥ, also ~ω und 2~ω. Die Mes-
sung kann als Erwartungswert des jeweiligen Projektionsoperators ausgedrückt werden.
Wahrscheinlichkeit für die Messung von ~ω:
2
c1 e−itω
Wahrscheinlichkeit für die Messung von 2~ω ergibt sich somit automatisch:
Alternativ kann diese direkt über die jeweiligen Projektoren berechnet werden
(f) Was würden Sie für eine Messung der Observablen  zum Zeitpunkt t jeweils erhalten? [4]
Lösung: Mögliche Messergebnisse sind ±λ und 2λ. Zur Berechnung der Wahrschein-
lichkeiten wi benötigen wir die Eigenvektoren v1 , v2 und v3 von  , die vorher berechnet
wurden und projizieren diese auf den Zustand |S(t)i
Für ±λ :
2
c1 e−itω
2
1 1
= √ (1, ±1, 0) c2 e−2itω = √ c1 e−itω ± c2 e−2itω
w1,2
2 c3 e−2itω 2
1 1
= |c1 |2 + |c2 |2 ± Re c1 c∗2 eiωt
2 2
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(g) Sind A und B gleichzeitig scharf messbar? Begründen Sie ihre Antwort. [2]
Lösung: Durch einfache Matrixmultiplikation zeigt man [Â, B̂] 6= 0̂. Somit sind beide
Observablen nicht gleichzeitig scharf messbar.
p
Es soll ein zweidimensionales Potential der Form V̂ (x, y) = gr, mit r = x2 + y 2 und g ∈
R, betrachtet werden. Mittels Variationsverfahren soll der Grundzustand und die zugehörige
Grundzustandsenergie (approximativ) gefunden werden. Wir machen dazu den Ansatz ψ(r, φ) =
R(r)K(φ), wobei R(r) ∝ e−kr und K(φ) = 1, sowie k > 0.
(a) Warum ist dieser Ansatz für R(r) sinnvoll? [1]
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(b) Was bedetet es, dass die Wellenfunktion bei dem gewählten Ansatz keine φ-Abhängigkeit
aufweist? [2]
Hinweis: Vergleichen Sie das System mit dem Wasserstoffatomproblem.
(c) Berechnen Sie die Normierung der Wellenfunktion ψ(r, φ) und die kinetische Energie für
den Grundzustand. [4]
Hinweis:
∂ 2f 1 ∂f 1 ∂ 2f
∆f (r, φ) = 2 + + 2 2.
∂r r ∂r r ∂φ
Die zweidimensionale Jacobi-Determinante in Polarkoordinaten ist gegeben durch
|J (r, φ)| = r.
Lösung:
1 −kr
ψ(r) = e
N
Z 2π Z ∞ Z 2π Z ∞
! ∗ 1 −2kr
1 = dφ drrψ (r)ψ(r) = e dφ drr
0 0 0 0 N2
Z ∞
r
2π 2π 1 π 1 π1
= drre−2kr = 2 2 = 2 2 ⇒N =
N2 0 N 4k N 2k 2k
Lösung: Da wir bereits die Wellenfunktion normiert haben, vereinfacht sich das Ener-
giefunktional zu
Z 2π Z ∞
E[ψ] = hψ|Ĥ|ψi = dφ drrψ ∗ (r)Ĥψ(r)
Z0 2π Z0 ∞ 2
∗ −~
= dφ drrψ (r) ∆ + V (r) ψ(r) = hT̂ i + hV̂ i
0 0 2m
D E
Berechne zunächst die kinetische Energie T̂ : Dazu berechnet man die Ableitungen
∂ψ ∂ 2ψ
= −kψ(r), = k 2 ψ(r),
∂r ∂r2
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∂2ψ 1 ∂ψ
= k 2 − 1r k ψ(r) findet man
mittels des Hinweises ∆ψ(r) = ∂r2
+ r ∂r
2π ∞ Z ∞
−~2 −~2 2π
Z Z Z
∗ ∗ 2 1
hT̂ i = dφ drrψ (r) ∆ψ(r) = dφ drrψ (r) k − k ψ(r)
0 0 2m 2m 0 0 r
2 Z 2π Z ∞ Z 2π Z ∞
−~ 2
= (k dφ drrψ ∗ (r)ψ(r) −k dφ drψ ∗ (r)ψ(r))
2m
|0 0
{z } 0 0
=1 siehe (b)
2
Z ∞
−~ 2 ∗
= k − 2πk drψ (r)ψ(r)
2m 0
Z ∞ ∞
−~2 −~2
2 2 2 −2kr 2 3 1 −2kr
= k − 2πk dr k e = k − 4k e
2m 0 π 2m −2k 0
−~2 2 2
~k
k 2 − 2k 2 =
= .
2m 2m
In analoger Art und Weise berechnen wir den Erwartungswert der potentiellen Energie
durch
Z 2π Z ∞
2 2 ∞
Z
2 ∗ 2 g
hV̂ i = dφ drgr ψ (r)ψ(r) = 2πg k drr2 e−2kr = 4gk 2 3
= .
0 0 π 0 (2k) k
~2 k 2 g
E[ψ] = + .
2m k
(e) Finden Sie mittels Variation den Wert des Parameter k, der das Energiefunktional aus
Teilaufgabe (c) minimiert. [3]
Lösung: Wir bilden die Ableitung des Energiefunktionals nach dem Variationspara-
meter. Dabei findet man
r
∂ ~2 k g ! ~2 k g 3 gm gm
E[ψ] = − 2 =0⇒ = 2 ⇒k = 2 ⇒k= 3 2
∂k m k m k ~ ~
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