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Probeklausur Sol

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Prof. Dr. F.

Ortmann
L. Fuchs
Probeklausur Quantenmechanik

Name: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Matrikelnummer: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Für die Bearbeitung der Klausur haben Sie 120 min Zeit.
Es sind keinerlei Hilfsmittel erlaubt.

Aufgabe: 1 2 3 4 5 6 Summe:
Punkte: 10 5 8 15 21 13 72
Ergebnis:

Aufgabe 1: Grundlegende Definitionen und Begriffe [10 Punkte]


(a) Wann gelten zwei (linear unabhängige) Zustände in der Quantenmechanik als entartet? [1]

Lösung: Zwei oder mehrere Zustände können heißen entartet, wenn sie orthogonale
Eigenzustände zu einem bestimmten hermiteschen Operator Ô mit demselben Eigenwert
sind.

(b) Entwickeln Sie einen Hilbertraumvektor |ψi in einer vollständigen, orthonormalen Basis
{|ni}n=1,...,∞ . [1]

Lösung: Wir nutzen die Identität 1 = n |ni hn| und schreiben


P

X X
|ψi = |ni cn = |ni hn|ψi .
n n

(c) Geben Sie die formale Definition von unitären Operatoren Û an. [1]

Lösung: Ein unitärer Operator erfüllt die Eigenschaft:

Û † Û = 1

(d) Geben Sie die formale Definition von Projektionsoperatoren an. [1]

Lösung: Ein hermitescher Operator P̂ heißt Projektionsoperator, wenn P̂ 2 = P̂ gilt.

(e) Die normierten Zustände |ψi und |φi spannen einen Unterraum eines Hilbertraums H auf.
Weiterhin sind |ψi und |φi orthogonal zueinander. Geben Sie explizit den Projektionsope-
rator, der auf diesen Unterraum projiziert an und weisen Sie nach, dass es sich um einen
Projektionsoperator handelt. [3]

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Lösung: Der Projektionsoperator auf den Unterraum ist gegeben durch

P̂ = |ψi hψ| + |φi hφ| .

Wir berechnen nun

P̂ 2 = |ψi hψ|φi hφ| + |ψi hψ|ψi hψ| + |φi hφ|φi hφ| + |φi hφ|ψi hψ| = P̂ ,
| {z } | {z } | {z } | {z }
=0 =1 =1 =0

wodurch gezeigt wurde, dass P̂ idempotent ist. Weiterhin ist P̂ † = P̂ , also ist P̂ ein
Projektionsoperator.

(f) Zeigen Sie, dass die Lösungen |ψ(t)i der zeitabhängigen Schrödingergleichung eines zeitun-
−iEk t/~
P
abhängigen Hamiltonian geschrieben werden können als |ψ(t)i = k ck e |ki. [3]

Lösung: Die zeitabhängige Schrödingergleichung für einen zeitunabhängigen Hamil-


tonian lautet i~∂t |ψ(t)i = Ĥ |ψ(t)i. Für Eigenzustände |ψ(0)i = |ki des Hamiltonians
ist die Zeitentwicklung gegeben durch |ψ(t)i = e−iEk t/~ |ki. Da die Eigenzustände eine
vollständige Basis bilden lässt sich ein jedes |ψ(0)i in dieser Basis entwickeln
X
|ψ(0)i = |ki hk|ψ(0)i .
| {z }
k =ck

Wir kennen aber nun die zeitliche Entwicklung von |ki und daher ist
X
|ψ(t)i = ck e−iEk t/~ |ki .
k

Aufgabe 2: Drehimpuls [5 Punkte]


2
Die Eigenzustände |l, mi der Bahndrehimpulsoperatoren L̂ und L̂z können durch die Quanten-
zahlen l und m charakterisiert werden.
(a) Geben Sie die Eigenwertgleichungen für die Bahndrehimpulsoperatoren mit den Quanten-
zahlen l und m an. Welche Eigenwerte können angenommen werden? [3]

Lösung:
L̂2 |l, mi = ~2 l(l + 1) |l, mi L̂z |l, mi = ~m |l, mi ,
wobei l ∈ N und m ∈ {−l, −l + 1, ..., l − 1, l}.

(b) Berechnen Sie (L̂2 + L̂2z ) |l, mi. [1]

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Lösung: Da |l, mi Eigenzustände von L̂z sind, sind diese auch Eigenzustände von L̂2z ,
daher gilt

(L̂2 + L̂2z ) |l, mi = ~2 l(l + 1) |l, mi + ~2 m2 |l, mi = ~2 (l(l + 1) + m2 ) |l, mi

(c) Berechnen Sie hl, m| (L̂2x + L̂2y ) |l, mi. [2]

Lösung: Wir nutzen hier (L̂2x + L̂2y ) = L̂2 − L̂2z . Daher gilt

(L̂2x + L̂2y ) |l, mi = (L̂2 + L̂2z ) |l, mi = ~2 (l(l + 1) − m2 ) |l, mi .

Und somit
hl, m| (L̂2x + L̂2y ) |l, mi = ~2 (l(l + 1) − m2 )

Aufgabe 3: Pauli-Prinzip und gaußformige Orbitale [8 Punkte]


Betrachte zwei (spinlose) Teilchen in einer Dimension, die zwei gaußförmige Orbitale der Form
x2
ϕn (x) = e−n 2σ2 , mit n > 0 besetzen.
(a) Konstruieren sie daraus eine 2-Teilchen Wellenfunktion χn1 ,n2 (x1 , x2 ) für Fermionen. [2]

Lösung: Wir antisymmetrisieren das Produkt der Einteilchenwellenfunktionen

ξn1 ,n2 (x1 , x2 ) = ϕn1 (x1 )ϕn2 (x2 )

√1 1 − P̂12 , wobei P̂12 der Permutati-


 
durch den Antisymmetrisierungsoperator  = 2
onsoperator der Teilchen ist. Man findet
1  
χn1 ,n2 (x1 , x2 ) = Âξn1 ,n2 (x1 , x2 ) = √ ϕn1 (x1 )ϕn2 (x2 ) − ϕn1 (x2 )ϕn2 (x1 )
2

(b) Berechnen Sie die Aufenthaltswahrscheinlichkeitsdichte der 2-Teilchen Wellenfunktion die


Sie in Teilaufgabe 3 (a) gefunden haben (Sie müssen die entstehenden Produkte nicht explizit
hinschreiben). [2]

Lösung: Die Aufenthaltswahrscheinlichkeitsdichte ist gegeben durch


ρn1 ,n2 (x1 , x2 ) = |χn1 ,n2 (x1 , x2 )|2 .
Damit findet man
1
ρn1 ,n2 (x1 , x2 ) = ϕ2n1 (x1 )ϕ2n2 (x2 ) + ϕ2n1 (x2 )ϕ2n2 (x1 ) − 2ϕn1 (x1 )ϕn2 (x2 )ϕn1 (x2 )ϕn2 (x1 ) .

2

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Anmerkung: Diese Schreibweise beruht auf der Tatsache, dass es sich um reelle Orbitale
handelt.

(c) Stellen Sie einen Ausdruck für den


D Erwartungswert
E D E der gesamten kinetische Energie auf.
Verwenden Sie dabei die Notation T̂1 und T̂2 für Einteilchenerwartungswerte der kine-
tischen Energien und S für Überlappintegrale. Gibt es Terme, die durch das Pauli-Prinzip
bzw. die Antisymmetrisierung der Wellenfunktion erzwungen werden? [4]
Hinweis: Es müssen keine Integrale explizit berechnet nur die Orthonormalität ausgenutzt
werden.

Lösung: Die kinetische Energie des 2-Teilchenproblems ist gegeben  durch die Summe
pˆ1 2 pˆ2 2 ~2 ∂2 ∂2
kinetischen Energien der einzelnen Teilchen T̂ = 2m + 2m = − 2m ∂x2 + ∂x2 . Damit
1 2
ergibt sich der Erwartungswert
ZZ  

hT i = dx1 dx2 χn1 n2 (x1 , x2 ) T̂1 + T̂2 χn1 n2 (x1 , x2 ) .

Durch Ausmultiplizieren erhält man daraus die Terme


 ∂2 ∂2
ZZ  
−~2 1 ∗ ∗
dx1 dx2 ϕn1 (x1 ) ϕn2 (x2 ) + [ϕn1 (x1 ) ϕn2 (x2 )]
2m
2 ∂x21 ∂x22
1h i
= hT1 iϕn 1 + 1 hT2 iϕn
Z2 Z
1 2

 ∂2 ∂2
 
−~2 1 ∗ ∗
dx1 dx2 −ϕn1 (x2 ) ϕn1 (x2 ) + [−ϕn1 (x2 ) ϕn2 (x1 )]
2m
2 ∂x21 ∂x22
1h i
= hT1 iϕn 1 + 1 hT2 iϕn
2 2 1

sowie Z Z
 ∂2 ∂2
 
−~2 1 ∗ ∗
dx1 dx2 ϕn1 (x1 ) ϕn2 (x2 ) + [−ϕn1 (x2 ) ϕn2 (x1 )]
2m
2 ∂x21 ∂x22
= 0, wie der 4te Term, da diese geschrieben werden können als
 ∂2 ∂2
ZZ  
−~2 1 ∗ ∗
dx1 dx2 ϕn1 (x1 ) ϕn2 (x2 ) + [−ϕn1 (x2 ) ϕn2 (x1 )]
2m
2 ∂x21 ∂x22
 2 2 
−~ ∂
Z Z
1 ∗ ∗
= − dx2 ϕn2 (x2 ) ϕn1 (x2 ) dx1 ϕn1 (x1 ) ϕn2 (x1 ) = 0.
2 2m ∂x21
| {z }
=0, da orthogonal

Somit ergibt sich also der Erwartungswert der kinetischen Energie als Summe der kine-
tischen Energien in den einzelnen beteiligten Orbitalen:
1h i 1h i
T̂ = hT1 iϕn 1 + 1 hT2 iϕn + hT1 iϕn 1 + 1 hT2 iϕn = hT1 iϕn + hT1 iϕn ,
2 2 1 2 2 1 1 2

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da wegen der Ununterscheidbarkeit hT1 iϕn = hT2 iϕn . Überlappintegrale ergeben null
i i
wegen der Orthogonalität und sind nur ungleich null beim Wechselwirkungsterm zwi-
schen den zwei Teilchen (z.B. Coulomb-Abstoßung) aber das war hier ja ausgeschlossen.
Das Pauli-Prinzip erzeugt in diesem Fall demnach keine Beiträge zur kinetischen Energie,
da man die Integrale über x1 und x2 separieren kann und da gilt
Z
dxϕ∗ni (x)ϕ∗nj (x) = δni ,nj .

Aufgabe 4: Kohärente Zustände und harmonischer Oszillator [15 Punkte]


√ b̂ des harmonischen Oszillators gilt [b̂, b̂ ] = 1, sowie b̂ |ni =
† † †
√ Erzeuger b̂ und Vernichter
Für
n + 1 |n + 1i und b̂ |ni = n |n − 1i, wobei |ni die Energieeigenzustände des harmonischen
Oszillators sind n = 0, 1, ..., ∞. Kohärente Zustände sind definiert als

|αi = N (α)eαb̂ |0i ,
2 /2
wobei N (α) = e−|α| die Normierung ist und α eine beliebige komplexe Zahl.
(a) Zeigen Sie, dass die kohärenten Zustände entwickelt werden können als

X αn
|αi = N (α) √ |ni . [4]
n=0 n!


Lösung: Mit der Identität b̂† |ni = n + 1 |n + 1i folgt:
 n
∞ αb̂† ∞
αn √

αn
αb̂†
X X X
|αi = N (α)e |0i = N (α) |0i = N (α) n! |ni = N (α) √ |ni .
n=0
n! n=0
n! n=0 n!

(b) Zeigen Sie, dass |αi ein Eigenzustand des Vernichters zum Eigenwert α ist, also b̂ |αi = α |αi
gilt. Was können Sie damit für die Wirkung von b̂† auf den Bra-Vektor hα| schließen? [5]

Lösung: Wir verwenden die eben gezeigte Identität:


∞ ∞ ∞
X αn X αn √ X ααn−1
b̂ |αi = N (α) √ b̂ |ni = N (α) √ n |n − 1i = N (α) p |n − 1i
n=0 n! n=1 n! n=1 (n − 1)!
∞ n−1 ∞ k
X α n−1=k
X α
= αN (α) p |n − 1i = αN (α) √ |ki = α |αi .
n=1 (n − 1)! k=0
k!

durch hermitesche Konjugation folgt unmmittelbar hα| b̂† = hα| α∗ .

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q
(c) Bestimmen Sie hx̂i, hx̂2 i, ∆x̂ = hx̂2 i − hx̂i2 für einen kohärenten Zustand |αi. [6]
Hinweis:    
† 1 x̂ p̂ 1 x̂ p̂
b̂ = √ +i und b̂ = √ −i
2 x0 p0 2 x0 p0

Lösung: Es gilt
√ x
 
† 1 x̂ p̂ x̂ p̂ x0
= 2 ⇒ x = √ b† + b ,

b̂ + b̂ = √ +i + −i
2 x0 p 0 x0 p0 x0 2
 
und analog p = − ip√0 b̂† − b̂ . Daher gilt
2

  
x0  † x0 D   E x0 D E 
hx̂i = α √ b̂ + b̂ α = √ α b̂† + b̂ α = √ α b̂† α + hα|b̂|αi
2 2 2
x0 ∗

= √ (α + α) = 2x0 Re{α}.
2
Ganz analog findet man √
hp̂i = 2p0 Im{α}
x2
Weiter gesucht ist ∆x mit ∆x2 = hx̂2 i−hx̂i2 . hx̂i2 = 20 (α+α∗ )2 wurde bereits berechnet.
Dann berechnen wir
x20  2  x2 D 
   E
2
x̂ = α b̂ + b̂ α = 0 α b̂† b̂† + b̂† b̂ + b̂b̂† + b̂b̂ α ,

2 2

und benutzen den Kommutator um einen Term umzuordnen (dass Erzeuger links von
Vernichtern stehen), also

x20 D   E
x2 = α b̂† b̂† + 2b̂† b̂ + 1 + b̂b̂ α
2
x20
(α∗ )2 + 2α∗ α + 1 + α2

=
2
x20
(α∗ + α)2 + 1

=
2
Insgesamt findet man

x20  x2
x2 − hxi2 = (α∗ + α)2 + 1 − (α∗ + α)2 = 0 .
2 2
|x0 |
und damit ∆x = √
2

(d) Bonus:

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Unter Verwendung der Baker-Campbell-Hausdorff-Identität

eÂ+B̂ = e eB̂ e−[Â,B̂]/2 ,


† −α∗ b̂
für [[Â, B̂], Â] = [[Â, B̂], B̂] = 0̂ ist zu zeigen, dass mit D̂α = eαb̂

D̂α |0i = |αi

gilt.
Hinweis: Was wäre eine geeignete Wahl von  und B̂? Vergessen Sie nicht die Bedingungen
für die Baker-Campbell-Hausdorff-Identität zu zeigen.

Lösung: Mit  = αb̂† und B̂ = −α∗ b̂ liefert die Baker-Campbell-Hausdorff-Identität


mit [Â, B̂] = |α|2 und somit [[Â, B̂], Â] = [[Â, B̂], B̂] = 0̂, dass
† −α∗ b̂ 2
D̂α |0i = eαb̂ e−|α| |0i

2 †
X (−α∗ b̂)n nur n=0 2 †
= e−|α| eαb̂ |0i = e−|α| eαb̂ |0i = |αi
n=0
n!

Aufgabe 5: Drei-Niveau-System [21 Punkte]


Der Hamiltonoperator eines Drei-Niveau-Systems ist gegeben als
 
1 0 0
Ĥ = ~ω  0 2 0 .
0 0 2

Die Operatoren der Observablen  und B̂ sind durch folgende Matrizen definiert
   
0 1 0 2 0 γ
 = λ 1 0 0 , B̂ = µ 0 0
   1 ,
0 0 2 β 1 0

wobei ω, λ und µ positive, reelle Zahlen sind.


(a) Welche Bedingung müssen die Parameter β und γ erfüllen, damit B̂ eine Observable sein
kann? [1]

Lösung: B̂ muss hermitesch sein, also muss B̂ † = B̂ und damit γ = β, da beide


Parameter reell sind.

(b) Finden Sie die Eigenwerte und (normierten) Eigenvektoren von Ĥ und  [4]

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(1 0 0)


Lösung: Die Eigenwerte {~ω, 2~ω, 2~ω} und Eigenvektoren 0 , 1 , 0 von
0 0 1
Ĥ sind direkt ablesbar, da Ĥ Diagonalgestalt hat.
Matrix  hat Blockdiagonalform.  Somit ist ein Eigenwert direkt ablesbar E3 = 2λ mit
0
normiertem Eigenvektor v3 = 0 . Um die anderen beiden Eigenvektoren zu finden
1
diagonalisiert man die verbleibende Blockmatrix. Diese ist proportional zu der σ̂x Pauli-
Matrix. Daher sind die Eigenvektoren gegeben durch
   
1 1
1 1
v1 = √ 1 v2 = √ −1 ,
2 0 2 0

mit den Eigenwerten ±λ.

Im Folgenden kann β = γ = 0 angenommen werden.


 
c1

(c) Angenommen das System befindet sich zu Beginn im Zustand |S(0)i = c2  , mit |c1 |2 +

c3
2
|c2 | + |c3 | = 1. Berechnen Sie die Erwartungswerte für Ĥ und  und vereinfachen Sie
weitestgehend. [4]

Lösung: Durch Bildung des Erwarungswertes findet man


  
D E 1 0 0 c1
∗ ∗ ∗ 
c2  = ~ω(|c1 |2 +2|c2 |2 +2|c3 |2 ) = ~ω(1+|c2 |2 +|c3 |2 )

Ĥ = ~ω c1 c2 c3 0 2 0  
0 0 2 c3

und
  
D E 0 1 0 c1
 = λ c∗1 c∗2 c∗3 1 0 0 c2 


0 0 2 c3
= λ(c∗1 c2 + c∗2 c1 + |c3 |2 ) = 2λ − λ|c1 |2 − |c2 |2 − |c1 − c2 |2

(d) Geben Sie den zeitabhängigen Zustand |S(t)i an. [2]

Lösung: Für jede Eigenfunktion des Hamiltonoperators gilt |ψn (t)i = e−iEn t/~ |ψn (0)i
(Stichwort: „stationäre Zustände“).

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Da |S(t)i eine Linearkombination von Eigenvektoren ist, gilt


       −iωt 
c1 0 0 c1 e
it −it it
− ~ E1   − ~ E2   − ~ E3  
|S(t)i = e 0 +e c2 + e 0 = c2 e−2iωt  .

0 0 c3 c3 e−2iωt

(e) Angenommen Sie führen eine Messung zum Zeitpunkt t durch. Welche Werte können Sie
für die Energie erhalten? Geben Sie jeweils die Wahrscheinlichkeit an. [4]

Lösung: Mögliche Messwerte sind die Eigenwerte von Ĥ, also ~ω und 2~ω. Die Mes-
sung kann als Erwartungswert des jeweiligen Projektionsoperators ausgedrückt werden.
Wahrscheinlichkeit für die Messung von ~ω:
2
c1 e−itω

w1 = hS(t) | 1ih1 | S(t)i ≡ |h1 | S(t)i|2 = (1, 0, 0)  c2 e−2itω  = |c1 |2


c3 e−2itω

Wahrscheinlichkeit für die Messung von 2~ω ergibt sich somit automatisch:

w2 = 1 − |c1 |2 = |c2 |2 + |c3 |2

Alternativ kann diese direkt über die jeweiligen Projektoren berechnet werden

w2 = hS(t)|(|2ih2| + |3ih3|)|S(t)i = |c2 |2 + |c3 |2

Die Wahrscheinlichkeiten sind zeitunabhängig!

(f) Was würden Sie für eine Messung der Observablen  zum Zeitpunkt t jeweils erhalten? [4]

Lösung: Mögliche Messergebnisse sind ±λ und 2λ. Zur Berechnung der Wahrschein-
lichkeiten wi benötigen wir die Eigenvektoren v1 , v2 und v3 von  , die vorher berechnet
wurden und projizieren diese auf den Zustand |S(t)i

wi = hS(t) | ai i hai | S(t)i ≡ |hai | S(t)i|2

Für ±λ :
2
c1 e−itω

2
1 1
= √ (1, ±1, 0)  c2 e−2itω  = √ c1 e−itω ± c2 e−2itω

w1,2
2 c3 e−2itω 2
1 1
= |c1 |2 + |c2 |2 ± Re c1 c∗2 eiωt

2 2

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Wahrscheinlichkeit ist zeitabhängig und oszilliert. Für 2λ:


2
c1 e−itω

w3 = (0, 0, 1)  c2 e−2itω  = |c3 |2 = 1 − |c1 |2 − |c2 |2


c3 e−2itω

Wahrscheinlichkeit 2λ zu messen ist zeitunabhängig! (Das ist auch wenig verwunderlich,


da v3 auch ein Energieeigenzustand ist, die anderen beiden Eigenzustände von  aller-
dings nicht.)
Plausibilitätscheck: Die Summe aller 3 Wahrscheinlichkeiten ist eins.

(g) Sind A und B gleichzeitig scharf messbar? Begründen Sie ihre Antwort. [2]

Lösung: Durch einfache Matrixmultiplikation zeigt man [Â, B̂] 6= 0̂. Somit sind beide
Observablen nicht gleichzeitig scharf messbar.

Aufgabe 6: Variationsrechnung für den Grundzustand [13 Punkte]

Abbildung 1: Betrachtetes Potential in Aufgabe 6.

p
Es soll ein zweidimensionales Potential der Form V̂ (x, y) = gr, mit r = x2 + y 2 und g ∈
R, betrachtet werden. Mittels Variationsverfahren soll der Grundzustand und die zugehörige
Grundzustandsenergie (approximativ) gefunden werden. Wir machen dazu den Ansatz ψ(r, φ) =
R(r)K(φ), wobei R(r) ∝ e−kr und K(φ) = 1, sowie k > 0.
(a) Warum ist dieser Ansatz für R(r) sinnvoll? [1]

Lösung: Für r → ∞ muss die Wellenfunktion verschwinden, da sie in den klassisch


verbotenen Bereich eindringt.

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(b) Was bedetet es, dass die Wellenfunktion bei dem gewählten Ansatz keine φ-Abhängigkeit
aufweist? [2]
Hinweis: Vergleichen Sie das System mit dem Wasserstoffatomproblem.

Lösung: Keine φ-Abhängigkeit bedeutet kein Drehimpuls, analog zum Wasserstoffpro-


blem. Damit hat so eine Lösung eine geringe kinetische Energie und geringere Gesamt-
energie.

(c) Berechnen Sie die Normierung der Wellenfunktion ψ(r, φ) und die kinetische Energie für
den Grundzustand. [4]
Hinweis:
∂ 2f 1 ∂f 1 ∂ 2f
∆f (r, φ) = 2 + + 2 2.
∂r r ∂r r ∂φ
Die zweidimensionale Jacobi-Determinante in Polarkoordinaten ist gegeben durch
|J (r, φ)| = r.

Lösung:
1 −kr
ψ(r) = e
N
Z 2π Z ∞ Z 2π Z ∞
! ∗ 1 −2kr
1 = dφ drrψ (r)ψ(r) = e dφ drr
0 0 0 0 N2
Z ∞
r
2π 2π 1 π 1 π1
= drre−2kr = 2 2 = 2 2 ⇒N =
N2 0 N 4k N 2k 2k

(d) Berechnen Sie das Energiefunktional


hψ|Ĥ|ψi
E[ψ] = . [3]
hψ | ψi

Lösung: Da wir bereits die Wellenfunktion normiert haben, vereinfacht sich das Ener-
giefunktional zu
Z 2π Z ∞
E[ψ] = hψ|Ĥ|ψi = dφ drrψ ∗ (r)Ĥψ(r)
Z0 2π Z0 ∞  2 
∗ −~
= dφ drrψ (r) ∆ + V (r) ψ(r) = hT̂ i + hV̂ i
0 0 2m
D E
Berechne zunächst die kinetische Energie T̂ : Dazu berechnet man die Ableitungen
∂ψ ∂ 2ψ
= −kψ(r), = k 2 ψ(r),
∂r ∂r2

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∂2ψ 1 ∂ψ
= k 2 − 1r k ψ(r) findet man

mittels des Hinweises ∆ψ(r) = ∂r2
+ r ∂r

2π ∞ Z ∞
−~2 −~2 2π
Z Z Z  
∗ ∗ 2 1
hT̂ i = dφ drrψ (r) ∆ψ(r) = dφ drrψ (r) k − k ψ(r)
0 0 2m 2m 0 0 r
2 Z 2π Z ∞ Z 2π Z ∞
−~ 2
= (k dφ drrψ ∗ (r)ψ(r) −k dφ drψ ∗ (r)ψ(r))
2m
|0 0
{z } 0 0
=1 siehe (b)
2
 Z ∞ 
−~ 2 ∗
= k − 2πk drψ (r)ψ(r)
2m 0
Z ∞ ∞ 
−~2 −~2
   
2 2 2 −2kr 2 3 1 −2kr
= k − 2πk dr k e = k − 4k e
2m 0 π 2m −2k 0
−~2 2 2
~k
k 2 − 2k 2 =

= .
2m 2m
In analoger Art und Weise berechnen wir den Erwartungswert der potentiellen Energie
durch
Z 2π Z ∞
2 2 ∞
Z
2 ∗ 2 g
hV̂ i = dφ drgr ψ (r)ψ(r) = 2πg k drr2 e−2kr = 4gk 2 3
= .
0 0 π 0 (2k) k

Insgesamt gilt also für die angegebene Wellenfunktion

~2 k 2 g
E[ψ] = + .
2m k

(e) Finden Sie mittels Variation den Wert des Parameter k, der das Energiefunktional aus
Teilaufgabe (c) minimiert. [3]

Lösung: Wir bilden die Ableitung des Energiefunktionals nach dem Variationspara-
meter. Dabei findet man
r
∂ ~2 k g ! ~2 k g 3 gm gm
E[ψ] = − 2 =0⇒ = 2 ⇒k = 2 ⇒k= 3 2
∂k m k m k ~ ~

Eventuell hilfreiche Integrale (für Re(α) > 0):


Z ∞ Z ∞
−αx 1 2
dxxe = 2 dxx2 e−αx = 3
α α
Z 0∞ Z0 ∞
6 24
dxx3 e−αx = 4 dxx4 e−αx = 5
0 α 0 α

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