UIC-Kodex: Finanzbeziehungen Zwischen Den Bahnen - Grundsätze Und Anwendungsmodalitäten
UIC-Kodex: Finanzbeziehungen Zwischen Den Bahnen - Grundsätze Und Anwendungsmodalitäten
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20. Ausgabe, Dezember 2000
Originalfassung
Gültig :
ab 1. Januar 1999
Alle Mitglieder des Internationalen Eisenbahnverbandes
20. Ausgabe, Dezember 2000 Änderungen der Punkte 2.1.2, 2.1.4, 2.2.2, 2.2.3, [Link], [Link],
2.2.6, [Link].3, 3.3.1, 3.4.2, [Link], 3.5.2, 4.1.1, 4.1.3, [Link],
5.1.1, 5.2.2
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Hinweis
Die vollständige oder auszugsweise Wiedergabe, der Nachdruck sowie die Verteilung jeglicher, einschließlich
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© Internationaler Eisenbahnverband (UIC) - Paris, 2000
Druck: Internationaler Eisenbahnverband (UIC)
16, rue Jean Rey
F - 75015 Paris - Frankreich, Dezember 2000
Dépot légal Dezember 2000
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Inhalt
Zusammenfassung ..............................................................................................................1
1 - Allgemeines.................................................................................................................... 3
3 - Regeln für die Rechnungsführung und die Zahlung der Salden ............................ 10
3.1 - Grundsätze............................................................................................................ 10
3.2 - Kontenführung zwischen zwei Bahnen ................................................................. 10
3.2.1 - In das Kontokorrent aufzunehmende Beträge .................................................. 10
3.2.2 - Führung der Rechnungen nach Währungszeiträumen ..................................... 12
3.3 - Abschluß und Ausgleich des Kontokorrents ......................................................... 12
3.3.1 - Definitionen ....................................................................................................... 12
3.3.2 - Praktische Bestimmungen ................................................................................ 13
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3.4 - Bilateraler Ausgleich der Schulden und Forderungen........................................... 14
3.4.1 - Häufigkeit und Zeitpunkt des Kontokorrentabschlusses ................................... 14
3.4.2 - Durchführung der Schlußabrechnung............................................................... 14
3.4.3 - Bezahlung der Salden....................................................................................... 15
3.5 - Multilateraler Ausgleich der Schulden und Forderungen ...................................... 16
3.5.1 - Regelfall ............................................................................................................ 16
3.5.2 - BCC-Ausgleich.................................................................................................. 16
4.1 - Maßnahmen zur Begrenzung des Kursrisikos im Verkehr mit der Kundschaft ..... 17
4.1.1 - Bahnen der Teilnehmerländer der WU ............................................................. 17
4.1.2 - Bahnen der Länder, die nicht an der WU teilnehmen ....................................... 17
4.1.3 - Umrechnung des Sonderziehungsrechtes ....................................................... 18
4.2 - Maßnahmen zur Begrenzung des Kursrisikos zwischen den Bahnen .................. 18
4.2.1 - Besondere Maßnahmen bei starken Kursänderungen ..................................... 18
4.2.2 - Behandlung der bei den Zahlungen auftretenden Umrechnungsunterschiede 19
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6.3.2 - Zahlung von Liquiditätsvorschüssen................................................................. 26
6.4 - Schutzmaßnahmen gegen Zahlungsversäumnis.................................................. 26
6.4.1 - Mitteilung der Salden der säumigen Bahn ....................................................... 26
6.4.2 - Einzuführende Maßnahmen.............................................................................. 26
6.5 - Aufhebung der Schutzmaßnahmen gegen Säumigkeit......................................... 27
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Zusammenfassung
Das Merkblatt 311 regelt die Finanzbeziehungen zwischen den Mitgliedsbahnen der UIC.
Es handelt sich um ein verbindliches / empfehlendes Merkblatt, das auf die Harmonisierung der Fi-
nanzbeziehungen zwischen den Bahnen und die Einhaltung des Verfahrens für den Ausgleich der
gegenseitigen Leistungen abzielt, der einmal oder zweimal im Monat vorgenommen wird.
Die Anlagen ermöglichen die Umsetzung der in den Texten verankerten Grundsätze.
Kapitel I :
Kapitel II :
- Bilaterale Rechnungsführung zwischen zwei Bahnen (Art der aufzunehmenden Leistungen, Zus-
tändigkeit für die Aufnahme)
- Abschluss eines bilateralen Kontos zwischen zwei Bahnen (Umrechnung in die Ausgleichwährung,
Ausgleich)
- Ausgleich des Saldos des bilateralen Kontos (bilateraler Ausgleich, Beteiligung an einem multila-
teralen Ausgleich)
Kapitel III :
- Begrenzung des Kursrisikos zwischen den Bahnen durch das System der Währungszeiträume und
der entsprechenden Mittelkurse
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Kapitel IV :
- Schutzmaßnahmen für die Zeit zwischen der Erbringung und der Zahlung der Leistungen (Liquidi-
tätsagios, Wertstellung)
Kapitel V :
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1 - Allgemeines
Der Anlage A (Art. 56 CIV) und Anlage B (Art. 59 CIM) des Übereinkommens über den internationalen
Eisenbahnverkehr (COTIF) zufolge regeln die Bahnen die aus dem internationalen Eisenbahnverkehr
resultierenden Finanzbeziehungen untereinander mittels Abkommen.
Die UIC-Mitgliedsbahnen haben vereinbart, sich zum Ausgleich und zur Zahlung der aus den Abkom-
men zur Durchführung des internationalen Transportes resultierenden Rechnungen an die Bestim-
mungen des vorliegenden Merkblattes zu halten.
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2 - Grundsätze der Finanzbeziehungen zwischen den
Bahnen
Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist der Garant für das einwandfreie Funktionieren des inter-
nationalen Währungssystems.
- Ausgabe des Sonderziehungsrechtes (ISO-Code: SDR), Rechnungseinheit für die Transaktion des
IWF und anderer internationaler Organisationen.
Bis zum 30.06.1974 war der Wert des SDR an das Gold gebunden. Seit dem 01.07.1974 wird dieser
Wert nach der Entwicklung der Kurse eines alle 5 Jahre überarbeiteten Währungskorbes ermittelt. Der
IWF berechnet täglich den Wert des SDR in USD.
Die Landeswährung eines Staates wird von den Währungsbehörden dieses Staates festgelegt. Staa-
ten, die aufgrund einer durch Vertrag begründeten Währungsunion die gleiche Währung annehmen,
haben eine gemeinschaftliche Währung. Die Währungsmechanismen regelt eine zentrale Währungs-
behörde für alle an der Union teilnehmenden Staaten. Im Rahmen der Bestimmungen des IWF kann
Bezug auf eine andere Währung oder einen Währungskorb genommen werden und es ist möglich,
Bandbreiten für die Schwankungen der Währung gegenüber einer Bezugseinheit zu fixieren.
Es ist ebenfalls möglich, den Wechselkurs einer Währung freizugeben, d.h. sie an keine andere Wäh-
rung und keinen anderen Standard zu binden.
2.1.3 - Umrechnungskurs
Der Umrechnungskurs ist der in einer anderen Währung ausgedrückte Preis einer Währung. Er wird
durch Notierung auf dem Devisenmarkt bestimmt oder von den zuständigen Währungsbehörden fest-
gesetzt.
Der Euro ist die gemeinsame Währung für die am Vertrag von Maastricht zur Europäischen Wirt-
schafts- und Währungsunion teilnehmenden Länder.
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Er wird zum 01.01.1999 in den Teilnehmerländern der Währungsunion als gesetzliche Währung ein-
geführt, indem die Umrechnungskurse zwischen ihren Währungen und dem Euro unwiderruflich fest-
gesetzt werden. Dieses Verfahren wird auch bei den Ländern angewandt, die später der
Währungsunion beitreten.
Für eine Übergangsperiode von drei Jahren, werden die bisherigen nationalen Währungen der
Teilnehmerländer der WU währungstechnisch Denomination, also Untereinheiten des Euro
und bleiben gesetzliches Zahlungsmittel.
Der Euro kann in der Übergangsperiode als Rechnungseinheit, Bezugsgröße und Buchgeld ange-
wendet werden.
Der Euro ersetzt zum Zeitpunkt seiner Einführung die ECU (European Currency Unit, die bis zum
31.12.1998 gültige Währungseinheit der Europäischen Union) im Verhältnis 1:1 und hebt damit den
ECU-Währungskorb auf.
Der Umrechnungskurs des Euro zu den Währungen der nicht an der Währungsunion teilnehmenden
Länder wird durch Notierung auf dem Devisenmarkt festgelegt.
Mit der Einführung der Banknoten und Münzen zum 01.01.2002 ist der Euro in den Teilnehmerländern
der Währungsunion alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel.
2.2.1 - Bahn
Unter dem Begriff Bahn sind in diesem Merkblatt private oder öffentlich - rechtliche Unternehmen zu
verstehen, die Betreiber von Bahninfrastruktur und/oder Betreiber von Schienenverkehren sind.
Die Zentrale Clearingstelle, die als Allgemeine Ausgleichsstelle durch ein belgisches Gesetz 1925 ge-
gründet wurde, ist mit Wirkung vom 01.01.1997 in eine Genossenschaft mit beschränkter Haftung
(BCC s.c.r.l.) und eigener Rechtspersönlichkeit überführt worden, deren Sitz sich in Brüssel befindet.
Dem Statut entsprechend besteht der Gesellschaftszweck darin, für die Mitglieder der Gesellschaft
finanzielle und kaufmännische Dienstleistungen zu erbringen, insbesondere
- die Zahlungsströme durch die gegenseitige Aufrechnung der Forderungen und Verbindlichkeiten
ihrer Mitglieder zu reduzieren,
- die in den finanziellen Beziehungen mit den Mitgliedern anerkannten Währungen festzulegen,
Es wird den Bahnen empfohlen, der Zentralen Clearingstelle beizutreten und dafür Sorge zu tragen,
daß die Zahlungsbedingungen ihrer Liefer- und Leistungsverträge eine Zahlung über BCC s.c.r.l. er-
möglichen.
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2.2.3 - Rechnungseinheit der Bahnen
Der Euro (ISO-Code: EUR) ist ab dem 01.01.1999 die einzige Rechnungseinheit der UIC-Mitglieder.
- die festgelegten Umrechnungskurse des Euro zu den nationalen Währungen der an der Währungs-
union teilnehmenden Länder,
- die täglichen Notierungen der Devisenkurse des Euro zu den Währungen der nicht an der Wäh-
rungsunion teilnehmenden Länder mit.
Das Sonderziehungsrecht ist die Rechnungseinheit, die im COTIF für die Angabe gewisser, die Haf-
tung der Bahnen betreffenden Beträge verwendet wird.
Auskünfte über den Wert des Sonderziehungsrechtes in der jeweiligen Landeswährung der IWF-Mit-
gliedsstaaten können bei der Zentralbank dieser Staaten eingeholt werden.
[Link] - Definition
Jede Landeswährung, für die sich das BCC von den jeweiligen Zentralbanken dieser Länder einen
offiziellen Kurs in Euro besorgen kann, ist anerkannt.
Damit läßt sich diese Währung als Währung für internationale Tarife und als Währung für mit dem in-
ternationalen Bahnverkehr verbundene Vorgänge verwenden. Dennoch muß die anerkannte Wäh-
rung nicht generell als Zahlungswährung akzeptiert werden.
Die Bahn, die ihre Landeswährung anerkennen lassen will, hat dem BCC die erforderlichen Informa-
tionen zu liefern und ihm mitzuteilen, ob ihre Zentralbank über den Kurs ihrer Landeswährung in Euro
verfügt. Das BCC erstellt eine Anerkennungsmitteilung und nimmt gleichzeitig die Währung in seine
Tageskurstabelle auf.
Die Kennzeichnung einer Währung muß international standardisiert sein gemäß der von der Interna-
tional Standard Organisation (ISO) vorgegebenen einheitlichen Codes (ISO-Norm 4217).
Das BCC identifiziert die in den internationalen Beziehungen zwischen den Bahnen verwendbaren
Währungen jeweils anhand
- eines alphabetischen Codes, der, soweit er noch nicht nach der internationalen ISO-Norm 4217 de-
finiert ist, durch das BCC provisorisch zugeteilt wird;
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- einer zweistelligen numerischen Ordnungszahl für den Währungszeitraum, wobei der erste Zeit-
raum der Anerkennung einer Währung die Zahl 01 trägt. Der Euro wird immer mit dem Währungs-
code EUR01 bezeichnet.
[Link] - Terminologie
Die im Rahmen dieses Merkblattes für die Währungsbeziehungen zwischen den Bahnen verwende-
ten Begriffe werden folgendermaßen definiert:
BCC-Kurstabelle: vom BCC veröffentlichte Tabelle der Umrechnungskurse des Euro zu den aner-
kannten Landeswährungen
- der an der Währungsunion teilnehmenden Länder. Die Umrechnungskurse sind als ein Euro, aus-
gedrückt in den einzelnen nationalen Währungen der Teilnehmerländer festgelegt.
- der nicht an der Währungsunion teilnehmenden Länder. Die Umrechnungskurse sind Tageskurse
des Euro zu den an den Devisenmärkten notierten Landeswährungen.
Landeswährung: die gesetzlich anerkannte Währung des Staates, in dem eine Bahn im Handelsregi-
ster eingetragen ist.
Drittwährungen: im bilateralen Verkehr, alle anderen Währungen als die Landeswährungen der be-
treffenden Bahnen oder als der Euro.
Saldowährung: anerkannte Währung, in der der Saldo der Leistungen ausgedrückt ist, die in einem
Währungszeitraum erbracht worden sind (siehe Punkt 2.2.6 - Seite 8).
Zahlungswährung: Währung, in der die Schuldnerbahn der Gläubigerbahn den geschuldeten Betrag
bezahlt, und zwar entweder
- in Euro,
- in einer beliebigen konvertierbaren Währung, die es der Gläubigerbahn ermöglichen muß, in den
Besitz des erwarteten Betrags zu gelangen.
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2.2.6 - Kursänderungen einer Währung
Die in diesem Merkblatt für die Beziehungen zwischen den Bahnen verwendeten Begriffe werden fol-
gendermaßen definiert:
Währungszeitraum: Der Währungszeitraum einer Währung ist der mit der starken Kursänderung die-
ser Währung zum Euro beginnende Zeitraum. Er reicht einschließlich vom Tag der starken Kursände-
rung bis zu dem Tag, an dem das BCC erneut eine starke Kursänderung registriert (letzterer Tag nicht
inbegriffen).
Jeder Währungszeitraum wird durch eine zweistellige Ordnungszahl identifiziert, die das BCC in der
Trennungsmitteilung angibt.
Referenzkurs des Euro zu einer Währung: Kurs des 1. Tages des Währungszeitraums.
Starke Kursänderung: Eine Währung weist dann eine starke Kursänderung auf, wenn der vom BCC
überwachte Tageskurs des Euro zu dieser Währung eine Kursänderung gegenüber dem Referenz-
kurs von mehr als 3% anzeigt. Das BCC stellt die starke Kursänderung fest und eröffnet einen neuen
Währungszeitraum (siehe Punkt 4.2 - Seite 18).
Getrennte Währung: Eine getrennte Währung ist eine aufgrund starker Kursschwankungen in mehre-
re Währungszeiträume eingeteilte Währung.
Die Bahnen sind sich der Tatsache bewußt, daß es im Rahmen ihrer gegenseitigen Beziehungen ge-
wisse Risiken gibt - unter anderem im Zusammenhang mit der zeitlichen Verschiebung der Zahlungs-
ströme und den Kursänderungen der Währungen.
Die Bestimmungen dieses Merkblattes sollen es den Bahnen ermöglichen, diese Risiken auf ein Min-
destmaß zu begrenzen.
- Die für Rechnung einer anderen Bahn vermittelnde Bahn hat den Bestimmungen dieses Merkblat-
tes zufolge das Recht, sich vor den mit dieser Vermittlung verbundenen Finanzrisiken zu schützen.
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- Wenn sich eine Bahn vor diesen Risiken nicht schützen konnte, trägt die Bahn, für deren Rechnung
vermittelt worden ist, diese Risiken.
- Bei Berichtigung eines früher unterlaufenen Fehlers muß der sich aus den gewöhnlichen Kurs-
schwankungen ergebende Kursunterschied der für den Fehler verantwortlichen Bahn angelastet
oder gutgeschrieben werden.
- Jede Bahn hat das Kursrisiko ihrer Landeswährung gegenüber der Rechnungseinheit der Bahnen
(Euro) selbst zu tragen.
Bahnen, die sich nicht an die Bestimmungen des vorliegenden Merkblattes halten oder gegen die ver-
traglichen Vereinbarungen verstoßen, können unbeschadet der in anderen Texten (UIC-Satzung etc.)
vorgesehenen Strafen von der dadurch benachteiligten Bahn zur Zahlung eines finanziellen Aus-
gleichs aufgefordert werden.
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V 3 - Regeln für die Rechnungsführung und die Zahlung der
Salden
3.1 - Grundsätze
Für die Abrechnungen ihrer gegenseitigen Schulden und Forderungen müssen zwei Bahnen ein re-
gelmäßig abgeschlossenes Kontokorrent führen.
Das Kontokorrent nimmt für bestimmte bilaterale Verkehrsrelationen die Schulden und Forderungen
aus verkehrlichen und außerverkehrlichen Leistungen zwischen zwei Bahnen in den Leistungswäh-
rungen auf (siehe Punkt 3.2 - Seite 10).
In dieses Kontokorrent können mit der Zustimmung der beiden Bahnen auch die Beträge aufgenom-
men werden, die zwischen einer der beiden Bahnen und den in einem der Länder dieser beiden Bah-
nen tätigen Privatbahnen auszugleichen sind.
• Jede Bahn stellt auf der Grundlage der seit dem Datum des letzten Rechnungsabschlusses ge-
buchten Abrechnungen mindestens einmal pro Monat zum Zeitpunkt des Rechnungsabschlus-
ses eine Zusammenstellung der auszugleichenden Beträge (Buchungsauszug) auf (siehe Punkt
3.3 - Seite 12).
• Der Gesamtsaldo des Kontokorrents wird entweder im Rahmen bilateraler Beziehungen (siehe
Punkt 3.4 - Seite 14) oder durch die Einschaltung einer Ausgleichsstelle (siehe Punkt 3.5 - Seite
16) ermittelt.
In das Kontokorrent werden die Beträge aufgenommen, die nach den im Punkt [Link] - Seite 10 und
[Link] - Seite 11 genannten Abrechnungsbestimmungen zwischen zwei Rechnungsabschlüssen ab-
gerechnet und gebucht worden sind.
Die Schulden und Forderungen werden in der Leistungswährung nach den ihnen zugeordneten Wäh-
rungszeiträumen zusammengefaßt.
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- Personenverkehr/Gepäck/Reservierungen (UIC-Merkblatt Nr. 301),
- die Abrechnungen über Wagenmieten, Schäden usw. nach dem "Übereinkommen über die gegen-
seitige Benutzung der Güterwagen im internationalen Verkehr (RIV)" und dem "Übereinkommen
über die gegenseitige Benutzung der Personenwagen und Gepäckwagen im internationalen Ver-
kehr (RIC)".
- etwaige Liquiditätsvorschüsse (in Erfüllung des Punktes 5.1 - Seite 20 dieses Merkblattes).
- die direkt dem Kunden zu bezahlenden Rückvergütungen (siehe UIC-Merkblatt Nr. 352).
- etwaige bei den vorstehend genannten Abrechnungen aufkommende Verzugszinsen, die nach den
Abrechnungsvorschriften im Rahmen des RIV und RIC zu zahlen sind.
- alle Beträge, die nicht mit einem Beförderungsvertrag zusammenhängen, denen aber eine (ver-
traglich) vereinbarte Lieferung oder Leistung zugrunde liegt. Die Voraussetzungen für die Aufnah-
me sind:
• Die Rechnung muß die genaue Anschrift des Rechnungsempfängers und des Empfängers der
Lieferung und Leistung sowie den Hinweis zum Zahlungsausgleich über Kontokorrent (bilatera-
ler oder multilateraler Ausgleich) beinhalten.
• Für jede Rechnung ist eine gesonderte Anmeldung vorzunehmen. Eine Kopie der Rechnung ist
der Anmeldung als Beleg beizufügen.
• Bei fehlerhafter Rechnungslegung obliegt nur dem Gläubiger die Regulierung des Zahlungsaus-
gleichs.
- die nach Prüfung der Unterlagen bezahlten Rückvergütungen (siehe UIC-Merkblatt Nr. 352).
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- die Rückzahlungen von erhobenen Beträgen (z.B. Nachnahmen) und zusätzlichen Kosten im Per-
sonen- und Güterverkehr sowie Entschädigungen im Zusammenhang mit Beförderungsverträgen
gemäß dem Abkommen betreffend den internationalen Eisenbahn-Personenverkehr (AIV) und
dem Abkommen betreffend den internationalen Eisenbahn-Güterverkehr (AIM).
Die Bahnen nehmen die Geschäftsvorgänge in ihrer Leistungswährung in die Rechnungen des zum
Zeitpunkt ihrer Durchführung laufenden Währungszeitraums auf.
In den UIC-Merkblättern und betreffenden Sondervereinbarungen ist festgelegt, unter welcher Bedin-
gung ein Geschäftsvorgang als durchgeführt zu betrachten ist.
- Entschädigungen gegenüber dem Kunden: die Aufnahme erfolgt in die Rechnung jenes Wäh-
rungszeitraumes, in den der Tag fällt, an dem die Entschädigung gezahlt wurde.
- außerverkehrliche Leistungen:
• die für die Rechnung einer anderen Bahn an Dritte gezahlten Beträge werden in die Rechnung
jenes Währungszeitraumes aufgenommen, in den der Zahlungstag fällt.
• Beträge für Arbeiten auf Rechnung einer anderen Bahn werden in die Rechnungen jenes
Währungszeitraumes aufgenommen, in den der Zeitpunkt des Abschlusses dieser Arbeiten fällt.
Bei Arbeiten, die sich auf einen längeren Zeitraum erstrecken, müssen jedoch Forderungen, die
am letzten Tag eines Währungszeitraums Euro 30.000 erreichen oder überschreiten, in die
Rechnung dieses Währungszeitraums aufgenommen werden.
Fehler bei der Zuscheidung auf einen Währungszeitraum sind von der Bahn, die diese Zuscheidung
vorgenommen hat, im nächsten Rechnungsabschluß zu berichtigen.
3.3.1 - Definitionen
Ein Rechnungsabschluß besteht darin, die bis zum Zeitpunkt dieses Abschlusses auf dem Kontokor-
rent verbuchten Beträge nach Leistungswährungen und Währungszeiträumen zusammenzufassen,
um ihren Ausgleich herbeizuführen.
Für die Periodizität des Rechnungsabschlusses gelten die Regeln der Kontokorrentvereinbarung oder
die für die bilateralen Beziehungen zwischen den Bahnen geltende Geschäftsordnung der multilate-
ralen Ausgleichsstelle.
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Der Ausgleich eines Kontokorrents umfaßt sämtliche Tätigkeiten zur Umrechnung der in den verschie-
denen Währungen ausgedrückten Salden in Euro, um dadurch den zu bezahlenden Gesamtsaldo des
Kontokorrents zu erhalten.
Phase 1: Rechnungsabschluss
Zum Zeitpunkt des Rechnungsabschlusses erstellt jede Bahn über die Beträge, für deren Aufnahme
in das Kontokorrent sie zuständig ist, eine Zusammenstellung. Die Zusammenstellung enthält beson-
dere Spalten, in die die jeweiligen Schulden und Forderungen in ihrer Leistungswährung mit Wäh-
rungszeitraum einzutragen sind. Für jeden angemeldeten Betrag ist die Art der Leistung und der
Abrechnungsmonat anzugeben und ein erläuternder Text oder ein entsprechender Nachweis beizu-
fügen.
Ein Muster der Zusammenstellung der auszugleichenden Beträge ist in der Anlage B - Seite 31 ent-
halten.
Phase 2: Rechnungsausgleich
Anhand der Zusammenstellung der auszugleichenden Beträge der einzelnen Bahnen wird zur Ermitt-
lung des Schuld- oder Forderungssaldos die Summe der den verschiedenen Währungszeiträumen
zugeschiedenen Beträge gebildet.
Die Umrechnung der in Landeswährungen ausgedrückten Salden in Euro erfolgt zu den nach Maß-
gabe der Tageskurstabelle des BCC am Tag des Rechnungsabschlusses gültigen Kursen.
Wenn jedoch der Kurs einer Währung am Tag des Rechnungsabschlusses vom gewogenen arithme-
tischen Mittel der während des Ausgleichszeitraums gültigen Kurse um mehr als 2,5% abweicht, wird
der diesem Mittel entsprechende Kurs für die Umrechnungen benutzt. Dieses Mittel wird durch Ge-
wichtung der Kurse mit der Zahl der Kalendertage, an denen sie gültig waren, berechnet.
Das BCC berechnet und veröffentlicht diesen Mittelkurs des Ausgleichszeitraums in seiner Kurstabel-
le, der dort mit einem Sternchen gekennzeichnet ist.
Die Umrechnung der Salden der Rechnungen der abgeschlossenen Währungszeiträume in Euro er-
folgt anhand des den jeweiligen Währungszeiträumen zugeordneten Kurses, der in der BCC-Tren-
nungsmitteilung für diesen Währungszeitraum angegeben ist, und nach den Bestimmungen des
Punktes [Link] - Seite 19 berechnet wird.
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Die so in Euro ermittelten Beträge werden dann wie alle anderen in dieser Währung ausgedrückten
Beträge behandelt.
Zum unmittelbaren Ausgleich ihrer gegenseitigen Schulden und Forderungen können zwei Bahnen in
einer Kontokorrentvereinbarung unter Beachtung folgender wichtiger Grundsätze besondere Konto-
korrentabschlüsse vereinbaren (Muster einer Kontokorrentvereinbarung siehe Anlage A - Seite 28):
In der Vereinbarung können zwei Bahnen festlegen, daß nur eine Bahn für die Zusammenstellung und
Schlußabrechnung verantwortlich ist.
Bei unmittelbarer Abrechnung der gegenseitigen Schulden und Forderungen zwischen zwei Bahnen
sind die von ihnen geführten bilateralen Kontokorrente einmal pro Monat abzuschließen. Wenn dieser
Tag ein Samstag, Sonntag oder Feiertag ist, wird der Abschluß an dem darauffolgenden Werktag vor-
genommen.
Zur Durchführung des Ausgleichs übersendet jede Bahn der anderen spätestens am 6. Tag nach dem
Rechnungsabschluss eine Ausfertigung ihrer Zusammenstellung der auszugleichenden Beträge.
Wenn dieser Tag kein Werktag ist, muss die Zusammenstellung am darauffolgenden Werktag über-
sandt werden.
Die Zusammenstellung ist gesondert von den übrigen Unterlagen per Fax oder auf einem anderen
schnellen Weg an die mit der Führung des Kontokorrents beauftragte Stelle zu senden.
Wenn eine der Bahnen nicht so vorgeht, ist die andere Bahn berechtigt, das Datum des Eingangs der
Unterlage bei ihr als Stichtag für die eventuelle Anwendung der Bestimmungen über Verzugszinsen
(Punkt 5.2.1 - Seite 22) zu betrachten.
Bei der Unterzeichnung einer bilateralen Vereinbarung zwischen zwei Bahnen wird in der Regel eine
Bahn mit der Erstellung der Schlußabrechnung gemäß Punkt [Link] - Seite 14 beauftragt. Wird keine
Bahn mit der Schlußabrechnung beauftragt, gelten für den Kontokorrentabschluss die Bestimmungen
des Punktes [Link] - Seite 15.
- Die ausgewählte Bahn erstellt die Schlußabrechnung anhand der Zusammenstellungen der aus-
zugleichenden Beträge, die in den verschiedenen Saldowährungen der beiden Bahnen nach Wäh-
rungszeiträumen angegeben sind,
- sie berechnet für jede Saldowährung und jeden Währungszeitraum den Schuld- bzw. Forderungs-
saldo der beiden Bahnen,
- sie rechnet jeden in Drittwährung oder Landeswährung ausgedrückten Saldo anhand der zum Zeit-
punkt des Rechnungsabschlusses gültigen BCC-Kurstabelle in Euro um,
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- sie gleicht die in Euro ausgedrückten Salden zugunsten der jeweiligen Bahnen aus und erhält somit
den in Euro ausgedrückten Gesamtsaldo des Kontokorrents,
- wenn erforderlich, rechnet sie den Gesamtsaldo anhand der am Tag des Rechnungsabschlusses
gültigen BCC-Kurstabelle in die bilateral vereinbarte Zahlungswährung um,
- sie erstellt die Schlußabrechnung und übermittelt der anderen Bahn spätestens am 10. Tag nach
dem Rechnungsabschluß eine Ausfertigung der Schlußabrechnung gemäß dem Muster in Anlage
C - Seite 34.
Ist die ausgewählte Bahn Gläubigerin, hat sie diese Unterlagen per Fax oder auf einem anderen
schnellen Weg zu übermitteln. Wird diese Formalität nicht erfüllt, ist die Schuldnerbahn berechtigt, das
Datum des Eingangs der Unterlagen bei ihr als Stichtag für die eventuelle Anwendung der Bestim-
mungen über Verzugszinsen (Punkt 5.2 - Seite 22) zu betrachten.
Nachdem die beiden Bahnen die im Punkt [Link] - Seite 14 genannten Umrechnungen vorgenom-
men haben, erstellt die gesamtschuldende Bahn die Schlußabrechnung.
Die betroffenen Bahnen vereinbaren, in welcher der gemäß Punkt [Link] - Seite 7 möglichen Zah-
lungswährungen die Schuldnerbahn den Gesamtsaldo bezahlen soll.
Zahlungstag ist der Tag, an dem die von der Schuldnerbahn veranlasste Zahlung auf dem Bankkonto
der Gläubigerbahn als Guthaben verbucht ist. Erfolgt die Überweisung jedoch telegrafisch mit Wert-
stellung, kann sich die Schuldnerbahn auf den Tag der Wertstellung als Zahlungstag berufen.
Die Bezahlung muß spätestens am 30. Tag nach dem Datum des Rechnungsabschlusses erfolgen.
Dieser Tag ist der äußerste Zahlungstermin.
Wenn der 30. Tag nach dem Rechnungsabschluß im Land der Gläubigerbahn ein Bankfeiertag ist,
wird der oben genannte äußerste Termin auf den nächsten Bankarbeitstag verschoben.
Hierfür haben die Bahnen einander bis zum 31. Dezember jedes Jahres die Bankfeiertage des folgen-
den Jahres in ihrem Land mitzuteilen.
Die Zahlung ist auch dann spätestens zum äußersten Zahlungstermin zu leisten, wenn die Prüfung
der Zusammenstellungen der auszugleichenden Beträge und der Schlußabrechnung noch nicht ab-
geschlossen ist. Etwaige Fehler sind im nächsten Rechnungsabschluß nach ihrer Feststellung zu be-
richtigen.
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[Link] - Bei den Zahlungen entstehende Kosten
Sofern zwischen zwei Bahnen nichts gegenteiliges vereinbart wurde, gehen die durch die Zahlung
verursachten Kosten zu Lasten der Schuldnerbahn. Hiervon ausgenommen sind etwaige Provisionen
und Gebühren, die der Gläubigerbahn in ihrem Lande gegebenenfalls in Rechnung gestellt werden.
Diese Kosten gehen jedoch zu Lasten der Schuldnerbahn, wenn letztere die Zahlungsanweisung
nicht an das in den Abkommen vorgesehene Geldinstitut erteilt hat.
Die Schuldnerbahn trägt die Konsequenzen einer nicht zum äußersten Zahlungstermin erfolgten Zah-
lung, wenn dieser Verzug auf die Bank zurückzuführen ist, die sie mit der Begleichung ihrer Schulden
beauftragt hat.
3.5.1 - Regelfall
Um die Anzahl und den Umfang ihrer Zahlungen einzuschränken, gleichen einige Bahnen ihre gegen-
seitige Schulden und Forderungen durch Vermittlung einer Ausgleichsstelle multilateral aus.
Der multilaterale Ausgleich besteht darin, die Schulden und Forderungen jeder Bahn gegenüber allen
anderen Mitgliedern dieser Ausgleichsstelle in einem einzigen Konto zusammenzufassen, so daß sich
für jede Bahn nur ein Saldo ergibt. Übersteigen die Gesamtschulden die Gesamtforderungen, so er-
gibt sich ein Schuldensaldo, im umgekehrten Falle ein Forderungssaldo.
Erfolgt der Ausgleich über eine Ausgleichsstelle, so gilt die Geschäftsordnung dieser Stelle mit den
darin vorgesehenen Umrechnungsbestimmungen.
Führt die Ausgleichsstelle wegen besonderer Verhältnisse einen bilateralen Ausgleich durch, so sind
die in vorliegendem Merkblatt für den Ausgleich der Rechnungen und die Bezahlungen ihrer Salden
im bilateralen Verkehr vorgesehenen Bestimmungen zu beachten.
3.5.2 - BCC-Ausgleich
Für die Mitglieder der Zentralen Clearingstelle (BCC s.c.r.l) ist das Verfahren für den Abschluß und
den Ausgleich der Rechnungen in der Verfahrensrichtlinie (Règlement opérationel) beschrieben.
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V 4 - Schutz vor Kursrisiken
Jede Bahn darf für die von ihr von der Kundschaft in Landeswährung oder Euro zu erhebenden Be-
träge einen angemessenen Kurszuschlag anwenden bezogen auf die amtlichen Devisenkurse ihres
Landes.
Die Bahnen können in den Zügen und Verkaufsstellen für die zu erhebenden Beträge fremde Wäh-
rungen von Reisenden annehmen. Dabei sind die geltenden Devisenbestimmungen zu beachten.
Für die Annahme der fremden Währungen gelten die Sortenkurse der Banken, bei denen die auslän-
dischen Banknoten eingezahlt werden zuzüglich einem angemessenen Aufschlag als Vergütung der
Bahn für die Vermittlung und zur Deckung des Kursrisikos zwischen der Annahme und der Einlösung
der ausländischen Zahlungsmittel.
Es gelten die Bestimmungen der vorstehenden Punkt [Link].2 - Seite 17 (Anwendung eines Kurszu-
schlags von höchstens 2,5%).
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4.1.3 - Umrechnung des Sonderziehungsrechtes
Wenn das BCC bei einer anerkannten Währung eine starke Kursänderung im Sinne des Punktes
2.2.6 - Seite 8 feststellt, verständigt es hiervon mit schnellen Kommunikationsmitteln die Bahnen an-
hand einer Trennungsmitteilung, die folgende Angaben enthält:
- Mittelkurs des Euro zu den betreffenden Währungen für den abgeschlossenen Währungszeitraum,
Sofort nach Erhalt der vom BCC versandten Trennungsmitteilungen eröffnen die Bahnen für alle bila-
teralen Beziehungen, bei allen betroffenen Stellen und Reisebüros Rechnungen für den neuen Wäh-
rungszeitraum. Der Stichtag der Eröffnung ist der vom BCC in seiner Trennungsmitteilung
angegebene erste Tag des neuen Währungszeitraums.
Beim Ausgleich der in einer getrennten Währung ausgedrückten Rechnungen für Geschäftsvorgänge
aus der Zeit vor der starken Kursänderung haben die Bahnen nur für die sich aus den Kursänderun-
gen ihrer Landeswährung gegenüber dem Euro ergebenden Kursunterschiede aufzukommen. Die
Anwendung dieses Grundsatzes erfolgt durch Umrechnung der in getrennter Währung ausgedrückten
Beträge in Euro zu den vom BCC gemäß nachstehendem Punkte [Link] - Seite 19 ermittelten Kur-
sen.
Wird jedoch nach einer starken Kursänderung ein vor dieser Änderung unterlaufener und in der ge-
trennten Währung ausgedrückter Fehler berichtigt, gehen alle bei der Berichtigung auftretenden Um-
rechnungsunterschiede auf Rechnung der für den Fehler verantwortlichen Bahn.
18 311
VE
[Link] - Umrechnung der Salden der Rechnungen aus abgeschlossenen Wäh-
rungszeiträumen
Bei jedem bilateralen Rechnungsabschluß oder bei jedem multilateralen BCC-Ausgleich werden die
Salden der Rechnungen aus abgeschlossenen Währungszeiträumen mit dem vom BCC errechneten
und in der Trennungsmitteilung angegebenen Mittelkurs in Euro umgerechnet. Der Mittelkurs ist das
gewogene arithmetische Mittel aller Kurse während des Währungszeitraums. Das Mittel erhält man,
indem man die Kurse mit der Anzahl der Kalendertage, an denen sie in Kraft waren, gewichtet.
Bei starker Kursänderung können die Bahnen, deren Landeswährung davon betroffen ist, die anderen
Bahnen bei internationalen Tarifen mit getrennter Frachtberechnung mit Zustimmung der geschäfts-
führenden Bahn des Tarifs bitten, auf die Beträge in Euro oder die Beträge in jeder anderen in diesen
Tarifen enthaltenen Währung bis zu ihrer Neuausgabe unverzüglich einen Anpassungskoeffizienten
anzuwenden.
Die zum Zeitpunkt der Zahlung zwischen der Zahlungs- und Landeswährung auftretenden Umrech-
nungsunterschiede sind analog der Bestimmungen in dem Punkt 2.3.2 - Seite 8 von jeder Bahn selbst
zu tragen.
Bei verspäteter Zahlung gelten die Bestimmungen des Punktes 5.2.2 - Seite 22.
19 311
VE
V 5 - Schutz vor der zeitlichen Versetzung der Geldbewe-
gungen
In diesem Merkblatt und im Rahmen der internationalen Bahnbeziehungen hält man sich an folgende
Begriffe:
Wertstellung: Für die Verkehrsvorgänge eines bestimmten Abrechnungsmonats M, die nach den in
den UIC-Merkblättern Nr. 301, Nr. 304 und Nr. 305 festgeschriebenenen Regeln abgerechnet wurden,
werden ab einem bestimmten Zeitpunkt, dem sogenannten Wertstellungstag, Agios fällig. Die Wert-
stellungstage sind in der Anlage G - Seite 39 zusammengestellt.
Ausgleichstag: Zeitpunkt des BCC-Ausgleichs oder des Abschlusses eines bilateralen Kontokorrents
(Rechnungsabschluß), in dem die Abrechnungen von Verkehrsvorgängen eines bestimmten Abrech-
nungsmonats M registriert sind.
Abrechnungsfrist: die genaue Anzahl von Tagen, die zwischen dem Wertstellungstag einer Verkehrs-
abrechnung und dem Tag des Ausgleichs eben dieser Abrechnung verstreichen.
Liquiditätsagios: Der Liquiditätsausfall während der Abrechnungsfrist wird durch Agios, die sogenann-
ten Liquiditätsagios, kompensiert.
Bezugssatz zur Berechnung der Agios: Der im Berechnungszeitraum zu den BCC- Ausgleichstermi-
nen gültige, von der Europäischen Zentralbank (EZB) veröffentlichte durchschnittliche 1 Monats- EU-
RIBOR - Zinssatz.
Zur Ermittlung der für die Berechnung der Agios erforderlichen Faktoren wird wie folgt verfahren:
- Die in Euro umgerechnete Abrechnung wird mit der genauen Anzahl der verstrichenen Tage (ein
Jahr mit 360 Tagen) gewichtet.
- Jeder dieser aus den Euro/Tag-Abrechnungen resultierenden Beträge ist je nach der Richtung der
Verkehrsabrechnung eine Verbindlichkeit oder eine Forderung.
- Für jeden Ausgleichszeitraum (15 Tage für das BCC, 1 Monat für einen Abschluß durch bilateralen
Ausgleich) wird der Gesamtbetrag der Euro/Tag-Abrechnungen ermittelt.
20 311
VE
- Aus der in diesem Stadium erfolgenden Anwendung des Bezugssatzes der Rechnungsperiode er-
gibt sich die Höhe der Agios.
Die praktischen Bestimmungen für die Berechnung und Zuscheidung der Liquiditätsagios und die Ab-
weichungen von diesen Bestimmungen sind in die bilaterale Vereinbarung über Agioberechnungen
aufzunehmen (Muster (siehe Anlage D - Seite 35)).
Die Belege für die Agioberechnungen müssen den Mustern in Anlage E - Seite 37 und F - Seite 38
entsprechen.
Die Berechnung der Agios auf die im Laufe eines Quartals angemeldeten Beträge erfolgt mindestens
einmal pro Quartal am Ende dieses Quartals.
Die Liquiditätsagios für die im Laufe eines Quartals ausgeglichenen Abrechnungen sind von der Bahn
zu berechnen und zuzuscheiden, die die betreffenden Abrechnungen angemeldet hat. Sie sind in den
nächstfolgenden BCC-Ausgleich bzw. Kontokorrentabschluß aufzunehmen.
In den bilateralen Verbindungen gelten die Regeln für Fehlerberichtigungen oder Auslassungen auch
für die Liquiditätsagios.
5.1.4 - Liquiditätsvorschüsse
Die Regeln zur Zahlung der Liquiditätsvorschüsse werden im Einvernehmen zwischen den beiden be-
troffenen Bahnen festgelegt.
Wenn es keine bilaterale Vereinbarung gibt und die Schuldnerbahn beabsichtigt, einen Vorschuß zu-
gunsten der Gläubigerbahn anzumelden, hat sie dies einen Monat im voraus mitzuteilen und dabei
die Höhe diese Vorschusses, die davon betroffene Verkehrsabrechnung, die Periodizität und den An-
meldungstermin des Vorschusses anzugeben. Nach Ablauf dieser 1-Monatsfrist meldet sie den Vor-
schuß an.
In Ermangelung einer Vereinbarung kann eine Gläubigerbahn ebenfalls eine Schuldnerbahn bitten,
Liquiditätsvorschüsse zu zahlen. Sie hat die Schuldnerbahn vorab davon zu unterrichten und dabei
die Höhe des Vorschusses und die davon betroffene Verkehrsabrechnung anzugeben. Wenn die
Gläubigerbahn einen Monat nach dieser Mitteilung noch keine Antwort erhalten hat, kann sie die au-
tomatische Belastung mit diesem Liquiditätsvorschuß veranlassen.
Die Zahlung der Liquiditätsvorschüsse erfolgt in Euro. Ihre Höhe muß im Verhältnis zu dem betreffen-
den Verkehr stehen. Die Vorschüsse werden in den BCC-Ausgleich oder in einen bilateralen Konto-
korrentabschluß aufgenommen.
Die aus den Liquiditätsvorschüssen resultierenden Haben-Agios werden nach den in den Punkte
5.1.2 - Seite 20 und 5.1.3 - Seite 21 angegebenen Regeln berechnet, wobei als Anzahl der Tage die
Zeit zu nehmen ist, die zwischen dem Tag des Ausgleichs des Vorschusses und dem Tag des Aus-
gleiches der vom Vorschuß betroffenen Verkehrsabrechnung verstrichen ist.
21 311
VE
5.2 - Zahlungsverzug
Die gesamtschuldende Bahn, die ihre Zahlung nicht spätestens zu dem in diesem Merkblatt festge-
legten Termin geleistet hat, hat gemäß den nachstehenden Bestimmungen Verzugszinsen zu zahlen.
Ist der Zahlungsverzug auf den verspäteten Austausch der Rechnungen zurückzuführen, so hat die
hierfür verantwortliche Bahn die unmittelbaren Folgen dieser Verspätung zu tragen. Ist diese Bahn
Gläubigerin, so erhält sie für den entsprechenden Zeitraum von der Schuldnerbahn keine Zinsen.
Die Zinsen sind von dem Tag nach dem äußersten Zahlungstermin bis zum Zahlungstag zu berech-
nen. Diese beiden Stichtage sind im Punkt [Link] - Seite 15 definiert.
Solange die Zahlung nicht erfolgt ist, berechnet die Gläubigerbahn am Ende jedes Kalenderquartals
bzw. jedes Kalendermonats die Verzugszinsen für den abgelaufenen Zeitraum. Diese Zinsabrechnun-
gen werden der Schuldnerbahn entsprechend dem Abrechnungsmodus zugeschickt und in die lau-
fende Rechnung aufgenommen.
5.2.2 - Verzugszinssatz
Bei der Berechnung der Verzugszinsen für die verspätete Zahlung der in Zahlungswährung oder Euro
ausgedrückten Salden gilt der Diskontsatz der Zentralbank des Landes der betreffenden Währung
oder der an seiner Stelle verwendete von den Währungsbehörden festgelegte Satz oder aber der in
der BCC-Kurstabelle angegebene 1 Monats-EURIBOR-Zinssatz.
Wenn der Saldo in einer anderen als der Währung der Gläubigerbahn ausgedrückt ist, kann letztere
dennoch den in ihrem Land gültigen Satz anwenden, wenn sie die Schuldnerbahn vorher davon in
Kenntnis setzt.
Wenn der anzuwendende Zinssatz die der Gläubigerbahn durch den Zahlungsverzug entstehenden
Finanzkosten nicht deckt, kann sie mit dem entsprechenden Nachweis und nach vorheriger Benach-
richtigung der Schuldnerbahn für jeden Abrechnungszeitraum einen ihren echten Finanzkosten ent-
sprechenden Zinssatz benutzen.
In allen Fällen gelten die Bestimmungen des Punktes 5.2.1 - Seite 22.
Für die Berechnung der Verzugszinsen wird der im Punkt 5.2.2 - Seite 22 genannte, zum äußersten
Zahlungstermin geltende Bezugszinssatz verwendet, auf den ein Zuschlag von 1% erhoben wird.
Für die Berechnung der Verzugszinsen wird ab dem 16. Tag der jeweils am 1. Tag des gemäß Punkt
5.2.1 - Seite 22 (letzter Absatz) definierten Berechnungszeitraums geltende, im Punkt 5.2.2 - Seite 22
festgelegte Bezugszinssatz verwendet, auf den ein Zuschlag von 5% erhoben wird.
22 311
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5.3 - Aufrechnungen im bilateralen und im multilateralen
Zahlungsausgleich
Bleiben im bilateralen Zahlungsausgleich ein oder mehrere Salden zugunsten einer Bahn zum Zeit-
punkt des äußersten Zahlungstermins ganz oder teilweise unbezahlt und ergibt sich bei einem erneu-
ten Abschluß ein Saldo zugunsten der in Verzug geratenen Bahn, dann kann dieser Saldo ganz oder
teilweise unter folgenden Bedingungen gegen die noch offenstehenden Beträge aufgerechnet wer-
den.
Nur die Bahn mit der ältesten noch nicht im bilateralen Zahlungsausgleich erledigten Forderung ist be-
rechtigt, eine Aufrechnung nach obigem Absatz und lediglich in Höhe ihrer Forderungen vorzuneh-
men.
Die Bahn, die eine Aufrechnung nach vorstehenden Absatz durchzuführen beabsichtigt, muß die an-
dere Bahn im voraus davon benachrichtigen.
Die Schulden der aufrechnenden Bahn sind zur Begleichung der Forderungen - in der Reihenfolge
ihres Alters - zu verwenden.
Als Datum der Aufrechnung wird der äußerste Zahlungstermin für den Saldo zugunsten der in Verzug
geratenen Bahn zugrunde gelegt.
Die aufzurechnenden Beträge müssen, wenn sie nicht in der gleichen Währung ausgedrückt sind, in
die Landeswährung der aufrechnenden Bahn oder in Euro umgerechnet werden. Dabei gelten die für
die entsprechenden Rechnungsabschlüsse verwendeten Wechselkurse der BCC-Kurstabelle.
Bei Anwendung des Punktes 5.2 - Seite 22 bezüglich der Verzugszinsen ist die Aufrechnung wie zwei
Zahlungen in entgegengesetzter Richtung am Tag der Aufrechnung zu betrachten, Wenn die aufrech-
nende Bahn infolge verspäteter Abrechnungserstellung die Aufrechnung jedoch nicht an diesem Tag
vornehmen konnte, ist sie berechtigt, für alle, der anderen Bahn zuzuschreibenden Verzögerungen
Verzugszinsen zu berechnen.
Die aufrechnende Bahn hat der anderen Bahn die für die Aufrechnung verwendeten Wechselkurse
bekanntzugeben, einen Verzugszinsennachweis zuzuschicken sowie den neuen Kontostand nach er-
folgter Aufrechnung mitzuteilen.
23 311
VE
V 6 - Schutz vor säumigen Bahnen
Treten bei der Abrechnung oder Zahlung der Sollsalden einer Bahn gravierende Verzögerungen auf,
ist die UIC zum Schutz vor Säumigkeit einer Bahn von einer Gläubigerbahn einzuschalten, wenn de-
ren Forderungen gegenüber einer anderen Bahn
- In der Forderung sind außer der Hauptschuld die gemäß Punkt 5.2 - Seite 22 gegebenenfalls fälli-
gen Verzugszinsen inbegriffen.
- Die Forderungen sind in Euro ausgedrückt; sie gehen aus den in Euro angegebenen Salden der
Rechnungsabschlüsse hervor.
- Stichtag für das Alter der Forderung ist der äußerste Zahlungstermin der einzelnen Salden.
Diesbezügliche Schreiben sind an den Präsidenten des Komitees Finanzwesen der UIC zu richten.
1. Eine Gläubigerbahn kann ebenfalls das Zentralamt für den internationalen Eisenbahnverkehr (OC-
TI) nach den im Übereinkommen über den internationalen Eisenbahnverkehr (COTIF) vorgesehe-
nen Bestimmungen einschalten (COTIF vom 09.05.1980: Artikel 9, § 2, O und Artikel 17 -
Einheitliche Rechtsvorschriften CIM (Anhang B des COTIF: Artikel 59, § 4.)).
2. In diesem Fall teilt die Gläubigerbahn, die das OCTI eingeschaltet hat, letzterem jede Änderung
der Schuldensituation mit.
6.2.1 - Grundsätze
Die Säumigkeit einer Bahn kann sowohl ein Abrechnungs- als auch ein Zahlungsversäumnis betref-
fen.
Die Steuergruppe des Komitees Finanzwesen kann eine Bahn nur dann für säumig erklären, wenn sie
bei den Forderungen, die die Bedingungen des Punktes 6.1.1 - Seite 24 erfüllen,
24 311
VE
- oder von weniger als fünf Bahnen mit einer Gesamtforderung von mehr als 1 000 000 Euro einge-
schaltet wurde.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, fordert der Verantwortliche des Komitees für die Finanzbeziehun-
gen zwischen den Bahnen (Corfer) die betreffende Schuldnerbahn schriftlich auf, die Abrechnung in-
nerhalb eines Monats zu erstellen bzw. ihre Schulden innerhalb dieser Frist zu begleichen und teilt ihr
mit, daß nach dieser Frist ohne Reaktion ihrerseits das Corfer-Verfahren eingeleitet wird.
6.2.2 - Versäumniserklärung
Die Steuergruppe erklärt die Schuldnerbahn für säumig, wenn letztere innerhalb dieser einmonatigen
Frist nicht mindestens ein Viertel der der UIC nach Punkt 6.1.1 - Seite 24 gemeldeten Gesamtschul-
den abgerechnet bzw. gezahlt oder einen von ihren Gläubigern akzeptierten Tilgungsplan vorgelegt
hat.
Die Steuergruppe beauftragt das Expertenkomitee des Corfer oder eine regionale Corfer-Gruppe, die
Forderungen und Verbindlichkeiten der für säumig erklärten Bahn im einzelnen prüfen und finanztech-
nische und sonstige Schutzmaßnahmen zu treffen, mit denen sich die Lage der säumigen Bahn ver-
bessern läßt. Die möglichen finanztechnischen Schutzmaßnahmen sind im Punkt 6.3 - Seite 25 und
in der Geschäftsordnung des Corfer beschrieben.
Es wird gegebenfalls eine regionale Corfergruppe eingesetzt, wenn es gilt, ein spezifisches Säumig-
keitsproblem in einer bestimmten Region genauer zu untersuchen. Für derartige regionale Gruppen
gelten die Arbeitsregeln des Corfer-Expertenkomitees, die in der Corfer-Geschäftsordnung enthalten
sind.
Wenn die Güter-und Personenverkehrsabschlüsse von einer für säumig erklärten Bahn nicht abge-
rechnet werden, wird eine Ad-hoc Studiengruppe gebildet, die sich zusammensetzt aus:
Diese Gruppe soll die Ursachen des Abrechnungsversäumnisses ermitteln. Wenn die Verzögerung
auf den vorübergehenden Ausfall von EDV-Anlagen zurückzuführen ist, hat die säumige Bahn den
Gläubigerbahnen Lösungsvorschläge zu unterbreiten.
Es ist ebenfalls möglich, die Abrechnungsarbeiten einer Gläubigerbahn zu übertragen. In diesem Fall
sind folgende Grundsätze zu berücksichtigen:
25 311
VE
- das in dem als Anlage des UIC-Merkblatts Nr. 301 beigefügten "Mustervertrag für die Erstellung
der Abrechnung durch Dritte" vorgesehene Verfahren ist einzuhalten.
Bei einer Verzögerung von begrenzter Dauer kann die säumige Bahn ihren Gläubigern anbieten, wie
im Punkt 5.1.4 - Seite 21 vorgesehen, Liquiditätsvorschüsse zu zahlen.
Letztere müssen den Ergebnissen der Abrechnungen des gleichen Vorjahreszeitraums oder einem
Betrag entsprechen, den die Ad-hoc-Gruppe für den betreffenden Zeitraum für repräsentativer hält.
Das mit dieser Problematik befaßte Corfer-Gremium führt bei allen europäischen UIC-Mitgliedern eine
Umfrage durch, um die Soll- und Haben-Salden der säumigen Bahn zu ermitteln.
Das Corfer prüft die Gesamtsituation der säumigen Bahn und wählt von den im Punkt 6.4.2 - Seite 26
und in der Corfer-Geschäftsordnung vorgesehenen Bekämpfungsmaßnahmen diejenigen aus, die der
wirtschaftlichen und finanziellen Situation am besten angepaßt sind.
Die Salden zugunsten der säumigen Bahn können an die Gläubigerbahnen gezahlt werden.
Eine Abtretung der Salden der säumigen Bahn an ein bahnexternes Unternehmen ist möglich, wenn
die säumige Bahn mit der Übertragung ihrer Schulden einverstanden ist.
Die im Rahmen der Forderungsabtretung zu zahlenden Beträge können entweder direkt überwiesen
oder in die Kontokorrente der Bahnen aufgenommen werden, die nach dem multilateralen Ausgleich
hiervon betroffen sind.
[Link] - Ausgleichsmöglichkeiten
Im Rahmen eines bilateralen Vertrages, über den das mit der Problematik befaßte Corfer - Gremium
unterrichtet werden muß, kann ein Naturalausgleich (Waren oder Leistungen) zwischen einer Gläubi-
gerbahn und einer säumigen Bahn vorgenommen werden.
26 311
VE
6.5 - Aufhebung der Schutzmaßnahmen gegen Säumigkeit
Die Steuergruppe annulliert die Säumigkeit, sobald nur noch höchstens eine Bahn Gläubigerin ist und
die mitgeteilten Forderungen dieser Bahn an die säumige Bahn weniger als 1.000.000 Euro betragen.
Dabei werden nur diejenigen Forderungen berücksichtigt, die älter als drei Monate sind.
Die Steuergruppe unterrichtet die UIC-Mitglieder unverzüglich über die Aufhebung der Säumigkeit.
27 311
VE
Anlagen
X und Y vereinbaren ebenfalls, die sich daraus ergebenden Schulden und Forderungen nach den Be-
stimmungen des UIC-Merkblatts Nr. 311 und den nachstehenden Zusatzbestimmungen über ein bila-
terales Kontokorrent auszugleichen.
• für X von:
• für Y von:
2. X/Y wird mit der Schlußabrechnung zwischen den beiden Unternehmen beauftragt (zu
präzisieren).
Die gesamtschuldende Bahn X/Y führt die Schlußabrechnung durch (zu präzisieren).
1. Für die im Namen von X und Y in das Kontokorrent aufzunehmenden Beträge gelten die Bestim-
mungen des Punktes 3.2.1 - Seite 10 des Merkblatts 311.
2. Die Schulden und Forderungen sind je nach Verkehrsart gemäß den Codes G (Güterverkehr), P
(Personenverkehr), D (Diverses) eingeordnet. Die Beträge werden bei jeder Leistungswährung
nach Währungszeitraum eingeordnet.
3 - Rechnungsabschluß
1. Zum Zeitpunkt des Rechnungsabschlusses, am .......... des Monats M, erstellt jede Bahn über die
von ihr im Kontokorrent verbuchten Beträge eine Zusammenstellung, in der sie die Schulden und
Forderungen nach Leistungswährung und Währungszeitraum einordnet.
2. Im Rahmen des Punktes 5.1 - Seite 20 des Merkblatts 311 werden auf die von beiden Unterneh-
men verbuchten Beträge Agios berechnet (zu präzisieren)/mit Ausnahme der festgelegten Fälle
Agios berechnet (zu präzisieren).
28 311
VE
Anlagen
3. Jede Bahn hat ihre Zusammenstellung innerhalb von 5 Tagen, d.h. bis zum .......... des Monats M/
M+1 per Fax (Fax-Nummern, siehe Punkt 1 - Führung und Abschluss der Rechnungen) zu über-
senden.
Wenn dieser Tag kein Arbeitstag ist, wird dieser Termin auf den darauffolgenden Werktag verscho-
ben.
Die Belege sind innerhalb der gleichen Firsten zu übermitteln.
4. X/Y erstellt die Schlußabrechnung und übermittelt der Partnerbahn spätestens am 10. Tag nach
dem Rechnungsabschluß d.h. am .......... des Monats M/M+1 eine Kopie dieser Abrechnung.
Wenn die SNCF Schuldnerin ist, ist diese Schlußabrechnung per Fax zu übersenden.
4 - Zahlung
1. Die gesamtschuldende Bahn erteilt ihrer Bank den Auftrag, den der Gläubigerbahn geschuldeten
Betrag zu überweisen, und zwar so rechtzeitig, daß letztere diesen Betrag spätestens am 30. Tag
nach dem Rechnungsabschluß, d.h. am ..................... des Monats M+1 erhält.
Wenn dieser Tag im Land der Gläubigerbahn ein Bankfeiertag ist, wird der Termin auf den näch-
sten Bankarbeitstag verschoben.
• für X:
• für Y:
3. Hat die gesamtschuldende Bahn ihre Schulden nicht spätestens bis zu dem in vorstehendes Punk-
tes 1 - Seite 29 festgelegten äußersten Termin beglichen, werden Verzugszinsen nach Punkt 5.2
- Seite 22 des Merkblatts 311 berechnet.
1. Die Bahnen teilen sich gegenseitig etwaige Unregelmäßigkeiten oder Fehler mit, die sie in der Zu-
sammenstellung der in das Kontokorrent aufgenommenen Beträge oder im Kontokorrentabschluß
festgestellt haben. Die Berichtigung erfolgt im nächsten Kontokorrent.
2. Übersteigen die Unterschiede den Gegenwert von 10 000 Euro und ist der ursprüngliche Saldo
noch nicht gezahlt, wird das Kontokorrent sofort berichtigt und der Gesamtsaldo geändert.
3. Die Berichtigung von Fehlern im Kontokorrent darf sich nicht auf Geschäftsvorgänge erstrecken,
die vor mehr als einem Jahr abgerechnet wurden.
6 - Aufbewahrungsfristen
1. Die Kontokorrente und die dazugehörenden Unterlagen sind, vom Rechnungsabschluß an gerech-
net, fünf Jahre aufzubewahren.
2. Die strittige Fragen betreffenden Abrechnungsdaten sind bis zur endgültigen Regelung, minde-
stens jedoch 5 Jahre (ab Rechnungsabschluß) aufzubewahren.
29 311
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Anlagen
7 - Inkrafttreten, Kündigung
2. Die Vereinbarung kann von jeder der beiden Bahnen gekündigt werden, wenn eine Kündigungsfrist
von zwei Monaten, gerechnet vom ersten Tag nach der Kündigung, eingehalten wird. Anträge auf
Änderung dieser Vereinbarung sind nicht als Kündigung zu betrachten.
Der Übergang zum multilateralen Ausgleich ist vorher bekanntzugeben. Sind beide Partner Mitglied
des BCC, treten an die Stelle dieser Vereinbarung die Bestimmungen der Verfahrenslinie des BCC.
Für X, Für Y,
Ausgefertigt am.....................
30 311
VE
Anlagen
Anlage B - Zusammenstellung
Relevé de comptes sans montant pondéré au 31/01/99 / Statement of account without weighted
amounts as at 31/01/99
Tabelle 1 : Y - code
31 311
VE
Anlagen
Tabelle 2 : Y - code
EUR = 1 EUR01
a.
EUR = 9,53508 SEK30
a.
EUR = 6,60326 FRF03
32 311
VE
Anlagen
Solde général portant agios / Gesamtsaldo für Agio-Berechnung / Overall balance for accounting charges
33 311
VE
Anlagen
Arrêté du compte-courant bilatéral entre X et Y (au 31/01/1999) / Final current account balance
between X and Y as at 30/01/1999
EUR01 148 527,71 91 124,91 0,00 239 652,62 1,000 0,00 239 652,62
ATS05 951 144,30 375 151,00 0,00 1 326 295,30 13,8058 0,00 96 067,98
ITL22 10 531 748,00 19 513 000,00 0,00 30 044 748,00 1945,15 0,00 15 445,98
FRF03 6 611 205,33 431,00 0,00 6 610 774,33 6,60326 0,00 1 001 137,97
Solde général/Gesamtsaldo/
Overall balance EUR 1 356 271,10
En monnaie de paiement
In Zahlungswährung 1,62474 CHF 2 203 587,91
In payment currency
a. fiktive Kurse / Les cours repris sont fictifs / These are fictitious rates.
34 311
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Anlagen
D.1 - Beispiel
- Das Unternehmen ........... X ....... (nachstehend ....... X ....... benannt - UIC-Code ...........)
- und das Unternehmen ....... Y ....... (nachstehend ....... Y ....... benannt - UIC-Code ...........)
vereinbaren, auf die in das Kontokorrent aufgenommenen Beträge den Bestimmungen des Punktes
5.1 - Seite 20 des Merkblatts 311 und den nachstehenden Zusatzbestimmungen zufolge Liquiditäts-
agios zu berechnen:
Agios werden nur auf Abrechnungsbeträge berechnet die von den beiden Unternehmen unter den
nachstehend angegebenen Codes P - Personenverkehr und G - Güterverkehr in das Kontokorrent
aufgenommen werden.
Verkehrsart Bezeichnung
P Personenverkehr (UIC-Merkblätter Nr. 301)
- TCV
- BIJ/BIGT
- ARZ
- Inter-Rail
- EPR
- Liege- und Schlafwagen
- Eurail
- Grenzverkehr
G Güterverkehr (UIC-Merkblätter Nr. 304 und 305)
- Hauptverkehrsabschluß,
Nebengebühren
- IC - Abrechnung
D Diverses
- außerverkehrliche Last- und Gutschriften,
- RIV/RIC - Abrechnungen,
- Tarifarische Rückvergütungen (UIC-Merkblatt Nr. 352)
- Entschädigungen (AIM/AIV),
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Anlagen
D.3 - Wertstellung
In Übereinstimmung mit dem im Punkt 5.1 - Seite 20 des Merkblatts 311 angegebenen Verfahren ver-
einbaren die beiden Unternehmen X und Y, auf die Verkehrsvorgänge eines Abrechnungsmonats M
ab folgenden Werstellungstagen Liquiditätsagios zu berechnen:
- Personenverkehr (geregelt durch die UIC-Merkblätter Nr. 301): 20. des Verkehrsmonats M,
- Güter-/Expressgutverkehr (geregelt durch die UIC-Merkblätter Nr. 304 und Nr. 305): letzter Tag
des Verkehrsmonats M,
D.4.1 - Für jeden Rechnungsabschluß werden die Beträge der Verkehrsgeschäfte, auf die Agios be-
rechnet werden, von der Bahn ermittelt, die diese Beträge in ihrem Rechnungsnachweis angemeldet
hat (Spalte 5 - Seite 35).
D.4.2 - Die in den einzelnen Währungen ausgedrückten Beträge der Verkehrsgeschäfte eines Ab-
rechnungsmonats M, die mit Wertstellung und auf die Agios berechnet werden, werden in Euro um-
gerechnet. Diese Umrechnung erfolgt zu dem beim Rechnungsabschluß (BCC-Ausgleich), in den
diese Beträge aufgenommen wurden, verwendeten Kurs (Spalte 6 - Seite 35).
D.4.3 - Die Euro-Beträge der Verkehrsvorgänge, auf die Agios berechnet werden, werden mit der Ab-
rechnungsfrist (in Tagen) gewichtet (ein Jahr mit 360 Tagen) (Spalte 8 - Seite 35).
D.5.1 - Mindestens einmal pro Quartal werden die Summen der gewichteten Beträge der einzelnen
Rechnungsabschlüsse (BCC-Ausgleiche) des betreffenden Quartals in eine vierteljährliche Zusam-
menstellung aufgenommen (siehe Anlage F - Seite 38).
D.5.2 - Zur Berechnung der Agios wird der vom BCC mitgeteilte Agio-Bezugssatz des abgelaufenen
Quartals auf die vierteljährliche Summe der gewichteten Beträge angewandt.
D.5.3 - Die Bahnen nehmen die Haben- und Soll-Agios in das Kontokorrent auf, damit dieses in dem
nächstfolgenden Rechnungsabschluß (BCC-Ausgleich) ausgeglichen werden kann.
D.5.4 - Die Zusammenstellung der gewichteten Beträge (siehe Anlage E - Seite 37) und die der vier-
teljährlichen (Anlage F) Agioberechnung werden dem nächstfolgenden Rechnungsabschluß (BCC-
Ausgleich) als Beleg beigefügt.
Diese Vereinbarung tritt zum …………. für ein Jahr in Kraft. Sie wird stillschweigend so lange verlän-
gert, bis einer der Vertragspartner eine Überarbeitung beantragt.
36 311
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Anlagen
Agios de trésorerie sur les montants notifiés par X à Y dans la compensation du BCC (arrêté
de comptes) du 31/01/1999
Accounting charges on amounts notified by X to Y in the BCC clearing operation (or closure
of accounts) of 31/01/1999
(7) = date de valeur - date de liquidation (31/1/99) - (30/11/98) 62 jours / Tage / Days
Wertstellung - Ausgleichstag
value date - settlement date
(8) = (col. 6 * col. 7)/360 5 140,24 * 62/360 885,26
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Anlagen
38 311
VE
Anlagen
en général : 20 de M
décomptes annuels pour une année N : 20/6 de N
décomptes semestriels : 20/3 ou 20/9
(M étant le mois de décompte)
cas particuliers : Eurail, Europass 20 de M+2
(M étant le mois de vente)
generally: 20 of month M
annual accounts for year N: 20/6/N
half-yearly accounts: 20/3 or 20/9
(M being the sales month)
exceptions: Eurail, Europass 20/M+2
(M being the sales month)
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Anlagen
für alle (ordentlich) abgerechneten Sendungen, deren letzter Tag des Monats M
Versand bis 2 Monate vor dem Abrechnungsmonat M
liegt
(M ist der Abrechnungsmonat)
für alle (verspätet) abgerechneten Sendungen, die letzter Tag des zweiten dem VM fol-
mehr als 2 Monate nach dem Versandmonat abge- genden Monats VM+2
rechnet werden
(VM ist der Versandmonat)
pour les envois (retardés) décomptés plus de 2 mois dernier jour de M+2
après le mois d’expédition :
(M = mois d’expédition)
for all consignments accounted for as per normal and last day of M
where dispatch took place not prior to M-2
(M being the accounting month)
for all consignments subject to an accounting delay of last day of the second month following
over two months after dispatch month the DM DM + 2
(DM is the dispatch month)
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