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LK Physik in 13/1 1. Klausur Aus Der Physik 24. 10. 2003 Blatt 1 (Von 2)

Die Klausur behandelt verschiedene physikalische Experimente, darunter den Sternschen Atomstrahlversuch zur kinetischen Deutung der Temperatur, Elektronenbeugung an einer Metallfolie und Experimente mit einer Vakuumphotozelle. Die Aufgaben umfassen Berechnungen zur Temperatur, Geschwindigkeit von Elektronen, das Zustandekommen von Beugungsmustern sowie die Analyse von Photoelektronenausstoß und Grenzwellenlängen. Die Lösungen beinhalten sowohl theoretische Erklärungen als auch praktische Berechnungen.

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LK Physik in 13/1 1. Klausur Aus Der Physik 24. 10. 2003 Blatt 1 (Von 2)

Die Klausur behandelt verschiedene physikalische Experimente, darunter den Sternschen Atomstrahlversuch zur kinetischen Deutung der Temperatur, Elektronenbeugung an einer Metallfolie und Experimente mit einer Vakuumphotozelle. Die Aufgaben umfassen Berechnungen zur Temperatur, Geschwindigkeit von Elektronen, das Zustandekommen von Beugungsmustern sowie die Analyse von Photoelektronenausstoß und Grenzwellenlängen. Die Lösungen beinhalten sowohl theoretische Erklärungen als auch praktische Berechnungen.

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Lk Physik in 13/1 1. Klausur aus der Physik 24. 10.

2003
Blatt 1 (von 2)

1. Versuch nach Stern


12 BE Die kinetische Deutung der Temperatur wird durch den Sternschen Atomstrahl-
Versuch von 1920 gestützt. Bei einem Versuch nach Stern mit versilbertem Platin-
draht beträgt der Abstand des Schirmes vom Draht R = 6, 0 cm, die Blende befindet
sich exakt in der Mitte zwischen Draht und Schirm. Die Anordnung rotiert mit 40
Umdrehungen pro Sekunde. Auf dem Schirm entsteht folgendes Bild:

1 mm

Berechne die Temperatur des Drahtes aus den gegebenen Daten und obigem
p Schwär-
zungsbild. Gehe davon aus, dass die eingetragenen Pfeile die zu p 2
v gehörigen
Schwärzungsstellen markieren. (Zwischenergebnis: v 2 = 650 ms )

2. Elektronenbeugung
Elektronen werden durch eine Spannung von 70, 0 kV beschleunigt. Der Elektronen-
strahl wird auf eine Metallfolie gelenkt, welche sich unmittelbar hinter der als Loch-
blende ausgeführten Anode befindet.

Anode l
Glühkathode r

Schirm
Metall-
UA = 70 kV folie
Im Abstand l = 60 cm hinter der Folie befindet sich parallel zu ihr ein Leuchtschirm.
Darauf kann man konzentrische helle Kreise beobachten, deren kleinster einen Radius
von r = 7, 4 mm aufweist.
6 BE a) Zeige, dass die Elektronen durch die Spannung auf eine Geschwindigkeit von
1, 43 · 108 ms beschleunigt werden.
5 BE b) Erkläre das Zustandekommen der Kreisringe anhand aussagekräftiger Skizzen.
12 BE c) Bestimme mittels Berechnungen ein mögliches Material der Metallfolie.

Material Aluminium Kupfer Nickel


Größter Netzebenenabstand in 10−10 m 4, 05 3, 61 2, 15
Lk Physik in 13/1 1. Klausur aus der Physik 24. 10. 2003
Blatt 2 (von 2)

3. Experimente mit der Vakuumphotozelle


Das Licht einer Quecksilberhochdrucklampe wird durch ein senkrecht im Strahlen-
gang stehendes Strichgitter spektral zerlegt. Eine Blende filtert einen kleinen Wel-
lenlängenbereich heraus, bevor das Licht auf die Kathode einer Photozelle trifft.
Blende und Photozelle sind dazu drehbar auf einem Schwenkarm angebracht, des-
sen Drehachse durch die Symmetrieachse des Gitters verläuft. Das Gitter weist 600
Striche pro mm auf.
Photozelle
Blende K U

A C
Lampe Spalt Gitter
α

Das Quecksilberlicht enthält u. a. folgende Farben:

Farbe UV violett blau grün gelb


Wellenlänge in nm 366 405 436 546 578

4 BE a) Um welchen Winkel α muss man den Schwenkarm drehen, um für die UV-Linie
das Maximum erster Ordnung auf die Photozelle zu lenken?
2 BE b) Wie könnte man im Experiment überprüfen, ob das UV-Licht auf die Photozelle
trifft, ohne diese in Betrieb zu nehmen?

Durch Beleuchten der Photozelle mit den oben genannten Spektralfarben stellen sich
am Kondensator folgende Spannungen ein:

Farbe UV violett blau grün gelb


Spannung in V 1, 62 1, 38 1, 10 0, 56 0, 46

4 BE c) Begründe, wie es zu diesen Spannungen kommt.


8 BE d) Zeichne das f -U -Diagramm und bestimme damit die Plancksche Konstante (in
der Einheit eV s)
2 BE e) Bestimme die Grenzwellenlänge λ0 der verwendeten Photoschicht. Welche phy-
sikalische Bedeutung hat sie?
5 BE f) Bei einem anderen Kathodenmaterial der Photozelle beträgt die Grenzwel-
lenlänge λ00 = 345 nm. Welche Austrittsarbeit W00 berechnet sich daraus für dieses
Material?

60 BE
Viel Erfolg !
Kink
Lk Physik in 13/1 1. Klausur aus der Physik 24. 10. 2003
Musterlösung – 1

1. Versuch nach Stern


1
12 BE Abstand der Schwärzungslinien von der Mittellinie: ∆s = 2
· 1, 4 mm = 0, 70 mm.
R
Zeit ∆t für den Weg Blende-Schirm l = 2
:

l R
∆t = = .
v 2v
Für die Ablenkung ∆s kann folgende Proportion aufgestellt werden
∆s ∆t
= ,
2πR T
∆s
= ∆t · f .
2πR
R
Mit ∆t = 2v
:

∆s R
= · f,
2πR 2v
2πR2 f πR2 f π · (0, 060 m)2 · 40 1s m
v= = = −4
= 646 .
2∆s ∆s 7, 0 · 10 m s

Die Temperatur erhält man für v 2 = v 2 und der Massezahl für Silber von A = 108
mittels:
3
Ekin = kT ,
2
2Ekin 2 · 21 mv 2 mv 2 108 u ·v 2
T = = = =
3k 3k 3k 3k
−27 m 2

108 · 1, 66 · 10 kg · 646 s
= = 1, 8 · 103 K = 1, 5 · 103 ◦ C
3 · 1, 38 · 10−23 KJ
Lk Physik in 13/1 1. Klausur aus der Physik 24. 10. 2003
Musterlösung – 2

2. Elektronenbeugung
geg.: U = 70, 0 kV, ` = 0, 60 m, r = 7, 4 mm = 7, 4 · 10−3 m
6 BE a) Geschwindigkeit der Elektronen aus der Energiebilanz:

m0 c2 E0
E0 + Ekin = q =q
2 2
1 − vc2 1 − vc2
r
v2 E0
1− 2 =
c E0 + Ekin
2
v2

E0
1− 2 =
c E0 + Ekin
2
 2
v E0
=1−
c2 E0 + Ekin
s  2 s  2
E0 511 keV
v = 1− ·c= 1− = 0, 476 · c
E0 + Ekin 511 keV +70, 0 keV
m m
= 0, 476 · 3, 00 · 108 = 1, 43 · 108
s s

5 BE b) Die Elektronen treffen in der Folie auf sehr viele Kristallite in den unterschied-
lichsten Ausrichtungen. Es sind immer sehr viele dabei, bei denen sie unter einem
Glanzwinkel α auftreffen, welcher die Bragg-Bedingung für ein konstruktive In-
terferenz erfüllt. Diese Kristallite streuen die Elektronen um den Winkel 2α aus
der ursprünglichen Richtung.

α 2α

β
α

α 2α

Die gestreuten Elektronen befinden sich daher alle auf einem Kegel mit Spitze
Lk Physik in 13/1 1. Klausur aus der Physik 24. 10. 2003
Musterlösung – 3

im Streuzentrum und Öffnungswinkel 4α.

Folie

Auf dem Schirm sieht man den Schnitt des Kegels mit der Schirmebene, also
in unserem Fall einen Kreis. Für die verschiedenen Netzebenenabstände und die
verschiedenen Ordnungen ergeben sich unterschiedliche Kreisradien.
12 BE c) De-Broglie-Wellenlänge der Elektronen
q
2
h h h 1 − vc2
λ= = m0 =
mv q
v2
v m0 v
1− 2
c
q
6, 62 · 10 J s · 1 − (0, 476)2
−34
= = 4, 47 · 10−12 m
9, 10 · 10−31 kg ·1, 43 · 108 ms

Ablenkwinkel 2α :
r 7, 4 · 10−3 m
tan 2α = = = 1, 23 · 10−2
l 0, 60 m
180
2α = arctan(1.23 · 10−2 ) · = 6. 149 7 · 10−3
π
α = 0, 352◦

Die Strahlen werden um den Winkel 2α abgelenkt, wobei α der Bragg-Beziehung


genügt:

2d sin α = kλ
kλ 1 · 4, 47 · 10−12 m
d= = ◦
= 3, 63 · 10−10 m
2 sin α 2 · sin 0, 352
Die Folie ist damit wohl aus Kupfer.
Lk Physik in 13/1 1. Klausur aus der Physik 24. 10. 2003
Musterlösung – 4

3. Experimente mit der Vakuumphotozelle


geg.: b= 1
600
mm = 1, 67 · 10−6 m, λ = 366 nm = 3, 66 · 10−7 m
4 BE a) Bedingung für Maximum erster Ordnung:

b sin α = 1 · λ
λ 3, 66 · 10−7 m
sin α = = = 0, 219
b 1, 67 · 10−6 m
α = 12, 7◦

2 BE b) Man kann das UV-Licht durch einen Floureszenzschirm sichtbar machen (z. B.
LiF-Schirm). Mit diesem kann man die Blende vor der Photozelle halb abdecken
und erkennt, ob der Strahl dort auftrifft.
4 BE c) Aus der Kathode treten Photoelektronen aus und gelangen zur Anode.
Der Stromfluss durch die BEwegung der Elektronenlädt den Kondensator auf.
Irgendwann baut der Kondensator eine so hohe Gegenspannung auf, dass auch
die Photoelektronen mit der höchsten Geschwindigkeitskomponente in Richtung
Anode diese gerade nicht mehr erreichen.
8 BE d) Farbe UV violett blau grün gelb
Spannung in V 1, 62 1, 38 1, 10 0, 56 0, 46
Frequenz in 1014 Hz 8, 2 7, 4 6, 9 5, 5 5, 2

(Diagramm siehe unten!)


Aus dem Diagramm entnimmt man eine Steigung von 4, 0 · 10−15 eV s.
2 BE e) Aus der Grenzfrequenz von f0 = 4, 0 · 1014 Hz ergibt sich:

c 3, 0 · 108 ms
λ0 = = = 7, 5 · 10−7 m ≈ 750 nm
f 4, 0 · 1014 1s

Oberhalb dieser Wellenlänge vermag Licht keine Photoelektronen mehr aus dem
Material herauszulösen.
5 BE f) geg.: λ00 = 3, 45 · 10−7 m
Aus dem durch den 4. Quadranten gegebenen Steigungsdreieck entnimmt man:

W0 W0 λ00
h= 0 =
f0 c
hc
W0 = 0
λ0
6, 62 · 10−34 J s ·3, 0 · 108 ms
= = 5, 76 · 10−19 J = 3, 6 eV
3, 45 · 10−7 m
Lk Physik in 13/1 1. Klausur aus der Physik 24. 10. 2003
Musterlösung – 5

zu d) 2,00

y = 4,0E-15x - 1,6E+00
1,50

1,00

0,50
U in V

0,00
0 2E+14 4E+14 6E+14 8E+14 1E+15

-0,50

-1,00

-1,50

-2,00
f in Hz

60 BE

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