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Kulturgeschichte Der Kartoffel: Leseverstehen (Teil 4a)

Der Artikel "Kulturgeschichte der Kartoffel" beschreibt die Einführung und Verbreitung der Kartoffel in Europa, beginnend mit den spanischen Entdeckern, die sie als Zierpflanze einführten, bis hin zu ihrer Etablierung als Hauptnahrungsmittel, insbesondere in Irland und Preußen. Trotz ihrer positiven Auswirkungen auf die Ernährung führte die Abhängigkeit von der Kartoffel und Ernteausfälle, insbesondere durch Krankheiten, zu Hungersnöten. Heute ist der Kartoffelverzehr in Europa zurückgegangen, jedoch könnte sie weiterhin zur Lösung von Ernährungsproblemen in anderen Teilen der Welt beitragen.

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Kulturgeschichte Der Kartoffel: Leseverstehen (Teil 4a)

Der Artikel "Kulturgeschichte der Kartoffel" beschreibt die Einführung und Verbreitung der Kartoffel in Europa, beginnend mit den spanischen Entdeckern, die sie als Zierpflanze einführten, bis hin zu ihrer Etablierung als Hauptnahrungsmittel, insbesondere in Irland und Preußen. Trotz ihrer positiven Auswirkungen auf die Ernährung führte die Abhängigkeit von der Kartoffel und Ernteausfälle, insbesondere durch Krankheiten, zu Hungersnöten. Heute ist der Kartoffelverzehr in Europa zurückgegangen, jedoch könnte sie weiterhin zur Lösung von Ernährungsproblemen in anderen Teilen der Welt beitragen.

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10

Leseverstehen
Schriftliche Prüfung

1 Leseverstehen ( Teil 4a)

Lesen Sie den folgenden Text. Im Anschluss an den Text finden Sie vier Zusammenfassungen (a–d).
Welche Zusammenfassung ist die beste? Es gibt nur eine richtige Lösung.

Markieren Sie Ihre Lösung auf dem Antwortbogen S3, Aufgabe 25.

Kulturgeschichte der Kartoffel


(Aus dem Internet-Lexikon Wikipedia)

1 Die spanischen Entdecker und Eroberer fanden in der Neuen Welt zahlreiche Pflanzen und Früchte, die
ihnen bisher unbekannt waren, die heute aber ein selbstverständlicher Teil unserer Ernährung sind. Doch
keine dieser neuen Pflanzen sollte für Europa eine ähnliche Bedeutung erlangen wie die Kartoffel.

2 In den Anden Südamerikas kultivierten die dort lebenden Menschen Kartoffeln in zahlreichen Sorten be-
reits seit Jahrhunderten. Die Termine der meisten religiösen Feste der Inka entsprachen im Kalender den
Pflanz- und Erntezeitpunkten dieser Erdfrucht. Die angebauten Sorten waren bereits hoch entwickelt, den
verschiedensten Anbaulagen und unterschiedlichen Verwendungszwecken angepasst und weit entfernt
von den Urformen, wie sie von der Natur hervorgebracht wurden. In den kargen Bergen war die Patata
(spanisch: Kartoffel) die Hauptnahrung der Einheimischen. In Peru lässt sich die Kartoffel bis zu viertau-
send Meter Höhe anbauen, dort wo Mais nur noch in den günstigsten, frostfreien Lagen gedeihen kann.

3 Die Europäer fanden Geschmack an dieser Frucht und besorgten sich größere Mengen als Proviant für
die Heimreise. Zu Hause angekommen, war diese Novität zuerst einmal eine botanische Rarität, die als
Topfpflanze die Gärten von Geistlichen, Fürsten und Gelehrten schmückte, zu kostbar um sie dem Koch
zu überlassen. Das Verzehren der oberirdischen Früchte endete oft mit Bauchschmerzen oder Vergiftungs-
erscheinungen, und so entstanden bald zahlreiche Vorurteile gegenüber dieser schön blühenden Pflanze
aus Übersee.

4 Es gibt viele auch widersprüchliche Geschichten und Anekdoten, wie die Kartoffel in Europa zur Agrar-
frucht wurde. Sicher ist nur, dass es zwei Hauptausbreitungswege gab, einen über Irland, England und die
Niederlande und einen über Portugal, Spanien, Frankreich und Italien. Die zeitgenössischen Berichte sind
leider sehr ungenau, wurde doch die Kartoffel von damaligen Berichterstattern allzu oft mit Yamswurzel,
Süßkartoffel, Topinambur und Maniok verwechselt. Diese Bodenfrüchte haben zwar ein wenig Formähnlich-
keit, sind aber biologisch nicht miteinander verwandt.

5 Es dauerte einige Generationen, bis aus der botanischen Kostbarkeit eine Hauptnahrungsquelle der breiten
Bevölkerung in Europa wurde. Viele Vorurteile und traditionsbedingte Hemmnisse standen ihr zu Beginn
im Weg. In Irland wurden Kartoffeln allerdings schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts angebaut, da sie die
ideale Frucht für diese karge Insel zu sein schienen. Ausbringung und Ernte war auch ohne besondere
Werkzeuge möglich, Wild und weidendes Vieh pflegte dem Kartoffelkraut keinen Schaden zuzufügen,
und man konnte auch auf schlechten und steinigen Böden und in steilen Hanglagen Kartoffeln anbauen.
Der wichtigste Vorteil war der anderthalbfache Flächenertrag im Vergleich zum Anbau von Getreide. Zum
Schluss war auch die häusliche Zubereitung viel einfacher als beim Getreide: Kartoffeln muss man weder
dreschen, noch mahlen, noch zu Brot backen. An dem bescheidenen Torffeuer, das die Hütten wärmte,
wurden auch Kartoffeln gar gekocht. Irland war damals eine englische Kolonie, die Vieh und Getreide ins
Mutterland exportieren musste. Die Kartoffeln blieben den Bauern oft als einzige Nahrungsquelle. Die
irische Insel war vom übrigen Europa weit entfernt und isoliert, so dauerte es noch ein weiteres Jahrhun-
dert, bis Fürsten und Könige auf dem europäischen Kontinent die botanische Rarität aus ihren Gärten ihren
Untertanen für den Anbau weitergaben.

telc Deutsch C1 · Modelltest 1


11
Leseverstehen

Schriftliche Prüfung
6 In Preußen sorgte Friedrich der Große mit allen Mitteln für den großflächigen Anbau der Kartoffel. Seine
Propagandafeldzüge für die Kartoffeln sind kaum weniger bekannt als seine Kriegszüge. In beiden Fällen
spielte die Armee eine wichtige Rolle. Es wird erzählt, er habe rund um Berlin die ersten Kartoffelfelder an-
legen und von Soldaten bewachen lassen. Sie sollten aber nicht so genau hinschauen oder so tun, als ob
sie schliefen, damit die Bauern von der Kostbarkeit dieser Frucht überzeugt würden, denn auch in Preußen
galt schon damals: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Die Bauern hätten dann, ganz im Sinne des
Königs, diese Erdäpfel hinter dem Rücken der Soldaten gestohlen und gekostet und schließlich selbst an-
gebaut. Sicher ist, dass Friedrich der Kartoffel mit Verordnungen zum Durchbruch verhalf. So erließ er am
24. März 1756 eine Circular-Ordre, die den Kartoffelanbau anordnete.

7 Die Einführung der Kartoffel in Europa blieb nicht ohne Schattenseiten. Als Hauptnahrungsquelle des
Volkes verbesserte sie zwar die Ernährungsmöglichkeiten in Europa für die Landbevölkerung zunächst
stark und ließ indirekt nach der Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges und nach zahlreichen Seuchen
die Bevölkerungszahl wieder wachsen. Für breite Bevölkerungsschichten wurde die Kartoffel allerdings
zur praktisch einzigen Ernährungsgrundlage, am deutlichsten in Irland. Wenn die Kartoffelernte gering war,
stiegen die Getreide- und Brotpreise und die Menschen mussten hungern. Dies geschah lokal häufiger,
meist als Folge von Schlechtwetterperioden, wegen Trockenheit oder zu viel Regen.

8 Als dann am Anfang des 19. Jahrhunderts aus Amerika auch Kartoffelkrankheiten eingeschleppt wurden,
waren die Kartoffelmonokulturen schutzlos. Eine Missernte folgte der anderen und verursachte Hunger
beim Großteil des Volkes. Viele Millionen Menschen verhungerten in Europa, besonders während der
Großen Hungersnot in Irland, wo die Abhängigkeit von der Kartoffel besonders groß war, zumal dieses
Land von seinen Exporterlösen für Getreide finanziell abhängig war. Hier starben innerhalb von zwei Jah-
ren über eine Million Menschen an Hunger. Sie hätten sich auch das Brot nicht kaufen können, denn die
Meisten sahen ihr Leben lang kein Bargeld. Wer es sich irgendwie leisten konnte, wanderte somit – meist
in die USA – aus.

9 Für die aufkommende Industrialisierung in England und später dann auch auf dem europäischen Kontinent
war die Ernährung der zunehmenden städtischen Bevölkerung von zentraler Bedeutung. Im Gegensatz
dazu konnte die Landbevölkerung den größten Teil ihrer Nahrung selber produzieren. Selbst Landlose
hatten mindestens einen Pflanzplatz, einen Minigarten, um wenigstens das Gemüse nicht kaufen zu müs-
sen. Für das Stadtproletariat waren Obst und Gemüse praktisch unerreichbar. Gerade die Hauptnahrung
Kartoffel lieferte neben den notwendigen Kalorien auch Spurenelemente und Vitamine, wie es wohl kein
anderes Hauptnahrungsmittel hätte tun können. In der Schweiz fand die Industrialisierung zuerst vor allem
im ländlichen Raum statt. Auch hier hatten die meisten Arbeiterfamilien neben ihren Häusern noch Gemüse
und vor allem Kartoffeln angebaut.

10 Als auch in der Schweiz die Städte wuchsen, war die städtische Arbeiterschaft viel schlechter ernährt als
die ländliche. Die ersten städtischen Sozialsiedlungen sorgten für Pünt- oder Schrebergärten, wo die Fa-
milie ihr Gemüse, vor allem Kohl und Kartoffeln, selber züchten konnte. Zahlreiche Reformer empfahlen die
Gartenarbeit für den Arbeiter als eine Erholung. In der Kolonie Monte Verità oberhalb Ascona bauten um
die Jahrhundertwende selbst wohlhabende Städter barfuß, ja sogar nackt in der Sonne ihre Kartoffeln und
ihr Gemüse an, um sich mit der Mutter Erde wieder zu versöhnen und ihren Körper und Geist zu heilen.

11 Die große Zeit der Kartoffelanbaukultur in Europa war sicher das 19. Jahrhundert; die überernährten Euro-
päer heute werden kaum große Kartoffelesser werden. Schnellgerichte und Fertignahrung werden sicher
noch Spuren von Kartoffeln enthalten, auch wenn andere Ausgangsstoffe auf dem Weltmarkt noch billiger
zu beschaffen sind. Das gilt wohl auch für die großindustrielle Verwertung, wie auch für die Kartoffel als
Vieh-Futtermittel. Vielleicht entdeckt man, wenn sie schon ganz selten geworden ist, die Kartoffel wieder:
als eine Delikatesse aus den angeblich so guten alten Zeiten. In vielen Ländern der Welt aber, wo Mangel-
und Fehlernährung herrscht, könnte der Kartoffelanbau einen Teil der Ernährungsproblematik lösen helfen.
Ein Allheilmittel ist die Kartoffel jedoch sicher auch nicht.

telc Deutsch C1 · Modelltest 1


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Leseverstehen
Schriftliche Prüfung

Zusammenfassungen:

a Der Artikel „Kulturgeschichte der Kartoffel“ aus dem Internet-Lexikon Wikipedia beschreibt die Ausbrei-
tung der Kartoffel in Europa. Nach ihrem Kennenlernen des hoch entwickelten Kartoffelanbaus in Süd-
amerika brachten die spanischen Entdecker die Kartoffel nach Europa, wo sie aufgrund ihrer Seltenheit
sowie schlechter Erfahrungen mit dem Verzehr zunächst nur als Zierpflanze genutzt wurde. Der Artikel
beschreibt ihre allmähliche Verbreitung als Feldfrucht zuerst im kargen und armen Irland, dessen Bedürf-
nisse sie genau erfüllte, und später auch in Preußen, wo ihr Anbau sogar verordnet wurde. Die Möglich-
keiten zur Ernährung der Bevölkerung verbesserten sich durch den Kartoffelanbau, aber auf der anderen
Seite bewirkten Ernteausfälle, z.B. durch Kartoffelkrankheiten, auch schwere Hungersnöte. Zur Zeit der
Industrialisierung diente die Kartoffel als wertvolles Hauptnahrungsmittel der Stadtbevölkerung, die z.B. in
der Schweiz auch eigene Gärten zum Anbau nutzte. Heute ist der Kartoffelverzehr in Europa stark zurück-
gegangen, aber einen wichtigen Beitrag zur Welternährung könnte die Kartoffel immer noch leisten.

b Der Artikel aus dem Internet-Lexikon Wikipedia „Die Kulturgeschichte der Kartoffel“ erläutert, wie die
Kartoffel nach Europa kam. Als die spanischen Eroberer die Kartoffel kennen lernten, schmeckte sie
ihnen gleich so gut, dass sie sie nach Europa brachten. Den Reichen und Vornehmen war die Kartoffel
aber zu schade zum Essen, lieber schauten sie ihre schönen Blüten an. Und da, wer die Blüten kostete,
Bauchschmerzen bekam, hielt man die Kartoffel für giftig. Es dauerte lange, bis man überall in Europa
wusste, dass man die Kartoffelknolle essen konnte. Dann jedoch stand sie überall auf dem Speiseplan.
Aber natürlich hatte das auch Nachteile, denn nun waren die Menschen von der Kartoffel sehr abhängig,
und wenn die Kartoffelernte schlecht war, mussten viele hungern. Ein besonderes Problem wurde das An-
fang des 19. Jahrhunderts, als die Kartoffelkrankheit nach Europa kam und viele Ernten zerstörte. Aber da
die Kartoffel ein Nahrungsmittel mit sehr viel Nährwert ist, sollte man sie trotz solcher Probleme weltweit
wieder mehr anpflanzen.

c „Die Kulturgeschichte der Kartoffel“, ein Artikel aus dem Internet-Lexikon Wikipedia, hat die Ausbreitung
der Kartoffel in Europa zum Thema. Als die spanischen Entdecker die Kartoffel nach Europa brachten,
wurde sie zunächst vom Adel als Zierpflanze eingesetzt. Da es aber bei Versuchen, die Früchte oder
das Kraut zu essen zu Todesfällen kam, verbreiteten sich bald schlimme Geschichten über die Kartoffel.
Es kostete viel Arbeit, die Menschen davon zu überzeugen, dass man die Kartoffel essen konnte. Aber
nachdem sich in vielen Ländern die Herrscher bemüht hatten, die Kartoffel bekannt zu machen, konnte
die Kartoffel zum Hauptnahrungsmittel in Europa aufsteigen. Doch mit der Konzentration auf die Kartoffel
als dem wichtigsten Nahrungsmittel stieg auch die Anfälligkeit für Hungersnöte, was besonders im 19.
Jahrhundert zum Problem wurde, als die Kartoffelkrankheit von den USA nach Europa kam. Aufgrund
dieser Erfahrung ist der Kartoffelanbau heute zurückgegangen, wenn er auch weiterhin helfen könnte, das
Welternährungsproblem zu lösen.

d Der Artikel aus dem Internet-Lexikon Wikipedia „Die Kulturgeschichte der Kartoffel“ schildert, wie sich die
Kartoffel in Europa ausgebreitet hat. Die spanischen Entdecker und Eroberer brachten die Kartoffel aus
der neuen Welt nach Europa. Dort diente sie zunächst jedoch nicht als Nahrungsmittel, sondern wurde
als exotische Zierpflanze in Töpfen gezogen. Wie sich die Kartoffel zum Hauptnahrungsmittel in Europa
entwickelte, darüber gibt es viele widersprüchliche Geschichten. Belegt ist, dass die Kartoffel in Irland
schon am Anfang des 17. Jahrhunderts angebaut wurde, da sie dort trotz des kargen Bodens gut gedieh.
Friedrich dem Großen wiederum ist zu verdanken, dass die Kartoffel in Preußen Verbreitung fand, indem
er ihren Anbau per Gesetz befahl. Aber erst die Industrialisierung und der daraus entstehende Zwang,
breite Teile der städtischen Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zu versorgen, führten im 19. Jahrhundert
zum Höhepunkt des Kartoffelanbaus. Heute wird die Kartoffel in Europa nicht mehr so stark konsumiert,
könnte aber auf anderen Kontinenten helfen, das Ernährungsproblem zu lösen.

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