Technical University of Munich
School of Computation, Information and Technology
Department of Electrical Engineering
Chair of High-Frequency Engineering
Prof. Dr.-Ing. Thomas Eibert
Elektromagnetische Feldtheorie
Tutorübungsaufgaben 4
Wintersemester 2025/26
T 4.1 Doppelleitung
Gegeben ist eine Doppelleitung mit den Abmessungen aus der Skizze. Dabei gilt ρ0 ≪ d. Es soll der En-
ergiestrom in der Verbindungsebene y = 0 zwischen den Drähten und der Energiestrom an der Oberfläche eines
Drahtes berechnet werden. Die Leiter sind perfekt elektrisch leitend, σ → ∞.
−𝑧
𝑈
𝜌0
𝐼
L1
L2 𝐼
𝑦
𝑥
⃗ in der Verbindungsebene der beiden Leiter und zeichnen Sie den
a) Bestimmen Sie das elektrische Feld E
Vektor in der Skizze ein.
Hinweis: Für das Potential eines zylindrischen Leiters gilt
Q ρ
Φ(r) = − ln +C,
2πεl ρ0
wobei ρ der Abstand von der Zylinderachse ist. Die Größen ρ0 und l bezeichnen den Radius und die Länge
des zylindrischen Leiters.
⃗ r) der Anordnung und zeichnen Sie H(⃗
b) Berechnen Sie das magnetische Feld H(⃗ ⃗ r) in der Skizze ein.
c) Berechnen Sie die Energiestromdichte in der Verbindungsebene zwischen den Drähten mit Hilfe des
⃗ r) und zeichnen Sie den Vektor S(⃗
Poynting-Vektors S(⃗ ⃗ r) in der Skizze ein.
d) Nun gelte U (t) = Û sin(ωt) und I(t) = Iˆ sin(ωt), wobei Iˆ bzw. Û die Amplitude des Stroms bzw. der
Spannung bezeichnet. Berechnen Sie den zeitlichen Mittelwert der Energiestromdichte in der Ebene y = 0.
⃗
Gehen Sie dabei von einem quasistationären Problem aus, d.h. ∂ D/∂t ≪ ⃗j.
1
D E
e) Bestimmen Sie den zeitlichen Mittelwert der Energiestromdichte ⃗
S an der Oberfläche eines Drahtes.
T 4.2 Potentialdarstellung des elektromagnetischen Feldes
⃗ wirbelfrei und die magnetische Flussdichte B
a) Im stationären Fall ist das elektrische Feld E ⃗ quellenfrei.
Formulieren Sie dies mathematisch.
b) Tritt eine Änderung im dynamischen Fall ein?
c) Ergänzen Sie den folgenden Satz:
Elektrische Felder werden von Ladungen und von ... erzeugt.
Von nun an betrachten wir den dynamischen Fall.
Die typischen Aufgabenstellungen der Elektrodynamik bestehen darin, mit Hilfe der Maxwellschen Gleichungen
das von vorgegebenen Ladungsdichteverteilungen ρ(⃗r, t) und Stromdichteverteilungen ⃗j(⃗r, t) erzeugte elektro-
magnetische Feld zu berechnen. Das heißt, es ist ein gekoppeltes System von 4 partiellen Differentialgleichun-
gen 1. Ordnung zu lösen. Manchmal ist es jedoch bequemer, das elektromagnetische skalare Potential Φ und
⃗ die die homogenen Maxwellschen Gleichungen automatisch erfüllen,
das elektromagnetische Vektorpotential A,
einzuführen.
⃗ und B
d) Drücken Sie E ⃗ über die Potentiale Φ und A
⃗ aus.
⃗ und B
e) Kann man mit diesem Ansatz für E ⃗ die homogenen Maxwellschen-Gleichungen erfüllen?
Hinweise: Es gelten div rot F⃗ = 0 und rot (grad f ) = 0.
⃗ zu lösen?
f) Was für ein System von Differentialgleichungen ist mit der Einführung von Φ und A
Die Größen Φ und A ⃗ müssen über die inhomogenen Maxwellschen Gleichungen bestimmt werden und sind nicht
eindeutig festgelegt. Folgende Eichtransformation, die E⃗ und B⃗ unverändert lässt, ist stets erlaubt. Dabei
beschreibt χ ein beliebiges skalares Feld:
A⃗→A ⃗ − ∇χ
∂χ
Φ→Φ+
∂t
g) Formulieren Sie die inhomogenen Maxwellschen Gleichungen im Vakuum. Schreiben Sie diese Gleichungen
⃗ enthalten
so um, dass diese nur noch Φ und A
⃗ = 0 bzw. der Lorenz-Eichung
h) Stellen Sie unter Verwendung der Coulomb-Eichung divA
⃗ + µ 0 ε0 ∂
divA Φ = 0,
∂t
die in Aufgabenteil f) erhaltenen Differentialgleichungen dar.
Was sind die Vorteile der Lorenz- bzw. Coulomb-Eichung?
i) Bei fehlenden Strömen und Ladungen lassen sich die in Aufgabenteil g) erhaltenen Differentialgleichungen
unter Verwendung der Lorenz-Eichung weiter vereinfachen:
∂2
∆ − µ0 ε0 2 Φ = 0,
∂t
∂2 ⃗
∆ − µ 0 ε0 2 A = 0.
∂t
⃗ bzw. B
Dies ist die sogenannte homogene Wellengleichung. Erfüllen E ⃗ auch die homogene Wellengle-
ichung?