Technical University of Munich
School of Computation, Information and Technology
Department of Electrical Engineering
Chair of High-Frequency Engineering
Prof. Dr.-Ing. Thomas Eibert
Elektromagnetische Feldtheorie
Tutorübungsaufgaben 5
Wintersemester 2025/26
T 5.1 Anwendung des Vektorpotentials 1
In einem homogenen Medium mit konstanter magnetischer Permeabilität µ fließt parallel zur z-Achse eine
zeitlich konstante zylindersymmetrische Stromverteilung mit Stromdichte
⃗j(⃗r ) = jz (ρ) ⃗ez (in Zylinderkoordinaten) (ρ, φ, z) .
⃗ r ) für die von ⃗j(⃗r ) erzeugte magnetische Flussdichte B(⃗
Gesucht ist ein Vektorpotential A(⃗ ⃗ r ).
a) Stellen Sie eine Differentialgleichung für das magnetische Vektorpotential A⃗ in Abhängigkeit von ⃗j auf.
Verwenden Sie hierbei die Coulomb-Eichung für A, ⃗ welche in diesem Fall mit der Lorenz-Eichung identisch
ist.
⃗ r ) einen Ansatz, der die Zylindersymmetrie des Problems berücksichtigt und die Eichbe-
b) Machen Sie für A(⃗
dingung erfüllt. Lösen Sie damit die Differentialgleichung aus Teilaufgabe a).
⃗ r ).
c) Berechnen Sie das magnetische Feld H(⃗
⃗ r ) und H(⃗
d) Welche Lösung für A(⃗ ⃗ r ) ergibt sich für eine linienförmige Stromverteilung entlang der z-Achse
mit Gesamtstrom I?
Hinweis: Betrachte homogenen Draht mit Radius a und konstanter Stromdichte j0 = I/a2 π und lassen
Sie a → 0 gehen.
T 5.2 Anwendung des Vektorpotentials 2
In dem zylinderförmigen Gebiet Ω = {(x, y, z) ∈ R3 | x2 + y 2 ≤ ρ20 } mit ρ0 > 0 fließt eine Stromverteilung
⃗ r ) erzeugt, welches wiederum ein magnetisches Vektorpotential
⃗j(⃗r ), welche eine magnetische Flussdichte B(⃗
⃗
A(⃗r ) besitzt.
⃗ r ) ist in kartesischen Koordinaten gegeben als A(⃗
a) A(⃗ ⃗ r ) = Az (x, y) ⃗ez mit Az (x, y) = A0 (x2 + y 2 )/ρ2 und
0
⃗ ⃗
A0 > 0. Berechnen Sie B(⃗r ) und j(⃗r ) in Ω in Zylinderkoordinaten (ρ, φ, z).
b) Wir betrachten nun für n > 0 den allgemeinen Fall
A0 n
Az (ρ) = ρ .
ρn0
⃗ r )? Leiten Sie mit Hilfe der Poisson-Gleichung die erzeugende Stromverteilung
Welcher Eichbedingung genügt A(⃗
⃗ r ) ab. Für welche Potenz erhält man Stromverteilungen, die mit
⃗j(⃗r ) direkt aus dem Vektorpotential A(⃗
ρ monoton abfallen?
1
In dem Magnetfeld aus Teilaufgabe a) befindet sich nun eine rechteckige Drahtschleife, die um eine zur z-Achse
parallele Achse bei x = x0 , y = y0 drehbar gelagert ist. Die Abmessungen der Schleife sind 2a in der x-y-
Ebene (a < x0 , y0 ) und L in z-Richtung (siehe Skizze). Die Schleifenebene ist gegen die Ebene y = y0 um den
momentanen Winkel φ(t) = ωt gedreht. Die Schleife rotiert mit konstanter Winkelgeschwindigkeit ω, ist offen
und daher stromlos.
y0
z y φ
x
x0
a
⃗ her.
c) Leiten Sie einen Zusammenhang zwischen der induzierten Spannung Uind und dem Vektorpotential A
Hinweis: Verwenden Sie den Satz von Stokes.
d) Berechnen Sie die in der Drahtschleife induzierte Spannung Uind .
T 5.3 Quadratische Leiterschleife
In der xy-Ebene befindet sich bei z = 0 eine quadratische Leiterschleife mit der Seitenlänge 2a. Die Leiterschleife
führt den stationären Strom I, welcher bezüglich der positiven z-Richtung einem Rechtsschraubensinn folgt.
Die Leiterschleife ist aus 4 Teilstücken li zusammengesetzt. Die Anordnung befindet sich im Vakuum (µ = µ0 ).
y µ = µ0
l2
a
l1
−a I a x
z
l3
−a
l4
⃗ (⃗r) in Abhängigkeit des
a) Geben Sie einen Integralausdruck für das gesamte magnetische Vektorpotential A
Stromes I an.
Lösung:
Der Ausdruck (1) in Zentralübung Z9 (Lösung) verknüpft eine gegebene Stromdichte ⃗j(⃗r) mit dem
zugehörigen Vektorpotential A(⃗r) über den Ausdruck
Z ⃗j(⃗r ′ )
⃗ r) = µ0
A(⃗ dv ′ . (1)
4π |⃗r − ⃗r ′ |
V
Eine Zerlegung des i-ten Teilstückes li in Dirac-förmige Stromelemente Id⃗li , die das Teilstück aufbauen,
erlaubt den Übergang vom Volumenintegral (1) über das gesamte i-te Teilstück zu einem Linienintegral
2
entlang des gesamten Teilstücks. Werden alle vier Volumenintegrale über die einzelnen Teilstücke so in
Linienintegrale überführt, ergibt sich für das Vektorpotential der gesamten quadratischen Leiterschleife
4 Z
⃗ µ0 I X d⃗li′
A(⃗r) = .
4π i=1 |⃗r − ⃗ri′ |
Ci
b) Bestimmen Sie unter Verwendung des Ergebnisses aus Teilaufgabe a) einen Integralausdruck für die
⃗ (⃗r).
gesamte magnetische Flussdichte B
Lösung:
Die gesamte magnetische Flussdichte berechnet sich zu
4 Z
⃗ ⃗ µ0 I X d⃗li′ × (⃗r − ⃗ri′ )
B(⃗r) = ∇ × A(⃗r) = 3 .
4π i=1 |⃗r − ⃗ri′ |
Ci
⃗ (⃗r) im Ursprung des Koordinatensystems berechnet werden.
Im Folgenden soll die magnetische Flussdichte B
c) Geben Sie den Aufpunkt ⃗r, den Differenzvektor ⃗r − ⃗r1′ , das Kreuzprodukt d⃗l1′ × (⃗r − ⃗r1′ ) und den Ausdruck
3
|⃗r − ⃗r1′ | in einem geeigneten Koordinatensystem für das Leiterstück l1 an.
⃗ r) der Leiterschleife im Ursprung des Koordinaten-
d) Berechnen Sie die gesamte magnetische Flussdichte B(⃗
systems. Z
1 x
Hinweis: Es gilt 2 2 3/2
dx = √ + C.
(x + a ) a x2 + a 2
2
⃗ r) entlang der z - Achse?
e) Welche Vektorkomponenten besitzt die magnetische Flussdichte B(⃗