Column 0
Column 0
Stahlbetonstütze
SOFiSTiK | 2025
COLUMN
Stahlbetonstütze
SOFiSTiK AG
Dieses Handbuch ist urheberrechtlich geschützt. Kein Teil darf ohne schriftliche Genehmigung der SOFiSTiK AG in
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Unzulänglichkeiten werden nach Bekanntwerden in der Regel aber beseitigt.
Der Benutzer bleibt für seine Anwendungen selber verantwortlich. Er hat sich durch Stichproben von der
Richtigkeit seiner Berechnungen zu überzeugen.
Inhaltsverzeichnis | COLUMN
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis i
1 Kurzbeschreibung 1-1
1.1 Berechnungsmöglichkeiten im Detail (Leistungsumfang) . . . . . . . . . . 1-2
1.1.1 Querschnitte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-2
1.1.2 System . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-3
1.1.3 Belastung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-3
1.1.4 Berechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-3
1.1.5 Ergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-3
SOFiSTiK 2025 i
COLUMN | Inhaltsverzeichnis
7 Eingabebeschreibung 7-1
7.1 Eingabesprache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-1
7.2 Eingabesätze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-2
7.3 ECHO – Steuerung der Ausgabe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-3
7.4 STEU – Steuerung der Berechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-5
7.5 POS – Statik-Position . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-7
7.6 DGRP – Bemessungsgruppe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-8
7.7 KOMB – Lastkombinationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-9
7.8 COPY – Lasten und Faktoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-11
7.9 CINP – CADINP-Eingabe für STAR2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-12
7.10 FIRE – Brandschutznachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-13
7.11 WARM – Beflammte Ränder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-14
7.12 L0FI – Knicklänge Brandschutznachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-15
7.13 KRIE – Kriechen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-16
7.14 GEOM – Geometrie beim Nennkrümmungsverfahren . . . . . . . . . . . . 7-17
7.15 IMP – Imperfektionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-18
7.16 KNIC – Knickfesthaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-19
7.17 SLN – Strukturlinien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-20
7.18 DSLN – Bemessungselemente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-21
7.19 CDEL – Löschen der Bemessungsgruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-22
7.20 SCHN – Schnittgrößen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7-23
7.21 RCPY – Kopieren von Ergebnissen zwischen Datenbanken . . . . . . . . 7-24
ii SOFiSTiK 2025
Kurzbeschreibung | COLUMN
1 Kurzbeschreibung
Das Programm COLUMN ist im SSD (SOFiSTiK Structural Desktop) integriert und dient
der Berechnung von ein- und mehrgeschossigen Stahlbeton-Stützen und Stahlbeton-Wänden
nach Theorie II. Ordnung.
Mit der Auswahl COLUMN - Stahlbetonstütze wird im SSD eine Gruppe Stahlbetonstütze ein-
gerichtet.
- Column System
- Column Berechnung
- Column Heißbemessung
Die Bemessung erfolgt sowohl im Grenzzustand der Tragfähigkeit (GZT) als auch für die au-
ßergewöhnliche Belastungssituation infolge Anpralllast (ACCI).
Die Berechnung wird nach Theorie II. Ordnung durchgeführt, wobei intern ein allgemeines
räumliches Stabwerk abgebildet wird. Die Verformungsberechnung erfolgt im Zustand II
und die Bemessung wird für ein- oder zweiachsige Biegung vorgenommen. Zusätzlich zur
Bemessung kann ein Brandschutznachweis nach der Methode A Tabelle 5.2a sowie Glei-
chung 5.7 [1] geführt werden. Mit einer Zusatz-Lizenz COLUMN-FD (Fire Design) wird eine
heiße Bemessung nach DIN EN 1992-1-2:2010 ermöglicht. Bei mehrgeschossigen Stützen
wird zunächst von einem beflammten Geschoss (Brandabschnitt) ausgegangen. Wahlweise
können auch mehrere Geschosse gleichzeitig beflammt werden. Die Eingabe findet in einer
grafisch-interaktiven Arbeitsumgebung statt.
1.1.1 Querschnitte
• Beliebig viele Rechteck- und/oder Kreisquerschnitte
• Querschnittssprünge auch innerhalb eines Geschosses zulässig.
• Bewehrungsanordnung: Linienbewehrung (symmetrisch oder auf den Umfang ver-
teilt) oder Einzelbewehrung (ein bis fünf Eisen pro Ecke) und, falls erforderlich, kon-
struktive Zwischeneisen.
• Unterschiedliche Betongüten im Stützenstrang (jeder Querschnitt erhält ein eigenes
Material)
1.1.2 System
• Stützenstrang aus beliebig vielen Stäben
• Exzentrische Stabdefinition möglich
• Festhaltungen: frei, starr oder elastisch (Auflager-Federn)
1.1.3 Belastung
• Punktlasten, exzentrische Punktlasten, Linienlasten
• Automatische Berücksichtigung des Eigengewichts
• Die Vorverformungsfigur wird automatisch vorgeschlagen. Die vorgeschlagenen Vor-
verformungswerte können vom Anwender modifiziert werden.
• Kriechverformungen optional
1.1.4 Berechnung
• Automatische Erzeugung der relevanten Bemessungskombinationen inklusive Be-
rücksichtigung der Teilsicherheits- und Kombinationsbeiwerte (für den Nachweis
nach Theorie II. Ordnung).
• Bemessung im Grenzzustand der Tragfähigkeit und ggf. für eine außergewöhnliche
Bemessungssituation.
• Berücksichtigung der wirksamen Steifigkeiten im Zustand II.
• Berechnung nach Theorie II. Ordnung.
• Bemessung für zweiachsige Biegung mit Normalkraft und Querkraft.
• Brandschutznachweis nach Methode A der DIN EN 1992-1-2 (Tabelle 5.2a und Glei-
chung 5.7).
• Allgemeines Rechenverfahren ”Heiße Bemessung” nach DIN EN 1992-1-2 (Lizenz
COLUMN-FD notwendig).
1.1.5 Ergebnisse
• Tabellarischer Kurzausdruck der Ergebnisse inklusive der wesentlichen Grafiken.
• Umfangreicher Ausdruck für Prüfzwecke möglich.
• Ausgabe der Auflagerkräfte zur Lastweiterleitung an ein Fundament.
2 Column System
2.1 Geometrie
Im Register System werden die zuvor definierten Stützenquerschnitte automatisch übernom-
men.
• System
Zunächst wird definiert, ob eine Stütze oder eine Wand berechnet werden soll. Bei
Bedarf kann eine Kote am Stützenfuß angegeben werden.
• Stab
Jedem Stab kann ein anderer Querschnitt zugewiesen werden. Wenn im Stützen-
strang mehrere unterschiedliche Materialien erforderlich werden, muss je Material
ein Querschnitt definiert sein, auch wenn die Abmessungen identisch sind.
Für jeden Stab wird die Stablänge festgelegt und bei Bedarf die Exzentriziät in Be-
zug auf den darunterliegenden Stab. Somit ist bei zwei Stäben ein exzentrischer
Anschluss nur am oberen Stab möglich.
Innerhalb eines Geschosses können mehrere Stäbe definiert sein. So kann bei
großen Geschosshöhen die Bewehrung gestaffelt werden.
• Festhaltungen
An jedem Knoten kann eine Festhaltung angeordnet werden. Alle Lagerbedingungen
können starr oder elastisch (Auflager-Federn) sein.
2.2 Lasten
Die Lasten werden für jeden Lastfall getrennt eingegeben. Abhängig von der eingestellten Be-
rechnungsnorm sind einige Standard-Lastfälle und -Einwirkungen voreingestellt. Zusätzliche
Lastfälle und Einwirkungen können über den Lastfallmanager ergänzt werden.
Vor der Eingabe der Lastwerte ist ein Lastfall auszuwählen. Der Lastfall ”1 G Ständige Last”
ist voreingestellt. Die Lasteingabe kann in der grafischen Darstellung überprüft werden.
• Einzellasten
Mit dem Button ”Hinzufügen” wird eine Zeile in der Tabelle Einzellast hinzugefügt.
Wenn das Häkchen ”Oben” gesetzt ist, wird der Lastabstand a auf den Stützenkopf
bezogen, wird das Häkchen entfernt, bezieht sich der Abstand a auf den Stützenfuß.
Die Lastrichtungen und die Lastexzentrizitäten ex, ey beziehen sich auf das globale
Koordinatensystem, welches am Stützenfuß dargestellt ist.
• Linienlasten
Mit dem Button ”Hinzufügen” wird eine Zeile in der Tabelle Linienlast hinzugefügt.
Wenn das Häkchen ”Oben” gesetzt ist, wird der Lastanfang a auf den Stützenkopf
bezogen, wird das Häkchen entfernt, bezieht sich der Abstand a auf den Stützenfuß.
Die Lastrichtungen beziehen sich wiederum auf das globale Koordinatensystem, bei
unterschiedlichen Lastordinaten wird eine Trapezlast erzeugt.
3 Column Berechnung
3.1 Kombinationen
Die für die Berechnung nach Theorie II. Ordnung erforderlichen und relevanten Lastkombi-
nationen werden automatisch ermittelt. Dies geschieht durch eine spezielle Überlagerungs-
anweisung mit Hilfe des Überlagerungsprogrammes MAXiMA. Dabei werden Lastkombinatio-
nen für den Grenzzustand der Tragfähigkeit (D) und für die außergewöhnliche Lastsituation
in Verbindung mit Anprall (A) erstellt. Der Anwender kann über eine gezielte Selektion die zu
untersuchenden Lastfälle nochmals einschränken.
Falls Kriechen berücksichtigt werden soll, muss das Häkchen gesetzt werden und die End-
kriechzahl gemäß EN 1992-1-1, 3.1.4 eingegeben werden.
Hinweis
Für das allgemeine Rechenverfahren wird für jede zu untersuchende Lastkombination im
Grenzzustand der Tragfähigkeit eine zugehörige quasi-ständige Lastkombination nach Theo-
rie II. Ordnung berechnet und die sich daraus ergebende Verformung wird als Vorverformung
infolge Kriechen zusätzlich zur Imperfektion im Grenzzustand der Tragfähigkeit angesetzt.
3.2 Imperfektionen
Die Größe der Imperfektion wird in Abhängigkeit von der eingestellten Norm automatisch be-
rechnet. Die Richtung der Imperfektion wird der jeweiligen Lastrichtung der Lastkombination
automatisch angepasst.
3.3 Brandschutznachweis
Hier wird das Berechnungsverfahren für den Brandschutz nach DIN EN 1992-1-2:2010-12 Kap.
5.3.2 Methode A gesteuert. Es steht der Nachweis nach Tabelle 5.2a sowie die Ermittlung der
Feuerwiderstandsdauer nach Gleichung 5.7 zur Verfügung. Die relevanten Lastkombinationen
werden automatisch vom Programm COLUMN ermittelt.
Die erforderliche Feuerwiderstandsklasse R30, R60, R90... muss hier angegeben werden und
aus den angebotenen Lastkombinationen können ein oder mehrere für den Nachweis ausge-
wählt werden.
Für die Methode A lässt sich ein Knicklängenbeiwert eingeben. Dies ist insbesondere im obers-
ten Geschoss erforderlich, wo eine Volleinspannung in die Decke im Brandfalle nicht gewähr-
leistet ist. Die Voreinstellung für den Beiwert ist 0.5, was für innen liegende Geschosse gilt.
3.4 Steuerparameter
Im Register Steuerparameter werden die Berechnungsparameter für die Theorie II. Ordnung
definiert. Die Wahl des optimalen Iterations-Verfahrens ist hierbei nicht ganz einfach, denn
hiermit wird das Iterations- und Konvergenzverhalten beeinflusst. Nähere Angaben hierzu fin-
det man im STAR2-Handbuch Kap.STAR2: Iterationsverfahren.
• Nettoquerschnitt
Bei der Bemessung wird die Fläche der Bewehrungseisen vom Betonquerschnitt ab-
gezogen
• Iterationen
Wenn keine Konvergenz erreicht wird, kann die Anzahl der Iterationen erhöht werden.
Eine Anzahl der Iterationen > 200 ist i.d.R. jedoch nicht mehr sinnvoll.
• Steifigkeitsermittlung
Eine Änderung von KMOD kann das Konvergenzverhalten verbessern. Für eine
Kragstütze beispielsweise kann KMOD=KN sinnvoll sein.
• Beschleunigungsfaktor
Die Voreinstellung des Beschleunigungsfaktors FMAX=2.0 sollte nur in Ausnahme-
fällen geändert werden.
3.5 Ausgabe
Hier wird der Umfang des Ergebnisausdruckes gesteuert. In der Regel sollte die standard-
mäßige Ergebnisausgabe bereits ausreichend sein, sie erfolgt übersichtlich in tabellarischer
Form.
Hinweis
Insbesondere beim Auftreten von Warnungen oder Fehlermeldung sollte eine detaillierte Er-
gebnisausgabe angefordert werden. Meist reicht hierbei die Ausgabe der maßgebenden Kom-
bination bereits aus. Der Anwender findet in dieser Langausgabe alle Hinweise auf die Proble-
me genau an der Stelle im Ausdruck, wo ein Problem auftaucht.
4 Column Heißbemessung
4.1 Geometrie
Für die Heißbemessung wird zunächst die genaue Bewehrungsanordnung im Querschnitt fest-
gelegt. Die Anzahl und die Lage der Bewehrungsstäbe haben eine deutliche Auswirkung auf
das Berechnungsergebnis. Die einmal gewählte Bewehrung wird für weitere Berechnungsläufe
gespeichert.
• Stäbe
In dieser Tabelle werden die zu beflammenden Stäbe selektiert. Bei mehrgeschossi-
gen Stützen wird das zu beflammende Geschoss ausgewählt. In Sonderfällen kön-
nen auch mehrere Geschosse gleichzeitig beflammt werden.
• Festhaltungen
Bei einer Geschossstütze wird normalerweise im Brandfalle eine starre Einspannung
am Stützenkopf und -fuß vorgesehen. Da diese Volleinspannung nicht bei jeder Stüt-
ze gewährleistet ist, kann die Lagerbedingung ”Volleinspannung” für jedes Lager
einzeln gesetzt werden.
4.2 Kombinationen
Analog zur Berechnung im Grenzzustand der Tragfähigkeit (D) werden die relevanten Last-
kombinationen Heißbemessung (AB) automatisch erstellt. Die vorgeschlagene Richtung der
Imperfektionen wird wiederum entsprechend der Verformung aus der Belastung angepasst.
In Ausnahmefällen kann auch ohne Imperfektionen gerechnet werden, wie hier im abgebilde-
ten Validierungsbeispiel, Beispiel 10 nach DIN EN 1991-1-2/NA:2010 Anhang CC.
4.3 Imperfektionen
Analog zur Berechnung im Grenzzustand der Tragfähigkeit (GZT) wird die Größe der Imper-
fektion in Abhängigkeit von der eingestellten Norm automatisch berechnet.
Der Verlauf und die Größe der Imperfektionen ist für die Heißbemessung gesondert angege-
ben. Dies wird erforderlich, wenn beispielweise bei einseitiger Beflammung die Richtung der
Imperfektion der Verformung aus thermischer Dehnung angepasst werden muss.
Hinweis
Die automatisch vorgeschlagene Richtung der Imperfektion entspricht der Verformungsrich-
tung aus der äußeren Belastung. Die Richtung der Verformung aus Thermischer Dehnung
(z.B. bei dreiseitige Beflammung) wird nicht überprüft.
4.4 Heißbemessung
Im Register Heißbemessung werden alle erforderlichen Einstellungen für die Thermische Ana-
lyse am Querschnitt ermöglicht.
• Brandbeanspruchung
Hier kann eine Brandschutzklasse R30, R60, R90. . . oder eine benutzerdefinierte
Beflammungsdauer eingestellt werden. Es stehen Standard Brandkurven (ETK, EXT,
CARB, ZTV-ING) oder eine freie, benutzerdefinierte Brandkurve zur Verfügung.
• Beflammung
Jede Kante eines Querschnittes kann beflammt (Brand), wärmeundurchlässig (Sym-
metrie) oder kalt (Luft mit einer Umgebungstemperatur von 20˚C) sein.
• Thermische Einstellungen
Die Thermischen Einstellungen können benutzerdefiniert, nach EN 1992-1-2:2004
Anhang A oder nach DIN EN 1991-1-2/NA:2010 Anhang CC gewählt werden.
4.5 Steuerparameter
Im Register Steuerparameter werden die Berechnungsparameter für die Heißbemessung nach
Theorie II. Ordnung definiert. Die Wahl des optimalen Iterations-Verfahrens ist hierbei nicht
einfach, denn hiermit wird das Iterations- und Konvergenzverhalten beeinflusst. Nähere Anga-
ben hierzu findet man im STAR2-Handbuch Kap.STAR2: Iterationsverfahren. Es stehen Steue-
rungsmöglichkeiten für die Thermische und die Mechanische Analyse zur Verfügung.
• Nettoquerschnitt
Bei der Bemessung wird die Fläche der Bewehrungseisen vom Betonquerschnitt ab-
gezogen.
• FE-Netz
Für die Steuerung des Elementnetzes im beflammten Querschnitt kann die kleinste
Elementlänge angegeben werden.
• Iterationen
Wenn keine Konvergenz erreicht wird, kann die Anzahl der Iterationen erhöht werden.
Eine Anzahl der Iterationen > 200 führt bei der Heißbemessung in seltenen Fällen
noch zur Konvergenz. Die Ursache für ein so schlechtes Konvergenzverhalten könnte
durch eine Belastung nahe der Stabilitiätslast begründet sein, dies sollte zumindest
überschläglich überprüft werden.
• Steifigkeitsermittlung
Eine Änderung von KMOD kann das Konvergenzverhalten verbessern. Für eine
Kragstütze beispielsweise kann KMOD=KN sinnvoll sein.
• Beschleunigungsfaktor
4.6 Ausgabe
Hier wird der Umfang des Ergebnisausdruckes gesteuert, in der Regel sollte die standardmä-
ßige Ergebnisausgabe ausreichend sein.
Hinweis
Insbesondere bei Warnungen und Fehlermeldung sollte eine detaillierte Ausgabe angefordert
werden. Meist reicht eine detaillierte Ausgabe der maßgebenden Kombination aus. Der An-
wender findet in dieser Langausgabe alle Hinweise auf die Probleme genau an der Stelle im
Ausdruck, wo ein Problem auftaucht.
5 Column Bemessung
Der Task Stahlbetonstütze unter der Gruppe Stahlbetonstütze führt eine Bemessung durch,
wenn bereits ein Statisches System besteht.
5.1 Auswahl
Im Register Auswahl kann die Stütze über die Nummer ausgewählt werden oder per graphi-
scher Auswahl durch den Animator selektiert werden.
5.2 Steuerparameter
Hier kann zwischen zwei Methoden für die Stützenbemessung gewählt werden. Das
Nennkrümmungsverfahren oder die Allgemeine Methode nach EN 1992-1-1:2005, Kap. 5.8.6
können für die Bemessung verwendet werden. Die Allgemeine Methode führt mit dem Pro-
gramm STAR2 eine Bemessung nach Theorie II. Ordnung durch.
• Hier kann zwischen einer Pendelstütze und einem Kragarm ausgewählt werden.
Zusätzlich gibt es die Möglichkeit Drehfedersteifigkeiten für die Stützenfußeinspan-
nung anzugeben.
• Festhaltungen in eine Richtung zu definieren.
• Kriechen kann mit der Endkriechzahl berücksichtigt werden.
• Geometrische Imperfektionen können manuell eingegeben oder automatisch nach
EN 1992-1-1:2004, Kap. 5.2 berechnet werden.
5.3 Ausgabe
Hier wird der Umfang des Ergebnisausdruckes gesteuert. Es besteht die Möglichkeit alle oder
die maßgebende Stütze auszuwählen. In dem Bereich Ergebnisausgabe kann eine detaillierte
Auswahl erfolgen, welche die Selektion von zusätzlichen graphischen Zeichnungen ermöglicht.
Hinweis
Insbesondere beim Auftreten von Warnungen oder Fehlermeldung sollte eine detaillierte Er-
gebnisausgabe angefordert werden. Meist reicht hierbei die Ausgabe der maßgebenden Kom-
bination bereits aus. Der Anwender findet in dieser Langausgabe alle Hinweise auf die Proble-
me genau an der Stelle im Ausdruck, wo ein Problem auftaucht.
Das Verfahren mit Nennkrümmung nach der Norm EN 1992-1-1:2004, Kap. 5.8.8, welches
auch als Modellstützenverfahren bekannt ist, dient der vereinfachten Berechnung von ein-
bis mehrgeschossigen Stahlbetonstützen mit einer konstanten Normalkraft Belastung. Das
Nennkrümmungsverfahren ist in den Ländern Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und
Großbritannien und Nordirland nach den jeweiligen nationalen Anhängen zugelassen.
Sollte die Grenzschlankheit überschritten werden, dann wird dies im PLB Ausdruck als
Fußnote gekennzeichnet. Es gibt ein paar Einschränkungen und Annahmen die getroffen
werden müssen für die Anwendbarkeit des Verfahrens. Eine annähernde, symmetrische Geo-
metrie, Bewehrungsverteilung und ein konstanter Querschnitt über die Stützenlänge führen im
Normalfall zu realistischen Ergebnissen. Die Norm empfiehlt die Verwendung der Querschnit-
te: Rechteck, Kreis und Ellipse. Das Material und die Querschnitte werden mit dem Programm
AQUA definiert. Die Anwendbarkeit auf ein Gesamttragwerk ist gegeben, wenn realistische
Annahmen für die Krümmungsverteilung getroffen werden. Das Nennkrümmungsverfahren
wird getrennt in beide Richtungen durchgeführt. Die resultierenden Momente werden anhand
des Verhältnisses der Schlankheit nach EN 1992-1-1:2004, Kap. 5.8.9 überprüft, ob eine
getrennte bzw. einachsige Bemessung in beiden Richtungen zulässig ist. Sind die Grenzwerte
nicht eingehalten, dann wird eine zweiachsige Bemessung durchgeführt.
Das Verfahren benötigt einige Annahmen, welche als Defaultwerte im Register Steuerparame-
ter einzugeben sind.
• Auswahl des Statischen Systems als Pendelstütze oder Kragarm. Zusätzlich ist die
Angabe von Knicklängenbeiwerten möglich.
• Definition von Festhaltungen in eine Richtung
• Die Bemessung der Stahlbetonstütze kann mit dem Brutto- oder Nettoquerschnitt
erfolgen.
• Auswahl einer Stütze oder wandartigen Stütze
• Krümmungsverteilung cy,z = 10.0 nach EN 1992-1-1:2004, Kap. [Link] (4).
• Endkriechzahl φ(∞,t0 ) = 2.5
• Zugehörige Stützen, welche einen Einfluss auf die maßgebende Stütze haben
m = 1.0 der Faktor αm = 0.5(1 + 1/ m) nach EN 1992-1-1:2004, Kap. 5.2 (5).
p
Die Effekte aus Kriechen und Schwinden werden mit den Parametern der Endkriechzahl
φ(∞,t0 ) und dem Proportionalitätsfaktor M0Eqp / M0Ed berücksichtigt.
Als Standard wurde festgelegt, dass die maximale Bewehrungsmenge nach EN 1992-1-
1:2004 überschritten werden kann. Wenn die maximale Bewehrungsmenge überschritten
wird, erscheint eine Fußnote in dem PLB Ausdruck.
6.1 Ablauf
Die allgemeine Vorgehensweise des Nennkrümmungsverfahren ist im Folgenden aufgelistet:
1. Berechnung der Imperfektionen ey,z , Schlankheiten λy,z und inneren Hebelarme dy,z
3. Die Iteration wird getrennt für beide Richtungen durchgeführt. Die Ermittlung des Bemes-
sungsmoment MEd (Theorie II. Ordnung) ist beendet, sobald der Beiwert Kr konvergiert.
4. Auswertung der Gleichungen 5.38a und 5.38b nach EN 1992-1-1:2004, Kap. 5.8.9 zur
Bestimmung ob eine zweiachsige oder einachsige Bemessung erforderlich ist.
5. Zusätzliche Bemessung des Querschnittes mit den Schnittgrößen von dem Stützenkopf,
-mitte und -fuss
Die Vorgehensweise der Iteration für das Bemessungsmoment MEd ist in dem Bild 6.1 darge-
stellt. Die Variable Kr ist die lineare Näherung der Interaktionskurve, welche auch als ω-Tafel
bekannt ist.
START
Neu As
As · ƒyd
n = 1 +
Ac · ƒcd
NEd
n=
Ac · ƒcd
n + n
Kr =
n − nb
Nein
|Kr,ne − Kr,t | < 1 · 10−4
Ja
ENDE
In Abhängigkeit des nationalen Anhangs muss ein Mindestmoment berücksichtigt werden mit
der Mindestexzentrizität e0 nach EN 1992-1-1:2004, Kap. 6.1 (4). Das vereinfachte Moment
nach Theorie II. Ordnung oder Theorie I. Ordnung muss mindestens so groß wie das Mindest-
moment nach Gl. 6.1 sein.
MEd ≥ Mmn
Mmn = NEd e0 (6.1)
e0 = h/ 30 ≥ 20mm
Wenn das Mindestmoment maßgebend wird, erfolgt die anschließende einachsige Bemessung
mit AQB.
6.2 Abweichungen
Im Bezug auf die Vorgehensweise nach EN 1992-1-1:2004 sind folgende Abweichungen in
der Implementierung des Nennkrümmungsverfahren vorgenommen worden.
Das Verfahren verwendet den exakten inneren Hebelarm, anstatt der Vereinfachung von
90 % der statischen Nutzhöhe (z = 0.9 d). Diese Umsetzung erlaubt die Verwendung meh-
rerer unterschiedlicher Querschnitts-Geometrien, welche näherungsweise symmetrisch sind.
Ebenso ist es möglich die maximale empfohlene Menge an Bewehrung zu überschreiten.
Wenn die maximale Bewehrung As,m überschritten wird, erscheint ein Hinweis in dem PLB
Ausdruck. Die Approximation der Interaktionskurve wird nur für die Ermittlung des Beiwertes
Kr verwendet. Die anschließende Bemessung des Querschnitts erfolgt mit dem exakten
Bemessungsdiagramm (AQB).
Die zusätzliche Untersuchung der anderen Bemessungsschnitte erfolgt ohne die Imperfektion
und ohne die Berücksichtigung der Theorie II. Ordnung. Wenn einer dieser Schnitte maßge-
bend wird, dann erfolgt immer eine zweiachsige Bemessung ohne Auswertung der Gleichun-
gen nach EN 1992-1-1:2004, Kap. 5.8.9.
6.3 Imperfektionen
Wenn keine benutzerdefinierte Angabe der Imperfektionen mit dem Eingabesatz IMP vorge-
nommen wurde, dann werden die Imperfektionen nach EN 1992-1-1:2004, Kap. 5.2 berechnet.
Der Parameter αm ist ein Reduktions-Faktor für die Anzahl der angeschlossenen Stützen (sie-
he EN 1992-1-1:2004, Kap. 5.2 (5), Gl. 5.1). Der Defaultwert für αm beträgt 1.0, welches keinen
Einfluss von anderen Stützen darstellt. Die Imperfektion wird mit den folgenden Gleichungen
(6.2) ausgeführt und angewendet:
e = θ 0 / 2 mit θ = θ0 αh αm
(6.2)
6.4 Kriechen
Es gibt bestimmte Parameter, welche notwendig für die Berücksichtigung der Effekte von
Kriechen sind. Dies ist einerseits das Verhältnis zwischen M0Eqp (Moment I. Ordnung unter
der quasi-ständigen Einwirkungskombination (GZG)) und M0Ed (Moment I. Ordnung unter der
Bemessungs-Einwirkungskombination (GZT)) , welche für jeden Lastfall und Richtung unter-
schiedlich sind. Die Endkriechzahl φ(∞,t0 ) ist definiert nach EN 1992-1-1:2004, Kap. 5.8.4.
Das Programm COLUMN erzeugt eigene zugehörige Kriechlastfälle für jede Lastfallkombi-
nation und ermittelt daraus für jede Lastfall-Kombination den Proportionalitätsfaktor aus den
Momenten oder gegebenfalls aus den Normalkräften.
6.5 Schlankheitskriterium
Die Effekte nach Theorie II. Ordnung hängen von der Schlankheit der Stütze ab. Wenn die
Schlankheit unter der Grenzschlankheit liegt, dann können die Effekte aus der Theorie II. Ord-
nung vernachlässigt werden. Die allgemeine Definition der Grenzschlankheit λm Gl. 6.4 ist in
EN 1992-1-1:2004, Kap. 5.8.3 (1), Gl. 5.13N angegeben.
p
λm = 20 A B C/ n mit n = NEd / (Ac ƒcd ) (6.4)
λy / λz ≤ 2 nd λz / λy ≤2 (6.5)
Die erste Bedingung prüft die Schlankheitsverhältnisse entsprechend der Norm EN 1992-1-
1:2004, Kap. 5.8.9 (3), Gl. 5.38a. Die Gleichungen von 5.38b müssen erfüllt sein, damit eine
getrennte Bemessung in beiden Richtungen erfolgen kann.
ey / heq ez / beq
≤ 0.2 oder ≤ 0.2 (6.6)
ez / beq ey / heq
Ebenfalls empfiehlt die Norm die Imperfektion nur in eine Richtung anzusetzen, in der sie die
ungünstigste Auswirkung hat.
e2 = K1 (1/ r) 2
eƒ ƒ ,y
/ cy (6.8)
Eine zweiachsige Bemessung muss durchgeführt werden, wenn die Gleichungen im Kap. 5.8.9
nach Norm DIN EN 1992-1-1:2011 nicht erfüllt sind. Das Heft 600 (DafStb) empfiehlt bei den
Gleichungen 5.38a und 5.38b die Imperfektion und Exzentrizität nach Theorie II. Ordnung zu
vernachlässigen. Es ist ausreichend, wenn das Moment nach Theorie I. Ordnung verwendet
wird.
Zusammenfassend ist eine getrennte Bemessung nur erlaubt, wenn die Gleichungen in Heft
600 (DafStb) erfüllt sind.
e0,y / heq e0,z / beq
≤ 0.2 oder ≤ 0.2 (6.11)
e0,z / beq e0,y / heq
Die Mindestbewehrung wird mit den Gleichungen As,mn = 0.1 NEd / ƒyd oder 0.003 Ac
ermittelt, der größere Wert ist maßgebend. Die maximale Bewehrungsmenge As,max beträgt
0.04 Ac und der minimale Bewehrungsdurchmesser 12 mm.
7 Eingabebeschreibung
• Stütze System
• Stütze Berechnung
• Stütze Heißbemessung
• Stahlbetonstütze
- Nennkrümmungsverfahren
- Allgemeines Rechenverfahren
7.1 Eingabesprache
Die Eingabe erfolgt im freien Format in der CADINP Eingabesprache (vgl. allgemeines Hand-
buch SOFiSTiK: ’Basisfunktionalitäten’).
[mm] Explizite Einheit. Die Eingabe erfolgt in der angegebenen Einheit, kann aber
auch mit einer expliziten Vorgabe (z.B. 2.5[m] ) erfolgen.
[mm] 1011 Implizite Einheit. Implizite Einheiten sind semantisch kategorisiert und durch
einen entsprechenden Index (in grün) gekennzeichnet (Beispiel: Kategorien der
Einheit ”Länge” sind u.a. geodätische Höhe, Querschnittabmessung, Bauteildi-
cke). Die Default-Eingabeeinheiten für die Kategorien werden durch das aktuell
aktive (normenabhängige) Einheitenset festgelegt. Die Voreinstellung kann, wie
oben dargestellt, durch explizite Zuweisung überschrieben werden. Angegeben
ist die Voreinstellung für das Einheitenset 5 (Euro-Normen, NORM UNIT 5).
7.2 Eingabesätze
Folgende Satznamen sind definiert:
Satzname Kennworte
KOPF
ECHO OPT WERT
STEU OPT WERT
POS BEZ LAGE TEXT
DGRP NR BEZ
KOMB LF TYP BEZ
COPY ID FACT
CINP XXXX
FIRE R NACH ALCC
FACE EPS ALPC ALPL KURV
L0FI VON BIS L0
WARM QNR EXP1 EXP2 EXP3 ... EXP9 EXP0
KRIE PHI LFXP LFXN LFYP LFYN
GEOM L BETY BETZ CY CZ
IMP EIXY EIXZ AMXY AMXZ
KNIC FIX
SLN NR ACHS EBEN BEZ
DSLN NR ACHS EBEN BEZ
CDEL DGRP
SCHN N MY1 MZ1 MY2 MZ2 MY3 MZ3
RCPY TO MTYP ID DTYP
ENDE
Die Sätze KOPF und ENDE sind im allgemeinen Handbuch SOFiSTiK: ’Basisfunktionalitäten’
beschrieben.
ECHO
Die Option ECHO DGRP gilt nur für Nennkrümmungsverfahren, und sollte im eigenen PROG
COLUMN Lauf definiert werden. Ein Beispiel is beim Befehl DGRP vorhanden.
STEU
COLUMN wird für unterschiedliche Aufgaben genutzt. Der Default ist, dass eine Stütze, die
sich als Stützenstrang auch über mehrere Stockwerke erstrecken kann, nach dem allgemeinen
Verfahren nach Theorie II. Ordnung berechnet wird. Die Berechnungsgrundlagen entsprechen
den Vorgaben der EN 1992-1-1, Kapitel 5.8.6.
TH2/NKV Hiermit lassen sich mehrere Stützen zu einer Position zusammen fassen. Es
können allerdings keine Stützenstränge, die sich über mehrere Stockwerke er-
strecken nachgewiesen werden. Das Verfahren ist auf Stockwerksstützen, die als
Pendelstützen oder als Kragstützen ausgebildet sind beschränkt.
KOMB COLUMN erzeugt einen Datensatz, der aus allen berechneten Kombinationen
die maßgebende heraussucht und diese mittels APPLY in den Hauptdatensatz
einbindet. Diese Option greift, wenn in dem Task „COLUMN Berechnung“ im Re-
gister Ausgabe die detaillierte STAR2-Ausgabe für die maßgebende Kombinati-
on angefordert wird. In diesem Zusammenhang wird mit einer Reihe von CINP-
Sätzen ein Datensatz für STAR2 generiert und eine Datei [Link] erzeugt,
die mittels APPLY in den Hauptdatensatz eingebunden wird.
POS
Mit POS wird ein Text zusammengesetzt, der am Anfang der Berechnung als Überschrift er-
scheint. Die Idee ist, das Bauteil mit einer statischen Positions-Nummer BEZ zu versehen,
die LAGE des Bauteils z.B. über die Gebäudeachsen anzugeben und das Bauteil mit einem
kurzen TEXT zu beschreiben.
Beispiel:
+PROG COLUMN
KOPF
POS 'S1' LAGE 'A/1' TEXT 'Stahlbetonstütze b/h=300/300 mm'
...
ENDE
DGRP
NR Gruppennummer Lt
BEZ Bezeichnung Lt32
Mit DGRP wird eine Gruppe von Stützen zusammengestellt, die zu einer Bemessungsgruppe
gehören. Die Bemessungsgruppe kann z.B. Stützen mit identischen Querschnittsabmessun-
gen enthalten. Sie wird dann in der Datenbank als sekundäre Gruppe mit der Nummer NR und
der Bezeichnung BEZ gespeichert.
Beispiel:
+PROG COLUMN
KOPF
DGRP NR GRP1 BEZ 'Stahlbetonstütze b/h=300/300 mm'
...
ENDE
+PROG COLUMN
KOPF
! Berechnung zusätzlicher Bemessungsgruppe
DGRP NR GRP2 BEZ 'Stahlbetonstütze b/h=400/300 mm'
...
ENDE
+PROG COLUMN
KOPF
! nur für anschliessendem Ausdruck der Zusammenfassung der oben berechneten
Bemessungsgruppen
ECHO DGRP VOLL
STEU NKV
...
ENDE
KOMB
LF Lastfallnummer -
Nutze den COMB Befehl um entweder neue Kombinationsvorschriften zu definieren, oder vor-
handene Kombinationen aus der Datenbank zu referenzieren.
Anhand des COPY Befehls, kann eine neue Kombination durch kopieren berechneter Lasfällen
mit dazugehörigen Faktoren definiert werden. Zum Beispiel:
+PROG COLUMN
KOPF
...
KOMB LF 1001 TYP (D) BEZ "1.35G(1)+1.5Q(1+2)"
COPY NR 1 FACT 1.35
COPY NR 2 FACT 1.5
Kombinationen, die von anderen Programmen oder Tasks erzeugt sind, können durch eine
einfache Eingabe ihrer Nummer von der Datenbank referenziert werden.
Hinweis: die Kombinationen aus der Datenbank werden als Kombinationsvorschriften verwen-
det. Das heißt es werden die Lastfallnummern und die dazugehörigen Faktoren übernommen
und die Kombination linear berechnet. Wenn die Kombination aus der Datenbank nichtline-
ar berechnet worden ist, kann es somit zu Abweichungen bei der Größe der Schnittgrößen
kommen.
Beispieslweise:
+PROG SOFILOAD
KOPF
...
KOMB LF 1001 TYP (D) BEZ "1.35G(1)+1.5Q(1+2)"
COPY NR 1 FACT 1.35
COPY NR 2 FACT 1.5
...
ENDE
+PROG COLUMN
KOPF
...
KOMB LF 1001 TYP (D)
COPY
NR Lastfallnummern -
FACT Kombinationsfaktor -
Der COPY Kommando ist einem KOMB Befehl zugeordnet. Es definiert ein Kombinationsterm
durch Kopieren bestehender Lastfällen aus der Datenbank. Es weist diesen Lastfällen den bei
FACT eingegebenen Kombinationsfaktor zu. Die Lastfälle sollten vorhanden sein, z.B. durch
SOFiLOAD schon definiert. Der Anzahl der COPY Befehle pro COMB Eingabe ist auf 256
begrenzt.
+PROG COLUMN
KOPF
...
! Für die Kombination '1.35G(1)+1.5Q(2+9)'
KOMB 1001 TYP (D)
COPY NR 1 FACT 1.35
COPY NR 2,9 FACT 1.5
...
ENDE
CINP
Diese Eingabe wird von dem SSD-Task „Stütze Berechnung“ generiert und in Verbindung mit
STEU KOMB verwendet. Der für STAR2 generierte Datensatz wird in einer Datei [Link]
gespeichert und mittels APPLY in den Hauptdatensatz eingebunden. Der Zugriff auf die Num-
mer der Lastkombination, die zur maßgebenden Bewehrung führt, erfolgt über die Variable
#LF, die COLUMN ermittelt und in der Datenbank speichert.
Beispiel:
+PROG COLUMN
KOPF Looking for decisive loadcases
SEIT UNIA 0
ECHO VOLL NEIN
STEU KOMB
KOMB 1002 (D) '1.35G+1.5Q(2)+I(X+Y+)'
KOMB 1003 (D) '1.35G'
TYP CONT '+1.5Q(2)'
CINP '+PROG STAR2'
CINP 'HEAD Decisive Loadcase in Ultimate State'
CINP 'PAGE UNIO 0'
CINP 'ECHO DEFO extr'
CINP 'CTRL II 100'
CINP 'CTRL SVRF 1'
CINP 'LC #LC '
CINP 'REIN BEAM SING LCR #LCR '
CINP 'IF #LCR==1 '
CINP 'DESI ulti SMOD yes AMAX 20'
CINP 'NSTR bk1 FMAX 2.0'
CINP 'ENDIF'
CINP 'IF #LCR==2 '
CINP 'DESI acci SMOD yes AMAX 20'
CINP 'NSTR ak1 FMAX 2.0'
CINP 'ENDIF'
CINP 'END'
ENDE
FIRE
WARM
QNR Querschnitts-Nummer
Mit dem Satz WARM werden bei einem allgemeinen Querschnitt die beflammten Ränder defi-
niert.
Beispiel:
+PROG COLUMN
KOPF Result from heat design
SEIT UNIA 0
ECHO MAT JA
ECHO QUER JA
ECHO EINW JA
ECHO AUFL JA
ECHO SCHN JA
ECHO VERF JA
ECHO KOMB VOLL
ECHO BILD JA
ECHO BEW NEIN
FIRE R 60 FACE 'Y+Z+Y+Z+' EPS 0.7 ALPC 25 ALPL 9 KURV 'ETK'
! General Cross section with flmaed edges
WARM QNR 3 LE RI TO BO ! e.g. left, right, top and bottom
KOMB 3001 (A) 'G(1)+I(Y+)'
ENDE
L0FI
L0 Knicklänge m
Mit L0FI können für einzelne Stäbe oder auch Stabzüge die Knicklängen für den Brandschutz-
nachweis nach EN 1992-1-2, Methode A vorgegeben werden. Insbesondere kann bei ausge-
steiften Gebäuden für eine Stockwerksstütze mit der Eingabe von L0 = 0.5·L simuliert werden,
dass die Stütze im Brandfall in den darunter bzw. darüber liegenden Stockwerken eingespannt
ist.
Hinweis: Bei nicht ausgesteiften Gebäuden bzw. bei Kragstützen ist der vereinfachte Nachweis
gemäß Methode A nicht zulässig.
KRIE
PHI Kriechbeiwert -
Für das Nennkrümmungsverfahren wird für jede zu untersuchende Lastkombination eine ef-
fektive Kriechzahl gemäß EN 1992-1-1, 5.8.4 ermittelt.
GEOM
L Stützenlänge, optional m -
Mit der optionalen Eingabe L kann die Stützenlänge für die Bemessung für alle ausgewählten
Stützen vorgegeben werden. Somit können z.B. Stützen mit unterschiedlichen Längen mit der
maßgebenden Länge bemessen oder modellierte Stützenlängen verändert werden. Falls die
Eingabe L nicht verwendet wird, wird jede Stütze mit ihrer individuellen geometrischen Länge
bemessen. Weist mindestens eine der Stützen eine Längendifferenz auf, die größer als 1mm
ist, wird informativ eine Warnung ausgegeben.
IMP
θi = θ0 · α h · α m
mit
Werden Stützen mit unterschiedlichen Stützenlängen zusammen bemessen, wird für jede Stüt-
ze einzeln die Imperfektion ausgerechnet. Außer es wurde mit GEOM eine Länge für alle Stüt-
zen festgelegt.
KNIC
Ist die Stütze in einer Ebene gehalten, so wird in dieser Ebene kein Nachweis gegen Knicken
geführt.
Wird keine Eingabe für FIX gemacht, wird die Stütze für Knicken in Richtung beider Hauptach-
sen untersucht.
SLN
Mit SLN wird auf eine Strukturlinie zugegriffen, die als Stahlbetonstütze nachgewiesen werden
soll. Die Stütze übernimmt ihre Länge, ihr Querschnitt und die einwirkende Schnittgrößen au-
tomatisch von der Strukturlinie. Die optionale Eingabe bei Z0 entspricht die global z-Koordinate
des unteren Punktes der Stütze. Falls dieser Wert eingegeben ist, wird er als Kote der Stütze
verwendet.
Der Nachweis kann wahlweise nach dem Nennkrümmungsverfahren oder dem allgemeinen
Rechenverfahren erfolgen.
Mit den Angaben zu ACHS und EBEN kann die Lage des Bauteils innerhalb des Gesamtsys-
tems näher beschrieben werden, z.B. mit Angabe der Gebäudeachsen und einer Stockwerks-
angabe.
Mit einer wiederholten Eingabe von SLN können mehrere Stützen zu einer Position POS zu-
sammengezogen werden. Beispiel:
+PROG COLUMN
kopf
...
pos "S101" lage "X/8" text "Cantilever Columns"
sln 1001 achs 'A/1' eben '1. OG' bez 'Stahlbeton Stütze b/h=300/300 mm'
sln 1002 achs 'A/2' eben '1. OG' bez 'Stahlbeton Stütze b/h=300/300 mm'
...
END
Je nach verwendeter Ausgabeoption ECHO wird dann die maßgebende Stütze oder auch alle
Stützen nachgewiesen.
DSLN
Mit DSLN, ähnlich zu SLN, wird auf ein Bemessungselement zugegriffen, das als Stahlbeton-
stütze nachgewiesen werden soll. Die Länge, das Querschnitt und die einwirkende Schnitt-
größen der Stütze werden vom Bemessungselement automatisch übernommen. Die optionale
Eingabe bei Z0 entspricht die global z-Koordinate des unteren Punktes der Stütze. Falls dieser
Wert eingegeben ist, wird er als Kote der Stütze verwendet.
Der Nachweis für DSLN kann nur nach dem Nennkrümmungsverfahren erfolgen.
Ein Bemessungselement bietet die Möglichkeit, Schnittgrößen aus Modellen anders als Sta-
belemente zu integrieren. Wenn man z.B. eine wandartige Stütze mit Quadelemente model-
liert, erfolgt das mit einem Bemessungselement und einem dazugehörigen Querschnitt. Ein
Anwendungsbeispiel hierzu: column_ncm_2_dsln.
Alle andere Eigenschaften von DSLN sind ähnlich wie SLN. Beispiel:
+PROG COLUMN
KOPF
...
DGRP NO "S101" BEZ "X/8 - Cantilever Columns"
DSLN 1001 ACHS 'A/1' EBEN '1. OG' BEZ 'Stahlbeton Stütze b/h=300/300 mm'
DSLN 1002 ACHS 'A/2' EBEN '1. OG' BEZ 'Stahlbeton Stütze b/h=300/300 mm'
...
END
CDEL
SCHN
N Normalkraft kN
Die hier eingegebenen Schnittgrößen werden zur Bemessung nach dem Nennkrümmungsver-
fahren herangezogen. Einer Eingabe von SCHN muss eine Eingabe für LF vorausgehen.
Es wird von einer konstanten Normal(druck)kraft ausgegangen. Für die Momente am Stützen-
kopf und Stützenfuß wird eine Regelbemessung durchgeführt. Bei einem linearen Momenten-
verlauf werden die für das Knicken maßgebenden Momente gemäß EN 1992-1-1, Gleichung
5.32 berechnet. Mit einer Eingabe von MY3 bzw. MZ3 können zusätzliche Momente im mittle-
ren Drittel der Knickbiegelinie (z.B. infolge Wind) erfasst werden.
RCPY