Der Kampf gegen den Müll
Foto: wellphoto / [Link] Die Suche nach
einer Lösung für weltweite Müllprobleme wird immer dringlicher. Plastikteppiche in den
Weltmeeren werden zunehmend größer, paradiesische Urlaubsziele vor allem in Asien,
aber auch in Europa, kämpfen gegen den angeschwemmten Müll an den Stränden, und
in manchen Ländern gleichen Straßen Müllhalden. Man geht davon aus, dass es auf der
Welt derzeit alleine rund 8,3 Milliarden Tonnen an Plastikmüll gibt, wobei man schätzt,
dass es 2050 bereits 12 Millionen Tonnen sein werden. Deshalb gibt es diverse
Initiativen und Forschungsprojekte, um Recycling-Lösungen für die Zukunft zu schaffen.
Zurück zum Rohstoff
Einige Forschungsinstitute arbeiten an neuen innovativen Recycling-Verfahren. Dabei
sollen möglichst viele Produkte, wie beispielsweise Plastik, Beton oder Batterien,
möglichst effizient auf molekularer Ebene wieder in kleinste chemische
Einzelteile zerlegt werden. Ziel für die Zukunft ist, dass für die Herstellung neuer
Produkte gar keine primären Rohstoffe mehr verwendet werden, sondern nur noch
sekundäre recycelte Rohstoffe. Kein leichtes Unterfangen, denn alleine in einem Handy
sind über 60 verschiedene Rohstoffe enthalten.
Sich selbst abbauende Kunststoffe
Andere Forscherteams arbeiten an Kunststoffen, die sich biologisch oder
durch Einfluss von Wasser, Luft oder Licht mit der Zeit selbst abbauen.
Die Entwicklung derartiger Kunststoffe ist jedoch sehr komplex, da
man chemisch festlegen muss, ab welchem Zeitpunkt sich der Kunststoff selbst abbaut.
Ein Becher sollte sich ja nicht abbauen, wenn er noch mit einem wasserhaltigen Inhalt
im Kühlschrank steht. Zudem sollten die Teile, in die sich der Kunststoff zerlegt,
nicht umweltschädlich sein.
Mode aus Reifen und Plastik
Es gibt Initiativen und Firmen, die sich auf die Wiederverwertung oder Umwertung von
Müll spezialisieren, wodurch aus alten Reifen Badelatschen oder aus alten PET-
Flaschen Fleece-Jacken werden. So geben beispielsweise einige Fischerboote im
Mittelmeer den Müll, den sie unfreiwillig als Beifang fischen, an eine Firma weiter, die
aus diesem Müll das Plastik heraustrennt und es anschließend in
diversen Fabrikationsschritten zunächst zu Granulat und dann zu
Kunstfasern verarbeitet, die zu Kleidungsstücken verwebt werden können.
Recyclings von Kunststoff
Nachdem der Kunststoff von Lastwagen zu den Recyclinganlagen gebracht wurde, wird er
zerkleinert, bis nur noch kleinste Teile übrig sind. Anschließend werden diese in einer
Waschanlage gewaschen und in einem Wassertank nach Dichte separiert. Sie werden dann
erneut gespült und in Zentrifugen mit Absaugern getrocknet. Durch diesen Vorgang können
leichte Rückstände wie Etiketten abgetrennt werden. Bevor die Kunststoffteile in Silos gelagert
werden, werden durch einen optischen Prozess die restlichen Fremdstoffe heraussortiert. Die
Kunststoffteile werden danach geschmolzen und im letzten Schritt zu hartem Kunststoffgranulat
geformt.
Recycling von Glas
Zuerst werden mithilfe eines Magneten die Deckel von den Gläsern getrennt und von
Mitarbeitern Fremdkörper wie beispielsweise Plastiktüten heraussortiert. Das Material
wird danach von einem Brecher zerkleinert und mithilfe optischer Verfahren werden Porzellan-
oder Keramikteile aus dem Glas herausgefiltert. Maschinell werden im nächsten Schritt Weiß-,
Braun, -und Grünglas voneinander getrennt, bevor das jeweilige Glas im Glasofen
eingeschmolzen werden kann. Aus diesem werden zuletzt wieder neue Flaschen gegossen.