BGR 133
BGR 133
Die Verpflichtungen aus der Richtlinie 98/34/EG des Europäischen Parlaments und des
Rates vom 22. Juni 1998 über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und
technischen Vorschriften (ABl. EG Nr. 204 S. 37), zuletzt geändert durch die Richtlinie
98/48/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juli 1998 (ABl. EG Nr. 217
S. 18), sind beachtet worden.
Berufsgenossenschaftliche Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (BG-Regeln)
sind Zusammenstellungen bzw. Konkretisierungen von Inhalten z.B. aus
• staatlichen Arbeitsschutzvorschriften (Gesetze, Verordnungen)
und/oder
• berufsgenossenschaftlichen Vorschriften (Unfallverhütungsvorschriften)
und/oder
• technischen Spezifikationen
und/oder
• den Erfahrungen berufsgenossenschaftlicher Präventionsarbeit.
Vorbemerkung
BG-Regeln richten sich in erster Linie an den Unternehmer und sollen ihm Hilfestellung bei
der Umsetzung seiner Pflichten aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften oder
Unfallverhütungsvorschriften geben sowie Wege aufzeigen, wie Arbeitsunfälle,
Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren vermieden werden können.
Der Unternehmer kann bei Beachtung der in den BG-Regeln enthaltenen Empfehlungen,
insbesondere den beispielhaften Lösungsmöglichkeiten, davon ausgehen, dass er damit
geeignete Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und
arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren getroffen hat. Sind zur Konkretisierung staatlicher
Arbeitsschutzvorschriften von den dafür eingerichteten Ausschüssen technische Regeln
ermittelt worden, sind diese vorrangig zu beachten.
Werden verbindliche Inhalte aus staatlichen Arbeitsschutzvorschriften oder aus
Unfallverhütungsvorschriften wiedergegeben, sind sie durch Fettdruck kenntlich gemacht
oder im Anhang zusammengestellt. Erläuterungen, insbesondere beispielhafte
Lösungsmöglichkeiten, sind durch entsprechende Hinweise in Kleinschrift gegeben.
Diese BG-Regel wurde in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Unfallkassen e.V.
(BUK), dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und dem Verband der
Sachversicherer (VdS) erarbeitet.
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1 Anwendungsbereich
1.1 Diese BG-Regel findet Anwendung bei der Ausrüstung von Arbeitsstätten mit
Feuerlöschern zur Bekämpfung von Entstehungsbränden.
1.2 Diese BG-Regel findet keine Anwendung in Bereichen, die durch besondere
gesetzliche Bestimmungen geregelt sind.
Dies sind z.B.
– Anlagen, die der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF) unterliegen,
– Garagen, die den Garagenverordnungen der Länder unterliegen,
– Wasserfahrzeuge und schwimmende Geräte mit Betriebserlaubnis.
Hinweis:
Nach der FCKW-Halon-Verbots-Verordnung dürfen Halonlöscher nur noch mit
Ausnahmegenehmigung eingesetzt werden.
2 Begriffsbestimmungen
Im Sinne dieser BG-Regel werden folgende Begriffe bestimmt:
1. Feuerlöscher sind tragbare Feuerlöscher und ohne eigenen Kraftantrieb fahrbare
Löschgeräte.
2. Löschvermögen ist die Fähigkeit eines Feuerlöschers, ein genormtes
Brandobjekt mit einer maximalen Löschmittelmenge zu löschen.
Siehe DIN EN 3-4 "Tragbare Feuerlöscher; Füllmengen, Mindestanforderungen an
das Löschvermögen”.
Das Löschvermögen ist auf Feuerlöschern als Leistungsklasse nach DIN EN 3-5
"Tragbare Feuerlöscher; Zusätzliche Anforderungen und Prüfungen” aufgedruckt.
Muster einer Beschriftung siehe Anhang 3.
3. Löschmitteleinheit LE ist eine eingeführte Hilfsgröße, die es ermöglicht, die
Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Feuerlöscherbauarten zu vergleichen und
das Löschvermögen der Feuerlöscher zu addieren.
4. Arbeitsstätten1 sind insbesondere
– Arbeitsräume in Gebäuden, einschließlich Ausbildungsstätten,
– Arbeitsplätze auf dem Betriebsgelände im Freien,
– Baustellen,
– Verkaufsstände im Freien, die im Zusammenhang mit Ladengeschäften
stehen,
– Wasserfahrzeuge und schwimmende Geräte auf Binnengewässern.
Zur Arbeitsstätte gehören auch
– Verkehrswege,
– Lager-, Maschinen- und Nebenräume,
– Pausen-, Bereitschafts-, Liegeräume und Räume für körperliche
Ausgleichsübungen,
1 Hinweis: In der neuen Arbeitsstättenverordnung vom 12. August 2004 (BGBl. I S. 2179) wird der
Begriff Arbeitsstätte neu definiert.
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– Umkleide-, Wasch- und Toilettenräume (Sanitärräume),
– Sanitätsräume (Erste-Hilfe-Räume).
Für Wasserfahrzeuge und schwimmende Geräte auf Binnengewässern gelten unter
Umständen besondere gesetzliche Vorschriften.
5. Sachkundiger für die Prüfung von Feuerlöschern ist, wer auf Grund seiner
fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausreichende Kenntnisse auf dem Gebiet
der Feuerlöscher hat und mit den einschlägigen staatlichen
Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften und allgemein
anerkannten Regeln der Technik (z.B. BG-Regeln, DIN-Normen, technische
Regeln anderer Mitgliedstaaten der Europäischen Union oder anderer
Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum) soweit
vertraut ist, dass er den funktionssicheren Zustand von Feuerlöschern beurteilen
kann.
Anforderungen an Sachkundige für tragbare Feuerlöscher siehe DIN 14406-4
"Tragbare Feuerlöscher; Instandhaltung”.
Für fahrbare Feuerlöschgeräte siehe § 32 Druckbehälterverordnung2 mit zugehörigen
Technischen Regeln Druckbehälter TRB 502 "Sachkundiger nach § 32 DruckbehV”.
3 Allgemeine Anforderungen
3.1 Arbeitsstätten sind nach den Festlegungen dieser BG-Regel mit Feuerlöschern
auszurüsten.
3.2 Feuerlöscher müssen nach den Festlegungen dieser BG-Regel und im Übrigen den
allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechend beschaffen sein, betrieben
und geprüft werden. Abweichungen sind zulässig, wenn die gleiche Sicherheit auf
andere Weise gewährleistet ist.
Allgemein anerkannte Regeln der Technik sind z.B. die im Anhang 5 aufgeführten
Vorschriften und Regeln.
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4 Bauarten, Eignung und Anzahl der Feuerlöscher
4.1 Bauartzulassung
Feuerlöscher müssen amtlich geprüft und zugelassen sein sowie das
Zulassungskennzeichen tragen.
Prüfungen und Anforderungen siehe DIN EN 3 "Tragbare Feuerlöscher”.
Siehe auch Abschnitt 3.4.
Feuerlöscher, die vor Veröffentlichung der DIN EN 3 in Verkehr gebracht wurden, sind
nach DIN 14406-1 "Tragbare Feuerlöscher; Begriffe, Bauarten, Anforderungen” und
DIN 14406-2 "Tragbare Feuerlöscher; Brandschutztechnische Typprüfung”
zugelassen worden.
DIN 14406 Teile 1 und 2, Ausgaben Februar 1983, sind nach Erscheinen von DIN EN
3 im April 1991 zurückgezogen worden. Sie können jedoch unter Angabe des
Ausgabedatums noch vom Beuth Verlag mbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin,
bezogen werden.
Werden in bestimmten Bereichen ausschließlich Feuerlöscher nach DIN 14406
eingesetzt, kann weiterhin Abschnitt 4.3 in Verbindung mit Abschnitt 4.2 der Ausgabe
Januar 1978 der vorherigen Sicherheitsregeln, die als Anhang 4 abgedruckt sind,
angewendet werden; siehe auch Anhang 2.
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Tabelle 1: Eignung für den jeweiligen Einsatzzweck
Brandklassen DIN EN 2
A B C D
zu löschende Stoffe
Arten von Feuerlöschern Feste, glut- Flüssige Gasförmige Brennbare
bildende oder flüssig Stoffe, auch Metalle
Stoffe werdende unter Druck (Einsatz nur mit
Stoffe Pulverbrause)
Pulverlöscher
mit ABC-Löschpulver + + + –
Pulverlöscher
mit BC-Löschpulver – + + –
Pulverlöscher
mit Metallbrandpulver – – – +
Kohlendioxidlöscher3 – + – –
Wasserlöscher (auch mit
Zusätzen, z.B. Netzmittel,
Frostschutzmittel oder
Korrosionsschutzmittel) + – – –
Wasserlöscher mit Zu-
sätzen, die in Verbindung
mit Wasser auch Brände
der Brandklasse B löschen + + – –
Schaumlöscher + + – –
+ = geeignet – = nicht geeignet
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Hilfsgröße die "Löschmitteleinheit LE” eingeführt. Den Feuerlöschern wird eine
bestimmte Anzahl von LE zugeordnet. Die vorstehend im Beispiel genannten
Feuerlöscher von 4 kg bzw. 6 kg haben die gleichen Löschmitteleinheiten.
Beispiel für die Beschriftung siehe Anhang 3.
Werden Feuerlöscher für die Brandklassen A und B eingesetzt und haben sie für die
Brandklassen unterschiedliche Löschmitteleinheiten LE, ist der niedrigere Wert
anzusetzen.
4.4 Brandgefährdung
Betriebsbereiche sind je nach Brandgefährdung in eine der folgenden
Brandgefährdungsklassen einzustufen:
1. Geringe Brandgefährdung,
2. mittlere Brandgefährdung,
3. große Brandgefährdung.
Geringe Brandgefährdung liegt vor, wenn Stoffe mit geringer Entzündbarkeit
vorhanden sind und die örtlichen und betrieblichen Verhältnisse nur geringe
Möglichkeiten für eine Brandentstehung bieten und wenn im Falle eines Brandes mit
geringer Brandausbreitung zu rechnen ist.
Mittlere Brandgefährdung liegt vor, wenn Stoffe mit hoher Entzündbarkeit
vorhanden sind und die örtlichen und betrieblichen Verhältnisse für die
Brandentstehung günstig sind, jedoch keine große Brandausbreitung in der
Anfangsphase zu erwarten ist.
Große Brandgefährdung liegt vor, wenn
– durch Stoffe mit hoher Entzündbarkeit und durch die örtlichen und betrieblichen
Verhältnisse große Möglichkeiten für eine Brandentstehung gegeben sind
und
– in der Anfangsphase mit großer Brandausbreitung zu rechnen ist
oder
– eine Zuordnung in mittlere oder geringe Brandgefährdung nicht möglich ist.
Beispielhafte Zuordnung von Betriebsbereichen zur Brandgefährdung siehe Tabelle 3.
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Tabelle 3: Beispielhafte Zuordnung von Betriebsbereichen zur
Brandgefährdung
Betriebliche Eigenheiten sind bei der Einordnung entsprechend
zu berücksichtigen
2. Verwaltung, Dienstleistung
Brandgefährdung
gering mittel groß
Eingangs- und Empfangs- EDV-Bereiche mit Papier, Kinos, Diskotheken
hallen von Theatern, Küchen, Gastbereiche mit Theaterbühnen
Verwaltungsgebäuden, Hotels, Pensionen Abfallsammelräume
Arztpraxen, EDV-Bereiche
Bürobereiche mit
ohne Papier, Bürobereiche
Aktenlagerung,
ohne Aktenlagerung,
Büchereien Archive
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3. Industrie
Brandgefährdung
gering mittel groß
Ziegelei, Betonwerk Brotfabrik Möbelherstellung, Spanplat-
Herstellung von Glas und Leder- und tenherstellung, Webereien,
Keramik Kunststoffverarbeitung Spinnereien, Herstellung von
Papier im Trockenbereich,
Papierherstellung im Herstellung von Gummiwaren
Verarbeitung von Papier,
Nassbereich Kunststoff-Spritzgießerei Getreidemühlen und Futter-
Konservenfabrik Kartonagen mittel, Baustellen mit Feuer-
Herstellung elektronischer Montage von arbeiten, Schaumstoff-,
Artikel/Geräte Kfz/Haushaltsgroßgeräte Dachpappenherstellung,
Brauereien/Getränke Verarbeitung von brenn-
Baustellen ohne Feuerarbeiten baren Lacken und Klebern,
Stahlbau Lackier- und Pulverbeschich-
Maschinenbau tungsanlagen und -geräte,
Raffinerien, Öl-Härtereien,
Druckereien, Petrochemi-
sche Anlagen, Verarbeitung
von brennbaren Chemikalien
4. Handwerk
Brandgefährdung
gering mittel groß
Gärtnerei, Galvanik, Schlosserei, Vulkansierung, Kfz-Werkstatt
Dreherei, mechanische Leder/Kunstleder und Tischlerei/Schreinerei
Metallbearbeitung, Textilverarbeitung,
Polsterei
Fräserei, Bohrerei, Stanzerei Backbetrieb, Elektrowerkstatt
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4.5.4 Zur allgemeinen Brandbekämpfung dürfen Pulverlöscher mit einem Inhalt bis
einschließlich 2 kg nicht verwendet werden.
4.5.5 Zur Minderung von Folgeschäden sollten – sofern geeignet – Feuerlöscher mit
Wasser, mit Wasser mit Zusätzen bzw. mit Schaum in Betracht gezogen werden.
4.5.6 Treten Brandgefahren durch gasförmige Stoffe oder brennbare Metalle auf, sind diese
Bereiche nach den betrieblichen Erfordernissen durch Feuerlöscher zu schützen, die
auch für die Brandklasse C oder D zugelassen sind.
Tabelle 4: Löschmitteleinheiten in Abhängigkeit von Grundfläche und
Brandgefährdung
Löschmitteleinheiten
Grundfläche geringe mittlere große
bis Brand- Brand- Brand-
m2 gefährdung gefährdung gefährdung
50 6 12 18
100 9 18 27
200 12 24 36
300 15 30 45
400 18 36 54
500 21 42 63
600 24 48 72
700 27 54 81
800 30 60 90
900 33 66 99
1000 36 72 108
je weitere
250 6 12 18
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4.5.7 Bei der Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern können andere geeignete
Feuerlöscheinrichtungen, z.B. Wandhydranten, berücksichtigt werden. Davon
ausgenommen sind ortsfeste Löschanlagen.
Wandhydranten können unter den folgenden Voraussetzungen bei der Ausrüstung
von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern berücksichtigt werden:
1. Das Löschmittel der Wandhydranten ist für die angetroffenen Brandklassen
geeignet (siehe Tabelle 1),
2. es handelt sich bei den in Frage kommenden Systemen um Wandhydranten mit
formbeständigem Schlauch oder gleichwertiger Einrichtung,
3. eine ausreichende Anzahl von Personen ist in der Handhabung dieser
Wandhydranten unterwiesen.
Die Anrechnung der Wandhydranten erfolgt nach folgenden Kriterien:
1. Bei Gebäuden/Geschossen mit einer Grundfläche von 0 bis 400 m² erfolgt keine
Anrechnung von Wandhydranten. Die Ausstattung mit Feuerlöschern erfolgt
gemäß Tabelle 4.
2. Bei Gebäuden/Geschossen mit einer Grundfläche > 400 m² können bis zu 1/3 der
nach Tabelle 4 erforderlichen Löschmitteleinheiten durch Wandhydranten ersetzt
werden. Hierbei entspricht ein Wandhydrant 18 Löschmitteleinheiten.
4.5.9 Feuerlöscher müssen an gut sichtbaren und im Brandfall leicht zugänglichen Stellen
angebracht sein, an denen sie vor Beschädigungen und Witterungseinflüssen
geschützt sind. Die Stellen, an denen sich Feuerlöscher befinden, müssen durch das
Brandschutzzeichen F05 "Feuerlöscher” gekennzeichnet sein. Das Zeichen muss der
Unfallverhütungsvorschrift "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung am
Arbeitsplatz” (BGV A8) entsprechen.
Anmerkung:
Feuerlöscher sollten nur so hoch über dem Fußboden angeordnet sein, dass auch
kleinere Personen diese ohne Schwierigkeiten aus der Halterung entnehmen können.
Als zweckmäßig hat sich eine Griffhöhe von 80 bis 120 cm erwiesen.
Ist das Feuerlöschgerät gut sichtbar angebracht, kann auf eine zusätzliche
Kennzeichnung verzichtet werden.
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5 Betrieb
5.1 Feuerlöscher sind funktionsfähig zu erhalten.
5.2 Eine ausreichende Anzahl von Personen ist in der Handhabung von Feuerlöschern zu
unterweisen.
Dort, wo es die örtlichen Verhältnisse zulassen, empfiehlt es sich, in regelmäßigen
Abständen praktische Löschübungen mit Feuerlöschern abzuhalten.
6 Prüfung
Siehe auch Abschnitt 3.4.
6.1 Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Feuerlöscher regelmäßig, mindestens
jedoch alle zwei Jahre, durch einen Sachkundigen geprüft werden. Über die
Ergebnisse der Prüfungen ist Nachweis zu führen. Der Nachweis kann in Form einer
Prüfplakette erbracht werden.
Bei hohen Brandrisiken oder starker Beanspruchung durch Umwelteinflüsse können
kürzere Zeitabstände erforderlich sein.
6.2 Werden bei der Prüfung Mängel festgestellt, die eine Funktionsfähigkeit des
Feuerlöschers nicht mehr gewährleisten, hat der Unternehmer zu veranlassen, dass
der Feuerlöscher instandgesetzt oder durch einen anderen Feuerlöscher ersetzt wird.
Ausführung und Anforderung siehe DIN 14406-4 "Tragbare Feuerlöscher;
Instandhaltung”.
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Anhang 1
Rechenbeispiele
A) Allgemeines Lösungsschema:
1. Schritt-Ermittlung der Brandklassen
2. Schritt-Ermittlung der Brandgefährdung nach Tabelle 3
3. Schritt-Festlegung der Löschmitteleinheiten (LE) nach Tabelle 4
4. Schritt-Anzahl der Feuerlöscher entsprechend den Löschmitteleinheiten (LE) nach
Tabelle 2
B) Rechenbeispiele
Beispiel 1: Brandklassen A und B
Betriebsbereich 500 m², mittlere Brandgefährdung.
Tabelle 4 ergibt für 500 m² – 42 LE.
Gewählt werden Pulverlöscher mit Löschvermögen 21 A 113 B, was
nach Tabelle 2 für diese Bauart 6 LE entspricht.
Es sind demnach 42 LE geteilt durch 6 also 7 Feuerlöscher dieser
Bauart erforderlich.
Beispiel 2: Brandklassen A und B
Betriebsbereich 700 m², geringe Brandgefährdung.
Tabelle 4 ergibt für 700 m² – 27 LE. Die Tabelle des Anhangs 2 ergibt
6 LE für PG 6,
12 LE für PG 12 bzw. 3 LE für S 10. Es können also gewählt werden:
27 geteilt durch 6 5 Feuerlöscher PG 6
oder
27 geteilt durch 12 3 Feuerlöscher PG 12
oder
27 geteilt durch 3 9 Feuerlöscher S 10
Beispiel 3: Brandklassen A und B
Anwendung für Feuerlöscher verschiedener Arten.
Betriebsbereich 2 000 m², große Brandgefährdung.
Tabelle 4 ergibt für 2 000 m² – 180 LE.
Für diesen Bereich stehen folgende Feuerlöscher nach DIN 14 406 zur
Verfügung:
8 Pulverlöscher PG 6 8 x 6 LE = 48 LE
5 Pulverlöscher PG 12 5 x 12 LE = 60 LE
10 Schaumlöscher S 10
(für Brandklasse A und B) 10 x 3 LE = 30 LE
Mit diesen Feuerlöschern sind 138 LE abgedeckt. Es fehlen noch
Feuerlöscher für 180 minus 138 = 42 LE. Werden hierfür Feuerlöscher
der Bauart 21 A 113 B eingesetzt, wären noch 42 geteilt durch 6 = 7
also 7 zusätzliche Feuerlöscher dieser Bauart zu beschaffen.
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Anhang 2
Feuerlöscher nach DIN 14 406
Feuerlöscher nach DIN 14 406
LE A B A und B
1 K2
2 PG 2, W 64 P2 PG 2
3 K 6, S 10 S10
4 W 10, S 10
5
6 PG 6 P6 PG 6
9
10 PG 105 PG 106
12 PG 12 P 12 PG 12
15
Feuerlöscher nach DIN 14406 können allein oder mit EN-Feuerlöscher zusammen verwendet
werden, wenn die Zuordnung der DIN-Löscher nach dieser Tabelle erfolgt.
Bei Verwendung fahrbarer Feuerlöscher gilt folgende Regelung:
PG 50 4 x PG 12 48 LE
K 30 5xK6 15 LE.
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Anhang 3
Muster für eine Beschriftung
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Anhang 4
Abschnitt 4.3 in Verbindung mit Abschnitt 4.2 der Ausgabe vom
Januar 1978 der vorherigen Sicherheitsregeln
7 Außer den genannten Löschern gibt es Sonderlöscher, die nur für Sonderzwecke zugelassen und
vorzusehen sind, z.B. Schaumlöscher und Kleinlöscher der Größe I, z.B. für den Schutz von
Personenkraftwagen.
8 Zu diesen Angaben kommen weitere, z.B. für das Treibmittel; bei Wasserlöschern zusätzlich für die
Frostbeständigkeit.
9 Vorsicht bei Verwendung in engen, schlecht belüfteten Räumen (siehe DIN 14 406 und 14 270);
siehe Hinweis zu Abschnitt 1.2.
10 Vorsicht bei Verwendung in engen, schlecht belüfteten Räumen (siehe DIN 14 406 und 14 270);
siehe Hinweis zu Abschnitt 1.2.
11 Nicht zu verwenden in elektrischen Anlagen, für die nach VDE 0132 besondere
Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sind.
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4.3 Anzahl der bereitzustellenden Feuerlöscher
Feuerlöscher sind je nach der Brandgefahr und der Größe der Arbeitsstätte in
ausreichender Anzahl entsprechend nachstehender Tabelle bereitzustellen, wobei
andere als die in der Tabelle in Abschnitt 4.2 genannten Löscheinrichtungen,
ausgenommen ortsfeste Feuerlöschanlagen, berücksichtigt werden können.
Für den Umfang einer Brandgefahr gibt die Tabelle nur Richtwerte. Besondere
Brandgefahren sind entsprechend zu berücksichtigen.
Die angegebenen Zahlen gelten für Löscher der Größe IV (z.B. 12 kg Löschpulver).
Werden kleinere Löscher bereitgestellt, so sind anstelle eines Feuerlöschers der
Größe IV mehrere Feuerlöscher bereitzustellen, deren Löschmittelmenge der Größe
IV entspricht.
Die Brandklassen nach Abschnitt 4.2 sind zu beachten.
Siehe § 43 Abs. 4 der Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften” (VBG 1)12:
"(4) Zum Löschen von Bränden sind Feuerlöscheinrichtungen der Art und Größe des
Betriebes entsprechend bereitzustellen und gebrauchsfertig zu erhalten. Sie dürfen
durch Witterungseinflüsse, Vibrationen oder andere äußere Einwirkungen in ihrer
Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigt werden. Von Hand zu betätigende
Feuerlöscheinrichtungen müssen jederzeit schnell und leicht erreichbar sein.”
Umfang der Brandgefahr Anzahl der ausreichend für für größere
Löscher Arbeitsstätte mit Arbeitsstätten
einer Grundfläche zusätzlich
Größe IV bis
a) geringe Brandgefahr, 1 50 m2 –
z.B. mechanische Werkstatt 2 150 m2 1 Löscher je
weitere 400 m2
b) mittlere Brandgefahr, z.B. 1 50 m2 –
Bürobereiche und Material- 2 100 m2 1 Löscher je
lager mit geringer Brandlast
weitere 200 m2
c) größere Brandgefahr, z.B. 2 50 m2 2 Löscher je
Betriebsbereiche und Material- weitere 200 m2
lager mit hoher Brandlast
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Anhang 5
Vorschriften und Regeln
Nachstehend sind die insbesondere zu beachtenden einschlägigen Vorschriften und Regeln
zusammengestellt; siehe auch Abschnitt 3.3:
1. Gesetze, Verordnungen
Bezugsquelle: Buchhandel
oder
Carl Heymanns Verlag KG,
Luxemburger Straße 449, 50939 Köln.
Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF),
Arbeitsstättenverordnung mit zugehörigen Arbeitsstätten-Richtlinien (ASR),
Betriebssicherheitsverordnung,
Druckbehälterverordnung (inzwischen außer Kraft und durch Bestimmungen der
Betriebssicherheitsverordnung ersetzt) mit zugehörigen noch weitergeltenden
Technischen Regeln Druckbehälter (TRB), insbesondere
"Sachkundiger nach § 32 DruckbehV” (TRB 502),
Gefahrstoffverordnung mit zugehörigen Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS),
insbesondere
"Grenzwerte in der Luft am Arbeitsplatz; Luftgrenzwerte” (TRGS 900).
3. Normen
Bezugsquelle: Beuth Verlag GmbH,
Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin
bzw.
VDE-Verlag GmbH,
Postfach 12 23 05, 10625 Berlin.
DIN 4066 Hinweisschilder für den Brandschutz,
DIN 14406-1 Tragbare Feuerlöscher; Begriffe, Bauarten, Anforderungen,
DIN 14406-2 Tragbare Feuerlöscher; Brandschutztechnische Typprüfung,
DIN EN 3 Tragbare Feuerlöscher,
DIN EN 2 Brandklassen,
DIN VDE 0132 Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen.
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