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Alamannen und Sueben nach den Schriftquellen des 3.

bis
7. Jahrhunderts
In der antiken Ethnographie und Geschichtsschreibung werden die Sueben häufig erwähnt.
Es gibt jedoch Unterschiede in der Einordnung verschiedener Gruppen: Manche
Schriftsteller ordnen bestimmte Völker den Sueben zu, während andere diese als
eigenständige Gruppen betrachten. Daher ist es schwierig, eine klare ethnische und
geografische Abgrenzung der Sueben in der römischen Welt vorzunehmen. Zu den ersten
germanischen Gruppen, mit denen Caesar bei der Eroberung Galliens konfrontiert wurde,
gehörten auch die Sueben.1

Im römischen Rhein-Donau-Gebiet gibt es zumindest eine suebische Gruppe, die durch


Inschriften belegt ist. Archäologische Funde zeigen ihre Präsenz in der frühen Kaiserzeit
rechts des Oberrheins, wo sie unter der Führung Ariovists vorgedrungen waren. Tacitus
berichtet detailliert über die Struktur des Suebenbundes im freien Germanien, was darauf
hinweist, dass im römischen Reich recht genaue Kenntnisse darüber vorhanden waren.
Auch mit dem Aufkommen der Alamannen blieben die Sueben in den antiken Schriften
präsent, oft in Verbindung mit donauländisch-ostgermanischen Kontexten.2

Um 470 n. Chr. kämpften sie gemeinsam mit den Alamannen gegen die Ostgoten und
wurden dabei als eigenständige Völkerschaft mit einem eigenen Namen erwähnt, ähnlich wie
zuvor. Bis etwa 500 n. Chr. sind die Sueben in den Quellen klar als eigenständige Gruppe
nachweisbar. Teile dieser Gruppe lassen sich bis zum Untergang des Weströmischen
Reiches verfolgen.3

Ab dem 6. Jahrhundert begann jedoch eine Gleichsetzung von Sueben und Alamannen, die
sich fortan durchsetzte. Das Gebiet der Sueben grenzte demnach an das der Alamannen,
was darauf hindeutet, dass die Sueben östlich der Alamannen ansässig waren. Die letzten
Erwähnungen der Sueben im Donauraum beschreiben sie als Verbündete und Nachbarn der
Alamannen, bevor sie weitgehend aus den Überlieferungen verschwinden.4

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die spätantiken Autoren die Alamannen und
Sueben klar unterschieden, während sie in den Schriften der ostgotischen, langobardischen
und fränkischen Autoren des 6. bis 8. Jahrhunderts weitgehend als identisch betrachtet
wurden.5

Die Sueben in Ethnographie und Archäologie


1
Vgl. KELLER 1989, 90-91
2
Vgl. KELLER 1989, 91

3
Vgl. KELLER 1989, 91-92
4
Vgl. KELLER 1989, 95
5
Vgl. KELLER 1989, 96
„Sueborum gens est longe maxima et bellicosissima Germanorum omnium.
Das Volk der Sueben ist bei weitem das größte und kriegerischste aller Germanen.“

Mit diesen Worten bereitet C. I. Caesar (bell. Gall. 4, 1,3) die Beschreibung der germanischen
Einheiten vor, die ihm beim Aufbau und der Sicherung der Rheinlinie als Grenze der Gallia
comata erhebliche Schwierigkeiten bereiteten.6

Caesar beschreibt die Sueben nicht durchgehend einheitlich. Zunächst zählt er sie zu den
nomadischen Stämmen. Im Laufe der Zeit erkennt er jedoch an, dass sie in ihrer Heimat
östlich des Rheins eine bedeutende Ausdehnung und spezifische innere Merkmale aufweisen,
die sie eher als repräsentativ für die Gesamtheit der Germanen erscheinen lassen, und ihnen
nur schwer untergeordnet werden können. Die ausführliche Beschreibung der Sueben
ermöglicht es, sie mit großen Völkern wie den Galliern zu vergleichen.7

Während der augusteischen Zeit änderte sich das Bild der Sueben. Zu dieser Zeit bevölkern
die Sueben den größten Teil des rechtsrheinischen Germaniens. Sie erstrecken sich über das
gesamte jenseitige Ufer bis zur Elbe und darüber hinaus. Verschiedene Einzelstämme gehören
zu ihnen. Neu ist hierbei die umfassende Verwendung des Suebennamens, der nun als
Oberbegriff für verschiedene stammliche Einheiten dient. Die von Caesar beschriebenen
Eigenschaften der Sueben sind knapp und unterscheiden sich durch ihre Volkszahl und
militärische Stärke von anderen.8

Die literarische Darstellung der Sueben findet einen gewissen Abschluss in den Schriften des
Tacitus. Auch bei Tacitus bildet die Elbe eine wichtige Leitlinie. Allerdings verschiebt sich
der suebische Bereich nun in den Raum nördlich der mittleren Donau und verliert sich
schließlich im Osten und Nordosten. Die Sueben bei Tacitus sind keine einheitliche Nation,
sondern bestehen aus etwa 25 verbündeten Stämmen, wie beispielsweise die Quaden.9

Eine wertvolle, oft zitierte Notiz des Cassius Dio (römischer Senator) zeigt eher die
ursprüngliche Doppeldeutigkeit des Suebennamens auf, ohne jedoch zur Klärung seines
Inhalts beizutragen. Dio bemerkt, dass auch viele andere den Suebennamen für sich
beanspruchten, auch solche, denen er eigentlich nicht zukam.10

Westlich des Elbegebietes sind die Sueben in ständiger Bewegung; eine genaue
Lokalisierung, wie sie bei anderen Gurppen möglich ist, gelingt hier nicht. Sie haben dort kein
festes Zuhause. Politisch aktiv werden sie nur bis zu den Feldzügen des Drusus geschildert.
Seit dem Jahr 8 v. Chr. ist von Sueben in Rheinnähe keine Rede mehr. Ihre Aktivitäten
verlagern sich fortan in den Osten. Feste Siedlungsgebiete der Sueben werden nur für das
Elbegebiet und weiter östlich sowie später für den Raum nördlich der mittleren Donau
berichtet.11

6
PESCHEL 1978, 259 / Bellum Gallicum 4,1,3
7
PESCHEL 1978, 259-260
8
PESCHEL 1978, 262
9
PESCHEL 1978, 263
10
PESCHEL 1978, 265
11
PESCHEL 1978, 266
Das Suebentum spielte westlich der Elbe keine Rolle mehr und fand keine Erwähnung in den
Feldzügen des Tiberius, vielmehr ist nun bis zur Elbe von Einzelstämmen die Rede. Hinzu
kommt, dass verschiedene dieser Stämme, zumindest zeitweise, über die Elbe nach Osten
auswichen, insbesondere jene, an denen der Suebenname fortan haftete, wie Langobarden und
Hermunduren. Rechtselbisch sind auch die Semnonen ansässig, „der große Stamm der
Sueben“. Während der augusteischen Zeit bildeten die Markomannen in Böhmen, umgeben
vom Hercynischen Wald, sowie das südlich angrenzende Gebiet der Quaden das
Sammelbecken alles Suebischen.12

In den historischen Werken des Tacitus werden die Sueben als stets freie Stämme
beschrieben, die von der Donau bis zur Elbe reichen, unter „Königen“ stehen und durch den
Komitat auch untereinander eng verbunden erscheinen.13

12
PESCHEL 1978, 289-290
13
PESCHEL 1978, 293
SUEBEN AUF DER IBERISCHEN HALBINSEL
Die Sueben werden namentlich im Jahr 406 erwähnt, als sie im Rahmen einer
Barbarenkoalition (Vandalen, Alanen und Sueben) den Rhein überquerten. Der Begriff
"Sueben" könnte jedoch erst nach der Landnahme in Spanien als Oberbegriff für die
verschiedenen germanischen Splittergruppen im vandalisch-alanischen Wanderheer
entstanden sein. Eine plausible Theorie besagt, dass die spanischen Sueben aus der
Vereinigung mehrerer donaugermanischer Stämme (Quaden, Markomannen, Alemannen
usw.) hervorgingen, die gemeinsam den Rhein überquerten. Diese Wanderung fand
vermutlich unter der Führung eines "princeps" namens Hermerich statt.

Die genaue Anzahl der Sueben, die 409 mit anderen Barbarenstämmen die Pyrenäen
überschritten, ist schwer festzustellen. Schätzungen gehen von 20.000 bis maximal 35.000
Menschen aus. Die Sueben werden oft als der "schwächste" Teil dieser Barbarenkoalition
betrachtet, insbesondere in Bezug auf die Anzahl ihrer Krieger.

Das Suebenreich in Spanien, genauer gesagt in Galicien, bestand 174 Jahre lang, von 411 bis
585 (regnum Sueborum – Latein für Suebenreich). Eine klare Trennung zwischen
westgotischem und suebischem Erbe ist nach der Verschmelzung der beiden Reiche oft nicht
möglich. Die vermeintliche politische Bedeutungslosigkeit des Suebenreichs sollte aufgrund
der Tatsache, dass es die erste stabile barbarische Reichsgründung in Westeuropa war,
überdacht werden. Das Reich war stabil genug, um nach einer schweren Niederlage gegen die
Westgoten 456 weiterhin die Herrschaft über Nordwestspanien für mehr als hundert Jahre
aufrechtzuerhalten. Zudem waren die hispanischen Sueben das erste germanische Volk, das
von einem katholischen König (Rechiar, 448–456) regiert wurde. Da die Sueben keine eigene
Geschichtsschreibung hinterlassen haben, basiert die Forschung über ihr iberisches Reich auf
externen Quellen, wie den Schriften von Hydatius und Isidor von Sevilla.

„Im Jahre 409 kamen die Sueven unter ihrem König Hermerich zugleich
mit den Alanen und den Vandalen nach Spanien und besetzten
zusammen mit letzteren ganz Gallicien. Als aber die Vandalen nach
Afrika hinübergingen, behielten die Sueven Gallicien für sich alleine.“ – Isidor von Sevilla

(Isidor von Sevilla, Bischof von Sevilla von 600 bis 636, war einer der wichtigsten
Schriftsteller und Bewahrer des Wissens seiner Zeit.)

In den Anfangsjahren versorgten sich die Barbaren, wie in ihrer alten Heimat in Gallien,
durch Plünderungen. Im Jahr 411 wurde das Land unter vier Völkern aufgeteilt: die Alanen,
die silingischen Vandalen, die hasdingischen Vandalen und die Sueben, die die Provinz
Galaecia erhielten. Diese Provinz war größer als das heutige Galicien und erstreckte sich bis
ins heutige Portugal, bis zum Duero-Fluss. Diese Landteilung spiegelte die Machtverhältnisse
unter den Barbaren wider – die Alanen erhielten im Vergleich zu den Sueben und Hasdingen
viel fruchtbareres und wertvolleres Land.

Die Sueben lebten im Vergleich zu anderen eingewanderten Völkern ungewöhnlich lange


nach den Prinzipien einer völkerwanderungszeitlichen Kriegergesellschaft und nährten sich
parasitär vom Ertrag der unterworfenen Bevölkerung. Die Machtverhältnisse auf der
Iberischen Halbinsel änderten sich mit der Ankunft der Westgoten, deren prekäre
Versorgungslage ihren König Valia zu einem Bündnis mit dem Römischen Reich zwang. Die
Westgoten sollten die spanischen Provinzen im Auftrag Roms von den anderen Barbaren
(Vandalen, Alanen und Sueben) befreien.
Die Westgoten griffen 415 die Barbarenvölker an. 418 wurden die silingischen Vandalen und
die Alanen von den Westgoten besiegt, und der gotische König (Valia) wurde auf Anordnung
Roms zurückgerufen – die Sueben entgingen ihrer Vernichtung. Nach der Überfahrt der
Vandalen nach Afrika im Jahr 429 blieben die Sueben für einige Jahre als einziges
Barbarenvolk auf der Iberischen Halbinsel zurück.

Die inneren Strukturen des Suebenreichs bis 456 (dem Eingriff der Westgoten) blieben eng
begrenzt und konzentrierten sich vorerst auf bestimmte Regionen im äußersten Nordwesten
der Provinz Gallaecia. Zu Lebzeiten König Hermerichs gelang es den Sueben nicht, die
unmittelbare Kontrolle über die gesamte Provinz zu erlangen. Die Sueben pflegten kaum
diplomatische Beziehungen, abgesehen von Friedensverträgen, die immer wieder gebrochen
und neu verhandelt wurden. Zum Beispiel wurden in den Jahren 430, 431, 433 und 438
Friedensverträge ausgehandelt.

Im Jahr 438 wurde ein Friedensvertrag zwischen den Sueben und einem Teil der Galicier, mit
denen sie im Konflikt standen, geschlossen. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um einen
Teil der Provinz handelte, der noch nicht unter suebischer Kontrolle stand. Dieser Vertrag
wird teilweise als Errichtung einer Territorialherrschaft der Sueben und somit als tatsächlicher
Beginn ihres Königreichs angesehen.

Die kaum vorhandenen diplomatischen Handlungen der Sueben sowie die Tatsache, dass sie
immer wieder abgeschlossene Verträge brachen (was im Vergleich zu anderen
Barbarenstämmen der Zeit, wie den Franken, ungewöhnlich war), lässt sich zu einem
gewissen Maß auf ihren zivilisatorischen Status zurückführen. Die Sueben blieben im
Vergleich zu anderen Barbarenstämmen weitgehend vom zivilisatorischen Einfluss des
Römischen Reichs unberührt. Nach ihrem Rheinübergang 406 folgte ein zweijähriger
Aufenthalt in Gallien, der ausschließlich die Plünderung des Landes zum Ziel hatte. Das
Gebiet, in dem die Sueben siedelten, war vermutlich ein weiterer Grund für ihre langsame
Entwicklung. Die Provinzen, die die Sueben beanspruchten, hatten fast keine römischen
Siedlungen, sondern eine indigene Gesellschaft, die zwar offiziell unter römischer Herrschaft
stand, aber von der Romanisierung weitgehend verschont geblieben war (sogar das
Heidentum war dort noch stark verbreitet). Auch die geringen landwirtschaftlichen Erträge
führten zu wiederkehrender Lebensmittelknappheit und zwangen die Sueben fast zu ihren
Plünderungen, wodurch kein geregeltes Abgabesystem entstand.

Hydatius, auch Idatius genannt, war Bischof von Aquae Flaviae und ein spätantiker Chronist.

Im Jahr 438 wurde eine Mitregentschaft durch Rechila, den Sohn von Hermerich, eingeführt.
Dieser begann mit einer zielgerichteten Expansionspolitik. Im Laufe dieser Expansion
entfernten sich die Sueben von ihrer archaischen Lebensweise. (Durch nachfolgende
Herrscher wurde diese wieder archaischer.) Auch das Christentum wurde im Königshaus
immer mehr eingeführt und akzeptiert. Das Imperium unternahm erst 446 erste Versuche, von
den Sueben eroberte Gebiete zurückzuerobern, scheiterte jedoch.

Zu diesem Zeitpunkt standen die Sueben auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Sie hatten lose
Kontrolle über den Großteil der Iberischen Halbinsel und wurden durch den Friedensvertrag
von 453 praktisch politisch vom Imperium anerkannt. In dieser Zeit prägte der König eigene
Münzen, die den Namen des suebischen Herrschers (Rechiar) trugen. Er war der erste
germanische Herrscher, der Münzen auf seinen Namen prägen ließ.
Ab 455 fielen die Sueben immer wieder in römisches Gebiet ein. Auf diplomatische
Bemühungen des Imperiums reagierten sie nicht und setzten ihre Plünderungen fort.
Daraufhin kam es zu einem Heereszug gegen die Sueben durch die Westgoten im imperialen
Auftrag. Am 5. Oktober 456 kam es zur Schlacht zwischen den Sueben und den Westgoten,
die die Sueben verloren. Der suebische König Rechiar flüchtete bis ins heutige Porto, wurde
jedoch von den Westgoten gefangen genommen und hingerichtet. Die restlichen Sueben
ergaben sich. Hydatius beschreibt dies als Zusammenbruch des Suebenreichs.

Der Stamm zersplitterte in kleine Fraktionen, die weiterhin auf Plünderungen setzten. Der
Zerfall des Königtums führte zu inneren Machtkämpfen bei den Sueben.

Während dieser inneren Konflikte konnten sich zwei Parteien in eine Vormachtstellung
bringen:

 Eine Partei unter der Führung von Rechimund, der Zuneigung zu den Westgoten
zeigte.
 Die zweite Partei unter der Führung von Frumari, der Unterstützung aus Teilen der
galicisch-römischen Bevölkerung erhielt.

Im Jahr 464 starb Frumari, und Rechimund konnte seine Alleinherrschaft durchsetzen. Unter
seiner Herrschaft kam es zu einer aktiveren Bündnispolitik der Sueben, insbesondere zu einer
Stärkung der suebisch-westgotischen Beziehung (Rechimund heiratete eine westgotische
Adelige). Die Westgoten waren jedoch die dominante Partei in diesem Bündnis und
beeinflussten selbst die Religionsfragen im Suebenreich. Es kam zu Missionierungen, und
Rechimund konvertierte vermutlich zum arianischen Christentum, jedoch erfolgte keine
vollständige Bekehrung des gesamten Suebenvolkes.

Nachdem der westgotische König den Friedensvertrag mit Rom auflöste, suchte er ein
Bündnis mit den Sueben gegen das Römische Reich. Dieses Bündnis scheiterte jedoch
aufgrund einer gemeinsamen Militäroperation der Kaiser im Westen und Osten gegen die
Vandalen.

Mit dem Ende der Chronik von Hydatius im Jahr 468 verdunkelt sich die Geschichte der
Sueben für die nächsten achtzig Jahre.

Untergang des Suebenreichs: Die Sueben hinterließen keine eigenen Chroniken oder
schriftlichen Dokumente aus dieser Zeit. Ein Grund für die fehlende Berichterstattung von
außen könnte die mittlerweile geringe politische Macht und Bedeutung der Sueben sein, da
sie durch die Westgoten an den Rand der Iberischen Halbinsel zurückgedrängt wurden.

Um die Jahrhundertwende von 508 bis 509 begann aufgrund des Todes des westgotischen
Königs und des Vormarschs der Franken eine Einwanderungswelle von Westgoten auf die
Iberische Halbinsel.

Für ein Wiederaufleben des suebischen Selbstbewusstseins ab den 570er Jahren spricht die
aktive Außenpolitik unter König Miro, dem Nachfolger Theodemirs. Durch
Expansionsversuche drang der Suebenkönig in westgotisches oder zumindest von den
Westgoten beanspruchtes Gebiet ein. 574 eroberten die Westgoten die Gebiete zurück, und im
darauffolgenden Jahr drangen sie in das Suebenreich ein, ohne dabei anscheinend auf
Widerstand zu stoßen.
Im Jahr 583 kam es zu einer militärischen Auseinandersetzung, bei der sich das suebische
Heer kampflos ergab. Miro wurde gezwungen, einen Treueeid auf Leovigild zu schwören und
zog sich mit seinem Heer nach Galicien zurück. Kurz darauf starb er, und sein Sohn Eborich
folgte ihm auf den Thron. Er musste den Eid seines Vaters erneuern und die westgotische
Oberhoheit anerkennen, was ihn in Opposition zu jenen Teilen der Bevölkerung brachte, die
für die Unabhängigkeit des Suebenreichs eintraten. Deren Anführer Audeca stürzte Eborich
584. Der Umsturz in dem westgotischen Klientelkönigreich lieferte Leovigild schließlich den
Vorwand zur endgültigen Unterwerfung der Sueben. Der Westgotenkönig griff das
Suebenreich an, und das Land wurde als Provinz dem Westgotenreich einverleibt. Das
politische Eigenleben der Sueben auf der Iberischen Halbinsel endete somit endgültig im Jahr
585.

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