Strategien des aktiven
Lernens
Strategien des aktiven
Lernens
SSJKHKH
Methodenhandbuch mit Praxisbeispielen
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Die Materialien werden aus bestehenden Referenzen
zusammengestellt und didaktisch aufbereitet
von:
Ass. Prof. Dr. / Heba Kinawi
Dr. / Amira Abdul Rahman
Dr. / Jahinda Ali
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INHALTSVERZEICHNIS
Themen Seitenanzahl
Einführung und Grundbegriffe des aktiven
Lernens
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Modul 1: Unterrichtsplanung im DaF-
8
Unterricht
Modul 2: Förderung der Mündlichkeit
(Hörverstehen)
27
Modul 3: Förderung der Mündlichkeit
(Sprechfertigkeit)
39
Modul 4:Grammatikvermittlung im DaF-
Untericht
46
Modul 5:Wortschazarbeit und digitale
Umsetzung im DaF-Unterricht
60
Modul 6: Offene Unterrichtsformen im DaF-
Unterricht
72
Modul 7: KI im DaF-Unterricht 88
3
Einführung und Grundbegriffe des aktiven Lernens
DaF-Unterricht
Bild: [Link]
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DIE THEMEN:
Sie können
• die Begriffe Methodik und Didaktik ausdifferenzieren.
• die Begriffe Lerneorientierung und Lernakivierung definieren.
• einen Überblick über Handlungsorientierung im DaF-Unterricht verschaffen.
• eine Definition für den Begriff didaktische Analyse im DaF-Unterricht formulieren.
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GRUNDBEGRIFFE IM DAF-UNTERRICHT
Im Rahmen des Lehrberufs sind folgende Begriffe zentral und bedürfen einer Klärung. Für Lehrer
und Lehramtsstudierende sind diese Begriffe essenziell, da sie das Lernen und Lehren messen,
aktivieren, fördern, bewerten und optimieren können. Die Begriffe werden daher in den folgenden
Abschnitten näher erläutert.
Didaktik
ist eine Teildisziplin der Pädagogik und befasst sich mit der Theorie des Unterrichts und des
Lehrplans. Sie kann auch als die Wissenschaft vom Lehren und Lernen verstanden werden. Didaktik
beschäftigt sich mit der Frage: Was wird gelernt?
Methodik
befasst sich mit dem Lehrsystem, das aus verschiedenen Zugängen und Wegen besteht, um
Unterricht zu gestalten und Lehrziele zu erreichen. Dieses Sys-tem legt die Tätigkeiten des Lehrers
zur Regulierung und Kontrolle der Lerntätig-keiten der Schüler fest. Methodik beschäftigt sich mit
der Frage: Wie wird etwas gelernt?
Lerneraktivierung
als Prinzip des aktiven Lernens geht davon aus, dass Lernende, die sich im Unterricht aktiv mit dem
Lerngegenstand auseinandersetzen, diesen tiefer verarbeiten und dadurch möglicherweise bessere
Lernergebnisse erreichen. Aktive Lernende beteiligen sich durch Fragen und Rückschlüsse am
Unterrichtsgeschehen, sie tauschen sich untereinander aus, sie entdecken sprachliche Strukturen
selbst oder versuchen Regelhaftigkeit zu beschreiben, sie übernehmen organisatorische und
lernsteuernde Aufgaben bis hin zu Lehraktivitäten. Aktive Lernende arbeiten in entsprechenden
Aufgabenkontexten motivierter und konzentrierter. Sie entwickeln verstärkt ein Bewusstsein dafür,
was sie können und wie sie Sprache lernen.
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Lernerorientierung
berücksichtigt die Individualität, die Interessen und Bedürfnisse sowie die Lebenswelt der Lernenden.
Dies heißt u. a., dass vielfältige Materialien und Arbeitsformen mit Blick auf die spezifische
Lernergruppe eingesetzt werden und dass den Lernenden z. B. auch eine Auswahl von
unterschiedlichen Aufgaben und Vorgehensweisen angeboten wird. Man geht dabei davon aus, dass
dies die Motivation der Lernenden positiv beeinflusst.
Handlungsorientierung
ist das Prinzip eines Sprachunterrichts, in dem die Lernenden darauf vorbereitet werden, sprachlich
handeln zu können, und dies auch in der Klasse / im Kurs simulieren.
Konkret kann Handlungsorientierung z.B. bedeuten, dass die Lernenden in der Lage sind, folgende
kommunikative Aufgaben zu bewältigen:
• Informationen, die sie interessieren, im Internet einholen können
• in einer Stadt nach dem Weg fragen können
• sich mit Kolleginnen und Kollegen über ein sie interessierendes Problem unterhalten können
• einen Text auf wichtige Informationen durchsuchen können
• sich über etwas beschweren können
• anderen sprachlich weiterhelfen können, die die Zielsprache noch nicht so gut wie sie selbst
sprechen
Bei einer konkreten Unterrichtsvorbereitung trifft jede Lehrkraft eine Reihe von Entscheidungen. Das
Modell, das die Grundlage für diese Entscheidungen bildet, heißt Modell Didaktische Analyse
(Modell DA). Sie finden im Folgenden sechs Planungskriterien für den Unterricht (Lernziele,
Unterrichtsphasen, Lehraktivität, Lernaktivität, Sozialformen, Materialien und Medien, Zeit).
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MODUL 1: Unterrichtsplanung im DaF-Unterricht
Unterrichtsplanung
Thema Zielgruppe Datum
Lernziele Medien und
Materialien
Aktivitäten
Bild: [Link]
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DIE THEMEN:
Sie können
• die Lernziele, -bereiche und deren Voraussetzungen identifizieren .
• bestehende Beispiel-Lehskizzen didaktisch analysieren.
• Methoden zur Gruppen- und Paare-Bildung bei der Unterrichtsplanung anwenden.
• die Lehrskizzen der anderen Studierenden auswerten.
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UNTERRICHTSPLANUNG IM DAF-UNTERRICHT
Im Fremdsprachenunterricht, und speziell im Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF), ist die präzise
Planung von Unterrichtseinheiten von entscheidender Bedeutung für den Lernerfolg. Der Erwerb
einer neuen Sprache bedarf einer klaren Roadmap. Diese wird durch die Formulierung
von Lernzielen erstellt. Ob es darum geht, dass Lernende nach einer Stunde eine bestimmte
Redemittel verwenden, einen kurzen Text verstehen oder eine persönliche E-Mail verfassen können:
Lernziele operationalisieren die übergeordneten Kompetenzen und machen sie greifbar und
überprüfbar. Sie sind der Dreh- und Angelpunkt einer professionellen Unterrichtsplanung, da sie
die Auswahl der Inhalte, die Abstimmung der methodischen Zugänge, die Differenzierung der
Aufgaben und die Gestaltung der Leistungsüberprüfung maßgeblich determinieren. In einem
kommunikativ ausgerichteten DaF-Unterricht, der Handlungsfähigkeit in der Zielsprache anstrebt,
sind handlungsorientierte und kann-Beschreibungen somit nicht nur ein formales Planungselement,
sondern die essenzielle Brücke zwischen Theorie und gelebter Unterrichtspraxis.
Die Lernziele
Warum sind Lernziele wichtig?
• erleichtern die Lernerfolgskontrolle
• informieren den Lernenden über den Nutzen, den er aus der Lerneinheit ziehen
kann.
• helfen bei der Planung der Lernaktivitäten
• steigern die Lerneffizienz
Definition: ein Lernziel ist eine sprachliche Formulierung, die beschreibt, welche Lernergebnisse
und welches Verhalten innerhalb einer festgelegten Zeitspanne erwartet werden.
Vorraussetzungen:
• Endverhalten keine Entwicklung
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Die Beschreibung des von den Lernenden erwarteten Endverhaltens muss in eindeutige
Begriffe gefasst werden. Es muss ein beobachtbares Verhalten beschrieben werden.
Unter Endverhalten wird das Verhalten der Lernenden nach durchlaufenem
Lernprozess bezeichnet. Ein Lernziel wie „Die Lernenden können den Hörtext
hören“ bezeichnet nicht das Endverhalten, sondern den Prozess, nämlich die
Entwicklung.
• Beobachtbar
Beobachtbar bedeutet, was die Lehrkraft die Schüler tun sehen. Dazu gehören
Matheaufgaben lösen, Aufsatz schreiben und Wörter aussprechen. Nicht beobachtbares
Verhalten umfasst die geistigen und emotionalen Aktivitäten die nicht direkt beobachtet
werden können.
aufzählen, benennen, beschreiben, erklären, durchführen.
• Schülerverhalten beschreiben
Lernziele sind keine Lehrziele. Sie sollen sich nicht auf das Lehrerverhalten beziehen, sondern sie
sollen beschreiben, was die Schüler erreichen können.
Beispiel-Verben für NICHT-prüfbare Leistungen:
• begreifen, erkennen, einsehen, verstehen, wissen, kennen, lernen
Also, das Lernziel soll beobachtbar, kontrollierbar und messbar sein. Dann ist das Lernziel geeignet.
Ein Lernziel kann sein:
Die Schüler können am Ende des Unterrichts die Sehenswürdigkeiten in Bonn benennen.
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Die Verben Lernzielformulierung geeignet
Schreiben Der Schüler kann einen kurzen Ja
persönlichen Brief schreiben.
kennen
beantworten
lösen
entwerfen
autonome Entscheidungen treffen
auflisten
zuordnen
wissen
Psychomotorische Lernziele sind Lernziele im Bereich Können, Handeln, Tun. Sie werden mit den
Händen geübt (Motorik = Bewegungsablauf) und bedacht (überlegtes Handeln, deshalb
psychomotorisch).
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Beisp: Die Lerner können
die kleinen und großen
Buchstaben des
Ausgangsalphabets (q, Q,
x, X, y, Y) nach Vorbild
und aus der Vorstellung
leserlich, flüssig und
formklar schreiben.
Beispielverben:
erstellen, erproben,
erweitern, spielen,
wiederholen, bewegen,
üben, trainieren, gestalten,
bedienen, handeln
Affektive Lernziele sind Lernziele im Bereich von Gefühlen, Einstellungen und Werten. Sie werden
über die Reflexion, den Austausch und praktische Anwendung geübt (Affektiv = gefühlsmässig).
Beisp: Die Lerner können im Rollenspiel ein Konfliktgespräch nach Gesprächsregeln führen.
Beispielverben:
feststellen, Freude haben, bereit sein zu, sich richten an, teilnehmen, interessiert sein an , akzeptieren,
tolerieren, praktizieren, überzeugt sein, zulassen, würdigen, Werte vergleichen, sich verpflichtet
fühlen, abwägen, würdigen, Einstellungen entsprechend ändern, sein Verhalten richten nach
Kognitive Lernziele beschreiben das Wissen über Fakten, Konzepte, Regeln, Prozeduren oder
Prinzipien. Sie werden detailliert in den nächsten Abschnitten behandelt.
Ebenen von kognitiven Lernzielen:
Der amerikanischeWissenschaftler Bloom unterschied sechs verschiedene Klassen von Lernzielen:
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Abb: Klassifzierung der Lernziele nach Bloom
Kenntnisse Informationen möglichst wiedergeben, reproduzieren, aufzählen, nennen,
wortgenau erinnern und auswendig können…
wiedergeben können
Die Lernenden geben wieder,
was sie vorher gelernt haben.
Der Prüfungsstoff musste
auswendig gelernt oder geübt
werden.
Verstehen Informationen sinnerhaltend erklären, beschreiben, erläutern, zusammenfassen,
umformen und in eigenen verstehen, nachschlagen, verdeutlichen, übersetzen…
Worten wiedergeben sowie
zusammenfassen können
Anwenden Regeln, Methoden etc. in ableiten, vergleichen, unterscheiden, übertragen,
konkreten neuen Situationen bestimmen, zuordnen…
anwenden können
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Analyse Ideen, Problemstellungen in Analysieren, gliedern, zerlegen, entwerfen,
ihre Elemente zerlegen und kombinieren…
vergleichen können
Bewerten Ein bewertendes Urteil bewerten, beurteilen, bemessen, entscheiden,
abgeben können auswählen…
Etwas in Bezug auf bestimmte
Kriterien bewerten.
Schaffen Elemente zu einem neuen Zusammensetzen, planen, organisieren, konstruieren,
Muster oder einer neuen präparieren, entwerfen, verbinden, konzipieren,
Struktur zusammenfügen zusammenstellen, entwickeln, empfehlen
• Die Unterrichtsphasen
Es gibt verschiedene Phasen-Modelle für die Unterrichtsplanung. Das erste Modell ist
unter der Bezeichnung PPP bekannt. Dieses Modell hat für die Phasierung von Unterricht
lange Zeit eine wichtige Rolle gespielt. Es basiert auf der Annahme, dass die Lernenden
nach einer Phase der Präsentation (Input) durch den Lehrenden und einer Phase des
Verarbeitens und Übens in der Lage sind, die neu gelernten sprachlichen Mittel mündlich
oder schriftlich zu verwenden.
präsentieren Üben produzieren
present practice produce
Es gibt ein anderes Phasen-Modell nach Bimmel. Dieses Modell wird eingesetzt, wenn
der Unterricht um ein Hör-, Lesetext oder Video geht, d. h. es ist von Vorteil, wenn die
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