Schleusen Am Reaktorsicherheitsbehälter Von Kernkraftwerken - Personenschleusen
Schleusen Am Reaktorsicherheitsbehälter Von Kernkraftwerken - Personenschleusen
- Personenschleusen -
Die nachfolgend wiedergegebene Regel wurde im Auftrag des Kerntechnischen Ausschusses vom Normenaus-
schuß Kerntechnik (NKe) vorbereitet. Der NKe beabsichtigt, diese Regel wortgleich als DIN 25406 zu veröffentli-
chen.
Inhalt
Seite
1 Anwendungsbereich............................................................................................................................................. 2
2 Sicherheitstechnische Aufgaben von Personenschleusen ............................................................................... 2
3 Begriffsbestimmungen.......................................................................................................................................... 2
4 Allgemeine Bestimmungen.................................................................................................................................. 2
5 Grundanforderungen an Personenschleusen.................................................................................................... 2
6 Verriegelung .......................................................................................................................................................... 2
7 Druckausgleich ...................................................................................................................................................... 3
8 Vorrang In der Benutzung ................................................................................................................................... 3
9 Funktionseinrichtungen ....................................................................................................................................... 3
10 Steuertafeln ............................................................................................................................................................ 4
11 Türen....................................................................................................................................................................... 4
12 Unbefugtes Betreten des Reaktorsicherheitsbehälters ..................................................................................... 5
13 Zusätzliche Sicherheitseinrichtungen ................................................................................................................ 5
14 Einrichtungen auf der Warte ............................................................................................................................... 5
15 Konstruktive Anforderungen.............................................................................................................................. 5
16 Prüfung und Dokumentation .............................................................................................................................. 6
17 Betrieb und Wartung ............................................................................................................................................ 6
18 Personalschulung .................................................................................................................................................. 6
19 Anhang ................................................................................................................................................................... 6
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3.2 Schleusenraum Mindestens zwei Schleusen müssen den Transport von einem
Verletzten durch zwei Träger mit einer Krankentrage oder
Der Schleusenraum ist der zwischen den beiden Schleusentü- sonstigen geeigneten Mitteln ermöglichen.
ren eingeschlossene Raum des Schleusenkörpers.
Eine Personenschleuse ist jede Schleuse, die für Personen- 6.1 Verriegelung der Schleusentüren
schleusungen zugelassen ist, auch wenn sie zur Schleusung Durch Verriegelung muß sichergestellt sein, daß jede Schleu-
von Gegenständen dient. sentür nur dann geöffnet werden kann, wenn die Gegentür
und ihre zugehörige Druckausgleicheinrichtung geschlossen
3.4 Handbetätigte Schleuse und abgedichtet sind.
7 Druckausgleich 8.3 Der Vorrang darf nicht durch Eingriffe in die Funkti-
onseinrichtungen unwirksam gemacht werden kön-
7.1 Druckausgleicheinrichtungen
nen.
7.1.1 Für Schleusvorgänge bei unterschiedlichen Drücken
8.4 In Abweichung zu den Abschnitten 8.1, 8.2 und 8.3
imReaktorsicherheitsbehälter und im Außenraum muß
muß jede sich schließende Tür von Hand angehalten
jeder Tür eine Druckausgleicheinrichtung zugeordnet
und geöffnet werden können, solange das Zufahren
sein. Mit der jeweiligen Druckausgleicheinrichtung
noch nicht abgeschlossen ist (siehe Abschnitt 11.3).
muß vor dem Öffnen der Innentür ein Druckausgleich
zwischen dem Schleusenraum und dem Reaktorsi-
cherheitsbehälter, vor dem Öffnen der Außentür ein
9 Funktionseinrichtungen
Druckausgleich zwischen dem Schleusenraum und
dem Außenraum hergestellt werden können. 9.1 Handbetätigte Schleusen
7.1.2 Die Druckausgleicheinrichtungen nach Abschnitt 7.1.1 9.1.1 Die Funktionseinrichtungen müssen die Anforderun-
müssen auch unter Störfallbedingungen vereisungsfrei gen der Abschnitte 6.1 und 8.1 erfüllen.
bleiben. 9.1.2 Die Funktionseinrichtungen müssen so gestaltet sein,
7.1.3 Die Einstromöffnungen der Druckausgleicheinrich- daß jede Tür in ihrer Schließstellung mechanisch gesi-
tungen nach Abschnitt 7.1.1 müssen so beschaffen chert ist.
sein, daß Funktionsbeeinträchtigungen der Druck- 9.1.3 Die Funktionseinrichtungen müssen den Druckaus-
ausgleicheinrichtungen durch Verschmutzung ver- gleichvorgang entsprechend Abschnitt 7 selbsttätig
mieden werden. einleiten.
9.1.4 Die Funktionseinrichtungen müssen so ausgelegt sein,
7.2 Druckausgleichzeiten daß der Funktionsablauf unter Berücksichtigung des
7.2.1 Als kennzeichnende Größe für den Druckausgleich- Vorranges jederzeit begonnen, angehalten, fortgesetzt
vorgang ist die Zeit zu benutzen, während der eine und umgekehrt werden kann.
Verringerung des Differenzdruckes an der Schleuse 9.1.5 Diejenigen Funktionseinrichtungen, die beim Abdich-
auf die Hälfte erfolgt (Halbwertszeit). ten die Tür gegen deren Dichtung drücken, müssen
7.2.2 Die Druckausgleicheinrichtungen nach Abschnitt 7.1.1 über den Abschluß des Dichtvorganges hinaus in eine
müssen das Einstellen der Zeitdauer für den Druck- Ruhelage geführt werden. Erst in dieser Lage gilt die
ausgleich gestatten. Tür als geschlossen und ist als geschlossen zu melden.
7.2.3 Die Einstellmöglichkeiten nach Abschnitt 7.2.2 müssen 9.1.6 Die Handbedienungselemente sind eindeutig und
gegen unbeabsichtigtes Verstellen gesichert sein. sinnfällig zu kennzeichnen und gut lesbar in dauerhaf-
ter Form zu beschriften.
7.2.4 Die einzustellende Halbwertszeit für den Druckaus-
gleich muß so kurz wie möglich sein. Hierbei ist die 9.2 Motorbetatigte Schleusen
physiologisch zuläßige Belastbarkeit des menschlichen 9.2.1 Die Funktionseinrichtungen mussen die Anforderun-
Körpers zu beachten. gen der Abschnitte 6.1, 7.3 und 8.1 erfüllen.
Hinweis: 9.2.2 Die Funktionseinrichtungen müssen so gestaltet sein,
Es wird davon ausgegangen, daß der Druckausgleich nähe-
daß jede für in ihrer Schließstellung mechanisch gesi-
rungsweise wie eine Exponentialfunktion verläuft und somit
durch seine Halbwertszeit hinreichend gekennzeichnet werden chert ist.
kann. 9.2.3 Die Funktionseinrichtungen müssen den Druckaus-
Bis zum Vorliegen ausreichender Kenntnisse über die Grenze der gleichvorgang nach Abschnitt 7 selbsttätig einleiten.
physiologischen Belastbarkeit des menschlichen Körpers sollen Beim Öffnen darf die Auffahrbewegung der Tür erst
Halbwertszeiten unter 15 Sekunden nicht eingestellt werden. Der freigegeben werden, wenn ein ausreichender Druck-
Einstellbereich sollte jedoch sicherheitshalber bis herab zu 5 Se- ausgleich erfolgt ist.
kunden als kürzeste einstellbare Halbwertszeit reichen.
9.2.4 Die Funktionseinrichtungen müssen so ausgelegt sein,
daß der Funktionsablauf unter Berücksichtigung des
7.3 Öffnen der Tür ohne Druckausgleich Vorranges jederzeit begonnen, angehalten, fortgesetzt
7.3.1 Jede Tür muß vor Beendigung des Druckausgleich- und umgekehrt werden kann.
voranges geöffnet werden können, wenn die anste- 9.2.5 Diejenigen Funktionseinrichtungen, die beim Abdich-
hende Druckdifferenz nicht größer als 0,1 bar ist. ten die Tür gegen deren Dichtung drücken, müssen
7.3.2 Die Schleusen müssen so gestaltet sein, daß die Türen über den Abschluß des Dichtvorgangs hinaus in eine
durch noch vorhandene Druckdifferenzen nicht aufge- Ruhelage geführt werden. Erst in dieser Lage gilt die
schleudert werden. Tür als geschlossen und ist als geschlossen zu melden.
9.2.6 Motorbetätigte Schleusen sind über Drucktaster mit
selbsttätigem Rückgang anzusteuern.
8 Vorrang In der Benutzung 9.2.7 Die Drucktaster nach Abschnitt 9.2.6 müssen so be-
8.1 Bei allen Schleusvorgängen gilt folgender Vorrang: schaffen sein, daß ein Vorrang nach Abschnitt 8 durch
anhaltende Betätigung des entsprechenden Druckta-
Personen im Schleusenraum
sters ausgeübt wird. Während dieses Zeitraumes müs-
vor Personen im Reaktorsicherheitsbehälter sen alle Steuerbefehle von im Rang nachgeordneten
vor Personen im Außenraum. Stellen unwirksam bleiben.
8.2 Die Benutzer der Schleuse müssen entscheiden kön- 9.2.8 Jede Steuerstelle muß einen Halt-Drucktaster haben,
nen, ob und wann sie ihren Vorrang ausüben wollen. mit dem der jeweilige Funktionsablauf unterbrochen
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werden kann. Die Halt-Drucktaster müssen in den deutig und gut lesbar in dauerhafter Form zu beschrif-
Vorrang nach Abschnitt 8 eingeordnet sein. ten und müssen leicht zugänglich sein.
9.2.9 Es muß jeweils derjenige Steuerbefehl ausgeführt 10.2 Die Steuertafeln sind in Türnähe anzubringen und so
werden, der als letzter wirksam abgegeben worden ist. anzuordnen, daß der Steuernde beim Betätigen nicht
9.2.10 Es ist zuläßig, Schleusen im Bereich jeder Tür mit in den Fahrbereich einer Tür oder eines beweglichen
beweglichen Fahrbahnstücken für Transporte auszu- Fahrbahnstücks gelangt.
rüsten, die 10.3 Die Steuertafeln mussen mit Anzeige- und mit Steue-
- in eingefahrener Stellung bei geöffneter Tür die relementen nach Tabelle 1 ausgerüstet sein. Weitere
Fahrbahn herstellen. Anzeige- und Steuerelemente sollen auf den Steuerta-
feln nicht enthalten sein. Die Steuerelemente müssen
- in ausgefahrener Stellung das Schließen der Tür
deutlich voneinander abgesetzt,und möglichst sinn-
ermöglichen.
fällig,angeordnet sein. Ebenso muß die Zuordnung der
Die Stellung der Fahrbahnstücke muß in beiden End- Anzeigeelemente zu den zugehörigen Steuerelemen-
lagen gesichert sein. ten sinnfällig sein.
Steuertafel im Farbe
Außenraum Schleusenraum Reaktorsicherheits- der Anzeigeelemente
behälter
Innentür offen Innentür offen Innentür offen weiß
Innentür zu Innentür zu Innentür zu weiß
Anzeigeelemente Außentür offen Außentür offen Außentür offen weiß
Außentür zu Außentür zu Außentür zu weiß
Betätigung freigegeben grün
Art des Steuerelements
Außentür auf (nur nach Drucktaster schwarz
Betätigungsfreigabe wirksam)
Steuerelemente Außentür auf Pilzknopf schwarz
Innentür auf Drucktaster schwarz
Innentür auf Pilzknopf schwarz
Halt Halt Halt Pilzknopf rot
Tabelle 1: Steuertafeln
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15.5 Die Leitungen der Energieversorgung, der Steuerung Technisch begründete Abweichungen von diesen Fristen
sowie hydraulische und pneimatische Systeme müssen können im Einvernehmen mit der Genehmigungs- oder Auf-
im Verkehrsbereich vor unbeabsichtigten mechani- sichtsbehörde festgelegt werden.
schen Beschädigungen geschützt sein.
15.6 Die Energieversorgung für Steuerung, Motorantrieb 16.5 Dokumentation
und Beleuchtung muß im Bedarfsfall aus der Not-
stromanlage erfolgen. Alle Prüfungen sind zu dokumentieren.
15.7 Bei der Konstruktion der Schleuse ist auf Dekontami-
nierbarkeit zu achten. 16.6 Sachverständige
Sachverständige für diese Prüfungen sind auf Grund des
Paragraph 20 des Atomgesetzes (10/76) von der Genehmi-
16 Prüfung und Dokumentation
gungs- oder Aufsichtsbehörde zugezogene Fachleute.
16.1 Vorprüfung
Festigkeitsberechnungen, Zeichnungen und Fertigungsunter-
17 Betrieb und Wartung
lagen sind dem Sachverständigen zur Vorprüfung vorzule-
gen. Für Bedienung, Betrieb und Wartung der Schleuse sind kurze
Erläuterungen des Schleusvorgangs und Wartungsanweisun-
gen anzufertigen.
16.2 Erstmalige Prüfung
Schleusen sind vor Inbetriebnahme einer erstmaligen Prüfung
durch den Sachverständigen, die aus einer Bau-, Druck- und 18 Personalschulung
Abnahmeprüfung besteht, zu unterziehen. Darüber hinaus ist
vor Inbetriebnahme der Schleuse in Anwesenheit des Sach- Das für Arbeiten im Reaktorsicherheitsbehälter vorgesehene
verständigen eine Dichtheitsprüfung durchzuführen. Eine Personal muß durch Belehrung und durch praktische Unter-
Funktionsprüfung unter Auslegungsdruck, sowie die Druck- weisung mit der Bedienung jeder Schleuse auch unter Be-
prüfung kann im Zusammenhang mit der Druckprüfung des rücksichtigung von Funktionsstörungen vertraut gemacht
Reaktorsicherheitsbehälters erfolgen. werden, bevor es den Schleusenbetrieb aufnimmt. Diese Be-
lehrung und praktische Unterweisung ist im Abstand von
maximal 12 Monaten zu wiederholen.
16.3 Wiederkehrende Prüfungen durch den Sachverständi-
gen
Wiederkehrende Prüfungen der Schleuse sind im Rahmen der 19 Anhang
wiederkehrenden Prüfungen am Reaktorsicherheitsbehälter Zusammenstellung der Gesetze, Verordnungen und Regeln
durchzuführen. der Technik, auf die in dieser Regel verwiesen worden ist:
Atomgesetz (10/76) Gesetz über die friedliche Verwen-
16.4 Betriebsprüfung dung der Kernenergie und den Schutz
gegen ihre Gefahren (Atomgesetz) in
Von sachkundigen Personen des Genehmigungsinhabers sind
der Fassung der Bekanntmachung
an den Schleusen Betriebsprüfungen in den nachstehenden
vom 31. Oktober 1976 (BGBl. I S. 3053)
Fristen durchzuführen:
Arbeitsstättenverordnung (3/75) Verordnung über Ar-
Funktionsprüfung und visuelle Prüfung auf äußere Schäden:
beitsstätten (Arbeitsstättenverord-
monatlich.
nung) vom 20. März 1975 (BGBl. I S.
Prüfung auf Dichtheit unter betriebsmöglichen Bedingungen: 729).
jährlich.