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Schleusen Am Reaktorsicherheitsbehälter Von Kernkraftwerken - Personenschleusen

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Inhaltlich überprüft und unverändert

weiterhin gültig: 6/84, 9/88, 6/94,


6/99, 11/04
Sicherheitstechnische Regel des KTA Regel
Fassung November 1976

Schleusen am Reaktorsicherheitsbehälter von Kernkraftwerken

- Personenschleusen -

Die nachfolgend wiedergegebene Regel wurde im Auftrag des Kerntechnischen Ausschusses vom Normenaus-
schuß Kerntechnik (NKe) vorbereitet. Der NKe beabsichtigt, diese Regel wortgleich als DIN 25406 zu veröffentli-
chen.

Inhalt

Seite
1 Anwendungsbereich............................................................................................................................................. 2
2 Sicherheitstechnische Aufgaben von Personenschleusen ............................................................................... 2
3 Begriffsbestimmungen.......................................................................................................................................... 2
4 Allgemeine Bestimmungen.................................................................................................................................. 2
5 Grundanforderungen an Personenschleusen.................................................................................................... 2
6 Verriegelung .......................................................................................................................................................... 2
7 Druckausgleich ...................................................................................................................................................... 3
8 Vorrang In der Benutzung ................................................................................................................................... 3
9 Funktionseinrichtungen ....................................................................................................................................... 3
10 Steuertafeln ............................................................................................................................................................ 4
11 Türen....................................................................................................................................................................... 4
12 Unbefugtes Betreten des Reaktorsicherheitsbehälters ..................................................................................... 5
13 Zusätzliche Sicherheitseinrichtungen ................................................................................................................ 5
14 Einrichtungen auf der Warte ............................................................................................................................... 5
15 Konstruktive Anforderungen.............................................................................................................................. 5
16 Prüfung und Dokumentation .............................................................................................................................. 6
17 Betrieb und Wartung ............................................................................................................................................ 6
18 Personalschulung .................................................................................................................................................. 6
19 Anhang ................................................................................................................................................................... 6
KTA 3402 Seite 2

Hinsichtlich Auslegung und Berechnung, Werkstoffe, Herstel-


1 Anwendungsbereich
lung, Betrieb und Prüfung gelten dieselben Anforderungen
Diese Regel gilt für Personenschleusen am Reaktorsicher- wie für den Reaktorsicherheitsbehälter.
heitsbehälter von Kernkraftwerken. Diese Regel gilt nicht für
Schleusen, die ausschließlich für Materialschleusungen be-
stimmt und für Personenschleusungen nicht zugelassen sind. 5 Grundanforderungen an Personenschleusen
5.1 Anordnung
2 Sicherheitstechnische Aufgaben von Personenschleu- Die Schleusen sind so anzuordnen, daß eine Flucht aus dem
sen Reaktorsicherheitsbehälter möglichst rasch und unter mög-
lichst geringer Strahlenbelastung der Personen erfolgen kann.
Personenschleusen haben folgende sicherheitstechnische
Neben Strahlenfeldern und Kontaminationen ist zu berück-
Aufgaben:
sichtigen, daß Fluchtwege z. B. durch ausströmende Medien
- Verhinderung unzuläßiger Freisetzungen radioaktiver wie Wasser, Dämpfe, Gase blockiert sein können.
Stoffe in die Umgebung. Dies gilt auch bei Schleusvor-
gängen.
5.2 Zugang
- Flucht- und Bergungsvorgänge aus dem Reaktorsicher-
heitsbehälter zu ermöglichen. Die Zugangswege zu Schleusen auf beiden Seiten müssen
- Verhinderung unkontrollierten Betretens des Reaktorsi- stets freigehalten werden und so angeordnet sein, daß auch
cherheitsbehälters durch konstruktive und ergänzende der Transport von Verletzten auf Tragen möglich ist.
administrative Maßnahmen.
5.3 Mindestanzahl

3 Begriffsbestimmungen Jeder Reaktorsicherheitsbehälter ist mit mindestens zwei


Schleusen auszurüsten, die bei Bedarf jederzeit das Verlassen
3.1 Schleuse des Reaktorsicherheitsbehälters ermöglichen.
Eine Schleuse im Sinne dieser Regel ist ein mit dem Reaktor-
sicherheitsbehälter verbundener druckfester und technisch 5.4 Größe
gasdichter Körper mit zwei Türen, dessen Innentür den
Schleusenraum mit dem Innenraum des Reaktorsicherheits- Die im Normalbetrieb des Reaktors zum Betreten und Verlas-
behälters und dessen Außentür den Schleusenraum mit dem sen des Reaktorsicherheitsbehälters benutzte Schleuse muß
Außenraum verbindet. alle sich gleichzeitig im Reaktorsicherheitsbehälter aufhalten-
den Personen aufnehmen können.

3.2 Schleusenraum Mindestens zwei Schleusen müssen den Transport von einem
Verletzten durch zwei Träger mit einer Krankentrage oder
Der Schleusenraum ist der zwischen den beiden Schleusentü- sonstigen geeigneten Mitteln ermöglichen.
ren eingeschlossene Raum des Schleusenkörpers.

3.3 Personenschleuse 6 Verriegelung

Eine Personenschleuse ist jede Schleuse, die für Personen- 6.1 Verriegelung der Schleusentüren
schleusungen zugelassen ist, auch wenn sie zur Schleusung Durch Verriegelung muß sichergestellt sein, daß jede Schleu-
von Gegenständen dient. sentür nur dann geöffnet werden kann, wenn die Gegentür
und ihre zugehörige Druckausgleicheinrichtung geschlossen
3.4 Handbetätigte Schleuse und abgedichtet sind.

Eine handbetätigte Schleuse ist eine Schleuse, deren bewegli-


che Teile ausschließlich unmittelbar oder mittelbar durch 6.2 Aufheben der Verriegelung
Muskelkraft bewegt werden. Die Verriegelung muß so gestaltet sein, daß ein Aufheben der
Verriegelunq möglich ist und daß ein mißbräuchliches oder
3.5 Motorbetätigte Schleuse versehentliches Aufheben verhindert wird. Das Aufheben der
Verriegelung ist grundsätzlich nicht gestattet. Ausnahmen
Eine motorbetätigte Schleuse ist eine Schleuse, deren bewegli- sind nur unter sicherheitstechnisch zuläßigen Bedingungen
che Teile durch eine Kraft, die nicht Muskelkraft ist, bewegt erlaubt.
werden, auch wenn im Notfall eine Handbetätigung zusätz-
lich möglich ist.
6.3 Erneutes Verriegeln der Tür
Unmittelbar nachdem eine aufgehobene Verriegelung wieder
4 Allgemeine Bestimmungen wirksam gemacht worden ist, muß von sachkundigen Perso-
Schleusen müssen den Vorschriften des Bundes und der Län- nen des Genehmigungsinhabers die einwandfreie Funktion
der sowie den Vorschriften der Träger der gesetzlichen Un- der Schleuse einschließlich der Meldungen auf der Warte
fallversicherung genügen und sollen nach den allgemein während mindestens eines vollständigen Funktionszyklus
anerkannten Regeln der Technik hergestellt und betrieben überprüft und dokumentiert werden.
werden.
KTA 3402 Seite 3

7 Druckausgleich 8.3 Der Vorrang darf nicht durch Eingriffe in die Funkti-
onseinrichtungen unwirksam gemacht werden kön-
7.1 Druckausgleicheinrichtungen
nen.
7.1.1 Für Schleusvorgänge bei unterschiedlichen Drücken
8.4 In Abweichung zu den Abschnitten 8.1, 8.2 und 8.3
imReaktorsicherheitsbehälter und im Außenraum muß
muß jede sich schließende Tür von Hand angehalten
jeder Tür eine Druckausgleicheinrichtung zugeordnet
und geöffnet werden können, solange das Zufahren
sein. Mit der jeweiligen Druckausgleicheinrichtung
noch nicht abgeschlossen ist (siehe Abschnitt 11.3).
muß vor dem Öffnen der Innentür ein Druckausgleich
zwischen dem Schleusenraum und dem Reaktorsi-
cherheitsbehälter, vor dem Öffnen der Außentür ein
9 Funktionseinrichtungen
Druckausgleich zwischen dem Schleusenraum und
dem Außenraum hergestellt werden können. 9.1 Handbetätigte Schleusen
7.1.2 Die Druckausgleicheinrichtungen nach Abschnitt 7.1.1 9.1.1 Die Funktionseinrichtungen müssen die Anforderun-
müssen auch unter Störfallbedingungen vereisungsfrei gen der Abschnitte 6.1 und 8.1 erfüllen.
bleiben. 9.1.2 Die Funktionseinrichtungen müssen so gestaltet sein,
7.1.3 Die Einstromöffnungen der Druckausgleicheinrich- daß jede Tür in ihrer Schließstellung mechanisch gesi-
tungen nach Abschnitt 7.1.1 müssen so beschaffen chert ist.
sein, daß Funktionsbeeinträchtigungen der Druck- 9.1.3 Die Funktionseinrichtungen müssen den Druckaus-
ausgleicheinrichtungen durch Verschmutzung ver- gleichvorgang entsprechend Abschnitt 7 selbsttätig
mieden werden. einleiten.
9.1.4 Die Funktionseinrichtungen müssen so ausgelegt sein,
7.2 Druckausgleichzeiten daß der Funktionsablauf unter Berücksichtigung des
7.2.1 Als kennzeichnende Größe für den Druckausgleich- Vorranges jederzeit begonnen, angehalten, fortgesetzt
vorgang ist die Zeit zu benutzen, während der eine und umgekehrt werden kann.
Verringerung des Differenzdruckes an der Schleuse 9.1.5 Diejenigen Funktionseinrichtungen, die beim Abdich-
auf die Hälfte erfolgt (Halbwertszeit). ten die Tür gegen deren Dichtung drücken, müssen
7.2.2 Die Druckausgleicheinrichtungen nach Abschnitt 7.1.1 über den Abschluß des Dichtvorganges hinaus in eine
müssen das Einstellen der Zeitdauer für den Druck- Ruhelage geführt werden. Erst in dieser Lage gilt die
ausgleich gestatten. Tür als geschlossen und ist als geschlossen zu melden.
7.2.3 Die Einstellmöglichkeiten nach Abschnitt 7.2.2 müssen 9.1.6 Die Handbedienungselemente sind eindeutig und
gegen unbeabsichtigtes Verstellen gesichert sein. sinnfällig zu kennzeichnen und gut lesbar in dauerhaf-
ter Form zu beschriften.
7.2.4 Die einzustellende Halbwertszeit für den Druckaus-
gleich muß so kurz wie möglich sein. Hierbei ist die 9.2 Motorbetatigte Schleusen
physiologisch zuläßige Belastbarkeit des menschlichen 9.2.1 Die Funktionseinrichtungen mussen die Anforderun-
Körpers zu beachten. gen der Abschnitte 6.1, 7.3 und 8.1 erfüllen.
Hinweis: 9.2.2 Die Funktionseinrichtungen müssen so gestaltet sein,
Es wird davon ausgegangen, daß der Druckausgleich nähe-
daß jede für in ihrer Schließstellung mechanisch gesi-
rungsweise wie eine Exponentialfunktion verläuft und somit
durch seine Halbwertszeit hinreichend gekennzeichnet werden chert ist.
kann. 9.2.3 Die Funktionseinrichtungen müssen den Druckaus-
Bis zum Vorliegen ausreichender Kenntnisse über die Grenze der gleichvorgang nach Abschnitt 7 selbsttätig einleiten.
physiologischen Belastbarkeit des menschlichen Körpers sollen Beim Öffnen darf die Auffahrbewegung der Tür erst
Halbwertszeiten unter 15 Sekunden nicht eingestellt werden. Der freigegeben werden, wenn ein ausreichender Druck-
Einstellbereich sollte jedoch sicherheitshalber bis herab zu 5 Se- ausgleich erfolgt ist.
kunden als kürzeste einstellbare Halbwertszeit reichen.
9.2.4 Die Funktionseinrichtungen müssen so ausgelegt sein,
daß der Funktionsablauf unter Berücksichtigung des
7.3 Öffnen der Tür ohne Druckausgleich Vorranges jederzeit begonnen, angehalten, fortgesetzt
7.3.1 Jede Tür muß vor Beendigung des Druckausgleich- und umgekehrt werden kann.
voranges geöffnet werden können, wenn die anste- 9.2.5 Diejenigen Funktionseinrichtungen, die beim Abdich-
hende Druckdifferenz nicht größer als 0,1 bar ist. ten die Tür gegen deren Dichtung drücken, müssen
7.3.2 Die Schleusen müssen so gestaltet sein, daß die Türen über den Abschluß des Dichtvorgangs hinaus in eine
durch noch vorhandene Druckdifferenzen nicht aufge- Ruhelage geführt werden. Erst in dieser Lage gilt die
schleudert werden. Tür als geschlossen und ist als geschlossen zu melden.
9.2.6 Motorbetätigte Schleusen sind über Drucktaster mit
selbsttätigem Rückgang anzusteuern.
8 Vorrang In der Benutzung 9.2.7 Die Drucktaster nach Abschnitt 9.2.6 müssen so be-
8.1 Bei allen Schleusvorgängen gilt folgender Vorrang: schaffen sein, daß ein Vorrang nach Abschnitt 8 durch
anhaltende Betätigung des entsprechenden Druckta-
Personen im Schleusenraum
sters ausgeübt wird. Während dieses Zeitraumes müs-
vor Personen im Reaktorsicherheitsbehälter sen alle Steuerbefehle von im Rang nachgeordneten
vor Personen im Außenraum. Stellen unwirksam bleiben.
8.2 Die Benutzer der Schleuse müssen entscheiden kön- 9.2.8 Jede Steuerstelle muß einen Halt-Drucktaster haben,
nen, ob und wann sie ihren Vorrang ausüben wollen. mit dem der jeweilige Funktionsablauf unterbrochen
KTA 3402 Seite 4

werden kann. Die Halt-Drucktaster müssen in den deutig und gut lesbar in dauerhafter Form zu beschrif-
Vorrang nach Abschnitt 8 eingeordnet sein. ten und müssen leicht zugänglich sein.
9.2.9 Es muß jeweils derjenige Steuerbefehl ausgeführt 10.2 Die Steuertafeln sind in Türnähe anzubringen und so
werden, der als letzter wirksam abgegeben worden ist. anzuordnen, daß der Steuernde beim Betätigen nicht
9.2.10 Es ist zuläßig, Schleusen im Bereich jeder Tür mit in den Fahrbereich einer Tür oder eines beweglichen
beweglichen Fahrbahnstücken für Transporte auszu- Fahrbahnstücks gelangt.
rüsten, die 10.3 Die Steuertafeln mussen mit Anzeige- und mit Steue-
- in eingefahrener Stellung bei geöffneter Tür die relementen nach Tabelle 1 ausgerüstet sein. Weitere
Fahrbahn herstellen. Anzeige- und Steuerelemente sollen auf den Steuerta-
feln nicht enthalten sein. Die Steuerelemente müssen
- in ausgefahrener Stellung das Schließen der Tür
deutlich voneinander abgesetzt,und möglichst sinn-
ermöglichen.
fällig,angeordnet sein. Ebenso muß die Zuordnung der
Die Stellung der Fahrbahnstücke muß in beiden End- Anzeigeelemente zu den zugehörigen Steuerelemen-
lagen gesichert sein. ten sinnfällig sein.

9.3 Notbetrieb motorbetätigter Schleusen von Hand


11 Türen
9.3.1 Bei jeder motorbetätigten Schleuse muß ein Notbetrieb
von Hand möglich sein. Die Handkraft für den 11.1 Türstellung
Notantrieb darf 200 N nicht übersteigen. 11.1.1 Wenn sich Personen im Reaktorsicherheitsbehälter auf
9.3.2 Der Notantrieb soll alle Zwangläufigkeiten und Ver- halten, muß bei allen unbenutzten Schleusen als Ru-
riegelungen, die für die Motorbetätigung gefordert hestellung die Stellung "Innentür offen" eingehalten
werden, sowie den in den Abschnitten 8.1 und 8.3 ge- werden.
forderten Vorrang enthalten. 11.1.2 Bei motorbetätigten Schleusen muß die Ruhestellung
9.3.3 Der Notantrieb muß vom Schleusenraum, vom Reak- nach Abschnitt 11.1.1 durch den entsprechenden
torsicherheitsbehälter und vom Außenraum aus betä- Funktionsablauf selbsttätig erreicht werden, und zwar
tigt werden können. unabhängig davon, daß ein Ein- oder ein Ausschleus-
9.3.4 Kurzgefaßte und gut lesbare Bedienungsanleitungen vorgang durchgeführt worden ist.
in dauerhafter Form sind in der Nähe der Bedienung- 11.1.3 Wenn sich keine Personen im Reaktorsicherheitsbehäl-
selemente anzubringen. ter befinden, dürfen beide Schleusentüren geschlossen
9.3.5 Die Betätigung des Notantriebs vom Außenraum muß und abgedichtet und beide Druckausgleicheinrichtun-
gegen unbefugte Benutzung gesichert sein. gen geschlossen sein. Es muß jedoch sichergestellt
sein, daß beim Einschleusen von Personen alle Schleu-
sen in die Ruhestellung "Innentür offen" übergeführt
10 Steuertafeln werden.

10.1 Die Steuerelemente von motorbetätigten Schleusen


müssen jeweils im Reaktorsicherheitsbehälter, im 11.2 Fahrbereich der Türen
Schleusen raum und im Außenraum auf einer Steuer-
Der Fahrbereich der Türen ist deutlich zu kennzeichnen und
tafel übersichtlich zusammengefaßt sein. Sie sind ein-
von Hindernissen und Stolperkanten freizuhalten.

Steuertafel im Farbe
Außenraum Schleusenraum Reaktorsicherheits- der Anzeigeelemente
behälter
Innentür offen Innentür offen Innentür offen weiß
Innentür zu Innentür zu Innentür zu weiß
Anzeigeelemente Außentür offen Außentür offen Außentür offen weiß
Außentür zu Außentür zu Außentür zu weiß
Betätigung freigegeben grün
Art des Steuerelements
Außentür auf (nur nach Drucktaster schwarz
Betätigungsfreigabe wirksam)
Steuerelemente Außentür auf Pilzknopf schwarz
Innentür auf Drucktaster schwarz
Innentür auf Pilzknopf schwarz
Halt Halt Halt Pilzknopf rot

Tabelle 1: Steuertafeln
KTA 3402 Seite 5

von Werkzeug mit vergleichbar geringem Zeitaufwand öff-


11.3 Quetschschutz der Türen
nen läßt. Der Notzugang darf nur geöffnet werden, wenn die
11.3.1 Für die Schließbewegung müssen die Türen einen Innentür und die ihr zugehörige Druckausgleicheinrichtung
Quetschschutz gemäß Paragraph 11 der Arbeitsstät- geschlossen sind.
tenverordnung (3/75) aufweisen, nach dessen Betäti-
gung die Tür mit Muskelkraft angehalten und gegen
die Schließrichtung aufgedrückt werden kann. Bei 13.4 Sicherheitsbeleuchtung in Dauerschaltung
motorbetätigten Schleusen darf die Betätigung des Die Schleusen müssen eine Sicherheitsbeleuchtung in Dauer-
Quetschschutzes auch die Gegenbewegung bewirken, schaltung (Notbeleuchtung) haben. Die Beleuchtungsstärke in
solange der Quetschschutz gedrückt ist. der Schleuse und im Bereich der Betätigungseinrichtungen
11.3.2 Türen und Türumgebung sollen so gestaltet sein, daß muß mindestens 30 lx betragen.
ein Quetschschutz in Öffnungsrichtung nicht erfor-
derlich ist.
11.3.3 Kann die Forderung nach Abschnitt 11.3.2 nicht erfüllt 14 Einrichtungen auf der Warte
werden, muß auch für die Öffnungsrichtung ein 14.1 Die jeweilige Stellung sämtlicher Schleusentüren muß
Quetschschutz vorhanden sein. Er muß sinngemäß auf der Warte angezeigt werden.
den Forderungen nach Abschnitt 11.3.1 entsprechen. 14.2 Es muß auf der Warte optisch und akustisch gemeldet
werden, wenn beide Türen einer Schleuse nicht ge-
schlossen sind, unabhängig davon, ob es sich um eine
12 Unbefugtes Betreten des Reaktorsicherheitsbehälters Schleusenstörung oder um ein Aufheben der Türver-
12.1 Ein unüberwachtes oder unbefugtes Betreten der riegelung nach Abschnitt 6.2 handelt.
Schleusen vom Außenraum ist zu verhindern. Trotz 14.3 Für jede motorbetätigte Schleuse muß ein gesicherter
aller entsprechenden Maßnahmen muß jedoch ein un- Bedienungstaster für die Betätigungsfreigabe der Steu-
gehindertes schnelles Verlassen des Reaktorsicher- ertafel im Außenraum vorhanden sein.
heitsbehälters im Gefahrenfall jederzeit möglich blei-
14.4 Für motorbetätigte Schleusen, bei denen die Ruhestel-
ben.
lung "Beide Türen zu" (siehe Abschnitt 11.1.3) vorge-
12.2 Bei motorbetätigten Schleusen muß von der Warte für sehen ist, muß ein gesicherter Bedienungstaster (z. B.
jede Schleuse einzeln die Steuerspannung für das Öff- Schlüßelschalter) vorhanden sein mit dem diese Ru-
nen der Außentür vom Außenraum aus zu- und abge- hestellung angefahren werden kann.
schaltet werden konnen.
14.5 Sofern der Verkehr durch die Schleuse von einem
12.3 Sofern der Verkehr durch die Schleuse von einem Posten überwacht wird, ist es zuläßig, die Schaltmög-
Posten überwacht wird, ist es zuläßig, die Schaltmög- lichkeiten nach Abschnitt 14.3 von der Warte an diesen
lichkeiten nach Abschnitt 12.2 von der Warte an diesen Posten weiterzuschalten.
Posten weiterzuschalten.
12.4 Bei handbetätigten Schleusen können die Anforderun-
gen nach Abschnitt 12.1 zum Beispiel dadurch erfüllt 15 Konstruktive Anforderungen
werden, daß zwischen Außentür und Außenraum eine 15.1 Die Schleuse, jede ihrer Türen und alle druckbean-
weitere Tür angeordnet wird, die von der Außentür spruchten Baülemente sowie die Funktionseinrichtun-
aus ohne weiteres, vom Außenraum aus jedoch nur gen müssen gegen die Folgen eines Störfalles im Reak-
mit einem Sonderschlüßel oder durch kontrollierte torsicherheitsbehälter sowie gegen Beanspruchungen
Freigabe von der Warte aus geöffnet werden kann. von außen (z. B. durch Erdbeben, Druckwellen, Flug-
zeugabsturz) hinsichtlich ihrer mechanischen Festig-
keit, ihrer Temperaturbeständigkeit und der Dichtheit
13 Zusätzliche Sicherheitseinrichtungen der Schleuse so ausgelegt sein, wie es für den Reak-
13.1 Fernsprecher torsicherheitsbehälter gefordert wird.
Die bei den Beanspruchungen auftretenden Verfor-
Jeder Schleusenraum ist mit einer Fernsprechnebenstelle für
mungen dürfen nicht zu Funktionsbeeinträchtigungen
unmittelbaren Anschluß zur Warte oder für Wählanschluß
der mechanischen Bauteile der Schleuse führen.
und mit einem Direktanschluß an die Leitstandfernsprechan-
lage auszurüsten. 15.2 Alle Teile der Funktionseinrichtung, die nicht zwin-
gend im Schleusenraum oder im Reaktorsicherheits-
behälter erforderlich sind, müssen im Außenraum an-
13.2 Schaugläser geordnet sein.
Jede Schleusentür ist in etwa 1,5 m Höhe mit einem Schauglas 15.3 Hydraulische oder pneumatische Systeme müssen so
von mindestens 150 mm lichter Offnung auszurüsten. Dieses beschaffen sein, daß sie auch den bei Störfällen zu er-
Schauglas muß den Anforderungen nach Abschnitt 15.1 ge- wartenden Beanspruchungen durch Außendruck si-
nügen. Das Schauglas der Außentür sollte vom Außenraum cher widerstehen und keinesfalls zu unzuläßigen
aus zu entfernen sein. Leckagen aus dem Reaktorsicherheitsbehälter führen
können.

13.3 Notzugang 15.4 Für die elektrischen Bauteile der Funktionseinrichtun-


gen ist durch eine Typprüfung nachzuweisen, daß ihre
Es muß ein Notzugang vom Außenraum zum Schleusenraum Funktionsfähigkeit unter Störfallbedingungen gewähr-
geschaffen werden können. Hierzu muß die Schleuse ein vom leistet ist.
Außenraum zu öffnendes Mannloch besitzen, oder es muß
sichergestellt sein, daß sich die Außentür unter Zuhilfenahme
KTA 3402 Seite 6

15.5 Die Leitungen der Energieversorgung, der Steuerung Technisch begründete Abweichungen von diesen Fristen
sowie hydraulische und pneimatische Systeme müssen können im Einvernehmen mit der Genehmigungs- oder Auf-
im Verkehrsbereich vor unbeabsichtigten mechani- sichtsbehörde festgelegt werden.
schen Beschädigungen geschützt sein.
15.6 Die Energieversorgung für Steuerung, Motorantrieb 16.5 Dokumentation
und Beleuchtung muß im Bedarfsfall aus der Not-
stromanlage erfolgen. Alle Prüfungen sind zu dokumentieren.
15.7 Bei der Konstruktion der Schleuse ist auf Dekontami-
nierbarkeit zu achten. 16.6 Sachverständige
Sachverständige für diese Prüfungen sind auf Grund des
Paragraph 20 des Atomgesetzes (10/76) von der Genehmi-
16 Prüfung und Dokumentation
gungs- oder Aufsichtsbehörde zugezogene Fachleute.
16.1 Vorprüfung
Festigkeitsberechnungen, Zeichnungen und Fertigungsunter-
17 Betrieb und Wartung
lagen sind dem Sachverständigen zur Vorprüfung vorzule-
gen. Für Bedienung, Betrieb und Wartung der Schleuse sind kurze
Erläuterungen des Schleusvorgangs und Wartungsanweisun-
gen anzufertigen.
16.2 Erstmalige Prüfung
Schleusen sind vor Inbetriebnahme einer erstmaligen Prüfung
durch den Sachverständigen, die aus einer Bau-, Druck- und 18 Personalschulung
Abnahmeprüfung besteht, zu unterziehen. Darüber hinaus ist
vor Inbetriebnahme der Schleuse in Anwesenheit des Sach- Das für Arbeiten im Reaktorsicherheitsbehälter vorgesehene
verständigen eine Dichtheitsprüfung durchzuführen. Eine Personal muß durch Belehrung und durch praktische Unter-
Funktionsprüfung unter Auslegungsdruck, sowie die Druck- weisung mit der Bedienung jeder Schleuse auch unter Be-
prüfung kann im Zusammenhang mit der Druckprüfung des rücksichtigung von Funktionsstörungen vertraut gemacht
Reaktorsicherheitsbehälters erfolgen. werden, bevor es den Schleusenbetrieb aufnimmt. Diese Be-
lehrung und praktische Unterweisung ist im Abstand von
maximal 12 Monaten zu wiederholen.
16.3 Wiederkehrende Prüfungen durch den Sachverständi-
gen
Wiederkehrende Prüfungen der Schleuse sind im Rahmen der 19 Anhang
wiederkehrenden Prüfungen am Reaktorsicherheitsbehälter Zusammenstellung der Gesetze, Verordnungen und Regeln
durchzuführen. der Technik, auf die in dieser Regel verwiesen worden ist:
Atomgesetz (10/76) Gesetz über die friedliche Verwen-
16.4 Betriebsprüfung dung der Kernenergie und den Schutz
gegen ihre Gefahren (Atomgesetz) in
Von sachkundigen Personen des Genehmigungsinhabers sind
der Fassung der Bekanntmachung
an den Schleusen Betriebsprüfungen in den nachstehenden
vom 31. Oktober 1976 (BGBl. I S. 3053)
Fristen durchzuführen:
Arbeitsstättenverordnung (3/75) Verordnung über Ar-
Funktionsprüfung und visuelle Prüfung auf äußere Schäden:
beitsstätten (Arbeitsstättenverord-
monatlich.
nung) vom 20. März 1975 (BGBl. I S.
Prüfung auf Dichtheit unter betriebsmöglichen Bedingungen: 729).
jährlich.

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