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KTA 3407 Rohrdurchführungen Durch Den Reaktorsicherheitsbehälter

Die Regel KTA 3407 behandelt die sicherheitstechnischen Anforderungen an Rohrdurchführungen durch den Reaktorsicherheitsbehälter in Kernkraftwerken mit Leichtwasserreaktoren. Sie definiert Anwendungsbereiche, Begriffe, Werkstoffe, Auslegung, Konstruktion und Berechnung sowie Anforderungen an Montage und Dokumentation. Ziel ist die Gewährleistung der Druckfestigkeit und Gasdichtigkeit der Rohrleitungen, um die Sicherheit der kerntechnischen Anlagen zu gewährleisten.

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KTA 3407 Rohrdurchführungen Durch Den Reaktorsicherheitsbehälter

Die Regel KTA 3407 behandelt die sicherheitstechnischen Anforderungen an Rohrdurchführungen durch den Reaktorsicherheitsbehälter in Kernkraftwerken mit Leichtwasserreaktoren. Sie definiert Anwendungsbereiche, Begriffe, Werkstoffe, Auslegung, Konstruktion und Berechnung sowie Anforderungen an Montage und Dokumentation. Ziel ist die Gewährleistung der Druckfestigkeit und Gasdichtigkeit der Rohrleitungen, um die Sicherheit der kerntechnischen Anlagen zu gewährleisten.

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Inhaltlich überprüft und unverändert

weiterhin gültig: 6/96, 6/01, 11/06

Sicherheitstechnische Regel des KTA Regel

KTA 3407

Rohrdurchführungen durch den Reaktorsicherheitsbehälter


Fassung 6/91

Die nachfolgend wiedergegebene Regel wurde im Auftrag des Kerntechnischen Ausschusses (KTA) vom Nor-
menausschuß Kerntechnik (NKe) im DIN Deutsches Institut für Normung e.V. vorbereitet. Der NKe beabsichtigt,
diese Regel als Norm DIN 25 432 zu veröffentlichen.

Inhalt

Seite
Grundlagen ...................................................................................................................................................... 2
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................. 2
2 Begriffe .................................................................................................................................................. 2
3 Werkstoffe ............................................................................................................................................. 5
4 Auslegung.............................................................................................................................................. 5
4.1 Sicherheitstechnische Anforderungen ................................................................................................... 5
4.2 Bruchannahmen .................................................................................................................................... 5
4.3 Einstufung der Rohrdurchführungen...................................................................................................... 5
4.4 Balgkompensatoren............................................................................................................................... 6
5 Konstruktion........................................................................................................................................... 6
5.1 Allgemeines ........................................................................................................................................... 6
5.2 Räumliche Anordnung ........................................................................................................................... 7
5.3 Festlegung der Bauarten von Rohrdurchführungen............................................................................... 7
5.4 Prüfgerechte Gestaltung ...................................................................................................................... 13
5.5 Dekontaminierbarkeit........................................................................................................................... 13
5.6 Nichtintegrale Stützkonstruktionen ...................................................................................................... 13
5.7 Balgkompensatoren............................................................................................................................. 13
6 Berechnung ......................................................................................................................................... 13
6.1 Allgemeines ......................................................................................................................................... 13
6.2 Lastfall eingeschlossenes Medium ...................................................................................................... 13
6.3 Berechnung der nichtintegralen Stützkonstruktionen .......................................................................... 13
7 Vorprüfung und Herstellung ................................................................................................................. 13
8 Transport und Lagerung ...................................................................................................................... 17
8.1 Transport.............................................................................................................................................. 17
8.2 Lagerung.............................................................................................................................................. 17
9 Montage ............................................................................................................................................... 17
9.1 Allgemeines ......................................................................................................................................... 17
9.2 Prüfungen nach der Montage .............................................................................................................. 17
10 Dokumentation..................................................................................................................................... 17
11 Wiederkehrende Prüfungen................................................................................................................. 17
Anhang A: Balgkompensatoren .................................................................................................................... 18
Anhang B: Anforderungen an Bauteile der EG 2 und an Bauteile der Anforderungsstufe R 3 ..................... 23
Anhang C: Bestimmungen, auf die in dieser Regel verwiesen wird .............................................................. 30
Stichwortverzeichnis ....................................................................................................................................... 32
KTA 3407 Seite 2

Freisetzung von radioaktiven Stoffen in den Reaktorsicherheits-


Grundlagen behälter gilt KTA 3404.
(1) Die Regeln des Kerntechnischen Ausschusses (KTA)
haben die Aufgabe, sicherheitstechnische Anforderungen
anzugeben, bei deren Einhaltung die nach dem Stand von 1 Anwendungsbereich
Wissenschaft und Technik erforderliche Vorsorge gegen (1) Diese Regel ist anzuwenden auf Rohrdurchführungen
Schäden durch die Errichtung und den Betrieb kerntechni- durch den Reaktorsicherheitsbehälter aus Stahl für Kern-
scher Anlagen (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 Atomgesetz) getroffen ist, um kraftwerke mit Leichtwasserreaktoren.
die im Atomgesetz und in der Strahlenschutzverordnung fest-
gelegten Schutzziele zu erreichen. Für Kernkraftwerke sind H i n w e i s:
diese Schutzziele näher konkretisiert in den "Sicher- Für Rohrdurchführungen durch Reaktorsicherheitsbehälter aus
Beton mit Liner darf diese Regel in Abstimmung mit dem Sach-
heitskriterien für Kernkraftwerke" des BMI. verständigen sinngemäß angewendet werden.
(2) Für die Durchführung von Rohrleitungen durch den Re- (2) Zur Rohrdurchführung gehören:
aktorsicherheitsbehälter werden in den "Sicherheitskriterien
für Kernkraftwerke" Kriterium 8.4 "Durchführungen durch den a) alle Bauteile zwischen dem Stutzen im Reaktorsicher-
Sicherheitsbehälter" Anforderungen gestellt. Dabei wird zwi- heitsbehälter und dem mediumführenden Rohr einschließ-
schen Rohrleitungen, die den Reaktorsicherheitsbehälter lich der Anschlußnaht am Reaktorsicherheitsbehälterstut-
durchdringen und mit dem Reaktorkühlmittel oder der Innen- zen,
atmosphäre des Reaktorsicherheitsbehälters in Verbindung b) das mediumführende Rohr zwischen innerer und äußere
stehen und solchen, die mit dem Reaktorkühlmittel oder der Abschlußarmatur. Ist keine innenliegende Armatur vorge-
Innenatmosphäre des Reaktorsicherheitsbehälters nicht in sehen, gilt die erste zugängliche Rohrrundnaht außerhalb
Verbindung stehen, unterschieden. des Reaktorsicherheitsbehälterstutzens als Grenze.
(3) Den Reaktorsicherheitsbehälter durchdringende Rohr- (3) Nicht zur Rohrdurchführung gehören der in den Reak-
leitungen werden so ausgelegt und hergestellt, daß sie den torsicherheitsbehälter eingeschweißte Stutzen und die Ab-
aus Druck und Temperatur im Reaktorsicherheitsbehälter schlußarmaturen.
auftretenden Belastungen standhalten.
(4) Bei Rohrdurchführungen, bei denen beide Abschlußar-
(4) Die in dieser Regel behandelten Rohrdurchführungen maturen außerhalb des Reaktorsicherheitsbehälters angeord-
dienen dem Zweck, mediumführende Rohrleitungen druckfest net sind, gehört das mediumführende Rohr zwischen diesen
und technisch gasdicht durch die Wand des Reaktorsicher- beiden Abschlußarmaturen zur Rohrdurchführung.
heitsbehälters zu führen. Hierbei ergeben sich - je nach Be-
anspruchung der einzelnen Rohrleitung, des Reaktorsicher- (5) Anforderungen an die druckführende Wand von Absper-
heitsbehälters und deren wechselseitiger Beeinflussung - reinrichtungen sind nicht Gegenstand dieser Regel.
Konstruktionen mit und ohne Balgkompensatoren. H i n w e i s:
Anforderungen sind enthalten in
(5) Die Rohrdurchführungen haben eine besondere Bedeu-
- KTA 3201 "Komponenten des Primärkreises von Leichtwas-
tung, da sie die sicherheitstechnischen und betrieblichen serreaktoren" Teil 1 bis Teil 3
Anforderungen sowohl des Reaktorsicherheitsbehälters als
auch der Rohrleitungen erfüllen müssen. In diesem Zusam- - KTA 3211 "Druck- und aktivitätsführende Komponenten von
menhang ergeben sich für die Rohrdurchführungen folgende Systemen außerhalb des Primärkreises" Teil 1 bis
Teil 3,
miteinander in Einklang zu bringenden Anforderungen:
- KTA 3601 "Lüfungstechnische Anlagen in Kernkraftwerken".
a) Sicherstellung des Einschlusses der Reaktorsicherheits-
behälter-Atmosphäre im Betrieb,
b) Sicherstellung des Einschlusses der Reaktorsicherheits- 2 Begriffe
behälter-Atmosphäre bei Kühlmittelverluststörfällen,
c) Anforderungen aus den durchzuführenden Rohrleitungs- (1) Anforderungsstufen
systemen, Im Durchführungsabschnitt sind Bauteile von Rohrdurchfüh-
d) Anforderungen aus zu unterstellendem Versagen der rungen mit gleichen Anforderungen, Anforderungsstufen R 1
mediumführenden Rohrleitung. Entsprechend diesen si- bis R 3, zugeordnet.
cherheitstechnischen Anforderungen werden im Abschnitt a) Die Anforderungsstufe R 1 berücksichtigt die Anforderun-
4.1 Bereiche definiert. gen, die an Bauteile von Rohrleitungen zum Einschluß des
Reak torkühlmittels und des Einschlusses der Reaktorsi-
(6) In dieser Regel werden nur durchführungsbezogene
cherheitsbehälter-Atmosphäre zu stellen sind.
Festlegungen vorgegeben. Zusätzlich wird verwiesen auf:
b) Die Anforderungsstufe R 2 berücksichtigt die Anforderun-
a) KTA 3201 Teil 1 bis Teil 3,
gen, die an Bauteile von Rohrleitungen mit besonderer si-
b) KTA 3211 Teil 1 bis Teil 3, cherheitstechnischer Bedeutung hinsichtlich ihres Versa-
c) KTA 3401 Teil 2 bis Teil 4. gens siehe Rahmenspezifikation Basissicherheit) und hin-
sichtlich des Einschlusses der Reaktorsicherheitsbehälter-
H i n w e i s:
Aus betrieblichen und sicherheitstechnischen Gründen ist ein Re- Atmosphäre zu stellen sind.
aktorsicherheitsbehälter mit Schleusen, Rohrleitungs- und Kabel- c) Die Anforderungsstufe R 3 berücksichtigt die Anforderun-
durchführungen versehen. Anforderungen sind enthalten in gen, die an Bauteile zu stellen sind, die nicht der Anforde-
- KTA 3402 "Schleusen am Reaktorsicherheitsbehälter von rungsstufe R 1 oder R 2 zuzuordnen sind, weil der Ein-
Kernkraftwerken - Personenschleusen“ schluß der Reaktorsicherheitsbehälter-Atmosphäre durch
- KTA 3403 "Kabeldurchführungen im Reaktorsicherheitsbe- eine zweite Barriere sichergestellt ist.
hälter von Kernkraftwerken" (2) Anschlußteil
- KTA 3409 "Schleusen am Reaktorsicherheitsbehälter von Das Anschlußteil ist die Verbindung zwischen dem jeweiligen
Kernkraftwerken - Materialschleusen".
Balgende und dem rohrdurchführungs- und sicherheitsbehäl-
Für die Abschließung der den Reaktorsicherheitsbehälter durch- terseitigen Anschluß (siehe Bild 2-1).
dringenden Rohrleitungen von Betriebssystemen im Falle einer
KTA 3407 Seite 3

a) mediumführende Rohre innerhalb oder außerhalb des


Durchführungsabschnittes,
b) Endscheiben, angeschmiedet oder angeschweißt,
c) Ausblase- oder Verlängerungsrohre,
d) Stützkonstruktionen, integral oder nichtintegral,
e) Balgkompensatoren.
(8) Durchführungsabschnitt
Der Durchführungsabschnitt ist der Bereich zwischen den
Anschlußschweißnähten des mediumführenden Rohres nach
Bild 4-1.
(9) Einzelteilgruppen
Bauteile von Rohrdurchführungen sind zu Einzelteilgruppen
Bild 2-1: Anschlußteil EG 1 und EG 2 zusammengefaßt.
a) Zur Einzelteilgruppe EG 1 gehören Bauteile, die einer
(3) Arbeitsdruck Druckdifferenz zwischen der Atmosphäre und dem medi-
umführenden Rohr unterliegen. Verbindungselemente, die
Der Arbeitsdruck eines Mediums ist der für den Ablauf einer diese Bauteile miteinander verbinden sowie Anschweiß-
oder mehrerer Grundoperationen in einem Anlagenteil vorge- nähte an diese Bauteile und integrale Stützkonstruktionen
sehene innere oder äußere Überdruck. werden der EG 1 zugeordnet.
(4) Arbeitstemperatur b) Zur Einzelteilgruppe EG 2 gehören an Bauteile der EG 1
Die Arbeitstemperatur eines Mediums ist die für den Ablauf angeschweißte Bauteile einschließlich der Anschweiß-
einer oder mehrerer Grundoperationen in einem Anlagenteil nähte. Beispiele der Zuordnung von Bauteilen zur Einzel-
vorgesehene Temperatur. teilgruppe EG 1 und EG 2 sind der Tabelle 2-1 zu ent-
nehmen.
(10) Klammernaht
Eine Klammernaht ist eine Stirnflachnaht, mittels derer die
Enden der einzelnen Lagen mehrlagiger Balgkompensatoren
verschweißt sind.
(11) Mediumführende Rohre
Mediumführende Rohre sind die dem Transport flüssiger,
dampf- oder gasförmiger Stoffe dienenden Rohre.
(12) Rohrdurchführungen
Bild 2-2: Stützring
Rohrdurchführungen sind Konstruktionen, die den druckfesten
und technisch gasdichten Durchtritt mediumführender Rohre
(5) Balg durch die Reaktorsicherheitsbehälterwand gestatten.
Ein Balg ist ein Wellrohr, dessen Wellen aufgrund federnder
Eigenschaft axiale, angulare und laterale Bewegungen aus-
zuführen vermögen. Zum Balg zählen nicht Stützringe (siehe Einzelteilgruppe EG 1 Einzelteilgruppe EG 2
Bild 2-2) und Konstruktionen zur Führung der Wellen.
a) Rohre (mediumführende a) Führungsbleche und -
Rohre, Ausblase- und nocken,
Verlängerungsrohre),
b) Anschlußnähte der
b) Rohrbogen, Führungsbleche an die
nicht zum Sicherheit-
c) Endscheiben, seinschluß gehörenden
d) Balgkompressoren, Mauerrohre

e) Stutzen für Prüfan- c) Entlüftungsleitungen


schlüsse, innerhalb der Kamme-
rung.
f) Anschweißnähte an
Bauteile der EG 1,
g) Anschlußnähte der Füh-
Bild 2-3: Balgkompensator rungsbleche an die Re-
aktorsicherheitsbehälter-
stutzen,
(6) Balgkompensator
h) Flansche und
Der Balgkompensator ist ein Bauteil, das aus dem Balg und Flanschverbindungen,
den beiden Anschlußteilen sowie gegebenenfalls den Bautei-
len von geführten Balgkompensatoren besteht (siehe Bild 2- i) Anschweißteile für inte-
3). grale Stützkonstruktio-
nen
(7) Bauteile von Rohrdurchführungen
Bauteile von Rohrdurchführungen sind: Tabelle 2-1: Beispiele für die Zuordnung von Bauteilen zu
EG 1 und EG 2
KTA 3407 Seite 4

Bild 2-4: Bauteile von Rohrdurchführungen

(13) Stützkonstruktionen
a) Integrale Stützkonstruktionen
Integrale Stützkonstruktionen sind Bauteile, die fest mit
der Rohrleitung oder Rohrdurchführung verbunden sind
(z.B. angeschweißt, angeschmiedet, aus dem Vollen ge-
arbeitet) und Unterstützungsfunktion haben (siehe Bild
2-5).

Bild 2-6: Beispiele für Stützkonstruktionen

Bild 2-5: Schematische Darstellung integraler Stützkon-


struktionen

Im einzelnen handelt es sich dabei um die unmittelbar an


die druckführende Wand der Rohrleitung anschließenden
Bereiche, die innerhalb der Abklinglänge "1" liegen (siehe
Bild 2-6). Befindet sich innerhalb der Abklinglänge "l" ein
lösbarer Anschluß, so ist an dieser Stelle die Grenze zwi-
schen der integralen und nichtintegralen Stützkonstruktion
(siehe Bild 2-7). Die Abklinglänge "l" wird für Schalen (z.B.
rohrförmige Stutzen oder Zargen) wie folgt ermittelt: Bild 2-7: Schematische Darstellung nichtintegraler Stütz-
konstruktionen
l = 0,5 ⋅ r ⋅ sN
mit (14) Sicherheitseinschluß
r = mittlerer Radius der Rohrleitung
Der Sicherheitseinschluß ist das System aus Reaktorsicher-
sN = Nennwanddicke der Rohrleitung abzüglich Zu- heitsbehälter und umgebendem Gebäude sowie den Hilfssy-
schläge stemen zur Rückhaltung und Filterung etwaiger Leckagen aus
b) Nichtintegrale Stützkonstruktionen dem Reaktorsicherheitsbehälter.
Nichtintegrale Stützkonstruktionen sind Bauteile, die lös- (15) Zulässiger Betriebsüberdruck
bar mit der Rohrleitung oder Rohrdurchführung verbunden
sind (z.B. geschraubt oder gestiftet) sowie Bauteile mit Der zulässige Betriebsüberdruck für ein Bauteil ist der höch-
Unterstützungsfunktion, die in Bereichen außerhalb der ste Innen- oder Außenüberdruck, der für dieses Bauteil auf-
Abklinglänge "l" angeordnet sind (siehe Bilder 2-5 bis 2- grund des Werkstoffs und der Berechnungsgrundlagen bei
7). der zulässigen Betriebstemperatur bei störungsfreiem Betrieb
zugelassen ist.
KTA 3407 Seite 5

3 Werkstoffe forderungen an die Integrität der Rohrleitung zwi-


schen den Abschlußarmaturen, wenn Kriterium 1
(1) Für Bauteile und Schweißnähte der EG 1 sind in der (siehe Abschnitt 5.3 Absatz 2 a) erfüllt ist.
a) Anforderungsstufe R 1 die Werkstoffe nach KTA 3201.1
und die Schweißzusätze und -hilfsstoffe nach KTA 3201.3, 5) Es ist sicherzustellen, daß ein Bruch oder Leck des
mediumführenden Rohres außerhalb des Bereiches I keine
b) Anforderungsstufe R 2 die Werkstoffe nach KTA 3211.1 Folgeschäden in Bereich I oder des mediumführenden Roh-
und die Schweißzusätze und -hilfsstoffe nach KTA 3211.3, res auf der anderen Seite des Reaktorsicherheitsbehälters
c) Anforderungsstufe R 3 die Werkstoffe, Schweißzusätze verursacht und daß die Funktion der dort befindlichen Gebäu-
und -hilfsstoffe nach Anhang B deabschlußarmatur sichergestellt ist.
zugelassen. Die niedrigste Beanspruchungstemperatur für
(6) Der Lastfall Rohrleitungsbruch stellt für die gesamte
Ferrit zur Berücksichtigung bei der Abnahmeprüfung von
Rohrdurchführung einen Störfall (Schadensfall) dar. Bauteile
Grundwerkstoffen und Schweißzusätzen ist die Druckprüftem-
der Anforderungsstufe R 1 müssen nach Beanspruchungs-
peratur des Reaktorsicherheitsbehälters. Es genügt als niedrig-
stufe D KTA 3201.2, Bauteile der Anforderungsstufen 2 und 3
ste Beanspruchungstemperatur die der Rohrleitung, wenn bei
nach Beanspruchungsstufe D KTA 3211.2 abgesichert wer-
der Druckprüfung des Reaktorsicherheitsbehälters die primären
den.
Membranspannungen im betroffenen Bauteil nur 20% der
Streckgrenze des Werkstoffes ausmachen. Anderenfalls gilt die
niedrigste Temperatur des Reaktorsicherheitsbehälters. 4.2 Bruchannahmen
(2) Für Bauteile und Schweißnähte der EG 2 sind in den (1) Im Bereich III sind diejenigen Bruchannahmen (Lastfall
Anforderungsstufen R 1 bis R 3 Werkstoffe nach Anhang B St 4 und St 5 nach Tabelle 6-1) zu treffen, die der durchzu-
zugelassen. führenden Rohrleitung zugeordnet sind.
(3) Die Festlegungen für Werkstoffe von Balgkompensato- (2) Zeigen die Störfallanalysen, daß bei den oben genann-
ren sind Anhang A, Abschnitt A.2 zu entnehmen. ten Bruchannahmen Auswirkungen auftreten, die durch die
Auslegung der Anlage nicht abgedeckt werden, sind zusätzli-
che Maßnahmen erforderlich. Diese können z.B. verfahren-
4 Auslegung stechnische Maßnahmen, sekundäre Schutzmaßnahmen
oder zusätzliche, absichernde Maßnahmen zum Bruchaus-
4.1 Sicherheitstechnische Anforderungen schluß sein.
(1) Die sicherheitstechnischen und betrieblichen Aufgaben (3) In den Bereichen I, II und III sind bei Einhaltung der
von Rohrdurchführungen betreffen einerseits die Reaktorsi- Anforderungen dieser Regel keine Brüche oder Lecks als
cherheitsbehälterfunktion (Einschluß von Radioaktivität, Lüf- Einzelfehler im Anforderungsfall an den Sicherheitseinschluß
tungsführung), andererseits die Rohrleitungsfunktion (Medi- (Lastfall St 1 nach Tabelle 6-1) zu unterstellen.
umeinschluß). Zur Erfüllung dieser Aufgaben ist die Integrität
der Rohrdurchführungen bei bestimmungsgemäßem Betrieb
sowie bei folgenden Störfällen und Ereignissen nachzuweisen: 4.3 Einstufung der Rohrdurchführungen
a) Druckaufbau im Reaktorsicherheitsbehälter durch Kühl- (1) Das mediumführende Rohr ist grundsätzlich so einzu-
mittelverlust, stufen wie die durchzuführende Rohrleitung. Für durchzufüh-
b) Brüchen von mediumführenden Rohren innerhalb und rende Rohrleitungen, die nicht in KTA geregelt sind, ist An-
außerhalb der Rohrdurchführung nach Abschnitt 4.2, Ab- hang B anzuwenden.
sätze 1 und 2. H i n w e i s:
Bei Rohrdurchführungen ist zwischen nicht gekammerten (einfa-
(2) Überlagerungen mit anderen Belastungen (z.B. Erdbe-
che Barriere) und gekammerten Ausführungen (doppelte Barriere)
ben, oder Ausdehnung des Mediums infolge Erwärmung des zu unterscheiden.
eingeschlossenen Me diums nach einem Kühlmittelverlust-
störfall) sind in Tabelle 6-1 festgelegt. (2) Die Anforderungen an die Integrität des Sicherheitsein-
schlusses gelten als erfüllt, wenn die der nachfolgend aufge-
(3) Für die Ereignisse Explosionsdruckwelle und Flugzeu- führten Einstufung zugeordneten Anforderungen für die Bau-
gabsturz ist für das mediumführende Rohr nur dann ein Inte- teile des Durchführungsabschnitts erfüllt werden. Es gilt:
gritätsnachweis zu führen, wenn die Integrität des Rohrlei-
tungssystems bei diesen Ereignissen erhalten bleiben muß. a) Anforderungstufe R 2, wenn eine Barriere vorhanden ist.
Eine Einstufung in Anforderungsstufe R 3 anstelle von
(4) Entsprechend den oben beschriebenen Anforderungen Anforderungsstufe R 2 ist bei durchzuführenden Rohrlei-
ist die Rohrdurchführung in die nachfolgend genannten Berei- tungen zugelassen, wenn eine Barriere vorhanden ist,
che zu unterteilen (siehe Bild 4-1): Endscheibe und mediumführendes Rohr aus einem Stück
Bereich I: umfaßt Bauteile, die Sicherheitseinschlußfunktion geschmiedet sind, als Werkstoff Austenit oder ein für den
haben (z.B. Anschweißende des Reaktorsicher- Reaktorsicherheitsbehälter zugelassener ferritischer Stahl
heitsbehälterstutzens, Endscheiben, Balgkom- verwendet wird und der Nachweis der Überdimensionie-
pensatoren). Bei innen offenen Systemen wie rung für den Bereich I (Endscheibe/Bereich des Anschlus-
Bauart II (siehe Bild 5-2) gehören hierzu auch ses an das mediumführende Rohr) geführt wird. Dieses ist
Bauteile wie Verlängerungsrohre oder medium- dem Sachverständigen nachzuweisen.
führende Rohre bis zur ersten Abschlußarmatur. Eine Überdimensionierung liegt vor, wenn die Vergleichs-
Bereich II: umfaßt Schutzkonstruktionen für den Bereich I spannung aus primären Spannungen in Beanspruchungs-
und für den Reaktorsicherheitsbehälter (z.B. Aus- stufe A und Beanspruchungsstufe B nur bis zu maximal
blaserohr oder vergleichbare Konstruktionen). 40% der zugelassenen Spannung ausgenutzt wird (dieses
Bereich III: umfaßt Bauteile des mediumführenden Rohres, entspricht einem Sicherheitsfaktor von 2,5).
die bei bestimmungsgemäßem Betrieb aus- b) Anforderungstufe R 3, wenn zwei Barrieren vorhanden sind.
schließlich dem Medieneinschluß dienen. Der
Abschluß des Reaktorsicherheitsbehälters wird (3) Die Einstufung von Bauteilen einer Rohrdurchführung in
nur bei Kühlmittelverluststörfällen und Anstehen Abhängigkeit der durchzuführenden Rohrleitung ist der Ta-
der Notkühlkriterien sicherheitstechnisch rele- belle 4-1 zu entnehmen. Diese Einstufung gilt sinngemäß
vant. Es ergeben sich daraus jedoch keine An- auch für Schweißnähte und integrale Stützkonstruktionen.
KTA 3407 Seite 6

Bild 4-1: Darstellung der Bereiche I, II und III für die Zuordnung der sicherheitstechnischen Anforderungen

Kammerungen sind mit Stutzen zur Durchführung von Dicht-


4.4 Balgkompensatoren heitsprüfungen auszurüsten. Die Stutzen sind an der tiefsten
Festlegungen für die Auslegung von Balgkompensatoren sind Stelle anzuordnen.
Anhang A Abschnitt A 3 zu entnehmen. (4) Bei nicht horizontal liegenden Rohrdurchführungen der
Bauarten I und IV (siehe Bilder 5-1.1, 5-1.2, 5-4.1 und 5-4.2)
sind die Bauteile in der Weise anzuordnen, daß Toträume, in
5 Konstruktion denen sich Korrosionsprodukte sammeln können, vermieden
werden.
5.1 Allgemeines
(5) Bei Rohrdurchführungen der Bauarten III und IV ist der
(1) Rohrdurchführungen sind grundsätzlich mit dem Reak-
Abstand zwischen Reaktorsicherheitsbehälterstutzen und
torsicherheitsbehälterstutzen zu verschweißen. Mit dem Re-
mediumführendem Rohr oder Ausblaserohr so festzulegen,
aktorsicherheitsbehälter verschraubte Rohrdurchführungen
daß es bei Betriebs- oder Störfällen zu keinen unzulässigen
sind unter Beachtung der Dichtheitsanforderungen in Ab-
Belastungen (z.B. durch Anliegen) kommt. Die Anordnung der
stimmung mit dem Sachverständigen zugelassen (siehe Bild
Festpunkte ist so zu wählen, daß keine wesentliche Torsions-
5-1.1). beanspruchung für den Balgkompensator auftritt.
H i n w e i s:
Verlängerungsrohre werden unter anderem eingesetzt, um (6) Es ist eine Liste sämtlicher Rohrdurchführungen zu
Mischverbindungen bei den Anschlußnähten am Reaktorsicher- erstellen und auf dem aktuellen Stand zu halten. Sie muß
heitsbehälter zu vermeiden. folgende Angaben enthalten:
(2) Bei der Konstruktion der Rohrdurchführungen ist zu a) Bauart der Rohrdurchführung,
beachten, daß die Temperatur der durchgeführten Rohrlei- b) Nennweite,
tungssysteme höher sein kann, als die Berechnungstempe- c) durchzuführende Rohrleitung,
ratur der Reaktorsicherheitsbehälterstutzen. Falls erforderlich,
sind entsprechende Dämmungs- und Wärmeableitungsmög- d) Einstufung der durchzuführenden Rohrleitung,
lichkeiten anzusehen, um ein Überschreiten der zulässigen e) Medium,
Temperatur der Reaktorsicherheitsbehälterstutzen zu verhin- f) Werkstoffe des mediumführenden Rohres,
dern.
g) Auslegungsdaten,
(3) Durchführungen, die aufgrund hoher Belastung (Kriteri- h) Bezeichnung des Reaktorsicherheitsbehälterstutzens. Die
um 1, siehe Abschnitt 5.3 Absatz 1 a) nicht mittels einer star- nicht benutzten Reaktorsicherheitsbehälterstutzen sind mit
ren Verbindung an den Reaktorsicherheitsbehälterstutzen aufzuführen.
angeschlossen werden können, sind mittels Balgkompensato-
ren anzuschließen. Die Prüfbarkeit der Balgkompensatoren
auf Dichtheit muß durch entsprechende Einrichtungen (z.B.
Kammerung des Anschlußbereichs) sichergestellt werden.
KTA 3407 Seite 7

Bauteile einer Rohrdurchführung


Durchzuführende mediumfüh- nichtintegrale Stützkon- mediumführendes Rohr angeschweißte End- Balg-
Rohrleitung im rendes Rohr struktion im Durchführungs- scheibe, Ausblase- und kompen-
Anwendungs- außerhalb des abschnitt1) und ange- Verlängerungsrohr sator
bereich von Durchführungs- schmiedete Endscheibe,
abschnittes1) falls vorhanden
Stabtrag- Flächen- nicht ge- gekam-
werke tragwerke kammert mert
KTA 3201 KTA 3201 KTA 3205.1 R1 R2 R32) R32)
KTA 3211 und KTA 3211 mit KTA 3205.2 Anhang B R2 mit Anforderungen R2 R32) R32)
Leck vor Bruch- Zusatzanforde- nach KTA 3211.3 Ab-
kriterium rungen nach schnitt 14
(KTA 3211.3 KTA 3211.3
Abschnitt 14) Abschnitt 14
KTA 3211 KTA 3211 KTA 3205.2 R2 R2 R32)
Regeln der Anhang B KTA 3205.2 R2 R2 R32) R32)
Technik
außerhalb KTA
1) Bei ≤ DN 50 sind die Anforderungen für Kleinabmessungen mit den Sachverständigen abzustimmen.
2) Einstufung von Balg, Ausblaserohr und Endscheibe in Anforderungsstufe R 2, wenn eine einfache Barriere vorhanden ist.
3) Einstufung in Anforderungsstufe R 3, wenn ein Nachweis nach Abschnitt 4.3 (2) geführt werden kann.

Tabelle 4-1: Anforderungen an Bauteile einer Rohrdurchführung in Abhängigkeit von der Einstufung unter Berücksichtigung
von Bild 4-1

5.2 Räumliche Anordnung d) Bauart IV, beidseitig kompensierte Verbindung, gekam-


mert, mit Ausblaserohr (siehe Bilder 5-4.1 und 5-4.2),
(1) Rohrdurchführungen sind in der Weise anzuordnen, daß e) Sonderbauarten (starre Verbindung, nicht gekammert, mit
a) die Durchführungen durch den Reaktorsicherheitsbehälter Ausblaserohr).
räumlich derart voneinander getrennt und so ausgeführt
sind, daß eine Störung an einer Durchführung nicht die (2) Die Bauart der Rohrdurchführung ist durch Verknüpfung
Beschädigung benachbarter Durchführungen zur Folge der Verfahrensschritte nach Bild 5-5 festzulegen.
hat. Die räumiche Anordnung der Rohrdurchführungen a) Verfahrensschritt 1
muß auch den aus der Konzeption der Gesamtanlage re- Es ist zu prüfen, ob die für die Stutzen des Reaktorsicher-
sultierenden Forderungen nach räumlicher Trennung red- heitsbehälters zugelassenen Kräfte und Momente aufgrund
undanter Systeme genügen, der gegenseitigen Beeinflussung von Rohrleitungen und
b) die für Wartungsarbeiten und wiederkehrende Prüfungen Reaktorsicherheitsbehälter bei Betrieb oder Störfällen im
erforderliche Zugänglichkeit sichergestellt ist. Falle starrer Verbindung überschritten sind (Kriterium 1).
b) Verfahrensschritt 2
(2) Zwischen Abschlußarmaturen und Reaktorsicherheits- Es ist zu prüfen, ob bei einem nach Abschnitt 4.2
behälter sind kurze Rohrlängen anzustreben. In diesen Berei- Absätze 1 und 2 zu unterstellenden Versagen des medi-
chen sind Rohrabzweigungen grundsätzlich nicht zugelassen. umführenden Rohres im Bereich III die Integrität des Si-
Ausnahmen (z.B. Entwässerungsstutzen, Prüfanschlüsse) cherheitseinschlusses nicht nachgewiesen werden kann
müssen sicherheitstechnisch begründet werden. (Kriterium 2),
(3) Mehrere mediumführende Rohre dürfen durch einen ba) weil aufgrund einer möglichen Folgewirkung aus dem
Reaktorsicherheitsbehälterstutzen geführt werden (siehe Bild zu unterstellenden Bruch auf der entgegengesetzten
5-1.2). Rohre mit DN größer als 25 müssen grundsätzlich der Seite des Bereiches III die Integrität des Sicherheit-
gleichen Redundanz zugeordnet werden und, falls sie Reak- seinschlusses verletzt ist, oder
torkühlmittel führen, absperrbar sein. Mehrere Rohre mit DN bb) weil die Gegenseite nicht absperrbar ist.
größer als 25 dürfen auch dann durchgeführt werden, wenn c) Verfahrensschritt 3
keine Redundanzanforderungen vorliegen. Es ist zu prüfen, ob bei einem Versagen (siehe Abschnitt
4.2) des mediumführenden Rohres im Bereich III ein Fol-
5.3 Festlegung der Bauarten von Rohrdurchführungen geversagen im Bereich I oder am Reaktorsicherheitsbe-
hälter auftritt Kriterium 3.
(1) Als Rohrdurchführungsbauarten kommen in Frage: d) Verfahrensschritt 4
a) Bauart I, starre Verbindung, nicht gekammert (siehe Bil- Es ist zu prüfen, ob die Rohrdurchführung im Bereich des
der 5-1.1 und 5-1.2), Sumpfwasserstandes zur Reaktorsicherheitsbehälter-
b) Bauart II, starre Verbindung, gekammert (siehe Bild 5-2), Atmosphäre hin offen, keine innenliegende Abschlußar-
c) Bauart III, beidseitig kompensierte Verbindung, gekam- matur vorhanden und ein Versagen des mediumführenden
Rohres nach KTA 3301 Abschnitt [Link] in der Langzeit-
mert, ohne Ausblaserohr (siehe Bild 5-3),
phase nach einem Störfall zu unterstellen ist (Kriterium 4).
KTA 3407 Seite 8

Bild 5-1.1: Beispiele für eine Rohrdurchführung der Bauart I mit einem mediumführenden Rohr und Kennzeichnung der
Anforderungsstufen R 1, R 2 und R 3
KTA 3407 Seite 9

Bild 5-1.2: Beispiel für eine Rohrdurchführung der Bauart I mit mehreren mediumführenden Rohren und Kennzeichnung der
Anforderungsstufen R 1, R 2 und R 3
KTA 3407 Seite 10

Bild 5-2: Beispiel für eine Rohrdurchführung der Bauart II und Kennzeichnung der Anforderungsstufen R 2 und R 3
KTA 3407 Seite 11

Bild 5-3: Beispiel für eine Rohrdurchführung der Bauart III und Kennzeichnung der Anforderungsstufen R 1, R 2 und R 3

Bild 5-4.1: Beispiel für eine Rohrdurchführung der Bauart IV mit separatem Festpunkt und Kennzeichnung der Anforde-
rungsstufen R 1, R 2 und R 3
KTA 3407 Seite 12

Bild 5-4.2: Beispiel für eine Rohrdurchführung der Bauart IV mit integriertem Festpunkt und Kennzeichnung der Anforde-
rungsstufen R l, R 2 und R 3

Bild 5-5: Bestimmung der Bauarten von Rohrdurchführungen


KTA 3407 Seite 13

6.2 Lastfall eingeschlossenes Medium


5.4 Prüfgerechte Gestaltung
(1) Wenn bei Rohrdurchführungen die Arbeitstemperatur
(1) Im Rahmen der konstruktiven Gestaltung von Rohr- kleiner ist als die im Anforderungsfall des Reaktorsicherheits-
durchführungen ist sicherzustellen, daß druckführende und behälters auftretende Temperatur, ist für den Bereich zwi-
dynamisch belastete Schweißnähte erstmalig und wiederkeh- schen den Abschlußarmaturen außerhalb der Abklinglängen
rend zerstörungsfreien Prüfungen unterzogen werden können. nach Bild 6-1 zusätzlich nachzuweisen, daß der Druck be-
Eine Ausnahme bilden Balglängsnähte. Schweißverbindun- grenzt wird, z.B. durch belastungsbedingtes Undichtwerden
gen, die weder für wiederkehrende innere noch wiederkeh- des Dichtsitzes bei Armaturen oder durch ein Ansprechen der
rende zerstörungsfreie Prüfungen zugänglich sind, müssen Gehäusebruchsicherung (Sicherheitsventil) bei Absperrschie-
auf Betriebsnennspannungen kleiner als oder gleich bern. Für die Berechnung sind folgende Belastungen zu
50 N/mm2 begrenzt werden. überlagern:
(2) Gekammerte Rohrdurchführungen müssen wiederkeh- a) Belastungen aus dem mediumführenden Rohr:
renden Dichtheitsprüfungen unterzogen werden können. - Arbeitsdruck
- Eigengewicht
- Druckaufbau infolge Erwärmung des eingeschlosse-
5.5 Dekontaminierbarkeit nen Mediums.
Die äußeren Oberflächen von Rohrdurchführungen müssen b) Belastungen durch den Reaktorsicherheitsbehälter:
dekontaminierbar sein. Bei Bälgen sind Ausnahmen zugelas- - möglicher Überdruck (Arbeitsdruck),
sen. - örtlicher Druckaufbau.
c) Belastungen aus Relativverschiebungen zwischen medi-
5.6 Nichtintegrale Stützkonstruktionen umführendem Rohr und Reaktorsicherheitsbehälter unter
Berücksichtigung behinderter Wärmedehnung.
Für nichtintegrale Stützkonstruktionen sind KTA 3205.1 oder (2) Bezugstemperatur für die Bestimmung der zulässigen
KTA 3205.2 anzuwenden. Spannungen ist die beim Kühlmittelverluststörfall auftretende
Temperatur des mediumführenden Rohres.
5.7 Balgkompensatoren (3) In Bild 6-2 ist die Zuordnung der Beanspruchungsstufen
Festlegungen für die Konstruktion von Balgkompensatoren für die Absicherung der Primärspannungen festgelegt.
sind Anhang A Abschnitt A 4 zu entnehmen.
6.3 Berechnung der nichtintegralen Stützkonstruktionen
Die Berechnung von nichtintegralen Stützkonstruktionen ist
6 Berechnung
durchzuführen für:
6.1 Allgemeines a) Stabtragwerke nach
aa) KTA 3205.1 bei Rohrdurchführungen für Rohrleitun-
(1) Die Festlegungen dieses Abschnitts gelten für die im
gen im Anwendungsbereich von KTA 3201,
Abschnitt 4 definierten Bereiche I, II (Ausblaserohr) und III.
Sie gelten nicht für den Reaktorsicherheitsbehälterstutzen ab) KTA 3205.2 bei Rohrdurchführungen für Rohrleitun-
außerhalb des Bereiches I. gen im Anwendungsbereich von KTA 3211 und Re-
geln der Technik außerhalb KTA.
H i n w e i s:
Die in den Reaktorsicherheitsbehälter eingeschweißten Stutzen
b) Flächentragwerke nach KTA 3211.2 Prüfgruppe A2.
werden nach KTA 3401.2 berechnet. Für die Auswahl der Rohr-
durchführungsbauarten sind Angaben über zugelassene Kräfte
und Momente für die Stutzen auszuweisen. 7 Vorprüfung und Herstellung
(2) Entsprechend der Einstufung nach Tabelle 4-1 ist für die Die für die Vorprüfung , Fertigung, Bau- und Abnahmeprüfung
Berechnung anzuwenden: der Bauteile von Rohrdurchführungen erforderlichen Anforde-
a) KTA 3201.2 für Bauteile von Rohrdurchführungen der rungen sind der Tabelle 7-1 zu entnehmen.
Anforderungsstufe R 1, Bauteile von Rohr- Anforderungsstufe
b) KTA 3211.2 für Bauteile von Rohrdurchführungen der durchführungen R1 R2 R3
Anforderungsstufe R 2,
EG 1 (ohne Balg- KTA 3201.3 KTA 3211.3 Anhang B
c) KTA 3211.2, Prüfgruppe A2 für Bauteile von Rohrdurch-
führungen der Anforderungsstufe R 3. kompensatoren)

(3) Abweichend von den in Absatz 2 genannten KTA-Regeln EG 2 Anhang B Anhang B Anhang B
ist für die Abgrenzung des Bereichs I der Rohrdurchführung Integrale Stützkon- KTA 3201.3 KTA 3211.3 Anhang B
Bild 6-1 anzuwenden. Diese Abgrenzung gilt nicht für die struktionen
Einstufung von Bauteilen und Schweißnähten (siehe auch
Abschnitt 4.3). Nichtintegrale Stütz-
konstruktionen
(4) Unabhängig von der Einstufung der Bauteile und
Schweißnähte in die Anforderungsstufen R 1 bis R 3 sind für Stabtragwerke KTA 3205.1 KTA 3205.2 KTA 3205.2
die Überlagerung von Belastungen und die Einstufung in Flächentrag- Anhang B Anhang B Anhang B
Beanspruchungsstufen die Festlegungen nach Tabelle 6-1 werke
anzuwenden.
Balgkompensa- 1) Anhang A Anhang A
(5) Als einziger Lastfall für den Bereich II ist Bruch oder toren
Leck des entsprechenden mediumführenden Rohres zu be- 1) Einstufung in Anforderungsstufe R 1 nicht vorgesehen
trachten.
(siehe Tabelle 4-1).
(6) Festlegungen für die Berechnung von Balgkompensato-
ren sind Anhang A Abschnitt A 5 zu entnehmen. Tabelle 7-1: Anforderungen an die Vorprüfung und Herstel-
lung der Bauteile von Rohrdurchführungen
KTA 3407 Seite 14

Tabelle 6-1: Prinzipielle Überlagerung von Belastungen und deren Einstufung in Beanspruchungsstufen für den Berech-
nungsbereich nach Bild 6-1.
KTA 3407 Seite 15

Ermittlung der Abklinglängen Benennung:


lm = 0,5 ra ⋅ sNm sN : Nennwanddicke (abzügl. ls : Abklinglänge RSB-Stutzen
Zuschläge) la : Abklinglänge Ausblaserohr
ls = 0,5 ra ⋅ sNs sNm : Nennwanddicke mediumfüh- rm : Mittlerer Radius mediumführendes
rendes Rohr Rohr
la = 0,5 ra ⋅ sNa sNs : Nennwanddicke RSB-Stutzen rs : Mittlerer Radius RSB-Stutzen
sNa : Nennwanddicke Ausblaserohr
lm : Abklinglänge mediumführen- ra : Mittlerer Radius Ausblaserohr
des Rohr

Bild 6-1: Abgrenzung des Bereiches I der Rohrdurchführung im Sinne der Berechnung nach Abschnitt 4.1
KTA 3407 Seite 16

Bild 6-2: Konstruktive Vorgaben und Festlegungen der Beanspruchungsstufen von Rohrdurchführungen zur Beherr-
schung des Lastfalls "eingeschlossenes Medium" bei Verwendung der Beanspruchungsstufen C oder D im me-
diumführenden Rohr
KTA 3407 Seite 17

9.2 Prüfungen nach der Montage


(2) Bei der Festlegung der Prüfumfänge und Prüfanforde-
rungen für die Verfahrens- und Arbeitsprüfungen ist die nied- 9.2.1 Bauausführung
rigste Beanspruchungstemperatur bei der Druckprüfung des
Reaktorsicherheitsbehälters zu berücksichtigen. Es genügt Die Überprüfung der Bauausführung hat durch den Sachver-
als niedrigste Beanspruchungstemperatur die der Rohrleitung, ständigen zu erfolgen und umfaßt die
wenn bei der Druckprüfung des Reaktorsicherheitsbehälters a) Prüfung auf sachgemäßen Einbau der Rohrdurchführun-
die primären Membranspannungen im betroffenen Bauteil nur gen anhand der Vorprüfunterlagen,
20% der Streckgrenze des Werkstoffes ausmachen. Ande- b) Kontrolle der Balgoberflächen,
renfalls gilt die niedrigste Temperatur des Reaktorsicherheits-
behälters. c) Kontrolle des Korrosionsschutzanstrichs,
d) Kontrolle der Sauberkeit.

8 Transport und Lagerung 9.2.2 Druck und Dichtheitsprüfungen


8.1 Transport (1) Die Bauteile der Rohrdurchführungen sind im Rahmen
(1) Balgkomopensatoren sind beim Hersteller so zu verpak- der Druck- und Dichtheitsprüfung des Reaktorsicherheitsbe-
ken, daß Verunreinigungen auszuschließen sind. Für den hälters nach KTA 3401.3 zu prüfen.
Transport müssen die Kompensatoren gegen Schläge, Stöße (2) Bei gekammerten Rohrdurchführungen ist die Kamme-
und Verformungen gesichert sein. rung vor der Druckprüfung des Reaktorsicherheitsbehälters
(2) Bei Bauteilen mit Korrosionsschutzanstrich ist darauf zu a) einer Gasdruckprüfung mit dem 1,1-fachen des zulässigen
achten, daß keine Beschädigungen des Anstrichs auftreten Betriebsüberdrucks des Balgkompensators,
können. b) einer Dichtheitsprüfung zu unterziehen.
(3) Austenitische Bauteile von Rohrdurchführungen sind so (3) Zugelassen ist eine Leckrate von bis zu 10-3 hPa x l x s-
zu transportieren, daß eine Verunreinigung durch Ferrite und 1. Als Prüfverfahren dürfen z.B. Tests mit schaumbildendem
eine Beschädigung der Passivschicht der 0berfläche vermie-
Mittel, Unterdruck-Zeitprüfung, Überdruck-Zeitprüfung, Stick-
den wird.
stoff oder Heliumlecktest angewendet werden.
(4) Sind Schweißnähte des mediumführenden Rohres im
8.2 Lagerung
Durchführungsabschnitt bei der erstmaligen Systemdruck-
Bauteile von Rohrdurchführungen sind so zu lagern, daß sich prüfung unzugänglich, so ist eine separate Teildruckprüfung,
der für den Verwendungszweck hergestellte 0berflächenzu- die eine Besichtigung der verdeckten Schweißnähte ermög-
stand nicht verändert. Bei Lieferungen ist im Rahmen der Ein- licht, durchzuführen.
gangskontrolle der vorgeschriebene Zustand zu kontrollieren.

10 Dokumentation
9 Montage
Die für die Dokumentation erforderlichen Angaben sind zu
9.1 Allgemeines entnehmen:
a) KTA 3201.3 für Bauteile der Rohrdurchführungen der
(1) Bei Balgkompensatoren sind Druckbeaufschlagung und
Anforderungsstufe R 1,
Bewegungsrichtung sowie Vorspannung zu beachten und der
für die Bauphase erforderliche Schutz vor Beschädigung b) KTA 3211.3 für Bauteile der Rohrdurchführungen der
vorzusehen. Anforderungsstufe R 2,
c) Anhang B für Bauteile der Rohrdurchführungen der Anfor-
(2) Dämmungen von mediumführenden Rohren dürfen die
derungsstufe R 3.
freie Beweglichkeit des Balgs nicht beeinträchtigen.
(3) Fertigung und Prüfung von Montagenähten sind nach
den in Abschnitt 7 aufgeführten Anforderungen auszuführen. 11 Wiederkehrende Prüfungen
Wiederkehrende Prüfungen sind nach KTA 3401.4 durchzu-
führen.
KTA 3407 Seite 18

Anhang A

Balgkompensatoren

Inhalt

A1 Anwendungsbereich A6 Vorprüfung

A2 Werkstoffe A7 Fertigung
A 2.1 Bälge A 7.1 Anforderungen an den Hersteller
A 2.2 Anschluß-, Bau- und Kleinteile A 7.2 Schweißungen
A 2.3 Schweißzusätze A 7.3 Verfahrensprüfungen
A 7.4 Arbeitsprüfungen
A3 Auslegung A 7.5 Umformen
A 7.6 Kennzeichnung und deren Erhaltung
A4 Konstruktion A 7.7 Reinigung und Oberflächenschutz
A 4.1 Bälge
A 4.2 Anschlußteile A8 Prüfungen
A 4.3 Balgkompensatoren A 8.1 Allgemeines
A 8.2 Durchstrahlungsprüfung
A5 Berechnung A 8.3 Oberflächenrißprüfung
A 5.1 Allgemeines A 8.4 Besichtigung und Maßprüfung
A 5.2 Festigkeitsnachweis von einlagigen Bälgen A 8.5 Werkstoffprüfung
A 5.3 Festigkeitsnachweis von mehrlagigen Bälgen A 8.6 Druckprüfung
A 5.4 Festigkeitsnachweis von Anschluß-, Bau- und A 8.7 Dichtheitsprüfung
Kleinteilen

A 1 Anwendungsbereich a) von KTA 3211.1 für die Anforderungsstufe R 2,


b) von Anhang B für die Anforderungsstufe R 3.
Dieser Anhang ist anzuwenden auf Balgkompensatoren von
Rohrdurchführungen durch den Reaktorsicherheitsbehälter.
A 2.3 Schweißzusätze
Für die Fertigung von Balgkompensatoren sind
A 2 Werkstoffe
a) nach KTA 1408.1 eignungsgeprüfte und nach KTA 1408.2
A 2.1 Bälge hergestellte Schweißzusätze und -hilfsstoffe für die Anfor-
derungsstufe R 2 und
A 2.1.1 Werkstoffauswahl
b) nach VdTÜV-Merkblatt Schweißtechnik 1153 eignungsge-
Es sind austenitische Stähle im lösungsgeglühten Zustand prüfte Schweißzusätze und -hilfsstoffe für die Anforde-
der Werkstoffnummern 1.4541, 1.4550 (nicht für Bänder) und rungsstufe R 3 zu verwenden.
1.4571 zu verwenden. Andere Werkstoffe bedürfen der Zu-
stimmung des Sachverständigen.
A 3 Auslegung
A 2.1.2 Werkstoffanforderungen (1) Bei der Spannungs- und Ermüdungsanalyse von Bälgen
Es gelten die Werte aus DIN 17 441. sind folgende Belastungen zu berücksichtigen:
a) Auslegungsdruck des Reaktorsicherheitsbehälters,
b) Auslegungstemperatur des Reaktorsicherheitsbehälters,
A 2.1.3 Werkstoffprüfungen und Nachweise
c) die zwischen dem Stutzen des Reaktorsicherheitsbehäl-
Für Werkstoffprüfungen und Nachweise ist das AD-Merkblatt ters und dem mediumführenden Rohr oder Doppelohr ent-
W2 anzuwenden. stehenden Relativbewegungen.
(2) Der bei gekammerten Rohrdurchführungen in der Kam-
A 2.1.4 Anforderungen an Hersteller mer mögliche Druck und die Temperatur (z.B. bei Leckage
des mediumführenden Rohres) sind zu berücksichtigen.
Für die Anforderungen an Hersteller gilt das AD-Merkblatt
W0, Abschnitt 2. (3) Für die Einstufung der Balgkompensatoren gilt Tabelle
4-1.
A 2.2 Anschluß-, Bau- und Kleinteile
Für die Werkstoffauswahl und die Abnahme der Erzeugnis-
formen gelten die Anforderungen:
KTA 3407 Seite 19

A4 Konstruktion A 4.2 Anschlußteile


A 4.1 Bälge A 4.2.1 Ausführungsformen
(1) Ein- und mehrlagige Bälge (nicht mehr als 5 Lagen) Die in Bild A 4-1 dargestellten Ausführungsformen sind für
dürfen eingesetzt werden. den Anschluß des Balgs zum Anschlußteil des Balgkompen-
sators zugelassen.
(2) Viellagige Bälge (mehr als 5 Lagen) sind wegen der mit
der Lagenzahl zunehmenden Auslegungsunsicherheiten und
Beschädiungs gefahr grundsätzlich nicht zugelassen. Aus-
nahmen bedürfen der Zustimmung des Sachverständigen. A 4.2.2 Toleranzen

(3) Für kaltgerollte oder mehrlagige Bälge ist für das Ermü- (1) Es sind folgende Toleranzen einzuhalten:
dungsverhalten ein Nachweis im Einzelfall zu führen (siehe a) nach DIN 2462 Teil 1 für nahtlose Rohre aus austeniti-
Abschnitt A 5.3). Der Nachweis darf entfallen, wenn der kalt- schen Werkstoffen,
gerollte Balg einer anschließenden Wärmebehandlung (Lö- b) nach DIN 2463 Teil 1 für längsnahtgeschweißte Rohre aus
sungsglühen) unterzogen wird. austenitischen Werkstoffen,
(4) Bei Kehlnähten und einglassenen Stumpfnähten sind c) nach DIN 17 175 oder DIN 1630 für nahtlose Rohre aus
Wechselplastifizierungen im Kerbgrund zu vermeiden. Dies ferritischen Werkstoffen,
kann z.B. durch einen Stützring erreicht werden. d) nach DIN 1626 für längsnahtgeschweißte Rohre aus ferri-
(5) Bei mehrlagigen Bälgen ist durch Anordnung von Dicht- tischen Werkstoffen,
und Stützlagen sicherzustellen, daß sich infolge einer Un- e) nach DIN 7168 Teil 1 und Teil 2, Freimaßtoleranz "mittel"
dichtheit kein Druck zwischen den einzelnen Lagen aufbauen als Mindestanforderung für Längen- und Winkelmaße an
kann. mechanisch bearbeiteten Bauteilen.
(6) Eine Berührung der Balgflanken ist grundsätzlich nicht (2) Für den Kantenversatz gelten die Festlegungen von KTA
zugelassen. Ausnahmen sind im Einzelfall nachzuweisen. 3211.3.

A 4.3 Balgkompensatoren
A 4.3.1 Balganschluß
Bälge sind nach Bild A 4-1 mit den Anschlußteilen zu verbin-
den. Die Toleranzen der Zusammenbaumaße sind so eng wie
möglich zu halten. Die konstruktiven Randbedingungen sind
so zu gestalten, daß die Schweißverbindungen zerstörungs-
frei prüfbar sind. Mischverbindungen sind für die Ausfüh-
rungsformen 1, 2 und 3 (siehe Bild A 4-1) nicht zugelassen.

A 4.3.2 Korrosionsschutz
Korrosivem Angriff ist durch die Wahl geeigneter Werkstoffe
entgegenzuwirken. Ein Korrosionszuschlag zur Wanddicke ist
nicht zugelassen. Bei Kehlnähten und eingelassenen Stumpf-
nähten ist die Möglichkeit entstehender Spaltkorrosion zu
beachten.

A 4.3.3 Anschweißungen
Für Anschweißnähte, die der Verbindung von Anschlußteilen
mit Bauteilen zur Führung von Balgkompensatoren dienen,
sind auch Kehlnähte zugelassen. Diese sind mit einem a-Maß
von 3 mm bis zu einem a-Maß von 0,7 x kleinster Wanddicke
auszuführen (siehe Bild A 4-2).

A 4.3.4 Kantenversatz
Der zugelassene Kantenversatz e (siehe Bild A 4-3) für die
Balglängsnaht sowie Balganschlußnaht Bild A 4-1, Ausfüh-
rungsform 1) darf höchstens 0,1 x Balgwanddicke sein.
Bild A 4-1: Prinzipielle Ausführungsformen für Balgan-
schlüsse
A 5 Berechnung
(7) Zuschläge zur rechnerischen Wanddicke sind nicht A 5.1 Allgemeines
zugelassen.
(1) Bälge werden durch Innen- und Außendruck sowie
(8) Es ist sicherzustellen, daß Bälge bei Transport und Zwangsverformung (Axialverschiebung und Biegung) bean-
Montage nicht beschädigt werden. sprucht und unterliegen im Betrieb einer Wechselbeanspru-
chung. Wesentliche Torsionsbeanspruchung ist grundsätzlich
nicht zugelassen. Gegebenenfalls sind Abhilfemaßnahmen
(z.B. durch Rohrleitungsfestpunkte) zu treffen oder Nachweise
im Einzelfall zu führen.
KTA 3407 Seite 20

aa) Auslegung: Svp = Sum = 1,5


ab) Druckprüfung: Svp = Sum = 1,1
b) Für jeden Balgkompensator ist der Nachweis ausreichen-
der Bemessung gegen Beulen und Knicken zu erbringen
(z.B. anhand durchzuführender oder bereits durchgeführ-
ter Versuche an vergleichbaren Balgkompensatoren),
c) Bei Berechnungen veränderliche Beanspruchung beträgt
die Lastspielsicherheit gegen Leckage SL = 5.

A 5.3 Festigkeitsnachweis von mehrlagigen Bälgen


(1) Für mehrlagige Bälge darf Abschnitt A 5.2 analog ver-
Bild A 4-2: Anschweißung wendet werden, wobei das unterschiedliche Widerstandsmo-
ment und die gegenseitige Verformungsbehinderung zu be-
rücksichtigen sind. Erforderlichenfalls sind die Stützwerte mit
Hilfe geeigneter numerischer Verfahren zu ermitteln.
(2) Zur Berücksichtigung von Verformungsbehinderung und
Reibung zwischen den einzelnen Lagen ist eine Lastspielsi-
cherheit SL= 20 zu wählen.
(3) Beim Nachweis im Einzelfall genügt eine Lastspielsi-
cherheit SL = 5 bezogen auf die der Lastspielzahl 1, die bei
95% der Versuche erreicht wird. Dabei sind mindestens 20
Bild A 4-3: Kantenversatz Einzelversuche an repräsentativen Balgkompensatoren erfor-
derlich. Insbesondere zu berücksichtigen sind :
(2) Die für die Berechnung der einzelnen Wellen des Balges a) Bersten,
notwendigen Verformungen als Eingangsgrößen für den Fe- b) nicht zugelassene Verformung,
stigkeitsnachweis sind mit geeigneten Verfahren zu ermitteln. c) Instabilität,
Im elastischen Bereich darf bei der Umrechnung von latera-
d) Ermüdung.
lem Versatz in Biegewinkel dieser analog zum Biegebalken-
modell nach Gleichung A 1 bestimmt werden. Hierin bedeuten (4) Bei den restlichen 5% darf SL = 2 nicht unterschritten
(siehe Bild A 5-1): werden.
W Laterale Verschiebung
B Balgbaulänge
L Balgmittenabstand 5.4 Festigkeitsnachweis von Anschluß-, Bau- und Klein-
x vorgegebene axiale Stauchung teilen
n Anzahl der Wellen je Balg Für die Berechnung gelten die Anforderungen nach KTA
α maximal auftretender Biegewinkel der ersten Balgwelle 3211.2.
bei Lateralbewegung in Grad. Dieser ist in Gleichung 5 des
AD-Merkblattes B 13 einzusetzen.
B A 6 Vorprüfung
180 ⋅ W ⋅ ç1 + ÷
L Zur Vorprüfung des Balges sind dem Sachverständigen fol-
α= (A 1)
x ö é 1 æ Bö
2 gende Unterlagen einzureichen:
æ
π ⋅ ç L − ÷ ⋅ ê1 + ç ÷ ú ⋅ n
è 2 ëê 3 è L ú a) Deckblatt,
b) Auslegungsblatt für Balgkompensatoren,
c) Konstruktionszeichnung,
d) Prüffolgeplan (soweit nicht ein bereits vom Sachverständi-
gen geprüfter standardisierter Prüffolgeplan verwendet
wird),
e) Schweißplan (Bei vollmechanisierten Schweißverfahren
nach DIN 1910 Teil 1 ohne Schweißzusatz ist anstelle ei-
nes Schweißplans das anzuwendende Verfahren in der
Zeichnung anzugeben. Sofern Schweißzusätze verwendet
werden, ist ein Schweißplan zu erstellen),
f) Berechnung.
(2) Für alle übrigen Teile des Balgkompensators sind die
Anforderungen aus KTA 3211.3 einzuhalten.
Bild A 5-1: Biegebalkenmodell
A 7 Fertigung
A 5.2 Festigkeitsnachweis von einlagigen Bälgen A 7.1 Anforderungen an den Hersteller
Der Festigkeitsnachweis für inneren und äußeren Überdruck Der Hersteller von Balgkompensatoren (einschließlich der
von einlagigen Bälgen hat nach AD-Merkblatt B 13 zu erfol- Balghersteller) muß nach AD-Merkblatt HPO zugelassen sein.
gen. Abweichend hiervon gelten folgende Festlegungen: Die Fertigung hat nach vorgeprüften Unterlagen zu erfolgen.
a) Sicherheitsbeiwerte für die
KTA 3407 Seite 21

A 7.2 Schweißungen grafischen Aufnahmen sind im allgemeinen in 200-


facher Vergrößerung herzustellen (falls notwendig,
(1) Für die schweißtechnische Gestaltung, Schweißnaht- auch andere Vergrößerungen),
ausführung sowie die Wahl der Schweißverfahren und - zu-
ag) Bei austenitischen Schweißverbindungen sind
sätze für Anschluß-, Bau und Kleinteile gilt KTA 3211.3.
Grundwerkstoff, Wärmeeinflußzone und Schweißgut
(2) Für Bälge gilt: auf Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion
a) Die Oberfläche der Schweißnähte von Bälgen ist im all- nach DIN 50 914 zu prüfen,
gemeinen unbearbeitet. Die Oberflächenbeschaffenheit ah) Chemische Zusammensetzung des reinen Schweiß-
muß die Durchführung der zerstörungsfreien Prüfung ge- guts bei Verwendung von Schweißzusätzen.
statten. b) Klammernaht und Rundnaht zwischen Balg und An-
b) Bei Balglängsnähten darf die Schweißnahtdicke die Ist- schweißende. Die Verfahrensprüfung für die Klammernaht
wanddicke des Bleches nicht unterschreiten. ist dem Fertigungsablauf anzupassen. Es ist eine umlau-
fende Naht zu schweißen. Folgende Prüfungen sind
c) Für alle weiteren Nähte sind vereinzelte, örtliche Unter-
durchzuführen:
schreitungen der Nahtdicke zugelassen, wenn die rechne-
rischen Nahtdicken nicht unterschritten werden und die ba) Farbeindringprüfung nach AD-Merkblatt HP 5/3,
Prüfbarkeit nicht beeinträchtigt wird. bb) Röntgenprüfung (nur für Rundnaht Balg-
Anschweißende),
bc) Je Prüfstück sind ein Makro- und ein Mikroschliff zu
A 7.3 Verfahrensprüfungen entnehmen. Folgende Untersuchungen sind durch-
(1) Für die zu verschweißenden Werkstoffe und Werkstoff- zuführen:
kombinationen sowie die angewandten Schweißverfahren - Makroschliff (fotografische Übersichtsaufnahme),
sind dem Sachverständigen vor Beginn der Fertigung gültige - Mikroschliff (fotografische Aufnahmen mit allge-
Verfahrensprüfungen nach KTA 3211.3 nachzuweisen. meiner 200facher Vergrößerung, falls notwendig,
(2) In Abweichung von KTA 3211.3 sind an Längsnähten auch andere Vergrößerungen),
am nahtverformten Balgzylinder sowie für Balgrund- und bd) Bei austenitischen Schweißverbindungen sind Grund-
Klammernähte folgende Prüfungen durchzuführen und dem werkstoff, Wärmeeinflußzone und Schweißgut auf Be-
Sachverständigen nachzuweisen: ständigkeit gegen interkristalline Korrosion nach DIN
50 914 zu prüfen.
a) Längsnaht am nichtverformten Balgzylinder
aa) Farbeindringprüfung nach AD-Merkblatt HP 5/3 ab ei-
ner Wanddicke von 1 mm, A.7.4 Arbeitsprüfungen
ab) 2 Zugversuche an Flachzugproben aus der Schweiß-
(1) Im Zuge der Schweißung von Balglängsnähten ist für
verbindung nach DIN 50 120 bei Raumtemperatur, je-
jedes eingesetzte Schweißverfahren und bei Änderung der
doch mit einer Versuchslänge Lc = Schweißnahtbreite
Fertigungsgegebenheiten (z.B. Änderung der Maschinenein-
plus 2 x 40 mm. Zu bestimmen sind Zugfestigkeit Rm, stellung, Einsatz eines neuen Bandes, Fertigungsunterbre-
und Bruchlage, chung) ein Prüfstück zu schweißen. Dieses Prüfstück ist auf
ac) Je 2 Biegeversuche nach DIN 50 121 mit je Wurzel- das Verformungsverhalten der Balglängsnaht mit einem ge-
und Decklage auf der Zugseite bei einer Wanddicke eigneten Verfahren (z.B. Tiefungsversuch, Aufweitprobe), das
von 5 mm und mehr. Zu bestimmen sind Biegedeh- im Rahmen der Zulassung qualifiziert und mit dem Sachver-
nung und Biegewinkel, Auf der Zugseite soll nach Ab- ständigen abgestimmt ist, zu prüfen.
arbeiten der Schweißnahtüberhöhung die ursprüngli- H i n w e i s:
che 0berfläche der Probe erhalten bleiben. Bei dün- Als "Fertigungsunterbrechung" gelten nicht
nen Blechen darf das Abarbeiten entfallen. Für Biege- a) das Einlegen neuer Hülsen zum Scheißen von Balgzylindern.
proben gelten folgende Anforderungen: Der Dorn- b) reguläre Arbeitspausen innerhalb der Schicht.
durchmesser beträgt 2 x Probendicke. Der Biegewin- c) Schichtwechsel.
kel 180 gilt als erfüllt, wenn die Biegeprobe nach DIN
50 121 durchgeführt und ohne Anriß durch die Aufla- (2) Je Lieferlos ist eine Arbeitsprüfung durchzuführen. Die
ger gedrückt wurde. Wird ein Biegewinkel unter 180 Prüfungen sind entsprechend Abschnitt A 7.3 durchzuführen,
bis 90 erreicht, muß die Biegedehnung (Lo = wobei für die Prüfungen nach Absatz 2 Aufzählungen ab, ac
und ae nur ein Versuch erforderlich ist.
Schweißnahtbreite + Wanddicke, symmetrisch zur
Naht) der Bruchdehnung A5, des Grundwerkstoffs bei
kurzem Proportionalstab entsprechen. Wird ein Bie- A 7.5 Umformen
gewinkel unter 90 erreicht, muß die Biegedehnung
über die Schweißnahtbreite mehr als 30% erreichen A 7.5.1 Verfahrensprüfung für das Umformen
sowie ein fehlerfreies Bruchaussehen zeigen. Bei (1) Bei Warm- und Kaltumformung sind Werkstoff- und DIN-
nicht artgleich geschweißten Stählen (z.B. X 8 Ni 9) Normen, Stahl-Eisen- und VdTÜV- Werkstoffprüfblätter sowie
können abweichende Werte mit dem Sachverständi- ADMerkblatt HP 7/1 zu berücksichtigen.
gen vereinbart werden,
ad) 1 Zugversuch an einer Flachzugprobe nach DIN 50 (2) Die Umformverfahrensprüfung ist auf das angewendete
125 längs zur Schweißnaht (Schweißnaht in Proben- Umformverfahren, die Erzeugnisform, den Wanddickenbe-
mitte) bei Raumtemperatur. Zu bestimmen sind: Pro- reich und Wärmebehandlungszustand abzustimmen. Bei
portionalitätsgrenze Rp, Zugfestigkeit Rm, und Bruch- kaltumgeformten Bälgen ist die erforderliche Kalibrierung der
dehnung bei kurzem Proportionalstab A5, Bälge in die Umformverfahrensprüfung mit einzubeziehen.
Die Umformverfahrensprüfung ist in Anwesenheit des Sach-
ae) 3 Tiefungsversuche nach DIN 50 101 Teil 1 oder Teil verständigen durchzuführen. Folgende Prüfungen sind durch-
2 mit Schweißnaht in Probenmitte (bei einer Wand- zuführen:
dicke unter 3 mm) zwecks Ermittlung der Verfor-
a) Ermittlung der mechanisch-technologischen Eigenschaf-
mungsfähigkeit der Schweißverbindung. Der ermittelte
ten und Farbeindringprüfung des Ausgangsblechs. (Die-
Wert der Tiefung soll im Bereich des Grundwerkstoffs
ses ist nicht erforderlich, wenn die Werte und Prüfergeb-
liegen,
nisse dem Abnahmezeugnis für dieses Ausgangsblech
af) je Prüfstück ist ein Mikroschliff aus der Schweißnaht entnommen werden können),
an einem Tiefungsversuch zu entnehmen. Die foto-
KTA 3407 Seite 22

b) Ermittlung des maximalen Umformgrades, a) Prüfumgang für Bälge 100%:


c) Farbeindringprüfung des verformten Prüfstückes, soweit aa) Balglängsnähte im unverformten Zustand,
möglich. Anzeigen sind nicht zugelassen ab) Balganschlußnähte bei Stumpfnähten (Bild A 4-1
d) Überprüfung der Maßhaltigkeit, Ausführungsform 1),
e) Prüfung der mechanisch-technologischen Eigenschaften b) Anforderungen: AD-Merkblatt HP 5/3 Bildgüteklasse I
nach dem Umformen, besonders an Stellen des maxima- nach DIN 54 109 Teil 3.
len Umformgrades und der Balglängsnaht. (2) Die Filme sind dem Sachverständigen zur Beurteilung
(3) Über die Verfahrensprüfung für das Umformen ist ein vorzulegen.
Bericht anzufertigen, der alle verfahrenstechnischen Details,
die Prüfergebnisse und die Abgrenzung des Geltungsberei-
ches enthält, und zu dem der Sachverständige innerhalb von A 8.3 Oberflächenrißprüfungen
sechs Wochen schriftlich Stellung nimmt. Die Gültigkeitsdau- An jedem Balg ist eine Oberflächenrißprüfung nach AD-
er der Umformverfahrensprüfung beträgt zwei Jahre und ver- Merkblatt HP 5/3 im Beisein des Sachverständigen durchzu-
längert sich automatisch durch Arbeiten im Geltungsbereich führen.
um jeweils zwei weitere Jahre. a) Prüfumfang:
aa) Balgnähte nach dem Umformen, soweit zugänglich,
A 7.5.2 Wärmebehandlung nach dem Umformen ab) Balganschlußnähte 100% Bei Balgkompensatoren mit
Stumpfnahtanschluß (Bild A 4-1 Ausführungsform 1)
Eine Wärmebehandlung der Bälge nach dem Kaltumformen
bis zu DN 300 ist die Prüfung von außen, mit
ist nicht erforderlich, wenn die Verfahrensprüfung für das
Stumpfnahtanschluß größer als DN 300 ist die Prü-
Umformen gezeigt hat, daß auf die Wärmebehandlung ver-
fung von außen und innen durchzuführen
zichtet werden kann. Warmumgeformte Bälge sind einer
Lösungsglühung zu unterziehen. ac) sonstige Nähte nach Abschnitt A 4.3.3 100%.
b) Anforderungen: Bei Längs- und Rundnähten sind keine
Anzeigen zugelassen. Sonstige Nähte nach Abschnitt A
A 7.6 Kennzeichnung und deren Erhaltung 4.3.3 sind nach AD-Merkblatt 5/3 zu bewerten.
Nach Abschluß aller Prüfungen nach Abschnitt A 8 und der
durchgeführten Endbesichtigung hat der Sachverständige die A 8.4 Besichtigung und Maßprüfung
Kennzeichnung eines jeden Balgkompensators zu überprü-
fen. Diese muß enthalten: Es sind vom Hersteller zu prüfen:
a) Auslegungsdruck, a) die Maßhaltigkeit der Bälge und die Anzahl der Balgwellen,
b) Druckbeaufschlagungsrichtung, b) die Balgoberflächen auf Beschädigung,
c) Auslegungstemperatur, c) die Sauberkeit nach DIN 25 410.
d) Baujahr,
e) Fabriknummer, A 8.5 Werkstoffprüfung
f) Name oder Kennzeichen des Herstellers, (1) Bei warmumgeformten Bälgen mit anschließder Lö-
g) Prüfstempel des Sachverständigen. sungsglühung sind je Schmelze und Endwärme behand-
lungslos zu prüfen und dem Sachverständigen nachzuweisen:
A 7.7 Reinigung und Oberflächenschutz a) 1 Zugversuch nach DIN 50 145 (Bescheinigung nacch DlN
50 049 - 3.1C),
A 7.7.1 Austenitische Werkstoffe b) 1 Prüfung auf IK-Beständigkeit nach DIN 50 914 (Be-
(1) Anlauffarben an Schweißnähten sind zugelassen, wenn scheinigung nach DIN 50 049 - 3.18).
sie den Festlegungen nach DIN 25 410 entsprechen. (2) Die Probenahme erfolgt aus der Überlänge eines Bal-
(2) Die Balgkompensatoren sind zu reinigen und auf Freiheit ges, die nach Rückverformung geglüht ist, oder aus den der
von Fetten, Ölen und Reinigungsrückständen zu kontrollieren. Glühung beigefügten unverformten Probestücken.
Warmumgeformte Bälge sind mit Strahlmitteln, die für
austenitische Werkstoffe geeignet sind, zu entzundern. Die A 8.6 Druckprüfung
Sauberkeitsstufe 2 nach DIN 25 410 ist einzuhalten.
Die Balgkompensatoren sind beim Hersteller im Beisein des
Sachverständigen einer Wasserdruckprüfung mit dem
A 7.7.2 Ferritische Werkstoffe 1,3fachen ihres Auslegungsdruckes zu unterziehen. Bei au-
Ferritische Bauteile von Balgkompensatoren sind zu reinigen ßendruckbeanspruchten Balgkompensatoren ist eine Außen-
und auf Fette, Öle und Reinigungsrückstände zu kontrollieren. druckprüfung mit dem 1,5fachen des Auslegungsdrucks des
Der Oberflächenschutz darf die Durchführbarkeit wiederkeh- Reaktorsicherheitsbehälters durchzuführen. Die Druckprüfung
render Prüfungen nicht unzulässig beeinträchtigen. ist bei der für den bestimmungsgemäßen Betrieb zu fordern-
den maximalen Auslenkung des Balgkompensators auszufüh-
ren. Dabei darf die laterale Auslenkung durch entsprechende
axiale Auslenkung berücksichtigt werden.
A8 Prüfungen
A 8.1 Allgemeines
A 8.7 Dichtheitsprüfung
Für Bauprüfungen an Balgkompensatoren gelten die Anforde-
Nach der Druckprüfung ist der Balgkompensator vollständig
rungen aus KTA 3211.3. Abweichend hiervon gelten für die
zu trocknen und erneut auf Sauberkeit zu überprüfen. An-
Prüfung von Bälgen die Abschnitte A 8.2 bis A 8.5, für
schließend ist die Gasdichtheit beim Hersteller im Beisein des
Balgkompensatoren die Abschnitte A 8.6 und A 8.7.
Sachverständigen nachzuweisen. Zugelassen ist eine Leck-
rate von bis zu 10-3 hPa x l x s-1. Als Prüfverfahren dürfen
A 8.2 Durchstrahlungsprüfung Tests mit schaumbildendem Mittel, Stickstoff oder Helium-
lecktest angewendet werden.
(1) An jedem Balg ist eine Durchstrahlungsprüfung nach
DIN 54 111 Teil 1 Prüfklasse B durchzuführen.
KTA 3407 Seite 23

Anhang B

Anforderungen an Bauteile der EG 2 und an Bauteile der Anforderungsstufe R 3

Inhalt

B1 Anwendungsbereich B4 Herstellung
B 4.1 Herstellungvoraussetzungen
B2 Werkstoffe und Erzeugnisformen B 4.2 Schweißen
B 2.1 Allgemeines B 4.3 Schweißzusätze und -hilfsstoffe
B 2.2 Werkstoffanforderungen B 4.4 Verfahrensprüfungen
B 2.3 Zerstörungsfreie Prüfungen von Erzeugnisformen B 4.5 Arbeitsprüfungen
B 2.4 Nachweis der Güteeigenschaften B 4.6 Umformen von Bauteilen
B 4.7 Wärmebehandlung
B3 Unterlagen, Dokumentation B 4.8 Kennzeichnung
B 3.1 Unterlagen für Konstruktion, Berechnung und Her- B 4.9 Toleranzen
stellung B 4.10 Bauüberwachung und Bauprüfung
B 3.2 Dokumentation B 4.11 Zerstörungsfreie Prüfungen an Schweißnähten

Schmiedeteile aus zugelassenen Werkstoffen nach Tabelle B


B 1 Anwendungsbereich
2-1, Zeile (1) folgende Analyseeinschränkungen einzuhalten:
(1) Anhang B ist anzuwenden für Werkstoffe und Erzeug-
P ≤ 0,035%, S ≤ 0,030%
nisformen, Unterlagen und Dokumentation sowie Herstellung
von Bauteilen der EG 2 und für die druckführende Wand von H i n w e i s:
Bauteilen der EG 1 der Anforderungsstufe R 3. Chargenauswahl ist zugelassen.

(2) Die Einstufung von Bauteilen ist der Tabelle 4-1 zu (2) Diese Analyseeinschränkungen gelten nicht bei:
entnehmen. a) Kleinabmessungen (≤ DN 80 oder s ≤ 10 mm),
b) Ausnutzung der zugelassenen Spannung der Beanspru-
chungsstufe B nach Tabelle 6-1 kleiner als oder gleich
B 2 Werkstoffe und Erzeugnisformen 50 %,
B 2.1 Allgemeines c) Normteilen nach DIN (z.B. Normflansche),
d) Serienteilen nach Vereinbarung mit dem Sachverständi-
B 2.1.1 Werkstoffauswahl
gen,
(1) Die zugelassenen Werkstoffe sind der Tabelle B 2-1 zu e) nicht geschweißten Bauteilen,
entnehmen. f) eignungsgeprüften Bauteilen.
(2) Die Werkstoffe müssen in ihren Eigenschaften auf den
Anwendungsfall abgestimmt sein.
B [Link] Bleche mit verbesserten Eigenschaften für Bean-
(3) Die Verwendung anderer als der in Tabelle B 2-1 ange- spruchung senkrecht zur Erzeugnisoberfläche
gebenen Werkstoffe bedarf der Zustimmung durch den Sach-
Werden Bleche mit Blechdicken größer als 20 mm senkrecht
verständigen.
zur Erzeugnisformoberfläche beansprucht (z.B. Endschei-
ben), sind verbesserte Eigenschaften in Dickenrichtung nach
B 2.1.2 Anforderungen an den Hersteller SEL 096, Güteklasse Z 25 einzuhalten.

Für Anforderungen an Hersteller ist das AD-Merkblatt WO


anzuwenden. B 2.3 Zerstörungsfreie Prüfungen von Erzeugnisformen
Die durchzuführenden zerstörungsfreien Prüfungen von Er-
B 2.2 Werkstoffanforderungen zeugnisformen sind der Tabelle B 2-2 zu entnehmen.

B 2.2.1 Allgemeine Anforderungen


B 2.4 Nachweis der Güteeigenschaften
Es gelten die Anforderungen der AD-Merkblätter der Reihe W
B 2.2.2. Besondere Anforderungen an ferritische Werkstoffe (1) Der Nachweis der Güteeigenschaften hat nach den
Festlegungen der AD-Merkblätter der Reihe W zu erfolgen.
Erforderliche werkstoff- und erzeugungsformabhängige Er-
B [Link] Analyse gänzungen sind mit dem Sachverständigen festzulegen.
(1) Soweit werkstoffbezogen keine engeren Begrenzungen
für Phosphor und Schwefel gelten, sind für Bleche, Rohre und
KTA 3407 Seite 24

(2) Die Ergebnisse der zerstörungsfreien Prüfungen sind B 4 Herstellung


vom Hersteller durch ein Abnahmeprüfzeugnis B nach DIN 50
049 zu bescheinigen. B 4.1 Herstellungsvoraussetzungen
Für die Qualifikation des Herstellers gelten die Anforderungen
des AD-Merkblattes HP0.
B 3 Unterlagen, Dokumentation
B 3.1 Unterlagen für Konstruktion, Berechnung und Herstel- B 4.2 Schweißen
lung
B 4.2.1 Schweißnahtvorbereitung
(1) Soweit für die jeweilige Rohrdurchführung zutreffend,
sind vom Hersteller die in Tabelle B 3-1 aufgelisteten Her- B [Link] Herstellung von Schweißfugenflanken
stellungsungsunterlagen zu Herstellen und zu prüfen. (1) Schweißfugenflanken sind bevorzugt spanend anzuar-
(2) Soweit für die jeweilige Rohrdurchführung zutreffend, beiten.
sind folgende Unterlagen vom Sachverständigen im Rahmen (2) Werden Schweißfugenflanken durch Brennschneiden
der Vorprüfung zu prüfen: hergestellt, ist bei ferritischen Werkstoffen in folgenden Fällen
a) Auslegungsdaten, vorzuwärmen:
b) Zusammenstellungszeichnung, a) Umgebungstemperatur kleiner als 5 C
c) Stückliste mit Werkstoffangaben, b) soweit werkstoffabhängig gefordert (z.B. Regeln, Richtlini-
en).
d) Bauteilzeichnungen von Rohrleitungsteilen,
e) Dimensionierungsberechnung, (3) Durch Brennschneiden hergestellte Fugenflanken müs-
sen der Güte I nach DIN 2310 Teil 2 genügen. Bei ferritischen
f) Analyse des mechanischen Verhaltens, Werkstoffen sind die Fugenflanken zunderfrei abzuarbeiten.
g) Prüffolgeplan, Wenn in der Verfahrens prüfung nicht anders nachgewiesen,
ist bei ferritischen Werkstoffen mit Rp0,2RT größer als
h) Schweißplan,
370 Nmm-2 und bei sonstigen Werkstoffen nach Tabelle B 2-
i) Reparaturpläne. 1 (1) c) die 0berfläche 2 mm spanend abzutragen.
(4) Durch Plasmaschneiden aus austenitischen Werkstoffen
B 3.2 Dokumentation hergestellte Schweißfugenflanken dürfen unbearbeitet blei-
Die Dokumentation der in Tabelle B 3-1 aufgelisteten Unter- ben.
lagen ist entsprechend KTA 3211.3 durchzuführen. (5) Schweißfugenflanken müssen frei von Verunreinigungen
(z.B. Rost, Fett, Farbe) sein.
Werkstoffart
a) Werkstoffe der Werkstoffgrup- B [Link] Toleranzen
pen WI und WII aus KTA 3211.1 Im Bereich von Einseiten-Rundnähten sind die Toleranzen
b) Werkstoffe der Werkstoffgruppe 1 der Innendurchmesser so festzulegen, daß eine anforde-
nach AD-Merkblatt HPO rungsgerechte Wurzelschweißung sichergestellt und der
zugelassene Kantenversatz nach Abschnitt B [Link] nicht
(1) Ferritische Bei unlegierten oder niedriglegier- überschritten wird.
Werkstoffe ten ferritischen Stählen sind nur
die beruhigt vergossenen Güten
B 4.2.2 Durchführung der Schweißarbeiten
zugelassen.
c) Werkstoffe 10 CrMo 9 10, B [Link] Umgebungsbedingungen
13 CrMo 44, nur bei besonderen Die Schweißarbeiten sind wettergeschützt durchzuführen. Bei
betrieblichen Beanspruchungen Umgebungstemperaturen kleiner als 5 °C sind werkstoffab-
(z. B. Verschleiß, Korrosion, Erosi- hängig besondere Maßnahmen zu treffen.
on) nach Zustimmung durch den
Sachverständigen. B [Link] Schweißbedingungen
a) Stabilisierte austenitische Stähle (1) Die Schweißbedingungen bei ferritischen Werkstoffen
X 6 CrNiTi 18 10 (1.4541) (Vorwärmtemperatur, Wärmeeinbringung, Lagenaufbau) sind
(2) Austenitische so festzulegen, daß in der Wärmeeinflußzone eine möglichst
X 6 CrNiNb 18 10 (1.4550) geringe Aufhärtung entsteht. Eine Härte von 350 HV 10 darf
Werkstoffe
X 6 CrNiMoTi 17 12 2 (1.4571) nicht überschritten werden. Überschreitungen unterliegen der
Zustimmung durch den Sachverständigen.
X 6 CrNiMoNb 17 12 2 (1.4580)
b) Unstabilisierte Stähle (2) Für die Wärmeführung beim Schweißen (Vorwärmen,
Zwischenlagenentemperatur oder Soaken) gelten die werk-
X 3 CrNiMoN 17 13 5 (1.4439) stoffbezogenen Festlegungen. Die geforderte Vorwärmtempe-
ratur soll im Bereich 4s (bei s kleiner als 25 mm sind 100 mm
Tabelle B 2-1 : Zugelassene Werkstoffe ausreichend) auf beiden Seiten der Schweißnaht eingehalten
werden.
(3) Der Nahtbereich muß schwitzwasserfrei sein.
KTA 3407 Seite 25

Erzeugnisform Art der Prüfung


Ultraschallprüfung US Oberflächenrißprüfung ORP Durchstrahlungsprüfung D
nach AD-Merkblatt HP 5/3
Bleche Endscheiben: entfällt entfällt
s > 10 mm Randzonenprüfung nach
SEL 072 Klasse 1
Preß- und entfällt Halbschalen, Bordrand und entfällt
Kümpelteile Krempe von Böden 1) 2)
100 %
Rohre Ferrit: nach SEP 1915 Gütestufe III entfällt entfällt
(nahtlos) Austenit: nach AD W2
Rohre Rohre: nach DIN 17 177 CrMo-Stähle: Austenit:
(LN-geschweißt) Gütestufe I: nach SEP 1917 (B), 100 % der Schweißnähte s > 6 mm: 100 % nach AD HP 5/3
Gütestufe III: nach SEP 1915 Sonstige Stähle: s ≤ 6 mm: 100 % Wirbelstromprüfung
Schmelzgeschweißte Rohre: stichprobenweise
nach SEP 1916
Reduzierungen, entfällt 10 %2) entfällt
Rohrbogen (nahtlos)
Reduzierungen, Ferrit: s ≤ 20 mm: 100 % US(B) CrMo-Stähle: Ferrit:
Rohrbogen s ≥ 20 mm: 100 % US(C) 100 % der Schweißnähte s ≤ 20 mm alternativ zu US 100 %
(LN-geschweißt) nach AD HP 5/3 Sonstige Stähle: D (B) nach AD HP 5/3
Bei Ausnutzung der Betriebsnennspan- stichprobenweise Austenit:
nung ≤ 85 %:10 % 100 % D(B) nach AD HP 5/3
Bei Ausnutzung der Betriebsnenn-
spannung ≤ 85 %: 10 %
Schmiedeteile Ferrit: 100 % Volumenprüfung, nach 100 % im endbearbeiteten2) entfällt
AD W 13 oder AD W 12 Zustand, sofern Stückgewicht
> 300 kg
1) Entfällt bei kaltumgeformten Bauteilen ohne Wärmebehandlung nach dem Kaltumformen.
2) Werkstofftrennungen sind nicht zugelassen.

Tabelle B 2-2: Zerstörungsfreie Prüfungen von Erzeugnisformen

B [Link] Lagenaufbau B [Link] Schweißen der Wurzellage


(1) Alle Verbindungsnähte sind grundsätzlich mehrlagig zu Beim Schweißen der Wurzel von austenitischen Einseiten-
schweißen. nähten ist eine Abdeckung der Wurzelseite (z.B. Formieren)
vorzunehmen, sofern die Wurzel nach dem Schweißen nicht
(2) Die Glühlagentechnik ist bei folgenden Werkstoffen mechanisch abgearbeitet wird. Die Wurzel von ferritischen
anzuwenden: Nähten ist abzuarbeiten, falls dies aus Gründen der Ultra-
a) (W) StE 355 und 15 MnNi 6 3 (wenn keine Spannungs- schallprüfbarkeit (Prüfung von einer Nahtseite) erforderlich ist.
armglühung folgt),
b) Werkstoffe mit Rp0,2RT größer als 370 Nmm-2. B [Link] Ausfugen
(3) Folgende Verfahren zur Umsetzung der Glühlagentech- (1) Das Ausfugen von Wurzelschweißungen vor dem Ge-
nik sind zugelassen: genschweißen soll bevorzugt spanend erfolgen. Bei ferriti-
a) Der Lagenaufbau ist von den Schweißfugenflanken aus schen Werkstoffen ist autogenes Fugen oder das Fugen mit
vorzunehmen. Die letzten Raupen der Decklage dürfen kupferbedampfen Kohleelektroden zugelassen. Hinsichtlich
den Grundwerkstoff nicht anschmelzen. Sie dürfen in den Vorwärmung, Oberflächengüte und Sauberkeit gelten die
Lagenaufbau integriert werden. Anforderungen nach Abschnitt B [Link].
b) Ein abweichender Lagenaufbau (z. B. Pendellagen bei (2) Ein Ausfugen der Wurzel darf entfallen, wenn mit Oxida-
Stehnähten) ist zugelassen, wenn im Rahmen einer Ver- tionsschutz gearbeitet wird und in der Verfahrensprüfung der
fahrensprüfung die Gleichwertigkeit im Hinblick auf den entsprechende Nachweis geführt worden ist.
Glühlageneffekt nachgewiesen wird.
(4) Der Lagenaufbau bei austenitischen Werkstoffen ist mit B [Link] Reparaturschweißungen
Strichraupen (bei möglichst geringer Wärmeeinbringung)
durchzuführen. Die Anforderungen der Abschnitte B [Link] bis B [Link]
gelten, soweit jeweils zutreffend, auch für das Ausarbeiten
von Fehlerstellen und für die Durchführung von Reparatur-
B [Link] Anschweißnähte schweißungen.
(1) HV-, DHV- und Kehlnähte sind mindestens zweilagig zu
schweißen. Die letzte Raupe darf den Grundwerkstoff der B [Link] Heft- und Hilfsschweißungen
drucktragenden Wand nicht anschmelzen. Beim Schweißen
von Pendelagen entfällt diese Anforderung. Die vorstehenden Anforderungen gelten auch für Heft- und
Hilfsschweißungen. Heftschweißungen dürfen als Bestandteil
(2) Ausläufe von Kehlnähten sind zu umschweißen. der Wurzel verbleiben (Teilwurzel), wenn die Länge der Heft-
schweißungen (im allgemeinen größer als 50 mm) ausrei-
chend bemessen ist.
KTA 3407 Seite 26

B [Link] Zündstellen Unterlagen zur Auslegung, Herstellung und Dokumen-


Das Zünden der Elektrode außerhalb der Schweißnahtfugen Dokumentation tationsart
ist nicht zugelassen. Dennoch entstehende Zündstellen sind 1 Konstruktion
zu beschleifen und einer 0berflächenrißprüfung zu unterzie- 1.1 Auslegungsdaten (z. B. in Form eines E
hen. Auslegungsdaten blatts)
1.2 Zusammenstellungszeichnung (soweit E
B 4.2.3 Anforderungen an die Qualität von Schweißnähten erforderlich Baugruppenzeichnung)
B [Link] Mechanisch-technologische Eigenschaften 1.3 Stückliste mit Werkstoffangaben (oder E
Die mechanisch-technologischen Eigenschafen müssen den Werkstoffliste getrennt oder Zeichnung)
Anforderungen des Grundwerkstoffes entsprechen. Das ist 1.4 Bauteilzeichnungen von Rohrleitungsteilen E
durch die Ergebnisse der Verfahrensprüfung und der Ar- 2 Berechnung
beitsprüfung nachzuweisen. 2.1 Dimensionierungsberechnung E
2.2 Analyse des mechanischen Verhaltens E
B [Link] Innere und äußere Befunde
2.3 Berechnungsisometrien E
Zusätzlich zu den Anforderungen des AD-Merkblattes HP 5/1 3 Herstellung
gilt: 3.1 Allgemeine Herstellungsvoraussetzungen Z
a) Für den Kantenversatz von Rohrrundnähten 0,15 s, maxi- (Herstellerbeurteilung, Schweißerzeugnis-
mal 2 mm, se, Vorliegen der Verfahrensprüfung)
b) Für Kehlnähte gilt DIN 8563 Teil 3 Bewertungsgruppe BK. 3.2 Detailzeichnungen Z
3.3 Fertigungsisometrie (Rohrleitungen) E
B [Link] Anlauffarben bei Austenit 3.4 Isometriestückliste (Rohrleitungen) E
Anlauffarben an Schweißnähten sind zugelassen, wenn sie 3.5 Werkstoffzeugnisse E
den Festlegungen nach DIN 25 410 entsprechen. 3.6 Kontrollplan des Herstellers Z
3.7 Herstellungsanweisungen Z
B [Link] Korrosionsbeständigkeit 3.8 Prüffolgeplan oder äquivalenter Prüfplan E
Austenitische Auftragsschweißungen müssen größer oder 3.9 Schweißpläne und Wärmebehandlungs- E
gleich 2 mm unter der Oberfläche im fertig bearbeiteten Zu- plan
stand korrosionsbeständig sein (Nachweis in der Verfahren- 3.10 Reparaturpläne (PFP mit Schweißplänen) E
sprüfung und in der Arbeitsprüfung). 3.11 Filme und Filmlagepläne (D) E
3.12 Prüfprotokoll US, D E
B [Link] Nahtunterschleifungen 3.13 Maßkontrollblätter (Zwischenkontrollen) Z
Nahtunterschleifungen sind grundsätzlich zu vermeiden. Örtli- 3.14 Prüfberichte über Verfahrensprüfungen Z
che Unterschleifungen kleiner als oder gleich 5% der rechne- 3.15 Prüfberichte über bauteilbezogene Ar- E
rischen Wanddicke sind ohne Nachweis zugelassen, wenn beitsprüfungen
Überlänge (flach verlaufend kleiner als oder gleich 5 ) und 3.16 Meßprotokoll der fertigen Komponenten E
Welligkeit die geforderte zerstörungsfreie Prüfung gestatten.
3.17 Abweichungsberichte E
3.18 Gesamtdokumentation E
B 4.3 Schweißzusätze und -hilfsstoffe
Qualitätsfreigabebescheinigung
Es sind nach VdTÜV-Merkblatt Schweißtechnik 1153 eig- E : Endablage
nungsgeprüfte Schweißzusätze und -hilfsstoffe zu verwenden. Z : Zwischenablage

Tabelle B 3-1: Unterlagen zur Auslegung, Herstellung und


B 4.4 Verfahrensprüfung Dokumentation von Komponenten
B 4.4.1 Allgemeines
(1) Für die zu verschweißenden Werkstoffe sind vor Beginn (2) Die am Bauteil erforderlichen Wärmebehandlungen
der Schweißarbeiten gültige Verfahrensprüfungen nachzuwei- müssen abgedeckt sein.
sen. Soweit in diesem Abschnitt keine anderen oder weiteren (3) Es muß keine Chargengleichheit zwischen den bei der
Festlegungen getroffen werden, gilt das AD-Merkblatt HP 2/1. Verfahrensprüfung und den beiden Bauteilen verwendeten
Ersatzweise sind vorgezogene Arbeitsprüfungen im Umfang Werkstoffen und Schweißzusätzen und -hilfsstoffen bestehen.
der Verfahrensprüfung zugelassen.
(4) Für das Reparaturschweißverfahren muß eine gültige
(2) Soweit für die Durchführung und Bewertung von Verfah- Verfahrensprüfung vorliegen.
rensprüfungen im AD-Merkblatt HP 2/1 keine Festlegungen
vorliegen, sind Vereinbarungen mit dem Sachverständigen zu
treffen. B 4.4.3 Prüfumfänge und Anforderungen
(3) Eine Verfahrensprüfung für Stumpfnähte deckt An- Es gelten die Prüfumfänge und die Anforderungen des AD-
schweißnähte innerhalb des Geltungsbereiches dieser Ver- Merkblattes HP 2/1. Zusätzlich gilt:
fahrensprüfung ab. a) Mechanisch-technologische Eigenschaften
Für die Wärmeinflußzone gelten für die Kerbschlagarbeit
die Mindestanforderungen des Grundwerkstoffes.
B 4.4.2 Durchführung
b) Rohrrundnähte
(1) Bei neu zu schweißenden Prüfstücken an Blechen ist die Werden mechanisierte Schweißverfahren mit umlaufen-
Schweißnaht parallel zur Hauptverformungsrichtung des Ble- den Schweißautomaten eingesetzt, gelten in Abstimmung
ches zu legen. mit dem Sachverständigen gesonderte Festlegungen.
KTA 3407 Seite 27

c) Austenitische Schweißnähte (3) Es muß keine Chargengleichheit zwischen den bei der
Nachweis der IK-Beständigkeit nach DIN 50 914. Arbeitsprüfung und den bei den Bauteilen verwendeten
d) Mischnähte zwischen Austenit und Ferrit Werkstoffen und Schweißzusätzen und -hilfsstoffen bestehen.
Für die Erprobung der Wärmeeinflußzone gelten die Prü-
fumfänge und Prüfanforderungen für jede Nahtseite ent-
B 4.5.3 Prüfumfänge und Anforderungen
sprechend den eingesetzten Werkstoffen. Nachweise der
IK- Beständigkeit und der Bestimmung des Delta- Ferrit- (1) Prüfumfänge und Anforderungen für die Arbeitsprüfun-
gehaltes sind nicht erforderlich. gen sind dem AD-Merkblatt HP 5/2 zu entnehmen.
Abweichend vom AD-Merkblatt HP 2/1 gilt: (2) Ergänzend zum AD-Merkblatt HP 5/2 gelten die in Ab-
a) Auftragsschweißung schnitt B 4.4.3 getroffenen ergänzenden Festlegungen.
Es sind Oberflächenrißprüfungen, Festigkeits- und Dukti-
litätsnachweise (Biegeversuche), Schliffe und Härteprü-
fungen erforderlich. (Zusätzlich für austenitische Auftrags- B 4.5.4 Prüfbericht
schweißungen ein Nachweis der IK- Beständigkeit größer Nach Abschluß der Arbeitsprüfung ist ein Prüfbericht zu er-
als oder gleich 2 mm unter der fertig bearbeiteten stellen, der alle Angaben zur Durchführung der Arbeitsprüfung
0berfläche sowie Bestimmung des Delta- Ferritgehaltes). und alle Prüfergebnisse enthält.
b) Kraftübertragende Auftragsschweißungen
Grundsätzlich ist die kraftübertragene Auftragsschweißung
durch die Verfahrensprüfung einer Verbindungsnaht ab- B 4.6 Umformen von Bauteilen
gedeckt. Gesonderte Festlegungen sind z.B. erforderlich B 4.6.1 Verfahren
bei mechanisierten Verfahren, wenn wesentliche Unter-
schiede bei der Wärmeableitung gegenüber den Verbin- Für das Umformen von Bauteilen sind nur qualifizierte Verfah-
dungsschweißungen vorhanden sind. Im Einzelfall (z.B. ren zugelassen. Art und Umfang von Verfahrensprüfungen für
mechanisierte Verfahren),sind Abstimmungen mit dem Biegungen sind nach KTA 3211.3 durchzuführen.
Sachverständigen erforderlich.
B 4.6.2 Kaltumformen
B 4.4.4 Prüfbericht
(1) Beim Kaltumformen ist, wenn die in den AD-Merkblättern
Nach Abschluß der Verfahrensprüfung ist ein Prüfbericht zu HP 7/2 und HP 7/3 genannten zugelassenen Kaltverfor-
erstellen, der alle Angaben zur Durchführung der Verfahren- mungsgrade nicht überschritten werden, eine erneute Werk-
sprüfung und alle Prüfergebnisse mit Bewertung enthält. stoffabnahme nicht erforderlich.
(2) Beim Kaltumformen mit Überschreitung des zugelasse-
B 4.5 Arbeitsprüfungen nen Kaltumformgrades sind grundsätzlich eine Wärmebe-
handlung und eine Werkstofferprobung einschließlich zerstö-
B 4.5.1 Allgemeines rungsfreier Prüfung nach Abschnitt B 2 erforderlich. Für das
Der Hersteller hat während der Fertigung durch Arbeitsprü- Mitverformen von Schweißnähten sind besondere Verfah-
fungen nachzuweisen, daß die Schweißnähte die gestellten rensnachweise erforderlich. Für den Entfall einer im allgemei-
Anforderungen erfüllen. Soweit in diesem Abschnitt keine nen durchzuführenden Wärmenachbehandlung ist ein Zuläs-
anderen oder weiter gehenden Anforderungen gestellt wer- sigkeitsnachweis zu führen. Dabei ist der Einfluß auf die Kor-
den, gilt das AD-Merkblatt HP 5/2. rosionsbeständigkeit zu berücksichtigen.

B 4.5.2 Durchführung B 4.6.3 Warmumformen

(1) Die Anzahl der zu schweißenden Prüfstücke ist im AD- (1) Es sind die für den jeweiligen Werkstoff festgelegten
Merkblatt HP 5/2 festgelegt. Bedingungen einzuhalten (z.B. VdTÜV-Werkstoffblätter, AD-
Merkblätter H P 7/2, HP 7/3 und HP 8/2).
(2) Für Schweißungen, für die im AD-Merkblatt HP 5/2 keine
Festlegungen getroffen sind (z.B. Rohrleitungen), ist eine (2) Werden geschweißte Teile warmumgeformt, muß nach-
Arbeitsprüfung pro Jahr durchzuführen. gewiesen werden, daß das Schweißgut die gleichen Anforde-
rungen auch nach dem Umformen erfüllt. Andernfalls ist das
warmumgeformte Schweißgut zu entfernen und das Bauteil
neu zu schweißen.

Werkstoffe Ferrit Rp0,2RT > 370 Nmm-2 Ferrit Rp0,2RT ≤ 370 N mm-2
Austenit und Mischverbindungen

Zerstörungsfreie Prüfverfahren D (B) oder US (B)2) ORP D (A) oder US (A)3) ORP

Prüfung der Schweißnähte 25 % 1) 25 % 5 % 1) Stichproben


D: Durchstrahlungsprüfung 1) Nicht zu prüfen sind
US: Ultraschallprüfung a) Stutzennähte ≤ DN 25
ORP: Oberflächenrißprüfung b) Anschweißnähte (HV-, DHV-Kehlnähte) mit einer Anschluß-
( ): Prüfklasse nach AD-Merkblatt HP 5/3 wanddicke s < 15 mm.
2) Doppelwanddurchstrahlung bis 40 mm zugelassen.
3) Ist bei Austenit und Mischverbindungen nicht anzuwenden.

Tabelle B 4-1: Umfang der zerstörungsfreien Prüfungen an Schweißnähten


KTA 3407 Seite 28

(3) Bei Wanddicken mit s kleiner als oder gleich 30 mm ist


B 4.6.4 Protokoll die Vorgabe zum Temperaturverlauf erfüllt, wenn die Wärme-
Über die durchgeführten Umformarbeiten ist vom Hersteller ein einbrinung in einem Bereich 8 s mit über diesen Bereich hin-
Protokoll zu erstellen. Darin sind Angaben zu machen über ausgehender Isolierung erfolgt.
a) Wärme- und Umformeinrichtungen, (4) Beheizung , Isolierung, Aufheiz- und Abkühlgeschwin-
b) Umformgrad (sofern keine Wärmebehandlung erfolgt) digkeit sind so festzulegen, daß eine Bauteil- oder Werkstoff-
schädigung vermieden wird.
c) Temperaturführung.

B [Link] Ausdehnungsbehinderung
B 4.6.5 Abnahme von umgeformten Bauteilen
Bei Ausdehnungsbehinderung oder geometrischen Unstetig-
(1) An warmumgeformten Bauteilen oder Bauteilen mit
keiten sind besondere Maßnahmen zu treffen (lsolierung,
anschließender Wärmebehandlung ist eine Werkstofferpro-
geringe Aufheizgeschwindigkeit, größerer Wärmebehand-
bung einschließlich zerstörungsfreier Prüfung entsprechend
lungsbereich), um nicht zugelassene bleibende Verformungen
den Anforderungen für Erzeugnisformen nach Abschnitt B 2
zu vermeiden. Es können Nachweise anhand von Berech-
vorzunehmen.
nungen oder Versuchswerten oder Erfahrungswerten erbracht
(2) Eine Erprobung an einem simulierten umgeformten werden.
Probestück ist zugelassen, wenn die Erprobung am Bauteil
nicht möglich ist.
B [Link] Verfahren
(1) Im Schweißplan oder in besonderen Fällen im Wärme-
B 4.6.6 Toleranzen für Rohrbogen und Rohrbiegungen
behandlungsplan) sind die erforderlichen Angaben zum Glüh-
(1) Die Unrundheit darf 5% nicht überschreiten (an gerät, zur Isolierung, zur Temperaturführung und zur Tempe-
Schweißnähten kleiner als oder gleich 2%). raturmessung festzulegen.
(2) Die Welligkeit ist im Rahmen der Begutachtung festzu- (2) Liegt eine Verfahrensqualifizierung vor, sind einfache
legen. Angaben (mit Bezug auf die Qualifizierung) zugelassen.
(3) Die Festlegungen für Abmessungen, Winkel und Wand-
dikkenveränderungen erfolgen in Abhängigkeit vom Verfah- B 4.7.4 Bescheinigungen
ren.
Es sind Bescheinigungen nach AD-Merkblatt HP 7/1 Ziffer 3
auszustellen.
B 4.7 Wärmebehandlung
B 4.7.1 Allgemeines B 4.8 Kennzeichnung
Die Durchführung von Wärmebehandlungen hat grundsätzlich (1) Die Bauteile sind eindeutig zu kennzeichnen.
nach den Festlegungen der AD-Merkblätter HP 7/1, HP 7/2
(2) Beim Trennen von Erzeugnisformen ist die Kennzeich-
und HP 7/3 zu erfolgen.
nung von autorisierten Personen zu übertragen.
(3) Als Kennzeichnungsverfahren sind Verfahren zugelas-
B 4.7.2 Wärmebehandlung nach dem Schweißen sen, die keine Beschädigungen oder keine ausgeprägte
Nach der letzten Wärmebehandlung dürfen an Bauteilen, die Kerbwirkung verursachen. (Die Abhängigkeit von der Wand-
aufgrund ihrer Wanddicke nach dem Schweißen eine Glüh- dicke ist zu beachten). Bei Kleinteilen und Serienteilen kleiner
behandlung benötigen, keine Schweißarbeiten mehr vorge- Abmessungen sind organisatorische Maßnahmen zugelas-
nommen werden. Ausnahmen sind nur mit besonderer Zu- sen. Verschlüsselungen sind zulässig.
stimmung des Sachverständigen zugelassen. (4) Schweißnähte sind in ihrer Lage eindeutig zu kenn-
zeichnen. Für Volumenprüfungen sind der Nullpunkt und die
B 4.7.3 Örtliche Spannungsarmglühung Hauptrichtung (Zählrichtung) anzugeben. Das Kennzeich-
nungssystem ist schriftlich festzulegen.
B [Link] Glühbereich
(1) Bei Rundnähten soll die Breite des Glühbereiches min- B 4.9 Toleranzen
destens 2 s (bei DN größer als 100 mindestens 100 mm)
betragen. Sind in den Herstellungsunterlagen keine Angaben über Tole-
ranzen enthalten, gelten Toleranzen (z.B. für Längen- und
(2) Der Temperaturverlauf ist in Bild B 4-1 festgehalten. Winkelmaße) nach:
a) DIN 7168, Freimaßtoleranz "grob" für mechanisch nicht
bearbeitete Bauteile,
b) DIN 7168, Freimaßtoleranz "mittel" für mechanisch bear-
beitete Bauteile.

B 4.10 Bauüberwachung und Bauprüfung


B 4.10.1 Bauüberwachung durch den Hersteller
(1) Die wesentlichen Schritte einer Bauüberwachung hat der
Hersteller in einem Kontrollplan zu erfassen. Beispiele hierfür
(soweit jeweils zutreffend) sind:
Bild B 4-1: Temperaturverlauf beim Spannungsarmglühen a) Kontrolle von Herstellungsvoraussetzungen,
b) visuelle Kontrolle, Maßhaltigkeit,
KTA 3407 Seite 29

c) Zwischenprüfungen bei der zerstörungsfreien Prüfung, b) Kontrolle der wesentlichen Abmessungen (einschließlich
d) Kontrolle von wesentlichen Einrichtungen zur Verarbei- Kantenversatz und Toleranzen),
tung, c) Wärmebehandlung
e) Zusammenbau, d) zerstörungsfreie Prüfungen,
f) Kontrolle von Schweißarbeiten (Vorwärmung, Schweiß- e) Druck und Dichtheitsprüfung,
kenngrößen, Handhabung der Schweißzusätze, Brenn- f) Kennzeichnung, Umstempelung,
schneiden),
g) summarische Bestätigung über die Durchführung der
g) Kontrolle von erforderlichen Mängelbeseitigungen Bauüberwachung durch den Hersteller und den Sachver-
h) Reinheitskontrollen, ständigen.
i) Konservierung, Verpackung,
j) Kontrolle der baubegleitenden Dokumentation. B 4.10.4 Bauprüfungen durch den Sachverständigen
Die Bauprüfungen haben im allgemeinen stichprobenartig
B 4.10.2 Bauüberwachung durch den Sachverständigen nach Festlegung durch den Sachverständigen zu erfolgen.
Die Bauüberwachung hat stichprobenartig nach Festlegung
durch den Sachverständigen zu erfolgen. B 4.11 Zerstörungsfreie Prüfungen an Schweißnähten
(1) Der Umfang zerstörungsfreier Prüfungen an Schweiß-
B 4.10.3 Bauprüfungen durch den Hersteller nähten ist Tabelle B 4-1 zu entnehmen. Die Angaben in Pro-
zent gelten je eingesetzten Schweißer.
(1) Die vom Hersteller durchzuführenden wesentlichen
Bauprüfungen sind in einem Prüffolgeplan zu erfassen. Bei- (2) Die Durchführung der Prüfungen und die Bewertung der
spiele hierfür sind: Prüfergebnisse hat nach AD-Merkblatt HP 5/3 zu erfolgen.
a) Vorliegen von Herstellungsvoraussetzungen, Werkstoff-
zeugnissen, Verfahrensprüfungen,
KTA 3407 Seite 30

Anhang C

Bestimmungen, auf die in dieser Regel verwiesen wird

(Die Verweise beziehen sich nur auf die in diesem Anhang angegebene Fassung.)

Sicherheitskriterien KKWSicherheitskriterien für Kernkraftwerke, Bekanntmachung vom [Link] 1977 des Bundes-
ministers des Innern (BAnz. Nr. 206 vom 3.11.1977)
RSK-LL RSK-Leitlinien für Druckwasserreaktoren, 3. Ausgabe, 14.10.1981 (BAnz. Nr. 69 vom
14. April 1982, Beilage Nr. 19/82) Anhänge zu Kap. 4.2, Stand 25. April 1979 (BAnz.
Nr. 167a vom 6. September 1979

KTA 1408.1 (6/85) Qualitätssicherung von Schweißzusätzen und -hilfsstoffen für druck- und aktivitätsfüh-
rende Komponenten in Kernkraftwerken; Teil 1: Eignungsprüfung
KTA 1408.2 (6/90) Qualitätssicherung von Schweißzusätzen und -hilfsstoffen für druck- und aktivitätsfüh-
rende Komponenten in Kernkraftwerken; Teil 2: Herstellung
KTA 3201.1 (6/90) Komponenten des Primärkreises von Leichtwasserreaktoren ; Teil 1: Werkstoffe
KTA 3201.2 (3/84) Komponenten des Primärkreises von Leichtwasserreaktoren ; Teil 2: Auslegung, Kon-
struktion und Berechnung
KTA 3201.3 (12/87) Komponenten des Primärkreises von Leichtwasserreaktoren; Teil 3: Herstellung
KTA 3205.1 (6/91) Komponentenstützkonstruktionen mit nichtintegralen Anschlüssen; Teil 1: Kompo-
nentenstützkonstruktionen mit nichtintegralen Anschlüssen für Primärkreiskomponen-
ten
KTA 3205.2 (6/90) Komponentenstützkonstruktionen mit nichtintegralen Anschlüssen; Teil 2: Kompo-
nentenstützkonstruktionen mit nichtintegralen Anschlüssen für druck- und aktivitäts-
führende Komponenten in Systemen außerhalb des Primärkreises
KTA 3211.1 (6/91) Druck und aktivitätsführende Komponenten von Systemen außerhalb des Primärkrei-
ses; Teil 1: Werkstoffe
KTA 3211.3 (6/90) Druck- und aktivitätsführende Komponenten von Systemen außerhalb des Primärkrei-
ses; Teil 3: Herstellung
KTA 3301 (11/84) Nachwärmeabfuhrsysteme von Leichtwasserreaktoren
KTA 3401.2 (6/85) Reaktorsicherheitsbehälter aus Stahl; Teil 2: Auslegung, Konstruktion und Berech-
nung
KTA 3401.3 (11/86) Reaktorsicherheitsbehälter aus Stahl; Teil 3: Herstellung
KTA 3401.4 (6/91) Reaktorsicherheitsbehälter aus Stahl ; Teil 4: Wiederkehrende Prüfungen
KTA 3601 (6/90) Lüftungstechnische Anlagen in Kernkraftwerken

DIN 1626 (10/84) Geschweißte kreisförmige Rohre aus unlegierten Stählen für besondere Anforderun-
gen; Technische Lieferbedingungen
DIN 1630 (10/84) Nahtlose kreisförmige Rohre aus unlegierten Stählen für besonders hohe Anforderun-
gen ; Technische Lieferbedingungen
DIN 1910 Teil 1 (7/83) Schweißen; Begriffe, Einteilung der Schweißverfahren
DIN 2310 Teil 2 (11/87) Thermisches Schneiden ; Ermitteln der Güte von Schnittflächen
DIN 2462 Teil 1 (3/81) Nahtlose Rohre aus nichtrostenden Stählen; Maße, längenbezogene Massen
DIN 2463 Teil 1 (3/81) Geschweißte Rohre aus austenitischen nichtrostenden Stählen; Maße, längenbezo-
gene Massen
DIN 7168 Teil 1 (5/81) Allgemeintoleranzen; Längen- und Winkelmaße
DIN 7168 Teil 2 (7/86) Allgemeintoleranzen; Form und Lage
DIN 8563 Teil 3 (10/85) Sicherung der Güte von Schweißarbeiten; Schmelzschweißverbindungen am Stahl
(ausgenommen Stahlschweißen); Anforderungen, Bewertungsgruppen
DIN 17 175 (5/79) Nahtlose Rohre aus warmfesten Stählen ; Technische Lieferbedingungen
DIN 17 177 (5/79) Elektrisch preßgeschweißte Rohre aus warmfesten Stählen; Technische Lieferbedin-
gungen
KTA 3407 Seite 31

DIN 17 441 (7/85) Nichtrostende Stähle; Technische Lieferbedingungen für kaltgewalzte Bänder und
Spaltbänder sowie daraus geschnittene Bleche
DIN 25 410 (10/87) Kerntechnische Anlagen ; 0berflächensauberkeit von Bauteilen
DIN 50 049 (8/86) Bescheinigungen über Materialprüfungen
DIN 50 101 Teil 1 (9/79) Prüfung metallischer Werkstoffe; Tiefungsversuch an Blechen und Bändern mit einer
Breite von ≥ 90 mm (nach Erichsen), Dickenbereich: über 0,2 mm bis 2 mm
DIN 50 101 Teil 2 (9/79) Prüfung metallischer Werkstoffe; Tiefungsversuch an Blechen und Bändern mit einer
Breite von ≥ 90 mm (nach Erichsen), Dickenbereich: über 2 mm bis 3 mm
DIN 50 120 (E 2/88) Prüfung von Stahl; Zugversuch an Schweißverbindungen; Schmelzgeschweißte und
preßgeschweißte Stumpfnähte
DIN 50 121 (E 4/89) Prüfung metallischer Werkstoffe; Technologischer Biegeversuch an Schweißverbin-
dungen und Schweißplattierungen
DIN 50125 (3/86) Prüfung metallischer Werkstoffe; Zugproben
DIN 50 145 (5/75) Prüfung metallischer Werkstoffe ; Zugversuch
DIN 50 914 (6/84) Prüfung nichtrostender Stähle auf Beständigkeit gegen interkristalline Korrosion ;
Kupfersulfat-Schwefelsäure- Verfahren ; Strauß-Test
DIN 54 109 Teil 3 (E7/89) Zerstörungsfreie Prüfung ; Bildgüte von Durchstrahlungsaufnahmen; Bildgüteklassen
für Eisenwerkstoffe
DIN 54 111 Teil 1 (5/88) Zerstörungsfreie Prüfung; Prüfung metallischer Werkstoffe mit Röntgen- und Gamma-
strahlen ; Aufnahme von Durchstrahlungsbildern von Schmelzschweißverbindungen

AD B 13 (6/86) Einwandige Balgkompensatoren


AD HP 0 (7/89) Allgemeine Grundsätze für Auslegung, Herstellung und erstmalige Prüfung
AD HP 2/1 (7/89) Verfahrensprüfung für Fügeverfahren; Verfahrensprüfung für Schweißverbindungen
AD HP 5/1 (7/89) Herstellung und Prüfung der Verbindungen ; Arbeitstechnische Grundsätze
AD HP 5/2 (7/89) Herstellung und Prüfung der Verbindungen; Arbeitsprüfungen an Schweißnähten;
Prüfung des Grundwerkstoffes nach Wärmebehandlung und nach dem Schweißen
AD HP 5/3 (7/89) Herstellung und Prüfung der Verbindungen; Zerstörungsfreie Prüfung der Schweiß-
nähte
AD HP 7/1 (7/89) Wärmebehandlung ; Allgemeine Grundsätze
AD HP 7/2 (7/89) Wärmebehandlung; Ferritische Stähle
AD HP 7/3 (7/89) Wärmebehandlung ; Austenitische Stähle
AD HP 8/2 (7/89) Prüfung von Schüssen aus Stahl
AD W 0 (6/86) Allgemeine Grundsätze für Werkstoffe
AD W 2 (1/90) Austenitische Stähle
AD W 12 (8/88) Nahtlose Hohlkörper aus unlegierten und legierten Stählen für Druckbehältermäntel
AD W 13 (11/87) Schmiedestücke und gewalzte Teile aus unlegierten und legierten Stählen

SEL 072 (12/77) Ultraschallgeprüftes Grobblech; Technische Lieferbedingungen


SEL 096 (3/88) Flacherzeugnisse aus Stahl sowie Formstahl und Stabstahl mit profilförmigem Quer-
schnitt mit verbesserten Verformungseigenschaften senkrecht zur Erzeugnisoberflä-
che ; Technische Lieferbedingungen
SEP 1915 (12/89) Ultraschallprüfung von Stahlrohren auf Längsfehler
SEP 1916 (12/89) Zerstörungsfreie Prüfung schmelzgeschweißter ferritischer Stahlrohre
SEP 1917 (10/80) Zerstörungsfreie Prüfung elektrisch-preßgeschweißter Rohre aus ferritischen Stahlen

VdTüV MB 1153 (11/88) Richtlinien für die Eignungsprüfung von Schweißzusätzen


KTA 3407 Seite 32

Stichwortverzeichnis

Abnahmeprüfung Tab. 7-1 Leckratenprüfung 9.2.2


Anforderungsstufe 2 (1); 3; Tab. 4-1; 7
Anschlußteile 2 (2); A 4.2; A 5.4 Maßprüfung A 8.4
Anschweißung A 4.3.3 Mediumführendes Rohr 2 (11)
Arbeitsdruck 2 (3) Montage 9
Arbeitsprüfung 7 (2); A 7.4; B 4.5
Arbeitstemperatur 2 (4) Oberflächenrißprüfung A 8.3
Ausführungsform A 4.2.1; Bild A 4-1 Oberflächenzustand A 7.7
Auslegung 4
- von Balgkompensatoren A 3 Primärspannung Bild 6-2; 7 (2)
Prüfung A 8
Balg 2 (5); A 2.1 - der mechanisch-technologischen Eigenschaften A
-, einlagiger A 4.1 (1); A 5.2 7.3; A 8.5; B 4.4.3
-, kaltgerollter A 4.1 (3) - nach der Montage 9.2
-, mehrlagiger A 4.1 (1); A 5.3 -, wiederkehrende 5.4; 11
-, viellagiger (mehr als 5 Lagen) A 4.1 (2)
Balgkompensator 2 (6); Anhang A Räumliche Anordnung 5.2
Bauart 5.3; Bild 5-5 Rohrabzweigung 5.2 (2)
Bauprufung A 8.1; B 4.10 Rohrdurchführung 2 (12); 4.3
Bauteile von Rohrdurchführungen 2 (7); A 5.4
Beanspruchungsstufe 6; Tab. 6-1 Sachverständiger 5.1; 9.2.1; A 4.1 (2); A 6; A 7.3; A 7.6
Beanspruchungstemperatur 3; 6.2; 7 (2) Schweißen B 4.2
Belastung 6; Tab. 6-1; A 3 (1) Schweißnahtvorbereitung B 4.2.1
Berechnung 6 Sicherheitseinschluß 2 (14)
- von Balgkompensatoren A 5 Sicherheitstechnische Anforderungen an die Auslegung 4.1
Besichtigung A 8.4 Spannungsarmglühen B 4.7.3
Bruchannahmen 4.2 Stützkonstruktion
-, integrale 2 (13) a; 7
Dämmung 9.1 (2) -, nichtintegrale 2 (13) b; 5.6; 6.3; 7
Dekontaminierbarkeit 5.5 Stützring A 4.1 (4)
Dichtheitsprüfung 5.1 (3); 5.4 (2); 9.2.2; A 8.7
Dokumentation 5.1; 10; A7.5 (3); B 3; B 4.4.4; B 4.5.4; Tab. B Toleranzen A 4.2.2; B [Link]; B 4.9
3-1 Transport 8.1
Druckprüfung 9.2.2; A 8.6
Durchführungsabschnitt 2 (8) Überlagerung von Belastungen Tab. 6-1
Durchstrahlungsprüfung A 8.2 Umformen A 7.5; B 4.6

Einstufung 4.3; Tab. 4-1 Verfahrensprüfung 7 (2); A 7.3; A 7.5.1; B


Einzelteilgruppen 2 (9) 4.4
Ermüdungsanalyse A 3 (1) Verfahrensschritt 5.3
Explosionsdruckwelle 4.1 (3) Vorprüfung Tab. 7-1
- von Balgkompensatoren A 6
Festpunkt 5.1 (5); A 5.1 (1)
Wärmebehandlung
- nach dem Schweißen B 4.7.2
Integntätsnachweis 4.1 (3)
- nach dem Umformen A 7.5.2
Werkstoffauswahl 3; A 2.1.1; Tab. B 2-1
Herstellung Tab. 7-1
Werkstoffe 3
- von Balgkompensatoren A 2; A 7
- für Balgkompensatoren A 2
- von Bauteilen B 4
- für Bauteile und Schweißnähte B 2; Tab. B 2-1
Wiederkehrende Prüfung 5.4; 11
Kantenversatz A 4.3.4
Kehlnaht A 4.1 (4); A 4.3.3
Zerstörungsfreie Prüfung
Kennzeichnung A 7.6; B 4.8 - an Schweißverbindungen 5.4; B 4.11; Tab. B 4-1
Klammernaht 2 (10) - von Erzeugnisformen Tab. B 2-2
Konstruktion 5; Bild 6-2 - von Balgkompensatoren A 8
- von Balgkompensatoren A 4 Zulässiger Betriebsüberdruck 2 (15)
Korrosionsschutz A 4.3.2 Zulässige Temperatur 5.1 (2)

Lagerung 8.2

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