Multiresistente Erreger
Multiresistente Erreger
Stufe Q1 2017/18
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung.............................................................................................................- 2 -
2. Allgemeine Informationen
2.1 Definition multiresistente Erreger......................................................................- 3 -
2.2 MRSA................................................................................................................- 3 -
2.3 Ursachen für Multiresistenz...............................................................................- 4 -
2.3.1 Ärzte, Medikamente und Krankenhäuser..................................................- 5 -
2.3.2 Multiresistenz durch Tiere bzw. Nahrung.................................................- 6 -
3. Behandlungsmöglichkeiten
3.1 Antibiotika und Resistenzen...............................................................................- 8 -
3.2 Antibiotika bei MRSA.......................................................................................- 9 -
3.3 Phagentherapie.................................................................................................- 10 -
3.4 Behandlung mit Reserveantibiotikum..............................................................- 11 -
3.5 Prävention.........................................................................................................- 12 -
4. Schluss/Fazit.......................................................................................................- 13 -
5. Literaturverzeichnis............................................................................................- 15 -
6. Erklärung............................................................................................................- 19 -
2
1. Einleitung
Diese Facharbeit beschäftigt sich mit multiresistenten Erregern am Beispiel von
MRSA und geht genauer auf die Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten ein.
Zudem beschäftigt sich die Arbeit noch mit den Möglichkeiten, die es gibt, um die
Entstehung und Übertragung dieser Keime zu verhindern.
Ich habe dieses Thema gewählt, da es sehr aktuell ist und auch häufig in den Medien
und Nachrichten vorkommt. Zudem passt es thematisch in den Fachbereich Genetik,
welchen wir zurzeit in der Schule bearbeiten. Ein weiterer Grund für mein Interesse
an diesem Thema ist, dass das Risiko einer Infektion mit multiresistenten Erregern
und besonders MRSA jeden betrifft und sich jeder damit anstecken könnte, man aber
kaum etwas darüber weiß. Zudem gibt es auch noch die auf uns zukommende
Problematik, dass es irgendwann keine wirksamen Antibiotika mehr gibt und somit
bakterielle Infektionen nicht mehr so einfach behandelt werden können.
Diese Arbeit soll zeigen was multiresistente Erreger sind. Des weiteren welchen
Ursprung diese haben und welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten (zur
Antibiotikatherapie) es gibt. Das zeige ich am Beispiel von MRSA. Außerdem soll
gezeigt werden, welche Präventivmaßnahmen es gibt, also was man tun kann, um die
Entstehung und Verbreitung multiresistenter Erreger (bzw. MRSA) zu verhindern.
Die Behandlungsmöglichkeiten und die Ursachen sollen in dieser Arbeit besonders
hervorgehoben werden.
Die Arbeit kann grob in drei Teile geteilt werden: Zuerst wird erklärt, was
multiresistente Erreger sind und was genau MRSA ist. Dann werden die
unterschiedlichen Ursachen für multiresistente Erreger und Infektionen damit an
mehreren Beispielen erläutert. Hiernach wird noch erklärt, wie man die Erreger
behandeln kann bzw. was man vorher tun kann, um die Entstehung solcher Keime
und eine Infektion damit zu verhindern. Zudem wird in diesem Teil auch noch auf
die Wirkweise von Antibiotika und die Resistenzmechanismen der Bakterien
eingegangen.
3
2. Allgemeine Informationen
2.1 Definition multiresistente Erreger
Multiresistente Erreger sind Bakterien („Bakterien sind einfache, einzellige
Organismen. Manche setzen schädliche Substanzen frei, die Toxine, die Krankheiten
verursachen können.“1), die durch Mutationen Resistenzen gegen gängige
Antibiotika entwickelt haben und daher nicht mehr mit diesen behandelt werden
können.
Diese Krankheitserreger sind für gesunde Menschen normalerweise ungefährlich und
ca. 1-2% der deutschen Bevölkerung tragen multiresistente Keime in und auf ihrem
Körper. Häufig siedeln sich die Erreger in der Nase, im Rachen oder an den Achseln
an. Ein Großteil davon weiß es überhaupt nicht, da die gesunde Haut- und
Schleimhautflora eine Ausbreitung auf der menschlichen (Schleim)haut verhindert,
daher findet keine Infektion statt2 und das Bakterium wirkt nicht pathogen. Die
Erreger werden erst gefährlich, wenn sie in offene Wunden oder durch die
Schleimhäute von immungeschwächten Menschen wie z.B. kleinen Kindern oder
älteren Menschen kommen, in diesem Fall gelangen die Bakterien in den
Blutkreislauf und der Mensch wird krank. Im Jahr 2013 gab es durch multiresistente
Erreger mehr als 30000 Tote.3
2.2 MRSA
MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, dieses Bakterium ist
gegen das Antibiotika Methicillin resistent und in den meisten Fällen auch noch
gegen andere Antibiotika aus der Gruppe der Beta Lactame. Da ein Großteil der
verwendeten Antibiotika aus dieser Gruppe stammt, sind diese Keime schwer mit
Antibiotika zu bekämpfen. MRSA verbreitet sich genauso wie das „normale“
Staphylococcus aureus Bakterium, es bewegt sich zwar nicht aktiv, wird aber durch
Körperkontakt bzw. Berührungen übertragen, außerdem verursacht es auch die
gleichen Symptome. Die Symptome einer Infektion mit Staphylococcus aureus sind
eitrige Infektionen der Haut, Lebensmittelvergiftungen, Entzündungen der Organe
1
Kaiser, Hans: „Naturwissenschaften: Das Schülerlexikon“, deutsche Ausgabe Starnberg 2005
2
Vgl. Euregio Twente/Münsterland: „Was sind die Folgen von MRSA für gesunde Personen“, letzter Zugriff: 15.01.2018
3
Vgl. Uni-Klinik Bonn: „MRSA“, letzter Zugriff: 16.01.2018; Vgl. Polke-Majewski, Karsten: „Das Wundermittel wirkt nicht
mehr“, letzter Zugriff: 16.01.2018
4
und in schlimmeren Fällen auch eine Sepsis, also eine Blutvergiftung, aber auch
Kreislauf- und Organversagen können die Folge sein. 4
Jährlich finden ca. 400.000-600.000 nosokomiale Infektionen statt, also Infektionen,
die in einem Krankenhaus stattfinden, dort sind die Infektionszahlen besonders hoch,
da dort besonders viele Menschen mit geschwächtem Immunsystem
aufeinandertreffen und sich gegenseitig infizieren können. Von diesen durch eine
nosokomiale Infektion betroffenen Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr
ungefähr 10.000-15.000, an den Folgen der Infektion. Das Staphylococcus aureus
Bakterium kommt häufig in der Natur vor und jeder Dritte trägt es auf seiner Haut, in
seinen Atemwegen oder an den Schleimhäuten, doch da das Immunsystem die
Keime abwehrt und nicht in den Körper lässt, findet meistens keine Infektion statt.
Die Anzahl der resistenten Staphylococcus aureus Stämme in deutschen
Krankenhäusern ist von 1990 bis 2007 von nur einem Prozent auf 20 Prozent
gestiegen und die Werte steigen weiter.5
4
Vgl. Onmeda-Redaktion: „MRSA: Infos zum Krankenhauskeim“, letzter Zugriff: 20.01.2018
5
Vgl. Neumann, Bernd: „Ebola und andere Killerkeime“, München 1. Auflage 2014, S. 47
6
Vgl. RKI: „Auftreten von MRSA mit negativem Nachweis für mecA (PCR) und Penicillin-Bindeprotein PBP2a
(Aggulationstest)“, letzter Zugriff: 22.01.2018
5
Keime multiresistent sind, gibt es verschiedene Wege wie diese ihre Informationen
weitergeben. Eine Möglichkeit ist, dass andere Zellen die DNA einer abgestorbenen
MRSA Zelle aufnehmen und so auch Resistenzen entwickeln können. Zudem können
Viren (Bakteriophagen) Teile der DNA auf andere Bakterien übertragen. Enthalten
diese Teile Gene, welche für die Resistenz verantwortlich sind, so werden die durch
die Phagen infizierten Bakterien ebenfalls antibiotikaresistent. Die Transposase, ein
Enzym welches in den Bakterien vorkommt, überträgt das Resistenzgen und andere
Gene von den Chromosomen in ein Plasmid (ein ringförmiges, doppelsträngiges
DNA-Molekül, welches sich getrennt vom Nucleoid in der Zelle befindet). Die
Bakterien besitzen ein Pilus, also einen außenliegenden Zellfortsatz mit dem sie sich
untereinander verbinden können. Sie bilden dort eine Plasmabrücke, mit der sie die
Plasmide austauschen können. Wenn die andere Zelle ein Plasmid mit dem
Resistenzgen erhalten hat, baut sie dieses in ihr Erbgut ein und wird somit auch
resistent. Wenn sich ein MRSA-Keim teilt, sind die beiden entstehenden
Tochterzellen ebenfalls resistent. Da die Resistenzeigenschaft an die Tochterzellen
weitergegeben wird, steigt die Anzahl der MRSA-Erreger exponentiell und schon
nach ca. zehn Stunden sind aus einer resistenten Zelle über eine Million neue
entstanden.7
7
Vgl. Lindsay, Jodi A.: „Staphylococcus: Molecular Genetics“, Norfolk UK 2008, S.45; Vgl. Kaysser, Leonard: „Resistent:
Wie Antibiotika wirken und wie Bakterien sie wirkungslos machen.“, letzter Zugriff: 21.01.2018; Vgl. Walsh, Christopher T.
und Fischbach, Michael A.: „Die Entstehung des Superkeims“. In: Spektrum der Wissenschaft, Heft 3 2011, S.28ff;
Vgl. Spektrum der Wissenschaft: „Kompaktlexikon der Biologie: Plasmid“, letzter Zugriff: 27.02.2018
6
Tagen der Einnahme weg, doch einige Bakterien leben noch. Da manche der
Bakterien das mecA-Gen entwickelt haben und daher resistent sind, können diese
ihre Informationen über die Resistenz an die anderen noch lebenden Bakterien
weitergeben, dadurch werden diese auch resistent. Denn erst nach der
abgeschlossenen Behandlung sind wirklich alle Bakterien „besiegt“ und dann wäre
eine Weitergabe des mecA-Gens an andere Bakterien nicht mehr möglich. Eine
zulange Behandlung mit einem Antibiotikum kann ebenfalls für Resistenzen sorgen,
denn das durchgehend vorhandene Medikament erhöht den Selektionsdruck auf die
Keime und führt daher zu mehr resistenten Keimen. Zudem werden durch das
Antibiotikum die nicht resistenten Erreger abgetötet und die Multiresistenten können
sich weiter ausbreiten. Da diese nicht von dem Medikament beeinträchtigt werden
und somit mehr Platz und Ressourcen zur Verfügung haben.8
Krankenhäuser dienen zudem häufig als Ursprung von multiresistenten Keimen, wie
zum Beispiel MRSA, da dort besonders viele Menschen mit einem geschwächten
Immunsystem aufeinandertreffen und diese die Krankheitserreger aufeinander
übertragen. Die Bakterien können hier bei Menschen, die zum Beispiel gerade
operiert wurden und deren Immunsystem geschwächt ist, über die Schleimhäute in
den Körper gelangen und somit eine Infektion auslösen. Wenn dort Staphylococcus
aureus Keime auf Türgriffe oder ähnliches übertragen werden und diese mit
multiresistenten Keimen in Berührung kommen, tauschen diese Plasmide
untereinander aus, wodurch die anderen Keime nun auch Resistenzen entwickeln
können. Wenn diese nun auf einen Menschen übertragen werden, kann eine Infektion
stattfinden. Eine weitere Ursache für die erhöhten Infektionszahlen mit
multiresistenten Erregern in Krankenhäusern ist die Tatsache, dass viele Ärzte nicht
so sehr auf die Hygiene achten. Sie waschen sich nicht oft genug die Hände und
desinfizieren sich auch nicht, daher dienen die Ärzte teilweise als Überträger. Durch
die Nutzung von nicht sterilen Materialien während einer Operation, wie zum
Beispiel Scheren oder Fäden aber auch Herzschrittmachern, kommen die Bakterien
direkt in den Körper und in den Blutkreislauf und lösen damit eine Infektion aus. Da
8
Vgl. Wewetzer, Hartmut: „Antibiotika besser nur kurz einnehmen“, letzter Zugriff: 22.01.2018; Vgl. Neumann (2014), a.a.O.,
S. 51; Vgl. Walsh, Christopher T. und Fischbach, Michael A.: „Ausgefeilte Strategien gegen SUPERKEIME“. In: Spektrum der
Wissenschaft, Heft 3 2011, S.28ff
7
9
Vgl. Neumann (2014), a.a.O., S. 47ff
8
ebenfalls mit MRSA infizieren, sowohl durch den Besitzer, als auch über andere
Menschen oder infizierte Gegenstände mit denen sie in Kontakt kommen. Dieser
Keim setzt sich auf jedes Lebewesen und kann es infizieren. Das Tier ist dann Träger
des Keims und kann den Menschen dann infizieren sobald das menschliche
Immunsystem geschwächt ist. Tiere können sich auch untereinander anstecken, so
verbreitet sich die Krankheit immer weiter.10
3. Behandlungsmöglichkeiten
3.1 Antibiotika und Resistenzen
Krankheitserreger werden normalerweise mit Antibiotika behandelt, diese werden
von anderen Mikroorganismen, wie zum Beispiel Bakterien oder Pilzen, produziert
und sind für die Krankheitserreger giftig. Es gibt verschieden Möglichkeiten, wie
Antibiotika die Bakterien beeinflussen bzw. zerstören. Zum einen gibt es die
Bakterizide, welche die Bakterienzelle abtöten. Manche hemmen die
Zellwandsynthese, indem sie sich an Enzyme binden, die normalerweise für die
Zellwandsynthese verantwortlich sind und somit das aktive Zentrum des Enzyms
blockieren, sodass die richtigen Zellwandproteine nicht daran binden können. Durch
diese Hemmung der Synthese, kann die Zellwand sich bei ihrem Wachstum nicht
richtig verbinden, daher verliert sie langsam ihre Form und platzt irgendwann. Durch
das Antibiotikum kann auch die Permeabilität, also die Durchlässigkeit der Zellwand
verändert werden, wodurch andere Antibiotika eine bessere Chance haben in die
Zelle zu kommen und diese zu besiegen. Dann gibt es noch die Bakteriostatika,
welche das Zellwachstum hemmen und so die Vermehrung der Bakterienzellen
beeinflussen. Eine Möglichkeit ist die Hemmung der Proteinbiosynthese, hier kann
zum einen die RNA-Polymerase gehemmt werden und zum anderen können Enzyme
an die Ribosomen binden. Wenn die RNA-Polymerase gehemmt wird, kann keine
Transkription stattfinden, da der komplementäre RNA-Strang nicht durch die
Polymerase ergänzt werden kann. Durch die Bindung von Enzymen an die
Ribosome, kann die mRNA nicht in Proteine übersetzt werden und somit kann keine
Translation stattfinden. Ohne, bzw. durch eine verlangsamte Translation, können
weniger oder gar keine Proteine gebildet werden, die die Zelle zum Wachstum oder
10
Vgl. Moyer, Melinda Wenner: „Tierhaltung: Tickende Zeitbombe“. In: Spektrum der Wissenschaft, Heft 7 2017, S.36ff;
Vgl. Kekule, Alexander S.: „Vom Stall ins Krankenhaus“, letzter Zugriff: 24.01.2018; Vgl. Müller, Thomas: „Keimschleuder
Haustier“, letzter Zugriff: 24.01.2018
9
zur Reparatur benötigt, daher wächst die Bakterienzelle gar nicht mehr bzw. deutlich
langsamer.
Eine weitere Möglichkeit ist die Hemmung der DNA-Polymerase, diese sorgt
normalerweise für die Verdopplung der DNA, damit sich die Zelle hinterher teilen
kann. Wenn die Polymerase gehemmt wird, kann sie die komplementären Stränge
nur noch langsamer oder gar nicht mehr synthetisieren. Wenn dadurch die Mitose
nicht stattfinden kann oder länger dauert, braucht die Bakterienzelle mehr Zeit um
sich zu teilen.11
Die resistenten Krankheitserreger besitzen Resistenzmechanismen gegen die
Wirkungsweise des Antibiotikums. Zum Beispiel gibt es in resistenten
Bakterienzellen Beta Lactamasen, also Enzyme, die an Beta Lactam Antibiotika
binden und sie inaktivieren bzw. zerstören sie, daher kann das Antibiotikum nicht
mehr an die Enzyme binden und somit keinen Schaden in der Zelle anrichten.
Ein weiterer Resistenzmechanismus der Bakterien ist die Veränderung der
Zielstruktur, hierdurch findet seltener eine Bindung zwischen Enzym und
Antibiotikum statt. Wenn das Antibiotikum normalerweise an das Penicillin-
bindende Protein bindet, wird die Struktur (das aktive Zentrum) dieses Enzyms bzw.
Proteins so verändert, dass das Antibiotikum nicht mehr daran binden kann. Hierfür
gibt es zum Beispiel das Resistenzgen mecA, dieses codiert für das Penicillin-
bindende Protein PBP2a. Dieses Protein besitzt eine geringe Affinität für
Antibiotika, hat also ein geringes Bindestreben (bindet seltener an Antibiotika),
hierdurch findet eine Hemmung statt, da das Medikament nur noch seltener binden
kann. Es kann aber auch die Struktur der DNA-Gyrase verändert werden, diese sorgt
normalerweise für die Entwindung der DNA-Doppelhelix bei der Mitose. Einige
Antibiotika, die Gyrasehemmer, binden an das Enzym und inaktivieren es, wodurch
die Mitose nicht richtig funktioniert und die DNA nicht abgelesen werden kann. Um
das zu verhindern, wird die Struktur der Gyrase durch Mutationen verändert und so
kann das Antibiotikum nicht mehr daran binde. Ein anderer Mechanismus ist die
Effluxpumpe, sie wird auch Carrierprotein genannt, dieses Protein befindet sich in
der Zellmembran und sorgt dafür, dass das Antibiotikum aus der Zelle gepumpt bzw.
transportiert wird, bevor es an irgendein Enzym binden kann und Schaden anrichtet.
Einige resistente Bakterien besitzen eine veränderte Zellstruktur, hierdurch kann das
11
Vgl. Kaysser, a.a.O., letzter Zugriff: 24.01.2018; Vgl. Lange-Ernst, Maria E.: „Antibiotika: Die gefährlichen
Gesundmacher“, 1. Ausgabe 2003, S. 42; Vgl. Prof. Dr. Rottmann, Oswald und Dr. Höfer, Paul: „Lexikon Biologie:
Fachbegriffe der Biologie“, Freising 1. Ausgabe 2002
10
Antibiotikum nicht mehr so einfach oder überhaupt nicht mehr in die Zelle und somit
kann es auch nicht wirken und verliert seine Funktion.12
12
Vgl. Kaysser, a.a.O., letzter Zugriff: 24.01.2018; Vgl. Lange-Ernst, a.a.O., S. 42; Vgl. Dr. Fallert-Müller, Angelika: „Lexikon
der Biochemie: Topoisomerasen“, letzter Zugriff: 25.01.2018; Vgl. Fischer, Lars: „Mikroben bunkern Resistenzfaktoren“,
letzter Zugriff: 25.01.2018
13
Vgl. Dr. Fallert-Müller, Angelika: „Lexikon der Biochemie: „Beta-Lactam-Antibiotika“, letzter Zugriff: 25.01.2018; Vgl.
RKI, a.a.O., letzter Zugriff: 22.01.2018; Vgl. Kaysser, a.a.O., letzter Zugriff: 26.01.2018
11
3.3 Phagentherapie
„Phagen sind der häufigste Organismus auf der Erde. Die Viren infizieren nicht
Menschen oder Tiere, sondern krankheitserregende Bakterien.“14
Diese Bakteriophagen kommen häufig in der Natur vor, man findet sie in Bächen, im
Boden und fast überall, aber am häufigsten in der Nähe von Bakterien.
Phagen sind die natürlichen Fressfeinde von Bakterien und daher kann man diese
Organismen zur Bekämpfung von bakteriellen Infektionen nutzen. Sie sind eine
Alternative zum Antibiotikum, welches durch die Resistenzen an Wirkung verliert.
Phagen wirken spezifisch, das heißt, dass zu jeder Bakterienart ein bestimmter
Bakteriophage als Fressfeind existiert und dieser Phage nur dieses Bakterium
bekämpft und keine anderen Zellen. Sie wirken, indem sie an die Bakterienzellen
binden und ihr Verhalten so umprogrammieren, dass die Zellen ganz viele weitere
Phagen produzieren. Zudem produzieren sie Stoffe für die Lyse, also die Zerstörung
der Zelle, wenn dann genug Phagen von der Bakterienzelle produziert wurden wird
die Lyse eingeleitet und die Phagen werden durch die Zerstörung der Zelle frei.
Sobald die Bakteriophagen alle Krankheitserreger besiegt haben, sterben sie ab und
es gibt keine Nebenwirkungen.
Neue Phagen werden gefunden, indem Bodenproben im Labor analysiert und die
Phagen isoliert werden, dann wird getestet ob sie gegen die Krankheitserreger im
Labor wirken, dadurch wird dann herausgefunden, gegen welche Bakterien sie
wirken und wie man sie einsetzen kann. Da sich die Phagen weiterfortpflanzen,
werden diese sehr alt, sind also als Medikament sehr lange haltbar. Es gibt Proben
die sind über 100 Jahre alt.
Als Heilmittel zugelassen ist die Phagentherapie in Deutschland noch nicht, da es
noch nicht genug Studien gibt die zeigen, wie diese wirklich wirken bzw. ob diese
wirklich keine Nebenwirkungen haben. Doch in anderen Ländern wir Georgien gibt
es die Forschung schon seit über 100 Jahren. Aus diesem Grund gehen viele kranke
Menschen dorthin, um sich mit den Phagen behandeln zu lassen, da es eine der
einzigen Möglichkeiten der Behandlung von multiresistenten Erregern ist. Viele
Länder investieren in die Forschung in Georgien, unter anderem die vereinigten
Staaten und viele Länder der EU, um die Forschung voran zu bringen und somit ein
alternatives und wirksames Heilmittel zu schaffen.15
14
Kaufmann, Johannes: „Phagentherapie – Hoffnung im Kampf gegen Infektionen“, letzter Zugriff: 26.01.2018
15
Vgl. ebd., letzter Zugriff: 26.01.2018; Vgl. Pranz, Sebastian: „Fragen über Phagen“, letzter Zugriff: 26.01.2018
12
3.5 Prävention
Es gibt mehrere Möglichkeiten der Prävention, um so einer Infektion vorzubeugen.
Zum einen sollten die bereits infizierten Patienten isoliert werden, damit sie ihre
multiresistenten Erreger nicht an andere Menschen weitergeben und diese infizieren.
Kontakt zu infizierten Menschen oder Tieren sollte ohne Schutzanzüge vermieden
werden.17
Grundsätzlich muss verhindert werden, dass Bakterien an Orte gelangen, an denen
sie normalerweise nicht vorkommen, zum Beispiel kommt der Staphylococcus
aureus Keim natürlicherweise auf der menschlichen und tierischen Haut vor,
pathogen wirkt dieser Keim erst, wenn er in den menschlichen Körper kommt. Daher
kann eine Infektion verhindert werden, indem eine Übertragung auf andere
Körperstellen verhindert wird. Um Infektionen vorzubeugen muss sowohl im
Krankenhaus, als auch im Alltag etwas getan werden. Um nosokomialen, also im
Krankenhaus erworbene, Infektionen vorzubeugen, muss dort besonders auf Hygiene
geachtet werden. Alle Gegenstände die benutzt wurden müssen desinfiziert werden,
um keine Krankheitserreger zu übertragen. Zudem müssen auch Betten, Türklinken
und Lichtschalter desinfiziert werden, denn MRSA Keime können bis zu sieben
16
Vgl. Prof. Dr. Tschäpe, Helmut: „Aktuelles zur Antibiotikaresistenz- das Problem aus humanmedizinischer Sicht“, letzter
Zugriff: 29.01.2018; Vgl. Spektrum der Wissenschaft: „Lexikon der Biologie: Vancomycin“, letzter Zugriff: 29.01.2018
17
Vgl. Dr. med. Schneck, Dagmar: „Staphylococcen und MRSA“, letzter Zugriff: 02.02.2018
13
Monaten auf den meisten Flächen überleben und so auch schnell andere Menschen
infizieren. Genutzte medizinische Werkzeuge sollten bei hohen Temperaturen, z.B.
durch trockene Heißluft, sterilisiert werden. Bei Staphylococcus aureus Keimen
reicht es, wenn diese acht Minuten auf 160 Grad erhitzt werden, dann sind die Keime
abgetötet und das Werkzeug steril.18
Bei Operationen und anderen Eingriffen sollten die genutzten Teile steril sein, denn
zum Beispiel werden häufig durch Implantate bzw. künstliche Gelenke
Krankheitserreger in den menschlichen Körper transportiert und sorgen dort für eine
Infektion. Wenn diese keimfrei und steril gelagert werden bzw. vorher desinfiziert
werden, kann es nicht zu einer Infektion kommen, da keine Bakterien an dem
Gegenstand sind. In Kliniken sollten alle Flächen prophylaktisch desinfiziert werden
und besonders, wenn es zu einer Kontamination mit Blut oder anderen
Körperflüssigkeiten kommt, da die Möglichkeit besteht, dass in diesen Flüssigkeiten
multiresistente Erreger vorhanden sind, aber auch nach dem Tod sollte der Körper
desinfiziert werden, um einer Infektion vorzubeugen.
Die Ärzte und das Pflegepersonal sollten sich ständig und regelmäßig die Hände
desinfizieren, um nicht die Keime von einem Patienten auf einen anderen zu
übertragen. Doch nur ein kleiner Teil des Personals tut es wirklich, es wird viel
weniger Desinfektionsmittel verwendet, als es eigentlich benutzt werden sollte.19
Aber auch im Alltag sollte auch auf die Hygiene geachtet werden, zum Beispiel
durch das regelmäßige Händewaschen und die Nutzung von Desinfektionsmitteln.
Diese reduzieren die Anzahl von Keimen, da sie bakterizid wirken, also die
Bakterienzelle angreifen und zerstören.
Um die allgemeine Entstehung von resistenten Krankheitserregern zu verhindern,
muss der Einsatz von Antibiotika eingeschränkt werden, sowohl in der
Humanmedizin, als auch in der Tierhaltung. Menschen sollten nicht immer alle
Krankheiten mit Antibiotika behandeln, sondern nur wenn es wirklich nötig ist und
nicht einfach prophylaktisch. Die Tiere sollten auch nicht durchgehend mit diesem
Medikament gefüttert werden, es sollten nur die Tiere behandelt werden, die wirklich
krank sind, hierdurch entstehen weniger Resistenzen.
18
Vgl. Bast, Eckhard: „Mikrobiologische Methoden“, 2. Auflage, S.15
19
Vgl. Prof. Dr. Perka, Carsten, Interview: „Mit neuen Strategien gegen Krankenhaus-Keime“, letzter Zugriff: 02.02.2018;
Vgl. Denk, Ingrid: „Flächendesinfektion“, letzter Zugriff: 02.02.2018
14
4. Schluss/Fazit
Diese Facharbeit sollte sich mit multiresistenten Erregern beschäftigen und genauer
auf die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten dieser Keime eingehen.
Zusammengefasst entstehen multiresistente Erreger durch die falsche Nutzung von
Antibiotika; wenn diese dauerhaft in einem Organismus sind, werden die "normalen"
Erreger abgetötet und die Resistenten können sich vermehren. Diese falsche
Antibiotikanutzung findet sowohl in der Humanmedizin, als auch in der Tierzucht
statt. Durch diese Resistenzen wirken dann die meisten Antibiotika nicht mehr, das
erkennt man auch an MRSA Keimen, denn bei diesen wirken in vielen Fällen die
Beta Lactam Antibiotika nicht mehr. Dadurch, dass immer mehr Resistenzen
entstehen, gibt es immer weniger wirkende Antibiotika, selbst die
Reserveantibiotika, welche nur für den Notfall gedacht sind, wirken in vielen Fällen
nicht mehr. Aus diesem Grund können bakterielle Infektionen häufig nicht mehr mit
Antibiotika behandelt werden und daher müssen alternative Behandlungen zum Zuge
kommen.
Als mögliche Behandlung käme die Phagentherapie in Frage. Bei dieser werden
Viren, welche nur bestimmte Bakterien angreifen, verwendet, um die
Krankheitserreger abzutöten. Da diese Viren bakterienspezifisch wirken, richten sie
keinen Schaden im menschlichen Körper an und haben somit auch keine negativen
Folgen. In der Zukunft können Phagen eine gute Alternative zur normalen
Antibiotikabehandlung sein, da eine Resistenz gegen diese Phagen eher
unwahrscheinlich ist, zudem könnte diese Therapie, sobald sie richtig erforscht ist,
auch sehr effektiv sein. Die Entdeckung neuer Phagen ist nicht schwer, da diese fast
überall vorkommen, besonders in der Nähe von Bakterien.
Um der Entstehung von Resistenzen vorbeugen zu können, müssen Antibiotika
effektiver genutzt werden. Sie dürfen nur verwendet werden, wenn sie nötig sind und
dann nicht zu lange und auch nicht zu kurz. Zudem darf dieses Medikament nicht
präventiv in der Tierzucht angewendet werden, sondern nur bei den Tieren, die
wirklich krank sind.
Um eine Infektion mit diesen Keimen zu verhindern, muss auf Hygiene geachtet
werden. Denn diese Keime können nur über Kontakt übertragen werden, da sie sich
nicht selbst fortbewegen können.
Diese Facharbeit hat die Ziele aus der Einleitung erfüllt und sich mit multiresistenten
Erregern am Beispiel von MRSA beschäftigt.
15
5. Literaturverzeichnis
• Prof. Dr. Rottmann, Oswald und Dr. Höfer, Paul: Lexikon Biologie:
Fachbegriffe der Biologie. Erste Ausgabe. Freising: Stark Verlag, 2002
Internetquellen:
• Euregio Twente/Münsterland: Was sind die Folgen von MRSA für gesunde
Personen.
URL: [Link]
was-ist-mrsa-personal/399-was-sind-die-konsequenzen-von-mrsa-fur-gesund
e-personen (letzter Zugriff: 15.01.2018)
• Kaysser, Leonard: Resistent - Wie Antibiotika wirken und wie Bakterien sie
wirkungslos machen. (2014)
17
URL: [Link]
Resistent (letzter Zugriff: 21.01.2018)
• RKI: Auftreten von MRSA mit negativem Nachweis für mecA (PCR) und
Penicillin-Bindeprotein PBP2a (Aggulationstest). (2011)
URL: [Link]
Ausgaben/38_11.pdf%3F__blob%3DpublicationFile
(letzter Zugriff: 22.01.2018)
6. Erklärung
Ich erkläre, dass ich die Facharbeit ohne fremde Hilfe angefertigt und nur die
im Literatur- und Quellenverzeichnis angeführten Quellen und Hilfsmittel
benutzt habe.
Ort/Datum/Unterschrift