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Skript Renaissancekirche BS

Das Dokument behandelt die Entwicklung der Sakralarchitektur während der Renaissance, insbesondere die Integration heidnisch-antiker Bauformen in den Kirchenbau. Es wird erläutert, wie Architekten wie Leon Batista Alberti und Bramante antike Ideale und geometrische Prinzipien in ihre Entwürfe einfließen ließen, um zentrale Kirchenbauten zu schaffen. Zudem wird die Bedeutung von Proportionen und der Einfluss der Schöpfungsgeschichte auf die Architektur hervorgehoben.

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Das Dokument behandelt die Entwicklung der Sakralarchitektur während der Renaissance, insbesondere die Integration heidnisch-antiker Bauformen in den Kirchenbau. Es wird erläutert, wie Architekten wie Leon Batista Alberti und Bramante antike Ideale und geometrische Prinzipien in ihre Entwürfe einfließen ließen, um zentrale Kirchenbauten zu schaffen. Zudem wird die Bedeutung von Proportionen und der Einfluss der Schöpfungsgeschichte auf die Architektur hervorgehoben.

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Die Renaissancekirche

Folien 1 & 2 Titelbilder


Folie 3 Gliederung

Folie 4 Heidnisch-antike Bauformen in der christlichen


Sakralarchitektur

Die Einführung heidnischer Bauformen aus der Antike stellt ein Problem in der
Sakralarchitektur dar. Die Lösung besteht einerseits in der Idealisierung der
Bauform Kirche zum Zentralbau und andererseits in der typologischen
Übersetzung der extrovertierten Architektur des Tempels zum innenräumlich
orientierten Kirchenbauplan. > Urbino, Idealstadtansicht mit Zentralbaukirche,
Säulenstellung des Tholos.
Folie 5 Kirche, Palast und Villa:
Die drei wichtigsten Bautypen der Renaissancearchitektur in Italien.
Der Kirchenbau von San Sebastiano in Mantua zeigt eine Umsetzung mit der
Form eines Thermenraumes: Zentralität und Ritus sind nicht auf einander
abgestimmt.
Folie 6 Der Kirchenraum ist Versammlungsraum der
Kirchengemeinde.
Für San Sebastiano besinnt sich Leon Batista Alberti auf die Maxentiusbasilika in
Rom. Die Basilikale Form der frühchristlichen Basiliken und der mittelalterlichen
Kirchen kehren das Motiv der Stütze in den Innenraum. Im Gegensatz dazu
stehen die Säulen um den antiken Sakralbau Tempel.
Folie 7 Die mittelalterlichen Kirchen zeigen in ihrer räumlichen
Gliederung das Kreuzmotiv.
Das Kreuz ist das Sinnbild der Erlösung der menschlichen Existenz auf Erden
durch das Leiden Jesù Christi. Es ist die Vollendung der Existenz auf Erden im
Vorgriff auf die göttliche Ordnung im Himmel. Es ist die Vorzugsform des
Gotteshauses.
Folie 8 Die Wiederentdeckung der römischen Antike in Italien lässt
ein idealisiertes goldenes Zeitalter der römischen Herrschaft erkennen,
gekennzeichnet durch Prosperität und Frieden. Die großen Ruinen, die überall
noch zu sehen waren, bestätigen die Texte der Antike, die von humanistisch
gebildeten Gelehrten studiert werden. Die Vorbilder der Antike werden neben der
Religion zu Idealen, nach denen sich die Menschen orientieren: Ein Widerspruch
zwischen Religion und Humanismus, zwischen Leben und Leiden muss
überwunden werden.
Die biblische Schöpfungsgeschichte aus sogar vorrömischer Zeit bietet die
Möglichkeit Gottvater als Schöpfer überall in der Schöpfung wiederzuerkennen,
eine ideale Schöpfung, die durch das Leiden Christi schließlich errettet werden
musste: Die humanistische Exegese der Schöpfung Gottes.
Folie 9 Die Schöpfung zeigt die göttliche Vollkommenheit.
Luca Paccioli, Leonardo Da Vinci und viele andere Künstler und Wissenschaftler
erkunden die Zusammenhänge der Schöpfung, indem sie Geometrie und Zahl in
der Schöpfung hinterlegt wiederzuerkennen glauben. Es sind die ersten
MODELLIERUNGEN der Wirklichkeit. Die Zentralität in Form von Kreis und Quadrat
wird dafür genutzt.
Folie 10 Das Bild der Erschaffung des Menschen von Michel-Angelo in
der Kapella Sistina. Es zeigt die Perfektion mit der damals die Glieder des Körpers
dargestellt wurden: Sie sind das Abbild Gottes, wie in der Bibel beschrieben
(Genesis).
Folie 11 Die Übersetzung des Ideals in die architektonische Form.
Der Mensch als Abbild Gottes wird zum Form gebenden Motiv, das im Gleichklang
mit den Grundformen der Geometrie das geometrische Muster in der Architektur
begründet und diese damit in der Idealisierung für den Kirchenbau tauglich
macht.
Folie 12 Leon Batista Alberti beeinflusst mit seinen 10 Büchern zur
Architektur (De Re Aedificatoria) die Findung neuer Formen für den Kirchenbau.
Es ist die humanistische Weiterführung antiker Texte wie die 10 Bücher des Vitruv
zur Architektur der Antike. Alberti beschreibt die neuen Bauaufgaben, wie den
Kirchenbau.
Folie 13 Die Prinzipien des Alberti (siehe Folie 12) werden von Leonardo
da Vinci zeichnerisch dargestellt, allerdings von außen als Baukörper.
Verschiedene Varianten von Innenräumen werden von Francesco di Giorgio
Martini errichtet. Hier das Prinzip des quadratischen Innenraumes mit
eingestellten vier Säulen und Übergang zur kreisrunden Kuppel.
Folie 14 Die Prinzipien des Alberti (siehe Folie 12) werden von Leonardo
da Vinci zeichnerisch dargestellt, allerdings von außen als Baukörper.
Der Gegensatz zu Folie 13 ist die ausgeschiedene Vierung bei sich kreuzenden
Mittel- und Querschiff. Die antiken Formen zieren die Fassaden und eine
Wandgliederung im Hauptschiff. Daher wird unter der Kuppel nur ein Übergang
zum Oktogon mit gefalteten Fassaden im Tambour erzielt.

Folie 15 Räumlich-architektonische Merkmale des


Zentralbaus – Santa Maria, Todi.

Folie 16 Der Zentralbaugedanke (a bis e) im Dienste des


Kirchenbaugrundrisses.
Folie 17 Der Zentralbau in Todi: die Kontrolle aller Baumotive und aller
Übergänge.
Gleichförmige Raumgliederung, vier Konchen, Pendentive, Tambour,
Kuppel.
Folie 18 Die Axonometrie zeigt,
dass der Hauptaltar innen in der Konche steht, die vollkommen
halbkreisförmig gebaut wurde.
Die anderen Konchen mit Zugangstüren zur Kirche sind polygonal gebrochen.
In der Vierung werden alle Unterschiede überwunden und mit vier Pendentiven
der Übergang zur Kuppel gestaltet.
Vergleiche die Prinzipien des Alberti mit S. Maria in Todi. (Folie 12).
Folie 19 Kreis und Quadrat bestimmen den Grundriss, Würfel und
Kugel Raum und Außenansicht.
Folie 20 Übereinstimmung von Innenraum und Außengliederung.
Folie 21 Übereinstimmung von Innenraum und Außengliederung.
Folie 22 Das vermittelnde Element zwischen Quadrat unten und
Kreiskuppel oben ist das Pendentiv.
Folie 23 Das vermittelnde Element zwischen Quadrat unten und
oktogonaler Kuppel oben ist die Trombe.
Folie 24 & 25 Die direkt vermittelnde Einwölbung über vier
Kreisbögen ist die Hängekuppel mit gleichem Käpfer wie die Bögen. Die
Pendentive sind letztlich nur vier Ausschnitte aus der Hängekuppel, die bereits in
den byzantinischen Kuppelkirchen (Hagia Sophia) gebaut wurden. Die
Hängekuppel ist die irdische Projektionsebene des Himmels, die die himmlischen
Erscheinungen auf der Erde zeigen, in Todi die vier Evangelisten.
Folie 26 & 27 Bauformen der Einwölbung des Zentralbaus.

Folie 28 Funktionen von Zentralbauten (siehe auch


Zentralbau im Wintersemester)

Folie 29 Der christliche Referenzbau ist die Grabeskirche, das Martyrion.


Folie 30 & 31 Bramante baut ab 1502 mit den Spendengeldern der
Spanischen Könige unter dem Schutz des Papstes Julius II. den Tempietto in
Rom, als Memorie und Martyrion über dem Ort der Kreuzigung des Petrus.
Das Petrusgrab befindet sich in der Mitte unter der Kuppel des Petersdoms, der
damals ebenfalls von Bramante neu errichtet wird: Tholos und runder
Thermenraum.
Folie 32 Die formale Kenntnis der Schöpfung und der antiken Texte führt zum
Konzept der Proportion, die hier sogar Übereinstimmungen der Formen
untereinander erzeugt: Die Lage des rechten Winkels.
Folie 33 Der Tempietto steht heute als Sonderbauwerk in einem
schmucklosen Innenhof. Es gab jedoch auch einen Plan zur idealisierten
städtebaulichen Einbindung und Erweiterung der antiken Formensprache im Hof.
Folie 34 Das Mausoleum der Santa Costanza war ein Vorbild für
Erinnerungsbauten von mächtigen Stiftern von Grabkapellen.
Folie 35 Die Capella Chigi in Santa Maria del Popolo in Rom wurde von
Raphael ab 1512 erbaut. Raphael wiederholt zahlreiche Motive des Pantheon in
Rom, das von ihm damals renoviert wurde.
Folie 36 Das Baptisterium San Giovanni in Laterano in Rom wurde
ebenfalls renoviert. Der zentrale oktogonale Stützenbaldachin wurde oft im
Kirchenbau nachgeahmt. (Lodi)
Folie 37 Die Baptisterien des Mittelalters in den Italienischen Städten
wurden oft stolz als noch intakte Bauten der christlichen Spätantike präsentiert.
Sie dienten der Selbstdarstellung der stadtstaatlichen Verwaltung der
Kommunen, als sakraler Ort der Konversion aus dem Heidentum zur christlichen
Religion. Sie wurden in den kommunalen Großbauten des 15. Und 16.
Jahrhunderts nachgeahmt.
Folie 38 & 39 Beispiel Florentiner Dombaukuppel, Brunelleschi.

Folie 40 Der Zentralbau St. Peter in der Renaissance

Folie 41 Sankt Peter in Rom bis in das 15. Jahrhundert. (Siehe die
frühchristliche Basilika).
Folie 42 & 43 Uffizien I. Der Bramanteplan und die
Gründungsmedaille.
Donato Bramante konzipiert zentral über dem Petrusgrab eine neue Peterskirche
für Papst Julius II. Das Projekt ist in verschiedenen Planskizzen bis heute
überliefert, die in Florenz in den Uffizien aufbewahrt werden. Die mit 1
nummerierte Zeichnung Uffizien I zeigt ein griechisches Kreuz mit zentraler
Hauptkuppel und vier Nebenkuppeln, einen so genannten Quincunx. Dieses
Konzept wurde realisiert. Utopisch waren allerdings die zahlreichen Nebenbauten
und Türme in der Peripherie.
Bramante plante die Zentralbaukuppel in den Dimensionen des Pantheon,
allerdings hoch oben auf den Vierungspfeilern und Pendentiven (siehe Kirche in
Todi). Das immense Gewicht der Kuppel konnte jedoch nur von viel massiveren
Pfeilern aufgenommen werden. Bramante zeigt in seinen Skizzen in den Uffizien,
wie der Plan verändert werden musste. Das Suchen nach der besten Bauform
verursachte zahlreiche Verzögerungen und eine Kostenexplosion, die schließlich
zu den Protesten der Protestanten gegen die päpstlichen Geldsammlungen
nördlich der Alpen führte.
Folie 44 Das Petersgrab und verschiedene Planungen zu St Peter, zunächst
noch vor Bramante als Längsbau, dann unter Bramante die Mauern und Pfeiler
um die zentrale Kuppel.
Folie 45 & 46 Axonometrie und geplante Baufortschritte in der Einwölbung
nach dem Tod von Bramante. Baldassare Perruzzi um 1512, Zentralbauprojekt mit
vier Konchen und vier Türmen.
Folie 47 & 48 Ruinöser Zustand der Baustelle bei Aufgabe der
Bauarbeiten wegen Finanznöten.
Idealplan der Kuppel nach Bramante und dem Pantheon, aber als Tholos
(siehe Tempietto).
Folie 49 Großes St. Peter Modell und Plan des Antonio da Sangallo.
Antonio da Sangallo war der erfahrenste Ingenieur der Zeit. Er bewarb sich mit
einem Plan für St Peter zwischen Zentral- und Längsbau.
Folie 50 & 51 Reduktion des Projektes durch Michel-Angelo.
Unter Papst Paul III. wurde eine vereinfachte Fassung des Projektes von Michel-
Angelo konzipiert. Die Architektur hatte sich von der reinen Wiederholung der
Antike zu einer Formensprache im Dienst der Bauaufgabe gewandelt. Der
Großbau wurde finanzierbar. Die Kuppel konnte nach dem Tod von Michel-Angelo
von dessen Schülern fertiggestellt werden: Die Referenzarchitektur des
römischen Barock.
Folie 52 Die Apsiden von St. Peter des Michel-Angelo sind bis heute
erhalten. Darüber ist die Kuppel gut sichtbar.
Folie 53 & 54 Die Erweiterung des Petersdoms zum Längsbau und
darüber hinaus der Petersplatz bilden mit dem tunnelartigen Hauptschiff eine
longitudinale Raumeinheit. Die Kuppel bleibt auf diese Achse jedoch nur schlecht
im Hintergrund sichtbar.

Folie 55 Longitudinale Kirchenbauten der Renaissance

Folie 56 & 57 San Lorenzo, F. Brunelleschi, Florenz, ab 1421.


Das Studium der antiken Tempelruinen in Rom ermöglichte Brunelleschi die
korrekte formale Rekonstruktion der antiken Säule mit Gebälk. Er reformierte die
christliche Basilika, indem er die Säulen die den antiken Tempel außen umgaben
im Inneren des Kirchenraumes aufstellte, um Arkaden zwischen den
Kirchenschiffen zu tragen. Der Plan von San Lorenzo zeigt die geraden Apsiden
und gewölbten Sakristeien.
Folie 58 Santo Spirito, F. Brunelleschi, Florenz, 1534.
In Santo Spirito wird die Aufstellung der Säulen zum rundum raumbildenden
Motiv, insbesondere im Chorbereich, wo um die Vierung herum ein mit Arkaden
gegliederter Zentralbau am Ende des Längsbaus entsteht.
Folie 59 Die Fassade der Basiliken verbleibt im ungelösten
Rohbauzustand.
Folie 60 Die Triumphbogenfassade
Folie 61 Das Motiv eines prächtigen Zugangs zur Kirche wurde in den
Formen der antiken Triumphbögen gesucht. Diese Ehrentore wurden für die
siegreichen römischen Kaiser beim Einzug in die Stadt errichtet, manchmal auch
als Stadttore in den Provinzen des Reiches.
Folie 62 Alberti hat für den Herzog Malatesta in Rimini die erste
Triumphbogenfassade vor einer Kirche begonnen, die jedoch nie vollendet
wurde.
Folie 63 Der basilikale Querschnitt sollte mit einem mittleren Aufbau über
den drei Bögen des Erdgeschosses bekrönt werden.
Folie 64 In San Andrea in Mantua versucht Alberti den Triumphbogen
vollplastisch vor die Fassade der Wandpfeilerbasilika im Hintergrund zu stellen.
Ein Tympanon beschließt die Fassade wie eine Tempelfront.
Folie 65 Santa Maria Novella vereinigt die Ideen Albertis zur
Kirchenfassade, indem die widersprüchlichen Elemente und Geschosse in ein
dekoratives System von Wandinkrustationen eingebunden wird. Die Arkadenfront
im Erdgeschoss wird im Obergeschoss durch das Tempelmotiv bekrönt, das links
und rechts von Voluten flankiert wird.
Folie 66 Andrea Palladio löst die Frage nach der Fassade der Basilika
nur mit dem Einsatz von Tempelmotiven. In S. Giorgio Maggiore
durchdringen sich die Tempelfronten, so dass große Vollsäulen vor
kleinen Pilastern stehen.

Folie 67 Typische Prüfungsfragen.


1. Das Studium der Antike und die christliche Exegese der Schöpfung wurden
von den gelehrten Humanisten in Einklang gebracht. Damit wurden die
Bauformen der heidnischen Antike, insbesondere die Säulenordnungen,
einer kritischen Revision im Sinne der geometrischen und arithmetischen
Ideale unterzogen und neu rekonstruiert. Die wichtigsten Ideale, Kreis,
Kugel, Quadrat und Quader führten zum Zentralbau, der im Gegensatz zur
Profanarchitektur von Palast und Villa dem Kirchenbau vorbehalten blieb.
2. Der typische Aufbau eines Zentralbaus der Renaissance lässt sich auf die
Kreis- und Quadratgeometrie zurückführen. Der Aufriss der Raumeinheiten
verbleib kubisch (Leonardo da Vinci) und das Zentrum wird mit einer
Kuppel überwölbt. Typisch sind Grundrisse über Kreisen (Tempietto), über
regelmäßigen Polygonen (Lodi), über Vierkonchenanlagen (Todi), über
griechischen Kreuzen (Prato) oder über einem Quincunx (St. Peter in Rom).
3. Es gibt Pendentive und Tromben, die den Übergang des quadratischen
Unterbaus unten zur runden Kuppel oben ermöglichen. Die Pendentive sind
Ausschnitte einer Hängekuppel, die über den Eckpfeilern der Arkaden mit
gleichen Mittelpunkt und Wölbungskämpfer erbaut werden (siehe
Zentralbau, 1. Semester). Die Tromben überbrücken die Erweiterung der
Quadratecke zu einer vielseitigen Polygonauflösung des Kuppelumfangs,
zum Beispiel zu den acht Seiten eines Oktogons. Über diesen
Übergangsmotiven der Wölbung folgt meistens noch ein Tambour mit
vertikalen Wänden und Fenstern für die Belichtung unter der Kuppel, die
dann noch eine Laterne aufweisen kann.
4. Zentralbaukirchen sind oft der Mutter Gottes gewidmet, die gebärende
Mutter, die mit Jesus die Schöpfung idealtypisch abschließt.
Weitere Funktionen sind die Memorie als Martyrion oder als Mausoleum,
das Baptisterium, das zuweilen auch ein Repräsentationsbau der
Stadtrepubliken in Italien geworden ist.
5. Die Kirche als longitudinale Basilika hatte kein antikes Fassadenvorbild. Der
römische Triumphbogen wurde vor der Kirche als eigenständiges
Fassadenelement aufgestellt. Alberti versucht daraus ein zweigeschossiges
Fassadenmotiv zu erstellen, das oben in der Mitte von einem Tempelmotiv
abgeschlossen und seitlich von Voluten flankiert wird. In San Andrea in
Mantua erfindet Alberti den Abschluss mit dem übergreifenden Tympanon
der antiken Tempelfront, die jedoch einen Triuphbogenmotiv abschließt.
6. Andrea Palladio versucht die Kirchenfassade mit der Durchdringung
verschiedener Tempelfronten zu gliedern, wie San Giorgio Maggiore in
Venedig.

Bruno Schindler wünscht allen viel Spaß beim Lernen dieses spannenden
Themas der Architekturgeschichte.

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