0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
4 Ansichten2 Seiten

S3 2

Das Dokument behandelt das althochdeutsche Verb sīn ‚sein‘, das als Verbum substan vum klassifiziert wird und ein Dasein beschreibt. Es erläutert die Präsensformen des Verbs, die Tempusbildung im Althochdeutschen sowie die Aussprache und Vokale dieser Sprache. Zudem wird auf die Entwicklung der Tempora und die Aussprache im Vergleich zu modernen deutschen Dialekten eingegangen.

Hochgeladen von

newc1236
Copyright
© All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen
0% fanden dieses Dokument nützlich (0 Abstimmungen)
4 Ansichten2 Seiten

S3 2

Das Dokument behandelt das althochdeutsche Verb sīn ‚sein‘, das als Verbum substan vum klassifiziert wird und ein Dasein beschreibt. Es erläutert die Präsensformen des Verbs, die Tempusbildung im Althochdeutschen sowie die Aussprache und Vokale dieser Sprache. Zudem wird auf die Entwicklung der Tempora und die Aussprache im Vergleich zu modernen deutschen Dialekten eingegangen.

Hochgeladen von

newc1236
Copyright
© All Rights Reserved
Wir nehmen die Rechte an Inhalten ernst. Wenn Sie vermuten, dass dies Ihr Inhalt ist, beanspruchen Sie ihn hier.
Verfügbare Formate
Als PDF, TXT herunterladen oder online auf Scribd lesen

Schulreferat September 2025

Besondere Verben

Das althochdeutsche Verb sīn ‚sein‘ wird als Verbum substan vum bezeichnet, weil es für sich
allein stehen kann und ein Dasein von etwas beschreibt. Es zählt zu den Wurzelverben, welche
zwischen Stamm- und Flexionsmorphem keinen Bindevokal aufweisen. Diese Verben werden
auch als athema sch (ohne Binde- oder Themavokal) bezeichnet. Das Besondere an sīn ist, dass
sein Paradigma supple v ist, also aus verschiedenen Verbstämmen gebildet wird (idg. *h₁es-
‚exis eren‘, *bʰueh₂- ‚wachsen, gedeihen‘ und *h₂ues- ‚verweilen, wohnen, übernachten‘). Im
Konjunk v Präsens besteht weiterhin das auf *h₁es- zurückgehende sīn (die mit b-anlautenden
Indika vformen gehen hingegen auf *bʰeh₂u- zurück), im Präteritum jedoch wird es durch das
starke Verb wesan (nhd. war, wäre; vgl. auch nhd. Wesen) ersetzt, welches nach der fün en
Ablautreihe gebildet wird.

Präsensformen des verbum substan vum: sīn ‚sein‘

Numerus Person Pronomen Indika v Konjunk v

Singular 1. ih bim, bin sī

2. dū bist sīs, sīst

3. ër, siu, iȥ ist sī

Plural 1. wir birum, birun sīn

2. ir birut sīt

3. sie, sio, siu sint sīn

Tempus

Im Germanischen gab es lediglich zwei Tempora: Das Präteritum für die Vergangenheit und das
Präsens für die Nicht-Vergangenheit (Gegenwart, Zukun ). Mit Einsetzen der Verschri lichung
und Übersetzungen aus dem Latein ins Deutsche begann man, deutsche Entsprechungen für die
lateinischen Tempora wie Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II im Althochdeutschen zu
entwickeln. Zumindest Ansätze für das haben- und sein-Perfekt lassen sich schon im
Althochdeutschen ausmachen. Die Entwicklung wurde im Mi elhochdeutschen fortgeführt.
Aussprache

Die Rekonstruk on der Aussprache des Althochdeutschen basiert auf dem Vergleich der
überlieferten Texte mit der Aussprache des heu gen Deutschen, deutscher Dialekte und
verwandter Sprachen. Daraus ergeben sich die hier aufgeführten
Ausspracheregeln.[11][12][13][14] Da die exakte Aussprache nur erschlossen und nicht
gemessen werden kann, sind die Ausspracheregeln lediglich als Annäherung an die historische
Aussprache zu verstehen. Im Folgenden geben eckige Klammern Phone, Schrägstriche
Phoneme, runde Klammern Allophone und spitze Klammern Grapheme wieder.

Vokale

Das Althochdeutsche ha e phonemisch mindestens sechs kurze und fünf lange Vokale. Beide
kamen in betonten und unbetonten Silben vor. Darüber hinaus gab es sechs phonemische
Diphthonge. Der i-Umlaut wird in der Schri bis auf den Primärumlaut von /a/ nicht
gekennzeichnet, es gilt jedoch als rela v sicher, dass alle Umlaute des Mi elhochdeutschen
bereits zu althochdeutscher Zeit exis erten. Diese umgelauteten Allophone finden sich bei allen
Monophthongen und Diphthongen mit /a/, /e/, /o/ und /u/, wenn in der nachfolgenden Silbe
ein /i/ oder /j/ steht.

vorne zentral hinten

ungerundet gerundet

kurz lang kurz lang kurz kurz lang

geschlossen i ⟨i⟩ iː ⟨ī⟩ (y) ⟨u⟩ (yː) ⟨ū⟩ u ⟨u⟩ uː ⟨ū⟩

halbgeschlossen e ⟨e⟩ eː ⟨ē⟩ (ø) ⟨o⟩ (øː) ⟨ō⟩ o ⟨o⟩ oː ⟨ō⟩

mi el (ə)

halboffen ɛ ⟨e⟩

offen (æ) ⟨a⟩ (æː) ⟨ā⟩ ɑ ⟨a⟩ ɑː ⟨ā⟩

Vokale sind grundsätzlich kurz zu lesen, es sei denn, sie sind durch einen Überstrich, z. B. ⟨ā⟩,
oder Zirkumflex, z. B. ⟨û⟩, als Langvokale gekennzeichnet. Erst im Neuhochdeutschen werden
Vokale in offenen Silben lang gesprochen.

Das könnte Ihnen auch gefallen