Schulreferat September 2025
Als althochdeutsche Sprache oder Althochdeutsch (abgekürzt Ahd.) bezeichnet man die älteste
schri lich überlieferte Sprachstufe des Deutschen, die etwa zwischen 750 und 1050 gesprochen
wurde.[1] Ihr unmi elbarer Vorläufer war das Voralthochdeutsche, das sich vom
Althochdeutschen vor allem durch die noch nicht durchgeführte Zweite Lautverschiebung
unterscheidet und im 5. bis 7. Jahrhundert gesprochen wurde. Das Voralthochdeutsche
wiederum ist die südliche Teilgruppe des Westgermanischen, zu dem auch die Vorläufer des
Altsächsischen, Al riesischen, Altniederländischen und Altenglischen gehören. Wie das
Westgermanische insgesamt ist auch das Voralthochdeutsche nur durch wenige
Runeninschri en und Eigennamen in lateinischen Texten belegt.
Das Wort „deutsch“ erscheint zum ersten Mal in einem Dokument aus dem Jahre 786 in der
mi ellateinischen Form theodiscus. In einer Kirchenversammlung in England seien die
Beschlüsse „tam la ne quam theodisce“ verlesen worden, also „sowohl lateinisch als auch in
der Volkssprache“. (Mit dieser Volkssprache war freilich das Altenglische gemeint.)[2] Die
althochdeutsche Form des Worts ist erst deutlich später belegt: In der Abschri eines an ken
Sprachlehrbuches in lateinischer Sprache, vermutlich im zweiten Viertel des 9. Jahrhunderts
angefer gt, fand sich der Eintrag eines Mönches, der offenbar das lateinische Wort galeola
(Geschirr in Helmform) nicht verstanden ha e. Er muss sich bei einem Mitbruder nach der
Bedeutung dieses Wortes erkundigt und die Bedeutung in der Sprache des Volkes hinzugefügt
haben. Für seine No z verwendete er die althochdeutsche Frühform „diu sce gellit“ („auf
Deutsch ‚Schale‘“). Für Sprecher des modernen Hochdeutschen ist diese Sprachstufe nicht mehr
oder wenn nur par ell verständlich.
Territoriale Eingrenzung und Gliederung
Der westgermanische Sprachraum (ohne Altenglisch) im Frühmi elalter.[3]
Legende:
Altniederländische Varietäten
Althochdeutsche Varietäten
Al riesische Varietäten
Altsächsische Varietäten
Markierung des kon nentalwestgermanischen Dialektkon nuums
Das Althochdeutsche war keine einheitliche Sprache, sondern eine Gruppe eng verwandter und
wechselsei g gut verstehbarer westgermanischer Dialekte, die südlich der sogenannten
„Benrather Linie“ (die heute von Düsseldorf-Benrath ungefähr in west-östlicher Richtung
verläu ) gesprochen wurden. Diese Dialekte unterscheiden sich von den anderen
westgermanischen Sprachen vor allem durch die Durchführung der Zweiten (oder
Hochdeutschen) Lautverschiebung. Die Dialekte nördlich der Benrather Linie, das heißt im
Bereich der norddeutschen Tiefebene und im Gebiet der heu gen Niederlande, sowie in
Flandern (Belgien) und in Teilen Nordfrankreichs haben diese Lautverschiebung nicht
durchgeführt. Diese Dialekte umfassen das Altniederfränkische und Altsächsische, die zur
Unterscheidung vom Althochdeutschen unter der Bezeichnung Altniederdeutsch
zusammengefasst werden. Aus dem Altniederfränkischen (auch: Altniederländischen) ist später
das Mi elniederländische und heu ge Niederländisch entstanden. Aus dem Altsächsischen hat
sich das Mi el- und Neuniederdeutsche entwickelt.
Dagegen hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Langobardische im Norditalien des 7. bis 8.
Jahrhunderts zu den althochdeutschen Dialekten gehört; die wenigen überlieferten oder aus
italienischen Lehnwörtern erschließbaren langobardischen Wörter und Eigennamen lassen
jedenfalls erkennen, dass auch im Langobardischen die Zweite Lautverschiebung durchgeführt
worden ist.
Da das Althochdeutsche eine Gruppe naheverwandter Mundarten war und es im frühen
Mi elalter keine einheitliche Schri sprache gab, lassen sich die überlieferten Textzeugnisse den
einzelnen althochdeutschen Dialekten zuweisen, so dass man o treffender von Altbairisch,
Altalemannisch usw. spricht. Allgemein werden neben dem Langobardischen folgende
althochdeutsche Dialekte unterschieden (von Nordwesten nach Südosten):
Altmi elfränkisch
Altrheinfränkisch
Altos ränkisch
Altsüdrheinfränkisch