Wir haben Rechte!
Wie sich die Kinderkommission
für eure Interessen einsetzt
Neuaufla
g e
2023
20. Wahlp
eriode
Die vorliegende Publikation als barrierefreies PDF und EPUB
[Link]/informationsmaterial/48/anr20183100
Download- und Bestellservice für Informationsmaterial
des Deutschen Bundestages
[Link]
Internetseite des Deutschen Bundestages
[Link]
4 Was sind Rechte?
6 Haben Kinder auch Rechte?
8 Wozu sind diese Rechte gut?
10 Was ist die Kinderkommission und
was macht sie genau?
14 Wer gehört zur KiKo?
15 Woher weiß die KiKo,
was Kinder wollen?
16 Was ist was?
Wo ist was?
Hallo Kinder,
dieses Heft handelt davon, wie sich
Politiker und Politikerinnen darum
kümmern, dass es Kindern gut geht.
Wann geht es Kindern gut? Wenn sie ge-
liebt werden. Wenn sie gutes Essen be-
kommen und schreiben und lesen ler-
nen. Wenn sie mit Fieber und Husten
zum Arzt gehen können, Medizin be-
kommen und in einer trockenen, war-
men Wohnung leben. Wenn sie Kleidung
und Spielzeug haben.
Es geht ihnen gut, wenn sie Freunde
haben und alle Erwachsenen Rücksicht
darauf nehmen, dass sie noch Kinder
sind, vieles erst lernen müssen und
dabei oft Hilfe und Unterstützung brau-
chen.
2
Es geht ihnen gut, wenn kein Krieg ist.
Wenn die Luft und die Spielplätze und
das Wasser sauber sind. Wenn jedes
Kind die gleichen Rechte hat. Auch
wenn es nicht immer recht bekommt.
Das klingt schwierig, ist es aber gar
nicht. Wer sagt, eins plus eins ist drei,
bekommt nicht recht.
Aber jedes Kind hat das Recht zu sagen,
eins plus eins ist drei. Auch wenn das
falsch ist. Das nennt man das „Recht auf
freie Meinungsäußerung“. Recht haben
und Rechte haben sind also zwei ver-
schiedene Sachen.
3
Im Jahr 1949 wurden die Vereinten
Nationen gegründet. Menschen aus
vielen Ländern, also Nationen der Welt,
setzten sich an einen Tisch und redeten
darüber, wie Kriege verhindert und Pro-
bleme friedlich gelöst werden können.
Sie wollten nicht das Streiten abschaf-
fen, aber dafür sorgen, dass niemand
mehr seinen Streit mit Gewalt löst. Sie
machten von nun an zusammen Politik.
Was sind Rechte?
4
Sie stellten sich auch die Frage, welche
Rechte jeder Mensch auf der Welt haben
muss, damit alle friedlich miteinander
leben können. Dazu gaben die Vereinten
Nationen eine Erklärung ab: die „Allge-
meine Erklärung der Menschenrechte“.
Darin steht, dass alle Menschen gleich
sind. Das ist wichtig, denn wenn alle
Menschen gleich sind, dann müssen
auch alle Menschen die gleichen Rechte
haben.
Diese Erklärung hat noch nicht dazu ge-
führt, dass überall auf der Welt Frieden
ist. Es gibt auch noch immer sehr viele
Menschen, denen es schlechter geht als
anderen. Aber das Beschließen und Auf-
schreiben der Menschenrechte war ein
großer Fortschritt. Denn so kann man
nachlesen, welche Rechte jeder Mensch
haben soll. Und wenn man das weiß,
kann jeder Mensch auch für seine Rechte
kämpfen.
5
Leider werden die Kinder oft von den
Erwachsenen vergessen, wenn es um die
Menschenrechte geht. Sie denken, dass
sich die Eltern darum kümmern müssen,
dass es Kindern gut geht. Aber eigentlich
genügt das nicht. Deshalb beschlossen
die Vereinten Nationen aufzuschreiben,
welche speziellen Rechte Kinder haben
sollen. So sollte niemand mehr die Kin-
der vergessen.
Haben Kinder auch Rechte?
6
1959 gaben die Vereinten Nationen dann
eine Erklärung zu den Kinderrechten ab.
Aber das war noch sehr unverbindlich.
Das bedeutet, dass sich die einzelnen
Länder nicht unbedingt daran halten
mussten. Also wurde 1979 vorgeschla-
gen, aus der Erklärung ein richtiges
Übereinkommen zu machen. Ein Über-
einkommen bedeutet, dass man sich
über etwas geeinigt hat. Wenn sich je-
mand nicht daran hält, muss er erklären, Deutschland zugestimmt, also der Deut-
warum nicht. Es dauerte noch zehn Jah- sche Bundestag und der Bundesrat für
re, bis es dann wirklich das „Überein- die einzelnen Bundesländer. Das war
kommen über die Rechte des Kindes“ eine gute Entscheidung, denn es geht
gab. Diesem Übereinkommen, das auch auch in Deutschland noch nicht allen
Kinderrechtskonvention genannt wird, Kindern gut. Und es gibt Erwachsene,
hat 1992 auch die Bundesrepublik die vergessen, dass Kinder Rechte haben.
7
Alle Länder, die wie Deutschland das
Übereinkommen über die Kinderrechte
unterschrieben haben, bekommen Haus-
aufgaben auf. Sie müssen regelmäßig bei
den Vereinten Nationen berichten, was
sie für die Kinder in ihrem Land getan
haben. Die Hausaufgaben werden
von einem Kinderrechtsausschuss der
Vereinten Nationen kontrolliert. In dem
sitzen 18 Menschen aus 18 Ländern.
Die überprüfen, ob die Länder auch da-
für sorgen, dass bei ihnen die Kinder
zu ihren Rechten kommen.
Wozu sind diese Rechte gut?
8
Wenn der Kinderrechtsausschuss findet,
dass ein Land zu wenig für seine Kinder
tut, dann sagt er das laut und deutlich
und fordert die Politikerinnen und Poli-
tiker des Landes auf, das zu verbessern.
Dafür sind dann fünf Jahre Zeit, bis das
Land den nächsten Bericht abgeben
muss.
Viele, die getadelt werden, geben sich
große Mühe, die Fehler zu verbessern
und mehr für die Kinder zu tun.
9
Wer bemüht sich denn nun besonders
darum, dass niemand Kindern ihre
Rechte wegnimmt? Kinder haben viele
Beschützerinnen und Beschützer: die
Eltern, die Großeltern und Geschwister,
die Lehrerinnen und Lehrer, Freunde
und Verwandte. Und auch Politikerin-
nen und Politiker gehören dazu.
Es wird nämlich nicht nur für Erwach-
sene Politik gemacht. In Deutschland
gibt es eine Kinderkommission, die abge-
kürzt auch KiKo genannt wird. Die ge-
hört zum Deutschen Bundestag.
Die Kinderkommission kümmert sich
darum, dass die Politikerinnen und Poli-
tiker bei allem, was sie tun und entschei-
den, die Kinder nicht vergessen.
Was ist die Kinderkommission und
was macht sie genau?
10
Und was macht die KiKo genau?
Hier ist ein Beispiel: Noch vor wenigen
Jahren wurden große, schwere Autos ge-
baut, die vorn, wo die Scheinwerfer sind, Die Kinderkommission schlug deshalb
dicke Metallbügel hatten. „Bullenfänger“ dem Bundestag vor, solche harten Me-
hat man diese Metallbügel genannt. Sie tallbügel an den Autos zu verbieten. Lie-
sollten verhindern, dass ein Auto sehr ber ein kaputtes Auto als ein schwer ver-
kaputt geht, wenn es zum Beispiel einen letztes Kind, hat sich die Kommission
Unfall mit einem Wildschwein hat. gedacht. Im Bundestag sahen das die an-
deren Abgeordneten genauso, und sie
Es gab aber auch Unfälle, bei denen beschlossen, die harten Metallbügel zu
solche Autos mit Kindern zusammen- verbieten. Heute dürfen neue Autos kei-
stießen. Für die Kinder war das sehr ge- ne „Bullenfänger“ mehr haben.
fährlich, weil die dicken Metallbügel zu
schrecklichen Verletzungen führten. So etwas macht die Kinderkommission.
11
12
13
Zur Kinderkommission gehören so viele
Abgeordnete, wie es Fraktionen im Bun-
destag gibt. Wenn ein Mitglied der KiKo
nicht an einer Sitzung teilnehmen kann,
kommt stattdessen ein stellvertretendes
Mitglied. Jede Fraktion hat eine Vertrete-
rin oder einen Vertreter. In der Kinder-
kommission gilt, dass so viel und so lan-
ge diskutiert werden kann, bis zwei Drit-
tel der Mitglieder sich sicher sind, dass
nun das beste Ergebnis erreicht wurde.
Außerdem hat die Kommission beschlos-
sen, dass alle, die in der Kommission sit-
zen, einmal in einer Wahlperiode den
Vorsitz haben sollen, also Chefin oder
Chef sein dürfen. Das ist eine schöne Re-
gelung, weil sie sehr gerecht ist.
Wer gehört zur KiKo?
14
Die Abgeordneten der KiKo geben sich
große Mühe, alles darüber zu erfahren,
wie es den Kindern in Deutschland und
in anderen Ländern geht. Sie laden oft
Fachleute in den Bundestag ein, die ih-
nen erzählen, was los ist und welche
Probleme es gerade gibt. Sie reden mit
Kindern und Jugendlichen, aber auch
mit Eltern und mit Menschen, die mit
Kindern arbeiten. Sie schauen sich ge-
nau an, wie es Kindern geht. Wenn sie
feststellen, dass irgendetwas für Kinder
nicht gut läuft, dann überlegen sie, was
sie dagegen tun können. Sie informieren
sich außerdem überall dort, wor ihr das
auch tut - zum Beispiel im Internet, im
Fernsehen und in Gesprächen. Und sie
freuen sich auch, wenn Kinder ihnen
schreiben.
Woher weiß die KiKo, was Kinder wollen?
15
Abgeordnete
Durch Wahlen wird bestimmt, wer im
Bundestag sitzt. Die Personen, die ge-
wählt werden, nennt man Abgeordnete.
Sie werden aber nur für eine bestimmte
Zeit gewählt. Bei der nächsten Wahl kön-
nen dann wieder die gleichen oder auch
andere Abgeordnete gewählt [Link]
gewählt worden ist, muss sich also an-
strengen und gute Arbeit machen, um in
der nächsten Wahl wiedergewählt zu
werden.
Was ist was?
16
Ausschüsse / Kommissionen
Demokratie / Wahlen / Wahlperiode
Der Bundestag muss sich mit sehr vielen
Dingen beschäftigen. Dafür gibt es Aus- Demokratie bedeutet Volksherrschaft.
schüsse und Kommissionen. In denen Die Menschen eines Landes können
sitzen Abgeordnete in kleineren Grup- durch Wahlen bestimmen, wer für eine
pen, die Ausschüsse oder Kommissionen bestimmte Zeit im Land regiert. Nach
genannt werden, zusammen und bespre- dieser Zeit, die man Wahlperiode nennt,
chen wichtige Themen. Dann machen wird wieder gewählt. Eine Wahlperiode
sie Vorschläge, was und wie der Bundes- im Bundestag ist vier Jahre lang. Wählen
tag beschließen kann. können in Deutschland Menschen, die
mindestens 18 Jahre alt sind.
Bundesländer / Bundesrat
Deutscher Bundestag / Parlament
Deutschland ist ein großes Land und
besteht aus 16 kleineren Ländern, die Der Deutsche Bundestag ist das Parla-
Bundesländer heißen. Jedes Bundesland ment der Bundesrepublik Deutschland.
schickt Vertreter und Vertreterinnen in In ihm sitzen die Abgeordneten, die ge-
den Bundesrat. wählt werden. Der Bundestag beschließt
69 sind es insgesamt. Wenn der Bundes- Gesetze, an die sich dann alle halten
tag wichtige Gesetze beschließt, dann müssen. Er hat die Aufgabe, sich darum
muss er den Bundesrat fragen, ob der zu kümmern, dass es den Menschen, die
damit einverstanden ist. in Deutschland leben, gut geht.
17
Pateien / Fraktionen
In Parteien schließen sich Menschen
zusammen, die in vielen Dingen einer
Meinung sind. Jugendliche können mit
16 Jahren in eine Partei eintreten.
Kinderrechtskonvention
Es gibt in Deutschland viele Parteien,
aber im Deutschen Bundestag sitzen Das Übereinkommen über die Kinder-
nicht aus jeder Partei Abgeordnete. Um rechte wird auch Kinderrechtskonven-
im Bundestag zu sitzen, muss eine Partei tion genannt. Bis jetzt haben 196 Länder
bei einer Wahl eine bestimmte Anzahl der Welt der Kinderrechtskonvention zu-
von Stimmen bekommen. Jede Partei, gestimmt. In diesen Staaten leben mehr
die es in den Bundestag geschafft hat, als zwei Milliarden Kinder.
stellt eine Fraktion, nur die CDU und
die CSU als Schwesterparteien tun sich
zusammen und bilden eine gemeinsame Vereinte Nationen
Fraktion.
Vereinte Nationen ist der Name einer
Mehrere verschiedene Fraktionen Organisation von Staaten. Sie hat
können sich auch zusammentun, um 193 Mitglieder, das sind fast alle Staaten
die Regierung zu bilden. Das nennt der Welt. Das Ziel der Vereinten Natio-
man Regierungskoalition. Die anderen nen ist es, den Frieden zu sichern, die
Fraktionen sind dann die Opposition. Menschenrechte zu schützen und dafür
Sie sind oft anderer Meinung als die zu sorgen, dass man in der Welt besser
Regierungskoalition. zusammenarbeitet.
18
Kinderkommission
Deutscher Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin
Du kannst natürlich auch
eine E-Mail schicken an
kinderkommission@[Link].
Wer sich im Internet schlaumachen
will, was die KiKo so macht und welche
Abgeordneten dazugehören, erfährt mehr
unter [Link].
Wie kann ich mit der KiKo
Kontakt aufnehmen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten,
mit der Kinderkommission zu reden.
Du kannst einen Brief schreiben oder Auf jeden Fall bekommen alle, die einen
deine Eltern bitten, dir dabei zu helfen. Brief oder eine E-Mail schicken, eine
Die Adresse der Kinderkommission ist: Antwort.
19
Impressum
Herausgeber: Deutscher Bundestag, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Koordination: Dr. Elisabeth Heegewaldt, Elmar Ostermann
Texte: Kathrin Gerlof, Berlin, Bearbeitung: Sekretariat der Kinderkommission
Redaktion: Georgia Rauer
Gestaltung: Regelindis Westphal Grafik-Design / Berno Buff, Norbert Lauterbach, Berlin;
Bearbeitung: wbv Media, Bielefeld
Bundestagsadler: Urheber Prof. Ludwig Gies, Bearbeitung 2008 büro uebele, Stuttgart
Fotos: Titel und Rücktitel Deutscher Bundestag (DBT) / Julia Nowak / JUNOPHOTO;
S. 12 / 13 DBT / Anke Jacob
Illustration: Detlef Surrey, Berlin
Stand: Mai 2023
© Deutscher Bundestag, Berlin
Alle Rechte vorbehalten.
Diese Publikation ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Bundestages. Sie wird kostenlos
abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Sie darf weder für Wahlwerbezwecke eingesetzt noch
von Parteien oder Fraktionen für die eigene Öffentlichkeitsarbeit verwendet werden.