Vademecum Math Methods
Vademecum Math Methods
Marcel Gievers
27. Juli 2021
Diese Notizen enthalten die wichtigsten Inhalte der mathematischen Methoden, die
im Kurs T3: Elektrodynamik“ im SS 2021 von Prof. Armin Scrinzi verwendet werden.
”
Die Zusammenfassung soll Ihnen helfen, die Inhalte der Vorlesung zu verstehen und,
wenn Sie Interesse haben, erste Hinweise auf den größeren Zusammenhang geben. Gegen-
stand der Vorlesung (und Prüfung) sind nur die in der Vorlesung gebrachten Inhalte, d.h.
was auf den Vorlesungsfolien steht, was in der Vorlesung gesagt wurde, und insbesondere
auch alle jene Inhalte, die zur Lösung der Übungsaufgaben benötigt werden.
Eine systematische Behandlung der Inhalte finden Sie z.B. in den Kapiteln L10 so-
wie V4-V7 in Mathematics for physicists: introductory concepts and methods“ von A.
”
Altland und J. von Delft, Cambridge University Press, 2019. Für speziell Interessierte
verweisen wir außerdem auf die kommentierte Literaturliste am Ende dieses Dokuments.
(Literaturliste vom letzten Semester).
1
Inhaltsverzeichnis
1 Multilineare Algebra 3
1.1 Dualraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
1.2 Metrik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
1.3 Tensoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
1.4 p-Formen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
1.5 Hodge-Sternoperator . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
2 Differenzialformen 17
2.1 Integration von Vektorfeldern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
2.2 Differenzial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
2.3 Differenzialformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
2.4 Beziehung zwischen Differenzialformen und Vektorfeldern . . . . . . . . . . 19
2.4.1 Dreidimensionaler euklidischer Vektorraum . . . . . . . . . . . . . . 19
2.4.2 Vierdimensionaler Minkowskiraum . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
2.5 Äußere Ableitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
2.6 Beziehung zwischen d und ∇ ~ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
2.7 Koordinatentransformationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
2.8 Integration von Differenzialformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
2.9 Lie-Ableitung und inneres Produkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
5 Kommentierte Literaturliste 42
2
Dualraum
Definition
Eine lineare Abbildung U von einem reellen Vektoraum V in die
reellen Zahlen
U
U : v → U(v ) ∈ R, U(αv + βw ) = αU(v ) + βU(w )
αU + βV = W : W (v ) = αU(v ) + βV (v )
Definition
Der Raum aller linearen Funktionale ist der Dualraum V von V. Es
gilt dim(V) = dim(V).
1 Multilineare Algebra
1.1 Dualraum
Eine lineare Abbildung u auf Vektoren v, w des Vektorraums V ist definiert durch die
folgende Linearitätseigenschaft (vgl. Fol. 1):
Die linearen Abbildungen u, die Vektoren v ∈ V auf reelle Zahlen u(v) abbilden,
können wiederum als Objekte eines Vektorraums aufgefasst werden, nämlich des soge-
nannten Dualraums V:
Wie der Vektorraum V von den Basisvektoren {e1 , ..., en } aufgespannt wird, so wird
auch der Dualraum von der sogenannten Dualbasis {e1 , ..., en } aufgespannt. Diese ist
durch folgende Eigenschaft definiert (vgl. Fol. 2):
ei (ej ) = δ i j . (3)
Nach Wahl einer Basis haben die Komponenten eines Vektors v ∈ V hochgestellte
Indices v i und die Komponenten einer linearen Abbildung u ∈ V tiefgestellte Indices ui :
v = v i ei , u = ui ei . (4)
Bei einem Basiswechsel soll die wirkt auf die Vektorkomponenten v i die Transforma-
tionsmatrix Ai j und auf die Komponenten der linearen Abbildungen ui die inverse und
transponierte Transformationsmatrix (A−1 )j i (vgl. Fol. 3):
3
Duale Basis
Es sei {e 1 , . . . , e n } eine Basis in V, dann definieren die linearen
Funktionale {e 1 , . . . , e n } mit den Eigenschaften
e i (e j ) = δji
Folie 2: Dualbasis.
b mit Komponenten A j .
Transformationsmatrix A i
Basis Koeffizienten
Vektorraum: v = v j e j e 0i = Ai j e j b −1T )i v j
(v 0 )i = (A j
Dualraum: U = Uj e j (e 0 )i = (A b −1T )i e j Ui0 = Ai j Uj
j
Quiz: Herleitung der Transformationsregeln
Hinweis: v und U unabhängig von Basis. Definition duale Basis.
4
Ko- und Kontravarianz
I Kovariant: Objekte die sich gleich wie die Basis
b transformieren (Index unten, e , Ui )
mit A i
I Kontravariant: Objekte die sich “entgegensetzt” zur Basis
b −1T transformieren (Index oben, e i , v i )
mit A
b −1 = O
O bT ↔ O
b −1T = O
b
Fragen?
Back to start [Link]. [Link]. Notation Relativität L7/S10
v1 e1
v = (e1 , ..., en ) ... , u = (u1 , ..., un ) ... . (7)
n
vn e
Dann lässt sich das Transformationsverhalten (5) der Komponenten durch Matrixpro-
dukte berechnen: v 0 = T ·v (Matrix T mal Spaltenvektor v) bzw. u0 = u·T −1 (Zeilenvektor
u mal Matrix T −1 ). Beachte, dass Vektoren, Dualvektoren und Transformationen abstrak-
te mathematische Objekte sind und unabhängig von der Wahl einer Basis existieren. Das
Aufschreiben in Matrizen sowie Spalten- und Zeilenvektoren letzten Endes nur ein Hilfs-
mittel ist, um Rechnungen mit Komponenten einfacher auszuführen.
Umgekehrt kann man die Vektoren v ∈ V auch als lineare Abbildung der Dualvektoren
u ∈ V auffassen:
Hierbei gilt für die Basisvektoren die umgekehrte Relation von (3) ei (ej ) = δi j . Der
Dualraum zum Dualraum V ist also wieder der ursprüngliche Vektorraum V (vgl. Fol. 6).
5
Darstellung als Zeilen- und Spaltenvektoren
Regel f. Matrix-Matrix Multiplikation “Zeile mal Spalte”
1
v
v = v i e i = e 1 , . . . , e M ...
vM
e1
U = Ui e i = U1 , . . . , UM ...
eM
Duale Basis × Basis — Spalte × Zeile = M × M-Matrix
1 1
e e (e 1 ) e 1 (e 2 ) · · · 1 0 0 ···
.. e 2 (e ) e 2 (e ) · · · 0 1 0 · · ·
. e 1, . . . , e M = 1 2 =
.. .. ..
eM . . .
U → U(v ) ∈ R ∀U ∈ V =: v (U)
U(v ) = v (U)
6
Metrik — Abbildung von V → V
G (v , u) := v · u ∈ R
G (v , ·) ≡ v · =: v : v (u) = v · u ∀u ∈ V.
Fragen?
Folie 7: Metrik.
Beispiele:
Sei der Vektor v = 3e1 − e2 und die Linearform u = 2e1 + 4e2 gegeben. Die Wirkung der
Linearform auf den Vektor errechnet sich folgendermaßen:
u(v) = 2e1 + 4e2 (3e1 − e2 ) = 2 · 3 e1 (e1 ) + 2 · (−1) e1 (e2 ) + 4 · 3 e2 (e1 ) + 4 · (−1) e2 (e2 )
= 6 + 0 + 0 − 4 = 2.
1 2 −1 1 2
A= ⇒A = .
0 −1 0 −1
v 01
= A11 v 1 + A12 v 2 = 1 · 3 + 2 · (−1) = 1,
v 02
= A21 v 1 + A22 v 2 = 0 · 3 + (−1) · (−1) = 1,
u01= u1 (A−1 )11 + u2 (A−1 )21 = 2 · 1 + 4 · 0 = 2,
u02= u1 (A−1 )12 + u2 (A−1 )22 = 2 · 2 + 4 · (−1) = 0,
in Zeilen und Spalten haben wir:
01
v 1 2 3 1 0 0 1 2
= = , (u1 , u2 ) = (2, 4) = (2, 0) .
v 02 0 −1 −1 1 0 −1
1.2 Metrik
Um Vektoren v und duale Vektoren u miteinander in Beziehung zu setzen, ist eine zusätz-
liche Struktur nötig. Dies wird durch die sogenannte Metrik G gewährleistet, welche die
Geometrie des Raumes beschreibt (vgl. Fol. 7). Die Metrik ist gleichzusetzen mit dem
7
Skalarprodukt, d.h. sie bildet zwei Vektoren linear auf die reellen Zahlen ab (dies wird
auch Bilinearform genannt):
G : V × V → R, v, w 7→ G(v, w) = v · w. (9)
Sind die Vektoren in einer Basis gegeben, v = v i ei und w = wj ej , so lässt sich die
Wirkung der Metrik in Komponenten aufschreiben als:
Die Komponenten der Metrik Gij = ei · ej sind symmetrisch aufgrund der Eigenschaft
des Skalarproduktes und enthält zwei kovariante Indices. Wenn man die Metrik G(·, ·)
also nur mit einem Vektor v befüllt, so erhält man wiederum den zu v dualen Vektor v:
Beispiele:
In euklidischen Räumen ist die Metrik trivial Gij = δij . Dies macht eine Unterscheidung
zwischen kontravarianten und kovarianten dualen Vektoren überflüssig: vi = δij v j = v i .
In der vierdimensionalen Raumzeit, dem sogenannten Minkowskiraum , gilt die so-
genannte Minkowski-Metrik, gegeben durch η = diag(1, −1, −1, −1) . Typischerweise
werden hierbei griechische Buchstaben für Indices über Zeit- und Raumkomponenten
verwendet µ = 0, 1, 2, 3 und lateinische Buchstaben für Indices über Raumkomponenten
i = 1, 2, 3. Aufgrund der Minkowski-Metrik ηµν unterscheiden sich kontravariante und ko-
variante Vektoren nur um ein Minuszeichen für die Ortskomponenten: vi = ηiµ v µ = −v i ,
v0 = η0µ v µ = v 0 .
Weitere nicht-triviale Metriken tauchen in gekrümmten Koordinatensystemen auf. Die
beiden wichtigsten sind Zylinderkoordinaten (ρ, φ, z) und Kugelkoordinaten (r, θ, φ):
r2 sin θ dr dθ dφ.
1.3 Tensoren
Das Tensorprodukt ⊗ ist ein Produkt von Vektoren mit den folgenden Eigenschaften
(vgl. Fol. 8):
α ⊗ v = αv, (v + v 0 ) ⊗ (w + w0 ) = v ⊗ w + v 0 ⊗ w + v ⊗ w0 + v 0 ⊗ w0 , (13a)
(αv) ⊗ w = v ⊗ (αw) = α(v ⊗ w), (13b)
8
Tensorprodukt
(A ⊗ B ⊗ C )(u, v , w ) := A(u)B(v )C (w )
Folie 8: Tensorprodukt.
T : T (v 1 , . . . , v n ) = t ∈ R
A(u, v ) = Aij u i v j
I 3ter Stufe
B(u, v , w ) = Aijk u i v j w k
Folie 9: Tensor.
9
Produktbasis im Tensorraum
A = Ai1 ,...,in e i1 ⊗ e i2 ⊗ . . . ⊗ e in
Quiz: Verifiziere — berechne A(v 1 , . . . , v n )
G = G ij (e i ⊗ e j + e j ⊗ e i )
A = ai1 ,...,in e i1 ⊗ e i2 ⊗ . . . ⊗ e in =: ae i1 ∧ e i2 ∧ . . . ∧ e in
Ein Tensor T von der kontravarianten Stufe p und kovarianten Stufe q, kurz (p, q)-
Tensor, ist eine multilineare Abbildung, die q Vektoren v i ∈ V und p duale Vektoren
ui ∈ V auf die reellen Zahlen R abbildet (vgl. Fol. 9). Dabei erfüllt T bezüglich jedes
Eintrages die Linearitätseigenschaft (1):
T :V
| × ·{z · · × V} → R,
· · × V} × |V × ·{z T 7→ T (u1 , ..., up , v 1 , ..., v q ) ∈ R. (14)
p-mal q-mal
Ein Tensor kann durch die jeweiligen Basisvektoren dargestellt werden. Seine Kompo-
nenten T i1 ···ip j1 ···jq haben p kontravariante und q kovariante Indices (vgl. Fol. 10):
Bei einem Basiswechsel mit der Transformation A (5) transformieren die kontravari-
anten Komponenten eines Tensors wie die Komponenten eines Vektors v i mit Ai j und die
kovarianten Komponenten eines Tensors mit wie die Komponenten ui eines Dualvektors
mit (A−1 )ji . Allgemein ergibt sich folgendes Transformationsverhalten für die Komponen-
ten eines (p, q)-Tensors T (vgl. Fol. 11):
T i1 ···ip j1 ···jq 7→ T 0i1 ···ip j1 ···jq = Ai1 k1 · · · Aip kp T k1 ···kp l1 ···lq (A−1 )l1 j1 · · · (A−1 )lq jq . (16)
Wenn die Komponenten eines Tensors bei Vertauschung zweier Indices gleich bleiben,
nennt man diesen symmetrisch bezüglich dieser Indices, z.B. T ji = T ij . Erhält die Kom-
ponente bei Vertauschung dieser beiden Indices dagegen ein zusätzliches Minuszeichen,
nennt man diesen Tensor antisymmetrisch T ji = −T ij . Ein Tensor, der bezüglich aller
Indices symmetrisch ist, nennt man total symmetrischen Tensor. Ein Tensor, der bezüglich
aller Indices antisymmetrisch ist, nennt man total-antisymmetrisch bzw. alternierend (vgl.
Fol. 12).
Den vorangegangenen Kapiteln entsprechend notieren wir Tensoren mit ausschließlich
kontravarianten Komponenten mit einem Unterstrich, genannt kovariante Tensoren , und
10
Komponenten von Tensoren und Transformation
T (e i1 , . . . , e in ) =: Ti1 ,...,in
T (u, v ) 6= T (v , u)
S(u, v ) = S(v , u)
Beispiel: Skalarprodukt, Minkowski-Metrik, Polarisationstensor
(nichtlineare Optik), Energietensor (ED und ART).
A(v 1 , . . . , v i , . . . , v j , . . . , v n ) = −A(v 1 , . . . , v j , . . . , v i , . . . , v n )
11
Tensoren auf dem Dualraum (“Kovariante Tensoren”)
1 n
Dualvektoren (V , . . . , V )
1 n 1 n
T : (V , . . . , V ) → T (V , . . . , V ) ∈ R
T (e i1 , . . . , e in ) = T i1 ,...,in
Beispiele:
Das Tensorprodukt der beiden Vektoren v = e1 − 2e2 und w = 3e1 − e2 lautet:
1 3 3 −1
⊗ = .
−2 −1 −6 2
Die Metrik G ist ein symmetrischer Tensor mit kovariantem Stufe zwei. Sie lässt sich
also als Tensorprodukt der dualen Basisvektoren e1 , ..., en entwickeln:
G = Gij ei ⊗ ej . (18)
Umgekehrt ist die inverse Metrik G ein symmetrischer Tensor mit kontravarianter
Stufe zwei. Sie lässt sich als Tensorprodukt der Basisvektoren e1 , ..., en entwickeln:
G = Gij ei ⊗ ej . (19)
12
v · w = G(v, w) = Gij ei ⊗ ej (v k ek , wl el ) = Gij v k wl ei (ek )ej (el ) = Gij v i wj .
Die inverse Metrik G kann verwendet werden, um aus einem Dualvektor u den ent-
sprechenden Vektor u zu generieren:
uj ej = u = G(u, ·) = Gij ei ⊗ ej (ul el , ·) = Gij ul ei (el ) ej = Gij ui ej (20)
Da M eine kontravariante und eine kovariante Komponente hat, ist klar, dass das
Transformationsverhalten bei einem Basiswechsel T gegeben ist durch:
M 0i j = T i l M l k (T −1 )k j , (21)
1.4 p-Formen
Total-antisymmetrische Tensoren φ mit kovariantem Grad p werden alternierende Mul-
tilinearformen, kurz p-Linearformen oder noch kürzer p-Formen, genannt. Sie bilden p
Vektoren auf die reellen Zahlen R ab und erhalten bei beliebiger Vertauschung zweier
Vektoren ein Minuszeichen:
Zwei Linearformen φ vom Grad p und ψ vom Grad q können mithilfe des Dachproduktes
∧ multipliziert werden. Das Produkt φ ∧ ψ ist dann eine (p + q)-Form. Das Dachprodukt
wird durch die folgenden Eigenschaften definiert:
Insbesondere ergibt sich aus der letzten Eigenschaft für Formen ungeraden Grades
φ ∧ φ = 0.
Das Dachprodukt der dualen Basisvektoren e1 , ..., ep lässt sich mithilfe des total-
antisymmetrischen Levi-Civita-Symbols als Tensorprodukt ausdrücken:
13
e1 ∧ · · · ∧ ep = εi1 ···ip ei1 ⊗ · · · ⊗ eip . (24)
1
φ= φi ···i ei1 ∧ · · · ∧ eip . (25)
p! 1 p
n
Aufgrund der totalen Antisymmetrie hat eine p-Form unabhängige Komponenten
p
des dualen Vektorraums n = dim V, in denen die
φi1 ···ip . Hierbei ist n die Dimension
n
Basislinearformen ei leben, und der Binomialkoeffizient. Linearformen, deren Grad
p
der Dimension entspricht p = n, werden Topformen genannt. Diese besitzen nur eine
unabhängige Komponente φ1···n . Beachte, dass alle Formen vom Grad p > n aufgrund
der Antisymmetrie verschwinden. Als weiterer Spezialfall sind 0-Formen nichts anderes
als reelle Zahlen.
Die Determinante als alternierende multilineare Abbildung von n Vektoren ist eine
solche Topform:
Die wichtigste Topform ist die sogenannte Volumenform ω, welche später bei n-
dimensionalen Integralen eine wichtige Rolle spielt:
q
ω = | det(G)| e1 ∧ · · · ∧ en . (27)
Beispiele:
Das Dachprodukt aus der 1-Form φ = 4e1 + 3e2 und der 2-Form ψ = e1 ∧ e2 + 2e2 ∧ e3 +
5e3 ∧ e1 lautet:
1.5 Hodge-Sternoperator
n n
Aus der Eigenschaft des Binomialskoeffizienten = ergibt sich, dass eine
p n−p
p-Form genauso viele Koeffizienten enthält wie eine (n − p)-Form. Es ist also möglich eine
Abbildung zwischen p-Formen und (n − p)-Formen einzuführen. Eine solche Abbildung ist
der Hodge-Sternoperator ∗ (vgl. Fol. 14). Es liegt nahe, dass der Hodge-Sternoperator
von der Struktur des Raumes, also der Metrik G, abhängt.
Auf die dualen Basisvektoren angewandt, ergibt der Hodge-Sternoperator:
14
Abbildung p-Form A → (n-p)-Form ∗ A (Details)
I : Kovarianter-Tensor n-ter Stufe: (dx i1 , . . . , dx in ) = i1 ,...,in
I (n-p)-Tensor aus p dualen Vektoren a1 , . . . , ap ∈ V:
p+1 n p+1 n
D (a1 ,...,ap ) (b , . . . , b ) = (a1 , . . . , ap , b ,...,b )
p+1 n
I Haben D A : kovarianter n-p-Tensor, wirkt auf b , . . . , b ∈ V
Wollen ∗ A: kontravari. n-p-Tensor, wirkt auf bp+1 , . . . , bn ∈ V
k
I “Umwandlung” D A → ∗ A mittels η : bk → b := η(bk , ·)
∗ p+1 n
A(bp+1 , . . . , bn ) := D A (b ,...,b )
q
det(G)
∗ ei1 ∧ · · · ∧ eip = Gi1 j1 · · · Gip jp εj1 ···jp jp+1 ···jn ejp+1 ∧ · · · ∧ ejn . (28)
(n − p)!
Für eine p-Form φ ergibt sich die (n − p)-Form ∗φ wie folgt:
q
| det(G)|
1
∗φ = ∗ φi1 ···ip ei1 ∧ · · · ∧ eip = φj1 ···jp εj1 ···jp jp+1 ···jn ejp+1 ∧ · · · ∧ ejn . (29)
p! p!(n − p)!
Beachte, dass hier φj1 ···jp = Gj1 i1 · · · Gjp ip φi1 ···ip eine kontravariante Komponente ist.
Insbesondere ergibt sich, dass ∗ ∗ φ und φ sich je nach Grad und Raum um ein Vor-
zeichen unterscheiden können:
∗ ∗ φ = sign(G)(−1)p(n−p) φ. (30)
Hierbei wird für den vierdimensionalen Minkowskiraum ein zusätzliches Minuszeichen
sign(η) = −1 generiert im Vergleich zu euklidischen Räumen sign(δ) = 1.
Für die abstrakte Formulierung des Hodge-Sternoperators definieren wir analog zum
Skalarprodukt von zwei Vektoren hv, wi = v i wi = vi wi ein Skalarprodukt von zwei p-
Formen φ und ψ:
1 i1 ···ip
φ hψ, φi =
ψi1 ···ip . (31)
p!
q Die abstrakte Definition des Hodge-Sternoperators enthält die Volumenform ω = ∗1 =
| det(G)|e1 ∧ · · · ∧ en :
15
Beispiele:
Im vierdimensionalen Minkowskiraum seien die Funktion 1-Form p φ = αe0 +βe2 und die 2-
Form ψ = λ e1 ∧e2 +µ e2 ∧e3 +ν e3 ∧e1 gegeben. Wir haben | det(η)| = 1, sign(η) = −1,
η 00 = 1 und η ij = −δ ij , d.h. jedes Hoch- bzw. Herunterziehen eines Index i = 1, 2, 3 kostet
ein Minuszeichen. Des Weiteren verwenden wir die Konvention ε0123 = +1 = −ε0123 .
Damit ergeben sich die Anwendung des Hodge-Sternoperators folgendermaßen:
1
∗1 = εj j j j ej0 ∧ ej1 ∧ ej2 ∧ ej3 = −e0 ∧ e1 ∧ e2 ∧ e3 ,
0! · 4! 0 1 2 3
1
∗φ = α ε0j1 j2 j3 ej1 ∧ ej2 ∧ ej3 − β ε2j1 j2 j3 ej1 ∧ ej2 ∧ ej3
1! · 3!
= −α e1 ∧ e2 ∧ e3 + β e3 ∧ e0 ∧ e1 ,
1
∗ψ = λ ε12j1 j2 ej1 ∧ ej2 − λ ε21j1 j2 ej1 ∧ ej2 + µ ε23j1 j2 ej1 ∧ ej2 − µ ε32j1 j2 ej1 ∧ ej2
2! · 2!
+ν ε31j1 j2 ej1 ∧ ej2 − ν ε13j1 j2 ej1 ∧ ej2
= λ e3 ∧ e0 − µe0 ∧ e1 + νe2 ∧ e0 .
1
∗ ∗ 1 = − ε0123 = −1 = −(−1)0·4 · 1,
1!
1
∗∗φ= α (ε123j + ε231j + ε312j − ε132j − ε321j − ε213j ) ej
3! · 1!
+β (ε301j + ε013j + ε130j − ε310j − ε103j − ε031j ) ej = αe0 + βe2 = φ = −(−1)1·3 φ,
1
∗∗ψ = −λ (ε30j1 j2 − ε03j1 j2 ) ej1 ∧ ej2 + µ (ε01j1 j2 − ε10j1 j2 ) ej1 ∧ ej2 − ν (ε20j1 j2 − ε02j1 j2 ) ej1 ∧ ej2
2! · 2!
= −λe1 ∧ e2 − µe2 ∧ e3 + νe1 ∧ e3 = −ψ = −(−1)2·2 ψ.
Das zusätzliche Vorzeichen sign(η)(−1)p(n−p) bei der doppelten Anwendung ∗∗ ist also
erfüllt.
Des Weiteren können wir verifizieren:
1 ∧ (∗1) = ∗1 = −e0 ∧ e1 ∧ e2 ∧ e3 ,
φ ∧ (∗φ) = αe0 + βe2 ∧ −αe1 ∧ e2 ∧ e3 + βe3 ∧ e0 ∧ e1 = − α2 − β 2 e0 ∧ e1 ∧ e2 ∧ e3 ,
ψ ∧ (∗ψ) = λ e1 ∧ e2 + µ e2 ∧ e3 + ν e3 ∧ e1 ∧ λ e3 ∧ e0 − µe0 ∧ e1 + νe2 ∧ e0
= − λ2 + µ2 + ν 2 e0 ∧ e1 ∧ e2 ∧ e3 .
16
2 Differenzialformen
2.1 Integration von Vektorfeldern
Bei der mehrdimensionalen Integration von Vektorfeldern und Funktionen gelten für je-
de Dimension andere Formeln. Insbesondere berechnet Normalenvektoren aus Kreuzpro-
dukten und Spatprodukte, die so nur in drei Dimensionen definiert sind. Integrale über
Funktionen f bzw. Vektorfelder F~ in den verschiedenen Dimensionen lassen sich wie folgt
berechnen:
Z Z tf
d~r · F~ = dt ~r˙ · F~ (~r(t)), (33a)
γ ti
wobei ~r(ti ) = ~ri und ~r(tf ) = ~rf Anfangs- und Endpunkt des Weges γ sind,
Z Z uf Z vf
~ ∂~r ∂~r
2
d ~s · F = du dv × · F~ (~r(u, v)), (33b)
S ui vi ∂u ∂v
wobei u, v 2-dim. Koordinaten der Fläche S sind,
Z Z uf Z vf Z wf
3 ∂~r ∂~r ∂~r
d ~rf = du dv dw × · f (~r(u, v, w)), (33c)
V ui vi wi ∂u ∂v ∂w
wobei u, v, w 3-dim. Koordinaten des Volumens V sind.
Auch die Integralsätze : der Hauptsatz der Differenzial- und Integralrechnung, der Satz
von Stokes und der Satz von Gauss sind an die jeweiligen Dimensionen gebunden. Sie sind
jedoch ähnlich, da man stets die Ableitung eines Feldes über einen Körper integriert und
dieses gleichsetzt mit der Integration über den Rand des Körpers über das Feld:
Z Z
Hauptsatz: ~ = f (~rf ) − f (~ri ) '
d~r · ∇f d~r f (~r), (34a)
γ ∂γ
Z Z
Satz von Stokes: 2 ~ ~
d ~s · (∇ × F ) = d~r · F~ , (34b)
SZ Z∂S
Satz von Gauss: d3~r (∇ ~ · F~ ) = d2~s · F~ . (34c)
V ∂V
2.2 Differenzial
Für eine Funktion in einem d-dimensionalen Raum f : Rd → R, x 7→ f (x) kann an jedem
Punkt entlang eines Vektors v die Richtungsableitung (auch totales Differenzial genannt)
dfx (v) definiert werden durch den üblichen Differenzialquotient:
f (x + h v)) − f (x)
dfx (v) = lim . (35)
h→0 h
17
Notation (mit tiefem Sinn)
(e 0 , e 1 , e 2 , e 3 ) =: (dx 0 , dx 1 , dx 2 , dx 3 )
A = Aµ dx µ , µ ∈ {0, 1, 2, 3}
Anti-symmetrischer Tensor 2ter Stufe, Basis:
dx µ ∧ dx ν = dx µ ⊗ dx ν − dx ν ⊗ dx µ = µν α
αβ dx ⊗ dx
β
µν
αβ . . . Permuation von αβ relativ zu µν
Raum ist 6-dimensional
{dx 0 ∧ dx 1 , dx 0 ∧ dx 2 , dx 0 ∧ dx 3 , dx 1 ∧ dx 2 , dx 2 ∧ dx 3 , dx 3 ∧ dx 1 }
Beachte, dass ohne einen entsprechenden Vektor v das Differenzial dfx wiederum eine
lineare Abbildung ist dfx : Rd → R.
Nach Wahl eines Koordinatensystems (x1 , ..., xd ) mit entsprechenden Differenzialen
(dx1 , ...dxd ) kann das Differenzial über partiellen Ableitungen der Funktion f (x) darge-
stellt werden:
∂f (x) i
dfx (v) = v. (36)
∂xi
Die Differenziale dxi wirken auf die Basisvektoren ej als Linearformen dxi (ej ) = δ i j
(3). Angewandt auf einen Vektor v gibt das Differential gerade die entsprechende Vektor-
komponente dxi (v) = v i . Wir können damit das Differenzial df schreiben als:
∂f (x) i
df (x) = dx . (37)
∂xi
Beispiele:
Wir bilden die Differenziale der folgenden Funktionen:
f (x, y) = y cos x − x sin y, df (x, y) = (−y sin x − sin y)dx + (cos x − x cos y)dy,
g(x, y) = y 2 e3 sin x , dg(x, y) = 3y 2 cos xe3 sin xdx + 2ye3 sin x dy,
√ √
x 1 x
h(x, y) = , dh(x, y) = − √ dx − 2 dy.
y 2 xy y
2.3 Differenzialformen
Eine Differenzialform φ vom Grad p, kurz auch p-Form, ist eine alternierende Multili-
nearform auf geometrischen Räumen (genauer: auf differenzierbaren Mannigfaltigkeiten).
Nach Wahl eines bestimmten Koordinatensystems (x1 , ..., xn ) lassen sich Differenzialfor-
men ähnlich wie in (25) als Dachprodukt von den Differenzialen dxi aufschreiben:
18
1
φ= φi ···i (x)dxi1 ∧ · · · ∧ dxip . (38)
p! 1 p
Man erhält die Komponenten φ1···p , indem man die entsprechenden Basisvektoren ~ei
des Koordinatensystems in die Differenzialform φ einsetzt:
Merke, dass 0-Formen gerade einfache Funktionen f (x) auf einer Mannigfaltigkeit sind.
Für die Zwecke dieses Kurses verwenden wir die alternierenden p-Formen aus Abschnitt
1.4 synonym mit den p-Differenzialformen. Wir können also hier getrost die dualen Ba-
sisvektoren ei mit den Differenzialen dxi identifizieren (vgl. Fol. 15). Streng genommen
sind Differenzialformen allerdings auf den Kotangentialbündeln von Mannigfaltigkeiten
definiert, während einfache Linearformen im Produkt von Dualräumen V definiert sind.
Diejenigen, die sich für den genauen mathematischen Hintergrund interessieren, seien an
dieser Stelle auf andere Literaturquellen verwiesen.
Es ist möglich, die 1- und 2-Formen φ und ψ mit entsprechenden 3-dim. Vektorfeldern
~
φ und ψ~ zu identifizieren:
Die 0- und 3-Formen f und ω lassen sich entsprechend als skalare Funktionen f (~x)
und ω(~x) auffassen.
Im dreidimensionalen euklidischen Raum wirkt der Hodge-Sternoperator folgenderma-
ßen auf die Differenziale:
∗1 = dx ∧ dy ∧ dz, (42a)
∗dx = dy ∧ dz, ∗dy = dz ∧ dx, ∗dz = dx ∧ dy, (42b)
∗(dy ∧ dz) = dx, ∗(dz ∧ dx) = dy, ∗(dx ∧ dy) = dz, (42c)
∗(dx ∧ dy ∧ dz) = 1. (42d)
19
2.4.2 Vierdimensionaler Minkowskiraum
Im Minkowskiraum mit Koordinaten x = (ct, x, y, z) gibt es Differenzialformen von fünf
verschiedenen Graden:
Es ist möglich, die 1- und 3-Formen φ und χ mit Vierervektoren φ und χ zu identifit-
zieren:
0 −ψtx −ψty −ψtz
ψtx 0 −ψxy ψzx
ψ µν eµ ⊗ eν =
ψty ψxy
. (45)
0 −ψyz
ψtz −ψzx ψyz 0
Die 0- und 4-Formen f und ω lassen sich entsprechend als skalare Funktionen f (x)
und ω(x) auffassen.
Im vierdimensionalen Minkowskiraum wirkt der Hodge-Sternoperator folgendermaßen
auf die Differenziale:
20
d: Verallgemeinerung und Eigenschaften
Antisymmetrischer Tensor p-ter Stufe: — “p-Form”
ω = ωi1 ,...,ip dx i1 ∧ . . . ∧ dx ip
Äussere Ableitung einer p-Form ω
d ω = (d ωi1 ,...,ip )∧dx i1 ∧. . .∧dx ip = (∂k ωi1 ,...,ip ) dx k ∧dx i1 ∧. . .∧dx ip
Diese sogennante äußere Ableitung d bildet eine p-Form auf eine (p + 1)-Form ab:
1 1 ∂φi1 ···ip j
dφ = d φi ···i dxi1 ∧ · · · ∧ dxip = dx ∧ dxi1 ∧ · · · ∧ dxip . (48)
p! 1 p p! ∂xj
d ◦ d = 0. (49)
2. Eine Differenzialform φ heißt exakt , wenn sie sich als äußere Ableitung einer an-
deren Differenzialform χ aufschreiben lässt: φ = dχ.
(Aufgrund von d ◦ d = 0 gilt, dass jede exakte Form auch geschlossen ist. Auf
sternförmigen zusammenhängenden Gebieten gilt auch die umgekehrte Richtung: dφ =
sternförmig
0 ⇐⇒ φ = dχ.)
21
Beispiele:
Seien die folgenden Differenzialformen gegeben: φ = yex dx + zdy + ln y dz, ψ = z 3 dx ∧
dy − cos y dz ∧ dx. Die äußeren Ableitungen betragen:
2.6 ~
Beziehung zwischen d und ∇
In drei Dimensionen mit Koordinaten ~x = (x, y, z) lassen sich die Differenzialoperatoren
auf Vektorfeldern mit der äußeren Ableitung identifizieren.
Das Differenzial einer Funktion df , also die äußere Ableitung einer 0-Form, kann mit
dem Gradienten ∇f ~ identifiziert werden:
dφ = d (φx dx + φy dy + φz dz)
∂φz ∂φy ∂φx ∂φz ∂φy ∂φx
= − dy ∧ dz + − dz ∧ dx + − dx ∧ dy
∂y ∂z ∂z ∂x ∂x ∂y
~ ~ ∂φz ∂φy ∂φx ∂φz ∂φy ∂φx
⇔∇×φ= − ~ex + − ~ey + − ~ez . (51)
∂y ∂z ∂z ∂x ∂x ∂y
Schließlich kann die äußere Ableitung einer 2-Form ψ mit der Divergenz eines Vek-
~ identifiziert werden:
torfeldes ψ
∂ψx ∂ψy ∂ψz
dψ = d (ψx dy ∧ dz + ψy dz ∧ dx + ψz dx ∧ dy) = + + dx ∧ dy ∧ dz
∂x ∂y ∂z
~=
~ ·ψ ∂ψx ∂ψy ∂ψz
⇔∇ + + . (52)
∂x ∂y ∂z
Das Verschwinden von doppelten Differenzialoperatoren ergibt sich als direkte Konze-
quenz der Regel d2 = 0:
~ × ∇f
∇ ~ = 0 ⇔ d2 f = 0, ~ ·∇
∇ ~ = 0 ⇔ d2 φ = 0.
~ ×φ (53)
2.7 Koordinatentransformationen
Seien lokale Koordinaten (y 1 , ..., y n ) und (x1 , ..., xn ) gegeben mit der Transformation xi =
xi (y 1 , ..., y n ). Ein Basisvektor exi transformiert wie eine Ableitung:
22
dx µ ist die äussere Ableitung von x µ
q ein Punkt im R4
beliebige, z.B. nicht-kartesische Koordinaten q 0 , q 1 , q 2 , q 3
x µ (q) eine Funktion von q:
∂x µ α
dx µ = dq = (b
J)µα dq α : b
J . . . Jacobi Matrix
∂q α
∂x 0 ∂x 1 ∂x 2 ∂x 3 α0 ,...,α3
dx 0 ∧ . . . ∧ dx 3 = dq 0 ∧ . . . ∧ dq 3
∂q α0 ∂q α1 ∂q α2 ∂q α3
| {z }
Jacobi-Determinante
∂y j
exi = e j. (54)
∂xi y
(Man findet häufig die Notation ∂ xi anstatt exi .)
Die Differenziale dxi transformieren dagegen mit der Kettenregel (vgl. Fol. 17):
∂xi j
dxi = dy . (55)
∂y j
Allgemein transformiert eine p-Form auf die folgende Art und Weise:
1
φ= φi ···i (x)dxi1 ∧ · · · ∧ dxip
p! 1 p
1 ∂xi1 ∂xip
= φi1 ···ip (x(y)) j1 · · · j1 dy j1 ∧ · · · ∧ dy jp . (56)
p! ∂y ∂y
Z Z Z yf1 Z yfd
d
ω= 1
ω(y) dy ∧ · · · ∧ dy = 1
dy · · · dy d ω(y). (57)
V V yi1 yid
Differenzialformen vom Grad p sind die geeigneten Objekte, um über ein p-dimensionales
Volumen integriert zu werden. Das sind gerade die Topformen auf dem entsprechenden
23
Integration über Volumen V im R3
Angenommen V hat einfache Grenzen (falls nicht: stückweise)
Z Z x1 Z y1 (x) Z z1 (x,y )
f (x, y , z) dx dy dz = f (x, y , z) dx dy dz
V x0 y0 (x) z0 (x,y )
Z x1 Z y1 (x) Z z1 (x.y )
=: f (x, y , z)dx ∧ dy ∧ dz
x0 y0 (x) z0 (x,y )
Z
Integral einer 3-Form: := χ
V
Körper, über den integriert wird. Man zieht die Form auf eine geeignete Basis (y 1 , ..., y n )
zurück und kann über die vom Volumen V definierten Integrationsbereiche integrieren
(vgl. Fol. 18):
Z Z yf1 Z yfp
1 ∂xi1 ∂xip j1
φ= ··· φi1 ···ip (x(y)) j
· · · j
dy ∧ · · · ∧ dy jp
V p! yi1 yip ∂y 1 ∂y 1
Z yf1 Z yfp
1 ∂xi1 ∂xip
= 1
dy · · · dy p φi1 ···ip (x(y)) · · · . (58)
p! yi1 yip ∂y 1 ∂y p
Alle Integralsätze fallen zusammen auf den allgemeinen Satz von Stokes , der für be-
liebig dimensionale Integrale gilt (vgl. Fol. 20):
Z Z
dφ = φ. (59)
V ∂V
Wir möchten im folgenden eine Entsprechung der partiellen Ableitung für Differenzi-
alformen finden. Die graduierte Leibnizregel (47b) liefert uns folgendes Integral über ein
Dachprodukt der Differenzialformen φ und ψ, wobei φ eine p-Form ist:
Z Z Z Z
p
φ∧ψ = d φ∧ψ = dφ ∧ ψ + (−1) φ ∧ dψ. (60)
∂V V V V
Häufig nimmt man an, dass eine der zu integrierenden Differenzialformen auf dem
Rand des Volumens V verschwinden, d.h. φ|∂V = 0 oder ψ|∂V = 0. Daraus folgt die
Identität:
Z Z Z
p
φ∧ψ =0⇒ dφ ∧ ψ = −(−1) φ ∧ dψ. (61)
∂V V V
24
Gradienten-Gauss-Green-Stokes-Cartan Theorem
R R
∂V ω= V dω
Integral über (n-1)-Form — Integral über n-Form
Gradientensatz
V = [a, b], ∂V = {a, b}:
Z b Z b Z !
df = (∂x f )dx = f (b) − f (a) = ” f (x) ”
a a {a,b}
R
Vorzeichen in “ {a,b} ”? +f (b) aber −f (a)? Warum nicht beide + ?
Satz von Green
1-Form — Vektorfeld ω = ωx dx + ωy dy :
Z Z Z Z
ωx dx + ωy dy = ω= dω = (∂x ωy − ∂y ωx )dx ∧ dy
∂A ∂A A A
Beispiele:
Wir möchten im Folgenden die 2-Form ψ = x dy ∧ dz über eine Sphäre SR mit Radius
R integrieren. Hierzu verwenden wir Kugelkoordinaten (r, θ, φ). Zunächst einmal müssen
wir ψ in Kugelkoordinaten ausdrücken:
∂y ∂y ∂y ∂z ∂z ∂z
ψ = x(r, θ, φ) dr + dθ + dφ ∧ dr + dθ + dφ
∂r ∂θ ∂φ ∂r ∂θ ∂φ
= r sin θ cos φ (sin θ sin φ dr + r cos θ sin φ dθ + r sin θ cos φ dφ) ∧ (cos θ dr − r sin θ dθ)
= r sin θ cos φ −r sin φ dr ∧ dθ + r2 sin2 θ cos φ dθ ∧ dφ + r sin θ cos θ cos φ dφ ∧ dr .
Für die Sphäre gilt r = R, also dr = 0. Das Flächenintegral lautet damit:
Z Z π Z 2π
4
ψ= dθ dφ R3 sin3 θ cos2 φ = πR3 .
SR 0 0 3
Dieses Ergebnis kann man mittels des allgemeinen Satz von Stokes sehr schnell lösen,
denn die Sphäre ist gerade der Rand einer Kugel mit Radius R: SR = ∂KR und dψ =
dx∧dy∧dz ist das Volumenelement. Integriert über die Kugel KR ergibt dies das Volumen
4πR3 /3:
Z Z Z
4
ψ= dψ = dx ∧ dy ∧ dz = πR3 .
SR KR KR 3
25
Schreibweise von La mittels innerem Produkt ia
Inneres Produkt ia
a = aµ e µ : e µ duale Basis von dx ν : e µ (dx ν ) = δµν
ia dx µ := a(dx µ ) = aν e ν (dx µ ) = aµ
µ ν
ia (dx ∧ dx ) = (ia dx µ ) ∧ dx ν − (ia dx ν ) ∧ dx µ
= aµ dx ν − aν dx µ
µ ν κ µ ν κ ν µ κ κ µ ν
ia (dx ∧ dx ∧ dx ) = (ia dx ) ∧ dx ∧ dx − (ia dx ) ∧ dx ∧ dx + (ia dx ) ∧ dx ∧ dx
µ ν κ ν µ κ κ µ ν
= a dx ∧ dx − a dx ∧ dx + a dx ∧ dx
La Φ = (ia d + d ia )Φ (Φ = Φµ dx µ )
ia d Φ + dia Φ = ia (∂ν Φµ dx ν ∧ dx µ ) + d (aµ Φµ )
= ∂ν Φµ (aν dx µ − aµ dx ν ) + (∂ν aµ )Φµ + aµ ∂ν Φµ )dx ν
= aν ∂ν Φµ dx µ + Φµ (∂ν aµ )dx ν
| {z } | {z }
(D) (T )
0 0
Linearität: iv (φ + φ ) = iv φ + iv φ , iv+w = iv + iw , (63a)
Graduierte Produktregel: iv (φ ∧ ψ) = (iv φ) ∧ ψ + (−1)p φ ∧ (iv ψ), (63b)
Antisymmetrie: iv ◦ iw = −iw ◦ iv ⇒ i2v = 0. (63c)
So wie die Richtungsableitung (35) die Ableitung einer mehrdimensionalen Funktion f
entlang eines Vektors v darstellt, möchte man nun auch allgemein eine p-Form φ entlang
eines Vektors v ableiten können. Diese Verallgemeinerung der Richtungsableitung wird
Lie-Ableitung Lv genannt. Sie bildet eine p-Form φ auf eine p-Form Lv φ ab und ist
durch folgende Relation gegeben:
Lv = iv ◦ d + d ◦ iv . (64)
Beachte, dass die Kombination aus der äußeren Ableitung d, die den Grad der Form
erhöht, und dem inneren Produkt iv , das den Grad der Form erniedrigt, gerade den Grad
der Form beibehält.
Für eine Funktion f stellt die Lie-Ableitung Lv f tatsächlich die normale Richtungs-
ableitung dar, denn für 0-Formen gilt iv f = 0 und somit:
∂f i
Lv f = iv (df ) = (df ) (v) =
v. (65)
∂xi
Für die mathematisch abstrakte Definition der Lie-Ableitung benötigt man einen so-
genannten lokalen Fluss Φt mit Parameter t, der Differenzialformen im Raum transpor-
”
tiert“. Für t = 0 ist der Vektor v gerade tangential entlang des lokalen Flusses Φt , dann
gilt für die Lie-Ableitung der Form φ:
d
Lv φ = Φt (φ). (66)
dt t=0
26
Beispiele:
Wir berechnen das innere Produkt des Vektors v = yex + xez mit der 2-Form φ =
z 2 dx ∧ dy + x dy ∧ dz:
iv φ = iyex +xez z 2 dx ∧ dy + x dy ∧ dz
= yz 2 iex (dx ∧ dy) + yx iex (dy ∧ dz) + xz 2 iez (dx ∧ dy) + x2 iez (dy ∧ dz) ,
= yz 2 dy − x2 dy.
dφ = (2z + 1) dx ∧ dy ∧ dz,
iv (dφ) = (2z + 1) iyex +xez dx ∧ dy ∧ dz = (2z + 1) yiex + xiez dx ∧ dy ∧ dz
= (2z + 1) (y dy ∧ dz + x dx ∧ dy) ,
d(iv φ) = 2yz dz ∧ dy − 2x dx ∧ dy
⇒ Lv φ = iv (dφ) + d(iv φ) = (2z − 1) x dx ∧ dy + y dy ∧ dz.
27
3 Bezug zur Elektrodynamik
Von ihrer Beschaffenheit eignen sich Differenzialformen hervorragend, um Felder, Ströme
und Dichten zu beschreiben und über Wege, Oberflächen und Volumina zu integrieren.
Differenzialformen sind daher ein nützlicher Formalismus der Elektrodynamik, insbeson-
dere für eine Beschreibung in der vierdimensionalen Raumzeit.
3.1 Kontinuitätsgleichung
Eine Dichte ρ ist ein Objekt welches, man über dreidimensionalen Volumina integriert.
Es ist also angebracht eine Dichte als 3-Form ρ zu betrachten:
Wenn man die Ladungsdichte ρ über ein Volumen V integriert, erhält man die ent-
sprechende Ladung Q des Volumens:
Z
Q= ρ. (68)
V
j = jx dy ∧ dz + jy dz ∧ dx + jz dx ∧ dy. (69)
Wenn man eine solche Stromdichte j über eine Oberfläche S integriert, erhält man
den entsprechenden Strom I durch die Oberfläche:
Z
I= j. (70)
S
Z Z
d
ρ+ j = 0. (71)
dt V ∂V
R R
Für ein statisches
R Volumen d t V
ρ = ∂ ρ und nach Anwendung des allgemeinen
V t
Satz von Stokes V (∂t ρ + dj) = 0 erhalten für folgende differenzielle Form der Konti-
nuitätsgleichung:
∂t ρ + dj = 0. (72)
28
3.2 Maxwell-Gleichungen
Das elektrische Feld E lässt sich als 1-Form E auffassen, während das magnetische Feld
B eine 2-Form B repräsentiert:
dB = 0, (74a)
1
dE = − ∂t B. (74b)
c
Es ist gebräuchlich, die geschlossenen Anteile der Formen E und B durch die elektro-
magnetischen Potenziale φ und A auszudrücken. Hierbei ist φ eine 0-Form und A eine
1-Form:
1
E = −dφ − ∂t A, B = dA. (75)
c
Physikalische Kräfte ergeben über einen eindimensionalen Weg integriert die physi-
kalische Arbeit. Es liegt daher nahe Kräfte als 1-Formen F aufzufassen:
F = q E − i~v B . (77)
Das innere Produkt i~v B ist wiederum eine 1-Form und berechnet sich wie folgt:
i~v B = Bx (dy(~v ) dz − dz(~v ) dy) + By (dz(~v ) dx − dx(~v ) dz) + Bz (dx(~v ) dy − dy(~v ) dx)
= (By vz − Bz vy ) dx + (Bz vx − Bx vz ) dy + (Bx vy − By vx ) dz. (78)
Wir sehen, dass das innere Produkt i~v B die gleiche Auswirkung hat wie das Kreuz-
~ × ~v = −~v × B.
produkt im Vektorkalkül B ~
Für die anderen beiden Maxwell-Gleichungen wenden wir den Hodge-Sternoperator
auf die elektromagnetischen Felder E und B an. In drei Dimensionen macht der Hodge-
Sternoperator aus dem elektrischen Feld E eine 2-Form ∗E und aus dem magnetischen
Feld B eine 1-Form ∗B.
1
∗E = (∗E)ij dxi ∧ dxj = Ex dy ∧ dz + Ey dz ∧ dx + Ez dx ∧ dy, (79a)
2
∗B = (∗B)i dxi = Bx dx + By dy + Bz dz. (79b)
29
Für die Materiefelder gelten die sogenannten inhomogenen Maxwell-Gleichungen :
d ∗ E = 4πρ, (80a)
4π 1
d∗B = j + ∂t ∗ E. (80b)
c c
J = Jµ dxµ = ∗ −cρ + j ∧ cdt
= ∗ (−cρ dx ∧ dy ∧ dz + jx dy ∧ dz ∧ cdt + jy dz ∧ dx ∧ cdt + jz dx ∧ dy ∧ cdt)
= cρ cdt − jx dx − jy dy − jz dz. (81)
0
Beachte, dass in der Literatur häufig der Viererstrom als 3-Form J = −cρ + j ∧
0
cdt aufgefasst wird. Die 1-Form J ist mit der 3-Form J über den Hodge-Sternoperator
verknüpft.
Die Kontinuitätsgleichung (72) lässt sich auf die einfache Betrachtung zurückführen,
dass ∗J geschlossen ist:
d ∗ J = d −cρ + j ∧ cdt = −dt ∧ ∂t cρ + d3 j ∧ cdt = −cdt ∧ ∂t ρ + d3 j = 0. (82)
1
F = Fµν dxµ ∧ dxν = −B − E ∧ cdt
2
= −Bx dy ∧ dz − By dz ∧ dx − Bz dx ∧ dy − cEx dx ∧ dt − cEy dy ∧ dt − cEz dz ∧ dt.
(83)
0 Ex Ey Ez
−Ex 0 −Bz By
Fµν =
−Ey Bz
. (84)
0 −Bx
−Ez −By Bx 0
30
dF = d −B − E ∧ cdt = −dt ∧ ∂t B − d3 B − d3 E ∧ cdt
1
= −cdt ∧ ∂t B + d3 E − d3 B = 0. (85)
c
Die Geschlossenheit von F lässt sich durch die Einführung des elektromagnetischen
Viererpotenzials A ausdrücken. Dies ist eine 1-Form definiert durch:
1
∗F = (∗F )µν dxµ ∧ dxν = ∗(−B − E ∧ cdt)
2
= Bx cdt ∧ dx + cBy cdt ∧ dy + cBz cdt ∧ dz + Ex dy ∧ dz + Ey dz ∧ dx + Ez dx ∧ dy.
(87)
Die Komponenten des dualen Feldtensors lassen sich auch in Matrixform aufschreiben:
0 Bx By Bz
−Bx 0 Ez −Ey
(∗F )µν =
−By Ez
. (88)
0 Ex
−Bz −Ey Ex 0
Die Dualität zwischen den elektromagnetischen Feldern zeichnet sich durch folgende
Abbildung der Komponenten aus (Ei , Bi ) 7→ (Bi , −Ei ).
Wir möchten darauf hinweisen, dass wir hier den vierdimensionalen Hodge-Sternoperator
∗ behandeln, während im vorangegangen Abschnitt 3.2 der dreidimensionale Hodge-
Sternoperator ∗3 benutzt wurde, wir erkennen:
− ∗4 B = cdt ∧ ∗3 B, − ∗4 E ∧ cdt = ∗3 E. (89)
d ∗ F = d − ∗4 B − ∗4 E ∧ cdt = d cdt ∧ ∗3 B + ∗3 E
= d3 cdt ∧ ∗3 B + dt ∧ ∂t ∗3 E + d3 ∗3 E
1
= cdt ∧ −d3 ∗3 B + ∂t ∗3 E + d3 ∗3 E
c
4π 4π 4π
= −cdt ∧ j + 4πρ = − −cρ + j ∧ cdt = − ∗ J. (90)
c c c
31
Zusammengefasst ergeben die Maxwellgleichungen:
dF = 0, (91a)
4π
d∗F =− ∗ J, (91b)
c
F = dA, (91c)
d ∗ J = 0. (91d)
1 µ 1
d∗J =d J εµαβγ dxα ∧ dxβ ∧ dxγ = ∂ν J µ εµαβγ dxν ∧ dxα ∧ dxβ ∧ dxγ
6 6
!
= −∂µ J µ dx0 ∧ dx1 ∧ dx2 ∧ dx3 = 0
⇒ ∂µ J µ = 0. (92)
1
0 = dF = ∂λ Fµν dxλ ∧ dxµ ∧ dxν
2
1
= ∂λ Fµν dxλ ⊗ dxµ ⊗ dxν − dxλ ⊗ dxµ ⊗ dxν + dxλ ⊗ dxµ ⊗ dxν − dxλ ⊗ dxµ ⊗ dxν
2
+dxλ ⊗ dxµ ⊗ dxν − dxλ ⊗ dxµ ⊗ dxν
= [∂λ Fµν + ∂µ Fνλ + ∂ν Fλµ ] dxλ ⊗ dxµ ⊗ dxν
⇒ 0 = ∂λ Fµν + ∂µ Fνλ + ∂ν Fλµ . (93)
Hierbei wurde die Antisymmetrie des Feldtensors ausgenutzt Fµν = −Fµν und die
Indices der einzelnen Terme umbenannt.
Die Beziehung zum Potenzial F = dA kann man folgendermaßen schreiben:
1 ! 1
dA = ∂µ Aν dxµ ∧ dxν = (∂µ Aν − ∂ν Aµ ) dxµ ∧ dxν = Fµν dxµ ∧ dxν
2 2
⇒ Fµν = ∂µ Aν − ∂ν Aµ . (94)
Zuletzt führen die inhomogenen Maxwell-Gleichungen d ∗ F = − 4π
c
∗ J zu:
1 µν 1
∗d ∗ F = ∗d F εµναβ dxα ∧ dxβ =∗ µν λ α
∂λ F εµναβ dx ∧ dx ∧ dx β
4 4
1 ! 4π 4π
= ∂λ F µν εµναβ ελαβ γ dxγ = − ∗ ∗J = − (−1)(−1)1·3 Jγ dxγ (95)
4 c c
4π γ 1 1 1
⇒ − J = ∂λ F µν εµναβ ελγαβ = ∂λ F µν (−2)δ λγ µν = − (∂µ F µγ − ∂ν F γν ) = −∂µ F µγ
c 4 4 2
4π
⇒ ∂µ F µν = Jν. (96)
c
32
Hierbei haben wir die Summation für den Levi-Civita-Tensor in der Minkowskimetrik
ausgenutzt: εαβγδ εκλγδ = −2δ αβ κλ . δ µ1 ,...,µp ν1 ,...,νp ist das verallgemeinerte Kronecker-Delta-
Symbol, was +1 ist, wenn die Indices ν1 , ..., νp eine gerade Permutation von µ1 , ..., µp sind
und −1, wenn die Indices ν1 , ..., νp eine ungerade Permutation von µ1 , ..., µp sind und
ansonsten verschwindet.
Insgesamt kann man die Maxwell-Gleichungen (97) im Minkowskiraum schreiben als:
Z tf
W [qi ] = dt L(qi (t), q̇i (t), t). (98)
ti
Für die physikalischen Bahnkurven qi (t) ist die Wirkung S extremal, d.h. ihre Variation
verschwindet δW [qi ] = 0. Wenn man die Bahnkurven um δqi erweitert qi → qi + δqi ,
wobei diese an den Randpunkten des Zeitintervals verschwinden qi (ti ) = 0 = qi (tf ), muss
folgende Bedingung erfüllt werden:
!
Z X ∂L
tf
∂L
0 = δW [qi ] = W [qi + δqi ] − W [qi ] = dt δqi + δ q̇i + O(δqi2 )
ti i
∂qi ∂ q̇i
Z tf X
∂L d ∂L
= dt δqi − + O(δqi2 ). (99)
ti i
∂q i dt ∂ q̇ i
Hierbei wurde der zweite Term einmal partiell über t integriert, wobei durch der Rand-
term aufgrund der Eigenschaft von δqi verschwindet. Damit die Variation der Wirkung
für beliebige infinitesimale δqi verschwindet, muss der Term in der eckigen Klammer ver-
schwinden. Diese stellen die Bewegungsgleichungen des Systems dar, die sogenannten
Euler-Lagrange-Gleichungen (vgl. Fol. 21):
∂L d ∂L
− = 0. (100)
∂qi dt ∂ q̇i
Wenn ∂L/∂qi = 0 gilt, so nennt man die generalisierte Koordinate qi zyklisch . Der
zugehörige generalisierte Impuls pi = ∂L/∂ q̇i ist dann also erhalten, d.h. ṗi = 0.
33
Lagrange-Formalismus in der klassischen Mechanik
Koordinaten von n Teilchen: (q1 (t), q2 (t), . . . , qn (t)):
n 1-dimensionale skalare “Felder” qi (t)
d ∂L ∂L ∂L ∂L
= , formal: ∂t =
dt ∂ q̇i ∂qi ∂(dqi )t ∂qi
X ∂L
E= q̇i − L. (101)
i
∂ q̇i
Man kann an dieser Stelle eine Variablentransformation von Ortskoordinaten und Ge-
schwindigkeiten (qi , q̇i ) zu Ortskoordinaten und Impulsen (qi , pi ) durchführen, wobei q̇i
eine Funktion der Ortskoordinaten qi und Impulse pi ist. Diese Art von Koordinaten-
transformation wird auch Legendre-Transformation genannt. Die Energie E entspricht
dann also der Hamiltonfunktion H(qi , pi ).
Die Energie ist im System erhalten Ė = 0, wenn die zugehörige Lagrangefunktion
nicht explizit von der Zeit abhängt, also ∂t L = 0. Wir können diese Aussage verifizieren,
indem wir die totale Zeitableitung der Lagrange-Funktion bilden:
dL X ∂L ∂L ∂L X d ∂L ∂L ∂L d X ∂L ∂L
= q̇i + q̈i + = q̇i + q̈i + = q̇i +
dt i
∂qi ∂ q̇i ∂t i
dt ∂ q̇i ∂ q̇i ∂t dt i ∂ q̇i ∂t
" #
d X ∂L ∂L dE ∂L
⇒0= q̇i − L + = + . (102)
dt i ∂ q̇i ∂t dt ∂t
34
Feldgleichungen
W [Φ] Integral über 4-Form L(x)dx 0 ∧ dx 1 ∧ dx 2 ∧ dx 3 =: L(x)∗ 1
L(x) = L(Φ(x), d Φ(x)) =: L[Φ(x)]
L[Φ]: nur Φ wird unabhängig variiert!, d Φ folgt aus Φ,
Wirkungsprinzip
Wirkung — Integral
Z der 4-Form über 4er Volumen V
δW = δL(Φ(x), d Φ(x))dx 0 ∧ dx 1 ∧ dx 2 ∧ dx 3 = 0
V
Randbedingungen
Φ|∂V : Φ(x) = χ(x) für x ∈ ∂V ⇒ δb|∂V = 0
(vgl. 1-dim: V = [t0 , t1 ]. q(t0 ) = χ0 , q(t1 ) = χ1 : δb(t0 ) = δb(t1 ) = 0)
⇒ Feldgleichungen (Euler-Lagrange)
∂L(Φ, d Φ) ∂L(Φ, d Φ)
∂µ =
∂(d Φ)µ ∂Φ
Aus diesem Grund ist die Lagrangefunktion also eine Topform der (d + 1)-dimensionalen
Raumzeit und hängt von den Formen φi sowie ihren Differenzialen dφi ab.
Z
W [φi ] = L(φi , dφi ). (103)
V
Für die physikalischen Felder φi (x) ist die Wirkung W extremal, d.h. ihre Variation
verschwindet δW [φi ] = 0. Wenn man die Felder um δφi erweitert φi → φi +δφi , wobei diese
an den Randpunkten des betrachteten Raumzeitvolumens V verschwinden dφi |∂V = 0,
muss folgende Bedindung erfüllt werden:
Z X
! ∂L ∂L 2
0 = δW [φi ] = W [φi + δφi ] − W [φi ] = δφi ∧ + δdφi ∧ + O(δφi )
V i ∂φi ∂dφi
Z X
∂L ∂L 2
= δφi − (−1)pi d + O(δφi ). (104)
V i ∂φi ∂dφi
Hierbei wurde der zweite Term einmal partiell über das Raumzeitvolumen V integriert,
wobei der Randterm aufgrund der Eigenschaft von δφi verschwindet (siehe partielle Inte-
gration für Formen (61)).Wir nehmen an, dass φi eine pi -Form ist und bekommen deshalb
einen Faktor (−1)pi . Außerdem vertauscht die äußere Ableitung d mit der Variation δ,
also δdφi = dδφi . Damit die Variation der Wirkung W für beliebige infinitesimale δφi
verschwindet, muss der Term in der eckigen Klammer verschwinden. Diese stellen die Be-
wegungsgleichungen des Systems dar, die sogenannten Euler-Lagrange-Feldgleichungen
(vgl. Fol. 22):
∂L ∂L
− (−1)pi d = 0. (105)
∂φi ∂dφi
Beispiel:
Wir betrachten die Lagrange-Funktion der Klein-Gordon-Theorie
35
L = −~2 dψ † ∧ ∗dψ − m2 c2 ψ † ∧ ∗ψ.
Dies ist die Theorie eines relativistischen Quantenteilchens mit Skalarfeld ψ, was einer
0-Form entspricht, also pi = 0. Die Euler-Lagrange-Feldgleichungen ergeben sich in diesem
Fall aus:
∂L ∂L
†
= −m2 c2 ∗ ψ, †
= −~2 ∗ dψ ⇒ −m2 c2 ∗ ψ + ~2 d ∗ dψ = 0.
∂ψ ∂dψ
Mit der doppelten Anwendung des Hodge-Sternoperators ∗2 = sign(η) = −1 (30) auf
die 0-Form ψ erhalten wir die sogenannte Klein-Gordon-Gleichung:
m2 c2 m2 c2
∗d ∗ d + 2 ψ = + 2 ψ = 0.
~ ~
Hier haben wir den d’Alembert-Operator = ∗d ∗ d + d ∗ d∗ eingesetzt.
4.3 Noether-Theorem
Das Noether-Theorem besagt, dass jede kontinuierliche Symmetrie eine Erhaltungsgröße
impliziert. An dieser Stelle möchten wir einen Ausdruck des Noether-Stroms T im For-
malismus der Differenzialformen aufstellen.
Das physikalische System erfüllt eine kontinuierliche Symmetrie, wenn die Wirkung bei
einer infinitesimalen Änderung einer Koordinate x um einen Vektor a sich nicht ändert,
0
W [φi (x0 )] = W [φi (x)]. Eine Änderung der Koordinate x generiert folgende Änderungen:
Wir reden bei Änderung um den infinitesimalen Vektor a von einer Symmetrie , wenn
die Änderung der Felder als auch die der Lagrangefunktion durch die Lie-Ableitung La
gegeben ist.
Wir haben also:
X ∂L ∂L
X
∂L ∂L
!
δL = δφi ∧ + δdφi ∧ = δφi ∧ + dδφi ∧ = La L. (107)
i
∂φi ∂dφi i
∂φi ∂dφi
Den Term in den eckigen Klammern möchten wir durch die folgende äußere Ableitung
umschreiben:
∂L ∂L ∂L
d δφi ∧ = dδφi ∧ + (−1)pi δφi ∧ d
∂dφi ∂dφi ∂dφi
∂L ∂L ∂L
⇒ dδφi ∧ = d δφi ∧ − (−1)pi δφi ∧ d (108)
∂dφi ∂dφi ∂dφi
∂L ∂L ∂L pi ∂L ∂L
⇒ δφi ∧ + dδφi ∧ = δφi ∧ − (−1) d + d δφi ∧
∂φi ∂dφi ∂φi ∂dφi ∂dφi
36
Variation δΦ L — allgemeiner Fall
Mehrere gekoppelte Felder (Φ1 , Φ2 , . . . , Φn ) = Φ, Φi sei pi -Form.
X ∂L ∂L
δΦ L = δΦi ∧ + d δΦi ∧
i
∂Φi ∂d Φi
∂L
Bedeutung von ∂Φi
: Φi nach links kommutieren und weglassen.
Wenn Φ mehrfach vorkommt, von jeder Stelle einmal.
Oberflächenterm isolieren
Anwendung der Rechenregel für d (ω ∧ χ):
∂L ∂L ∂L
d δΦi ∧ = (d δΦi ) ∧ + (−1)pi δΦi ∧ d
∂d Φi ∂d Φi ∂d Φi
X ∂L ∂L ∂L
δΦ L = δΦi ∧ − (−1)pi d + d δΦi ∧
∂Φ ∂d Φi ∂d Φi
i | i {z } | {z }
Feldgleichungen: =0 Oberflächenterm
Der Term in den eckigen Klammern verschwindet aufgrund der Feldgleichungen (105)
(vgl. Fol. 23). Für die Lie-Ableitung haben wir La L = ia dL + dia L, wobei dL = 0 ist,
weil L eine Topform ist. Gleichung (107) vereinfacht sich also zu:
" #
X ∂L
a
0=d La φi ∧ − ia L = d ∗ T . (109)
i
∂dφi
Für jede Symmetrie, die durch eine infinitesimale Verschiebung um einen Vektor a
a
beschrieben wird, gibt es also eine geschlossene 1-Form T , also eine Erhaltungsgröße .
Diese wird Noether-Strom genannt (vgl. Fol. 24):
!
a X ∂L
T =∗ La φi ∧ − ia L . (110)
i
∂dφi
Beispiel:
Wir möchten den Noether-Strom für Skalarfelder φi = φi in Komponenten bestimmen.
Die Lagrangedichte im Minkowski-Raum ist eigentlich eine 4-Form L = L ∗ 1.
Das innere Produkt ∗ia L lässt sich also berechnen durch:
1 4
∗ia ∗ 1 = ∗ia εαβγδ dxα ∧ dxβ ∧ dxγ ∧ dxδ = ∗ εαβγδ aα dxβ ∧ dxγ ∧ dxδ
4! 4!
1 1
= εαβγδ aα εβγδ µ dxµ = − εαβγδ εµβγδ aα dxµ = aµ dxµ = δ µ ν aµ dxν .
3! 3!
Hierbei haben wir die Summation für den Levi-Civita-Tensor benutzt εαβγδ εµβγδ =
−3!δ α µ . Die Lie-Ableitung der Skalarfelder ist durch die einfache Richtungsableitung ge-
geben La φi = aµ ∂µ φi . Bei der Ableitung der Lagrangedichte L = L ∗ 1 nach der 1-Form
dφi = ∂ν φi dxν muss man die Vertauschung der Differenziale beachten:
37
a
Noetherstrom T — allgemeine Form
Variation von δΦ = Verschiebung im Vektorfeld a = Lie-Ableitung:
δΦ = La Φ
δa L Verschiebung im Vektorfeld a: L ist 4-Form, also d L = 0
δa L = La L = ia |{z}
d L +d ia L
=0
∂L
0 = δ Φ L − δ a L = d La Φi ∧ − d ia L
∂d Φi
a
= d ∗T
Noetherstrom
a ∂L
T = ∗ La Φi ∧ − ia L
∂d Φi
(∗∗ = −(−1)p für p-Form im Minkowskiraum, = 1 für p = 1, 3)
Back to start [Link]. [Link]. Notation Relativität L18/S11
∂L ∂ L 1
ε
4! αβγδ
dxα ∧ dxβ ∧ dxγ ∧ dxδ ∂L 1
= ν
= ενβγδ dxβ ∧ dxγ ∧ dxδ .
∂dφi ∂ (∂ν φi dx ) ∂(∂ν φi ) 3!
Hierbei wurde ausgenutzt, dass die Funktion L nur von den Feldern φi abhängt, also
auch von ∂ν φi , aber nicht von den Differenzialen dxν . Dagegen wirkt die Ableitung nach
dem Differenzial dxν nur auf das Dachprodukt dxα ∧ dxβ ∧ dxγ ∧ dxδ . Hierbei muss man
auf die Vorfaktoren für antisymmetrische Vertauschungen aufpassen, also:
∂ α β γ δ
εαβγδ dx ∧ dx ∧ dx ∧ dx
∂dxν
= ενβγδ dxβ ∧ dxγ ∧ dxδ − εανγδ dxα ∧ dxγ ∧ dxδ + εαβνδ dxα ∧ dxβ ∧ dxδ − εαβγν dxα ∧ dxβ ∧ dxγ
= ενβγδ dxβ ∧ dxγ ∧ dxδ .
~a
Für den ersten Term des Noether-Stroms T (110) ergibt sich also:
∂L ∂L 1
∗ La φi ∧ = aµ (∂µ φi ) ενβγδ ∗ dxβ ∧ dxγ ∧ dxδ
∂dφi ∂(∂ φ
ν i ) 3!
∂L 1 ∂L
= aµ (∂µ φi ) ν
ε νβγδ ε βγδ
λ dx λ
= a µ
(∂ µ φi ) ν
dxν .
∂(∂ φi ) 3! ∂(∂ φi )
!
a X ∂L
T = (∂ µ φi ) ν
− δ ν L aµ dxν
µ
i
∂(∂ φi )
X ∂L
⇒ T µν = (∂ µ φi ) ν
− δ µ ν L. (111)
i
∂(∂ φi )
38
Feldgleichungen für p-Formen Φ
Am Beispiel Feldgleichungen für A
1
L[A] = − d A ∧ ∗ d A − A ∧ ∗ j
2
R
Wirkungsprinzip δW [a] = δ L[A] = 0
⇒ d ∗ d A = −∗ j = d ∗ F
Nachbearbeitung (aka Aufräumarbeiten)
I Rechenregeln, die bei der Herleitung verwendet wurden
I ∗ ω ∧ χ = ∗ χ ∧ ω (für p-Form ω und q-Form χ)
I 1-Form ω: d (ω ∧ χ) = (d ω) ∧ χ − ω ∧ d χ
p-Form ω: d (ω ∧ χ) = (d ω) ∧ χ + (−1)p ω ∧ d χ
I ~ E
Wie schreibt man d A ∧ ∗ d A mit Indizes, Feldtensor oder B, ~?
I Wir hatten c = 4π — Umschreiben auf Gauss’sche Einheiten
1 1 1 1
L=− F ∧ ∗F − A ∧ ∗J = − dA ∧ ∗dA − A ∧ ∗J. (112)
8π c 8π c
Die Feldgleichungen (105) für das elektromagnetische Potenzial A sind dann gegeben
durch:
∂L ∂L 1 1 1 1
0= +d =− ∗J − d 2 ∗ dA = − ∗ J − d ∗ dA
∂A ∂dA c 8π c 4π
4π
⇒ d ∗ dA = d ∗ F = − ∗ J. (113)
c
Mithilfe der Relation ((32)) lässt sich diese Lagrange-Funktion in Komponenten wie
folgt schreiben:
1 µν 1 µ
L == − F Fµν − A Jµ ∗ 1. (114)
16π c
Hierbei haben wir die Symmetrie von φ∧∗ψ = ψ∧∗φ (32) benutzt, also ∂ φ ∧ ∗ψ /∂ψ =
∂ ψ ∧ ∗φ /∂ψ = ∗φ. Die inhomogenen Maxwell-Gleichungen ergeben sich automatisch
durch die Geschlossenheit von F = dA, also dF = d2 A = 0.
Die klassische Physik hängt nur von dem elektromagnetischen Feld F und nicht vom
elektromagnetischen Potenzial A ab. Deswegen muss die Wirkung invariant bleiben, wenn
man das elektromagnetische Potenzial A um einen Gradiententerm dλ ergänzt:
!
W [A] = W [A + dλ]. (115)
39
1 1 1
L[A + dλ] = dA + d2 λ ∧ ∗ dA + d2 λ + A + dλ ∧ ∗J = L[A] + dλ ∧ ∗J.
8π c c
(116)
Damit gilt:
Z Z Z Z Z
1 1 !
W [A + dλ] = L[A + dλ] = L[A] + λ ∧ ∗J − λ∧d∗J = L[A] = W [A].
V V c ∂V c V V
(117)
a ∂L 1
∗T = La A ∧ − ia L = ia dA + dia A ∧ − ∗ dA − ia L
∂dA 4π
1 1
=− ia F + dia A ∧ ∗F + ia F ∧ ∗F
4π 8π
1 1 1
= − ia F ∧ ∗F + F ∧ ia ∗ F − dia A ∧ ∗F . (118)
8π 8π 4π
a
Die physikalisch Bedingung ist, dass der Noether-Strom geschlossen ist, also d∗T = 0.
a
Damit kann der Noether-Strom ∗T , um einen beliebigen Eichterm dλ ergänzt werden.
Mit der folgenden Betrachtung
d∗F =−4π∗J=0
d ia A ∧ ∗F = dia A ∧ ∗F + ia A ∧ d ∗ F = dia A ∧ ∗F , (119)
können wir den letzten Term in (118) als vollständige äußere Ableitung dλ identi-
fizieren und auch in der Entsprechung des elektromagnetischen Noether-Stroms ∗Ta im
Vakuum J = 0 weglassen:
a 1
∗T = F ∧ ia ∗ F − ia F ∧ ∗F . (120)
8π
In Komponenten haben wir:
40
1
F = Fαβ dxα ∧ dxβ ,
2
1 αβ
∗F = F εαβγδ dxγ ∧ dxδ ,
4
1
ia F = Fαβ aα dxβ − aβ dxα = Fµα aµ dxα ,
2
1 αβ 1
ia ∗ F = F εαβγδ aγ dxδ − aδ dxγ = − F αβ εαβγµ aµ dxγ
4 2
1
F ∧ ia ∗ F = − Fαβ F κλ εκλγµ aµ dxα ∧ dxβ ∧ dxγ
4
1
−ia F ∧ ∗F = − Fµα F κλ εκλβγ aµ dxα ∧ dxβ ∧ dxγ ,
4
1
8π ∗ T a = − Fαβ F κλ εκλγµ + Fµα F κλ εκλβγ aµ dxα ∧ dxβ ∧ dxγ ,
4
a 1
8πT = − F αβ F κλ εκλ γ µ + Fµ α F κλ εκλ βγ εαβγν aµ dxν
4
1 αβ
= − F Fκλ εκλγµ εαβγν + F µα Fκλ εκλβγ εαβγν aµ dxν .
4
Für die Summation von Epsilon-Tensoren in der Minkowskimetrik gilt:
Die Komponenten des Energie-Impuls-Tensors für das elektromagnetische Feld (vgl. Fol. 26)
a µ
ergeben sich durch T = T aµ = T µ ν dxν aµ :
µ 1 αβ
4πT = −F Fνα + F Fαβ δ ν dxν
µα µ
4
1
⇒ 4πT µ ν = −F µα Fνα + F αβ Fαβ δ µ ν . (121)
4
41
Energie-Impulstensor der Elektrodynamik (Forts.)
Noethertheorem: es gibt mindestens einen erhaltenen Strom
Keine Aussage zur Eindeutigkeit:
. . . L ist nicht eindeutig. . .
Hinzufügen einer beliebigen äusseren Ableitung d G einer 2-Form G
µ µ
d ∗ T = 0 ⇒ d (∗ T + d G ) = 0
Eichabhängigkeit kommt von ∂µ Aν Fκλ
Eichinvariant wäre (∂µ Aν − ∂ν Aµ )Fκλ = Fµν Fκλ
Wähle (4πc)G = −Aµ F = −Aµ d A:
dd A = −∂ν Aµ dx ν ∧ F
(4πc)d G = − dAµ ∧ d A − Aµ |{z}
=0
. . . weiteres Ausrechnen als Tutoriumsaufgabe. . .
Eichinvarianter Energie-Impulsstrom
µ 1 1
T = −F µα Fνα + δνµ Fαβ F αβ dx ν
4πc 4
Back to start [Link]. [Link]. Notation Relativität L18/S14
5 Kommentierte Literaturliste
Im Wesentlichen sind Differenzialformen mit einschließlich den besprochenen Rechenope-
rationen Inhalte eines gewöhnlichen Kurses über Analysis III. Es folgt eine kommentierte
Literaturliste auf Englisch:
Empfehlungen von Prof. Scrinzi:
• Altland, Alexander, und Jan von Delft. Mathematics for physicists: introductory
concepts and methods. Cambridge University Press, 2019.
→ a low-threshold introduction
• Thirring, Walter. Classical mathematical physics: dynamical systems and field theo-
ries. Springer Science & Business Media, 2013.
→ fantastic physics-focused, yet mathematically deep course for those who know
already, nearly incomprehensible for those who don’t
Mathematics textbooks:
• Jänich, Klaus. Vector analysis. Springer Science & Business Media, 2013.
→ If you’ve ever read one of Jänich’s textbooks, you know his informal style and
either hate it or love it. I thought his explanations were very lucid, it is also qui-
te concise so you don’t have to work through 700 pages to have a good idea of
42
the theory. I should probably mention that he does a good job in translating the
differential-forms-and-tangential-vectors language into the standard 3-vector nota-
tion (ordinary vector analysis in R3). He also gives a good account of integration
on manifolds and why differential forms are the proper integrands. He explains why
physicists use Ricci calculus“and how it works. However, it can only serve as a
”
short, superficial introduction and is by no means complete.
• Fecko, Marián. Differential geometry and Lie groups for physicists. Cambridge uni-
versity press, 2006.
• Schutz, Bernard F., and Director Bernard F. Schutz. Geometrical methods of ma-
thematical physics. Cambridge university press, 1980.
→ Very concise and quite intuitive explanations. Has a whole chapter devoted solely
to the application of these methods to physics (including Hamiltonian Mechanics
and Electrodynamics). Probably best used together with one of the more extensive
treatments, at some points even seems to be ’easy reading’ because of the nice style.
Nevertheless, the book covers a lot of the connections between (classical) vector
analysis, differential forms and the advantages of Ricci calculus, if I remember cor-
rectly. Plus: some very nice sections on geometric methods in Special and General
Relativity, thermodynamics/statistical physics and a lot more.
43
• Lee, John. Introduction to topological manifolds. Vol. 202. Springer Science & Busi-
ness Media, 2010.
44