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Hans Joachim Dominik

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Dominik, Hans Joachim

(1872-1945)
Hans Joachim Dominik wurde am 15. November 1872 in Zwickau als
Sohn eines Journalisten und Verlegers geboren. Er ging zunächst auf das
humanistische Gymnasium, musste aber wegen mangelhafter Leistungen
mehrmals die Schule wechseln. Unter anderem war er auf dem
Gymnasium in Gotha, wo der Schriftsteller Kurt Laßwitz sein
Mathematik- und Physiklehrer war.
Wenn Dominik als Vater des deutschen Science-Fiction-Romans gilt,
dann gebührt Laßwitz der Status des "Großvaters". Laßwitz hatte schon
1897 den Roman "Auf zwei Planeten" geschrieben, den ersten deutschen
Science – Fiction - Roman. Damals nannte man diese Literaturgattung
noch "Zukunftsroman". Laßwitz' Ideen regten die Phantasie seines jungen
Schülers Dominik an.

Hans Joachim Dominik


Nach dem Abitur 1893 ging Dominik, der Elektroingenieur werden wollte, nach Berlin an die Technische
Hochschule. Die Kraft des elektrischen Stroms und dessen ungeheure Möglichkeiten faszinierten ihn Zeit
seines Lebens und wurden später Themen seiner utopischen Romane. Während seiner Studienzeit reiste er
zweimal in die USA und arbeitete dort als Elektroingenieur. Seine Erlebnisse in den Vereinigten Staaten
brachte er 1908 in dem Roman "John Workman der Zeitungsboy" zu Papier; die klischeehafte Erfolgsstory
eines Zeitungsjungen, der es in Amerika bis zum Millionär bringt. Zurück in Deutschland, lockte die Industrie
Hans Dominik mit guten Angeboten. Er brach sein Studium vorzeitig ab und wurde Projektleiter bei einer
Firma, die Fabriken elektrifizierte. Mehrmals wechselte er die Arbeitsstelle, bis er schließlich 1900 bei
Siemens & Halske anfing. Hier gab es für Dominik erste Berührungspunkte mit dem Journalismus und der
Schriftstellerei. Er arbeitete nämlich nur kurze Zeit in der technischen Entwicklungsabteilung, dann erkannte
die Firmenleitung das Talent des jungen Mannes und versetzte ihn in das "Literarische Bureau" - die
Werbeabteilung von Siemens. Sein Einkommen besserte Dominik durch Zeitungsartikel und Werbeprospekte
für andere Firmen auf. Daneben schrieb er für das angesehene Berliner Tageblatt populärwissenschaftliche
Artikel und "technische Märchen." Bald jedoch wurde ihm klar, dass er in der Reklameabteilung von Siemens
seine literarischen Fähigkeiten nicht ausreizen konnte. Er kündigte 1901 und begann als freier Autor zu
arbeiten. Seine ersten utopischen Geschichten schrieb Dominik ab 1907 für "Das neue Universum, ein
Jahrbuch für Jungen". Zwei Jahre vorher hatte er vom Berliner Tageblatt zum Berliner Lokal -Anzeiger
gewechselt, wo er über technische Großereignisse und Katastrophen berichtete. Nach dem Ausbruch des
Ersten Weltkrieges wurde ihm gekündigt, denn über diese Katastrophe sollten nun andere berichteten, für
Technikgeschichten war in dem Blatt in den folgenden Jahren kein Platz mehr. Dominik passte sich an und
begann Kriegsromane zu schreiben. 1922 kam sein Roman "Die Macht der Drei" heraus und wurde 170.000
Mal verkauft. Das Buch spielt in der Zukunft des Jahres 1951 und im Mittelpunkt steht, wie fast immer bei
Dominik, eine neue Energiequelle, die Unglaubliches ermöglicht. Mit seinem einfach gestrickten, aber
spannend geschriebenen Buch wurde Dominik schlagartig berühmt und in den folgenden Jahren zu einem der
meistgelesenen Autoren seiner Zeit. Die Erfolgsformel, die Dominik mit seinem ersten großen Roman
gefunden hatte, wendete er auch in seinen weiteren Romanen an, die in rascher Folge in den 20er und 30er
Jahren erschienen. Immer steht ein heroischer deutscher Wissenschaftler oder Ingenieur im Mittelpunkt, der
eine revolutionäre Erfindung gemacht hat. Die Charaktere sind schwarz-weiß gezeichnet, dem guten Held
steht natürlich ein böser Schurke gegenüber. Hinter der Erfindung sind entweder Konzerne, feindliche
Nationen oder gar fremde Rassen her. Am Ende siegen die Guten, und das sind bei Dominik immer die
Deutschen. In Dominiks frühen Romanen der 20er Jahre kämpfen die Europäer gemeinsam gegen andere
Rassen, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen, die "gelbe Gefahr" aus China, die Araber oder die
Schwarzen aus Afrika. Damit bediente er die deutschnationalen Wunschphantasien seiner Leser nach dem
verlorenen Ersten Weltkrieg. Im Grunde war es nie die Technik der Zukunft, die Dominik faszinierte, sondern
die Macht, die der Mensch durch die Technik in die Hand bekam. Auch wenn in seinen späteren Romanen das
Element des Rassismus in den Hintergrund gedrängt wird, war der Autor doch wegen seiner gedanklichen
Nähe zum Faschismus in der DDR verpönt. In der BRD legte man seine Romane schnell wieder auf. Sie
sollten die ersten Leseerfahrungen einer ganzen Generation von Jungen prägen. Am 9. Dezember 1945 starb
Dominik als einer der meistgelesenen Autoren der 20er und 30er Jahre in Berlin.
WERKVERZEICHNIS
Beim derzeitigen Stand der Dominik-Forschung kann nur ein vorläufiges Werkverzeichnis erstellt werden, das sich
auf die Bücher und größeren Erzählungen beschränkt. Es ist davon auszugehen, daß Dominik mehrere Tausend
Sachartikel bzw. kürzere Erzählungen für Zeitungen, Zeitschriften und Bücher verfasst hat, von denen bisher nur ein
kleiner Prozentsatz wieder gefunden worden ist.
Die Jahreszahlen kennzeichnen die Entstehung der Texte, soweit sich das noch feststellen ließ. Ansonsten ist das
Jahr der Veröffentlichung genannt. Für die Duncker-Romane gilt: im angegebenen Jahr oder früher (gesichert ist das
Entstehen aller zwölf Romane zwischen 1910 und 1916). Die Seitenzahlen geben den Umfang der (bzw. - bei den
Erzählungen - in den) Bucherstausgaben an. Sämtliche aufgeführten Erzählungen erschienen in dem Periodikum
>Das Neue Universums Die Daten von I 7 sowie II 1-8, 10-15, 18, 21 wurden z. T. aus
anderen Bibliographien übernommen. Die in manchen Aufstellungen zu findenden Werke »Kamerun.
Sechs Kriegs- und Friedensjahre in deutschen Tropen<
(1901) und >Vom Atlantik zum Tschadsee. Kriegs- und Forschungsfahrten
in Kamerun< (1908) stammen von einem namensgleichen
Vetter des Autors.

I ERZÄHLERISCHEWERKE
1 1902/03 Technische Märchen. Steinitz-Verlag, 156 S.
2 1907 Die Nahrung der Zukunft. Zukunftserzählung.
Union-Verlag, 22 S.
3 1908 Die Reise zum Mars. Zukunftserzählung.
Union-Verlag, 17 S.
4 1909 Eine Reise im Jahre 1970. Zukunftserzählung.
Union-Verlag, 18 S. (anonym veröffentlicht)
5 1909 John Workmann, der Zeitungsboy. Eine Er-
J U B I L Ä U M S - E D I T I O N 469
zählung aus der amerikanischen Großindustrie.
Bd. 1: Im Reiche des Zeitungsriesen. Jugendroman.
Steinitz-Verlag, 190 S. (Co-Autor:
Kurt Matull)
6 1910 Ein neues Paradies. Zukunftserzählung. Union-
Verlag, 17 S.
7 1910 Unter Tage verschüttet. Verlagshaus für
Volksliteratur und Kunst, 48 S.
8 1911 Hundert Jahre Elektrotechnik. Erzählung.
Union-Verlag, 34 S.
9 1911 Glück auf! Roman. Carl-Duncker-Verlag,
308 S.
10 1911 Hochströme. Roman aus der Elektrizitätsindustrie.
Carl-Duncker-Verlag, 322 S.
Alternativtitel: Zu spät!
11 1912 Die Madonna mit den Perlen. Roman. Carl-
Duncker-Verlag, 296 S.
12 1912 Heilige Wasser. Roman aus dem modernen
Ägypten.,Carl-Duncker-Verlag, 350 S.
13 1913 Ein Experiment. Zukunftserzählung. Union-
Verlag, 27 S. (anonym veröffentlicht)
14 1913 Der eiserne Weg. Roman. Carl-Duncker-Verlag,
312 S. '
15 1913 Der Sieger. Automobilroman. Carl-Duncker-
Verlag, 278 S.
16 1913 Der Kreiselkompaß. Der Roman einer technischen
Sensation. Carl-Duncker-Verlag, 280 S.
Alternativtitel: Mister Grey (aus New York)
17 1913/14 Zauber des Südens. Roman. Carl-Duncker-Verlag,
309 S.
Alternativtitel: Alpenglühen
18 1914 Versunkenes Land. Roman. Carl-Duncker-Verlag,
301 S.
19 1915 Klar zum Gefecht. Roman. Carl-Duncker-Ver-
' lag, 353 S.
20 1915 Das Eiserne Kreuz. Kriegsroman. Carl-
Duncker-Verlag, 269 S.
21 1916 Der »Eiserne Halbmond<. Kriegsmarineroman.
Carl-Duncker-Verlag, 336 S.
470 HANS DOMINIK
22 1917 Neuland. Zukunftserzählung. Union-Verlag,
20 S.
23 1918 Eine Expedition in den Weltraum. Zukunftserzählung.
Union- Verlag, 26 S.
24 1919 Schätze der Tiefe. Zukunftserzählung. Union-
Verlag, 14 S.
25 1921 Zukunftsmusik. Zukunftserzählung. Union-
Verlag, 18 S.
26 1921 John Workmann, der Zeitungsboy. Eine Erzählung
aus der amerikanischen Großindustrie.
Bd. 2: Wanderjahre im Westen. Steinitz-
Verlag, 144 S.
27 1921 John Workmann, der Zeitungsboy. Eine Erzählung
aus der amerikanischen Großindustrie.
Bd. 3: Neue Wunder der Großindustrie.
Steinitz-Verlag, 156 S.
28 1921 Die Macht der Drei. Ein Roman aus dem Jahre
1955. Scherl-Verlag, 359 S.
29 1922/23 Die Spur des Dschingis -Khan. Ein Roman aus
dem 21. Jahrhundert. Scherl-Verlag, 313 S.
30 1924/25 Atlantis. Roman. Scherl-Verlag, 317 S.
Untertitel des Zeitschriftenvorabdrucks: Die
Geschichte des sechsten Erdteils.
31 1925 John Workmann, der Zeitungsboy. Eine Erzählung
aus der amerikanischen Großindustrie.
Erste vollständige Ausgabe. Jugendroman.
Verlag Koehler & Amelang, 392 S.
(Neu der 4. Teil: Lehr- und Meisterjahre im
Süden [S. 296-392])
32 1925/26 Der Brand der Cheopspyramide. Roman.
Scherl-Verlag, 295 S.
33 1926/27 Das Erbe der Uraniden. Roman. Scherl-Verlag,
321 S.
34 1928 Klaus im Glück. Vom Hirtenjungen zum Diamantenkönig.
Jugendroman. Verlag Koehler &
Amelang, 231 S.
35 1928 König Laurins Mantel. Roman. Scherl-Verlag,
304 S.
Nachkriegstitel: Unsichtbare Kräfte
JUBILÄUMS- E D I T I O N 471
36 1929/30 Kautschuk. Ein Roman aus der Industrie.
Scherl-Verlag, 284 S.
37 1929/30 Moderne Piraten. Jugendroman. Union-Verlag,
263 S.
38 1930 Dreißig Jahre später. Zukunftserzählung.
Union-Verlag, 15 S.
39 1930 Bei der verlorenen Mannschaft. Erzählung.
Union-Verlag, 11 S.
40 1932/33 Befehl aus dem Dunkel. Roman. Scherl-Verlag,
377 S.
41 1932/33 Der Wettflug der Nationen. Roman. Verlag
Koehler & Amelang, 281 S./392 S. (Professor-
Eggerth-Serie, Bd. 1)
42 1933 Professor Belians Tagebuch. Zukunftserzählung.
Union-Verlag, 41 S.
43 1933 Ein Stern fiel vom Himmel. Roman. Verlag
Koehler & Amelang, 248 S./340 S. (Professor-
Eggerth-Serie, Bd. 2)
44 1934 Ein Freifjug im Jahre 2222. Zukunftserzählung.
Union-Verlag, 24 S.
45 1934 Das stählerne Geheimnis. Roman. Scherl-Verlag,
326 S.
46 1934/35 Atomgewicht 500. Roman. Scherl-Verlag, 318 S.
47 1937 Himmelskraft. Roman. Scherl-Verlag, 306 S.
48 1938 Lebensstrahlen. Roman. Scherl-Verlag, 331 S.
49 1939 Land aus Feuer und Wasser. Roman. Verlag
v. Hase & Koehler, 336 S. (Professor-Eggerth-
Serie, Bd. 3)
50 1939/40 Treibstoff SR. Roman. Scherl-Verlag, 3 10 S.
(Nachkriegstitel: Fahrt in den Weltraum/Flug
in den Weltraum)
51 1941 Geballte Kraft. Werner von Siemens' Dynamo -
maschine leitet ein neues Zeitalter ein. Historischer
Roman. Limpert-Verlag, 157 S.
52 1938-41 Vom Schraubstock zum Schreibtisch. Lebenserinnerungen.
Scherl-Verlag, 293 S.
53 1942 Das ewige Herz. Meister Peter Henleins Nürnberger
Oerlein. Historischer Roman. Limpert-
Verlag, 152 S.
472 HANS DOMINIK
54 1943/44 Wunder des Schmelztiegels. Johann Friedrich
Böttger erfindet das europäische Porzellan. Historischer
Roman. Wigankow-Verlag, 143 S.
II SACHLITERATUR
1 1902 Was muß man von der Dampfmaschine wis -
sen? Steinitz-Verlag, 127 S.
2 1902-05 Wissenschaftliche Plaudereien. Entdeckungen
und Erfindungen, Fortschritte der Wissenschaft
und Industrie. Steinitz-Verlag, 190 S.
3 1903 Was muß man von der Dynamomaschine
wissen? Steinitz-Verlag, 1 1 1 S.
4 1903 Was muß man von der Naturlehre wissen?
Steinitz-Verlag, 64 S.
5 1904 Was muß man von der Organischen Chemie
wissen? Steinitz-Verlag, 80 S.
6 1905 Kalender für Ingenieure des Maschinenbaus.
6. Jg., Loewenthal-Verlag, 396 S. (nur Herausgeber)
7 1905 Kalender für Maschinenbautechniker. 6. Jg.,
Loewenthal-Verlag, 396 S. (nur Herausgeber)
8 1905/06 Das Wernerwerk von Siemens & Halske
A. -G., Berlin-Nonnendamm. Springer-Verlag,
202 S.
9 1908 Amüsante Wissenschaft. Belehrende und unterhaltende
Experimente für jung und alt.
Union-Verlag, 288 S.
10 1908/09 Ein neues Schnellbahnsystem. Scherl-Verlag,
116 S. (anonym veröffentlicht)
11 1914 Das Zeitalter der Elektrizität. Bd. 1: Die Kräfte
der Natur, ihre Hebung und Verwertung.
Volckmann-Nachfolger-G. m.b.H., 80 S.
12 1915 Unsere Luftflotte und Flieger. Arnd-Verlag,
48 S.
13 1921/22 Im Wunderland der Technik: Meisterstücke
und neue Errungenschaften, die unsere
J U B I L Ä U M S - E D I T I O N 473
Jugend kennen sollte. Richard-Bong-Verlag,
365 S., spätere Auflage (1931) 388 S.
14 1925 Das Buch der Chemie: Errungenschaften der
Naturerkenntnis. Richard-Bong-Verlag, 370 S.
15 1925 Das Buch der Physik: Errungenschaften der
Naturerkenntnis. Richard-Bong-Verlag, 369 S.
16 1925 Welten, Werke, Wunder. Ein Buch des Wis -
sens für das deutsche Haus. Universitas Deutsche
Verlags-Aktiengesellschaft, 638 S. (nur
Herausgeber)
17 1927/28 Triumphe der Technik. Richard-Bong-Verlag,
389 S.
18 1928/29 Das Schaltwerk der Siemens-Schuckertwerke
AG, Berlin-Siemensstadt. Organisation Verlagsgesellschaft
m.b.H., 86 S.
19 1929 Über und unter der Erde. Technische Rekorde.
Richard-Bong-Verlag, 347 S.
20 1929 Der Werkzeugmaschinenbau. Fritz Werner,
Aktiengesellschaft, Berlin. Organisation Verlagsgesellschaft
m.b.H., 80 S.
21 1931 Ein Besuch im Kabelwerk. Deutsches Kupfer-
Institut e.V.
22 1935/36 Vistra, das weiße Gold Deutschlands. Die Ge -
schichte einer weltbewegenden Erfindung. Verlag
Koehler 6s Amelang, 254 S.
23 1938 Werkzeugmaschinenbau. Fritz Werner, Aktiengesellschaft,
Berlin. Arnd-Verlag, 118 S.
(Zweite, erweiterte Auflage von II 20)

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