ILLUSTRIERTER E1LM-KURIER
Regie: Eberhard Frowein
mit
Hanni Reinwald / Maria Solveg
Oskar Marion / Ernst Winar
Paula Eberty / Max Maximilian
u. a.
Hergestellt von der Unterrichts-Film - G. m. b. H., Berlin, gemeinsam mit dem Deutschen
Aerztevereinsbund und dem Verbände der Aerzte Deutschlands.
Verleih für Deutschland und Weltvertrieb:
VE RITAS-FILM
Ges. m. b. H.
BERLIN SW 68, Kochstraße 18
Fernruf: Dönhoff 8795 und 8798
Telegramme: Veritasfilm Berlin
ILLUS i Kir.K I £K riun-Äui\iu«
W eit und beschwerlich sind die Wege des
eine
Ionen
innige Freundschaft
Fritz und der
mit seinem Knmmili
Medizinstudentin Marie
Landarztes, Auf einem nichts weniger
Wärend Ericli und Marie gemeinsam alle Vor
als komfortablen kleinen Wagen muß er durch
lesungen besuchten, hielt es Fritz, der Sohn
Sturm und Schnee fahren, um seine Patienten
reicher Eltern, nicht für nötig, allzuoft zur
auf dem flachen Lande aufzusuchen. - Das
Universität zu gehen. Er hatte auch wirklich
mußte auch Erich —, ein junger Arzt erfahren,
mit der Unterbringung sei¬
der gleich,
nes beträchtlichen Monats¬
nachdem er
wechsels viel zu viel zu
sein Examen
tun, um Zeit zu ernstem
bestanden
Studium übrig zu haben
hatte, sich in
Man fand ihn öfter in den
der glück¬
eleganten Nachtbars der
lichen Lage
westlichen Stadt als in den
sah, den
etwas weniger anheimeln¬
Kreisarztsei-
den und lange nicht so
nes Heimat¬
intim ausgestatteten Räumen
städtchens
vertreten zu
können.
Erich hatte
in Berlin
fleißig stu¬
diert. Wäh¬
rend seines
Studiums
verband ihn
der Universität. Gegen Ende des Monats, so um
den 30. herum, ging ihm regelmäßig das Geld
aus und so fand er sich auch am pünktlichsten
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Großen Unter den Linden Von dort ans
ging es dann in die alte Stammkneipe der
Mediziner, zu Schiinemann, wo man bekannt
war und eventuell auch auf Kredit mal
ein Schnitzel bekam.
Marie wurde von den beiden jungen
Männern gleichmäßig begehrt. Sie schwankte,
wen sie als den Mann ihres Herzens wählen
sollte, doch ging die Wage ihrer Zuneigung
gegen Bude
jeden Mo- /
nats an /
dem mit Igj
Erich II u
verabrede- ll/j
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vousplatzein, y
am Denkmal
Friedrichs des
mehr zu Erich, dem streh
samen Menschen, als zu dem
leichtsinnigen Fritz
Nach bestandenem Examen
reiste Erich jedoch in seine
Heimatstadt, um die Vertretung
des Kreisarztes zu über
nehmen, und ließ nach einem
herzlichen Abschied plötzlich
nichts mehr von sich hören
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Marie schrieb ihm anfangs einen Brief
um den andern F-'s kam keine Antwort.
Oeshalb nahm sie um so leichteren Herzens
das Anerbieten von F'ritz an, der ihr eine
größere Summe zur Eröffnung einer Praxis
zur Verfügung stellte. Als sie sich bei
F'ritz für seine große Liebenswürdigkeit
bedanken wollte, gestand er ihr zum ersten
Male, daß es nicht Güte war, die ihn zur
Hergabe der Summe bewogen hatte,
sondern Liebe, und als Fritz kurze
Zeit darauf um ihre Hand anhielt,
hatte sie kein Bedenken
mehr, ja zu sagen.
Hatte sie doch von
[Link] auf alle
ihre Briefe
kein Ster¬
benswört¬
chen als Ant¬
wort erhalten
gehabt, auf die Briefe Marie Bendorfs
zu antworten. Fin anderer Umstand war
Obwohl [Link] in
es. der ihn daran hinderte Seine Jugend¬
seiner Heimatstadt
gespielin Anne war seine erste Patientin
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geworden. Sie lang gesehnt
lebte dort in hatte. Die ein¬
der kleinen zige Möglich¬
Stadt in einer keit, sie am
Atmosphäre, Leben zu er¬
die ihrem halten oder
schwachen ihr zuminde-
Körper und stens für ei¬
ihrem zarten nige Wochen
Geist wider¬ noch eine
strebte, krank, große Freude
und wie alle zu machen,
Südlände¬ war, auf ihren
rinnen unter Wunsch ein¬
der kühlen, zugehen und
feuchten Witterung leidend. — Erich erkannte sich mit ihr zu verloben. Erich spielte diesen
frommen Betrug mit sehr
schwerem Herzen, und mit einer
Gewissensnot, die er bis dahin
noch nicht gekannt hatte, sah
er täglich Briefe von Marie
Bendorf aus der Stadt kommen
und wagte nicht, diese Briefe
zu öffnen, weil er sich ihr
gegenüber schuldig fühlte. —
Die Hoffnung, sich in Kürze
sofort, daß ihr schwaches Lebens-
flämmchen nur noch wenige Wochen
flackern würde. Als er den ersten
Besuch bei ihr machte, mußte er
feststellen, daß sie ihn nicht als
Arzt, sondern als den betrachtete,
nach dem sie sich die ganze Zeit
über, ihr ganzes nichtssagendes Leben
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mit Erich verheiraten zu können, vergoldete die Fritz schlug diese Warnung seines Freundes
letzten Tage der Kranken. Als sie jedoch ihrem in den Wind. Er glaubte, Erich sei eifersüchtig
Verlobten, der zu einem Patienten über Land auf sein Glück und mißtraute seinem Freunde.
gerufen war, nachwinkte, dabei das Fenster weit Schon vier Wochen später setzte er die Hoch¬
öffnete, ohne auf die ungesunde Witterung zu zeit an. Marie wußte nichts von dem leicht¬
achten, erlitt sie einen schweren Anfall, und ihr sinnigen Lebenswandel ihres Verlobten. Sie wußte
Leben erlosch in den Armen des Mannes,
für den sie zu leben gehofft hatte.
Kurz darauf kehrte Erich nach Berlin
zurück. Er fand dort seinen Freund Fritz
und er fand Marie. Er wollte sich jetzt bei
ihr, der einzigen Frau, die er liebte, ent¬
schuldigen, als er merkte, daß er zu spät
gekommen war. Die Hochzeit Maries mit
Fritz stand kurz bevor. Aber schon am
nächsten Tage hatte er eine Aussprache mit
Fritz, der ihn als Arzt konsultierte. Nach
der Untersuchung gab Erich ihm den Rat:
„Heirate jetzt nicht; du wür¬
dest deine Frau unglücklich
machen. Warte, und wenn ein
Jahr darüber vergehen sollte,
bis du wieder gesund bist.“
ILLUSTKILKII-K KlLM-KliRlER
rächen würde. Sei
offen zu Marie und
sie wird Dir ver¬
zeihen.“ - Aber
Fritz hatte ge¬
schwiegen. Fritz
hatte leichtsinnig
ihr Glück aufs
Spiel gesetzt. In
diesem Moment
merkte sie, wem
ihr Herz wirklich
gehörte, und sie
gab, da ihr so
viel verheimlicht
worden war, Fritz
den Abschied. Am
»j\
Totenbett eines
nicht, daß er sich bei dem Erlebnis einer trun¬ gemeinsamen Freundes, eines Forschers, der
kenen Nacht den Keim zu einer Krankheit ge¬ der Welt durch seine Entdeckungen auf medi¬
holt hatte, die ihrem Glück gefährlich sein konnte. zinischem Gebiet viel gegeben hatte, fanden
Sie ging ahnungslos auf den Vorschlag, in Kürze sich Erich und Marie zum Bunde fürs
zu heiraten, ein, und erst ein Brief von Erich Leben.
an Fritz, der
ihr in die Hände
fiel, gab ihr
Aufklärung. In
diesem Brief
warnte Erich
seinen Freund
noch einmal:
„Was Du vor¬
hast“, so schrieb
er ihm, „wäre
ein Verbrechen
gegen die Frau,
die Dir am
meisten vertraut,
es wäre eine
Sündeam Weibe,
die sich bitter
/Hyauftgebcr; ..!• i I m - K u r i e r . G. m. b. H. (Verlag Alfred Weiner, G. m. h. K.l, Berlin W 9, Köthencr Straße 37.
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