Ur.
UI
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER
DIE VOM NIEDERRHEIN
FILMSPIEL IN 8 AKTEN NACH DEM GLEICHNAMIGEN ROMAN VON
f
RUDOLF HERZOG
Manuskript . . RUTH GOETZ und Dr. GERD BRIESE
Künstlerische Oberleitung . . . RUDOLF DWORSKY
Regie .RUDOLF WALTER F?IN
[Link] TOST
Bauten. JAQyES ROTMIL
[Link] SEEBER
Philipp [Link] Steinrück Prinz Georg Wallberg.... Erich Kaiser-Titz
Margot, seine [Link] Morena Heinz von Springe, Maler . . Wilhelm Dieterle
Hans, deren Sohn ...... Ernst Hofmann Oetz [Link] Kampers
Bettina von Wittelsbach .... Mady Christians Das alte [Link] Mendsen
Hanne [Link] Elliot Ein [Link] Picha
Hannes Groß[Link] Richard Ein [Link] Diegelmann
AAFA-Film A.-G., Berlin SW 48
Fernrufe : Hollendorf 3386-3388 und Lützow 4306 / Telegramme : Ambosfilm
Filialen: Leipzig / Dortmund / Hamburg / München / Frankfurt a. M. / Breslau
ILLUSTRIERTER riLM-KURIER
Cchiefergrau schiebt der Rhein
seine Wassermassen an Düssel¬
dorf vorbei. Große Schleppkähne
gleiten den Fluß hinunter —
aber auf diesen Kähnen herrscht
fröhliches Leben. Ein Schiffer
faßt sein Weib um und sie singt
das alte Rheinlied nach den
Klängen seiner Mundharmonika.
Hier ist die Heimat Hans Stein-
herrs, der heute sein Abiturien¬
tenexamen bestanden hat und dem
sein Vater, der Industriemagnat,
ein großes Werk und ein großes
Vermögen dereinst hinterlassen
wird. Mit den Kameraden stürmt
er auf die Schützenwiese, und hier
inmitten des fröhlichen Treibens
führt ihn das Schicksal mit dem
Mädchen zusammen, das sein
ganzes Dasein bestimmen soll.
Hanne Stahl, die Enkelin einer
armen Waschfrau, steht vor einer
großen Regenlache und weiß nicht.
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER
wie hinüber kommen. Da watet
der junge übermütige Abiturient
durch die Lache, hebt das junge,
sich sträubende Mädchen auf und
trägt es herüber. Noch steht sie
trotzig und böse vor ihm, doch
in ihrem jungen Herzen beginnt
eine große Leidenschaft zu
keimen. —
emporarbeiten müssen, und er erwartet von
seinem Sohn die höchsten Leistungen als
etwas Selbstverständliches. Doch die viel
jüngere Mutter, Margot, Düsseldorfs schönste
Frau, nimmt Teil an der Freude des Sohnes.
Seine Zukunft soll bestimmt werden. Der
Vater verlangt, daß er Jura studiere, doch
Bald steht Hans vor seinen Eltern und kann
ihnen das Resultat seines Examens freudestrahlend
zurufen. Der alte Steinherr zuckt mit keiner
Miene, er hat sich schwer zu seiner Stellung
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER
der Sohn antwortet ihm: „Ich
fühle, daß ich ein Dichter werden
muß.* Es gibt eine harte Aus¬
einandersetzung zwischen Sohn
und Vater, dessen ganze Bru¬
talität auflodert. Hans muß sich
fügen. Niemand weiß etwas
von seiner Liebe zu Hanne Stahl, die ein
kümmerliches Leben mit ihrer Gro߬
mutter fristet. Hanne verdient sich als
Modell ihr Geld bei dem Maler Heinz
von Springe, und im Heim dieses reifen
f
Künstlers, der sich des jungen
Brausekopfes angenommen hat,
sieht Hans die Geliebte wieder.
Springe war vor Jahren mit der
Mutter des jungen Dichters in einer
innigen Jugendliebe verbunden,
doch das Leben hatte den armen
Sprößling eines alten Geschlechts
von ihrer Seite gerissen und der
Bruch war dadurch vertieft worden,
daß der alte Steinherr bei der
Grundlegung seiner Werke den
Besitz der Springes an sich gc
bracht hatte.
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER
'S?
im ersten Kuß zueinander finden. Doch schnell
sind die glücklichen Tage vorüber. Hans muß die
Universität beziehen; er geht nach Heidelberg, wo
Eine idyllisch-schöne Zeit bricht
für die Liebenden an. Wir sehen
Hans im Hause der Großmutter
seinen Besuch machen. Wir be¬
gleiten sie auf ihrem Ausflug nach
Schloß Benrath, wo ein Gewitter
sie überrascht und wo die beiden
jungen rheinischen Menschen sich
das studentische Treiben ihn ganz in seinen
Bann zieht, und bald beginnt er sich als
Angehöriger eines feudalen Korps der
Enkelin einer Waschfrau zu schämen. Hanne
fährt mit Heinz von Springe nach Heidel¬
berg, und hier, am Abend eines großen
Kommerses, kommt es zum Bruch. Zu¬
gleich trifft die Nachricht vom plötzlichen
Tode des Vaters ein. Jetzt, da der Vater
nicht mehr gegen die Verbindung mit Hanne
111 US 1 KIEK TER FII M KUKIt
hat, läßt er die junge Sängerin,
die bald einen gefeierten Namen
erringt, ausbilden.
Hans aber liegt zu Füßen der
Frau Wittelsbach, die ein gefähr¬
liches Spiel mit ihm treibt. Sie
kann wohl ohqe die Leiden¬
schaft, die ihr der Dichter ent-
protestieren kann und Hans die
Geliebte an seiner Seite aner¬
kennen könnte, hält ihn sein
falscher Standesdünkel zurück. —
Eine andere Frau kreuzt seinen
Lebensweg; die erfahrene, ge¬
fährlich - schöne Frau Bettina
von Wittelsbach verdrängt das
rheinische Mädchen aus seinem
Herzen. Um Hanne vor der Ver¬ *
zweiflung zu retten, beginnt der
treue Heinz von Springe ihre
musikalischen Gaben zu ent¬
wickeln, und zusammen mit Frau
Margot, die sich ihm nach dem
Tode des Mannes wieder genähert
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER
gegenträgt, nicht leben — aber sie will
auch auf die Verbindung mit einem
Fürsten, der seit langem um die schöne
Frauwirbt, nichtverzichten. Allewissen
von dieser Werbung des Fürsten, nur
Hans Steinherr ahnt nichts von diesem
Nebenbuhler, und so kommt es, daß
gerade an dem Tage, an dem er Frau
Bettina ganz für sich gewinnen will,
da er ihr seine Hand anzutragen ge¬
denkt, die Verlobung mit dem Prinzen
stattfindet. Hans stürzt aus allen
Himmeln herab. Sein ganzes Leben
scheint zerschmettert, und auch dem
Freunde Heinz, der herbeigeeilt ist,
sieht diese Gefahr, und da nimmt Hanne
den Kampf um den Geliebten auf. Es
kommt zu einer rasenden Auseinander¬
setzung zwischen den beiden rivali¬
sierenden Frauen und Hanne erzwingt
den Verzicht der Rivalin.
Doch Hans hat den Lebensmut ver¬
loren. — ln einer düsteren Nacht will
er seinem Leben ein Ende machen.
Selbst Heinz kann seine Todessehn¬
sucht nichtverscheuchen. In der größten
Not ruft er Hanne herbei, die alle klein¬
lichen Bedenken zurücksetzt und an das
Lager des Verstörten eilt. Ihrer auf¬
opfernden, selbstlosen Liebe gelingt es,
denVerzagten
zumLeben zu¬
gelingt es
rückzurufen.
nicht, den Ver¬
störten zu Seine [Link]-
einer Rück¬ erloschene
kehr in die Liebe zu
Heimat zu be¬ Hanne bricht
wegen. Frau wieder durch,
Bettina will und die über
den geliebten demRheinauf-
Freund, der gehende
ihr das Leben
Sonne sieht
an der Seite
zwei glück¬
des alternden
liche Men¬
Prinzen ver¬
schen, die sich
schönern
sollte, nicht so endlich zuein¬
leicht fahren ander gefun¬
lassen. Heinz den haben.
,,F i 1 m - K u r i e r", G. m. b. H. (Verlaß Alfred Weiner. G. m. b. H.J. Berlin W. 8, Lcipiißer [Link] 3». Fcrnrpr.: Zentr. 762 u. 70647.
Tiefdruck: Deutscher Schriftenvcrlng, Berlin. Für den Inhalt verantwortlich: A. Riehmann, Berlin.