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EIN METRO-60LDWYN-MAYER-FILM DER PARUFAMET
ILLUSTRIER I KR FILM-KUR1KR
Ramon Novarro und Norma Shcarer
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Ein Ernst-Lubitsch-Film nach dem bekannten
Bühnenstück von Wilhelm Meyer-Förster
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Regie: Emst Lubiisdi
Manuskript: HANS KRAELY
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Personenverzeichnis: lä
Karl-Heinz, Erbpr. v Sachs -Karlsburg Ramon Novatro
Käthi . . . .Norma Shearer
Dr, Phil. Jültner 7’">'. . . . . . Jean Hersholt
Karl VII., Fiirsl_yon Sachsen-Korlsburg G. v. Seyfferlitz
Kellermann ........... Bobby Maek
Hofmarschall Freiherr von Passarge Edward Connelly
Ein Metro-ßpldwyn-Maye Film im Verleih der Parufamet
II LI SI Kll K I KK K'll M KUKUK
Co ein Prinz hei es doch eigentlich gut* finden die Leute, und
. seine Alterskollegen beneiden ihn, wenn Karl-Heinz im Wagen
neben dem Fürsten, vom Volk umjubelt. durch das Residenz-
sWdlchen fahrt. Sie wissen ja nicht, da& ihm alle Spiele, die
ihnen Freude machen, verboten sind. — Bis einer kommt,
der in der Prinziichen Hoheit nur den kleinen Jungen sieht,
der ihn bewundert, weil er trotz seines Alterseins den Ball noch
viel weiter fufcballern kann als alle anderen, der nur nebenbei
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ILLUSTRIERTER FILM-KURIER
durch
einen glück¬
lichen Zufall richtig
beantworten kann, worauf
er die Prüfung allerdings auch schon
mit Auszeichnung bestanden hat Dafür ist er ja ein Prinz. Und dann
Lehrer ist und vor allem Freund seia und werden will: beschlossen: Karl-Heinz soll zum Abschluß seiner Studien nach Heidelberg.
nicht mehr, aber auf keinen Fall weniger. Dem es auf Jüttner soll ihn begleiten. Er hafte seine Aufgabe nach dem Examen be*
Vertrauen und Kameradschaft mehr ankommt als auf Respekt geglaubt, und nun statt Trennung von seinem Schüler, der ihm ein Sohr
und Gehorsam: Dr. Jütfner. Es ist nicht wichtig, worden war, - mit nach Heidelberg. Den Hof und alle Etikette
was Karl-Heinz bei ihm lernt. Es spricht gessen dürfen. Mit Karl-Heinz noch einmal Student sein! Ihm,
nicht gegen diesen wunderbaren Er¬ nie die Worte fehlen, fällt nichts weiter ein. als: .Du wei
gar nicht, was das heiftt, Karl-Heinz: Heidelberg!" —
zieher, wenn sein Schützling beinahe
durch das so leichte Examen fällt, stört der frostige Abschied ? Es geht nach Heidel
und daft er die eine Frage, Was machen die Koffer mit dem fürstlichen Waf
die ihm gestellt wird, nur wenn man nach Heidelberg fährt. Was will es s~
wenn der Herr Kammerdiener über das Hote
dem Karl - Heinz wohnen soll, die hoch
schaftliche Nase rümpft. Auf dem Sofa
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man sitzen,
man kann auch
darauf liegen und in die
Luft träumen. was will man von
einem Sofa mehr? Man kann klingeln, wenn man Bedienung braucht, und
wenn die Klingel kaputt ist, kann man rufen, und wenn man ruft, kommt Köthi,
das Töchterlein des Wirts, und wenn sie kommt, ist alles verziehen, und es seinem .Prinzen* alle Wünsdie von den Augen ab, Dr.
macht gar nichts mehr, dafi die Zimmer, in denen Karl-Heinz wohnt, seit 200 Jütlner ist ihm zweiter Vater geworden. - aber Köthi ist
Jahren die feinsten sind, die es (so findet wenigstens Köthi) in Heidelberg gibt, Köthi. Sie ist zwar verlobt, aber sie
und wenn es Köthi findet, findet Karl-Heinz, dafc es bestimmt die Wahrheit sein liebt Karl-Heinz. Er ist zwar ein
mufi. In Heidelberg ist man nicht allein, in Heidelberg ist man nicht Erbprin ■ Prinz, aber er liebt Köthi.
von Sachsen-Karlsburg, sondern Student, und Studenten sind bald gut Was kapn sie hindern,
Freund miteinander. Bier schmeckt besser als Wein, und Dr. Jültner. der glücklich zu sein,
doch Bedenken gegen so viel .Burschenfröhlichkeit* seines Zöglings und wenn er
und gegen seine neuen Freunde hat, die scheinbar so ganz vergessen schwören
haben, dafi er ein Prinz ist, mufi bald merken, dafi er nicht alt will, dafi
genug ist. um den Reiz dieser Jugend zu widerstehen. Er weih er sie
Dies Leben ist Gift für seine Gesuhdheit - ober ein
wunderbares. Die Studenten sind Freunde. Keller -
mann, das alte Faktotum der Verbindung, lies!
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Heinz glücklich war. Aber ihm scheint
es weltenweit. Dr. Jütlner ist gestor¬
ben. - Von Kfithi trennt Karl-Heinz
das Versprechen, das er seinem On¬
kel auf dem Totenbett gab. Seine
Freunde saften sicher noch in
Heidelberg oder waren schon
in ihren Berufen - sicher hal¬
ten sie ihn noch nicht verges¬
sen, - aber sie waren so fern.
- Nur einer war seinem .Prin¬
zen' nachgereist: Kellermann,
das alle Faktotum. Das einzi¬
ge, was Karl-Heinz nach Jahren
als Erinnerung an sein Heidel¬
berg zu Gesicht bekommt.
Seine Hochzeit ist festgelegt.
nie ver Das Programm und alle Ein¬
lassen will, zelheiten bestimmt. Doch als
verschliefet sie sei¬
nen Mund im Kuft.
Sie will nicht mehr hö¬
ren, als daft er sie liebt. Dr. Jüftner wagt nicht, Karl-Heinz die Briefe
zu zeigen, die vom Staatsminister kommen und in denen bestimmt
ist, daft Prinzessin Ilse von Altenberg die Gemahlin des Erbprin¬
zen werden soll. Aber als der Fürst schwer erkrankt und
der Staatsminister selbst Karl-Heinz in die Residenz zu¬
rückholt, hat der Traum ein Ende: KSthi weift, daft er
nie mehr wiederkommt, und Karl-Heinz kann seinem
sterbenden Onkel den letzten Wunsch - seine Ver¬
mählung mit der Prinzessin - nicht abschlagen.
Es ist noch gar nicht so lange her, daft Karl-
KW KIIh
er Kellermann sieht will er noch einmal
an den Orl, an dem er glücklich war. noch einmal
nach Heidelberg. Aber seine Freunde sind in alle Well,
und die ihn noch kennen, bewillkommen nur in oller Ehrenerbie¬
tung den Fürsten von Sachsen -Karlsburg. Karl Heinz ist vergessen
Die Menschen sind anders geworden, aber eine isf die alte ge¬
blieben: Kfithl, die ihn liebt und lieben wird, wenn er mit der
Prinzessin Ilse von Altenberg vermählt sein wird und wenn
sie ihren Franz geheiratet hat. .So ein Fürst hafs doch
gut', finden die Leute, wenn er mit seiner jungen Ge¬
mahlin im Wagen an ihnen
,. vorbeifährt.
Herausgeber . F 11 m ■ K u r i c r " G. m b. H. Tageszeitung (Verlag Alfred Weiner. m b. II
Merlin W9, Köthener Strahe 37.
Fernsprecher: Nollendorl 4262 und 4263. Lützow 1541. 1542 und 1543.
Kupfertiefdruck: August Scherl G. tn. b. H. Für den Inhalt verantwortlich. Hermann Weist. Berlin Chariottenburg,