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CJllusiriertpr^ 8.

Jahrgang 1926
stummer 448

Wehe, wenn sie losgelassen...!


Regie: CARL FROEL1CH
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

Wehe,wenn sie losgelassen...!


Henny-Porten-Froelich-Film der Ufa

Sechs Akte aus dem Leben einer praktischen Berlinerin


Manuskript: Wilhelm St (ick len und Carl Froelich

Regie: CARL FROELICH


Photographie: Curt Courant — Gesamtausstattung: Franz Schroedter

PERSONEN:
Arved Angerapp, Groß[Link] Kästner
Cäcilie, seine [Link] Porten
Ali ben Mokka, ihr [Link] Bois
Der [Link] Ferrari
Der [Link] Morgan
Der [Link] Gross
Die Köchin .Alice Torning
Ein Mädchen vom Lande . . Eine, die nicht genannt sein will???

HÄNSA-FILM-VERLEIH G. M. B. H.
SK Vcrleihbe,rieb der

Universurn-Fihn Aktiengesellschaft
ULUSlRIKKIEk FILM-KUKIfcK

i im Salon in der edlen Webkunst. Dali


[in Pflügen Bäume, Sträucher, ja eine
Laube mitnimmt, stört sie ebensowenig
; Tücken des Webstulils, der ihr unver¬
sehens eine Latte ins Ge-
nick stößt oder ihr die
r Füße einklemmt.
Der arme Herr Angerapp
L hat lange genug ruhig
diesem Treiben zu-
/vA, gesehen. Er hat
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schaftliche
^ und sonstige

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sellisl die

F^\ehe, wenn „sie“ losgelassen...


'“M Herr Arved Angerapp, ein wohl¬
habender Kaufmann, weiß davon ein
Lied zu singen. „Sie“ ist seine Frau
Cäcilie. Eine hypermoderne Frau, die
ihren Arbeitskreis haben will und die
von der Notwendigkeit und der Qualität
ihrer Arbeit fest überzeugt ist. Bald treibt
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

wurde und er zuerst den Hausfreund, den


Spiritus rector aller Streiche seiner Frau,
hinauswarf.
Darüber furchtbare Empörung. Es kommt
zu einer ernsten Auseinandersetzung zwischen
den beiden Ehegatten, bei der Herr Angerapp
ruhig, aber fest seinen Standpunkt beibehält
und zu dessen Bekräftigung den schönen
Webstuhl Stück für Stück den Flammen des
Kamins übergibt.
Am näch¬
sten Morgen
ist Frau Cä-,
cilie ver¬
schwunden.
In einem hin-
terlassenen
Briefe teilt
sie dem Gat¬
ten mit, daß
sie sich „un¬

geistreichen Gespräche, die verstanden “

Frau Cäcilie mit ihrem ständi¬ fühlt. Sie

gen Tischgast undSeelenfreund werde den

Ali Ben Mokka täglich führt,


haben ihn nicht aus dem
Konzept gebracht,
bis . . .
Bis es ihm end¬
lich doch zuviel
ILLUS! KlhK 1 hK FILM KURIER

verlassen kann. Was ist ihm die I rau


ohne wohlbestellten Mittagstisch?
Caciliens weitere Schicksale sind
wechselvoll, dafür aber traurig. Als
Gehilfin in einem Frisiersalon hat
sie hauptsächlich die Herren ein¬
zuseifen, manchmal wird sie auch
zum Haarschneiden herangezogen. Durch
Zufall kommt auch Ali unter ihre
Schere. Er wird fürchterlich
gerichtet, aber Cäcilie fliegt,
versucht sich dann beim Film.
Karriere
nur einen An¬
fang, die Fort¬
setzung fehlt.
Noch keine
Wert ihrer „Arbeit“ bewei¬ hat sich so
sen, sie werde sich ohne Hilfe ungeschickt
eines Mannes durchs Leben angestellt wie
bringen. sie. Als sie
Und sie beginnt auch, den Haupt¬
die großen Worte in die Tat darsteller, der
umzusetzen. Aber gleich der sich einige
neckische
Freiheiten er¬
laubt, vor dei

Anfang ist bitter. Ihr Seelen¬


freund Ali ist entrüstet über
ihren Entschluß. Er will es
nicht verstehen, wie man
einer Marotte zuliebe ein
solches Heim aufgeben,
einen guten reichen Mann
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

versammelten Komparserie ohrfeigt fliegt sie ruft Cäcilie zu Hause an, ihr Gatte möge sie

wieder. Ohne Gage! mit dem Auto abholen. Aber Herr Angerapp

Tränenden Auges kommt sie aus dem Ateliei läßt sich verleugnen. Die Köchin erzählt,

und versäumt die letzte Straßenbahn. Es regnet daß die beiden anderen Mädchen entlassen

in Strömen; es bleibt ihr nichts übrig, als sich wurden, und da kommt der Verzweifelten
auf ein hartes Nachtlager im Wartehäuschen eine Idee.

vorzubereiten. Sie blickt auf Liesl Kohlhiesel, dann wieder

In später Nachtstunde findet sich Gesellschaft auf ihren Schminkkasten, den man ihr für

ein. Ein Mädchen vom Lande Liesl Kohl¬ teures Geld angehängt hat. Dann sagt sie

liiesel —, das in die der Köchin, sie

Stadt will, uin sich eine werde ihr am

Dienststelle zu suchen, Morgen ein

ltn Wartehäuschen be¬ neues Mädchen

findet sich ein Telephon¬ schicken. Gutes

automat. In ihrer Not Zureden hilft,


Liesl begreift,
worum es sich
handelt. Und
dann tritt der
Schminkkasten
in Aktion. Mit
der ersten
Straßenbahn
fahren —zwei
Liesl Kohlhiesel
nach der Stadt.
Cäcilie hat das
Dienstbuch der
echten in der
ILLUSTRIERTER EILM KURIEk

harlc Nuß gibt er der armen Rei


mutigen zu knacken. Eines Abends gibt er
der Köchin Ausgang. Er erv'arlet eine
Freundin, Cäcilie muß blutenden Herzens alles
für deren Empfang vorbereiten, sogar
das Schlafzimmer.
Spät abends erscheint dann die wirkliche
Liesl — es kommt zu köstlichen Ver¬
wechslungsszenen, da sich Angerapp jetzt
wirklich nicht mehr auskennt und seine
Cäcilien-Liesl mit der wirklichen Liesl ver¬
wechselt. Endlich merkt
er aber an den „schlagen¬
den Beweisen" des Land¬
mädchens, daß seine Zärt¬
lichkeiten an eine
falschegeratensind.

Tasche ... — Cäcilie arbeitet


im eigenen Hause als Dienst¬
mädchen. Ihr Gatte hat sie
sofort erkannt, aber er führt
die Komödie weiter. Atanche
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

Und da faßt brau Cäcilie Mut. Der gedeckte


Abend brottisch steh't bereit, er ladet mit seinen
Leckereien geradezu zur Versöhnung -- und
schüchtern, ganz schüchtern erscheint Cäciiie in
ihrer wahren Gestalt. Sie hat eingesehen, daß
das Geldverdienen doch nicht ganz so einfach
ist, wie sie sich's gedacht hat und daß es für
sie doch viel, viel schöner ist, sich den
kräftigen Armen ihres geliebten Gatten anzu-
vertiauen. — — — Und in den Armen liegen
sich beide

1 f i»r. Film Kurie r", G. in. b. il. (Verlaß Alfred Weiner, G. m. b. If.), Berlin W 9. Kölhener Slrafle
Fernsprecher: Nollcndorf 4262 u 4263. Lützow 1541, 1542 u. 1543.
• Tiefdruck Deutscher Schriftcoverlaß. Berlin Ffir den Inhalt verantwortlich' A Riehmann. Berlin

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