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Das Fräulein von Barnhelm
(nach G. E. Lessing) für den Film bearbeitet von Emst Hasselbach
Spielleitung: Hans Schweikart
Drehbuch: Emst Hasselbach, Peter Francke / Bildleitung und Kamera: CarlHoSmann, Assistenz: Heinz Schnackertz
Musik: Alois Melichar / Bauten: Ludwig Reiber, Rudolf Pfenninger / Schnitt: Gottlieb Madl
Herstellungsleitung: Curt Prickler
Aufnahmeleitung: Willy Laschinsky, Theo Kaspar, Franz Wagner / Ton: Carl Becker-Reinhardt
Regie-Assistenz: Irma Schwab / Kamera-Assistent: Paul Grupp / Kostümberatung: Maria Pommer-Pehl
Standfotograf: Ferdinand Rotzinger / Tonsystem: Tobis-Klangfilm
D a r s t e 1 1 e r
Minna von Bamhelm..Käthe Gold . Erna Sellmer
Major von Tellheim .Ewald Baiser , . Lisa Hellwig
Vier Sächsische Damen
Franziska .Fita Benkhoff . Luise Hohorst
Just. Paul Dahlke Else Kündinger
[Link] Kampers Vorsitzender des Sächs. Kriegsgerichts Friedrich Ulmer
Wirt •.Erich Ponto Ältester der Sächsischen Stände . . . . . Kurt Stieler
Riccaut de la Mar [Link] Lingen Minnas alter Diener. . Herbert Kroll
Graf Bruchsall, Minnas [Link] Leibelt Sekretär. . . Otto Brefin
Hauptmaijn [Link] Wagner Alter Stabsoffizier .. . . . Fritz Reiff
Comet von Bonin .Max Eckard . Ch. W. Kaiser
Offiziere .Peter Pasetti
von [Link] Fritz Fürbringer
Prinz [Link] Lipppert Schauspielerin. Annemarie Holtz
Müller Willig .Eduard von Winterstein [Link] Vogeler
[Link] Waldau Feldjäger.-.Julius Riedmüller
Sächsischer [Link] Kuntze Preußischer Korporal . .Kurt Eick
4 Ein Film der Bavaria-Filmkunst G. m. b. H.
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Al* der fünfte Kriegswinter des Siebenjährigen Krieges angehl, beziehen die
** preußischen Truppen ihre Winterquartiere in Sachsen. Dem Regiment des Majors
von Tellheim werden die Dörfer um das Schloß Bruchsall zugewiesen, der Mojor selbst
und sein Freund, Hauptmann Marloff, bewohnen das Schloß. Den Grafen Bruchsall,
der am Krieg auf der Seite der Österreicher teilnimmt, vertritt seine Nichte: Minna
von Barnhelm. Sie steht dem Schloß und dem Gutsbetriebe vor. Als überzeugte
Sfichsin und Preußenfresserin weigert sie sich aber, einen der einquartierten Offiziere
zu empfangen. Von allen Sachsen wird eine Kontribution gefordert, die sie trotz
' größter Bereitwilligkeit nicht aufbringen können. Darauf wird die Brandschatzung
der Dörfer befohlen. Major von Tellheim, der den königlich-preußischen
4 Befehl zu vollziehen hot, erkennt den guten Willen der sächsischen
Bauern an: er schießt die fehlenden 10000 Taler vor,
um dem Land die Brandschatzung zu ersparen,
t*. Minna ist von der edelmütigen Handlung desMajors
erschüttert. Sie eilt zu ihm und findet in dem
Offizier, den sie als Gegner hassen zu müssen glaub¬
te, den Mann, dem fortan ihre Liebe und ihr Leben
gehören. Es vergehen glückliche Wochen. Der
scheue und ein wenig steife preußische Major er-
a ^ klärt sich nur schwer; aber als die Truppen dife
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Winterquartiere verlassen, um von neuem ins Feld zu dem Fräulein von Barnhelm zu Gesidit kommt, erfährt
ziehen, weih Minna, daß Tellheim bald wiederkehren Minna, wer ihre Hotelzimmer vorher bewohnt hat. Sie
will, um sie als seine Frau heimzuführen. sieht Tellheim wieder: aber der ist nicht mehr der alte.
Der Krieg geht weiter, Tellheim wird schwer verwundet, Er ist verschlossen, abweisend. Er glaubt, die Frau, die
Graf Bruchsall kehrt heim, der Friede naht. Doch Minna er liebt, nicht in sein Unglück hineinziehen zu können.
wartet vergeblich auf Tellheim - vergeblich auf eine Minna soll sich für immer von ihm trennen.
Nachricht. Tellheim ist außerstande, zu schreiben: er ist Als Minna - wieder durch das Dazwischentreten Riccauts
wegen jener 10000 Taler, die er den sächsischen Ständen - die wahren Gründe seiner verzweifelten Lage erkennt,
vorgesrhossen hatte, vor dem Kriegsgericht wegen Be¬ weiß sie, was sie zu tun hat: sie läßt die Sächsische Ge¬
stechung verklagt. Denn nun, als d ese Summe von den sandtschaft in der Angelegenheit Teilheims intervenieren.
sächsischen Ständen zurückgezahlt werden soll, muß sie Das ist die öffentliche Seite der Sache, privat aber knöpft
als Bestechungsgeld erscheinen. Tellheim weiß nicht, sie sich den Herrn Major mit einer echt weiblichen Ko¬
wie er sich rechtfertigen soll: sein Freund Marloff ist tot, mödie vor: daß sie, die ihm in seinem Glück verbunden
der Prinz Heinrich weit von Berlin. war, ihm nun in seinem Unglück nicht beistehen darf;
Minna kann die quälende Zeit des Wartens und die daß er sein Glück nicht ihrem Mitleid verdanken will -
andauernden Vorhaltungen ihres Onkels, der sich der wie Tellheim beteuert - das muß ihr liebendes Herz
Verbindung eines sächsischen Edelfräuleins mit einem über alle Maßen kränken. Und nun spielt sie vor seinen
preußischen Major widersetzt, nicht länger ertragen: sie Augen die Verlassene, Verstoßene und Enterbte. Und
flieht zusammen mit ihrer Jungfer Franziska nach Berlin, als nun Tellheim - ganz wie beabsichtigt — im plötzlichen
um vielleicht dort etwas von dem Schicksal ihres Tell¬ Umschwung seiner Gefühle ihr von neuem seine Liebe
heim zu erfahren. In Berlin steigen sie in dem selben gesteht, ihr seinen Schutz und seinen Beistand anbietet,
Gasthaus ab, das auch der Major von Tellheim bewohnt, ist sie die Stolze und Abweisende; nun will auch sie
nur muß jetzt der in ärgste Geldnot geratene Major ihr Glück nicht seinem Mitleid verdanken.
dem Fräulein von Barnhelm seine Zimmer räumen - Doch in der Verwirrung der Gefühle scheint Minna die
ohne allerdings zu wissen, wer sein Nachfolger ist -, so listig eingefädelte Komödie über den Kopf zu wachsen,
so wie damals das Fräulein von Barnhelm der preußischen und erst nach vielen Verwechslungen und Zwischenspielen,
Einquartierung Platz machen mußte. Auch Minna weiß an denen sich der Graf Bruchsall, der Sächsische Ge¬
nicht, wen sie aus dem „König von Spanien" ver¬ sandte, vor allem aber des Majors treuer Diener Just,
trieben hat. sein alter Wachtmeister Werner und Minnas Jungfer
Erst durch ein Zwischenspiel um den Verlobungsring, Franziska beteiligen, kommt es zu einem guten Ende:
den Tellheim in seiner drängenden Not versetzt und der Graf Bruchsall gibt dem Paar seinen Segen, und
der durch eine Zwischenträgerei des zweifelhaften Riccaut die Aussage des Prinzen Heinrich und ein Brief des
Königs bringen dem glückstrahlenden
Tellheim die Rehabilitierung und Wie¬
deraufnahme in die Armee. Und neben
dem glücklichen Paar Minna und Tell¬
heim stehen ebenso vereint Franzis'ka
und Werner; und Just triumphiert über
den abgeschmierten Riccaut und den
übertölpelten neunmalklugen Wirt.
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Nr. 3138
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