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'7?umr :r 22.

4 7 Jahrgang 1925
CJllusiriertpr^

LIEBE UND TROMPETEMBLASEM


ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

Liebe und Trompetenblasen


Eine lustige Begebenheit aus dem heiteren Wien vergangener Tage

Nach dem gleichnamigen Lustspiel von HANS STURM und HANS B A C H W IT 7


Für den Film bearbeitet von HANS STURM

Regie: RICHARD EICHBERG


Photographische Leitung: WILLY HAMEiSTER / Photographie: WILLY HAMEISTER.
ERICH GRIMMLER / Bauten: KURT RICHTER Aufnahmeleitung: WILLY MELAS

Personen:
Erzherzog Leopold .... .Fritz Spira
Komtesse Maria [Link] Harvey
Josefa von Pokorny .. Mary Kid
Rittmeister Ottokar Reichsgraf von Eppenstein Harry Liedlke
Leutnant Karl Edler von Eppenstein, sein Vetter . . . Harry Halm
Baron Prechtl, Adjutant des Erzherzogs .... Hugo Flink
Major Frosch von Fröschen . . Hans Junkermann
Fliegenbein, sein Bursche .Paul Morgan
Rekrut Dirmoser .. Peter Voß
Amalie Spießlein, Kammerfrau .Ellen Plessow

Hergesteilt von EICHBEROFILM O. m. b. H., ßerlin\V8, Friedrichstr. 171 (Emelka-Konzern >

VERTRIEB FÜR GANZ DEUTSCHLAND:

SÜDFILM A.~G.
Frankfurt a. Main Berlin • Düsseldorf
Leipzig Hamburg München Königs¬
berg Saarbrücken
[Link] KILM KURIKK

Beiin Erzherzog, des¬


Mm Wien einer reichen sen persönlicher Adjutant
und schönen Vergan¬ er ist, legt Baron Prechtl
genheit: ein Singen und Beschwerde gegen den
Klingen durch alte Gas¬ Rittmeister ein. Und mit
sen, Prauenlachen und Freuden benutzt der Erz¬
helle Kleider, Pferdege¬ herzog die günstige Ge¬
trappel und leuchtende
legenheit, sich des gefähr¬
Uniformen — Parade,
lichen Rivalen um die
Burgmusik . . Der Ritt¬ Gunst seiner etwas weit¬
meister Ottokar, Reichs¬
herzigen ungarischen
graf von Eppenstein, ist
Freundin gründlich zu
unzweifelhaft der schnei¬
entledigen ! Er läßt sich
digste Offizier des Regi¬
den Sünder kommen und
ments — der beste Ät-
verlangt kategorisch von
tackenreiter auch im
ihm, daß er aus dem Ge¬
schwierigen und hinder¬
schehenen die Konsequen¬
nisreichen Gelände der
zen ziehe — er habe die
Liebe ! Auf einem Regi¬
Komtesse kompromittiert
mentsfest erobert er im
und sei es nun der Ehre
Sturm die Gunst Josefa
der jungen Dame schul¬
von Pokomys, der Freun¬
dig, sie zu heiraten . . .
din Seiner Kaiserlichen
Lebewohl, goldene Frei¬
Hoheit des Erzherzogs
Leopold. Während er — heit, fahret hin, schöne
Tage eines glücklichen
unter den Aug'en des Erz¬
herzogs — mit der schö¬ Junggesellentums! Der
nen Ungarin scherzt und Rittmeister Reichsgraf von
flirtet, ahnt er nichts da¬ Eppenstein, erster Held
am Theater der Liebe,
von, daß im gleichen
Saal ein reines Mädchen¬ muß unter das Ehejoch
herz heiß und bang für kriechen . . ,
ihn schlägt — Komtesse Aber er ist nicht ge¬
Maria Charlotte, eine jun¬ willt, es brav und gutmü¬
ge Waise, ist in erster tig durch alle Tage sei¬
Liebe für ihn erglüht . . nes Lebens zu schleppen.
Ein glücklich-unglück¬ Die Hochzeit wird mit
licher Zufall führt die Prunk und Pracht gefeiert
beiden im menschenleeren — nach dem Mahl aber
Wintergarten zusammen; wartet die arme kleine
und in jungfräulicher Na¬ Maria Charlotte im Braut¬
ivität offenbart Maria Char- gemach vergeblich auf den
Gatten; der hat das Haus
verlassen, sobald der letzte Hochzeits¬
gast gegangen ist. Maria Charlotte ist
sehr niedergeschlagen und sehr traurig,
als sie es endlich erfährt — aber sie
tröstet und beruhigt sich mit dem Ge¬
danken: „Er hat halt auch Angst ge¬
habt — wie ich . . .“ An seiner Liebe
zweifelt sie nicht; wie hätte er sie denn
sonst geheiratet?!
Den Rittmeister aber verfolgt das
Pech — in dem Hotel, in dessen Restau¬
rant er seine Hochzeitsnacht hinter einer

lotte dem Ueberraschten, was sie für ihn empfindet — lehnt sie
ihren Kopf an seine Brust. Gerührt streichelt er ihr Haar, küßt
er sie auf den blonden Scheitel; in dieser verfänglichen Situation
findet Baron Prechtl die beiden, Marias Vetter und Vormund. Er
kennt den Rittmeister als den gefährlichsten aller Frauenjäger —
und stellt ihn entrüstet zur Rede. Der Reichsgraf aber, der in
diesem Ausnahmefall sein Gewissen ganz rein weiß, lehnt seine
Vorwürfe gelassen ab — und läßt sich durch den fatalen
Vorfall nicht daran hindern, in der gleichen Nacht noch ein
stürmisches Liebesglück mit Josefa von Pokorny zu erleben.
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

Vetters, des Leutnants Karl Edler von Eppenstein einquartiert,


der wegen seines allzu „soliden“ Lebenswandels in eine kleine
Garnison strafversetzt worden ist. Und er nimmt es mit dem
Hausarrest sehr wenig genau; einige Tage später schon trifft
der Erzherzog ihn auf einem Donaudampfer — in Zivil, und
— in Gesellschaft Josefa von Pokornysl Den hartnäckigen
Sünder zu bekehren, können anscheinend nur Radikalmittel
helfen — und der Erzherzog beschließt eine gründliche Kur.
Er läßt den Ungehorsamen strafversetzen — in die gleiche
kleine Garnison, in der auch sein Vetter, der Leutnant Eppen¬
stein, nach dem lustigen Wiener Leben, der Kärtner Straße
und den schönen Frauen schmachtet. Dorthin soll ihm, ohne
daß er’s weiß, seine junge Frau folgen — in der Verbannung
von den Freuden der Großstadt, in der Oede des kleinen

Flasche Wein verleben will, begegnet er dem


Erzherzog in der Gesellschaft Josefa von
Pokornys. Trotzig erklärt er dem Erzherzog
auf die erstaunte Frage, was er in dieser
Nacht hier zu suchen habe: „Zur Ehe konnte
man mich zwingen, aber nicht zur Liebe!“
Der Erzherzog diktiert ihm einen Hausarrest,
„damit er sich an seine reizende kleine Frau gewöhne“ Nestes wird er sie schon lieben lernen! — In genialer Strategie
— worauf der Rittmeister sich in der Wohnung seines führt der Erzherzog alle Waffen ins Feld, seiner Idee zum Siege
zu verhelfen; persönlich instruiert er den Major Frosch von
Fröschen, den Befehlsgewaltigen der kleinen Garnison. Die
Kasernenzimmer, die der Rittmeister bewohnen soll, läßt er in
ein üppiges kleines Liebesnest verwandeln — und etliche Körbe
guten süßen Weines spendiert er „zur Hebung der Stimmung“
. . . Bei einigen geleerten Flaschen dieses köstlichen Trankes
findet der Rittmeister seinen Vetter Karl und den Major bei
seinem Eintreffen — in stark gehobener Stimmung. Er erkennt
den neuen Vorgesetzten nicht, hält ihn für einen Kameraden
und Leidensgefährten — und vertraut ihm lachend an, daß er
dem „Herrn Major“ bei erster Gelegenheit ein Schnippchen
schlagen und nach Wien durchbrennen würde . . . Inzwischen
tut Josefa von Pokorny das ihre, die schönen Pläne des Erz¬
herzogs zu durchkreuzen — sie ist durchaus nicht gesonnen,
die gewaltsame Trennung von dem Geliebten gutwillig zu er-
ILLUSTKIEKTEH HLM-KUKILK

tragen. Als Kammerzote tritt sn in die Dienste der


Hingen Frau Reichsgräfin, und die ahnungslose Maria
Charlotte schickt sie mit dem Gepäck voraus, in der
kleinen Garnison alles für ihre Ankunft vorzubereiten
Dort aber hält man die schöne Ungarin bei ihrem
Eintreffen für die Frau Gräfin selbst; völlig kon¬
sterniert stehen der Rittmeister und sein Vetter bei
ihrem Anblick — Major Frosch von Fröschen aber
macht sich sogleich zum Herrn der Situation. Er
schilt den Rittmeister wegen [Link] Empfanges
er befiehlt ihm kategorisch, seine „Frau Gemahlir
in die Arme zu schlos¬
sen und zu küssen —
und ist stolz aul seinen
ersten Erfolg, als dieser
Befehl sehr gründlich
ausgeführt
wird. — Dem
Rittmeister
und seinem
Vetter ist etwas
unbehaglich
zumute bei
dem Gedanken
daran, wie die
Dinge sich Erzherzog ihren Betrug entdeckt — durch ein
beim Eintref¬ ihrem Kammerkätzchen gespendetes reich¬
fen der recht- liches Trinkgeld die ganze Wahrheit erfährt.
mäßigenGattin Sofort geht ein Telegramm an den Major
entwickeln Frosch von Fröschen ab: Die angebliche
sollen — Jo¬ Kammerfrau ist die Geliebte des Rittmeisters
sefa von Po- und sofort zu entfernen, ich sende andere
korny aber er¬ Kammerfrau .. . Und für diesen Posten wählt
klärt zuver¬ der Erzherzog eine ehrbare Dame älteren Jahr¬
sichtlich: gangs, die dem allzu leicht entzündlichen Her¬
„Dann spielt zen des Rittmeisters keinesfalls gefährlich
eben sie die
werden kann — auf schnellstem Wege ent¬
Kammerzofe!“
sendet er Fräulein Amalie Spießlein in die
Sie ahnt nichts
kleine Garnison. — Dort trifft die junge Gräfin
davon, daß zu
ein — und
gleicher Stun¬
wird, ohne
de in Wien der
selbst etwas
davon zu wis¬
sen, zur Kam¬
merjungfer
gestempelt.
In der ersten
Stunde schon
hat sie eine
lange Aus¬
sprache mit
ihrem Gatten;
er will ihr
endlich die
Wahrheit sa¬
gen, will ihr
erklären, daß
er sie nur un¬
ter einem bit¬
teren Zwange
geheiratet ha¬
be und nicht
lieben könne
. . . Aber er
kommt nicht
zu all diesen
Enthül¬
lungen. Es ist
eigentlich das
erste Mal, daß
er mit Maria Charlotte eine vertrauliche Unterredung hat —
und in diesem Beisammensein offenbart sich ihm die ganze
taufrische Reinheit ihrer jungen Seele, der ganze Reichtum
ihres Herzens. Mit dieser Offenbarung zugleich gehen ihm
die Augen auf für ihren Liebreiz, der viel köstlicher ist als
alle Liebeskünste der vielerfahrenen Josefa — der Rittmeister
verliebt sich in seine eigene Frau, wie er nie zuvor im Leben
geliebt hat . . . Das Verhängnis aber, das er selbst heraufbe¬
schworen hat, nimmt seinen Lauf — Josefa gilt nun einmal
für seine Frau, Maria Charlotte für die Kammerjungfer; und
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

als der Ma¬


jor das Te¬
legramm
des Erzher¬
zogs erhält,
macht er
kurzen
Prozeß, mit
Brachialge¬
walt .will er
die ver¬
meintliche
„Geliebte“ was mit ihr geschieht — aber sie fügt sich
entfernen ängstlich, als man ihr erklärt, daß der Major

lassen. Ma¬ im Oberstübchen nicht ganz richtig sei ...

ria Char¬ Eine verzweifelte Situation für den Rittmeister;

lotte sitzt die Frau, die ihm rechtlich angetraut ist

schon auf und die er liebt, sitzt als Zofe in der Mädchen¬
kammer — die andere, von der er nur zu
dem Wa¬
gen, der sie
zwangs¬
weise aus
der Garnison führen soll, als Fräulein
Amalie Spießlein eintrifft —- und in einem
raschen Entschluß findet der Rittmeister
zunächst . noch einmal einen retten¬
den Ausweg; stürmisch schließt er die
Kammerfrau, deren keuschen Mund noch
kein Mann geküßt hat, in die Arme — „Da
bist du ja, mein Herz, mein goldiges
Schnuckerl!“ Der Major steht verblüfft —
das also ist die falsche Kammerjungfer,
die Geliebte 1 Schleunigst wird Maria Char¬
lotte zurückgeholt, Fräulein Amalie Spie߬
lein an ihrer Stelle abtransportiert; und als
Maria die Frage, ob der Erzherzog sie her¬
geschickt habe, schüchtern und verängstigt
bejaht, ist der Major völlig beruhigt —
und steckt sie in die Domestikenkammer.
Die junge Frau begreift nichts von alledem,
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

gern befreit wäre, beherrscht als seine


vermeintliche Gattin das Feld! Aber in
gesegneter Frechheit findet er einen Aus¬
weg _ mit der angeblichen Zofe aus der
Kaserne zu flüchten! Sein Vetter soll sich
um Josefa bemühen, soll im Zimmer des
Rittmeisters nächtigen, den etwa kon¬
trollierenden Major zu täuschen; seiner
kleinen Frau aber zieht er eine Offiziers-
Uniform an und schwindelt sich un¬
erkannt und unbehelligt mit ihr durch
alle Posten aus der Kaserne.
Major Frosch von Fröschen ent-
schlossen, gleich in der ersten
Nacht .aufs Ganze zu gehen“ —
führt Josefa, die vermeintliche
Frau Reichsgräfin, in das Zimmer
ihres „Gatten“, als alles in der

zwungenes Alleinsein eben ein Alleinsein wäre! In dem


Augenblick aber, als sie dem ersten Kuß sehr nahe sind,
entdeckt Leutnant Eppenstein den Rekniten Dirmoser im
Ofenwinkel, der sich eingeschlichen hat, weil er
nach Zapfenstreich das Kasementor verschlossen gefunden
hat. In hellem Zorn will er ihn hinausexpedieren — aber
er findet die Tür verschlossen; und vor dieser ver¬
schlossenen Tür ruht Major Frosch von Fröschen höchst
persönlich auf einem Diwan, eine ausgiebige Bowle neben

Kaserne schläft. Dort sieht sie sich sehr unerwartet dem


kleinen Leutnant Eppenstein gegenüber — und beide
wären es eigentlich ganz zufrieden so, wenn ihr er¬

sich und entschlossen, vor dem Morgen nicht


vom Platz zu weichen . . So müssen Josefa
und der verliebte kleine Leutnant zusammen
mit dem Rekruten, der keine Süßere oder
innere Aehnlichkeit mit dem Gotte Amor
hat, eine sehr melancholische Nacht verbringen.
Maria Charlotte und der Rittmeister aber
finden in dieser gleichen Nacht im Staats¬
zimmer des Kleinstadthotels das Glück der
Liebe . . .
In einem tollen Wirbel vollenden sich
am nächsten Morgen die Geschehnisse. Eben
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

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in der Stunde, als der Erzherzog telegraphisch seine Ankunft


anmeldet, entdeckt der verzweifelte Major, daß der Rittmeister
mit der vermeintlichen Kammerzofe durchgegangen ist — der
Leutnant von Eppenstein aber beruhigt ihn; er wisse, wo er
die beiden finden könne! In größter Eile fährt der Major mit

zärtlichem Augenaufschlag — und


Majoi Frosch von Fröschen wird für
seine Verdienste um den Sieg der
wahren Liebe mit dem heiß ersehnten
Orden belohnt!

ihm und Josefa, der „Frau Reichsgräfin“, zum Hotel


er kommt gerade noch zurecht, dem von dei
Bevölkerung mit Blumen, Musik und Elvrenjung-
frauen empfangenen Erzherzog den Rittmeister und —
Josefa als glücklich vereintes Paar vorzuführen! Zu
seinem Heil und dank Josefas Schlagfertigkeit klärt
sich die Situation sehr schnell, glückstrahlend
präsentiert der Rittmeister dem Erzherzog seine
nicht weniger glückliche junge Frau, Josefa ver
obnt ihn vollends mit einem Rosenstrauß und

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