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7.

Jahrgang 1925
Nummer .222 JUuslritrfrry

cbiM 3 CPiMfrUfMttW&lW
PERSONEN
Die Mutter. Margarete Kupfer
Marthit Maly Delschaft
Aiinie die drei Portiermädel . Helga Molander
Amelie Hanni Weisse
Franz, Chauffeur bei Brandstetter . Fischer-Koppe
Emil Kumtnerbach, Barmixer Harry Halm
Hans Brandstetter. Bruno Kastrier
Ein Photograph Hermann Picha
Leopold Siedentopf. Jacob Tiedtke

Manuskript: MARO. MARIA LANGEN


Architekt: ROBERT DIETRICH

Regie: CARL BOESE


Photographie: ALFRED HANSEN
Aufndhmeleitimg: HANS HOFMANN

Fabrikat und Verleih:

TERRA FILM
Franz, der zwar nur Chauffeur des
reichen Herrn Brandstetter ist. aber
sie hat ihn lieb und er sie, und
voller Freude gehen beide daran,
da sie in Kürze Hochzeit machen
wollen, sich ihr Heim auf „Teil¬
zahlung“ zu gründen. Keine noch
so bissige Bemerkung der Mutter über
den „Benzinkutscher“ kann Martha

rjrau Breuer, die Portierfrau im Hause Kurfiirsten-


I dämm 91a, hat streng moralische Grundsätze, denen
sich die Dienstmädchen des Hauses zu unterwerfen
*
haben. Ihre drei Mädchen, Martha, Annie und Amelie,
sind hübsch und jung und sollen höher hinaus als die

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VA

wankend machen. Jeden Morgen fährt Franz vor


dein Hause seiner Braut mit dem schönen Privatauto
vor und bringt Martha und seine zukünftigen Schwäge¬
rinnen zu ihrer Arbeitsstätte. Eines Tages ist es sehr
spät geworden, Brandstetter schaut aus dem Fenster

Mutter, sollen reich und elegant werden


Amelie, die keckste und lebensklügste
der drei, ist Verkäuferin in dein Herren¬
artikelgeschäft von Steiner, dessen In¬
haber, Herr Siedentopf, sie schon lange
im Stillen verehrt, und, da sie auch für
ihn Interesse hat, verloben sich beide
in Kürze.

Am wenigsten Verständnis für der


Mutter Pläne zeigt Martha, die in einem
Geschäft Plätterin ist. Sie hat ihren
nach seinem Wagen aus und sieht eine
hübsche junge Dame im Fonds desselben
lehnen. Franz, zur Rede gestellt, kann
I natürlich nicht sagen, daß es seine
Schwägerin Annie war, und erzählt eine
lange Geschichte von einem Unfall, den
eine junge Dame erlitten, die er dann zu
einem Photo - Atelier, wo sie beschäftigt
sei, gefahren habe. Brandstetter, dem die

spielt ein bißchen die Kranke. Auch


ihr hat Brandstetter sehr gut ge¬
fallen, und sie nimmt seine Ein¬
ladung zu einem weiteren Stelldich¬
ein an. Aus diesem werden mehrere,
und mit verbissenem Ingrimm sieht
Franz seinen Herrn mit Annie zärt¬
lich tun. Auch eine Einladung in
das Junggesellenheim Brandstetters

hübsche junge Dame sehr gut gefallen


hat. erkundigt sich höflich im Atelier,
ob der Unfall auch keine bösen Folgen
gehabt hat. Annie, von
Franz rasch verständigt,

nimmt Annie an und ist entzückt von dem sie um¬


gebenden Luxus. Brandstetter läßt das Grammophon
eine wiegende Tanzmusik spielen. Von den Klän¬
gen der Musik beeinflußt, schmiegt Annie sich
beim Tanz in seine Arme abei als er sie
in das Nebenzimmer ziehen will, schreckt sie
sie eine Rettung aus der schwierigen
Situation. Die Mieter aus der ersten
Etage sind verreist, vorübergehend wird
über ihr Namensschild der Name Breuer
genagelt, und Brandstetter findet bei seiner
Brautwerbung seine Braut in der vor¬
nehmen Kurfürstendammwohnung und eine
etwas aufgeregte, aber sehr gerührte

aus ihrem Taumel auf und stößt ihn


von sich. Er, zart verstehend, bittet
sie mit liebem Lächeln, seine Frau
zu werden. Aber statt der erwarteten
Freude, neue Bestürzung Annies.
Sie, das Portierkind? Kaum hat er
aus ihr herausbekommen, wo sie
wohnt, so schnell eilt sie ihm auch

Schwiegermama. Die Hochzeit der


beiden findet in aller Abgeschie¬
denheit ohne die Geschwister statt.

davon. Zu Haus berich


apathisch von der Verlobu..s.
Mutter den Namen des Bräutigams er-
fährt, ist sie ganz aus dem Häuschen.
Um das Wohl und Wehe ihrer Tochter
Annie besorg» und um das einmal ge-
botene Glück nicht zu verscherzen, plant
Franz und Martha haben inzwischen
auch geheiratet und Martha paßt es gar
nicht, daß ihr Mann sozusagen im Dienst
ihrer Schwester steht und sie ein Aschen¬
puttelchen ist, während die Schwester
reich und sorglos dahinlebt. Aber so
strahlend glücklich ist Annie auch nicht.

^8
beobachtet, wie Annie ihren
Schwager, seinen Chauheur, zärt¬
lich streichelt, da verläßt er sie
nach häßlichen Vorwürfen. —

Annie packt ihr kleines Köffer-


chen und wankt nach Haus zu

der Mutter. Amelie hat während-

Brandstetter bemerkt mit großem

Mißvergnügen, daß seine Frau sich


zu den einfachen Leuten hinge¬
zogen fühlt, und als er eines Tages

dessen an der Seite ihres Verlobten Sieden¬


topf alle Vergnügungen, die sich boten,
mitgemacht. Auf ihr Zureden kommt am
nächsten Abend auch ihre Schwester Martha

mit in das Tanzlokal, wo Amelie und ihr


in ent andcies Lokal Franz, der den

Wagen steuert, glaubt inen Augenblick,

seine Frau zu erkennen, aber Amelie


deckt sie so geschickt zu, daß er doch

unsicher bleibt. Im Dunkel aber verliert


Martha ihre Selbstbeherrschung. Franz

kommt dazu, und es entsteht eine un-

Verlobter häufig verkehren, und sieht mit

großen Augen in die ihr gänzlich fremde

Welt. Brandstetter, der in seinem Aerger

auch in dieses Lokal gegangen ist, wird

von seinem Freunde Siedentopf an dessen

Tisch geholt und sitzt nun ahnungslos

sagbare Verwirrung, aus der Brandstetter


dann allmählich zu seinem großen Er¬
staunen die Zusammenhänge erkennt,
worauf Martha, um einem Zusammenstoß

zwischen seinen beiden Schwägerinnen, die


ihn natürlich kennen und sich, so gut es geht
sicher benehmen. Im Alkohol vergißt Brand¬
stetter seinen Aerger und beginnt sich für
Martha zu interessieren. Auf Veranlassung
Siedentopfs fahren alle in Brandstetters Auto
schon lange, und beide verloben sich,
noch in der gleichen Nacht. Wütend läßt
die Mutter Amelie und ihren neuen Ver¬
lobten eintieten und nimmt von der Ver¬
lobung Kenntnis. Franz verzeiht der tod-

unglücklichen Martha, und Brandstetter


kehrt, wenn auch zuerst etwas zögernd,

doch zu seiner Frau zurück, die ihn nun

mit ihrem Mann zu entgehen,

schleunigst zu der Mutter

flüchtet. Siedentopf macht


über die feine Verwandt¬
schaft Brandstetters eine her¬
ablassende Bemerkung, wo¬

rauf sich Amelie in ihrem

Stolz veranlaßt fühlt, die

ohne Lügen lieben kann. Alles

hat sich schließlich zum Guten ge¬

wendet, und Frau Breuer ist er¬

freut, daß nun ihre drei Töchter


glücklich geworden sind.

Z LI BI

Verlobung mit Siedentopf aufzuheben. Schlie߬


lich fährt auch sie eiligst nach Hause, muß aber,

da sie keinen Schlüssel hat, durch die Likör¬


stube, die sich im Hause befindet, durchgehen.

Der Mixer, Herr Kummerbach, verehrt sie im Stillen

Herausgeber I i 1 n» K .1 r i r G in b fi (Verlaß \ I f r c d W r in r f , G m. b, H.J, Berlin W. 8, Leipziger Straße 39. Fcrnspr : Zcotr. 762 u 10647
ijifdr.M k I). wt'ch'T Schriftenv• rlag. Berlin Für den Inhalt verantwortlich: A. R i o h ni o n n . Berlin.

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