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Jahrgang 1928

ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

SO KÜSST NUR
EINE WIENERIN
MANUSKRIPT: THILDE FÖRSTER
Regle: Arthur Bergen
Die Darsteller:
Der Anton.. Werner Puetterer
Die [Link] Graal
Die Marchesa. Erna Morena
Die Miß.Evi Eva
Der Manager. Georg John
Der Baron. Paul Otto
Die [Link] Stein
Der Bäcker. Teddy Bill
Der „Ober*.Carl Auen
Der „schwarze Maxi“ .Jack Mylong-Münz
Der [Link] von Shöreghy
Der [Link] Bilancia

Die Handlung spielt in Wien, Venedig und New York


Bauten: Gustav A. Knauer und Willy Schiller
Photographie: Karl Vass.

Herstellung: Münchener LlchJspIelkunsl A.~G.

» IM
VERTRIEB FÜR DEUTSCHLAND:

BAYERISCHE FILM Q.M.B.H.


EMELKA - KONZERN
MÜNCHEN / BEXLIN / FRANKFURT A. M. f LEIPZIG
HAMBURG / BRESLAU / DÜSSELDORF / KÖNIGSBERG LPR.
ILLUSTHIBKTBR FILM KURIBR

VTm Wiener Wurstelprater begann sein Schicksal. Anton Caval hieß er, '
war ein hUbscher Bursch im Matrosengewand, nicht auf hoher See,
sondern an der Schiffschaukel „Zum Blauen Himmel“. Dem Anton allein
verdankte die alte Hutsche, daü sie neben
der neumodischen Konkurrent am
£
Prater überhaupt noch ging. Denn
der Toni war der erklärte Lieb¬
ling aller Dienstmädchen. Und
so lernt der Toni denn eines
Tages an seiner Schaukel
gewissermaßen beruflich
das nudelsaubere Kinder¬
mädchen Mizzi kennen.
Die Beiden vergucken
t,
und verlieben sich, wollen
sich heiraten und alles
wäre in schönster Ord¬
nung, wenn nicht der Zu¬
fall dem Toni einen Herrn
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über den Weg schickte, der A
den glücklichen Burschen

/ singen hört und einen fabel¬


haften Tenor in ihm entdeckt. —
Das war der Anfang von Mizzis
Unglück. Denn der Toni wird
noch am selben Abend von sei¬
nem eifrigen Entdecker bei einer
Marchesa eingeführt, wo er Vor¬
u. singen soll. Die Italienerin findet
an dem schönen, blonden
Jungen so viel Gefallen, daß
sie ihn nach Venedig mit¬
nimmt und dort zum Sänger
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großen
so sehr
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ausbilden läßt. Der Toni


schwimmt in Seligkeit. Aber die
leise alternde Marchesa ist ma߬
los eifersüchtig, und als ihr
Schützling in seinem Qlücks-
taumel mit einer pikanten, jun¬
r
gen Amerikanerin gar zu auf¬
fällig zu flirten beginnt,
kommt es zu einer Szene «V '
und der entsetzte Toni
bekommt dabei zu hören, daß
er vom Gelde der Marchesa
lebt und somit gewisse Ver¬
pflichtungen hat. Davon
m: im hatte er keine Ahnung ge¬
habt. Er verläßt die be¬
%'i stürzte Dame sofort und
versucht auf eigene
Faust über Agenten

li-
sturen Weg zum Ruhm zu gehen.
Er landet in Berlin, hat Erfolg
wenigen Jahren der geleierte
Itan - Oper in New York. — Und
in? Die hat nach jener Prater*
BübleiiT da» Leben geschenkt
ihrem Jammer wohl ver
nn »ich nicht die dicke
sehen mit einem noch
cer verehelicht, ihrer
hatte. Nun wohnt
guten Leuten, be-
en und wird durch
Toni viel an den
erinnert, der sie
'erfassen hat. —
Toni, Jetzt der
ILLUSTRIERTER FILM-KURIER

berühmte Antonio Cavaliini,


trifft in New York jene pikante
Miß vom Lido wieder, die
Ursache jener maßlosen
Eifersuchtsszene der
Marchesa. Von ihrem
Charme bestrickt,
beginnt er seinen
dritten Liebesro¬
man, der dies¬
mal am' Traualtar
endet. Zu spät
erkennt er den
Egoismus, die
Herzenskälte und

Minderwertigkeit seiner Frau. — Nach


einer heftigen Szene, bei welcher die
Gegensätze der Lebensauffassungen des
Künstlers und der oberflächlichen Ameri¬
kanerin zusammenprallen, verläßt er seine
Wohnung. Traurig durch fremde Straßen
eilend, hört er aus einem Fenster Wiener
Melodien und wird von namenlosem
Heimweh gepackt. So findet er nach
ILLUSnUBRTKR FILM - KURIF.F

Mizzi in die
Arme, die ihn
glückstrahlend
und stolz zu
ihrem kleinen
Toni und dann
an ihrer kleinen
Hand in ein
sonniges Leben
führt- Und er
ist glücklich
und zufrieden
damit, der Herr

I Wien zurück. Und als er nach seinem ersten


Auftreten dort das Opernhaus verlaßt, sieht er
inmitten der ihn jubelnd Umdrfingenden zwei große
leuchtende Augen in einem ängstlichen, schüchternen
Oesichtchen und schließt — als es ihm wie
Schuppen von den Augen gefallen _ seine arme

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